Beiträge von nothor

    In der Wochenendausgabe wird die Stadt - ich meine Wirtschaftsreferent Fraas - genau gegenteilig wiedergegeben: Man sei sich sicher dass der Karstadt an der Lorenzkirche Zukunft hätte, wenn man daraus etwas nach dem Vorbild des Wöhrl und des Breuninger machen würde, ein Konzept des "Erlebniskaufhauses". Und schließlich werde man noch dieses Jahr die Umgestaltung des Verteilergeschosses beginnen (sic.!)

    Es sieht also wirklich so aus als wolle die Stadt hier gutes Geld in einer Hängepartie versenken, in der sie wenig Karten hat.


    Der Karstadt ist für mich immer Adresse Nummer 1, wenn ich in die Stadt will und was suche, dass weder Elektronik noch Haushaltsartikel ist. Aber Klamotten, Geschenke, Feinkost, sogar Sportartikel, da gehe ich immer zuerst zum Karstadt. Mir fällt aber auch auf, dass sowohl das Kaufhaus keinerlei Fenster, kein Tageslicht hat, als auch dass die riesige Schaufensterfront im Verteilergeschoss mit Folien zugeklebt ist. Das ist das eigentliche Problem des Verteilers: Wie Karstadt damit umgeht!


    Der Plan der Stadt, das zu renovieren um Karstadt zu retten, kommt mir so vor als würde die Bahn das Bahnfahren attraktiver machen wollen, in dem man die Parkplätze an den Bahnhöfen neu pflastert.

    Danke für die Fotos! Wie man an den vielen Likes sieht dürften die meisten mit dem Bau zufrieden sein.


    Ich für meinen Teil denke mir zwar immer, dass er hätte in einigen Details etwas eleganter sein können. Z.B. sind die Fassaden zwar gestalterisch ansprechend und wertig gemacht, aber mir dann doch etwas zu viel. Sie erzeugen aus einigen Blickwinkeln dann doch Monotonie. Und irgendwie werde ich mit dem düsteren, steinernen Innenhof nicht so warm. Trotzdem habe ich damit meinen Frieden geschlossen, zumal ich die Bar mit der Aussichtsterrasse sehr gerne mag. Ich bin schon mehrere Male oben gewesen und habe mit Freunden die Aussicht und ein paar Drinks genossen. Sehr zu empfehlen, mal ein paar Schnappschüsse für die, die es noch nicht kennen:



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    Gute Frage, ich vermute schon, dass es nicht gefordert, aber gern gesehen war. Kurzer Exkurs: In der Bauakte unseres Mehrfamilienhauses BJ 1905 finden sich mehrere Architektenentwürfe, die teils arg verspielt waren. Insgesamt 3 x wurde der "Baupolizei" ein Bauplan vorgelegt, bis die letzte Version genehmigt wurde. Und jedesmal wurde gestrichen und weg gekürzt, v.a. gestalterische Elemente wie Ecktürmchen, Fensterformate wurden vereinfacht etc. Ich glaube daher in Nürnberg gibt es durchaus eine (Rest-)Tradition von Gestaltungswillen, der von behördlicher Seite eingedämmt wird. Der Tiefpunkt dessen sind hoffentlich die unsäglichen weißen Flachdachkisten, weiter abwärts kann es ja nicht gehen. Dein Beispiel Nürnberger zeigt mir dass angepasstes Bauen immer möglich ist und auch immer mehrheitlich gefällt. Angepasstes Bauen meine ich hier nicht gleichbedeutend mit maximal reduziertem Gestalten.

    Mir gefällt dieser Kniff mit den Ecktürmen. Der hier an der Hainstraße ist zwar eher plump und flach, aber er wertet die Ecksituation doch massiv auf und verhindert wirkungsvoll, dass bei einer durchgehenden Traufhöhe von 6 Stockwerken Monotonie entsteht.

    Gesehen haben wir das mit den Ecktürmen ja bereits u.a. beim Neubau in der Wodanstraße hier, und ich finde das darf ruhig Schule machen.


    Danke für die Foto-Updates!

    Frohes neues Jahr auch von mir an alle Forenteilnehmenden.


    Vielleicht präzisiert Professor ja noch seinen Punkt, den er hier gerne diskutieren möchte. Klar kann man Nürnberg mit Hamburg vergleichen, aber wozu?

