Beiträge von Odysseus

    Ende Februar und hier nochmals ein kleines Update zum Baustand am Berliner Schloss:


    • Die Malerarbeiten an der Südseite wurden abgeschlossen, die Gerüste sind mittlerweile abgebaut, somit ist die Außenfassade in wesentlichen Teilen fertig
    • die zunächst rund ausgeführten Säulen an der Hofseite von Portal V werden scheinbar aufgrund eines Fehlers umgearbeitt, seien wir auf den Endzustand gespannt
    • an der Kuppel haben die Kupferarbeiten an den Längsrippen begonnen, bei jetzigem Tempo dürfte dieser Prozess spätestens übernächste Woche abgeschlossen sein, so dass zeitnah mit der Montage der Laterne begonnen werden kann
    • heute wurde weiter an den Schlossterrassen gearbeitet, während es hier an der Nordseite sichtbare Fortschritte gibt, stockt es auf der Ostseite leider gewaltig, hoffen wir, dass es hier nur am Winter liegt und es sich um eine geplante Pause handelt
    • an der U-Bahnbaustelle beginnt man langsam die Baustelleneinrichtung zurück zu bauen und das Areal zu beräumen, wie das allerdings bis September alles fertig werden soll, ich bin doch reichlich skeptisch, da hilft wohl nur das Prinzip Hoffnung

    Dies war bis auf weiteres leider mein letzter Beitrag im DAF und mit was könnte ich mich passender verabschieden als mit einem Bauupdate zu einem Projekt, durch das ich selbst zur Architektur, zu den Internetforen und all dem Spaß und der Freude gefunden habe, die uns hier alle vereint. Wir hatten extrem intensive Diskussionen, gerade hier in diesem Strang.


    Weiter in der lounge. Danke

    Ich hätte mich gerne an den Diskussionen hier weiter beteiligt, da ich mit dem Ablauf des heutigen Tages meine Aktivitäten im DAF leider beenden werde, kann ich zu meinem großen Bedauern leider keinen Beitrag zu diesem für mich extrem wichtigen Anliegen mehr leisten. Ich wünsche aber allen Beteiligten viel Erfolg und gutes Gelingen. Köln hat es wirklich verdient!

    Ich finde es auf der einen Seite durchaus reizvoll, wenn man seitens eines renommierten Architekturbüros eine "Vorstellungshilfe" bekommt, wie solch ein Bau aussehen könnte. Denn aus meiner Sicht wird hier bereits klar, wie unglaublich attraktiv Standorte an einem Gewässer für herausragende moderne Bauten sein können. Daher bleibt meine Präfenrenz für die Oper ganz klar ein Standort am Wasser, egal auf welchem Areal dies letztlich umsetzbar ist.


    Ob Herr Koolhaas sich allerdings einen Gefallen mit der Veröffentlichung getan hat, wenn er dereinst wirklich Teil des praktischen Umsetzungsprozesses sein will, das sei mal dahingestellt. Gerade wenn es dieses Areal (Raab-Karcher) wirklich werden sollte, weiß ich nicht, wie er dann in einen Wettbewerb gehen will, mit dem gleichen Entwurf oder mit einem völlig anderen? Auch hat es leider immer etwas, naja, man zeigt halt sehr deutlich, dass man sich in einer herausragenden Weise berufen fühlt. Ob das besonders glücklich für die eigenen Chancen ist, sei mal dahingestellt.


    Ich finde, wenn der Entwurf jetzt schon mal öffentlich ist, dann kann man auch etwas dazu sagen und hier finde ich, dass er mir etwas zu beliebig ist. Er könnte irgendwie überall stehen, ihm fehlt die individuelle Handschrift und auch etwas der Ortsbezug. Das haben Herzog/ de Meuron in Hamburg wesentlich besser gemacht. Daher funktoniert die Elphi auch so gut, weil man Regionalbezug, Standort und herausragende Architektursprache perfekt zusammmen gebracht hat. Das wünsche ich mir auch für Frankfurt.


