Beiträge von nothor

    Zum Umbau der Ostendstraße steht heute der Artikel in der Printausgabe der NZ.

    Dabei wird auch auf den sich formierenden Protest eingegangen. Besonders witzig finde ich da den Autohändler, der angibt dass seine Anliefertransporte Staus verursachen. Hört hört, selten gibt mal jemand aus der Automobilbranche zu, dass sein Geschäft Staus verursacht. Eigentlich sollte er die Auflage erhalten, die Anlieferung auf seinem Betriebsgelände abzuwickeln, und nicht auf öffentlicher Verkehrsfläche.


    Aber vermutlich knickt hier unsere Lenor-Stadtverwaltung ein und lässt jeden machen wie er will, solange es ein angemeldetes Gewerbe ist.

    Oh weh, das sieht ja wirklich gruselig aus. Und dazu diese nackigen Balkone, die keinerlei Gemütlichkeit ausstrahlen. Ich finde es immer besser, wenn die Balkone in einer Reihe sind, ein Dach darüber ist immer praktisch, und es schützt ein bisschen davor, dass sie zu schnell verwittern.

    Wie du sagst, ich hoffe das Ensemble sieht am Ende besser aus als es dieser Ersteindruck vermuten lässt.

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    Ich bin da ganz bei dir, ich erlebe das auch täglich. Bayreuther Straße, das Magnet für solche Menschen, die "nur mal schnell etwas" ist da der Geldautomat und daneben der Bäcker, wo man halt "nur mal eben schnell". Ich Radfahrer habe ich da richtig Angst, wenn ich von hinten den Autoverkehr andröhnen höre und die zugeparkte Radspur verlassen und mich in den fließenden Verkehr einfädeln muss, dass man mal übersehen wird. Die einzige Lösung die mir einfällt: Dort, wo auf dem Foto von nenntmichismael der noch brach liegende Grünstreifen ist einen 2 Meter hohen Zaun hinstellen. Dann hört das Geparke auf dem Radweg definitiv auf.

    Danke für die tollen Fotos! Dort war ich schön länger nicht mehr unterwegs. Dass die Straße so enorm aufgewertet wird finde ich super!


    Die Gestaltung der beiden Neubauten AOK und Hotel macht mich hingegen weniger glücklich. Diese Quaderbauweise aus für Nürnberg untypischen Material erinnert mich bei der Betrachtung deiner beiden Bilder unfreiwillig an die Steintribüne, oder das alte Trafohaus mit dem Burger King an der Regensburger Straße. Dabei geht mir immer durch den Kopf, dass man in Nürnberg offenbar immer wieder die falschen Vorbilder wählt. Die Zäsur, die das dritte Reich in Nürnbergs Stadtbild hinterlassen wollte und oft auch hinterlassen hat scheint auch heute noch in den Köpfen zu sein. Wieviele Neubauten mit rötlichem Material, dem seit Jahrhunderten in Nürnberg tradiertem Gestaltungsmittel, sind denn in letzter Zeit entstanden? Mit fällt da nur die IHK, die Sebalder Kontore und teilweise das Neue Museum ein. Viel zu wenig.

    Neubau: Studentenwohnheim Maximilianstraße 54-56

    Seit langem schon beobachte ich den Verfall des alten Handwerkerhauses an der Maximilianstraße 54:

    Nachdem es hier bereits seit mindestens 2014 Planungen für einen Mikroappartment-Neubau an der ehem. Lenauwache gibt, scheinen die Bauarbeiten nun zu beginnen. Die rückwärtigen Gebäude werden abgerissen, der schmucke Altbau an der Hauptstraße hat auch kein Dach mehr und wird wohl auch bald abgerissen. Schade, dass man es nicht verstanden hat ihn in ein Neubauensemble einzufügen, denn das wäre hier angebracht gewesen.



    Vor allem, wenn stattdessen nach wie vor das hier entstehen soll:

    Nun scheint klar was geschieht: Es ist ein kompletter Neubau des gesamten Grundstücks geplant, wie die Novembersitzung des Baukunstbeirates Nürnberg zeigt. Es entsteht ein Studentenwohnheim mit 341 Wohneinheiten zu je 19 qm. Die Fassade zur Maximilienstraße, dort wo jetzt noch das kleine alte Haus steht, könnte sich einem ersten Entwurf nach so präsentieren:


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    Visualisierung: K.-H. Pauls Architekt, Projektentwicklung + Design, Wiesbaden


    Das wäre doch echt gruselig, wenn dieser graue, behindert gestaltete Kasten hier bald so präsent stehen wird.

