Beiträge von nothor

    Mal wieder ein paar Aufnahmen vom Fertigwerdenden Luitpoldviertel entlang der Hainstraße:



    Es ergibt sich ein für meine Begriffe angenehmes Stadtbild, das durch die Harmonie der Baukörper einerseits und die Abwechselung der Gestaltungsdetails andererseits entsteht. Denn wir haben hier gottseidank keine "Copy&paste"-Gestaltung aus sich immer wiederholenden Elementen, sondern eine gesunde Abwechslung von Erdgeschossgestaltungen, Fassadenfarben und Fensterformaten:




    Der denkmalgeschützte Teil des ehem. Auto-Krauss-Areals ist noch im Werden. In den Kopfbau, der leider noch weiter von der Fertigstellung entfernt ist, kommt wohl der Edeka-Markt rein, vom dem hier die Rede war.

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    Wobei die zweite Hälfte des Statements, also die Zusage "wir legen bald los, nur noch ein paar Investoren finden, außerdem ist die Baugenehmigung noch nicht da" für mich wenig überzeugend klingt. Immer wieder war die Stadt überrascht von der Pleitenachricht eines Bauträgers, trotz "intensiver Gespräche". Ich rechne hier nicht mehr mit einer Umsetzung. Selbst wenn da ein Kran hingestellt wird kann das in der Pleite Enden, schließlich wollen die Investoren ja auch ihr Geld in Sicherheit wiegen, und da kann ein aufgestellter Kran ein gutes Argument sein. 100 k investieren um 1 Mio vom Investor zu erhalten könnte sich auszahlen.

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    Ich habe eher das Gefühl dass hier eine Konsolidierung in der Nahversorgerlandschaft entsteht, und es fühlt sich an wie ein entstehendes Oligopol. Ich hoffe dass die Stadtverwaltung da ein Auge drauf hat, denn wenn es am Ende nur noch Edeka, Aldi und Lidl gibt tut das dem Konkurrenzkampf ja nicht wirklich gut. Wir persönlich haben 3 Edeka in Fußweite, früher waren das noch jeweils ein Real und Marktkauf. Rewe hat ersatzlos geschlossen. Wir werden hier sicherlich Zeuge eines aggressiven Verdrängungswettbewerbs.

    Kaufhof-Abriss?

    In der NZ vom 15.02. ist ein kurzer Artikel zum Kaufhof-Abriss enthalten, in dem u.a. Karl-Heinz Enderle, Vorsitzender der Altstadtfreunde und Befürworter eines Abrisses sowie die Stadtheimatpflegerin Dr. Claudia Maué zu Wort kommt, die die Denkmaleigenschaft des Kaufhofes erklärt. Dabei werden die üblichen Argumente ausgetauscht:


    Pro Abriss:

    - Das Kaufhaus sei von Anfang an ein städtebaulicher Fehler gewesen, der letztlich auch zur Gründung der Altstadtfreunde geführt habe.

    - Der Fehler müsse korrigiert werden

    - Der Denkmalstatus sei nicht nachvollziehbar, da das haus mehrfach umgebaut worden sei, und dies normalerweise den Denkmalschutz unmöglich mache.


    Contra Abriss:

    - Es sei nun ein Denkmal (und damit sakrosankt)

    - Die Umbauten belegten anschaulich die Dynamik der Wirtschaftswunderzeit

    - Man (Hr. Söder) solle doch den Begründungstext des Landesamtes für Denkmalpflege lesen.


    Im Denkmalatlas heißt es dazu nur schmal:

    D-5-64-000-4085

    Königstraße 42; Königstraße 44; Königstraße 46; Königstraße 48; Königstraße 50; Königstraße 52.