    Aber erst mal abwarten, es ist ja nur eine Studie. Trotzdem würde ich für einen Wettbewerb deutlich mehr erwarten als das!

    Ich verfolge die Gestaltung des Humboldtforums auch über die Webcams täglich und habe mich ja an das überschaubare Arbeitstempo gewöhnt. Positiv ist, dass man bei der Kuppel zwar langsam aber konstant weiter kommt. Wer sich die Cambilder anschaut, sieht, dass man aktuell die Rippen verkupfert, so dass man sich dann ab Mitte März wohl der Laterne widmen kann. Ich freue mich so, wenn endlich das Portal III ohne Gerüste zu sehen sein wird, es wird ein ganz neues Raumerlebnis von den Linden kommend entstehen.


    Was mir allerdings mittlerweile extreme Sorgen bereitet, ist der Zustand der östlichen Schlossterrasse und der Treppenanlage. Offenkundig hat man die Verkleidungsarbeiten vor Wochen gänzlich abgebrochen. Das wäre nicht weiter tragisch, wenn man nicht auf den Bildern sehen würde, dass sich aktuell extrem unschöne Feuchtigkeits- und Dreckflecken auf der unfertigen Mauer bilden, weil die Abdeckung der Mauer nur provisorisch mit Hilfe von Planene erfolgt ist und es hier immense Lücken und Fehlstellen gibt. Zusätzlich liegen seit Monaten ganze Paletten von Steinen im Dreck und Matsch. Klar kann man versuchen, das nach Fertigstellung alles zu reinigen, aber optimal ist das alles nicht. Warum man die Arbeiten komplett über eine so lange Zeit eingestellt hat, erschließt sich mir nicht. Ich hatte mal vermutet, dass es Schäden an den bereits gelieferten Teilen gibt und man auf einen Austausch wartet. Mittlerweile frage ich mich aber, ob es ein gravierenderes Problem gibt oder ob das Unternehmen pleite ist oder keine Arbeiter schicken kann oder will.


    Jedenfalls hoffe ich, dass man die Steine, die bereits verbaut sind, wieder sauber bekommt, weil das aktuelle Bild zeigt einen nicht hinnehmbaren Zustand.

    Ich finde es sehr schön, dass sich nun doch einige hier melden, denen das Schicksal der Domstadt am Herzen liegt. Daher finde ich die Idee sehr gut, dass man sich mal treffen könnte, um zu diskutieren, wo dringender Handlungsdruck in Köln besteht. An diskussionswürdigen Arealen besteht in Köln ja leider kein Mangel.


    Daher stehe ich der Idee positiv gegenüber.

    Kommen wir zu meinem absoluten Horrorprojekt des letzten Jahrzehnts. Querido hat netterweise schon einen sehr umfangreichen Blick über das gesamte Projekt geliefert, so dass ich mich auf ein Foto des traurigen Istzustandes beschränke, auch wenn noch immer überall gewerkelt wird.



    Bild von mir.


    Ich habe mich nach langer und bewusster Abstinenz dazu enetscheiden, mir das persönlich anzuschauen und man muss sagen, dass es einem partiell die Sprache verschlägt. Was mich fern ab der Leichenfledderei und der grundsätzlcihen Herangehensweise des Architekten am meisten schockiert hat, war die Tatsache, dass dieses gesamte Konstrukt obwohl es für zig Millionen komplett und aus einem Guss saniert wurde, total verbaut und zusammengestückelt aussah. Alles wirkt total verbaut, wie ein Provisorium. Ich kann nicht verstehen, wie man es hin kriegen kann, bei einem solchen Projekt so vieles auf einmal falsch zu machen. Die Dachaufbauten wirken billig und völlig uninspiriert.