    Für mich liest sich das nach Ausmanövrieren der Forderungen der FC-Fans und des Vereins durch die Stadt. Ich glaube kaum dass hier jemand Interesse daran hat, auf die Liste der kritisch bewerteten Kulturprojekte noch einen Stadionneubau hinzuzufügen. Der Wunsch kommt m.E. zur Unzeit, und ich rechne hier mit einem Dauerthema für die kommenden Jahrzehnte.

    Hintere Ledergasse 43

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    Am vergangenen Wochenende haben die Altstadtfreunde zur großen Schau ihres bislang aufwändigsten Fachwerkhausprojektes eingeladen, und es kamen reichlich Schaulustige. Denn anders als der Pellerhof wird dieses Haus bald von Mietern bezogen und für die breite Öffentlichkeit damit unzugänglich sein. Und immerhin haben tausende Mitglieder und Spender für die Rettung des Gerberhauses gegeben, und möchten ja auch mal in Augenschein nehmen, wofür es investiert wurde. Ich habe mir am Sonntag Vormittags die Zeit genommen und das beeindruckende Haus inspiziert. Wie bei allen bisherigen Besichtigungen betritt man das Gebäude durch die Eingangshalle, in der der Blick zuerst auf die mächtige Bohlenbalkendecke fällt. Der gewaltige Längsbalken trägt die gesamte Holzbalkendecke und ist entsprechend mächtig ausgefallen. Die großflächigen Seiten sind mit einer historischen Bordüre geschmückt, die im Zuge der Restaurierung wiederhergestellt wurde:


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    Läuft man durch die Halle Richtung Hof und blickt zurück, fällt jedoch auf, dass der Balken im Bereich des Treppenaufganges aufgeschnitten wurde, damit die lichte Durchgangshöhe zunimmt. Im Gespräch erfährt man dann, dass der Balken nur noch eine verkleidung ist, und die Decke von einem dahinterliegenden Stahlträger gehalten wird. Sonst wäre der Ausschnitt im Treppenbereich natürlich nicht möglich gewesen:


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    Der Hofbereich! Meines Erachtens bei diesem Projekt wesentlich spektakulärer und bedeutender als die zurückhaltend-schlichte Straßenfassade. Die gefache sämtlichst im "Nürnberger Rot" mit passend rotbraun gestrichenen Holzteilen:


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    Was für ein wohtuender Anblick, vor allem dann wenn man den Zustand noch von vor 5 Jahren oder länger vor Augen hat.


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    Im Erdgeschoss des Vorderhauses haben die Altstadtfreunde einen sogenannten "Gußasphalt" als Fußbodenbelang eingebracht, der von der Oberfläche her die Qualilät eines Terrazzo-Bodens mitbringt. So konnte ein ganz edler, fugenloser Fußboden realisiert werden. In der Mitte steht die Granitsäule, von der schon immer gesagt wurde dass sie vermutlich eine Zweitverwendung sei. Aber bis heute hat man nicht ermitteln können woher sie ursprünglich stammte. Nun, in diesem Raum ist sie mindestens seit 400 Jahren:


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    Mit einem Glasbodenfenster hat man den Blick in einen der ehemaligen Gerberbottiche ermöglicht. Leider verhindert das Kondenswasser den Blick in die Tiefe.


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    Doch gehen wir rauf und schauen uns die nagelneuen Wohnungen an. Die kleinere Wohnung im ersten OG ist eine der wenigen ohne Austritt. Dabei ist sie als die alte Wohnstatt der wohlhabendenen Gerberfamilie reich an historischen Details, mit barocken Türen, Zimmerdecken und vertäfelten Wänden:


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    Ein modernes Bad schließt sich direkt an das Schlafzimmer an:


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    Die größere der beiden Wohnungen im 1. OG bietet eine zentral gelegene Küche mit einer lauschigen Terrasse zum Hof mit Fenster zum Schlafzimmer:


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    Und auch hier ein top modernes Badezimmer:


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    Über das zentral gelegene Treppenhaus geht es nun weiter hinauf. Im Bild hinten ist eine Tür zu sehen, die über einen Laubengang zu den Obergeschossen in der Remise im Hof führt.