    Warenhaus, viergeschossiger Betonskelettbau mit Flugdach und darüber Dachgeschoss sowie umlaufenden Rasterfassaden aus Jura-Marmor und Glas, Franz Reichel und Robert Vogel, 1950, Erweiterung nach Südwesten und Erneuerung der Fassaden von Hermann Wunderlich, Reinhold Klüser und Herbert Lochmann, 1961- 62; Sandsteinsäule mit Relief „Der Rufer“, Karl Knappe, um 1950. nachqualifiziert


    Das wird damit aber nicht gemeint sein. Wie dem auch sei, die Elfenbeinturmhaltung "Man solle den wissenschaftlichen Begründungstext lesen, mal sehn ob man den überhaupt findet (hihi)" ist natürlich für die Akzeptanz des Denkmalschutzes wenig hilfreich. Anstatt den Bürgern den Wert des Gebäudes näherzubringen, in dem man informiert und Führung durch das nun entrümpelte Gebäude anbietet bringt man sie nun gegen sich auf. Öffentlichkeitsarbeit hat der akademische Denkmalschutz noch nie so richtig gekonnt, das war aber auch kein Problem solange die Denkmale schon durch ihre Schönheit selbsterklärend waren. Doch wenn sich der Denkmalschutz nicht bald zwischen öffentlicher Meinung und Investoreninteressen aufreiben lassen will wäre es wichtig, mehr Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und weniger Gutachten in Hinterzimmern anzufertigen.


    Die Innenstadt steht aktuell so stark unter Druck dass ich es mir schwer vorstellen kann, dass sich der Denkmalschutz am Beispiel des Kaufhauses langfristig durchsetzen kann. Denn in diesem Falle ist Denkmalschutz gleichbedeutend mit Verödung, Verschandelung und Stillstand, und nicht wie in seinen Anfängen ein Schutzschild für die Erhaltung schöner Altbauten gegenüber den Kapitalisten und ihren Renditen.

    Ich meine dass letztens in der NZ ein Artikel dazu war, in dem hieß es, dass es in Nürnberg keinen Einbruch bei der Nachfrage nach Büroimmobilien gebe. Hier sei der lokale markt stabil - anders als in vergleichbaren Städten. Ich schloss daraus aber nicht, dass man deshalb neue Großprojekte angehen würde, aber wer weiß. Diese Wettbewerbsergebnisse haben ja oft nur Unterhaltungscharakter. Die Fälle, in dem derlei Wettbewerbsergebnisse tatsächlich gebaut werden, dürften bei unter 5o% liegen. Auch deshalb habe ich zu o.g. Projekt keine Meinung: Würde der Ecke an der Ringstraße gut stehen, aber wenns nicht kommt ists ja auch nix.

    wow,


    ja, Nürnberg ist leider fast überall stark marginalisiert, und nicht das was es sein könnte wenn man diese Stadt liebt und entwickeln möchte. Aber vielleicht haben künftige Generationen mehr Lust darauf Ihrer Stadt etwas zurück zu geben.

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    Naja die Telekom am Rathenauplatz ist auch kein Denkmal, bis auf das Betongerippe bleibt nichts übrig. Da wird aufgestockt, abgebaut und angebaut, eine völlig neue Fassade aus modernen Materialien, soetwas wird an einem Einzeldenkmal nicht möglich sein bzw. wie es heute im Kommentar in der NZ steht: Wieviel Denkmal bleibt dann noch?

    Der Denkmalschutz für das Kaufhaus ist problematisch, auch auf den Denkmalschutz als Institution an sich.

    Die Vermischung mit der "Magnetbahnstrecke" macht diesen Artikel in meinen Augen aber zu einem Bluff. Um den Kaufhof nutzen zu können sind sicherlich heftige Umbauarbeiten im Innern nötig, und die Aussage des Artikels scheint mir ein Versuch zu sein sich eine gute Verhandlungsposition zu erstreiten. Denn der Denkmalschutz - dessen Nürnberger Chef diese Woche übrigens in Pension geht - wird sicherlich unter Druck gesetzt werden müssen: "Die Messe und der Freistaat will" und "Entkernung oder Abriss" sehe ich hier in diesem Lichte; argumentativ den Weg frei zu machen. Ich persönlich würde mich freuen wenn der Kaufhof verschwindet. Er war schon als florierendes Kaufhaus eine Hässlichkeit, und als Leerstand ist es umso schlimmer. Ja, Denkmale müssen nicht schön sein. Aber wenn sie nicht schön sind ist es umso wichtiger, das Richtige aus dem richtigen Grund unter Schutz zu stellen. Beim Kaufhof sehe ich das nicht. Und wenn ich dran denke, dass die Messe ein Zaha Hadid-Entwurf jetzt erstmal gecancelt hat und nun stattdessen dieses muffige Kaufhaus als Aushängeschild kommen soll, na gute Nacht!


