Radverkehr, Straßennetz, Parkraumbewirtschaftung

  • Hab Heute in den Nachrichten gehört dass der Ausbau des Frankenschnellwegs endlich beschlossen ist oder gerichtlich abgesegnet. vorsichtige Kostenschätzung belaufen sich auf 1 MRD.

  • ja, das Planfeststellungsverfahren ist seit letzter Woche rechtskräftig nachdem die Beschwerde des Bund Naturschutz vom Bundesverwaltungsgericht zurückgewiesen wurde. Somit liegt ein Baurecht vor.
    Die Stadt Nürnberg hat bereits die Infoseite aktualisiert und plant für Mai eine Infoveranstaltung mit Erläuterungen zum Urteil und einen Zeitplan für den Ausbau.

  • Im nächsten Verkehrsausschuss wird unter Punkt 3 die Planungsvariante für den Ausbau des Frankenschnellwegs behandelt. Konkret sieht die Planung keinen Tunnel mehr vor, sondern eine Vereinfachung und Bündelung der bestehenden Strukturen. Dadurch wird die Trennwirkung der Stadtteile verringert, der Lärm für die Anwohner reduziert und die Kosten um ein Vielfaches gesenkt. Im Gegensatz zu den 1010 Mio. € für die Tunnelvariante wird hier mit circa 231 Mio. € inklusive Abschnitt West gerechnet. Auch die Bauzeit soll knapp 5 Jahre kürzer sein.

    Großer Nachteil: Das notwendige Planänderungsverfahren inklusive Umweltverträglichkeitsprüfung würde das Thema erneut um circa 3 Jahr nach hinten verschieben. Die Durchbindung zur Emmy-Noether-Straße und Verbreiterung der Bahnunterführung an der Rothenburger Straße sind sowieso bereits mit der Bahn geplant und auch dort unverändert enthalten. Soweit ich das dem Bericht richtig entnommen hab, könnten diese beiden Projekte auch ohne Planänderungsverfahren direkt begonnen werden, genau wie der bereits gestartete Ausbau des westlichen Frankenschnellwegs.

    Beim Blick auf dem Plan war ich ziemlich überrascht, wie viel Fläche so zentral entsiegelt und für Parkanlagen oder andere Freizeitaktivitäten genutzt werden könnten. Da kann auch kein Deckel im südlichen Abschnitt mithalten. Für die Umgebung würde dies sicherlich einen positiven Impuls geben.

  • Konkret ist diese Planung ein Alternativvorschlag der Stadtratsfraktion der Grünen, insbesondere des Stadtrats Alexander Kahl. Auch wenn diese Planung leider immer noch Autoverkehrsschneisen durch die Stadt schlägt anstatt sie sinnvoll in den Stadtraum zu integrieren, würden diese Planungen im Vergleich zu den SÖR-Tunnelplanungen immerhin einen deutlichen Mehrwert für alle Verkehrsteilnehmende bieten und dabei nur einen Bruchteil kosten.

  • Sieht so aus als hätten die Grünen zu viel Zeit gehabt und jetzt mal alle möglichen Anträge herausgehauen. Der Entwurf bzgl FSW ist lächerlich. Das einzig Neue sind Radwege und ein Verrücken der Autobahn. Da lieber gleich das Geld sparen und weiter so wie bisher in den letzten 30 Jahren.

  • Also ein weiter so wie bisher wäre das allerschlimmste, va. für Fuß- und Radverkehr an der Stelle ^^

    Der Alternativvorschlag, der wegen der fehlenden Fördermöglichkeiten aber eh nicht kommen wird, löst leider nicht das größte Problem: die Rückstaus in der Rothenburger Straße. Dafür wurde hier und anderswo mal angeregt dass man entweder wie in anderen Ländern eine Mikrounterführung bauen und/oder die Durchfahrt ganz sperren und nur Auffahrten auf den Frankenschnellweg einrichten sollte.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Sieht so aus als hätten die Grünen zu viel Zeit gehabt und jetzt mal alle möglichen Anträge herausgehauen. Der Entwurf bzgl FSW ist lächerlich. Das einzig Neue sind Radwege und ein Verrücken der Autobahn. Da lieber gleich das Geld sparen und weiter so wie bisher in den letzten 30 Jahren.