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    Gehen wir mal dorthin. Unterwegs der Blick zur eben besuchten Terrasse:


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    Die Remise sollte nach den Plänen der Altstadtfreunde ebenfalls Wohnraum werden. Hier hätte sich gewiss ein sehr gemütliches, zurückgezogenes Mikroappartment einrichten lassen. Die Brandschutzbestimmungen haben dies jedoch verhindert: Die Fluchtwegeproblematik war nicht lösbar. Nun werden die Räume weitgehend im Originalzustand belassen und stehen den Bewohnen als gemeinsame Nutzfläche zur verfügung. Wer weiß was die daraus machen werden? Das 1. OG mit Treppe in den Spitzboden:


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    Und zack, obwohl nicht Teil der Führung wollte ich trotzdem mal ein Blick rauf werfen. Nicht schlecht, die hohe Decke. Ein Rückzugsort, der die Phantasie anregt:


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    Zurück im Haupthaus nehmen am dem 2. OG die historischen Details in den Wohnungen immer mehr ab. Die Substanz beschränkt sich hier im Wesentlichen auf das Gebälk und Einbauten aus dem 19. jajrhundert. Viel Wert wurde auf den Einbau passender Holzfenster gelegt, von denen ich allerdings keine Detailaufnahme habe. Die Wohnungen sind zunehmend heller, und moderner, aber auch niedriger. Alle Wohnungen haben Austritte, in der Regel sind das stattliche Terrassen. Einige Eindrücke:


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    Der Blick über die Dächer auf den Globus am Kaufhaus Weißer Turm:


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    Und zuletzt der Treppenaufgang in die großzügige Dachgeschosswohnung:


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    Die weitläufige Wohnung bietet viel Fläche und viel Licht:


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    Der nach Norden ausgerichtete Gerbererker bietet einen stets schattigen Austritt ins Freie, auch in heißen Sommern:


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    Es ist einfach wunderbar dieses Haus in diesem hergerichteten Zustand zu sehen. Es wirkt auf mich persönlich heilsam, es zeigt, dass man im Prinzip alles retten kann, wenn man nur will. Abräumen und neu Bauen kann jeder, aber sich Gedanken machen wie man das vorhandene so umgestalten kann, dass es immernoch die Ausstrahlung des originals hat und trotzdem nach heutigen Vorstellungen nutzbar ist, das ist Baukunst. Oder besser die Kunst des Sanierens. Freilich, die Wohnungen sind etwas für Liebhaber. Ob man einer ist weiß man aber bereits nach wenigen Sekunden im Gebäude und ich bin sehr froh hier nochmal rein gekommen zu sein. Im Jahr 2012 bin ich in in der Hinteren Ledergasse 43 den Altstadtfreunden beigetreten (hier der Beitrag von damals mit Vorher-Fotos) und daher freue ich mich sehr dass es so gut geworden ist und dass es nun mit dem Besichtigungstermin doch geklappt hat.


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    Das Bauprojekt hinter der Tafelhalle ist an einigen Enden schon nahezu fertig, wie hier im April schon abgelichtet. An anderen Enden wird immernoch gebaut. Hier, aus dem Innenbereich des ruhigen Viertels von der Käppelstraße aus gesehen, sieht man am Bildhorizont den lang gezogenen Riegel entlang der vielbefahrenen Dr.-Gustav-Heinemann-Straße, den den Innenbereich einst vom Lärm abschirmen wird. Soweit darin Wohnen realisiert wird, und davon würde ich gerade ausgehen, wird das wohl der geförderte Teil der Wohnungen sein. Der Ausblick auf die Straße ist ja wenig reizvoll:



    Und um Vordergrund ist bereits das Baufeld für einen weiteren Block in Vorbereitung. Insgesamt kostet dieses Projekt eine Menge an innerstädtischem Grün, was der Anblick des Vorzustandes aus Streetview zeigt. Allein die direkte Nachbarschaft zum Naherholungs- und Naturschutzgebiet Wöhrder See lässt das Grün zugunsten von Wohnungen entbehrlich erscheinen.

