Beiträge von nothor

    Aus dieser kleinen Gasse ließe sich wirklich etwas schönes machen. Die Waagstraße, eine Nebenstraße der Gustavstraße in Fürth erinnert mich immer daran, wie es hier aussehen könnte. Dazu müsste man noch nichtmal irgendwas bauen, sondern einfach den öffentlichen Raum beleben.

    Interessant ist die Verbindung zwischen "nachhaltigem Wirtschaftssystem" und Innovation / Rationalisierung. Die vergangenen 300 Jahre Innovation und Rationalisierung haben uns leistungsfähigere, im Betrieb manchmal sogar weniger umweltschädliche Technologien beschert, folglich höhere Produktivität, Arbeitsteilung, Ausbringungsmenge, Verfügbarkeit, größerer Wohlstand, explodierende Ressourcenbedarfe. Als ökonomische Optimisten bezeichnen wir das eine ebenso lange Zeit als Fortschritt. Zu mehr Nachhaltigkeit hat dieser die Menschheit wie wir sehen bislang nicht geführt, nach wie vor ist das im weltweiten Maßstab maximal eine Nischenerscheinung. Was nicht ist, kann natürlich noch werden...

    Naja, wenn man die Nachhaltigkeit anhand der konkreten Bedürfnisse misst, ist die Lage eigentlich so schlecht nicht: 1.000 Personen in Bussen oder Bahnen zu transportieren geht heutzutage doch wesentlich nachhaltiger als vor 50 Jahren. Hinsichtlich der ressourcenschonenden Bedienung konkreter Bedürfnisse ist das Konzept der Marktwirtschaft ja auch unschlagbar, aber wenn ein Sättigungspunkt erreicht ist, und man sich in den Unternehmen Gedanken macht über die Schaffung neuer Bedürfnisse wird es kritisch. Ein Bedürfnis, was der Mensch vor 20 Jahren noch garnicht kannte, erzeugt heutzutage massive Umweltbelastungen: Angefangen von Spax- und sonstigen Spezialschrauben, ohne die man vor 20 oder 50 Jahren auch gut klarkam bis zum Kapselkaffeeautomat, dem Smartphone oder das Internet haben wir heute nachgefragte Produkte, die aber letztlich nicht lebensnotwendig sind. Viele Menschen verlieren dann das Gespür dafür, was sie wirklich brauchen, und dann braucht man halt einfach alles, was es gibt. Nicht wenige Haushalte haben zwei Kaffeemaschinen und mehr, oder mehrere Kühlschränke usw....


    Während man in den 1950'ern vielleicht mit nur einer Steckdose pro Raum klar kam, braucht man heute oft derer 10. Aber während früher die Sicherung rausgeflogen ist wenn man den 2.000 Watt Staubsauger angeschlossen hat, kann ich heute staubsaugen ohne dass ich meinen PC ausmachen muss usw.... Aber es gibt halt noch den Router, das Modem, das W-Lan-Repeater, den Home-Server, die Hifi-Anlage, diverse Deko-Lichter oder keine Ahnung wieviele Küchengeräte.... Und da bin ich noch nichtmal bei einem "Smart-Home" mit elektrischen Türklinken und Heizkörpern mit W-Lan usw...

    Ich stelle die Visualisierungen hier mal direkt ein:



    Architekten: GRABOW + HOFMANN Architektenpartnerschaft BDA; Quelle: WBG Nürnberg


    Es kommt dann maßgeblich auf die Fassadenqualität an, aber diese bewusst rauschig gehaltene Visu sagt dazu nichts aus. Vermutlich wird es eine verputzte WDVS-Fassade, und das wäre in der Tat enttäuschend banal. Immerhin war mal ein Glasturm geplant.