    Das empfinde ich als etwas despektierlich. Immerhin sollten wir doch froh sein, wenn Fraktionen/Personen im Stadtrat sich mit Alternativen zu diesem Projekt beschäftigen. Der Ansatz welcher hier offensichtlich verfolgt wird, ist möglichst viel vom bereits vorhandenen Grün zu erhalten (wobei dabei mal dahin gestellt sei, welche Qualität das Grün hat), die Fahrbahnen von der vorhandenen Bebauung wegzurücken und somit die Anwohnenden vor Lärm zu schützen und den Grad der Versiegelung zu verringern. Inwiefern soll das also lächerlich sein? Auch ich sehe darin keinen großen Wurf im Sinne einer Stadtreparatur an dieser Stelle, aber als Debattenbeitrag ist dieser Ansatz sicher sehr viel wert. Von anderer politischer Seite habe ich bislang noch keine Alternativvorschläge vernommen. Aber CSU und SPD sind in der Hinsicht ja auch der Auffassung die SÖR-Planungen seien alternativlos (zumindest in der Kommunikation nach außen).

    Dekoratives Anführungszeichen

    [...] entweder wie in anderen Ländern eine Mikrounterführung bauen und/oder die Durchfahrt ganz sperren und nur Auffahrten auf den Frankenschnellweg einrichten sollte. [...]

    Kannst du das bitte noch etwas präzisieren? Den Rückstau nehme ich am ehesten auf der Rothenburger Straße nördlich des FSW wahr. Wo genau sollte eine Mikrounterführung gebaut werden und wie wäre diese dimensioniert bzw. wo soll welche Durchfahrt gesperrt werden? Von FSW West auf FSW Ost oder von Rothenburger Straße Nord auf Rothenburger Straße Süd? Und wenn ja, an welcher Stelle? Also die gesamte Unterführung RS sperren oder nur zwischen FSW nördlich und südlich des alten Kanalbeckens? Ich interessiere mich wirklich sehr für diesen Ansatz und würde nur gerne verstehen, was genau du damit meinst :)

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Das empfinde ich als etwas despektierlich. Immerhin sollten wir doch froh sein, wenn Fraktionen/Personen im Stadtrat sich mit Alternativen zu diesem Projekt beschäftigen. Der Ansatz welcher hier offensichtlich verfolgt wird, ist möglichst viel vom bereits vorhandenen Grün zu erhalten (wobei dabei mal dahin gestellt sei, welche Qualität das Grün hat), die Fahrbahnen von der vorhandenen Bebauung wegzurücken und somit die Anwohnenden vor Lärm zu schützen und den Grad der Versiegelung zu verringern. Inwiefern soll das also lächerlich sein? Auch ich sehe darin keinen großen Wurf im Sinne einer Stadtreparatur an dieser Stelle, aber als Debattenbeitrag ist dieser Ansatz sicher sehr viel wert. Von anderer politischer Seite habe ich bislang noch keine Alternativvorschläge vernommen. Aber CSU und SPD sind in der Hinsicht ja auch der Auffassung die SÖR-Planungen seien alternativlos (zumindest in der Kommunikation nach außen).

    Eine Viertel Milliarde für das Verlegen von Straßen, um einen Grünstreifen zu schaffen, der aktuell faktisch nicht nutzbar ist, weil er in der Mitte liegt. In der Zukunft wird, wie du sagst, auch die Qualität davon nicht zunehmen. Aufenthaltsqualität wird es bei so einer Struktur nicht geben. Meine Reaktion zu so etwas sehe ich alles andere als despektierlich, denn in meinen Augen ist das lediglich einen billigen Pfusch dar, um sich später als Partei hinstellen zu können und zu sagen man hätte ja andere Vorschläge hervorgebracht. Qualität und kostentechnisch ist das aber unzureichend.

    Wo genau siehst du den Mehrwert in dem neuen Entwurf im Vergleich zum Status Quo, der ein Investment von >200 Mio EUR rechtfertigt?