    Von der Magnetbahnstrecke halte ich nichts, in meinen Augen ist jeder Steuer-Euro, den man hier für Marketing, Pressearbeit oder gar Planungen und Anträge ausgibt, verbrannt. Ich sehe nur Gegenargumente, keine dafür. Kosten/Ticketpreise, Linienführung, Stadtbildpassung, Akzeptanz... Studenten sollen damit rasch zwischen den Hochschulstandorten hin und her fahren während sie sich in Nürnberg kaum eine Bleibe leisten können. Für mich ein aus der Zeit gefallenes Vorhaben.

    Wir erhielten am 01.02.2024 eine Pressemitteilung Sontowski & Partner zu einem geplanten Projekt in Gebersdorf:



    Ich habe mal einen Ausschnitt aus der hoch aufgelösten Grafik genommen, um ein paar Details sichtbar zu machen:


    (c) IMOGENT


    Ich kenne mich in der Gegend aber zu wenig aus um zu sagen ob das passt, und die Umgebung aufwertet, oder ob das eher ein Fremdkörper ist.

    Stimmt, du hast Recht:

    Südwestbau = Bezoldbau = Gründerzeitlich/Historisch

    Südbau = Sep Ruf = 1950'er Jahre.


    Und du hast natürlich Recht, ich meine "Romantik", das erste was mir dort auffiel waren die Gemälde im Stile des Caspar David Friedrich.


    Beim Architekturrundgang hieß es tatsächlich, dass die Tonnendecke nicht angefasst werden soll. Ich hörte allerdings heraus, dass man wohl nicht einstimmig glücklich mit ihr sei. Und das von dir gebrachte Zitat aus 2003 unterstreicht das, denn "Werkstattgefühl" kam da nicht auf. Man fühlt sich da eher verloren in einer Halle, an die man sich nicht erinnert sie bewusst aufgesucht zu haben. Und mit den Ausstellungsstücken harmoniert sie halt auch nicht, so eine Decke würde ich im Museum Industriekultur erwarten. Die Rundgangsleiterin zeigte auch historische Aufnahmen von den hölzernen Gewölben, die dort mal waren, ich hörte da ein gewisses Schwärmen.


    Bei den Bauernstuben im hiess es allerdings, dass der Fußboden bleiben würde, da er in das künftige Raumkonzept passe. Dabei handelt es sich ja um ein Stirnholzparkett, welches ja sehr rubust, langlebig und teuer ist. Ich würde es auch lassen. Die Deckenholzpaneele sollen aber ausgetauscht werden gegen dunklere und breitere. Der bereits fertig sanierte Teil, die sog. "Mittelalterhalle" war nur durch die Glastüre zu besichtigen, dort fanden Vorträge statt, das Wiedereinräumen der Ausstellungsstücke ist ab Januar 2025 geplant.


    Die Details über die geplanten Arbeiten im Bezoldbau, die du beschreibst, habe ich nur bruchstückhaft mitbekommen. Aber das freut mich. Es hiess auch, dass die Waffenausstellung dort wieder hin käme, und dass seit einiger Zeit eine erhöhte Nachfrage nach Waffenausstellungen sei. Macht ja irgendwie auch Sinn, die Waffen im "Waffenaal" bzw. Rittersaal des Bezoldbaus einzurichten, der wurde dafür ja auch gebaut. Und die Gewerbemuseumsobjekte könnte man stattdessen im selbigen am Königstorgraben zeigen.