    Neubau: Erhardstraße 6-8

    Gegenüber dem Versicherungstower an der Ostendstraße plant die WBG den Neubau eines Bürohauses. Das Unternehmen hatte hierzu einen Architektenwettbewerb durchführen lassen, aus dem das Münchner Büro Leuschner von Gaudecker als Gewinner hervorging. Das Büro bietet auf seiner Website http://leuschnervongaudecker.de/startseite/ ein paar Grafiken dazu, u.a. eine Visu:


    lvg-erhard-bild7.jpg
    Visualisierung: Leuschner von Gaudecker


    Gerade die Erdgeschossone, die ja direkt an den Ring angrenzt, hat massiv verloren. Der alte Entwurf von Leuschner&Gaudecker hatte ein verglastes Erdgeschoss vorgesehen. Und dort soll doch ein WBG-Kundenzentrum rein, da würde die offene und einladende Verglasung gut hinpassen und mit dem öffentlichen Raum kommunizieren.

    Die Grünen hätten den Stadtteil hingegen gerne nach einer Frau benannt. Bei Plätzen ist das zwar mittlerweile Usus, aber einen ganzen Stadtteil - nach einer einzigen Person benennen?

    Haha ich bin begeistert! Ich fand Lichtenreuth von Anfang an nicht schlecht, es passt einfach sehr gut in den Kanon der Nürnberger Stadtteile.


    Und die Grünen hätten gerne eine Stadtteil "Käthe Kollwitz Quartier" oder wie?


    Was für eine Posse, die ganze Aktion. Die SPD macht sich zum Obst und die Grünen legen nach.

    Vielerorts erhält das über Stellplatzschlüssel sogar eine gesetzliche Dimension. Verkehr / Mobilität ist bekanntlich nicht nur Mittel zum Zweck, sondern selbst gewaltiger Wirtschaftsfaktor und hin und wieder sogar Selbstzweck :-)

    Genau das ist ja das Schreckliche. Das ist eine einseitige Sichtweise, die bewusst Alternativen ignoriert. Und sie ignoriert auch, dass sie unwiderbringliche Ressourcen zerstört. Bewusst Verkehr zu erzeugen ist dasselbe wie bewusst Müll zu produzieren, und blendet aus dass beides Folgekosten verursacht. Genau das geschieht aber auch mit der "geplanten Obdoleszenz". In einem Wirtschaftssystem, das nicht auf Nachhaltigkeit sondern auf Wachstum ausgerichtet ist, macht das genannte alles Sinn. Es wird einfach so getan, als wäre immer mehr Autoverkehr und immer mehr Straßen und Parkplätze völlig ohne Folgen für Mensch und Natur.


    Es ignoriert auch, dass es auch Alternativen gäbe, die funktionieren können. Um zum Thema "kostenlosen ÖPNV" zurück zu kommen, der Weg von einem (subventionierten) 365 EUR-Ticket hin zu einer Steuer für alle Nürnberger wäre es nicht mehr weit. 1 EUR/Tag ist nicht viel verlangt.


    Und es wird auch so getan, als würde es zwar ein Autofahrbedürfnis geben, aber kein Mobilitätsbedürfnis. Sprich, wenn ich nicht mehr autofahren kann, dann bewege ich mich garnicht mehr. Auch das ist ja falsch. Und ein intensiverer Rad- und ÖPNV produziert ja abermals Arbeitsplätze. Und zuletzt, die Einsparung von Arbeitsplätzen wird von Ökonomen i.d.R. mit Rationalisierung und Innovation beschrieben. Wenn ich Mobilitätsbedürfnisse mit weniger Arbeitsplätzen bedienen kann, nennt man das normalerweise Fortschritt. Nur für die Autoindustrie gelten halt andere Regeln, auch bei den Ökonomen.

    Hr. Vogel sagte in dem Interview sinngemäß, dass man zunehmend naturnah arbeiten würde, und nur noch dort mäht wo es Sicherheitsbedenken gebe, z.B. weil Sicht versperrt würde, oder dort wo es die Art der Nutzung erfordere. Z.B. wird auf Bolzplätzen gemäht und dort, wo die Leute i.d.R. picknicken wollen.

