Beiträge von DS-17

    Und selbst wenn die Leute den Park nicht verlassen sollten (was sowieso nicht stimmt), dann gibt es immer noch viele Leute, die die Stadt und Umgebung erst auf das eigene Radar bekommen und im Nachgang vielleicht einen Städtetrip nach Nürnberg unternehmen. Durchaus eine Bereicherung. Die Region braucht auch einige Arbeitsplätze, denn bisher strotzt das dortige Gebiet nicht gerade vor Wirtschaftskraft.

    Das Problem beim Fahrrad sind vor allem Fahrradwege, die entweder nicht existieren oder unsicher sind. Das sind aber beides Sachen, die wir relativ simpel lösen können. Was wir jedoch nicht lösen können, das sind die Witterungsbedingungen. Und da ist es egal, ob Fahrrad, eBike, eScooter und andere Sachen, die meisten Leute werden im Herbst und Winter nicht alternative Fortbewegungsmittel verwenden. Zum einen weil das Gefahrenpotential höher ist (nasses Laub, Glätte, Schnee etc.), zum anderen weil es einfach unangenehm ist. Übrigens auch ein Grund, warum ich kein eBike habe.

    Klar haben sich die nicht gelohnt, weil die Mietverträge vor Jahren abgeschlossen wurden und man mittlerweile deutlich mehr verlangen kann. Und ein Hotel in der Lage wird auch profitabler sein, da die Preissetzung viel flexibler erfolgen kann, als bei einer reinen Vermietung. Würde sich das gar nicht rentieren, dann hätte man das mit einer zukünftigen Mall direkt gelassen und nur ein Hotel gebaut.

    Hatte der Quelleturm eigentlich eine andere Funktion außer Marketing? Eigentlich würde sich der Turm perfekt eignen, um z. B. ein Restaurant unterzubringen. Die Sicherheitsvorkehrungen und -kosten dürften deutlich geringer ausfallen als beim Fernsehturm auf Grund der geringeren Höhe.

    Sehe den Platz auch als vollkommen fehl platziert. Gehe mal stark davon aus, dass das eine neue Anlaufstelle für die Leute wird, die normalerweise im Verteilergeschoss der Ubahn am HBF ihre Zeit verbringen - zumindest im Sommer. Langfristig muss man das Problem noch lösen, dann kann der Platz durchaus das Gebiet aufwerten. Als Aufgabe für die Stadt gehört dabei aber ganz klar, dass auch die Rasenflächen gepflegt werden. Wenn das so verwildert wird wie sonst überall in der Stadt, dann wird auch der Platz als Ganzes verwildern und ungepflegt wirken. Und Rasen bzw. Grünanlagen kann Nürnberg tatsächlich ganz und gar nicht.

    Vor allem gibt es nur noch wenige Kaufhäuser oder Ketten, die sich in der Größe und Lage das auch leisten können. Ich finde aber auch, dass man an den Beispielen sehr schön sieht, dass der stationäre Handel seit Jahren die Gefahr kennt, dass Marktanteile sehr stark durch das Internet abgeführt werden. Seit Ewigkeiten ist das schon kein Geheimnis mehr, aber der stationäre Handel macht einfach so weiter als wäre nichts und legt auch keine möglichen Konzepte einer Gegenstrategie vor. Mag zwar heftig klingen, aber da ist man dann einfach selbst schuld. Wer davon ausgeht, dass eine Sache für die Ewigkeit ist, dann muss derjenige schon auch einplanen, dass entsprechend finanzielle Rücklagen existieren, um jahrzehntelange Verschlafenheit dann eben wieder aufholen zu können.


    Politisch ist die Diskussion ja teilweise auch schon öfter mal im Landtag und Bundestag angekommen - gleiche Reaktion, nämlich keine. Im Internet kann 24/7 eingekauft werden, in den Städten klappen in Bayern um 20 Uhr alle ihren Bürgersteig hoch. Das kann gar nicht und wird auch langfristig nicht gut gehen. Was wir hier sehen ist nur ein Baustein, der langsam fällt und wenn keine Gegenreaktion stattfindet, dann wird es auch noch weitere Läden treffen.

    Ich finde die Terassenbauweise sehr interessant und ansprechend. Wenn auch zukünftig für die Öffentlichkeit wohl weniger einsehbar. Hatte das ursprünglich nur in einem der Flyer zum Projekt gesehen.

    Vermutlich könnte man das Problem nur lösen, wenn externe Leute von außerhalb Nürnbergs sich diesen Aufgaben annehmen würden und Nürnberg verschönern würden. Die Stadt braucht nicht nur eine Schönheitskur, sondern eine ganze OP, um ggü anderen Städten aufholen zu können.