    Aufstockung Reichstraße 8 Ecke Schweppermannstraße

    Nun ist das Haus wieder gerüstfrei zu sehen. Das Ergebnis lässt mich etwas ratlos zurück:


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    Ich verstehe zwar das Konzept, wonach man diese Aufstockung als Wiederaufbau sichtbar zeigen möchte und eben nicht originalgetreu gebaut hat. Aber etwas plump in der Materialität und Farbwahl scheint mir das doch zu sein. Zudem sieht die ganze Sache sehr unfertig aus, die Fenster im Erdgeschoss sind nur flott reingestellt worden, aber von einer geschlossenen Fassadenhaut kann keine Rede sein.


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    Kanns sein dass wir es hier mit einer Bauträger/Eigentümerpleite zu tun haben?

    GNM

    Am GNM wird man noch sehr sehr lange herumbauen, bis es einen rundherum befriedigenden Eindruck macht, einen Eindruck, der seiner Bedeutung gerecht wird.


    Das Tiefdepot ist ja nun fertig gestellt und war sogar Ende letzten Jahres für die Öffentlichkeit zugänglich, bevor es nun nochmal gereinigt und dann in den Betrieb übernommen wurde. Der große Klosterhof ist nun auch keine Baustelle mehr, sondern der Deckel der Baugrube ist geschlossen. Jetzt kann man diesen Hof durch die Fenster des kleinen Klosterhofes wieder gut erfassen. Denn genau hier wird sich die deutlichste Veränderung ergeben:


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    Der historische Kreuzgang, der hinten im Bild einfach als Sackgasse endet, wird durch einen Neubau von Chipperfield Architects geschlossen. Der dann neue, südliche Gang schließt rechtwinklig hinten an das Ende des historischen Ganges an und läuft dann direkt auf den Fotografenstandort zu. Der Klosterhof verkleinert sich dadurch natürlich erheblich. Ich denke allerdings dass das kein Nachteil ist, der Hof ist eh ohne echte Funktion sondern wird als Wiese bleiben. Immerhin ist das ja der Deckel des Tiefdepots.


    Sowohl der Südbau als auch der Westbau sind ab Montag wegen des Umbaus gesperrt. Der Südbau ist ein historischer Bau aus den Anfangszeiten des GNM und wird baulich nur wenig verändert. Schade eigentlich, dass man ihn nicht auch von außen wieder ertüchtigt, denn seit dem 2. WK sind doch erhebliche Vereinfachungen an dem Bau sichtbar.


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    Mal als Beispiel das Dachgeschoss des mächtigen Südbaus, von außen ist es ein steiles Satteldach.


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    Von Innen aber ist dieses Dachgeschoss eher eine Wellblechhalle, dort untergebracht die Abteilung "Romanik":


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    Ich persönlich war szwar schon öfter im GNM, aber diese Halle kannte ich noch nicht. In der Presse hieß es auch, dass die Umbauarbeiten die Wegeführung verbessern sollen. Momentan landet man als Besucher ja immer wieder Sackgassen im Nirgendwo. Zusätzlich würde ich sagen erschwert die Orientierung dass man von Innen kaum erspüren kann wo man sich gerade befindet. Das Beispiel dieser Wellblechhalle passt da ganz gut, man vermutet sich nicht in einem der älteren Gebäudeflügel des Museums. Anscheinend ist aber nicht vorgesehen hier etwas zu ändern.


    Weiterhin soll der Südwestbau von Sep Ruf aus den 1950'ern umgebaut und modernisiert werden. Der Flügel ist ein Einzeldenkmal und wird daher nicht wesentlich verändert. An sich ganz gut, denn gerade von Innen hat der Flügel seine Qualitäten. Aber von außen bildet dieser Abschnitt einen der schlimmsten Orte der Nürnberger Altstadt. Die Frauentormauer und die Grasersgasse werden hierdurch zu einem schwer beherrschbaren Ort für Stadtplaner.


