Bauprojekte in Washington, D.C.

  • Man muss sich ja nur mal die Spenderliste dazu anschauen. Alle sind sie dabei, von Amazon, wirklich alle Tech-Giganten bis zu Palantier/Peter Thiel. Der, der die Demokratie so liebt. Die reinste Korruption. Im Übrigen beteiligt sich auch T-Mobile.


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    „Ich vergesse nie, dass ich in einem Haus lebe, das dem gesamten amerikanischen Volk gehört, und dass es mir anvertraut hat."

    US-Präsident Franklin D. Roosevelt

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Wer es "beängstigend" findet, gesellschaftliche Rahmenbedingungen von Architektur "auszublenden", hat dann aber bei jedem Gebäude, das wir hier diskutieren, einen riesigen Rattenschwanz am Hals.

    Netter Strohmann... aber zum Glück bin ich in der Lage zwischen verschiedenen Bauvorhaben und ihren Rahmenbedingungen zu differenzieren.

    Auch so ist es nicht nachvollziehbar, wohin du mit all diesen Verdrehungen, Abschweifungen, Strohmännern und Whataboutsims willst. Von all den Bauvorhaben, bei denen man eine Politisierung der Debatte berechtigterweise kritisieren könnte, pickst du dir ausgerechnet des Weiße Haus unter Trump heraus um dich darüber zu echauffieren? Das ist ja fast schon masochistisch.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Von all den Bauvorhaben, bei denen man eine Politisierung der Debatte berechtigterweise kritisieren könnte, pickst du dir ausgerechnet des Weiße Haus unter Trump heraus um dich darüber zu echauffieren?

    Nö. Ich wollte hier einfach etwas über Architektur lesen, aber da dazu in diesem Kreis ja niemand in der Lage zu sein scheint, könnt ihr euch gern weiter um euch selbst drehen. Ich schau euch noch eine Weile dabei zu.

  • Für jeden Beobachter und für die medizinische Fachwelt ist es offensichtlich, dass das wirtschaftlich und militärisch mächtigste Land der Welt derzeit, warum auch immer, von einem krankhaften Egomanen und Narzissten in Geiselhaft genommen und regiert wird. Dieser ist dabei, international Menschenrechte, Völkerrecht, die Verfassung und die Gesetze seines Landes skrupellos und kriminell zu brechen. Jetzt bastelt er an zwei Bauvorhaben, einem nagelneuen, weißgoldenen Palastbau nach Art des Louis XIV und einem Triumpfbogen à la Napoleon als persönliche Denkmale. Angesichts dieser perversen Entwicklung und der drohenden Dekadenz des politischen und gesellschaftlichen Systems der USA verbietet es sich m. M. - besonders für Architekten - emotionslos, nüchtern und fachbezogen über die Ästhetik, Funktionalität und Finanzierung seiner selbstverliebten Giga-Monumente auch nur ein wertendes Wort zu verlieren.

  • Diese Architektur trägt einen Hauch von Größenwahn wie bei vielen Autokraten. Sie beeindruckt allein durch ihre Dimensionen. Bei dem Triumphbogen frage ich mich zudem, wen oder was er ehren soll. Wenn man in der Architekturgeschichte zurückschaut, dann waren solche Bauwerke immer Ausdruck eines glorreichen kriegerischen Sieges. Letztlich setzt Trump sich damit selbst ein Denkmal. Mit der 250-Jahr-Feier der Unabhängigkeit der USA hat das herzlich wenig zu tun.

    Einmal editiert, zuletzt von tegula (26. Oktober 2025 um 12:59)

  • Finde die hier geäußerten direkten Beleidigungen eines amerikanischen Präsidenten, der die Schutzmacht von Europa repräsentiert, sehr unangebracht und würdelos.

    Vielleicht einmal darüber nachdenken, ob man selbst beleidigt werden mag, und wenn man das nicht mag, warum man andere beleidigen muss.

