Beiträge von Sprenggiebel

    Naja, immerhin wars vorher auch schon hässlich. Zwar mir unverständlich warum man diesen Zustand konserviert, man hätte mit einfachen Mitteln, wie Sprossenfenstern, oder einer Wiederherstellung von eventuell früher vorhanden Fensterläden, oder einer einfachen farblichen Gliederung viel erreichen können, aber so isses zumindest ein Schandfleck geblieben, und nicht wie bei anderen Sanierungen einer geworden.

    Naja, es gab anscheinend auch den Verdacht Söder habe da ein wenig seine Connections spielen lassen für eine Argumentationshilfe für Schmelzers Standort: hier nachzulesen

    Eine neutrale Standort Suche wäre das dann definitiv nicht gewesen. Mich würde mal interessieren was die Miete (relativ zur Umgebung und absolut) gekostet hätte wenn man stattdessen den Standort am Schocken gewählt hätte - aber das ist ja rein hypothetisch.

    Zu Schmelzers Zeit als Club Präsident bzw. kurz danach, gabs da auch einige finanzielle Ungereimtheiten. Ein Heiliger ist er definitiv nicht. Ich stimme aber zu dass es Investoren gibt die deutlich mehr Ärger verursachen - zumal Schmelzer ja meist keine funktionalen Gebäude übernimmt und die totgentrifiziert, sondern Brachflächen oder leerstehende Problemimmobilien.

    Dass Nürnberg keine allzu offenherzige Informationspolitik hat ist ja bekannt, man meint scheinbar immer noch Investoren vor der Öffentlichkeit schützen zu müssen - dass die städtebaulich aber zuerst für sich und nicht immer im Sinne der Stadt agieren, im Gegenteil sogar schädlich für die Stadtentwicklung wirken können, ist wohl in der Lokalpolitik noch nicht angekommen. Bei Platzgestaltungen bezieht man mittlerweile die Bürger ordentlich mit ein, aber das ist ja auch das mindeste. Zur Stadt gehören aber halt auch die Gebäude und da regiert im Stadtrat eine Abwehrhaltung gegenüber der Bevölkerung.

    Wenn man bei Neubauten weniger Wohnungen als im Bestand bauen will oder nicht genug Platz für gemeinwohlorientierte Vereine, Künstlerateliers o.ä. schaffen will kann man solche Vorhaben auch schon mal ablehnen, wie es ja z.B. in Berlin häufiger vorkommt.

    Ich denke aber, es hat auch damit zu tun dass Nürnberg politisch einfach zu unbedeutend ist, es ist ja nichtmal Hauptstadt eines Bezirks. Eventuell haben investigative Journalisten in z.B. Berlin und Stuttgart bessere Connections in die Politik oder werden von der Opposition früher mit Internas gefüttert.

    Mit Städtebaufragen kann man dort leichter agitieren , da diverse Projekte (Stuttgart 21, BER) dort politisch auf Landes- oder sogar Bundesebene ausstrahlen...

    Irgendwie habe ich das Gefühl dass Schmelzer bei der Nürnberger Politik eh mehr oder weniger Carte Blanche hat. Siehe auch Causa Deutsches Museum, bei der immer mehr ans Licht kommt. Die Ziegelei soll ja nach Möglichkeit erhalten werden. Oft genug gab es aber halt auch schon Fälle wo die Investoren erst mal sowas versprochen haben und dann ging das ganz unerwartet doch nicht (Eisenbahn Wandbild, oder die Bergung beim N-Ergie Relief + Mosaik lief ja auch ein wenig äh... holprig).

    Ich sehe halt keinen großen Sinn darin die x-ten Neubauten, die eh immer gleich aussehen zu kommentieren. Das Wegbrechen großer Projekte wie Konzerthalle oder Velodrom finde ich auch deprimierend. Auf Grund der Corona Ausfälle zwar irgendwie verständlich, aber man muss halt trotzdem mal in den Standort investieren. Bei Platzneugestaltungen geht zur Zeit auch nicht sooo viel.

    Ich bin aber auch garnicht mehr so oft in Nürnberg in der Stadt, dass ich zu neuen Ständen was beitragen kann. Aktuell bin ich mit meinem Umzug nach Berlin beschäftigt. Dort zieht es mich aber nicht wegen schönerer Neubauprojekte hin, auch nicht primär weil die Politik Kulturprojekten mehr Anerkennung entgegen bringt, sondern ausschließlich aus beruflichen Gründen.

