Beiträge von Nürnberger

    Laut NN geht der TSB-Zirkus jetzt weiter: Eine Machbarkeitsstudie, die vom Freistaat zu 90 % finanziert wird, soll jetzt in Auftrag gegeben werden. Hierbei soll entschieden werden, ob die Straßenbahn oder doch die Magnetschwebebahn künftig zwischen Bauernfeindstraße, Messe und Klinikum Süd verkehren wird. Brisant hierbei ist, dass solche Fragen normalerweise innerhalb des Stadtrats entschieden werden, dieser scheint darüber aber lediglich informiert worden zu sein.

    In meinen Augen ist das TSB, an dieser Stelle zumindest, mit seinen sicherlich größeren Haltestellenabständen, zusätzlich entstehenden Umsteigezwängen, mangelnden Erweiterungsmöglichkeiten (zumindest ist mir diesebezüglich nichts bekannt) und den zusätzlichen Kosten als viertes städtisches Verkehrsmittel (also neben U-Bahn, Tram und Bus) im Vergleich zu einer Straßenbahnverlängerung nicht wirklich sinnvoll.

    Der Stadtrat hat sich übrigens erst heute mit der Magnetschwebebahn beschäftigt. Die entsprechenden Unterlagen samt Bericht über die untersuchten Trassenvarianten "Gartenstadt - Eibach - Röthenbach - Gebersdorf", "Fürth - Nordring - Nordostbahnhof" sowie eben "UTN - Messe - Klinikum" lassen sich hier finden, scheinen aber auf Grund mehrerer Aspekte nicht gerade positiv beurteilt zu werden.

    Laut NN "Hoffnung für die Breite Gasse": Für das Projekt auf dem Gelände des ehemaligen Schuh-Leisers wurde wohl ein Käufer gefunden. Dieser möchte das Gebäude fertig stellen und dabei auch an den bisher geplanten Mietern festhalten. Demnach soll in den oberen Etagen ein Standort des schweizerischen Unternehmens StayKooook einziehen, das Apartments, Studios und Zimmer für Gäste mit längeren Aufenthalten anbieten will. Neben der geplanten Eröffnung in Leipzig soll Nürnberg der zweite Standort in Deutschland und der vierte des Unternehmens überhaupt werden. Auf der entsprechenden Seite wirbt man mit dem Standort zumindest schon mal. Ob die angestrebte Gastronomienutzung im Erdgeschoß auch weiterhin umgesetzt wird, scheint hingegen noch offen zu sein.

    Danke für die Zahlen, die ja dann zumindest für München eine deutlich andere Sprache sprechen! Wie gesagt, nur eine subjektive Wahrnehmung, was ich hier so im Forum und auf Reisen mitbekomme ;)

    Bezüglich Nürnberg komm ich allerdings auf andere Zahlen, mir zeigen die jeweiligen Filialfinder bei Edeka 26 Märkte (darunter 2x Marktkauf & 2x nah&gut) + 3 bevorstehende Eröffnungen an, bei Rewe 23 Filialen bei einer ausstehenden Eröffnung. Da scheint sich also schon ein bisschen was Richtung Edeka zu verschieben, wobei es zusätzlich auch noch zehn Rewe to go gibt. In Fürth nebenbei liegt Edeka auch mit 8:6 vorn.

    Exkurs Nahversorger:

    Wie die NN berichtet zieht ins neue Luitpoldviertel ein Edeka als Nahversorger. Nach den neuen Edekas in Schweinau, im Mercado, auf dem ehemaligen Porsche-Areal, am Weißen Turm und im Gebiet hinter der Tafelhalle ist das jetzt schon die sechste Edeka-Neueröffnung in jüngerer Zeit. Spontan fallen mir auch noch die geplanten neuen Märkte in Ziegelstein und im Schocken-Carre ein.

    Mich verwundert es ein wenig, dass hier ausschließlich so viel Edeka einzieht. Es wirkt ein wenig so als hätte Rewe in Nürnberg nur wenig Ambitionen sein Filialnetz auszubauen oder was könnte sonst der Grund sein, dass der Hauptkonkurrent so gut wie alle neuen Märkte übernimmt? Subjektiv kommt mir das in anderen Städten eher umgekehrt vor. Als neue Rewe-Filialen in letzter Zeit fallen mir nur Rothenburger Straße und der geplante im Seetor City Campus ein, wobei dem auch die Schließung des Markts in der Welser Straße gegenübersteht.

