Elbtower Baustopp - Diskussionsthread

  • ^ Naja, das Signa-Missmanagament, eigentlich schon ein Euphemismus, wird ganz sicher in Erinnerung bleiben angesichts des historischen Ausmaßes der Folgen. Ist ja nicht so, dass es nicht auch schon 2018 warnende Stimmen gab, dass ausgerechnet dem großspurigen Tiroler Hallodri dieses zentrale Abschlusstück des Hamburger Stadterneuerungsprojekts zugeschlagen wurde. Hab' ich immer als Manko und Risiko dieses eigentlich spannenden Projekts gesehen.


    Ein wenig Off-Topic: Wird jetzt auch interessant, ob der neue alte Investor, der damals, auch 2018, bei Galeria Kaufhof durch eben jenen Hallodri und Bankrotteur herausgedrängt wurde, die Reste des Karstadt-Kaufhof-Konglomerats zu retten vermag. Den deutschen Innenstädten, auch Hamburg, wäre es zu wünschen.

    Einmal editiert, zuletzt von f-r-a-n-k () aus folgendem Grund: Tippfehler

  • Woher kam denn die Idee für den Elbtower? Hatte der Senat die Idee, damit den Schlusspunkt der Hafencity zu setzen? Und Signa hat’s gemacht?

    Oder war’s Signa und der Senat hat sich ins Ziel Tragen lassen: nee kommt nicht in frage … eigentlich nicht… aber vielleicht…hmm mal sehen… ok, dann machs

  • ^^^Der Elbtower war bereits lange vor einer Einbindung Signas im Rahmen des HC Masterplans und Architekturwettbewerbs geplant.

  • ^^ Der Elbtower war sicherlich nicht vor der Einbindung von SIGNA geplant, aber irgendeine Form des Elbtowers. So findet man schon im Masterplan der HafenCity von 2000 auf Seite 13 den Satz: "Ein signifikanter Höhenakzent soll am östlichen Ende des Baakenhafens im Bereich des Elbbrückenzentrums gesetzt werden." Gleichwohl stellt der Masterplan aber natürlich noch keine finale, rechtsverbindliche Planung dar, weshalb er auch Ende der Nullerjahre umfassend geändert wurde.


    Deswegen greift im Übrigen auch die Bezeichnung "kurzer Olaf" zu kurz. Mit der Bezeichnung "kurzer Ortwin" wüsste wahrscheinlich auch niemand etwas anzufangen.

  • Das klingt alles gar nicht gut. Diese Bauruine am wichtigen Stadteingang scheint sich langfristig zu verfestigen und zum Rot-Grünen Markenkern von Hamburg zu werden ;) Sehr ärgerlich. Ich war sowohl mit der Lage, der Höhe und auch der Architektur sehr einverstanden.

  • Bin ich der einzige, der den Anblick und die Situation als emotional schmerzlich empfindet?

    Es tut meinem Architekturherz wirklich weh, diesen Stumpf auf dem Weg zur Arbeit zu sehen. Mir blutet da das Herz.

  • Da bist du nicht der Einzige. Im Gegenteil. Trotz aller Fehler, die im bisherigen Prozess gemacht wurden, ist die architektonische Qualität des Elbtowerentwurfes nicht zu beanstanden. Dieses Projekt hätte Hamburg, die HafenCity, aber auch den "Sprung über die Elbe" deutlich vorangebracht.


    Der anhaltende Baustopp führt dazu, dass sich die Entwicklung der HafenCity noch weiter nach hinten verzögert und auf absehbare Zeit im Ostteil nicht die gewünschte, lebendige Qualität eines fertiggestellten Stadtteils bieten wird. Oder glaubt jemand allen Ernstes, dass mit dieser jetzigen Ausgangslage weitere Hochhausprojekte, wie das Baufeld 120 (geplant ist hier ungefähr die Höhe, die der Elbtower zurzeit hat) mit aller Kraft vorangetrieben werden?

