Stromerstraße 3-9
Was macht eigentlich der Baukunstbeirat Nürnberg? Niemand weiß es, seine Tätigkeiten sind nahezu vollkommen aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden, seitdem man vor den Wunsch der Bauherren, alles bitte im Geheimen zu behandeln, eingeknickt ist. Auch aus der Presse ist hierzu fast nichts mehr zu entnehmen. Dabei war seine Einrichtung seinerzeit auch dafür gedacht, Öffentlichkeitsarbeit bei wichtigen Bauprojekten herzustellen, v.a. dann, wenn die Vorhaben sich auf das Stadtbild auswirken werden. Früher gab es daher neben den öffentlichen Sitzungen, die natürlich tagsüber stattfinden und daher im Prinzip unbesuchbar sind für Menschen, die einem Beruf nachgehen, noch umfangreiche Veröffentlichungen auf der Website i Form von Plänen und Protokollen. Nun? Nix mehr. Die Website ist insoweit eigentlich überflüssig, da sie über nichts mehr informiert.
Aber immerhin gibt es ein Projekt direkt am Kohlenhof, welches bereits auf der März-Sitzung behandelt worden war: "Errichtung einer Wohnanlage mit Gewerbe in der Stromerstraße 3-9". Dachte ich mir, nanu, nach meiner Ortskenntnis gibt es dort doch gar keine Brache. Tatsächlich steht dort ein älteres Bürogebäude aus vermutlich den 1990'er Jahren. Vor Ort haben nun, drei Monate nach dem offensichtlichem Durchwinken durch den Baukunstbeirat, die Rückbauarbeiten begonnen. So schaut eine Fassade aus, nachdem man die Dämmung herunter gepopelt hat. Ob die sich je amortisiert hat, wer weiß. Oder ob sie nun tatsächlich kaufmännisch abgeschrieben war und das ganze Gebäude nun verwertet werden muss, auch nicht unwahrscheinlich:

Übrigens, die Entsorgung von abgerissener Wärmedämmung ist sündhaft teuer, da man damit wirklich garnichts mehr anfangen kann. Man kann es nur verbrennen unter Zugabe von massiv Erdgas. Falls man keinen Typen kennt, der das Zeug einfach mit LKW in einen ostpolnischen Wald bringt und dort in eine Grube wirft. Egal.
Sehr wahrscheinlich wird der Bau nun abgerissen. Nix graue Energie bewahren. Aber wir werden es sehen. Der Bauherr ist die BAYIKO Stromer GmbH, die leider online dazu keine Infos anbietet. Aber die Bayiko (Gruppe?) hat rund um den Kohlenhof eine ganze Reihe Projekte am Laufen. Bauen die nicht auch das geplante Hochhaus gegenüber für die Universa Versicherung? Die sichern sich die einen Großteil der Rendite dieses stadtentwicklungsmäßigen Großprojektes am Kohlenhof. Plus die positiven Auswirkungen des nun beschlossenen FSW-Ausbaus. Clever, clever! Sei es drum, hoffentlich wird das, was dort entsteht wenigstens hochwertig und ein positiver Beitrag zum Stadtbild! Auch einen kleinen Wohnturm könnte ich mir dort vorstellen.