    Das Trafohäuschen, das man im Beitrag #65 und im letzten Foto des Beitrags #70 noch sieht, wurde komplett ins Erdgeschoss des Neubaus integriert.

    Scheint mir ungewöhnlich zu sein. Vielleicht steht es unter Denkmalschutz oder ein Umzug wäre zu teuer gewesen

    Bei der Schranke 25 in Wöhrd hat man ja ebenfalls den Trafoschuppen in den Neubau integriert. Ich denke der Grund ist tatsächlich dass die Verlagerung oder Errichtung eines provisorischen Trafohäusschens zu teuer gewesen wäre. Vor dem Citypoint hat man hingegen etwas errichtet, das wie eine (hoffentlich) provisorische Trafostation aussieht. Dort wird wohl ein Erhalt bei Abriss nicht möglich gewesen sein und der Aufwand finanziell bei dem größeren Bauvolumen wohl auch nicht so ins Gewicht fallen.

    Die anderen Entwürfe sind aber auch nur marginal besser gewesen finde ich. Alles nur Klötzlebauerei... der Verlust des einzigen individuellen geschichtsträchtigen Hauses des Blocks ist auch deprimierend. Am meisten stört mich aber dass so viele große Bäume weichen mussten und die ganze Straße jetzt bis auf die paar Buchtenbäumchen keinerlei Grün bietet. Etwas bei dem man noch nachbessern kann und muss!

    Dass der Bahnhofsplatz zu den besten im Lande gehört, dem möchte ich energisch widersprechen. Klar, es gibt deutlich schlimmere, aber alleine wenn man mit Bildern aus den 50ern vergleicht ist der heutige Zustand doch immer noch ein Schlag in die Magengrube. Mit z.B. Hamburg, Leipzig und München kann das Bahnhofsumfeld auch nicht mal ansatzweise mithalten. Zum Glück wartet an der Stadtmauer gleich eine andere Welt mit Künstlerhaus, Neuem Museum und co. Als integren Bestandteil des Platzes habe ich das alles aber nie wahrgenommen. Kleine Verbesserungen nach und nach sind sicher wünschenswert, aber fragwürdig wenn man dann nicht mal 5 Jahre später alles über den Haufen werfen muss.

    Die B-Ebene finde ich hingegen nicht sooo schlimm, in Stuttgart ist die z.B. imo wesentlich bedrückender. Wenn auch kein Vergleich zu München und Berlin, aber mit denen sollte man jetzt glaube ich nicht vergleichen.

    Allerdings, das macht wieder den Eindruck dieses Nürnberg typischen Klein-Kleins. So nach dem Motto: Machen wir mal ein bisschen was neu. Hups, ein paar Jahre später wird ja die Königsstraße Fußgängerzone, das hätten wir ja nicht wissen können. Achso, ein neues Gleis bräuchten wir auch noch...

    Mir persönlich fehlt aber die Vorstellungskraft wo man das hinbauen könnte, man braucht ja für alle Gleise auch noch Einstiegsmgölichkeiten, und auf der Mittelinsel ist jetzt schon kaum noch Platz.

    Ich kenne eigentlich mehr Studien die anzeigen dass eine deutliche Reduzierung oder gar Verbannung des Indivualverkehrs aus der Innenstadt die Attraktivität derselben stark steigern. Oder dass Radfahrer in der Innenstadt zwar weniger Geld auf einmal ausgeben, aber dafür deutlich häufiger. Zum Thema Klimahysterie kenne ich sogar noch mehr Studien die aufzeigen dass es eher Fünf nach als Fünf vor Zwölf ist ;)

    Hingegen kenne ich keine einzige Stadt, die aktuell an Lebensqualität gewonnen hat, weil man Stadtautobahnen erhalten oder neugebaut hat.

    Der Fernsehturm ist üblicherweise in jeder Stadt das höchste Bauwerk, auch in welchen mit vielen Wolkenkratzern, wie Toronto oder Shanghai (naja, nicht mehr ;)

    Upper West, Capital Tower und co. zählen natürlich nicht, ne?

    Sowas gibt es in Stuttgart übrigens nicht. Muss ja auch nicht, aber ein bisschen was von deren Mut zu mehr Höhe, Abwechslung und nichtrechtwinkligen Formen täte auch in Schwaben ganz gut. Vorallem aber auch Mut zu Stadtreparatur im Sinne von Rekonstruktionen/klassischen Proportionen statt furchtbarer Pseudo-Bauhaus-Fensterbänder und Rückbau von Verkehrsschneisen.