    Das geplante Gebäude an sich selbst finde ich sehr schön, ich mag klassische Bauwerke. Allerdings wird es in der Tat die Proportionen des Weißen Hauses meiner Anschauung nach negativ beeinflussen. Als Solitär am Ende des Parks, z.B. da, wo der Basketballplatz ist, hätte es sicher eine ganz andere Wirkung.

    Wünschenswert wäre für mich, dass man sich auch in Deutschland wieder auf die Schönheit von klassischem Bauen besinnt, vor allem in Anbetracht der baulichen Katastrophen, welche die herrschenden Parteien und Politiker seit dem Umzug der Regierung in Berlin der Nachwelt hinterlassen haben!

  • Hier hat mal jemand nachgerechnet und kommt zu dem Ergebnis, dass die bisherigen Aussagen zu den Parametern des Neubaus (speziell Fläche und Kosten) höchst widersprüchlich und inkonsistent sind.

  • ^^

    Es ist wirklich bemerkenswert, wie schnell hier manche in die Rolle des Tugendwächters schlüpfen, sobald jemand Donald Trump kritisiert. Einem Mann, der buchstäblich niemanden verschont hat, wenn es ums Beleidigen, Herabwürdigen oder Demütigen ging. Kaum ein US-Präsident hat jemals mit solcher Konsequenz gezeigt, dass Respekt für ihn ein Fremdwort ist.

    Trump hat Veteranen beleidigt, Frauen sexistisch beschimpft, behinderte Menschen verhöhnt, politische Gegner kriminalisiert, Journalisten bedroht, Richter diffamiert, Wissenschaft verhöhnt und andere Minderheiten zur Zielscheibe gemacht. Er hat Institutionen der Demokratie mit Füßen getreten, Gewalt gegen Andersdenkende verharmlost und seinen eigenen Amtseid behandelt wie einen Marketing-Gag. Jetzt instrumentalisiert er das Justizministerium (DOJ), um gegen seine Gegner vorzugehen. Er ist kein Opfer unfreundlicher Worte. Er ist ihr Urheber, ihr Multiplikator, ihr Prinzip.

    Auf der anderen Seite verharmlost und fördert er offen den Hass von rechts: berühmte Wortmeldungen wie das "stand back and stand by“ an die Proud Boys sind nur die deutlichsten Beispiele dafür, wie er extremistisches, gewaltbereites Gedankengut stärkt und mobilisiert. Gleichzeitig zeigt seine zweite Amtszeit eine erschreckende Bereitschaft, Gerichtsentscheidungen zu umgehen oder offen infrage zu stellen. Ein Verhalten, das Juristen und Verfassungswächter als Angriff auf die Gewaltenteilung werten. Hinzu kommen Versuche, militärische oder paramilitärische Mittel in innenpolitischen Auseinandersetzungen einzusetzen und die Nationalgarde sowie Bundeskräfte gegen den erklärten Willen oder gegen die Rechtslage in mehrheitlich demokratische Städte zu schicken. Und während manche Behörden wie ICE in den vergangenen Jahren zunehmend mit militärischen Methoden operierten, die an die Gestapo erinnern, scheint der Tonfall aus dem Weißen Haus diese Eskalation nicht nur zu tolerieren, sondern zu legitimieren. All das ist kein Randphänomen, es ist Teil eines Musters, das Demokratie und Rechtsstaatlichkeit unterminiert.

    Unterstützt wird dieses Klima von einem ganzen Propagandaapparat, der wie ein Paradebeispiel des Zynismus funktioniert: Figuren wie Stephen Miller, der als politischer Architekt einer fremdenfeindlichen Agenda gilt (in meinen Augen ein neuer Himmler), oder Kommunikationsstrategen wie Steve Bannon, die Hass in intellektuelle Rhetorik kleiden, sorgen für die ideologische Dauerbeschallung für das aufnahmebereite MAGA Publikum. Dazu kommt das Netzwerk aus Milliardären, die sich dem Trumpismus anbiedern, die Hintermänner hinter Project 25, Medien wie Fox News, Thinktanks (Turning Point) und Online-Plattformen, das Lüge und Realität systematisch verwischt. Diese Leute sind keine belanglosen Nebendarsteller, sondern die eigentlichen Architekten der sprachlichen und politischen Verrohung, die Trump so widerlich und leider perfekt verkörpert.