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Eine Viertel Milliarde für das Verlegen von Straßen, um einen Grünstreifen zu schaffen, der aktuell faktisch nicht nutzbar ist, weil er in der Mitte liegt. In der Zukunft wird, wie du sagst, auch die Qualität davon nicht zunehmen. Aufenthaltsqualität wird es bei so einer Struktur nicht geben. Meine Reaktion zu so etwas sehe ich alles andere als despektierlich, denn in meinen Augen ist das lediglich einen billigen Pfusch dar, um sich später als Partei hinstellen zu können und zu sagen man hätte ja andere Vorschläge hervorgebracht. Qualität und kostentechnisch ist das aber unzureichend.

    Wo genau siehst du den Mehrwert in dem neuen Entwurf im Vergleich zum Status Quo, der ein Investment von >200 Mio EUR rechtfertigt?

    Beim aktuellen Grünstreifen (übrigens die Überreste des alten Ludwig-Donau-Main-Kanal :) ) braucht man dank der Abtrennung durch die beiden Straßen an eine Nutzung erst gar nicht denken. Meistens liegt dort Müll oder Obdachlose nutzen den Ort zum Übernachten. Durch die Verlegung der Straße würde zumindest die Möglichkeit bestehen, die Fläche städtebaulich zu nutzen und zeitgleich die Trennwirkung durch die Straße selbst zu reduzieren. Dass die Ecke endlich vernünftige Rad- und Fußwege braucht, sollte gar nicht erst diskutiert werden müssen. Denke jeder, der da regelmäßig durchfährt oder läuft und vom Plärrer in Richtung St. Leonhard/Schweinau muss, weiß warum...

    Fakt ist aber, dass auch der Bestand zeitnah teuer saniert werden muss. Dabei sollte ohne Zweifel die Chance genutzt und die Planung halbwegs modern und leistungsfähig umgeändert werden. SÖR hatte auf der Website mal erwähnt, dass die Sanierung des Bestands allein 100 Mio. Euro kosten würde. Das war aber noch zu einer Zeit, in der die Kosten für die Tunnel-Variante bei 660 Mio. Euro lagen und der Ausbau West gar nicht mit einkalkuliert war. Am Ende dürfte eine Sanierung des Bestands auf den gleichen Preis kommen. Mittlerweile ist diese Aussage von der Website entfernt.

    Die vorgelegten Planung orientiert sich übrigens laut dem Bericht an einer Planungsvariante der Stadtverwaltung, welche 2021/2022 eine Alternative zur Tunnel-Variante gesucht und erarbeitet hat. Ausschlaggebend waren laut Bericht "die bereits damals stark gestiegenen Kosten und die mit der langen Bauzeit verbundenen Kostenrisiken und damit auch Finanzierungsrisiken für die Stadt". Interessanterweise wurde diese Planungsvariante nie öffentlich angesprochen. Daher bin ich persönlich sehr froh, dass die Stadtratsfraktion der Grünen diese nun öffentlich macht, optimiert hat und vorlegt.

    BauLust e.V. hat übrigens kürzlich die Visualisierungen des Vergleichs zwischen Bestand und der Tunnel-Variante aktualisiert und einige neue Ansichten hinzugefügt. Find ich immer wieder faszinierend, was da für eine Monster hingebaut werden soll: https://www.baulust.de/projekte/frankenschnellweg

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    Wo genau siehst du den Mehrwert in dem neuen Entwurf im Vergleich zum Status Quo, der ein Investment von >200 Mio EUR rechtfertigt?

    Wie bereits von Altstadttaube angesprochen, kostet auch eine (laut Stadt notwendige) Sanierung zwischen 100 und 200 Mio Euro. Insofern sähe ich da schon einen Mehrwert in den Planungen. Aber wie bereits zugegeben, auch keinen sehr großen. Der noch größere Irrsinn wäre ja aber über eine Milliarde zu investieren und oberirdisch annährend das gleiche Ergebnis zu haben, wie bisher.

  • Der Vorschlag der Grünen ist ja eben kein Ausbau des Knotenpunktes sondern ein umbau mit neuer Verkehrsführung.

    Egal welche Variante, Radverbindungen und die neue Verbindung zur Kohlenhofstr. kommen.

    Was wollt Ihr immer mit den Kosten.. das kostet weniger, das andere mehr! JA tut es!!!
    Eine Wohnung für 1 Person (Sanierung) kostet auch weniger wie eine für 2 Personen & eine für 4 (Tunnel) noch mehr.