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    So hochwertig die Räume in diesen Gebäuden von innen auch sind, umso problematischer ist ihre Architektur nach Außen. Fensterlos, abweisend und glatt schaffen sie Unbehagen. Deshalb glaube ich, dass der geplante Umbau das Museum deutlich aufwertet, aber künftig weitere Ideen für die Stadtgestaltung drumherum diskutiert werden müssen. Für mich schreit die Ecke im letzten Bild nach einem Eckgebäude, das heilend und einladend wirkt und den Stadtraum so reparieren kann.

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    Ich fahre da auch regelmäßig dran vorbei. Mir scheint als würde das Gerüst immer wieder um die Fassade herum wandern. So als hätte man um zu sparen einige Gerüstmeter abgemietet, und würde mit dem übrigen Gerüst immer dorthin wandern wo man es gerade braucht. Auch sind die hinteren Gebäudeflügel noch im Rohbau, ohne Fenster usw. Vorne an der Straße wird immer wieder was gemacht. Ich hab insgesamt schon das Gefühl, dass es weitergeht, aber langsam und auf Sparflamme.

    Fast fertig: Der erste Bauabschnitt.


    Wie es letztes Jahr noch in der Presse hieß würden die ersten Bewohner Ende 2023 in die fertig gestellten Wohnungen einziehen. Entsprechend sind die Baugerüste verschwunden und die Bebauung an der Äußeren Sulzbacher Straße zeigt sich wie auf der Visualisierung, wie von nenntmichismael hier gezeigt.



    Nebenbei sieht man auch dass das Neubauprojekt am ehem. Aldi aus dem Boden wächst, aber viel anschauliches ist da noch nicht zu erkennen.




    Die Häuser haben nichts spektakuläres, aber es gefällt mir trotzdem, dass hier mit Fensterrahmen, Farbe und Flugdächern gestaltet wurde.


    Besonders auffällig wird dadurch der Block an der Ecke. In der Visu hat sich das schon abgezeichnet, nun steht er da:



    Die Ostfassade mit den Balkonen (oder Laubengängen?) ist noch in Arbeit, aber wenn man bedenkt dass im Städtebau Eckgebäude stadtbildprägend sind, wurde das Prinzip hier ziemlich ausgenutzt, aber im negativem Sinne. Die graue, monolithische Fassade mit den gestreuten Fenstern, das ist einfach nicht was ich unter Schönheit, Harmonie oder Repräsentation verstehen würde, auch wenn die Materialität hier ganz ordentlich scheint. Für Stadteinwärts kommende ruft der Eckbau nicht unbedingt ein "Hallo, willkommen im schönen Nürnberg entgegen", sondern eher ein "lass mich in Ruhe".



    .... Naja, wems gefällt.

    Maxfeldstraße 34

    Direkt gegenüber hat letztes Jahr die "Glaserei Keimer" geschlossen (Streetview), im Ausverkauf wurde noch einiges an Bleiglaskunst angeboten, u.a. die monumentalen Schaufenster mit den Nürnberger Wappen. Seither wird die ehemalige Werkstatt und Verkaufsraum zu Wohnungen umgebaut. Im Hofbereich wurden die Werkstätten komplett abgerissen, und wie es damals von den Eigentümern hieß sollen dort Wohnungen entstehen.





    Im Vorderen Bereich des Hofes ist nun aber eine historische Remise aufgetaucht, die wohl stehen bleibt. Gottseidank, denn viele davon gibt es nicht mehr, und hier lassen sich garantiert Geräteräume für Gartenwerkzeug unterbringen, oder wenigstens Mülltonnen.


    Bin gespannt auf das Ergebnis.