    Und nebenbei: Wir sprechen hier von einem verurteilten Straftäter, der sich mit jedem Auftritt ein Stück weiter selbst entlarvt, als jemand, der Macht mit Besitz verwechselt und Verantwortung mit persönlichem Vorteil.

    Dass man so jemanden nun plötzlich in Schutz nimmt, als sei er ein armes, missverstandenes Staatsoberhaupt, ist geradezu grotesk.

    Dein Hinweis auf die „Schutzmacht Europas“ wirkt in diesem Zusammenhang schon fast nostalgisch. Diese Schutzmacht gibt es längst nicht mehr, außer in Sonntagsreden und sicherheitspolitischen Märchen. Die USA haben Europa längst fallen lassen, zugunsten eigener Interessen in Asien. Was wir heute erleben, ist kein schleichender, sondern ein offener Verrat. Wir sind allein, nur dass es viele hier immer noch nicht wahrhaben wollen. Und während Washington sich selbst feiert, rüstet es geistig und militärisch schon für das nächste Schachbrettspiel im Pazifik. Und das wird dann richtig unschön.

    Wer also glaubt, dieser Präsident repräsentiere "die Schutzmacht Europas“, sollte vielleicht mal kurz innehalten und sich fragen, wen er da eigentlich verteidigt: Einen Mann, der seine Verbündeten öffentlich demütigt, Verträge bricht, demokratische Werte verächtlich macht und das Weiße Haus zum privaten Marken- und Kryptoimperium für seinen Clan umbaut.

    Und was die Architektur betrifft: Schönheit verliert ihren Wert, wenn sie nur noch als Fassade für Machtmissbrauch und Eitelkeit dient. Wenn ein verurteilter Autokrat sich mitten im Herzen der Demokratie einen Pseudo-Palast errichten lässt, dann ist das keine ästhetische Frage mehr, sondern eine politische.

    Es gibt ja die alte Frage, ob Architektur überhaupt "hässlich“ oder sogar "böse" sein kann.

    In diesem Fall würde ich sagen: ja.

    Es würde mich im Übrigen nicht wundern, wenn er irgendwann auch das Weiße Haus selbst abreißen ließe, einfach, weil nichts bleiben darf, das nicht seinen Namen trägt.

    Dieses Thema liegt mir besonders am Herzen, weil ich beide Staatsbürgerschaften innehabe und mir große Sorgen um das Land und um Teile meiner Familie drüben mache.

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    Finde die hier geäußerten direkten Beleidigungen eines amerikanischen Präsidenten, der die Schutzmacht von Europa repräsentiert, sehr unangebracht und würdelos.

    Vielleicht einmal darüber nachdenken, ob man selbst beleidigt werden mag, und wenn man das nicht mag, warum man andere beleidigen muss.

    Sorry, aber Trump macht den ganzen Tag nichts anderes als andere zu beleidigen, zu verunglimpfen, zu diffamieren, mit Prozessen zu drohen und mit Fake-News zu überziehen. Der kann das ab.

    Und überhaupt: Was hat das Aussprechen der Wahrheit mit Beleidigung zu tun? Hier wurden ja keine haltlosen Behauptungen aufgestellt. Oder handelt es sich deiner Meinung nach bei der Wahrheit wiederum um beleidigende Fake-News? Kritik an einem derartigen Präsidenten sollte in einem seriösen Forum wie dem DAF durchaus gestattet sein.

    Ich fände es sehr unangebracht und würdelos vor solch einem Menschen zu kuschen, weil man den Verlust von Schutz fürchtet, auf den man sich im Ernstfall vermutlich eh nicht mehr verlassen kann.

  • Nun, wenn das Gebäude für bestimmte Aktionen zu klein ist, dann muss es eben erweitert werden. Macht man ja mit dem Bundeskanzleramt auch. Und anstatt Steuergelder zu verschwenden sammelt Trump Spenden. Trump hat also wie immer alles richtig gemacht!

    PS: Vergleicht mal die Zustimmungswerte in den USA von Trump mit denen von Merz in Deutschland.