    Vielleicht ändert sich hier aber gerade auch etwas grundlegend und es werden in einem härteren Konkurrenzkampf immer mehr Nahversorger entstehen, um dann im Sinne der 15-Minuten-Stadt immer möglichst der Näheste zu den Menschen zu sein.

    Zum in Beitrag #76 erwähnten Neubau des "Zentrums für seelische Gesundheit" am Klinikum Nord gibt es heute einen NN-Artikel samt einer Visualisierung, die die zum Klinikum zugewandte Südseite zeigt. Auf der Seite des Klinikums selbst, findet sich eine Visualisierung aus einer ähnlichen Perspektive, die aber leichte Unterscheide hinsichtlich Material und Detailausführung aufweist. Der Baustart soll noch 2024 erfolgen, aktuell werden Rodungen zur Vorbereitung des Baufelds durchgeführt.

    Letztlich wird ja die U-Bahnstrecke und der U-Bahnhof (bis auf die Abstellanlagen) auch unterirdisch wirken, da überbaut/überschüttet, wodurch man in Zukunft nicht feststellen werden kann, dass man sich "nur" im Einschnitt befindet. Denke also es wird durchaus eine Gestaltung geben, aber mir ist bislang leider auch keine konkrete Visualisierung bekannt. Lediglich diese Seite von Johannesraum, auf der man anscheinend Musterwände für die Zugangsbauten sehen kann, sowie diese Seite, auf der sich eine Beschreibung des Entwurfs und diese Axo-Darstellung des Bahnhofs finden lassen. Die Axo lässt mich ein vertikal orientiertes Muster als Wandgestaltung erkennen. Die Beschreibung wie folgt:

    "
    Wir haben eine schlanke, feine Skulptur für den Hauptabgang der U-Bahn abgestellt, mit Perforationen versehen, die Aus- und Einblicke erlauben, sowie zahlreiche kleine Lichtpunkte setzen. Am Bahnsteig wiederholen wir das Motiv, Reflektionen des Kunstlichtes, ausgelöst durch hochglänzende Fliesenteile im sonst mattweißen Wandbelag imitieren die Stimmung im Abgang. [...]

    Den zweiten Treppenabgang und den Aufzugskörper werden wir nun als Satelliten der Skulptur weiterbearbeiten, die Sprache dabei halten, um einen schönen Ort für all diejenigen zu schaffen, die dort in einigen Jahren ein- und aussteigen."

    Da müssen wir wohl vorerst noch etwas die Phantasie walten lassen, aber eine Gestaltung bekommt er offensichtlich schon.

    Entegegen der Reihenfolge im Post des Baureferenten scheint es sich beim ausgewählten Entwurf von KSP Engel laut heutigem NN-Artikel wohl doch um diesen Entwurf

    zu handeln. Die Aussagen der Jury, dass sich der "Entwurf [...] in erfrischender Weise von den anderen Teilnehmern unterschieden und durch seine unaufgeregte, klare städtebauliche Form die gesamte Jury überzeugt [hat]" kann ich angesichts der weiter vorgestellten Entwürfe (siehe die zwei 4. Plätze) leider gar nicht nachvollziehen.

    Ziemlich passend dazu übrigens der gestrige NN-Artikel über die Initiative, u.a. des Ohm-Professoren Richard Woditsch, der Erhalt statt Abriss und Neubau einfordert und demnach auch explizit das Ergo-Hochhaus anspricht. Der Baureferent verweist in seinem Post auch auf das kritische Hinterfragen solcher Abrissvorhaben, erläutert aber im Anschluss, dass ein Bericht zum Schluss gekommen sei, dass aus energetischen, haustechnischen, wirtschaftlichen und brandschutztechnischen Gründen eine Sanierung des Bestandes nicht sinnvoll möglich gewesen wäre.