    Ich erkenne allerdings einen Bezug auf meinen Beitrag, in dem ich mich positiv zu Hochhäusern äußerte, da ich finde Hochhäuser dabei helfen, den Flächenfraß ins Umland einzudämmen, womit die Erholung und Natur tendenziell besser für Stadtmenschen erreichbar bleibt. Wer mal durch die endlosen Vorstädte einer amerikanischen Großstadt wie Detroit (warum jetzt Detroit? Ja weil ich da schon mal war) gefahren ist und stundenlang nur Einfamilienhäuser und Shoppingcenter gesehen hat, weiß was ich meine.

    Bei uns vor dem Haus im Stadtteil Rennweg hat man im Zuge der Verlegung von Leerrohren für Glasfaser auch die Gehwegdecke erneuert, allerdings erst etwa ein Jahr später. Es wurden die m.E. für Nürnberg typischen quadratischen Betonplatten verlegt, aber das durchaus sehr sauber und akkurat in versetzten Reihen. Bei dem Gedanken, dass das alles wieder aufgerissen wird wenn die Leute ihre Anschlüsse haben wollen wird mit aber wieder Bange. Denn es wurden ja keine Leerrohre in die Häuer verlegt, das muss man dann alles wieder aufmachen.

    Zum "Ergo-Hochhaus" gab es heute einen Artikel in der NZ. Interessantes Detail: Die Stadt hat die Denkmalwürdigkeit des Bestandsgebäudes prüfen lassen. Die Architekten Richard Bickei und Hanns Dustmann hätten Anfang der 1960'er Jahre einige Hochhäuser geschaffen, von denen nun einige unter Denkmalschutz stünden. Das Nürnberger Beispiel schramme aber nur ganz knapp an der Denkmalwürdigkeit vorbei, da es Innen zu sehr verändert sei.


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    Die Fassade allerdings dürfte noch weitgehend original sein. Und ich muss gestehen dass ich sie außerordentlich qualitätvoll finde. Das habe ich glaube ich schon damals mal geschrieben, als es um die Planungen des Tafelhofpalais ging. Das Wechselspiel aus verschiedenen Steinsorten, die filigranen Fensterrahmen mit den geschickten Teilungen sowie die grundsätzlich senkrechte Gestaltung gefällt mir sehr gut. Ich finde sie so ziemlich zeitlos, sie könnte auch in Nordamerika irgendwo stehen.


    Detail:


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    Im Grunde gefällt sie mir auch besser als die Fassade des Tafelhofpalais. Je weniger Detailreichtum eine Fassade aufweist, desto höher und schlanker muss das Bauwerk sein, damit es elegant wirkt. Das ist ja beim Tafelhofpalais nicht so ganz gelungen, ich finde es zu niedrig.


    Wie dem auch sei, das Gebäude hat 2021 des Besitzer gewechselt und gehöre nun der S&P aus Erlangen, aus der Sontowski & Partner-Gruppe. Diese planen zwar noch immer den Abriss zugunsten eines Neubaus, die Wünsche der Stadt Nürnberg, man möge doch auch die "graue Energie" berücksichtigen, die man bei einem Abriss einfach verschwende und die das CO²-Budget des Neubaus enorm belasten, scheinen aber auch mehr Gehör zu treffen. In der NZ liest sich das so, als sei man für Verhandlungen offen. Womöglich kommt dabei ein Hochhaus heraus, dass etwas schicker wird als bisherige Entwürfe und etwas höher, damit es mehr zu vermarkten gibt. Ein Kompromiss mit win-win-Situation. Ich bin da nicht ganz hoffnungslos.


    Als Planer sind die Nürnberger GP Wirth am Werk, haben aber wohl noch keine Visu zu ihren Ideen. Wobei, die muss es ja beim Baukunstbeirat gegeben haben. Wirklich bedauerlich, dass es da keinerlei Informationen mehr online dazu gibt. Immerhin wird gesagt, dass es weiterhin eine hohe Sockelzone mit Arcaden für Fußgänger geben soll, die bis in das erste Stockwerk reicht. Also so wie die erste Visu von Henning Larsen. Der Entwurf, den du Pilere auf der Sontowski-Website gefunden hast, ist wohl beim BKB durchgefallen.