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    Sorry, aber Trump macht den ganzen Tag nichts anderes als andere zu beleidigen, zu verunglimpfen, zu diffamieren, mit Prozessen zu drohen und mit Fake-News zu überziehen.

    Ja, natürlich ist Trump sowas noch nie widerfahren ... X/

  • "Trump hat wie immer alles richtig gemacht“, herrlich.

    Die Realität sieht tatsächlich etwas anders aus: Seine Zustimmungswerte sind im freien Fall. Aktuell liegt er laut Gallup bei 37 %, unter unabhängigen Wählern sogar nur bei 29 %. In mehr als einem Dutzend Bundesstaaten, die ihn einst gewählt haben, ist er inzwischen klar "unter Wasser“.

    Wenn das "alles richtig gemacht“ sein soll, dann möchte ich ehrlich gesagt nicht sehen, was du unter "Fehlern“ verstehst.

    Und was den Vergleich mit dem Bundeskanzleramt betrifft: Der Unterschied ist, dass dort gebaut wird, weil der Staat es braucht und nicht, weil sich ein verurteilter Straftäter ein Denkmal setzen will, der zudem neuerdings, und das habe ich oben vergessen, alle Demokraten und Andersdenkende als Terroristen bezeichnet.

    Ganz nebenbei: Ich bin ehrlich erschrocken - ja, regelrecht entsetzt - über manche Ansichten, die hier völlig unironisch vertreten werden. Es ist verstörend, wie salonfähig Verblendung oder Gesinnung mittlerweile geworden ist.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Und was die Architektur betrifft: Schönheit verliert ihren Wert, wenn sie nur noch als Fassade für Machtmissbrauch und Eitelkeit dient.

    Interessehalber: ist das ein Phänomen, das ein Ablaufdatum hat? Ansonsten wäre ja ein Großteil der europäischen Architekturgeschichte wertlos.

    Als "Tugendwächter" möchte ich mich explizit nicht verstanden werden. Vielmehr öden mich Diskussionen an, die keine sind, weil sich ohnehin (fast) alle einig sind. Das dürfte in Bezug auf die Amtsführung der Regierung Trump hier wohl weitgehend der Fall sein. Davon abgesehen ist es kein politikwissenschaftliches Forum. Daher hätte eine architekturbezogene Diskussion wohl in jeder Hinsicht den größeren Reiz, aber anscheinend ist das Bedürfnis, seinem politischen Ärger Luft zu machen, einfach zu groß.

    Ich finde aber, dabei sollten wir in jedem Fall faktentreu und im Ton sachlich bleiben und auf Abwertung von Diskutanten verzichten. Andernfalls hat es einen besonderen Spin, sich laut darüber aufzuregen, dass Trump all dies nicht mache.

    Dass Spenden für ein öffentliches Bauprojekt "die reinste Korruption seien", Obama nicht auf die Idee kommen würde, sich "durch Bauten in die Geschichte einschreiben zu müssen" oder Denkmalschutzgesetze gebrochen wurden, das sind Aussagen, für die der Begriff "alternative Fakten" nicht allzu entfernt liegt. Haben wir das nötig?

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    "Trump hat wie immer alles richtig gemacht“, herrlich.

    Die Realität sieht tatsächlich etwas anders aus: Seine Zustimmungswerte sind im freien Fall. Aktuell liegt er laut Gallup bei 37 %, unter unabhängigen Wählern sogar nur bei 29 %. In mehr als einem Dutzend Bundesstaaten, die ihn einst gewählt haben, ist er inzwischen klar "unter Wasser“.

    Und wie viel %-Zustimmung hatten Scholz und hat Merz? Na schau mal nach!

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    Wenn das "alles richtig gemacht“ sein soll, dann möchte ich ehrlich gesagt nicht sehen, was du unter "Fehlern“ verstehst.

    Fehler? Merkel 2015, das sieht die Mehrheit in Deutschland inzwischen auch so.