    Dazu strahlt der Komplex eine ungeheure cleane Kälte aus, was man bei so viel rotem Sandstein erst mal hinbekommen muss. Völlig gaga wird es dann aber bei den verteilten Spolien als "Gartenelemente". Auf die Idee muss man erst mal kommen. Was auf den Fotos nicht so rüber kommt, ist die Tatsache, dass man dies nicht nur an einem Beet gemacht hat, sondern sich dieser architektonische Friedhof einmal um die gesamte Anlage zieht. Es ist wirklich entsetzlich, wenn man bedenkt, wie viele Gesimse man hier vom historischen Bau weggerissen haben muss, um auf so viele laufende Meter Spolien zu kommen.


    Ich kann nur hoffen, dass man die Finger vom mittleren Hauptbau lässt, wenn man diesen auch noch seines historischen Dachs beraubt und modern Aufstockt, nach diesem Horrorergebnis der umliegenden Bebauung, dann sollte man den Verantwortlichen die Hoheit über dieses Projekt entziehen.

    So richtig weiß ich noch immer nicht, wohin mit den Fotos von einzelnen Hochhäusern, die nicht direkt den gesamten Skylinebereich abdecken und dabei schon darüber hinaus sind, als neu zu zählen. Vielleicht sollte man das näher spezifizieren bzw. einen der Skylinestränge auch für Hochhäuser als Singulärbau freigeben, das fände ich eine gute Lösung.


    Daher versuche ich das Foto hier einzustellen, bis ein eine nähere und verbindliche Regelung gibt.


    Blick vom Kaiserplatz Richtung Westen

    Foto wie immer von mir.

    Erst mal lieben Dank für dein Lob, Sir Moc, auch wenn dein Beitrag wieder verschwunden ist. Wie alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, sind auch diese von mir selbst. Ich werde versuchen, aus meinem recht umfangreichen europäischen Bildarchiv einige ausgewählte Elemente zu zeigen.


    Weiter geht es zunächst in der Frankfurter Altstadt, wir schauen auf das Gebiet rund um das Haus zum Rebstock . Dieser Bau war ursprünglich Teil einer Hofanlage, wurde dann aber im Zuge des Druchbruchs der Braubachstraße direkt vom Stadtraum aus zugänglich und ist somit nur noch ein Teil der ursprünglichen Anlage. Wie die gesamte Altstadt ging auch das Haus zum Rebstock 1944 verloren und wurde als Teil des Dom-Römer-Projekts rekonstruiert.


    Zunächst der Durchblick vom Rebstockhof zur Goldenen Waage:


    Das Haus Rebstock 3 mit gewöhnungsbedürftiger künstllicher Brandmauer, meiner Meinung nach eine der größen Fehlentscheidungen bei dem gesamten Projekt

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    Ich möchte mit diesem neuen Strang zu einer Bilderreise durch das historische Herz Frankfurts einladen. Mit der Rekonstruktion der Frankfurter Altstadt sind viele historische Bezüge des historischen Frankfurts wieder erlebbar geworden. Neben der neuen Identität der Stadt, die maßgeblich durch die Skyline geprägt wurde, ist nun auch wieder das klassiche Herz der Stadt ins Stadtbild zurückgekehrt. Der Krönungsweg, der Kaiserdom, der Römerberg, all dies bildet die historische Keimzelle Frankfurts.