    Wie steuern mir den Verkehr aus der Stadt, finden wir eine Lösung um hier wirklich nur eine "kleine" 1 Spurige Straße zu benötigen?
    Ich sehe wegen "Fürth" keine Variante die das hergibt.

    "Der noch größere Irrsinn wäre ja aber über eine Milliarde zu investieren und oberirdisch annährend das gleiche Ergebnis zu haben, wie bisher."
    Geh mal nach München, die erklären es Dir.
    Durch das ertüchtigen des Knotenpunktes bekommen wir mehr fließenden verkehr unter der Erde.. und oben wird es ruhiger.
    60.000 Fahrzeuge oder nur noch 10.000 die an der Ampel stehen.

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    Was wollt Ihr immer mit den Kosten.. das kostet weniger, das andere mehr! JA tut es!!!

    Es ist einfach die Inkonsistenz des Gesamtprojekts. Aus verkehrswissenschaftlicher Sicht: Erhöht sich die Kapazität einer Straße, zieht diese mehr Verkehr an, da bisher weiter entfernt gelegene Punkte innerhalb der gleichen Zeit erreicht werden könnem. Der Gesamt-, in diesem Falle Autoverkehr nimmt also zu. Kann man ja wollen, nur ist die Frage, wie das mit dem Rückbau der innerstädtischen Straße auf Einspurigkeit vereinbar sein soll? Es mag zwar schön sein, wenn man dann vielleicht nicht mehr auf dem FSW im Stau steht, dafür dann aber in der neuen Kohlenhofstraße, Steinbühler Straße, Landgrabenstraße, etc., denn deren Endziele liegen ja nicht am FSW. Damit hat man dann letztlich das Ergebnis, das man erst recht nicht wollte. Es sind dann mehr Anwohnende in der Innenstadt von Stau und Lärm betroffen. Von den Belastungen während der mehr als zehnjährigen Bauphase mal ganz zu schweigen. Wenn in Zukunft nur wirklich nur noch ein Sechstel der Autos oberirdisch vorhanden sein sollen, stellt sich mir zudem auch die Frage, warum es oberirdisch dann immer noch die gleiche Infastruktur wie bisher geben soll?

    Jetzt kann man natürlich noch damit argumentieren, dass wir den FSW-Ausbau ja wegen des Durchgangsverkehrs zum Hafen oder zwischen A3 und A6/9 bräuchten, aber dass es ist Irrsinn ist Durchgangsverkehr durch die Stadt zu führen anstatt außen herum, muss ich hoffentlich nicht wirklich erlären. Etwaige Alternativen wurden ja aber auch gar nicht untersucht. Die Debatte fühlt sich an dieser Stelle einfach nicht ehrlich an. Man will hier etwas um jeden Preis, alles was dem im Weg steht, wird lapidar auf die Seite gewischt, als gäbe es dazu keine wissenschaftlichen Erkenntnisse.

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    Aus verkehrswissenschaftlicher Sicht: Erhöht sich die Kapazität einer Straße, zieht diese mehr Verkehr an, da bisher weiter entfernt gelegene Punkte innerhalb der gleichen Zeit erreicht werden können

    Ja es wird Verkehr attraktiver machen und er wird sich verändern.
    Machen wir Ihn unattraktiver müssen die aktuell 60.000 Fahrzeuge sich aber auch Ihren weg suchen.
    Das einzige Angebot wäre dann der Ring, oder?

    Dekoratives Anführungszeichen

    Es mag zwar schön sein, wenn man dann vielleicht nicht mehr auf dem FSW im Stau steht, dafür dann aber in der neuen Kohlenhofstraße, Steinbühler Straße, Landgrabenstraße, etc., denn deren Endziele liegen ja nicht am FSW. Damit hat man dann letztlich das Ergebnis, das man erst recht nicht wollte. Es sind dann mehr Anwohnende in der Innenstadt von Stau und Lärm betroffen.

    Die Gibitzenhofstraße bietet sich an als Ersatz der drei Straßen an. Wir haben hier schon Verkehr und tägliche Stau's.. Steinbühlertunnel bis zur Kreuzung Landgrabenstr. Die Ausfahrt am Ring ist auch täglich mehrmals überlastet.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Wenn in Zukunft nur wirklich nur noch ein Sechstel der Autos oberirdisch vorhanden sein sollen, stellt sich mir zudem auch die Frage, warum es oberirdisch dann immer noch die gleiche Infastruktur wie bisher geben soll?