    Die Nordkante des Marienbergparks entlang der Flughafenstraße ist ein perfekter Ort um es wild wachsen zu lassen. Dort wird kaum jemand seine Decke ausbreiten wollen.


    Das man die Grünstreifen entlang des Rings nicht mäht finde ich gut. Die vielen bunten Blumen gefallen mir sehr, und der Gegenverkehr wirkt weniger störend. Ich wüsste nicht was es bringen soll dort Geld auszugeben um es aussehen zu lassen wie einen Golfplatzrasen.


    Bei mangelnder Pflege störe ich mich tatsächlich mehr an dem Flickwerk auf Straßen und v.a. auf den Gehwegen (War in der Presse auch schon wieder Thema).

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    Das ist mir schon bewusst. Mir ist auch klar, dass meine KfZ-Steuer sowie die Spritsteuer, die ich an der Tanke zahle, den Bau und die Instandhaltung der von mir genutzten Infrastruktur nicht abdecken. Genau so wie mein Ticket nicht die Kosten den ÖPNV deckt. Aber ich habe als Autofahrer doch die Möglichkeit, meine eigenen Kosten massiv zu senken und viele der Kosten zu vergemeinschaften. In unserem Viertel gibts ca. 30 - 50% Anwohnerstellplätze, ich nutze sie aber nicht und spare mir die Kosten. Letztlich laufe ich sogar weiter, um kostenlos zu parken - zumindest dort wo ich mich etwas auskenne. Die gewerbetreibenden machen es ähnlich, im EKZ gibt es beim Einkauf Rabatt auf die Parkausweise. Wer mit dem ÖPNV anreist zahlt immer den vollen Preis.


    Das 365 EUR Jahresticket finde ich aber super, ein Schritt in die richtige Richtung, und ich werde mir auch eines kaufen, auch wenn ich nur 1 x im Monat tatsächlich damit fahre. Da geht es mir um die Symbolik, ums Prinzip, um den Gewinn an Lebensqualität. Aber mit 1 EUR/Tag für eine ÖPNV-Transportleistung sind wir schon recht nahe an einer Art Steuer, vollkommen abgekoppelt vom Nutzungsverhalten.

    Naja der Autobahnausbau rund um Nürnberg muss sich ja lohnen, deswegen müssen die Straßen immer schön voll bleiben.

    So wird die Verkehrswende schwierig.

    Ich bin mittlerweile der Meinung dass der ÖPNV kostenlos sein muss. Alle reden immer davon, dass der ÖPNV kostendeckend sein muss, während die Instandhaltung von Straßen und Autobahnen aus Steuergeldern, also auch von den Nutzern des ÖPNV bezahlt wird. ÖPNV kostenlos, oder eben auf den Straßen eine PKW-Maut. Das wäre ein wirksames Austarieren der Systeme. Ich fahre mittlerweile auch wieder mehr Auto, weil es einfach konkurrenzlos billig ist. Mein ÖPNV-Jahres-Jobticket hab ich gekündigt, weil mir die rd. 790 EUR im Jahr einfach zuviel sind, denn als Radvielfahrer hab ich zuletzt nur noch 1 x im Monat eine Strecke mit dem ÖPNV zurück gelegt.

    Für mein Auto zahl ich weniger, inklusive Sprit, Versicherung und Steuer (aber ohne Abschreibung) und freier Benutzung aller Straßen sowie überall kostenlose Parkplätze. Einen U-Bahnhof darf ich ohne Ticket nichtmal betreten, soweit ich weiß.

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    Verstehe ich dich richtig, wenn du sagst die Fläche eines Autohauses wirke "gepflegt" und ein Park, in dem man Flächen der Natur überlässt, seien ungepflegt? Interessant, ich sehe das nämlich völlig anders.

    Ich freue mich jedesmal wenn ich einen ungemähten "Rasen" sehe, auf dem es blüht und summt. So stelle ich mir einen Park vor, in dem das Spazierengehen Spaß machen soll, das ist Natur.