    Dieser Strang soll die Möglichkeit bieten, Fotos zu den historischen Bauwerken der Frankfurter Innenstadt zu teilen. Ich lege diesen Strang nach eingehender Prüfung auf seine Relevanz und in Abstimmung mit der mir netterweise von Epizentrum zur Verfügung gestellten Richtlinien für das Einstellen von Bildern an. Leider kam es letzte Woche zu einigen Irritationen mit der Moderation, weil leider nicht alle meiner ersten Fotobeiträge in die richtigen Stränge einsortiert wurden, dies tut mir leid. Vor diesem Hintergrund halte ich es für besser, für die explizit historischen Bauwerke einen eigenen Strang anzulegen, da ich der Meinung bin, dass dies gerade nach den Projekten der letzten Jahre sinnvoll ist und es auch vermeidet, dieses für mich und sicher auch für andere wichtige Thema auf mehrere Stränge zu verteilen, wo die Bilder dann keine angemessene Heimat finden. Zudem bietet es jedem die Möglichkeit, der eher an der Hochhausentwicklung interessiert ist, diesen Strang zu meiden. Für diese Fotostrecke hoffe ich auf ein nettes Diskussionsklima und eine freundliche Begleitung seitens der Moderation, sollte es dennoch Probleme geben, bitte ich darum, mich erst zu kontaktieren, bevor man die Bilderserien verschiebt.


    Beginnen möchte ich mit einigen aktuellen Nachtimpressionen aus der neuen Altstadt, ich hoffe, euch gefällt es.


    Zunächst der "Star" der neuen Altstadt, die "Goldene Waage", erbaut im Jahre 1619 durch den Gewürzhändler Abraham van Hamel. Das Haus wurde am 22. März 1944 bei einem Luftangriff nahezu komplett zerstört und später abgetragen. Im Rahmen des Dom-Römer-Projekts wurde es aufwendig rekonstruiert und bereichert seit Ende 2017 wieder das Stadtbild Frankfurts und ist heute wie damals eine der herausragenden Sehenswürdigkeiten der Altstadt.


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    Alle Bilder von mir.

    Ich möchte einmal grundsätzlich zu diesem Thema sagen, dass wir in Deutschland, aber auch in wesentlichen Teilen der westlichen Welt an einem Punkt angekommen sind, an dem wir ganz genau abwägen müssen, welche Schritte wir als nächstes beschreiten. Ich denke, jeder merkt, dass fundamental etwas ins Rutschen gerät, gesellschaftlich, aber auch was die Fundamente unserer Ökonomie angeht.


    Ich bin ja sonst um keinen Kommentar verlegen, weil ich bislang immer daran geglaubt habe, dass sich irgendwann der Verstand durchsetzt, aber so langsam wächst in mir die Befürchtung, dass Gewissheiten und Selbstverständlichkeiten zunehmend obsolet werden.


    Ich möchte hier gar keine grundsätzliche Debatte über Klimaschutz auf der einen Seite und ökonomische Grundlagen auf der anderen Seite führen. Meiner Meinung nach sind dies nämlich gar keine Wiedersprüche, sondern zwei Seiten der gleichen Medaille. Nur wer mit Ressourcen und der Welt nachhaltig umgeht, wird auch in Zukunft noch Wohlstand erwirtschaften können. Auf der anderen Seite ist Klimaschutz nur möglcih, wenn Geld und Wissen Hand in Hand gehen und genügend Ressourcen vorhanden sind, hier zu forschen und auch in Klimaschutz zu investieren.


    Vor diesem Hintergrund ist es meiner Meinung nach für den Wirtschaftsstandort Deutshcland, der außer geistigen Kapazitäten nichts anderes aufbieten kann, ein Armutszeugnis, wie wir uns international aber auch national teils darstellen. Egal ob Borkenkäfer, Salamander, 20 Bäume oder was auch immer. Mittlerweile ist unter dem Deckmantel des Naturschutzes eine Verhinderungsindustrie entstanden, deren Auswirkung, gerade auch im öffentlichen Diskurs, fatal sind. Ich prophezeihe, dass wenn es nicht Tesla gewesen wäre und wenn nicht ganz viel Druck von oben gekommen wäre, fast jedes andere Unternehmen jetzt wieder Monate Verzug gehabt, weil sich Verbände und Aktivisten erst mal durch sämtliche Instanzen klagen und danach zur Not einfach wieder ganze Areale besetzen. Ich bin der Meinung, dass dies so nicht weiter gehen kann. Wenn wir beispielsweise eine viel stärkere Ausweitung des öffentlichen Nahverkehrs wollen, sind massive Infrastrukturprojekte im Bahnbereich nötig. Wie das damit zusammen gehen soll, dass man sich nicht mal von 5 Kiefern trennen will, das weiß vermutlich selbst Friday for Future nicht.