    Gute Frage, aber das sind immer noch über 1.000 Fahrzeuge pro Stunde aktuell.
    Fatal wäre es so zu Reduzieren das dann der weniger Verkehr oben durch Reduzierung der Infrastruktur dann wieder für Staus sorgt.
    Abbiegespuren weglassen.. ne
    1 Spurig für das Teilstück..

    Dekoratives Anführungszeichen

    Jetzt kann man natürlich noch damit argumentieren, dass wir den FSW-Ausbau ja wegen des Durchgangsverkehrs zum Hafen oder zwischen A3 und A6/9 bräuchten, aber dass es ist Irrsinn ist Durchgangsverkehr durch die Stadt zu führen anstatt außen herum, muss ich hoffentlich nicht wirklich erlären. Etwaige Alternativen wurden ja aber auch gar nicht untersucht. Die Debatte fühlt sich an dieser Stelle einfach nicht ehrlich an. Man will hier etwas um jeden Preis, alles was dem im Weg steht, wird lapidar auf die Seite gewischt, als gäbe es dazu keine wissenschaftlichen Erkenntnisse.

    Und die Autobahnbaustellen rund um Nürnberg, die sind dafür da um alles Richtung FSW zu führen oder um es attraktiver zu machen?


    Geschichte FSW
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    Als Nürnberger bin ich täglich betroffen vom FSW, er beeinflusst die Stadt.

    Egal wo im Westen, dieser Verkehr "Stört", aber wo hin?
    Alle beziehen sich nur auf den Punkt FSW Kreuzungsfrei bzw. den umbau dazu.
    Wieso zeigt niemand ein Konzept für die ganze Südstadt und den Verkehr den es gibt? Vielleicht weil es dann viel schwieriger wird.

  • Hallo Zusammen,

    in zwei Wochen am 28.06. findet der Volksentscheid zum Thema "Ausbau des Frankenschnellwegs" statt. Alle Wahlberechtigten haben bereits die Abstimmungsunterlagen zur Briefwahl erhalten.

    • Mit "Ja" stimmen bedeutet, dass man alle Planungen stoppen und neu planen möchte.
    • Mit "nein" stimmen bedeutet, dass alles so gebaut werden soll wie es nun seit Jahren/Jahrzehnten durch alle Instanzen durchgeklagt und mit allen Beteiligten abgestimmt wurde.

    Ich persönlich bin noch nicht sicher wie ich ankreuzen werde, tendiere aber dazu "ja" anzukreuzen. Denn grundsätzlich finde ich den Plan, das neu zu strukturieren und die Masse des Verkehrs unter die Erde zu legen, richtig. Aber mich irritiert dann doch arg die Detailplanung für das, was überirdisch entstehen soll. Denn wenn ich das richtig verstanden habe sollen alle Wegebeziehungen, Auf- und Abfahrten sowie Kreuzungen erhalten bleiben. Das wird also in meinen Augen kein großer Gewinn für das Stadtviertel St. Leonhard. Und darum gehts mir dabei auch, für mich muss dabei zwingend eine steigende Aufenthalts- und Lebensqualität der Anrainer einhergehen, und zwar nicht hinter meterhohen Lärmschutzwänden vor einer Asphaltwüste, sondern tatsächlich spürbar weniger Asphalt und weniger Verkehr, stattdessen mehr Freifläche, Grün, Parks, Spielplätze oder sonstige Nutzungen.

    Daher wäre mein Idealplan wie folgt:

    • Der Verkehr von "an den Rampen" unter die Erde und durchleiten bis zur Rothenburger Straße.
    • Keine Auf- und Abfahrten mehr zwischen "An den Rampen" und der Rothenburger Straße, insbesondere die Schwabacher Straße wird eine reine Nord-Süd-Verbindung ohne Verknüpfung zum dann unter der Erde liegenden FSW.
    • Alle überirdischen Straßen von der Spuranzahl wie bisher oder weniger.

    So, und nun rätsel ich, ob ich eher mit "Ja" oder "Nein" das bekomme was ich gern hätte.