    Dazu war in der Zeitung vor einigen Tagen auch ein Artikel, in dem Bürgermeister Vogel dazu Stellung nahm. Kurzum: Zur selben Fläche kommen erst Beschwerden, warum nicht gemäht werde, und wenn man dann mäht, kommen wieder Beschwerden warum abgemäht wurde. Ich gehöre der zweiten Partei an. Ein Golfplatz ist keine Natur, nur weil es grün ist. Und ein Park sollte Natur sein. Wenn man allerdings ein Autohaus und seine Ausstellungsfläche schöner findet, dann kann man natürlich auch dort spazieren gehen und sich erholen. Das Riesenautohaus als Naherholungsgebiet :-)

    Kleinreuther Weg 32


    Nürnberg ist um eine architektonische Abscheulichkeit reicher geworden. Der Kleinreuther Weg, einst der letzte Straßenzug mit vorstädtischer Bebauung in dieser Gegend, mit zahlreichen Gärten und Restaurants, ist nun mit einer Abfolge von modernistischen Wohnsilos zugebaut worden, Schlaf-Alkoven für orientierungslose und durch ihre Jobs ständig gestresste Stadtbewohner. Das Viertel ist dadurch dichter, aber auch grauer und lebloser geworden. Das Turmhaus am Platz, den die Kreuzung aus Pilotystraße, Juvenellstraße, Gärtnerstraße, Harrichstraße und (Innerer) Kleinreuther Weg bildet, hätte auch ganz gut hineinpassen können, wenn man die Gestaltung im Detail nicht so verdorben hätte:


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    Die gigantischen, grauen Balkone wirken durch die hässlichen Bleche noch brutaler als sie eigentlich sein müssten. Von Leichtigkeit in der Architektur keine Spur, das ist eher Brutalismus. Die Ideale Nutzung im Erdgeschoss wäre ein Cafe oder eine Bäckerei, aber ich vermute anhand der eng stehenden Fenster, dass hier Wohnungen mit Garten vorgesehen sind. Wie paradox! Wer will seinen Garten denn mitten auf der Straßenkreuzung haben? Auch sonst sprechen die vielen Öffnungen der Lüftungsanlagen in den Wohnungen eine deutliche Sprache, hier ist nichts hochwertiges entstanden. Das Gebäude wird schon in wenigen Jahren durch die Verschattung der Bäume, Beregnung und die vielen dampfenden Lüftungsauslässe ziemlich vergammelt aussehen.


    Dabei ist die Grundstruktur des Hauses durchaus vielversprechend. Mehrfach gestaffelt, große Fenster und den Bogen der Harrichstraße folgend fügt es sich eigentlich gut ein. Nur die finale Gestaltung ist absolut schief gegangen. Das Konzept setzt sich leider an den übrigen Gebäudeteilen fort:


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    Schmale Schießschartenfenster, alle bodentief und mit verzinkten Gittern ("Absturzsicherungen") davor lassen das Haus eher abweisend unkreativ wirken. Hier hätte es wesentlich elegantere Lösungen gegeben. Anstatt der dümmlich wirkenden Balkone wären Loggien viel harmonischer gewesen, die Balkone gehören zum Hof ausgerichtet.


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    Und natürlich alles in grau, sogar das Dach. Wie furchtbar. Wenn die Leute in wenigen Jahren das "trendige Grau" satt haben, was dann? Überhaupt wundere ich mich nicht mehr, wenn viele Menschen in den vergangenen Monaten zunehmend psychische Probleme bekommen haben. Das Entfliehen in den Urlaub war nicht möglich, und unsere Umgebung wird immer mehr von soetwas zugebaut. Da wird man doch verrückt im Kopf, bzw. ist es schon wenn man meint mit solchen Bauten einen wertvollen Beitrag zum Wohlfühlen in der Stadt zu leisten. Was vorher hier stand, kann man hier sehen.

