Spree Flussbad

  • Was aus meiner Sicht im DAF fehlt ist ein Thread zu einem der - meiner Meinung nach - wichtigsten innerstädtischen Projekte Berlins: Dem Spree Flussbad.


    Die Idee ist absolut toll und der Einstieg direkt vor dem Stadtschloss wird einfach eine unglaublich tolle Atmosphäre erzeugen. Gleichzeitig wird eine alte Berliner Tradition wiederbelebt: Vor 100 Jahren war es ganz normal in der Spree ein Bad zu nehmen. Auch international ist so etwas einigermaßen aufsehenerregend. Es gibt nicht viele Großstädte die so etwas in ihrem Zentrum ermöglichen.


    Mehr Informationen in folgendem Video und untenstehenden Bildern:


    Alle Bilder: Visualisierung cc Flussbad Berlin e.V., realities:united, 2016


    Gesamtüberblick:


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    Visualisierungen:



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  • < Schon erstaunlich dass ausgerechnet Sie uns dieses schöne Projekt jetzt präsentieren.

    Wäre mir im Traum nicht eingefallen Sie zu einem Befürworter zu rechnen, immerhin haben wir das schon so oft hier diskutiert und zuletzt schien das Projekt selbst ausser der Treppe an der Schlossbrücke, eingeschlafen zu sein. Wohlan, wenn Sie neue reelle informationen die Realisation betreffend haben, denn diese hier geposteten sind aus 2016, dann her damit.

  • Das video auf youtube ist von 2019 - hier wird betont dass das Flussbad im Koalitionsvertrag aufgenommen worden ist. Die Fertigstellung wird erst gegen 2025 erwartet. Tja, ich weiß zwar nicht in welche deiner Schubladen du mich steckst, aber ist mir eigtl. auch egal.

  • Gibt es denn ein proof-of-concept, also hat man das schon mal irgendwo in der Innenstadt so gemacht? Ich hab nach wie vor Bedenken, weil das Schwimmbecken so exponiert ist. Leute laufen auf den Brücken, schmeißen Pullen und Kippen rein ect.. Mein Bauchgefühl sagt mir das Projekt ist ein Papiertiger.

  • Hier wagt man mal etwas. Gut so. Diese Bedenkenträgerei bezüglich einer möglichen Verschmutzung des Flussbads ist einfach nur rückwärtsgewand. Diese Bedenkenträgerei macht man ja gerne anderen, in anderen Konstellationen, zum Vorwurf.

  • Abgesehen davon, ich möchte wahrlich kein Spielverderber sein, aber da Berlin so viele infrastrukturelle Baustellen aufweist, wäre es nicht erstmal wichtiger, sich um das wirklich "wesentliche" zu kümmern? Die halbe Stadt fällt auseinander, aber wir realisieren Projekte wie ein Flussbad. 🤔


    In Berlin hat man wirklich verlernt STADT zum funktionieren zu sein.

  • ^^ Es ist nichts Unwesentliches, verschmutztes Wasser wieder rein zu bekommen. Es geht bei diesem Projekt nicht nur um das Flussbad.

  • Ich frage mich, wie das in der Praxis funktionieren soll. Auf den Illustrationen sind nur vereinzelte Schwimmerinnen und Schwimmer zu sehen. Vielleicht sind die ja von Februar ;)


    Im Sommer würde es einen nicht zu kontrollierenden Andrang geben. Selbst wenn es Bademeister gäbe, wären die doch hoffnungslos überfordert. Auch die Sanitäreinrichtungen wären kaum in Schuss zu halten.


    Aus ökologischer Sicht ist das sicher ein interessantes Projekt. Es wird aber meiner Meinung nach an der ganz praktischen Umsetzung des Badebetriebs scheitern.

  • Na funktionieren wird das schon. Schliesslich hat's vor 120 Jahren an fast der gleichen Stelle auch schon funktioniert. Das kann sogar sehr reizvoll aussehen. Und das endlich mal was los sein könnte in der doch recht unterbevölkerten Mitte, was ja allenthalben immer beklagt wird, das würde ich mich auch eher freuen. Man hätte ja schon längst mit der Pflanzung der Für die Wasserreinheit filternden Wasserpflanzen beginnen können. Wenn dem Projekt soviel Wohlwollen entgegen gebracht wird. Die Pressesprecherin des Flussbadvereins wohnte mal eine zeitlang schräg über mir, am Ende klang selbst sie etwas frustriert ob der langen Durststrecke des Projektes.