    Und tatsächlich, die Fassade des denkmalgeschützten Hauses ist nach nun rund 2 Jahren oder so wieder abgerüstet. Es wurde Wort gehalten, die Dachgaubenarchitektur wurde wieder hergestellt. Überhaupt wurde die Fassade schön wieder aufgearbeitet und passend zum rechten Nachbarn, der Bismarckstraße 12 erhalten. Gerade die Dachlandschaft ist das Sahnehäubchen diese Gründerzeithauses. Hier hat sich jemand den Traum einer Galeriewohnung unter dem Dach in historischen Mauern erfüllt, und dabei offensichtlich richtig ran geklotzt.




    Ich vermute dass alle Räume, die nun Sprossenfenster haben, zur selben Einheit gehören. Und überhaupt sieht man, wie beeindruckend das ganze Haus optisch aufgewertet wird, wenn Sprossenfenster eingebaut sind. Die übrigen "Bruchbudenfenster" sehen dabei nicht nur unpassend aus, sondern auch arm. Als würde man bei seinem geliebten Auto den defekten Außenspiegel mit Tape festmachen und meinen, das passe so. Ich werde das nie verstehen. Altbau und Einscheibenfenster.

    Maxfeldstraße 53


    Zwischenstand der Umbauarbeiten am Denkmal Maxfeldstraße 53 (zuletzt hier gezeigt): ....... Mit Sprossenenstern und passenden Jalousieblechen könnte das letztlich ganz wunderbar aussehen und die Gegend aufwerten.


    IMG_0811.jpg

    Zwischenzeitlich ist das reizende Haus fertig saniert. Quasi in letzter Minute unter Denkmalschutz gestellt bevor Schultheiss&Co. es haben kaufen, abreißen und durch Schuhkartons ersetzen können steht es nun wieder als Perle in der Maxfeldstraße:



    Die Details, wie die Sprossenfenster und ornamentierten Jalousiebleche machen es perfekt:



    Ein Glücksfall für die Gegend und die gesamte Stadt!

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    Abgesehen von den offenbar sehr geringen Raumhöhen, die das Haus sogar von außen mit kleinen Fenstern strafen ist die Gestaltung eigentlich ganz okay.

    Es gibt Vor- und Rücksprünge, was sehr urban wirkt und nicht wie Satellitenstadt aussieht, außerdem ist die Putzfassade durch Simse und eine Sockelzone gestaltet. Und man hat auf diese behindert chaotische Fensteranordnung verzichtet zugunsten eines regelmäßigen Rythmus, was mir eher zusagt.

    Aber die Lage ist schon eine Zumutung, ich denke nicht dass hier eine dauerhaft nachgefragte Wohnlage entstanden ist, so zwischen zwei Hauptstraßen und Tankstelle gefangen - zu allen Himmelsrichtungen unverstellter Blick auf Asphaltflächen.

    Ich finde an diesem Beispiel kann man sehr gut sehen, wie man mit etwas Willen aus vielen Häusern, auch hier oft beklagten Neubauten, einiges rausholen kann. Geteilte Fenster, farbige Rahmungen und eine frische gut gewählte Farbe können so viel ausmachen.

    Das Problem ist ja eher der aktuelle Zeitgeschmack: Der bevorzugt nach meiner Beobachtung Nichtfarben wie Weiß, Grau und Schwarz sowie "Klarheit" statt Schnörkel usw. D.h. es soll bewusst hässlich sein, es ist nicht unbedingt Unvermögen, sondern Unwillen. Sprüche wie "Über Schönheit lässt sich streiten" spielen da auch eine Rolle, denn wer will sich schon Streiten, besser man machts hässlich, damit können faiererweise alle zusammen (nicht) leben.


    Aber es wird auch wieder einen Trend zurück zur Farbe geben, wenn ganze Straßenzüge im siffigen Grau verschmuddeln erkennen die Menschen, dass es auch farbig ganz schön ist, auch wenn es eine andere als die persönliche Lieblingsfarbe ist.


    Das Beispiel "Parkstraße 46" ist da wirklich erfreulich progressiv! Eigentümer und Architekten, die auf den aktuellen Zeitgeschmack pfeifen! Respekt!