Beiträge von Nürnberger

    Besten Dank für deine Recherche und die vielen spannenden Informationen. Werde mich bei Zeiten dann auch mal mit Vergnügen durch die Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg wühlen und bin schon gespannt, auf was ich so alles stoßen werde.

    Das Haus Augustinerstraße 2 war nicht ein gründerzeitlichen Bau „wie das Gerichtsgebäude“, sondern es war das Gerichtsgebäude...

    Wieder was gelernt, danke! Ich dachte nur du hättest dich mit "ein Gerichtsgebäude" auf das heute noch existierende "Sozialgericht Nürnberg/Fürth" bezogen. Aber das wurde dann anscheinend erst um 1900 als Erweiterungsbau errichtet?

    Sehr interessant, danke für die Infos! Ich bezog mich im Übrigen auf das Haus "Augustinerstraße 2", das in diesem PDF auf dem Schadensplan (Abb. 13) auf Seite 12 zu sehen ist, welches ich für das ehemalige Kloster hielt. Aber dann scheint das, wie das Gerichtsgebäude, wohl auch eher ein gründerzeitlicher Bau zu sein.


    Sei es drum, in der Nachkriegszeit wurde nichts desto trotz zu Gunsten des Autoverkehrs so manches malerisches Gässchen, allen voran die Tetzelgasse, durch Wiederaufbau als begradigte breite Schneise geopfert. Das Haus "Augustinerstraße 2" (irrtümlich von mir für das Augustinerkloster gehalten) und der weitere Verlauf Richtung Hallertor sollten hier nur exemplarisch für den städtebaulichen Frevel der Nachkriegszeit stehen. Der Vollständigkeit halber sollte hier aber natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass beim Wiederaufbau, nicht nur die Erschließung durch das Auto, sondern auch Belichtungs- und Belüftungsfragen eine wichtige Rolle gespielt haben.


    In puncto GMN spielt dann zugegebener Maßen persönlicher Geschmack meinerseits mit rein, wobei ich mich hier auch nicht so detailliert auskenne, ob es sich dabei um Plaungen oder einen ehemaligen Zustand handelt. Mit der nach Innen gekehrten Fassadengestaltung an der Grasersgasse und der Frauentormauer kann ich mich auf jeden Fall so überhaupt nicht anfreunden. Um vom Sterntorparkaus fang ich erst gar nicht an zu reden.

    Schönes Video mit tollen Bildern! Wenn man allerdings abseits der "Historischen Meile" mit ihren Bau- und Kulturdenkmälern unterwegs ist, erkennt man als Nürnberger doch leider sehr schmerzhaft den Verlust, den die über 90-prozentige Zerstörung der Altstadt mit sich gebracht hat. Sicherlich kann man sehr froh sein, dass man sich beim Aufbau der Altstadt im Vergleich zu anderen Städten am historischen Vorbild orientiert hat, ans Original kommt es bei den herben Verlusten aber leider nicht im Ansatz ran. Dass es auf Außenstehende anscheinend so wirkt als "sei Nürnberg nie zerstört worden" liegt mit Sicherheit auch an der enormen Größe der Altstadt, die es dann auch so aussehen lässt, als sei noch so vieles vorhanden. In Wahrheit ist aber leider vieles, mitunter auch durch Abbrüche noch gut erhaltener Bauwerke nach dem Zweiten Weltkrieg zu Gunsten des Autoverkehrs (z.B. Augustinerkloster, Essenweinsches Rathaus oder Peststadel) verschwunden. Besonders schmerzhaft fürs Stadtbild sind bis heute mit Sicherheit aber die Verluste des Grolandhauses, Torplerhauses, der Pellerhausfassade oder auch einiger Bauten des Komplexes Germanisches Nationalmuseum.

    In Langwasser soll am Franz-Reichel-Ring 19 auch eine von pedf Architekten entworfene Nachverdichtung entstehen. Dabei handelt es sich anscheinend um dieses Grundstück (Streetviewansicht), auf dem sich bislang ein Parkplatz befindet. Den Plänen nach zu urteilen werden beim Nachbargebäude dann wohl alle Fenster auf der angrenzenden Seite zugemauert. Das Restaurant Zum Tannenhof im Nachbarbau, das auch Teil der Neubaufläche ist, ist laut deren Webseite auch bereits seit März geschlossen. Die Parkplätze scheinen mittels einer Tiefgarage ersetzt zu werden.