    Der Baureferent hat heute auf Instagram die vier vorderen Plätze des Wettbewerbs zum Neubau Ergo-Hochhaus am Bahnhofsplatz vorgestellt. Anscheinend soll es beim ursprünglichen Henning Larsen Entwurf bei der Prüfung einer Umsetzung der Pläne zu Problemen gekommen sein, weshalb dann ein erneuter Wettbewerb ausgelobt wurde. In den neuen Entwürfen sind jetzt im Übrigen nicht nur Büros, sondern auch "temporäre Wohneinheiten" geplant. Die Entwürfe kann man im entsprechenden Post, wenn auch in miserabler Qualität einsehen/erahnen, ausgstellt werden sollen diese vom 12.02. bis 18.02.2024 im Offenen Büro des Stadtplanungsamtes.

    Den ersten Platz belegten KSP Engel aus FFM, den zweiten Platz Auer Weber aus München und zwei vierte Plätze AllesWirdGut aus Wien sowie O&O Baukunst aus Berlin. Bis auf den ersten Platz orientieren sich eigentlich alle mehr oder weniger in der Fromensprache am Henning Larsen Entwurf. KSP Engel scheint hier mit sich nach oben immer weiter schwingenden Panelen und einer sonst vorrangigen Glasfassade das Rennen gemacht zu haben. Das Entree ist ebenso großflächig verglast. Schade, mir hat der ursprüngliche Larsen-Entwurf dazu im Vergleich eigentlich ganz gut gefallen, aber wer weiß schon, wie viel Wasser noch die Pegnitz runterfließt.

    ^ Hierbei handelt es sich übrigens um das gleiche Baufeld WA20, zu dem bereits verschiedene Visualisierungen in den Beiträgen #218 und #221 existierten. Jetzt scheint sich wohl diese Variante durchgesetzt zu haben. Eigentlich schade, ein richtiger Hochpunkt hätte der neuen Brunecker Straße einen würdigen Abschluss verleihen können. Allgemein finde ich, dass dem Süden der Stadt ein paar weitere Hochhäuser gut zu Gesicht stehen würden. Insbesondere wenn man den Blick von der Burg im Kopf hat, fehlen meiner Ansicht nach noch ikonische Kontrastpunkte am Horizont.

    Auf der Webseite des Architekturbüros findet sich auch noch eine Ansicht vom Innenhof.

    Anscheinend ist in der Parkstraße 46 (aktueller Zustand) eine in mehrerer Hinsicht vorbildliche Sanierung eines 1950er Jahre Hauses geplant. Wie der entsprechenden Seite des Architekturbüros zu entnehmen ist, sollen das Garagentor und die Haustüre erhalten bleiben sowie die großen Fenster an den beiden Seiten wieder mit Sprossenfenstern in originalgetreuer Teilung und Ziergeländern (vgl. aktueller Zustand der oberen Geschoße) ausgestattet werden. Auch ist eine farbliche Absetzung der Fenster mit Rahmen geplant. Auch das gewählte Grün auf den Visualisierungen verspricht meiner Meinung nach viel. Die Hofseite naja, immerhin große Balkone. Zusätzlich wird das Dachgeschoß auch ausgebaut.

    Ich finde an diesem Beispiel kann man sehr gut sehen, wie man mit etwas Willen aus vielen Häusern, auch hier oft beklagten Neubauten, einiges rausholen kann. Geteilte Fenster, farbige Rahmungen und eine frische gut gewählte Farbe können so viel ausmachen.

    Mittlerweile ist raus was in der Schlosstraße 33 (Bilder vom Vorzustand im zitierten Beitrag von SteffenSetzer) hinkommt: Hier das entsprechende Expose. Immerhin mal mit Balkonen zur Straße, was aber wohl allein der Südseite geschuldet ist.

    Da will ich dir auch gar nicht wiedersprechen, die Billo-Balkongitter sind aber immerhin nur zum Innenhof sichtbar, und angesichts dessen, was man häufig an abweisenden schießschartenartigen Straßenfassaden zu sehen bekommt, ist das ja immerhin schon mal erfreulicher. Alles relativ natürlich, aber ich bin auch ziemlich betrübt darüber, dass ich mittlerweile so einem Bau auch noch was positives abringen kann. Vielleicht bin ich auch einfach nur verzweifelt...