  • Hier hab ich eine Auflistung von City-Flussbädern weltweit gefunden (Das Berliner Projekt ist auch dabei)

    https://archive.curbed.com/201…city-rivers-swimming-safe


    Meist sind es aber in den Fluss eingelassene Schwimmbecken, die das typische quaderförmige Beckenformat haben und das ist nicht ganz dasselbe wie eine ~750m lange Rinne, die von hohen Steilwänden umschlossen und von 4 öffentlichen Verkehrsbrücken (davon eine sbahn) überquert wird. Der Bademeister bräuchte ein Türmchen mit Fernglas oder müsste die Unterführungen mit Kameras live beobachten können. Ich vermute, es wird in Paris, Boston, New York, London und Kopenhagen Gründe geben, diese Flussbäder vom Verkehrsgeschehen räumlich zu trennen, aber das ist ja Berlin ja alles Bedenkenträgerei.

  • Es gibt mMn kein besseres Beispiel für innerdeutschen Kolonialismus als dieses Projekt, das in Berlin keinen breiten Rückhalt hat. Das war beim Schloß auch so, aber seine Fassaden wurden privat finanziert. Das Flußbadprojekt ist ob seiner abstrus hohen Kosten auch über die Maßen zynisch, es in einer Stadt wie Berlin zu verfolgen, wo die Bäderbetriebe alle paar Jahre saniert werden müssen und Bäder schließen. Tut mir leid, ich finds einfach falsch und abstoßend, auf so vielen Levels.

  • Ich glaube das Spreebad im Kupfergraben bleibt eine schöne Utopie. Eine auf den ersten Blick tolle Idee, da zwischen den Museen rumzuschwimmen.

    Wie schon in den Vorbeiträgen erwähnt ist es schier unmöglich für Bademeister den Betrieb auf dieser Länge im Auge zu behalten. Die Leute werden es sich nicht nehmen lassen, cool von der Schlossbrücke und den anderen Brücken ins Wasser zu springen. Wenn da unten einer schwimmt...

    Dadurch das der Eintritt jederzeit möglich und frei ist wäre wohl eine Überwachung 24/7/365 erforderlich. Wer bezahlt das? Auch wenn man das nicht tut, wer passt auf die Anlagen nachts auf? Die Partyszene wird sich die gezeigten hübsch uberdachten Stegalagen und die Treppe vorm Schloss bestimmt gerne zu eigen machen zum Chillen, Grillen, Trinken und "hoppla!" Flaschen und Gläser zu zerdeppern. Den erzeugten Müll lässt man, wie in den Parks und an den Seen, natürlich liegen. Von dem, was dabei gleich im Wasser landet nicht zu reden.

    Wie gesagt, eine Berlin-typisch bisschen verrückte und deshalb besonders charmante Idee.

    Aber ich fürchte, an der Illusion Spreebad hängt sehr bald das Schild "wegen mutwilliger Zerstörung geschlossen".

  • ^ Eine "24/7/365" Überwachung gibt es doch in Badeseen auch nicht und wäre bei den Berliner Witterungsverhältnissen auch etwas absurd. Und warum sollte man nicht auf eigene Gefahr schwimmen gehen dürfen? In Bern gehen die Menschen auch ohne "24/7/365" Überwachung in die Aare schwimmen, und dabei hat sie eine ganz andere Strömungsgeschwindigkeit und Gefährlichkeit als der Spreekanal.

  • Meist sind es aber in den Fluss eingelassene Schwimmbecken, die das typische quaderförmige Beckenformat haben und das ist nicht ganz dasselbe wie eine ~750m lange Rinne, die von hohen Steilwänden umschlossen und von 4 öffentlichen Verkehrsbrücken (davon eine sbahn) überquert wird. Der Bademeister bräuchte ein Türmchen mit Fernglas oder müsste die Unterführungen mit Kameras live beobachten können.

    Abgesehen davon, dass diese Idee natürlich sehr teuer ist: Weshalb braucht es Bademeister? In der Münchner Isar / dem Eisbach gibt es kilometerlange Abschnitte in denen gebadet werden darf, offizielle Aufsichten gibt es keine, dafür u.a. Unterführungen / Steilwände / starke Strömungen. Das setzt natürlich Eigenverantwortung voraus, die leider nicht immer gegeben ist und aufwendige Rettungsaktionen nach sich zieht. Als Argument gegen ein solches Vorhaben würde ich das aber nicht anführen. Dürfte sonst, überspitzt formuliert , auch niemand mehr Auto oder Rad fahren.