    Sanierung Bismarckstraße 14


    Sowas sieht man auch nicht alle Tage. Bei der Sanierung des Daches am denkmalgeschützten Sandsteinhaus Bismarckstraße 14 wurden jüngst die Verkleidungen der Dachgauben herunter gelassen. Man sieht sowohl die beeindruckend schöne Gestaltung als Tabernakel-Architektur mit den vielen Details, und die Verwitterungen, die die vergangenen 120 Jahre daran ausgerichtet haben.


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    Einer der Handwerker versicherte, dass die Verkleidungen wieder originalgetreu hergestellt werden.

    Wow, danke für den Fund! Das schaut gar nicht schlecht aus. Jetzt könnte ich spontan drüber schimpfen, dass das Erdgeschoss so verschlossen gestaltet ist, aber das ist bei den mittelalterlichen Nachbarhäusern genau so.


    Mit diesen glatten Sandsteinfassaden in der Altstadt kann ich gut leben. Wenn es eben keine Rekonstruktion sein soll, dann gerne so. Die Sebalder Kontore und die neue IHK stellen das Vorbild.

    Exakt, der wichtigste Pluspunkt, nämlich die massive Aufwertung des Erdgeschossbereiches, ist in der Sontowski-Visu verschwunden. Schade, da kann man auch den bestehenden Bau stehenlassen, der ist ja nicht der schlechteste, finde ich.

    Rund um den Nürnberger Flughafen sind in den letzten Jahren neue Parkhäuser entstanden. Ein Teil unserer kleinen Erholungsradrunde "Flughafenrunde" führt uns regelmäßig durch die "Parkhausallee", also die Straße, die die vielen Parkhäuser südlich des Empfangsgebäudes erschließt. Und heute hatte ich irgendwie einen anderen Blick als bisher darauf, und dachte mir, hier kann man eigentlich ganz gut ablesen wie sich die Parkhausarchitektur der letzten vielleicht 30 Jahre verändert hat. Wir kommen von Westen und sehen in Towernähe das erste der Parkhäuser, das bereits in den 1980'ern geplant worden sein muss. Die Waschbetonoptik verrät es. Was auffällt ist das Konzept zur Fassadenbegrünung:


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    Etwas weiter östlich und ebenfalls direkt gegenüber des Flughafengebäudes gelegen, das m.M.n. zweit-älteste Parkhaus, vermutlich aus den 1990'ern. Ich glaube das ist auch das größte und wurde mehrfach erweitert. Ich meine mich daran zu erinnern, dass das östliche Ende, das rund ausgeführt ist und direkt am Kreisel liegt, um 2003 noch nicht da stand.


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    Die jüngeren Parkhäuser stehen dann in zweiter Reihe vom Flughafeneingang aus gesehen, und werden daher wohl zuletzt ausgelastet. Hier befanden sich noch vor 10 Jahren oder so eingezäunte Kiesflächen, auf denen Autos geparkt waren dessen Besitzer das teure Parkhaus gemieden haben:


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    Hier wird schon auffällig, dass das Gebäude vollständig engmaschig eingehüllt wurde. Von Fassadenbegrünung ist nichts mehr zu sehen, stattdessen Maschendraht und Vollverglasung.


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    Und nun der jüngste Spross der Parkhausplaner, fertig gestellt erst um 2021:


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    Ich finde man kann schon irgendwie erkennen, dass die Planung immer mehr dem menschlichen Maßstab - wie Architekten gerne sagen - entrückt wurde. Es sieht so aus, als wäre das alles anhand eines maßstabsgetreuen Modells in einem Studio designt worden. Denn ich glaube als Modell wirkt der neueste Entwurf besonders modern, die Parkflächen sind von außen immer weniger einsehbar, das parken verspricht sodann immer weniger natürliche Einwirkung wie Wind, Staubeintrag, Sonnenlicht, herumfliegende Nischenbrüter usw. Das Parkhaus wird zu einem staubdichten Aufbewahrungskoffer. Vollkommen anachronistisch zum Megatrend unserer Zeit, in der man seinen Alltag eigentlich immer mehr mit der natürlichen Umgebung verknüpfen will. Das "P4" entspringt demselben Geist, der sich auch die Schottergärten ausgedacht hat. Es wird eine klare Grenze gezogen, bis wohin Natur geht und wo sie aufhören muss. Das Auto als des Deutschen Liebstes Kind darf natürlich keinen schädlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt sein, wenn es nicht bewegt wird. Diese Aufgabe erfüllen die neuen Parkhäuser sicherlich sehr gut.