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    Und was den Vergleich mit dem Bundeskanzleramt betrifft: Der Unterschied ist, dass dort gebaut wird, weil der Staat es braucht und nicht, weil sich ein verurteilter Straftäter ein Denkmal setzen will, der zudem neuerdings, und das habe ich oben vergessen, alle Demokraten und Andersdenkende als Terroristen bezeichnet.

    Ganz nebenbei: Ich bin ehrlich erschrocken - ja, regelrecht entsetzt - über manche Ansichten, die hier völlig unironisch vertreten werden. Es ist verstörend, wie salonfähig Verblendung oder Gesinnung mittlerweile geworden ist.

    Soso, deine Meinung über Andersdenkende also ... Applaus! Zum Glück bist du ja ein Vorzeigedemokrat :/ Und den Hit gönnst du dir mit "Weil der Staat es braucht"  :sleeping:

    Siehe es ein, "Links" ist weg und hat überall keine Mehrheiten mehr!

  • Ziegel:

    Ich verstehe schon, was du meinst. Aber ehrlich gesagt klingt das ein bisschen so, als wolltest du dich in die bequeme Mitte retten.

    Natürlich war ein Großteil der alten Architektur Ausdruck von Macht. Aber damals gab es keine Demokratien. Heute sollte Architektur etwas anderes ausdrücken, nämlich Verantwortung, Maß, Respekt vor Geschichte und Öffentlichkeit. Wenn ein Präsident ein Gebäude nutzt, um sich selbst zu verherrlichen, dann ist das kein kulturelles Erbe, sondern Größenwahn. Genau darum ging es mir.

    Und was die "Fakten“ betrifft: Wenn Milliardäre Geld für ein Bauprojekt eines amtierenden Präsidenten sammeln, von dem sie sich Vorteile versprechen, dann ist das kein Märchen, sondern genau das, was man überall sonst Korruption nennt.

    Sachlich bleiben heißt nicht, alles glattzubügeln, bis sich niemand mehr aufregt. Man darf Dinge beim Namen nennen. Man muss es sogar, wenn sie, wie in diesem Fall, extrem gefährlich sind.

    -----------------------------------------------------

    an jack000:

    Danke für die Demonstration, warum es völlig sinnlos ist, mit Leuten deiner Gesinnung überhaupt noch zu diskutieren.

    Was du hier als "Andersdenken“ verkaufst, ist nichts weiter als eine Mischung aus Trotz, Ablenkung und politischer Märchenstunde. Auf Fakten folgen bei dir keine Argumente, sondern das übliche "Aber Merkel!“ Mantra, als wäre das die universelle Antwort auf alles.

    Ich rede über Trump, du kommst mit Scholz, Merz und 2015. Herzlichen Glückwunsch! Du hast das komplette Handbuch des Whataboutism durchgespielt. Inhaltlich ist das exakt nichts.

    Und nein, es geht nicht um "links“ oder "rechts“. Es geht um den Unterschied zwischen Wahrheit und Schwurbel, zwischen Demokratie und Personenkult. Wer einen verurteilten Straftäter als moralischen Maßstab hochhält, hat die politische Orientierung längst gegen blinden Glauben eingetauscht.

    Ich habe weder Lust noch Geduld, mich mit Menschen auszutauschen, die Realitätsverweigerung für Charakterstärke halten.

    Ehrlich gesagt: Das Maß an Selbstsicherheit bei völliger Ahnungslosigkeit ist fast schon beeindruckend, aber eben nur fast.

    Mir ist meine Zeit zu schade für diesen Unsinn.

  • Ich gebe Adama in jedem Punkt recht. Er hat das Charakterbild dieser kranken Mannes perfekt dargestellt.