    Wieso tangiert mich das eigentlich? Denn ich wohne dort ja nicht, und ich nutze den FSW auch nicht als Autofahrer. Aber ich bin mit dem Rad oft in St. Leonhard unterwegs und erlebe diese fürchterliche Gegend und Verkehrsführung ausschließlich so. Vor Jahren haben wir uns in St. Leonhard mal eine traumhafte Wohnung angesehen, wirklich ein Traum, zu einem Top preis. Haben uns aber dagegen entscheiden, da wir als Radfahrende immer, egal was wir tun wollen, zur Arbeit fahren, in die Altstadt, was auch immer, hätten den FSW kreuzen müssen. Und das konnte ich mir absolut nicht als täglichen Weg vorstellen. Und ich denke darunter leiden weite Teile des Viertels sehr. Wenn man also den Verkehr unter die Erde legen möchte, dann sicherlich um die Lebensqualität links und rechts zu erhöhen. Aber dazu muss man den oberirdischen Verkehr dann massiv reduzieren, sonst entstehen nur weitere Verkehrsbauwerke, die man unterhalten muss, ohne Mehrwert für die Stadtentwicklung.

  • Ich würde mit ja votieren. Was bringt ein schöner Gründeckel im "Nirgendwo"/ Industriegebiet, wenn dafür das Verkehrsaufkommen und der Lärm in den Stadtteilen noch steigt und diese an Lebensqualität verlieren.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    So, und nun rätsel ich, ob ich eher mit "Ja" oder "Nein" das bekomme was ich gern hätte.

    So wie ich das verstehe, würde mit "Ja" nur der Bestand saniert werden.

    Die Initiative propagiert auf Plakaten: "Du willst jetzt eine Lösung, nicht erst 2045?". Als Außenstehender frage ich mich, was denn diese Lösung "jetzt" sein soll? Ein Stopp der Planungen ist doch keine Lösung. Alles Weitere müsste erst von vorn geplant werden und soweit ich das sehe, ist bislang niemandem überhaupt klar, wie eine konsensfähige Alternative aussehen soll. Realistisch gesehen, dürfte mit einem "Ja" die nächsten Jahre / Jahrzehnte gar nichts passieren. Außer eben eine Sanierung des Bestands - die den Ist-Zustand mehr oder weniger manifestiert. Kann mich ein Nürnberger aufklären?

    https://www.sueddeutsche.de/bayern/nuernbe…jekt-li.3496774

  • Ich bin da auch total unentschlossen, muss mich als Fürther aber zum Glück nicht entscheiden :D.

    Grundsätzlich würde ich auch davon ausgehen, dass im Falle eines Baustopps die Diskussionen und der Streit erst recht entflammen. Da wird es 100 Meinungen geben, was aus der Fläche gemacht werden soll. Es werden Beteiligungsverfahren gemacht, Planungen 10 Mal über den Haufen geworfen und wir werden in 10 Jahren vielleicht wissen, wohin die Reise geht. Vielleicht sogar mit noch einem Bürgerentscheid, würde mich mittlerweile nichtmal mehr wundern. Bis dahin muss die Fahrbahndecke saniert werden, das wird also, wenn auch in einer provisorischen Sparversion, ohnehin kommen. Nur, um dann in 10-15 Jahren wieder abgerissen zu werden.

    An sich bin ich auch kein großer Freund davon, Verkehr in die Stadt zu verlegen, sehe aber bei den Wegbeziehungen vor Ort auch nicht, wie man den Frankenschnellweg an dieser Stelle einfach streichen könnte. Würde der Abschnitt aussehen wie durch Fürth, dass also links und rechts daneben Wohngebiete sind, wäre ich sofort dafür, ihn rückzubauen. Aber nachdem wir durch den Bahndamm ohnehin eine Schneise durch die Stadt haben, finde ich es an sich auch in Ordnung, diese Stelle einfach zu "opfern". Eine Chance durch den ausgebauten Frankenschnellweg sehe ich für die Bereiche entlang der Fürther Straße und auch in Teilen der Südstadt. Wenn durch die vielen neuen Kapazitäten der Verkehr konsequent über den Frankenschnellweg geleitet wird, kann man sich dort richtig austoben, was die Reduzierung von Autoverkehr angeht. Also beispielsweise die Fürther Straße nur noch einspurig mit großem Radschnellweg. Der Plärrer kann nach Fertigstellung des FSW-Tunnels auf die nächste Ausbaustufe verkleinert werden, weil der Verkehr dann über die Emmy-Noether Straße geführt wird und so weiter.

