^^ Es ist durch die Äußerungen der Beteiligten in den letzten Monaten und Wochen schon sehr deutlich geworden, dass der Elbtower nicht bei seiner ursprünglichen Höhe bleiben kann. Dabei ist es wohl überhaupt kein Problem, dass der Architekt dem neuen Entwurf zustimmen müsste, wie es anfänglich behauptet wurde. Auch über eine nachträgliche Aufstockung wie beim Unilever-Hochhaus denkt niemand ernsthaft nach. Es ist ebenfalls zu bezweifeln, dass die neue Dynamik in dem Projekt die Mieter anlockt, die von Anfang die obersten Etagen für über 50€ den QM mieten wollten und jetzt vehement darauf Pochen, dass doch die ursprüngliche Höhe gebaut wird. Woher sollen diese Mieter kommen, wenn sie noch nie ernsthaft da gewesen sind? 50€ den QM sind es nicht wert, einen Platz an der Sonne an einem - milde gesagt - noch entwicklungsfähigen Standort zu haben. Vielmehr kann man glücklich sein, dass überhaupt noch an die 200 Meter erreicht werden sollen. Darüber hinaus ist erfreulich, dass die Grundstruktur erhalten bleiben soll und das Gebäude nur etwas gestaucht wirkt.
Der Senat hat natürlich sein Wort gebrochen, wenn er von Anfang an - kurzsichtig - behauptet hat, dass kein Steuergeld in das Projekt fließen sollte und das Projekt ein "privates" sei. Dass es über eine halbe Milliarde kosten soll, ein Naturkundemuseum an einem anderen Standort zu bauen, hoffen wir jetzt einfach mal. Aber manchmal geht in der Politik Pragmatik über Prinzipientreue. Pragmatisch gesehen vereint die vorgestellte Lösung aber mehrere Probleme auf einmal und ist deshalb insgesamt zu begrüßen.
Problematisch ist aber, das Projekt mit Becken als unsicheren Partner weiterführen zu wollen. Nahezu alle seiner öffentlichen Verlautbarungen hat er nicht einhalten können (keine Finanzierung, kein Baubeginn wie von ihm geplant, kein Weiterbauen in der ursprünglichen Höhe, keine Mieter). Immerhin führt das Schrumpfen des Projekts jetzt dazu, dass Becken ein Projekt vor sich hat, dass sich der Größenordnung seiner bisherigen Projekte annähert.