    Ganz untypisch für mich, habe ich heute dann doch mal Rohbauten fotografiert. Hier die ersten sichtbaren Hochbauten am ehem. Auto-Kraus-Gelände. Hier hatte sich ja gefühlt Jahrelang nichts getan, wegen der archäologischen Untersuchungen am Ort dieses ehemaligen Herrensitzes. Schön, dass es nun endlich voran geht:


    Am Seetor-Projekt geht man nun deutlich sichtbar in den Hochbau. Von der Bushaltestelle an der Gustav-Heinemann-Brücke aus kann man direkt in die beeindruckende Baugrube schauen. Hier werden wahnsinnige Betonmengen verbaut:



    Auf den im Vordergrund sichtbaren Stelzen wird später die Blockrandbebauung hochgezogen, und wie man gut sieht werden weite Teile des Hofbereichs unterkellert und damit aber auch versiegelt sein. Grün soll es aber trotzdem werden.

    Ich hab mich dazu ja schon geäußert: Das Verteilergeschoss hat m.E. Denkmalwert, aber es ist wohl noch zu jung dafür.

    Jetzt werden Fakten geschaffen durch rausreissen von Originalsubstanz und Vereinfachung, um es auch künftig nicht erhalten und pflegen zu müssen. Wer glaubt denn im Ernst, dass ein hell angestrichenes U-Bahn-Verteilergeschoss lange gut aussehen wird? Es dauert nur wenige Jahre, und das sieht noch schlimmer aus als der Ist-Zustand, dass sich durch die kluge Material- und Farbwahl ja sehr sehr lange ohne nennenswerte Instandhaltung gehalten hat. Der Wegfall der Kugellampen, der Spiegeldecken und der gesamten Brunnenanlage empfinde ich als baukulturelle Katastrophe. Genau das sind die Alleinstellungsmerkmale dieser an sich gelungenen Architektur. Geschaffen wird nun banales Einerlei aus Grau und weiß, ein paar LED-Lampen und Bildschirme, und wir habe hier in Zukunft eine permanente Dauerbaustelle. Nichts davon hat dauerhaften Wert.


    Ich hoffe dennoch dass den Architekten, die hier angefragt werden, ein bisschen was dazu einfällt und man den einzigartigen Charakter zu erhalten versteht.

    Diesen Trend, alles mit Grau zu überlagern, verstehe ich nicht. Es wird dadurch immer mehr Farbe getilgt, und damit auch die Freundlichkeit aus unserem Stadtbild. Aber warum? Haben wir irgendwie eine Massen-Psychose oder eine Epidemie an Depressionen? Mich macht dieses Grau überall zunehmend aggressiv.

    Also ich mag mich dazu mal positiv wertend äußern: Ich finde nämlich toll, dass diese Surferwelle geschaffen wurde, und ein Hotspot für Wassersportler entstehen konnte. Allerdings hoffe ich eben auch, dass sie gut angenommen wird und dem entspricht, was sich die Nutzer davon erhoffen. Wirklich riesig ist die Anlage ja nicht, aber mal sehn, man wird es ja in der Presse lesen können wie sie ankommt.

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    Der Investor bpd hatte ja zugesagt, ein Ersatzkunstwerk für das verlorene Trix-Fliesenwandbild zu schaffen. Dazu wurde über die Firma Rother Architekten der Künstler Gerhard Mayer beauftragt, ein neues Gemälde aufzubringen. Wenn ich das richtig verstanden habe, soll es an dem im obigem Beitrag, auf dem letzten Foto gezeigten Treppenhausturm aufgebracht werden. Geplant war ein vollflächiges Kunstwerk über alle Geschosse in einer speziellen Putztechnik, das vom Künstler im Laufe diesen Sommers angebrachtw erden soll. Es könnte also sein, dass es sich hinter den gezeigten Planen befindet. In einem Video auf "Treffpunkt Architektur" kann man den Künstler zwischen Minute 48 und 58 zuhören und bekommt eine Vorstellung davon, wie es wohl werden wird.