    Daher ist aus meiner Sicht schon seit Jahren ein Wort von imer größerer Bedeutung: Verhältnismäßigkeit. Ist es verhältnismäßig, enorme Zeit- und Kostensteigerungen bei Stuttgart 21 hinzunehmen, nur um 100 Eidechsen zu retten oder hätte man mit einem Bruchteil des Geldes die Tiere nicht im Labor nachzüchten und woanders aussetzen können? Gleiches gilt hier. Ist es verhältnismäßig, ein riesiges Zukunftsprojekt für die Region wegen einigen Kulturkiefern aufs Spiel zu setzen? Ich bin manchmal einfach schockiert, wie destruktiv und im negativen Sinne moralisch überhöht wir in mittlerweile nur noch Teilen der westlichen Welt (ein Teil hat sich ja bereits verabschiedet) uns selbst aber auch andere betrachten. Auf dem Tableau der Maximalforderungen und zugunsten der eigenen Profilierungssucht von allen Seiten ist die Ratio in weiten Teilen völlig abhanden gekommen. Und aus diesen Impulsen heraus entstehen immer skurilere und immer weniger nachvollziebare Entwicklungen. Kompromisse und Abwägungen, die früher zentral in den großen Volksparteien ausgehandelt wurden, erodieren vor dem Hintergrund immer stärkerer Polarisierung und einer Maximierung von Forderungen, bei der zumeist gar nicht mehr das eigentliche Problem, sondern gefühlt das Überleben der Welt entschieden wird. Wenn wir hier keine Verhältnismäßigkeit zurückerlangen, dann sehe ich Schwarz für die gesellschaftlichen Gewissheiten, die bis heute immer zu gelten schienen.

    Um diesen Freitag mit einer positiven Meldung abzuschließen, schauen wir nach Potsdam. Und um genau zu sein, gibt es sogar zwei positive Nachrichten. Einmal mehr muss man Hasso Plattner eigentlich schon zu Lebzeiten ein Denkmal setzen, was dieser Mann für Potsdam auf so breit gefächerte Art in Wissenschaft, Kunst, Kultur und Architektur leistet, ist Mäzentum im allerbesten Sinn. Daher von mir zunächst einmal großer Respekt vor der Lebensleistung und der sozialen Verantwortung, die sich so manch anderer, der auch sehr vermögend ist, zum Beispiel nehmen sollte. Reichtum ist nicht nur Privileg, sondern auch Verantwortung. Dieses Privileg zu nutzen, um etwas zurück zu geben, ist leider noch immer keine Selbstverständlichkeit, daher hoffe ich, es ist Anspron für andere, diesem Beispiel zu folgen.


    Jetzt aber zu den Meldungen:


    1. In Potsdam hat am heutigen Abend die große "Monet. Orte"-Ausstellung eröffent, in der herausragende Meisterwerke des Impressionismus zu sehen sind. Abermals hat es das Barberini als sehr junges Museum geschafft, eine Schau von Weltgeltung auf die Beine zu stellen. Wer sich im Kunstmarkt etwas auskennt, der weiß, wie schwierig es ist, solche Topwerke aus namhaften Häusern ausgeliehen zu bekommen. Allein das ist schon ein großer Erfolg für Potsdam. Doch es kommt noch besser. Im Kontext dieser Ausstellung hat Herr Plattner angekündigt, seine gesamte Privatsammlung des Impressionismus seiner Stiftung zu übergeben, die diese Bildern dann als Dauerausstellung im Barbrini präsentieren wird. Es wird ab Herbst eine der qualitativ besten und herausragendsten Schauen dieser Art in Europa werden. Wie Herr Plattner selbst mitgeteilt hat, wird darunter auch das Gemälde „Meules“ des Impressionisten Claude Monet sein. Es ist das teuerste jemals von Monet verkaufte Bild und ein Meilenstein der Kunstgeschichte. Dass dieses Bild dauerhaft sein zu Hause in Potsdam findet, ist für jeden Kunstliebhaber ein Tag der großen Freude.