    Na, jetzt gehts Schlag auf Schlag: Man wird zwar nicht viel davon sehen aber da das mit 750 Millionen € das größte Bauprojekt der Bahn in Mittelfranken sein wird, ist es denke ich eine Erwähnung wert:

    Zwischen Nürnberg und Fürth soll ein 7,5 km langer Güterzugtunnel entstehen. Ich hoffe stark auf Entlastung der Strecke und damit pünktlichere Züge für den Personenverkehr!

    Hier weitere Informationen und eine Animation dazu.

    Nürnberg und Fürth wollen die Südwesttangente zur Autobahn umwidmen und an den Bund übergeben.

    Sie sei ohnehin als BAB geplant worden. Dafür wird eine Ablöse fällig, aber laut Stadt sei alles besser als die aus dem Ruder laufenden Unterhaltskosten zu bezahlen.

    Das wirft natürlich auch die Frage auf, ob sich die Stadt den Unterhalt für den Frankenschnellweg leisten kann. Ich habe aber um ehrlich zu sein keine Ahnung, ob der nach dem Ausbau nicht auch umgewidmet werden soll...

    Die Visualisierung sieht ja genau so grob aus wie die erste Skizze vom aktuellen Entwurf - das Ergebnis dann bestimmt auch. Ich würde Geld darauf setzen, dass von den ganzen Hochhäusern an der Ecke dieses, obwohl es in der Planung das jüngste ist, auch das erste sein wird, das wieder abgerissen wird.

    Der erste Entwurf hingegen hat ja nicht mehr gepasst, denn damals waren da noch Büros vorgesehen.

    Warum stattdessen Wohnbebauung dann erstens an dieser vielbefahrenen Kreuzung entstehen muss und zweitens wie ein Plattenbau aussehen muss ist mir schleierhaft. Man hätte auf dem markant zulaufendem Grundstück auch etwas vermittelndes zwischen Seetor und der alten Siedlung bauen können, etwas mit Klinker, oder gar mit angedeutetem Giebel. Einfach mal etwas Fantasie zeigen...

    Der neue Name für das Viertel steht fest und es ist


    ...


    Lichtenreuth!


    Mensch, die Zeit die der Stadtrat darüber diskutiert hat hätte man sicher auch wichtigeren Themen widmen können, aber es ist ja kein großer Schaden daraus entstanden.

    "Fjudscher Cambbus" war zwar nicht zur Auswahl, aber das ähnlich klingende "Noris Campus", doch wollte man nicht nur Studierende mit der Namensgebung erreichen. Die Grünen hätten den Stadtteil hingegen gerne nach einer Frau benannt. Bei Plätzen ist das zwar mittlerweile Usus, aber einen ganzen Stadtteil - nach einer einzigen Person benennen? Auf Grund der stark dem Zeitgeist unterworfenen Bewertung von Personen wurde auch daraus nichts, was ich absolut nachvollziehbar finde.

    Verkehr als Selbstzweck ist in Zeiten der Klimakrise eben nicht mehr zeitgemäß, auch wenn Arbeitsplätze daran hängen - meiner indirekt übrigens auch. Wie viele genau, das ist aber genau so abstrakt wie die Kosten durch Unfälle, Umweltschäden etc. Vielleicht sollte man mal genauer nachrechnen um das abstrakte und undurchsichtige mal fassbar zu machen? Sonst bleibt es eine Milchmädchenrechnung.

    Und nein, man kann nicht einfach sagen, man betrachtet die harten Zahlen und dann die Umwelt-/Gesundheits-/Sicherheitsfaktoren extern, weil eben alle Berechnungen (ob sich ein Neubau einer Tramstrecke oder was auch immer lohnt) im Zweifel immer von diesen harten Zahlen abhängig gemacht werden.

    Wie hier berichtet wird werden die Preise für den ÖPNV im kommenden Jahr im Durchschnitt um 5,5% steigen. Die im Stadtgebiet Nürnberg - Fürth - Stein bleiben aber stabil. Ab 2023 sollen die Fahrpreise wieder automatisch jedes Jahr steigen, moderater als bisher. Im selben Jahr will Nürnberg fürs Stadtgebiet das 365 € Ticket einführen, die anderen Städte und Landkreise lassen aber noch auf sich warten.

    Wer außerhalb arbeitet/lebt/Verwandte besuchen muss etc. wird aber immer mehr in Richtung Auto gedrängt. Schade.