    Wortgewaltige und gestenreiche, als Führer und Reichskanzler auftretende Volksverführer haben wir Deutschen doch schon erlebt und mit allen Folgen hinter uns:

    Albert Speer hat die Reichskanzlei für die Selbstinszenierung des Gröfaz (Adolf Hitler, Größter Führer aller Zeiten) gebaut. Speers größtes Bauprojekt dieser beiden befreundeten, in Architektur schwelgenden Herren ist nie realisiert worden. Der Ausbau Berlins zur Welthauptstadt Germania mit der größten Kuppel aller Zeiten und allen szenierten Elementen krankhafter Giganomanie ist uns erspart geblieben. Welcher modern und zeitgemäß ausgebildete, vernünftige Architekt würde diese inhaltlosen, pompösen Anhäufungen klassischer Leerformen mit dem Ziel nationalistischer Selbstüberhöhung eigentlich nach Kriterien der Ästhetik, Funktionalität, Nutzen oder Wirtschaftlichkeit überhaupt beurteilen?

    Der Krämer Donald Trump, so wie er öffentlich denkt und handelt, ist eine große Gefahr zuallererst für die USA selbst und gleichzeitig für das demokratische Grundprinzip des freien Westens.

    Mir wird schlecht, wenn ich Kommentare höre oder lese, die ihn in seinem Amt als "Präsident der USA" samt seinem Triumpfbogen in Schutz nehmen. Tut mir leid, Tom Sandstein, dir so zu widersprechen, aber in diesem Punkt leben wir in unterschiedlichen Welten.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Interessehalber: ist das ein Phänomen, das ein Ablaufdatum hat? Ansonsten wäre ja ein Großteil der europäischen Architekturgeschichte wertlos.

    Ganz so einfach ist die Sache natürlich nicht. Einerseits geht das Wissen um die Historie eines Gebäudes bei vielen Menschen natürlich mit der Zeit verloren. Andererseits entscheidet man sich mitunter aber auch ganz bewusst dafür, bestimmte Bauten zu erhalten. Ein gutes Beispiel hierfür ist sicherlich der Parlamentspalast von Ceausescu. So oder so werden all diese Bauten irgendwann Teil der Geschichte. Dieses rechtfertigt allerdings nicht automatisch den Bau eines weiteren potentiell derart ideologisch belasteten Gebäudes, nur um dessen möglicher Schönheit willen. Wenn man mich im Dritten Reich für eine entsprechende Äußerung nicht gleich einen Kopf kürzer gemacht hätte, so hätte ich da auch meine Anlehnung gegen den Bau der Neuen Reichskanzlei zum Ausdruck gebracht. Ich verstehe aber, dass vielen Menschen offenbar der imposante Anblick eines Gebäudes wichtiger ist als die Moral.

    Vielleicht können wir uns ja darauf einigen, dass Schönheit von Diktatoren häufig missbraucht wird und sie dadurch einen bitteren Beigeschmack erhalten kann. Mir persönlich würde es jedenfalls schwer fallen, mich an dem Anblick des neuen Ostflügels des Weißen Hauses zu erfreuen, selbst wenn das Ergebnis architektonisch überzeugen sollte. Es handelt sich ja um einem Bau unserer gelebten Gegenwart und nicht um einen Bau aus vergangenen Zeiten zu denen ich deshalb emotional auch weniger oder gar keinen Bezug habe. Das ist einfach menschlich.

  • Die Sache mit den Demokratien, dem Sich-Selbst-Verherrlichen und dem Maß und der Mitte wäre schon ein Thema, das mich interessieren würde. Ich bin mir nicht so sicher, ob das neue Bundeskanzleramt ("Kohls Waschmaschine") oder Mitterands "Grands Projets" nicht ebenso als inoffizielle Denkmäler der jeweils Regierenden fungierten. Das Centre Georges-Pompidou ist sogar nach dem Staatspräsidenten benannt, der es bauen ließ. Und was wurde bei diesem Bauwerk oder bei der Louvre-Pyramide oder... nicht darüber gestritten, ob diese Bauwerke genug "Respekt vor Geschichte" erkennen lassen!

    Den Vorwurf mit der Korruption finde ich geradezu albern. Habt ihr mitbekommen, wie in den USA Wahlkampf betrieben wird? Dagegen sind der Ballsaal oder die 100-Millionen-Dollar-Spende von Jeff Bezos für die Obama-Stiftung und deren Bauprojekt geradezu Peanuts.

  • ^

    Du vergleichst hier ernsthaft öffentliche Kulturprojekte mit dem privaten Prachtbau eines Präsidenten, der sich selbst Denkmäler setzt?