    Für mich ist die Antwort ziemlich naheliegend: Das "Haus des Spiels". Unzureichende Magazinflächen mit geringen Deckenhöhen gibt es ja im Imhoffhaus immernoch genug. Im Pellerhaus allerdings ließen sich dann zahlreiche Nutzungen umsetzen: Repräsentative Veranstaltungsräume mit hohen Decken und moderner Austattung - oder eben das wieder an seinen angestammten Ort translozierte "Schöne Zimmer", das jetzt unrichtig im Fembohaus eingebaut wurde (wo es vermutlich nicht korrekt ausgerichtet ist, da Westfenster - im Pellerhaus gibt es keine Westfenster).

    Und wenn einem nichts einfällt, dann hat man halt 4 Meter hohe Magazinräume. Für mich ist der korrekte Anschluss an den Treppenturm und den Hof schon Grund genug für die Rekonstruktion. Ja, mir wäre sogar ein Abriss und eine völlige Neuschöpfung des Magazintraktes lieber als die Sanierung des Ist-Zustandes, wenn er es schafft den Treppenturm und den Hof anzuschließen, denn allein dadurch wäre er eine wertigere Struktur. Nur ist eine Neuschöpfung mit all den Problemen, die sie aufwirft, garnicht notwendig, da der Vorgänger von 1602 gut genug dokumentiert und kulturhistorisch wichtig genug wäre für eine Rekonstruktion.


    Egal wie ich es drehe und wende, der Mayer-Magazinbau ist für mich die denkbar schlechteste Lösung für den Ort, den Denkmalschutz für diesen Magazinkubus kann ich nicht so richtig verstehen. Er ist mit wenig erkennbarer Weitsicht und Umsicht geplant und stört eigentlich jede zukünftige Entwicklung erheblich. Um ihn nutzbar zu halten wird wohl auf dem Grundstück des Schwarzen Pellerhauses eine weitere Krücke angefügt werden müssen. Flickschusterei hat hier jemand gesagt, und das sehe ich genauso. Von Amtswegen.


    Hat das eigentlich mal jemand zuende gedacht? Wenn OB König davon spricht, das "Schwarze Pellerhaus" zu rekonstruieren, es zugleich aber als Erschließung für den Mayer-Magazinbau zu planen, wo dann Treppenhäuser und Aufzüge rein sollen, die sowohl die Deckenhöhen des schwarzen Pellerhauses als auch des Mayer-Magazinbaus berücksichtigen sollen, was soll das eigentlich für eine Konstruktion werden? Das wird wieder ein Hybrid aus historischer Fassade und technischen Einrichtungen, wo innen und Außen nicht zusammenpassen. Und das alles um ein denkmalgeschützes Magazinhaus "am Leben" zu halten.... Für mich ergibt das wenig Sinn und ich vermute, man würde uns Nürnberger dafür nur auslachen.

    Carlina Park


    Mal ein paar Schnappschüsse vom Projekt "Carlina Park". Nun wachsen alle fünf Hochbauten aus der Baugrube empor. Wir fahren mit dem Rad sehr häufig an der Baustelle vorbei. Die nach Osten, zum bestehenden Wohngebiet orientierten Gebäude werden aus Kalksandstein errichtet, der mit Dämmstoffen beklebt wird:


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    Die Häuser direkt an der Schopenhauerstraße dagegen werden aus Stahlbeton erstellt. Da frage ich mal in die Runde, ob man weiß wieso? Stahlbeton ist ökologisch ein ziemlich problematischer Baustoff, und wie man hier sieht, ja eigentlich nicht erforderlich, denn andere Gebäude des selben Ensembles werden aus KS gemauert. Gibts da einen Grund? Ist ja nicht so dass es Wolkenkratzer werden, die Erdbebensicher sein müssen. Und für die Bewohner ist das eher umständlich, wenn man dann in den Wohnungen etwas an die Wand bringen will.