    Außerdem scheint an der Gleiwitzer Straße unter dem Namen Office M noch ein neues Gebäude für Siemens entstehen. Standort vermute ich mal irgendwo hier. Auch das ein Entwurf von pdef Architekten.

    Mit einer rechtwinkligen Zeile, wie spiegelverkehrt auf der südlich gegenüberliegen Seite des Halbkreises, könnte man gut die innere Symmetrie vervollständigen

    https://www.google.de/maps/@49…,616m/data=!3m1!1e3?hl=de

    Wie man dem Text ("Der ausgewählte Siegerentwurf richtet sich nach den Vorgaben des geltenden Bebauungsplanes und sieht einen winkelförmigen Baukörper mit einer Fußwegeverbindung im Erdgeschoß an der südlichen Gebäudeecke vor.") und dem entsprechende Bebauungsplan entnehmen kann, ist glücklicherweise auch genau das geplant. Übrigens wurde/wird bis Mai 2022 auch die Grünanlage Röthenbach-Ost unter anderem entlang des künftigen Neubaus erweitert.

    Der einstige Bahnhof Märzfeld in Langwasser soll laut NN-Artikel zu einem Erinnerungsort an die Opfer der Deportationen, die von diesem Bahnhof ausgingen umgestaltet werden. Der Kulturausschuss des Stadtrats hat das Konzept von 2016 jetzt bereits einstimmig beschlossen. Es sieht vor den Zaun zurückzusetzen, die Bahnhofsfassade zu sichern, die Informationsstelen zu versetzen und eine barrierefreie Fläche mit Sitzgelegenheiten zu schaffen. Daneben gibt es noch Wünsche zur Verbesserung der Situation in der Rad- und Fußgängerunterführung. Die Bahn komme nach Ansicht von SPD-Stadträtin Diana Liberova der Sache noch nicht genügend nach. Seit letztem Herbst scheint es jedoch Fortschritte in den Gesprächen mit der Bahn zu geben.

    Die NN berichtet in ihrem heutigen Artikel über die Verkehrsnfrastruktur und Grünversorgung im neuen Viertel. Neben der Nachricht des Erhalts einer "Eichen-Allee" am westlichen Rand des neuen Grünen Campus, gibt es auch Informationen darüber, dass die KfZ-Erschließung des Campus ausschließlich von Osten über die Erschließungsstraße von der Münchener Straße erfolgen soll, um Ost-West-Durchgangsverkehr zu vermeiden. Thorsten Brehm betont weiterhin die Notwendigkeit, einen möglichen U-Bahnhof auf dem Areal zur späteren Einrichtung nicht zu verbauen. Spannend: auf dieser Visualisierung ist soweit ich die letzten Pläne in Erinnerung habe erstmals die U-Bahntrasse unter einem begrünten Deckel eingehaust, was zwecks kurzer Verbindungen zwischen dem nördlich und südlich der Trasse liegenden Teil sehr zu begrüßen wäre.

    Kurzer Einwurf zum Namen des Diskussionsstrangs: Wäre nicht mittlerweile ein neuer Name, wie Nbger Süden: Lichtenreuth - Technische Universität Nürnberg entsprechender?

    In diesem NN-Artikel vom Freitag findet sich diese Visualisierung, die in Bezug auf Fensteranordnung, -größen, -brüstungen und Durchbindungen nochmal ein paar Unterschiede aufweist und die Materialität etwas genauer darstellt. Die "bräunlich-beige Fassadenbekleidung soll Bezug nehmen zur regionalen Bautradition des 'Nürnberger Burgsandsteins' ".

    Der Vorsitzende des Vorstadtvereins Zabo kritisiert im Artikel fehlenden Wohnraum für Familien und beklagt die Höhe des Neubaus. Der Bauträger hätte hingegen gerne noch höher gebaut und der Baureferent hält Wohnraum für Familien an diesem Standort für ungeeignet. In meinen Augen wären zwei Stockwerke mehr an dieser Stelle als Kreuzungspunkt durchaus noch vertretbar gewesen.