    Wer sich für die Geschichte des Bildes und die Monetschau interessiert, kann sich in den folgenden Artikel vertiefend informieren:


    https://www.pnn.de/kultur/aukt…-in-potsdam/25565266.html


    https://www.pnn.de/potsdam/mus…t-eroeffnet/25572216.html


    2. Auch die zweite großartieg Neuigkeit kommt von Herrn Plattner selbst. So griff er im großen Interview mit PNN die Idee zur Wiederbelebung des Stadtkanals auf, ein Projekt, dass soweit ich es bisher verfolgen konnte, über die Parteigrenzen hinweg auf Zustimmung stößt. Dabei ist Herr Plattner bereit, die Stadt bei der Wiederherstellung zu unterstützen. Dies könnte die erhofft Initalzündung sein. Konstantin kann hier vielleicht weitere Informationen liefern. Auf jeden Fall bietet die Aussage von Herrn Plattner die Chance, dass wir zumindest an Teilstücken des Kanals mit signifikanten Fortschritten rechnen können. Es bleibt zu hoffen, dass man diese Möglichkeit jetzt ergreift und diese Chance nicht wieder im politischen Kampf der Lager zerrieben wird.


    Näheres zu dem gesamten Komplex und auch das große Interview von Herr Plattner findet ihr hier:


    https://www.pnn.de/potsdam/int…t-weltkarte/25561588.html


    https://www.pnn.de/potsdam/mus…-in-potsdam/25571838.html


    Ich freue mich als Kunstliebhaber diesmal sogar mehr über die Sammlungsschenkung als über das Stadtkanalprojekt. Und dies liegt daran, dass staatliche Mussen heute leider gar nicht mehr in der Lage sind, Spitzenwerke auf dem freien Kunstmarkt zu erwerben. Dass Herr Plattner eine so herausragende Sammlung nicht für sich behält oder später von den Erben zu Geld machen lässt, sondern explizit betont wie wichtig es ihm ist, dass diese zusammen bleibt und den Menschen öffentlich zur Vefügung stehen soll, das ist ein unglauliches Privileg für alle, denen Kunst am Herzen liegt. Wie viele herausragende Werke europäischer Kulturgeschichte sind in den letzten Jahrzehnten in dunklen Kanälen versickert? Dass wir nun alle wieder daran partizipieren können und Monets Getreideschober anders als z.B. den zuletzt versteigerten Da Vinci, von dem niemand weiß, was mit ihm passiert ist, anschauen und in unser Herz schließen können, das ist ein wirklich schöner Ausklang für den heutigen Tag.

    Ich denke, man muss bei der Betrachtung der Frage nach der Umfeldgestaltung zwei Ebenen voneinander trennen. Eine politische und eine zweckmäßige.