    Ich begrüße jedes einzelne dieser Projekte. Wenn die Stadt schon wächst darf man es auch ihrer Skyline ansehen. Außerdem sollte man sehen, dass es pro Einwohner auch eine gewisse Menge an Freiraum und Naturraum in der Umgebung geben muss, und das schafft man nicht in dem man nur flach in die Fläche geht. Was ich in den 20 Jahren, die ich jetzt bald Nürnberg bin hier sehr schätze ist, dass ich mit dem Rad keine 10 Minuten brauche um in die Natur zu kommen, nördlich in den Reichswald. Allerdings ist auch das angesichts der immer mehr verschwindenden Landwirtschaftsflächen zugunsten neuer Siedlungshäuser schwieriger geworden: Der Erholungseffekt setzt später ein, ist weniger intensiv, gleichzeitig sind immer mehr Menschen unterwegs.

    Niemand sollte weiter als z.B. 10, 20 oder maximal 30 Minuten benötigen, um in ein ausgedehntes Erholungsgebiet zu gelangen, ohne Auto oder ICE. Der Annapark in Hummelstein zählt für mich nicht, denn der ist erfüllt von Verkehrslärm. Da braucht es schon etwas vom Maßstab des Wöhrder Sees oder des Luitpoldhains.

    Nochmal Werderstraße 24:


    Die Außenfassade wurde nun abgerüstet, das Gerüst ist verschwunden und der Putz sowie der Sandsteinschmuck sind frisch gestrichen. Das Erdgeschoss wird vermutlich genau so umgesetzt wie oben beschrieben. Die neuen Kellerfenster (auf dem Foto nicht zu erkennen) sind einfach außen auf die Fassade geschraubt worden. D.h. es kommt definitiv noch eine Schicht "Irgendwas" drauf, Glaswolle, Styropor oder irgend ein anderes Material mit Putz. Hoffentlich wird das geschickt gemacht und verdirbt den soweit soliden Gesamteindruck nicht.


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    Passend dazu, die Adamstraße 33 hat im 2. OG neue Sprossenfenster bekommen. Sieht das nicht gleich viel besser aus? Als würden nun endlich die letzten Kriegsschäden beseitigt.


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    Wieder was Erbauliches von den Altstadtfreunden: Das Erich-Mulzer-Haus in der Weißgerbergasse wurde jüngst renoviert. Die Verputzflächen auf den Gefachausmauerungen, die als Kissen ausgebildet waren, sind schadhaft gewesen. Ich vermute man hatte damals nicht den richtigen Putz dafür genommen, sondern irgendwas modernes, das zu hart war und die Spannungen des Untergrundes nicht mitgegangen ist. Der neue Verputz erscheint mir etwas flacher ausgeführt. Und ich hoffe der hält diesmal so lange wie die historischen Putze hielten:



    Und, die Altstadtfreunde haben sich einen historischen Ausleger gegönnt. Darüber hatte schon der E-Mail-Newsletter vom 6. Oktober berichtet. Der Ausleger ist ein Flohmarktfund und war einst Werbeträger einer Berliner Metzgerei. Der Baldachin, auf dessen Oberplatte der Greif steht, ist Original und hat wohl mal eine Sau getragen, die aber verloren gegangen war. Den Greif, das Wappentier des Vereins, hat der Metallbildhauer Adolf Held aus Schwarzenbruck aus zwei Hälften getriebenen Kupferbleches hergestellt und anschließend miteinander verbunden. Herr Held hat auch schon die phänomenalen Wasserspeier in Drachenkopfform für den Pellerhof hergestellt.

    Der Kunstschmied Thomas Strieder aus Fürth hat das dann alles zu dem fertigen Ausleger zusammengefügt und farbig gefasst. Schönes neues Detail für die Altstadt:



    Hab ich auch sehr erstaunt gelesen. War aber auch klar, dass der Riedel da mit dem großen Rotstift anrückt. Es heißt aber auch in seiner Vorlage, dass der Sparbeitrag der Kultur eher gering sei im Vergleich zu anderen Ressorts. Sei es drum, ich sehe es genau so wie du, an Kultur sollte man tunlichst nicht sparen wenn das Land in die Krise rutscht. Grade Kultur bietet Erbauung und sollte niederschwellig zugänglich sein, damit die Menschen Möglichkeiten haben sich zu treffen, zu genießen und abzuschalten. Wäre schade, wenn man nur noch den ganzen Tag TV schauen und sich Berichte über Inflation, Krieg, Pandemie und Klimakrise reinziehen kann.