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    Und zwischen der Betonorgie fällt mir etwas anderes auf, dass der arg verregnete Frühsommer nun dauerhaft zeigt. Anscheinend ist das gesamte Areal versiegelt und mit einer Deckelplatte versehen. Und bei dem vielen Regen sammelt sich auf dem als Wanne ausgeführten Deckel nun das Wasser und steht dort, wie hier an der Schopenhauerstraße:


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    Oder hier am Durchstich zwischen Schopenhauer- und Hegelstraße


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    Fall das mal Gartengrundstücke werden sollen, dann viel Spaß im Matsch. Der Plan erschließt sich mir nicht so ganz, die 40 cm Erde sind ja schnell mit Wasser durchtränkt, und das bekommt man dann nicht mehr so leicht da weg, wenn es nicht nach unten versickern kann.

    Danke fürs Nachfragen.


    Naja klingt nach einer Notlösung, denn die Glasmosaikdecken mit den Kugelleuchten sind schon wesentliches Charakterium des Verteilergeschosses. Dass durch LED-Milchglas-Lichtdecken zu ersetzen nimmt dem Verteilergeschoss sehr viel Charme und lässt es am Ende aussehen wie eine 08/15-Büroetage. Wenn wenigstens die Kugelleuchten blieben...


    Dass die Aluminiumrohre erhalten bzw. in hellerer Fassung ersetzt werden sollen finde ich erfreulich, ebenso dass die rauhe Waschbetondecke bleibt.


    Dennoch wage ich zu prophezeien, dass die Verteilerebene dadurch an Wert verliert und langfristig verramscht. Besonders deutlich wird man das merken wenn man die Bahnsteigebene sieht, bei der es gelang den Ursprungszustand zu erhalten. Dort ist noch alles aus einem Guss. Nürnberg hat hier etwas absolut einzigartiges, und schickt sich an es dem Trend zu opfern. Schade, wenn man nicht in der Lage ist ein Gesamtkunstwerk als solches zu erkennen und nur die einzelnen, unterschiedlich gepflegten und -verwitterten Teile herausnimmt.

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    Ich denke Sprenggiebel bezieht sich mit seiner Bewertung darauf, dass es hier immerhin um den Ort des "Pellerhauses" geht. Vom einst prächtigsten Renaissance-Gebäude nördlich der Alpen ist es nun weitgehend ein Depot und Lagerhaus geworden. Was für eine Karriere. Der Vergleich mit dem GMN hinkt, denn das GNM platziert sein Depot nicht am Eingang und begrüßt damit die Besucher und benennt es dazu noch nach dem wichtigsten, historischen Gebäudetrakt am Ort. Vielmehr schafft das GNM ein hochmodernes, für Besucher unsichtbares Depot für Kunstschätze, und das sollten Depots auch leisten. Weder das eine noch das andere wird der Magazintrakt am Egidienberg werden.

    Die letzten Arbeiten rund um den IHK-Komplex ziehen sich ganz schön in die Länge. Mittlerweile aber ist er auf allen Seiten ohne Zäune und Gerüste zu sehen. Und ich finde ihn eigentlich ganz gelungen. Die hochwertige Materialität macht viel aus, und dass man den Bau nicht in Grau gekleidet hat, wie das Augustinerhofgelände, sondern in rot schmückt ihn zusätzlich.


    Neubau und der Festaal aus den 1950'ern harmonieren hier sehr gut miteinander:


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    Das Fassadenbild des Nürnberger Kaufmannszuges wurde ja bereits vor vielen Jahren restauriert. Es strahlt jetzt aufgehellt und in frischen Farben. Und da man das gesamte Gebäude in einer abgetönten Sandfarbe gestrichen hat, fügt sich das Gemälde wieder richtig ein. Vorher hat es ja ausgesehen wie ein Banner, weil man immer wieder mit hellerer Fassadenfarbe drumherum gemalt hatte.


