Das Desaster geht in die nächste Runde. Immer wenn man denkt, es kann nicht mehr schlimmer kommen => Der frühere Leiter von SMA bezweifelt eigene Stresstest-Untersuchung zu Stuttgart 21:
https://www.swr.de/swraktuell/bad…nungen-100.html
Auf Grundlage dieser vermeintlich unabhängigen Untersuchung haben sich 2011 die Projektpartner legitimiert gesehen, den Bau von Stuttgart 21 fortzusetzen. Der ehemalige SMA-Chef glaubte damals selbst nicht an die Berechnungen, weil diese für ihn wissenschaftlich wertlos waren. Ergo: der neue Tiefbahnhof nicht groß genug.
Der Stresstest gab den Verantwortlichen die politische Legitimation, am Projekt festzuhalten, da die Zweifel immer größer wurden. Aber so konnte man wenigstens ein (wenn auch wertloses) Papier vorlegen um die Leute weiterhin für dumm zu verkaufen. Aber selbst Laien konnten sich an 5 Fingern abzählen, dass die Planung so nicht hinhaut (2 Minuten ICE-Halt in der Rush-Hour, Doppelbelegungen auf nur 8 Gleisen, etc...)
Der ehemalige SMA-Chef erwähnt, dass die Untersuchung weder unabhängig, noch korrekt durchgeführt war, sondern eine absolut theoretische wissenschaftliche Kapazitätsüberlegung, die nichts mit der fahrplanmäßigen Realität zu tun hat.
SMA war von der Bahn abhängig, weil diese den Großteil der Aufträge vergeben hat. Bestätigt wird das auch durch den Fahrplananalyst Felix Berschin aus Heidelberg Es soll SMA-internziemlichen Streit gegeben zu haben zwischen Aufrichtigkeit und Business!
Und dann kommt natürlich wieder das Thema Kombibahnhof zum Vorschein, denn der Kompromissvorschlag von Heiner Geisler wurde von dem ehemaligen SMA-Chef erstellt und der hält den nach wie vor für die deutlich bessere Variante. Es ging nur darum um jeden Preis jetzt diesen Tiefbahnhof durchsetzen! Es wurde ein (um es mal vorsichtig zu sagen) "Gefälligkeitsgutachten" erstellt, welches vollkommen realitätsfern war. Man fragt sich in dem Zusammenhang, inwiefern da nicht die Staatsanwaltschaft eingreifen muss.
Es war voraus zu sehen, dass das irgendwann mal ans Tageslicht kommt, aber die (Un-)Verantwortlichen hatten diese undurchführbare Vision auf dem Schirm und die Befürworter folgten blind. Nicht nur hier, sondern auch in anderen Foren wurde jede Kritik ins Lächerliche gezogen, auf irgendein Gesülze verwiesen und die Parolen einfach nur nachgeplappert.
Nachdem die Palla ja nun den neuen Zeitplan vorgstellt hat, stellt sich die Frage, inwiefern dieser überhaupt einzuhalten ist, bzw. ob es Sinn macht, einfach so weiter zu bauen ohne alles noch mal von Grund auf in Frage zu stellen und ein ehrliches Konzept zu erstellen, bei dem zu erwarten ist, dass es bahntechnisch den Anforderungen gerecht ist.
Zur Folge hätte es, dass die Bauzeit dann noch länger dauern wird, aber lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende. Wenn es so gebaut wird, wie derzeit geplant und dann nicht funktioniert, kann der Schaden für die Bahn und die Stadt Stuttgart nie wieder behoben werden!