  • Auch mich schmerzt es sehr, ich sehe ich jeden Tag mindestens 10 mal, jedes Mal wenn ich im Wohnzimmer aus dem Fenster schaue, oder den Flur entlang Richtung Wohnzimmer schaue sehe ich im Hintergrund genau in die Richtung, wo der Elbtower steht. Wenn ich des nachts in Richtung Bad laufe, durch die dunkle Wohnung, sah ich den Elbtower immer hell leuchten. Nun, nachdem schon die vielen großen Leuchter und Strahler erloschen sind sind auch die kleinen Lichter, wovon auf jedem Stockwerk eines leuchtete, weitgehend erloschen. Die beiden hohen Kräne haben nur noch ein rotes Licht auf der Spitze des Turms, die Lichter auf den Auslegern/Armen sind erloschen. Es wird zunehmend dunkel, nicht nur sinnbildlich.

    Es ist ein jammer, ich bin überzeugt dass der Elbtower Hamburg in vielerlei Hinsicht weiter bringt und hoffe weiter, dass da eine Lösung gefunden wird. Dass dies der Fall ist bin ich sicher, glaube aber zunehmend dass es noch lange dauern könnte. Dennoch bin ich weiterhin solange halbwegs beruhigt wie nicht die großen Kräne abgebaut werden.

  • Dass die finanzielle Lage von Signa nicht krisenfest ist, war bereits Jahre vor der Pleite Thema in den Medien.


    Dennoch hat sich die Stadt auf Signa eingelassen und so in eine Lage manöverieren lassen, in der sie nur noch zwischen Pest und Cholera wählen kann: Dauerhaft mit einer großformatigen Bauruine zu leben, oder eben doch städtische Gelder in die Hand zu nehmen.

  • Dauerhaft mit einer großformatigen Bauruine zu leben, oder eben doch städtische Gelder in die Hand zu nehmen.

    Die Welt ist nicht ganz so schwarz-weiß wie Du sie darstellst.


    Gibt nicht zwei Szenarien im Sinne eines 'entweder oder', sondern alle möglichen Szenarien die alle mehr oder weniger wahrscheinlich sind.


    Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit, dass sich nach (z.B.) einem Jahr Stillstand ein Investor findet der den Elbtower fertigbaut.


    Ob man daran glaubt, dass das morgen passiert sei dahingestellt, aber es gibt durchaus mehr Möglichkeiten was im laufenden Jahr alles passieren könnte.

  • Das ist leider nur ein Vorschlag von einem Projektentwickler. Aber vielleicht kein schlechter.

    Und dass die Stadt sich hier derart raushält finde ich eigentlich unmöglich. Die sind ja zu weiten Teilen Schuld an der Situation, jetzt hat man den Karren in den Dreck gefahren und lässt ihn einfach dort stehen. Aber man sorgt sich ja um die nächsten Wahlen ... Wenn ihr mich fragt: er Elbtower fällt denen in dieser Hinsicht so oder so auf die Füße.


    Edit: tatsächlich ist bereits im nächsten März Wahl, wahrscheinlich lehnt man bis dahin ab etwas zu investieren und danach springt die Stadt ein.


    Die Demontage der Turmdrehkrane geht weiter, heute wird einer der Wipperkrane demontiert.


    Kann ich bestätigen, Kran Nr. 2, der große auf der Nordseite, wird demontiert. Ich habe immer gesagt solange die großen Kräne stehen bin ich noch "cool", nun geht's aber ans Eingemachte und ich glaube ehrlich gesagt nicht mal mehr, dass sich mittelfristig was tut in Sachen Weiterbau (mittelfristig = bis Ende des Jahres). Ganz düster ...

  • ^^ als Außenstehender, wie hat die Stadt Hamburg "weite Teile" Schuld an der Situation?


    Mein Stand ist, dass sie sich ursprünglich gerne haben von Benko blenden lassen. Dass kann und muss man kritisieren. Daraus würde ich aber nicht folgern, dass die Stadt jetzt alle Hebel und vor allem eigenes Geld in Bewegung setzen muss, damit weitergebaut wird.