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    Ansicht Richtung Rathaus. Eigentlich ein sehr vertrauter, aufpolierter Anblick! Die kleine Schulgasse zwischen IHK-Komplex und Sebalduskirche hat besonders profitiert. Das war bisher ja nix anderes als ein rumpeliger Hinterhof mit Garagenausfahrten. Auch dort hat man die wertige Gestaltung durchgezogen.


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    Perfekt wird das ganze aber erst dann, wenn einst das Haus zum Savoyischen Kreuz rekonstruiert wurde, und dem Komplex eine sichtbare Tradition aus der Zeit der Renaissance bis heute gibt. Man sagt immer Nürnbergs goldende Zeit war die vom Mittelalter bis zur Renaissance. Aber hier vor Ort sieht diese Zeit am traurigsten aus.

    Der Denkmalschutz wird eben in Nürnberg nicht als Stadtentwicklungsinstrument gesehen, sondern als triviale Sammelei von Substanz der jeweiligen amtsinhabenden Kunstwissenschaftlern. Was nicht perfekt ist, wird nicht geschützt. Dann reden mal hier, mal dort die Politik noch rein, weil der eine hier mal zur Schule ging oder der andre dort mal ein Buch ausgeliehen hat, das ists es dann auch.


    Wenn man sich anschaut, was Denkmalschutz auch sein könnte, und wie er die Städte in den neuen Bundesländern zum aufblühen bringt, dann wirkt Nürnberg einfach unheimlich provinziell.

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    Jetzt hat es das Unglück in der Martin-Richter-Straße auch in die Zeitung geschafft:


    135 Jahre alt - und bald weg? Wirbel um Abriss von "kleiner Stadtidylle" in Nürnberg - Nürnberg, N-Nordost | Nordbayern


    Es ist vielen Leuten halt nicht egal, wenn ein Bauwerk, das einer Gegend ein Gesicht gibt, vom Eigentümer des Profits wegen abgerissen werden soll. Denn Neubauten schießen überall wie Pilze aus dem Boden, aber intakte Gründerzeitfassaden haben besonders in Nürnberg Seltenheitswert. Die Mehrzahl der Gebäude in der Innenstadt sind nach 1945 gebaut, Nürnberg ist daher oft auch eine ziemlich triste Stadt. Solche Abrisse dürfen eigentlich nicht sein!

    Da bahnt sich ein Jahrhundertfehler im Nürnberger Städtebau an. Es würden Millionen in ein Projekt versenkt, dass das Bauwerk durch die erforderlichen neuen Fluchtwege, Dämmungen, Klimatisierungen, EDV-Technik usw. noch mehr verstümmelt. Das wird am Ende weder ein schöner 50'er-Jahre-Komplex sein, kein Renaissance-Gebäude und auch nichts modernes. So ein Pottpurri spricht Architekturfans eigentlich nie an, sondern gilt eher als Negativbeispiel. Die Sanierung würde man sicher in wenigen Jahren bereuen, wenn man erkennt dass man dafür auch hätte eine Schule, mehrere Kindergärten oder sowas bauen können.


    Aber naja, Eingriffe am Denkmal müssen ja reversibel sein, d.h. die anstehenden Fehler ließen sich von einer geläuterten Generation einst wieder rückgängig machen. Der Mayerbau ist ein glückloser Bau, und das sieht man an den enormen Eingriffen, die anstehen.


    Ich drücke immernoch die Daumen, dass die geplante Sanierung scheitert und es unterm Strich für Nürnberg gut ausgeht.

    Kann auch in die Lounge verschoben werden wenn die Frage dort besser aufgehoben ist.

    Die Frage nach der Bepflanzung finde ich garnicht mal so trivial, das kann ruhig hier diskutiert werden. Es wird sich schließlich darauf auswirken wie der Innenhof bald wirkt und sich optisch entwickelt. Ein flaches Blätterdach hätte ich hier auch ganz reizvoll gefunden, egal ob natürlich oder mit Pergolen nachgeholfen.