    Laut gestrigem NN-Artikel will die Umweltbank auf dem rund 15.000 qm großen ehemaligen GfK-Areal übrigens nicht nur ihre künftige neue Zentrale, sondern unter dem Motto "Ökologisches Bauen" auch Mietwohnungen, ein Studentenwohnheim, Raum für Geschäfte sowie Grün- und Spielflächen schaffen. Insgesamt sollen hier mal rund 1.000 Personen wohnen und arbeiten. Zu diesem Anlass wurden jetzt auch drei Bestandsbäume versetzt (zwei auf dem Areal, einer ist ins Westbad umgezogen), zwei weitere mussten wegen anscheinend zu wenig starkem Wurzelwerk ganz weichen. Man darf gespannt bleiben, wie sich das hier weiterentwickelt, klingt aber alles soweit sehr positiv.

    Weiter oben in #133 zuletzt erwähnt befindet sich das Hotel an der Stadthalle diesem Bild aus diesem NN-Artikel (leider hinter Bezahlschranke) zufolge kurz vor der Fertigstellung. Mit Gerüsten kann ich das ganze noch nicht so genau beurteilen, aber wirkt für mich auf den ersten Blick eher uninspiriert und langweilig: weiße langgezogene Kiste mit ein/zwei Vor-und Rücksprüngen, die halt im vorderen Bereich aufgeständert ist. Kenne die Situation vor Ort jetzt aber auch nicht so gut, dass ich mir erlauben könnte zu beurteilen, ob das ganze Projekt für das Umfeld nicht vielleicht doch einen Mehrwert bietet. Auf die in dieser Visualisierung zu sehende Glasfassade scheint man im Übrigen auch verzichtet zu haben.

    Aber analog Thon, wird wohl die Endhaltestellen-Schleife am Heistersteg abgerissen und in die Bahn in die Mitte verlagert.

    Da im Rahmen des Tramausbaus 2030+ die neue Linie 11 von Mögeldorf zumindest vorerst an Gibitzenhof enden soll, wird die Wendeschleife wohl erst mal noch erhalten bleiben (siehe hier auf Seite 5).

    Was aus den ganzen Gewerbegebieten um Gibitzenhof mal werden soll, habe ich mich auch schon häufiger gefragt. Vielleicht bringt die Straßenbahnverlängerung ja hier nochmal neue Dynamik rein. Auch eine zusätzliche Haltestelle zur besseren Erschließung des Areals sollte mittelfristig ja dann immer noch umzusetzen zu sein.

    Der Supermarkt am Südrand des Baugebietes kommt offenbar weg - an Ersatz auch für bisherigen Anwohner wird hoffentlich gedacht werden

    Tatsächlich ist erst durch die Bereitschaft Lidls ins neue nördlich der U-Bahn entstehende Quartier umzuziehen, die südlich liegende Fläche auch zur Bebauung frei geworden. Soweit ich weiß wird der Lidl dann in das Erdgeschoß des Blocks mit dem Hochpunkt (übrigens auch erfreuliche 12 oder 13 Geschoße) einziehen. Dieser Teil wird dementsprechend wohl auch zuerst realisiert werden, damit ein fließender Übergang ohne Nahversorgungsengpass vonstattengehen kann. Die entsprechenden Infos und weitere Planungsziele sind auf den entsprechenden Seiten des Bürgervereins Gebersdorf und der Bürgerbeteiligung zum Sandäcker-Quartier zu finden. Klingt für mich bisher alles sehr erfreulich und da es sich bei der Fläche anscheinend um ein altes "Kohlenlager" handelt, passt das Projekt ja auch hervorragend zum Thema Strukturwandel in Bezug auf Konversionsflächen.

    Spontan fallen mir jetzt noch das ehemalige Schöller-Areal (auch wenn noch nicht klar ist, was dort hinkommt - hoffentlich die EWF) und das ehemalige Kleingewerbegebiet bei Schweinau, auf dem ja jetzt leider erstmal die neue BMW-Niederlassung und der "Öko"-Edeka Platz gefunden haben (langfristig entsteht hier hoffentlich auch noch etwas hochwertigeres) als weitere größere Konversionsflächen in Nürnberg ein.