    Ich habe eher das Gefühl, dass das Verhandlungsmasse ist, damit man seitens der Kämmerei überhaupt etwas erreicht. Wenn dann davon nur einiges weniges gestrichen wurde, dann ist ja aus dessen Sicht auch schon etwas gewonnen.

    Ich persönlich würde eher beim Straßenbau Potenzial sehen. Diesen Sommer wurde die Kreuzung Ulmenstraße/Vogelweiherstraße neu asphaltiert. Sie war vorher nicht kaputt, ich fahre da jeden Tag lang, es wurden auch keine Rohe verlegt oder so. Es wurde einfach nur Asphalt abgefräst, neuer draufgekippt und alles wieder draufgemalt so wie es vorher war. Mehrwert für die Stadtbevölkerung: 0,0. Ich glaube da kann man viel sparen.

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    Die Austraße habe ich damals fotografisch begleitet (Faden "Gostenhof", Beitrag 56 ff), das Team von Blauhaus-Architekten hat das umgesetzt und auch reich auf ihrer Website begleitet.


    Die Dämmung des Gebäudekomplexes an der Feuerleinstraße gefällt mir garnicht. Das sieht einfach nicht gut aus, ok, könnte schlimmer sein, aber empfindet das ehrlich jemand als ansprechende Gestaltung? Es wirkt plump, glatt und wenig langlebig. Solche Flächen ziehen Schmutz und Schäden an, das wird alsbald ziemlich gammlig aussehen. Und das mit den Farbklecksen verstehe ich auch nicht. Wenn man sich schon die Mühe macht und gerade Farbkanten vorbereitet und eine andere Farbe auswählt, wieso macht man dann nicht ein architekturoptisch wirksames Element daraus, z.B. eine senkrechte Reihe Brüstungsfelder unter den Fenstern, um z.B. das Treppenhaus sichtbar zu machen oder eine Symmetrie zu der Balkonreihe herzustellen. In einigen Jahren wird man sagen "das hat man damals so gemacht, heute würde das niemand mehr so umsetzen". Für mich sind diese "willkürlich und demotiviert wirkenden Farbfelder zwischen zwei Fenstern" immer ein Signal dafür, dass dort ärmliche Verhältnisse herrschen. Wenigstens haben die Fensternischen weiße Rahmen bekommen, das rettet den Eindruck ein bisschen.


    Danke für die frischen Fotos!

    Werderstraße 24

    Unterdessen hat man sich die Erdgeschossfassade in der Werderstraße 24 mal genauer angesehen:


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    Dabei wird sichtbar, dass man das Sandsteinquader-Bossenmauerwerk einst glatt überputzt und gestrichen hatte. Bei der Untersuchung des Untergrundes hat man es über der Eingangstür freigelegt. Das hätte man wohl auch früher untersuchen können, auch bevor man die Erdgeschossfenster bündig eingeklebt hat. Denn das passt natürlich nicht, wenn man das Bossenmauerwerk wieder herrichten will. Anscheinend hatte man von Anfang an geplant, auf den Glattputz eine neue Schicht aufzubauen, durch die die Fenster wieder tiefer in die Wand rutschen und wodurch das wieder schlüssig aussieht. Man kann natürlich die Bossen auch im Rahmen einer Dämmschicht imitieren, was womöglich der Plan war. Sowas habe ich schon mehrfach in Nürnberg gesehen, allerdings ist das optisch nicht wirklich befriedigend. Bin mal gespannt wie das hier weitergeht. Es wird zwar langsam, aber stetig an dem alten Gebäude gearbeitet, und das ist vielleicht auch ein gutes Zeichen für eine geschickte und optisch ansprechende Renovierung. Vielleicht gleicht das den Verlust der Martin-Richter-Straße 19 aus, die Gegend um den Fenitzer Platz ist ja noch recht heile.