  • Ja, was die Initiative will ist erst mal ein Stop der aktuellen Planungen. Es ist aber nicht so, dass man sich noch überhaupt keine Gedanken über Alternativorschläge gemacht hat: neben dem eher unrealistischen Stadtkanal gibt es noch weitere: die Grünen wollen den Verkehr bündeln indem sie die Schlachthofstraße zurückbauen, Studierende der Ohm wollen den Frankenschnellweg verschwenken. Natürlich muss das dann alles erst noch ausgearbeitet werden.

    Ich tendiere auch zum JA. Wie schon einmal geschrieben wäre der Worst Case für mich wenn alles so bliebe wie es ist. Je nachdem wie stur und inkompetent die Politik ist kann sie aber ja auch bessere Alternativen finden, bei unserem Stadtrat und der Verwaltung kann das allerdings dauern. Mit einer Überarbeitung mit weniger oberirdischen Spuren hätte ich leben können, die schien aber ja komplett unmöglich. Der Gründeckel wäre ein Argument für den Ausbau, aber der hat erstens keine verbindende Wirkung, zweitens ist die Tunneldecke nicht dick genug für große Bäume - und die Finanzierung ist dafür auch noch überhaupt nicht gesichert!

    Auch ist das Begehren nach der ICE Werk Pleite und dem Stillstand des Radwegeausbaus mal ein Zeichen gegen Priorisierung des MIV zu setzen, auch wenn ich weiss dass das jetzt nicht die beste Motivation ist.

  • Für mich wäre der Worst Case, wenn der Ausbau zu einem Ergebnis führt, wodurch man lediglich endlich kreuzungsfrei vom Dianaplatz über den FSW nach Fürth kommt. Damit wären sozusagen die Geradeausspuren kreuzungsfrei, aber wer eben nicht nach Fürth möchte der fährt wie bisher an den Rampen runter, oder 300 m weiter an der Schwabacher Straße, oder wieder 300m weiter an der Rothenburger Straße über eines der dann nagelneuen Tunnelausfahrten. Bisher wird der gesamte Verkehr ja mit Ampeln alle paar Sekunden gestoppt, was die massiven Verkehrsbelastungen ja erst richtig erzeugt. Das bedeutet dass man Jahrzehntelang baut nur damit Leute schneller von München nach Fürth kommen und umgekehrt, der Mehrwert für die Stadt Nürnberg, seine Bewohner und das Stadtgebiet ist begrenzt. Da bin ich also ganz bei den Initiatoren der Befragung. Und konsequent weitergedacht müsste ich also mit "ja" votieren, denn der Ist-Zustand belastet mich ja aktuell nicht, und wenn ich mir eine deutliche Verbesserung wünsche, dann ist es okay wenn sie halt 20 Jahre später kommt.

    Ich habe der Initiative mal vorgeworfen dass sie ja mit Horrorszenarien arbeiten würde, weil sie in Visualisierungen suggeriert, dass nach dem Ausbau oberirdisch noch alles viel schlimmer sei als jetzt, weil die Auf- und Abfahrrampen zum Tunnel noch viel mehr städtische Raum fressen als nun ohnehin schon ruiniert ist. Aber vermutlich liegen die da garnicht so falsch.

    Rechtlich ist es ja so, dass der Volksentscheid für die Stadt nicht bindend ist. Das Ergebnis kann also ignoriert werden. Denn es besteht gültiges Baurecht und der Stadtrat hat ebenso die Umsetzung beschlossen, damit ist das demokratisch auch legitimiert. Wenn jetzt eine Mehrheit für den Stopp votiert, die Stadt dieses Votum aber ignoriert, dann könnte das lokalpolitisch heikel werden. Über sowas haben schon OB's ihren Posten verloren. Und wenn dass dann nur ein Vehikel ist, um den OB-Sessel wieder der SPD zuzuschanzen, dann bin ich aber bei einem "nein". Und das wird man womöglich sehen, dass sich bei einem "Ja" der aktuelle zweite OB der SPD dieses Votum vielleicht zu eigen macht.... Aktuell wirbt die Stadtspitze ja geschlossen für das "Nein".