    Zur Frage der Nürnberg-spezifischen Wahrnehmung: Insgesamt sehe ich die Entwicklung in der Stadt in den letzten Jahren durchaus als dynamischer als noch vor zehn Jahren an und freue mich sehr über viele Entwicklungen in Bezug auf Lückenschließungen, höhere Gebäude und gewachsenem Gestaltungsanspruch. Nichts desto trotz bin ich der Meinung bin, dass da noch durchaus Potential nach oben vorhanden wäre. Dies betrifft neben den plumpen weiß-grauen Dämmstoffkisten mit viel zu kleinen oder wahrlos gesetzten Fenstern, die hier ja auch häufig im Forum kritisiert werden vor allem auch die städtischen Zuständigkeiten. Gerade in Bezug auf Straßen- und vor allem Platzgestaltung hinkt der Anspruch in Nürnberg - insbesondere in den gründerzeitlichen Vierteln - wirklich hinterher. Aber hoffen wir fürs erste einfach mal, dass das in den Neubaugebieten wie Lichtenreuth, der Neuen Mitte Thon oder AEG Nord besser wird, was man ja dann immerhin als Zeichen dafür interpretieren kann, dass man es auch besser hinbekommt.


    Nun zum Vergleich: Ich denke auch in anderen Städten glänzt nicht alles. Wien ist als Global City und eine der am stärksten wachsenden Städte in Europa natürlich an Unmengen dynamischer als Nürnberg. Alleine wenn ich mir die ganzen Hochhäuser, die in den letzten fünf Jahren aus dem Boden geschossen sind/momentan schießen, anschaue (alleine 17 über 100m) oder an die ganzen sich bereits in Umwandlung befindenen Bahnkonversionsflächen, wie den Nordwestbahnhof, Nordbahnhof oder die fertiggestellten Viertel am Rennweg und dem ehemaligen Süd-/Ostbahnhof (jetzt: Sonnwendviertel) denke (und das sind nur die wirklich zentral liegenden), wird ersichtlich, dass hier ein Vergleich zu Nürnberg doch stark hinkt. Aber auch in Wien, und mit Sicherheit auch in den deutschen Städten mit ähnlich hohen Dynamiken (Berlin, Hamburg, München und Frankfurt) kann man den leider in durchaus nennenswert großer Zahl erfolgenden Abriss gründerzeitlicher Bausubstanz, darauf folgende uninspierierte Nachverdichtung oder auch den Bau weiß/grauer Schachteln auf der grünen Wiesen beobachten.


    Vergleiche ich die Dynamik mit dem was ich von anderen deutschen Städten zwischen 0,5 und 1 Mio Einwohnern so mitbekomme würde ich Nürnberg in ungefähr dieser Reihenfolge hinter Köln, Düsseldorf und Leipzig, mit Stuttgart und Dresden in etwa gleichauf und vor Bremen, Mannheim/Ludwigshafen, Hannover, Dortmund, Essen und Duisburg einreihen. Ist natürlich rein subjektiv und ich behaupte keineswegs über alle Projekte in allen Städten Bescheid zu wissen. Allgemein habe ich aber das Gefühl, dass sich im Moment in fast allen Städten sehr viel tut. Der Größe und Bedeutung Nürnbergs folgend würde ich also sagen, dass im Moment schon mehr als dem Bundesdurchschnitt entsprechend passiert, gerade aber im Vergleich zu anderen bayerischen Städten (die auf Grund zu stark divergierender Größen leider auch nicht wirklich vergleichbar sind) steht die Stadt nicht so prickelnd da. Nimmt man aber Fürth und Erlangen mit ins Boot dürfte die Dynamik doch nochmal deutlich höher sein.

    Weiß nicht, ob hier schon mal irgendwo darauf hingewiesen wurde, aber das Super Future Collective hat auch einen Entwurf für den Umbau der ehemaligen Oberpostdirektion erstellt. Spannend finde ich hier die Aufstockung auf insgesamt elf Stockwerke und die damit veränderte Wirkung auf den Rathenauplatz (siehe Visualisierung) sowie die geplanten offenen Hofzugänge.


    Beim Franz & Sue-Entwurf haben sich mittlerweile übrigens auch Details der Fassadengestaltung geändert und auf die ursprünglich geplante Aufstockung im nördlichen Bereich wird anscheinend verzichtet. Aktuelle Pläne: [hier].