    Das Bundeskanzleramt oder das Centre-Pompidou sind staatliche Bauprojekte, demokratisch beschlossen, finanziert, kontrolliert und, das ist der Punkt, nicht auf eine einzige Person zugeschnitten. Das Weiße Haus dagegen ist Symbol und Sitz einer ganzen Nation, kein persönliches Ferienhaus.

    Wenn Trump dort einen Ballsaal errichten lässt, größer als der historische Bau selbst, mit privaten Spendern aus seinem politischen Umfeld, dann geht es eben nicht um Kultur, sondern um Machtinszenierung. Genau da liegt der Unterschied.

    Und ja, Wahlkampfspenden in den USA sind ein eigenes Problem, aber was du "Peanuts“ nennst, zeigt ziemlich gut, wie verschoben da inzwischen der Maßstab ist. Wenn Korruption zur Normalität erklärt wird, ist das kein Argument gegen Empörung, sondern gerade ein Grund dafür.

    Man kann wirklich alles relativieren, wenn man nur will.

  • Ziegel

    … da sprichst Du ein Paar interessante Aspekte an, zu denen ich wenn möglich, erhellendes beitragen kann.

    Zum einen hinkt der Vergleich mit dem Bundeskanzleramt immer ein wenig. Wenn Du dich auf Kohls Lieblingsprojekt, das seinerzeit, vor der Vereinigung geplante Deutsche Historische Museum, anstelle des heutigen Kanzleramtes, von Aldo Rosse konzipiert, bezogen hättest, wäre es stimmiger. Das heutige Kanzleramt ist ja Teil einer fantastischen städteplanerischen Geste, der des Bandes des Bundes, sie ist also vielmehr als nur Architektur. Und wenn das Bürgerforum noch gebaut worden wäre, würde das Kanzleramt auch garnicht so sehr als Solitär hervorstechen, wie es das heute unbeabsichtigter Weise tut. Nun Kohl hat dann noch seine ganz persönlichen Bau durchgedrückt, den Treppenturm und den Erweiterungsbau des DhM von Pei.

    Was Frankreich betrifft, so verhält sich das etwas anders.

    Einerseits durch die wesentlich andere Rolle des Staatspräsidenten im Vergleich zum deutschen Bundespräsidenten oder Kanzler. Verallgemeinernd kann man aber wohl sagen, je länger und prägnanter ein Präsident regiert/ e, desto mehr und auffälligere Projekte hat er in seiner Mandatszeit umgesetzt.

    Meiner Einschätzung nach wären heute tiefgreifende strukturelle Projekte, wie das Centre Pompidou, die Louvre Pyramide oder auch die Bastille Oper, heute nicht mehr umsetzbar. Der Wind dreht sich auch hier in Frankreich, man sieht das bei den immensen Gegenwind den Macron beim Wiederaufbau von Notre Dame zu spüren bekam, als er anregte einen zeitgemässen Vierungsturm bauen zu wollen oder die nicht sonderlich wertvollen Glasfenster aus dem 19 ten Jahrhundert durch moderne Schöpfungen zu ersetzen. Heutige französische Präsidenten eher damit punkten ob man das Tuilerien Schloß wiederaufbaut oder generell altes wiedererstehen läßt.

    Ps. Ich möchte noch anfügen, dass man es hier in Frankreich eher geschmacklos findet was Trump und seine Umgestaltungen betrifft. Das betrifft auch die Umgestaltung des Weißen Hauses im Inneren. Und insgeheim wird man den Verdacht nicht los, dass Trump sich ungeniert der Pariser Originale bedient. Trump war ja sehr beeindruckt bei seinem ersten Paris Besuch anlässlich des 14. Juli. Prompt versucht er auch ein solches Defilé zu organisieren, oder der Ballsaal des Elysée-Palastes aus dem späten 19 ten und unter Mitterand ausgebaut. Die Trumpsche Version sieht ihm ausgesprochen ähnlich nur mehr als doppelt so groß.

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo (27. Oktober 2025 um 17:25)