    Das Trix-Wandbild ist zwar leider verloren gegangen, wurde aber digitalisiert und findet in der KiTa an der Kreulstraße wieder in kleinerer Form als Repro einen neuen Platz. Ist aus dem Straßenbild damit wohl leider verschwunden, aber nicht spurlos:


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    Rother Architekten Nürnberg

    Oft empfinde jedenfalls ich diese sogar als kontraproduktiv. Zum Beispiel die ganzen Berichte über vorläufige interne Kostenschätzungen für die Opernsanierung. Jetzt stehen da Zahlen im öffentlichen Räum. Der Leser ärgert sich, wie teuer es werden könnte. Und JEDER interessierte Bauunternehmer weiß jetzt genau, wie hoch er seine „Angebote“ (= Forderungen) treiben kann…

    Darum scheint es mir ja manchmal zu gehen. Den Leuten mit Schock-Informationen zu kommen. Ich finde das auch nicht immer hilfreich, hier wird suggeriert, als würden die Kosten ein entscheidungserheblicher Tatbestand sein. Dabei gilt dies doch bei Denkmälern genau eben nicht. Aber Kosten sind in Nürnberg immer ein schöner Aufreger, was könnte man damit nicht alles machen, heisst es dann in den Leserkommentaren.


    Die Kosten für die Opernhaussanierung sind für mich völlig irrelevant. Wenn man aber über Summen wie 900 Mio schreibt, oder in Stuttgart die Milliarde, dann spekuliert man ja vielleicht darauf dass sich "Bündnisse" und "Initiativen" formieren, die dagegen sind. Das Wording könnte auch anders sein: Die Kosten sind bekannt und bereits seit Jahren im Haushalt hinterlegt. Auf die Bauzeit gerechnet sind dies jährlich soundsoviel, entspricht also im Wesentlichen demunddem (Dem Defizit der VAG, oder irgend ein anderes Beispiel). Kein Mensch würde sich aufregen.


    Was ich meine ist aber vielmehr die Problematik, an Hintergrundinformationen zu kommen. Alle wissen, dass ein Objekt verkauft wurde. Aber an wen, und was derjenige vorhat bleibt so lange im Dunkeln, bis der Baugenehmigungsbescheid da ist. Und dann heisst es "wieso, die Behörden haben zugestimmt, da könne man nichts mehr machen". Dass man da nichts mehr machen kann bedeutet in dem Falle vielmehr, dass man da eigentlich nichts machen wollte.

    Den Eindruck, dass die NN/NZ-Leute immer auf der Suche nach Ideen sind, kann ich bestätigen.

    Ab und zu hab ich mal Kontakt zu einer/m Redakteur/in, tatsächlich holen sie sich über Internetrecherche viele Infos. Dazu dienen u.a. auch Foren wie dieses. Und wenn ich das richtig verstehe sind auch der Zeitung viele Infos versperrt. Man denkt immer, dass denen überall die Türe aufgemacht wird, aber investigativer Journalismus wird in der Politik zunehmend unbeliebt, wie mir scheint. Und wenn man den Frevel fotografieren kann ist es ja immer schon zu spät.


    Und immer wiederkehrende Themen wie z.B. der Obstmarkt, der seit 10 Jahren hätte umgestaltet werden sollen, und zu dem die Presse heute berichtet über eine Fahrbahnsanierung, die eben nichts zu tun hat mit der geplanten Umgestaltung, was soll man dazu groß hier posten?

    Oder der x-te Beitrag über die Quelle, die immer wieder in der Lokalpresse thematisiert wird. Die Arbeiten dort werden noch Jahre brauchen und zu sehen ist außer Schutt nichts. Und an den Plänen hat sich auch nichts geändert, also was soll ich dazu hier posten?

    Die Redakteure beneide ich da nicht, die Erwartungshaltung der Leser ist es Hintergrundinformationen zu bekommen, aber an die kommen die Wegen des "grassierenden Datenschutzes" selber oft nicht. Es heisst dann "Geschäftsgeheimnis" oder "Verwaltungsinterna". Man könne darüber nichts sagen, weil noch nichts fix sei. Ja sapperlot, genau das ist es doch was die Leute wissen wollen, sie wollen mitreden und eben nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden.


    Dann gibts viele Artikel zur "Umgestaltung des Stadtparks", einem Ort, der schon zu den Schönsten der Stadt zählt und bei dem eine Sanierung erst abgeschlossen wurde. Als wolle man damit ablenken von anderen Projekten, den ständigen Kübelbäumen überall, oder den Pocketparks...

    Einzig die "Summer in the City" Straßenexperimente z.B. in der Adlerstraße finde ich sehr spannend! Provokativ, innovativ, aber auch unübersehbar. Darüber lese ich gerne.


    Interessant ist zwar auch das hier "Millionenprojekt - Kletterhalle in Nürnberg", aber da weiß ich immer nicht ob das nicht nur ne Ente, eine Sommerloch-Info ist.