    Es ist nicht zu bestreiten, dass im SPD geführten Senat, egal welcher Partner dort mitregierte, die Lobby für eine Annäherung an das historische Stadtumfeld eher gering war. Das sage ich jetzt erst mal ganz wertfrei. Der Bau des Humboldtforums war Sache des Bundes, hier gab es immer wieder positive Signale für ein Mehr an Schloss. Gerade Herr Kahrs von der SPD ist hier als Chef des Haushaltsausschusses zu nennen. Dies hat letztlich dazu geführt, dass die Möglichkeiten am Bau selbst, hier deutlich mehr historische Elemente zu bekommen, eben auch genutzt werden konnten. Beim Schlossumfeld, das in der Verantwortung des Landes Berlins steht und unter der Regie von Frau Lüscher, muss man einfach sagen, dass diese positive Einstellung gegenüber historischen Elementen im Schlossumfeld nicht gegeben war, im Gegenteil. Man hat die Mosaike vom Sockel des Nationaldenkmals entfernt, eine Rückversetzung oder sogar eine Neuschöpfung des Neptunbrunnens über Spendengelder abgelehnt und auch eine Versetzung der Rossebändiger ist unter dem jetzigen Senat wenig wahrscheinlich. Und ob das jetzt links, 68-er oder sonst was ist, ist ziemlich egal. Es gibt in der Berliner Lokalpolitik einfach keine Mehrheiten für mehr historische Elemente.


    Von daher trifft die Landschaftsarchitekten aus meiner Sicht keine Schuld, sie haben gemessen an den Aufgaben das geliefert, was gewünscht war. Im Gegenteil sogar, man muss vielleicht lobend erwähnen, dass ihr Entwurf alle Optionen offen lässt, historische Elemente später zu ergänzen. Dass dies heute schon vorgesehen ist, stimmt mich sogar positiv, weil dann mühsame Diskussionen um Urheberrecht etc. vermieden werden. Daher bin ich mit dem jetztigen Grundentwurf gar nicht so unzufrieden, weil er aus meiner Sicht viele Optionen offen hält und sogar Aspekte wie die Schlossterrassen modern zitiert.


    Und neben der politischen Komponente spielt leider auch die Ökonomie bei solchen Platzanlagen eine ziemlich große Rolle. Heute ist nämlich oft weniger entscheidend, was die Einmalkosten für die Anlage des Platzes sind, da gibt es ja auch oft Fördergelder etc. Viel wichtiger sind die laufenden Betriebskosten und ob es uns gefällt oder nicht, die Zeit der üppigen Grünanlagen, die man auf alten Postkarten sieht, ist bis auf ganz wenige ausgewählte Platzanlagen in exponierter Funkion heute leider vorbei. Ich habe da mit einem Baubürgermeister vor einem Jahr darüber gesprochen und der sagte mir, dass man nichts mehr hasst als laufende Betriebskosten. Somit ist die "Steinwüste" leider auch aber nicht nur dem politschen Wille, sondern in Teilen auch ganz trivial dem Geld geschuldet. Man erreicht fast jede Stelle mit der Kehrmaschien, außer den beiden Blumenbeeten gibt es keine kontinuierlichen Gärtnerarbeiten, somit werden die Betriebskosten gemessen an der Fläche überschaubar sein. Und das ist etwas, was mich viel mehr beschäftigt, wie wir es wieder hin bekommen, dass auch Landschafts- und platzgestaltung wieder wirkliche kreative Arbeit ist. Und da geht es gar nicht darum, ob die Gestaltung modern oder historisch angelehnt ist, denn der Blume ist es letztlich egal, in welcher Umzäunung sie wächst.


    Daher sollte fern ab der ideologischen Reflexhandlungen wieder viel stärker der Fokus darauf gelegt werden, wie wir es schaffen, zu vertretbaren Kosten schöne und bunte Grünanlagen zu bekommen, an denen man sich erfreuen kann. Wenn dann die Rossebändiger über den Blumen reiten, macht mich das glücklich, andere vielleicht nicht, aber das ist meiner Meinung nach nicht der Kern, worum es in dieser Diskussion gehen sollte.

    Ich verstehe nicht, warum man direkt so harsch reagieren muss. Es war als nett gemeinter Zusatz gedacht und es gibt in dem Strang viele Beiträge, die sich nicht auf die gesamte Syline beziehen. Warum man sich nicht einfach an dem Gezeigten erfreut, das verstehe ich irgendwie nicht.