    Wäre das Ganze in München mit den Zwillingstürmen passiert, ich würde dagegen auf die Straße gehen, bevor München mit hunderten Mio um sich wirft, nur um ein Projekt mit wenig Nutzen für die Allgemeinheit fertigzustellen.


    Der Elbtower mit seinem Investor, seiner Planung und Finanzierung war ein bisschen wie Lottospielen mit hoher Gewinnchance, die halt doch geplatzt ist. Sehr schade, aber ist halt so. Irgendwann findet sich schon ein Investor, der ihn ganz oder halb fertigbaut, aber öffentliches Geld hat doch dabei nichts verloren.

  • Irgendwann findet sich schon ein Investor, der ihn ganz oder halb fertigbaut

    Da wäre ich nicht so sicher. Es spricht viel dafür, dass die Fertigstellung auf Basis der ursprünglichen Planung nicht wirtschaftlich darstellbar wäre.


    Die Stadt wollte dieses Projekt, sie hat es gegen Widerstände durchgesetzt, einen vorhabenbezogenen B-Plan aufgestellt und an den Investor verkauft, der versprach, genau so zu bauen. Entstehende städtebauliche Mißstände fallen ihr daher auf die Füße. Insofern ist die demonstrativ zur Schau gestellte Passivität absolut kritikwürdig. Es geht auch nicht allein darum, hier öffentliche Mittel einzusetzen. Schon eine gewisse Flexibilität bei Planänderungen könnte durchaus hilfreich sein. Vieleleicht gibt es ja doch eine Alternative dazu, hier ein Überangebot an Büroflächen zu produzieren. Und wenn dabei etwas Sinnvolles entstehen sollte, wäre es meines Erachtens auch einen gewissen Preis wert.

  • Mein Stand ist, dass sie sich ursprünglich gerne haben von Benko blenden lassen. Dass kann und muss man kritisieren.

    Richtig! Obwohl es, wie ich an verschiedenen Stellen las, durchaus weitere Angebote gab, die nicht schlechter waren, hat man sich auf Benko eingelassen. Und das hatte einzig die Stadt in der Hand, von daher können die sich m.M.n. nun an vorderster Front mit der Beseitigung des Schlamassels mit beschäftigen, so denke ich zumindest. Denn wer möchte da da schon eine Bauruine?


    Es spricht viel dafür, dass die Fertigstellung auf Basis der ursprünglichen Planung nicht wirtschaftlich darstellbar wäre.

    Wir sind uns doch längst einig gewesen hier, und die Meinung teile ich, dass das Projekt in kleiner kaum Wirtschaftlich sein dürfte weil die obersten Etagen am meisten Miete einbringen und weil der bisherige Bau von der Infrastruktur und Struktur für die Höhe von ca 250m ausgelegt ist.

  • Da geht einiges durcheinander:

    1. Sollte die Fertigstellung auf Grundlage der Ursprungsplanung nicht wirtschaftlich sein, wird sie nicht erfolgen.

    2. Alternativ kann man eine reduzierte Höhe bzw. Geschossfläche und/oder eine geänderte Nutzung ins Auge fassen. Ob und ggf. welche wirtschaftliche Lösung sich dabei ergibt, halte ich für völlig offen.

    3. Auch bei Abriss und kompletter Neuplanung wäre die Stadt gefragt.

    4. Wenn die Stadt auf einer bestimmten (unwirtschaftlichen) Lösung beharrt, wird sie hierfür in die Tasche greifen müssen.

    5. Solange die Stadt komplett destruktiv agiert, wird sich auf der Baustelle nichts bewegen. Das Thema kann man nicht aussitzen.

  • Leider ist aussitzen in der heutigen Politik das A und O. Ich denke wie gesagt dass die Stadt vor der Wahl im nächsten März da nichts anfassen wird. Und als kleiner Bonus vergehen so nochmal gut 11 Monate, in denen es sich doch wie durch ein Wunder "aussitzen" bzw regeln könnte. Immerhin läuft ja wie gesagt ein Verkauf des Projekts.