    Danke für die Ausführungen. Das lässt den Zusammenhang deutlich besser darstellen, insb die von dir angesprochenen Projekte wie z. B. Bibertbahn. Schade, dass juristisch dadurch sehr viel Potential verhindert wird.

    Ich habe noch einen ganz anderen Vorschlag für den Plärrer:


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    Den Kern des Konzepts bildet eine große Überdachung, die von der Höhe und Gestaltung her dem Augsburger Königsplatz ähneln soll. Sie überspannt den östlichen Teil des Platzes und damit die etwas nach Norden verlegte Straßenbahnhaltestelle, die Haltebuchten für Busse, sowie die Lichtkuppeln der U-Bahn-Haltestelle. Ziel ist es, möglichst alle Funktionen des Plärrers zentral unter diesem Dach zu bündeln. Die Wege und Umsteigezeiten werden so (vor allem bei den Buslinien) deutlich verkürzt. Es ist angedacht die Lichtkuppeln zur U-Bahn abzumontieren und durch begrünte Zylinder mit Bänken zu ersetzen. Dies schafft vor allem im unterirdischen Bahnhof eine deutlich „luftigere“ Atmosphäre und durch in den Bahnhof hinabwachsende Hängepflanzen, könnte zudem der kalten Atmosphäre des Bahnhofs entgegengewirkt werden. Im nördlichen Bereich und zwischen dem U-Bahn-Deckel und der Straßenbahnhaltestelle ist Platz für Bäckereien oder Zeitschriftenläden. Durch eine vollständige Verglasung der Nordseite wird Lärm des Autoverkehrs effektiv abgeschirmt und so die Aufenthaltsqualität deutlich gesteigert. In Kombination mit den begrünten Lichtschächten entsteht so ein (funktionsbedingt) belebter Platz, der trotzdem mit vielen Verweilmöglichkeiten einen Hauch von Aufenthaltsqualitäten besitzt. Immerhin bei jedem Wetter.
    Auf dem westlichen Teil des Platzes ist als Platzhalter ein ähnliches Konzept wie heute vorgesehen. Da sich das Leben aber vor allem im östlichen Teil unter der Überdachung abspielen wird, ist auch eine alternative Nutzung durchaus denkbar. Beispielsweise könnte hier ein neuer ZOB oder eine große „Mobilitätsinsel“ mit Carsharing-Angeboten und Fahrradverleih entstehen. So würde man den Plärrer als Platz halt endgültig aufgeben. Aber vielleicht ist das ja besser, als dass dort der Trinkertreff von heute fortgeführt wird.

    Eine leichte Verlegung der Fahrspur nach Norden schafft südlich des Plärrers Platz für einen sehr breiten Geh- und Radweg, der (beispielsweise durch eine fahrbahnseitige Begrünung) auch Platz für Gastronomie bietet. Wenn schon die „Insel“ kein Park werden kann, dann vielleicht die Flächen außen rum.


    Super Vorschlag. Ich hoffe, dass du das tatsächlich einreichst. Bei den bisherigen Bauvorgängen in Nürnberg können wir sonst keinen großen Wurf erwarten.

    Ulrich wird von Tag zu Tag unsympathischer. Auf der einen Seite schon die Erwartungen so tief ansetzen, dass wirklich niemand mehr was positives erwartet. Zum anderen kritisiert er gerne Bausünden in Nürnberg, trägt aber u. a. selbst aktiv dazu bei.

    Problem mit dem Nürnberger Rasen ist doch, dass er nie gepflegt wird. Das sieht dann fast noch schlimmer und verwahrloster aus als heute schon. Sieht man auch sonst überall in den Grünanlagen. Das ist zwar ganz oft in DE so, aber z. B. Erlangen hat das immer noch deutlich besser im Griff als Nürnberg.

    Zeigt doch nur wie verstrickt Institutionen wie IHK und Co mit den Entscheidungsträgern dubioser Baufirmen zusammenarbeiten. Sehr schlechtes Bild. Und wenn man bedenkt, dass der Käufer in Neumarkt sogar ein geschütztes Haus "aus Versehen" abgerissen hat, dann sagt das noch viel mehr aus. Das war von Anfang an doch gar kein richtiger Wettbewerb. Und da heißt es, dass Korruption in DE niedrig ist. nothor hat ja die Verbindungen zur Politik bereits erwähnt.

    Scheinbar ist es kein Problem Mieter zu bekommen. Sieht für mich sehr gut vermietet aus. Die Investoren kommen meist nicht aus der Stadt oder der Region und deshalb ist denen relativ egal wie es später aussieht. Und wenn die Politik keine Vorgaben macht oder da tiefer eingreift, dann entsteht eben sowas.

    Ich finde Jahns Entwurf der Bratwurst durchaus gelungen und hätte mir schon gut vorstellen können, dass man das als Passage etablieren hätte können. Einzig hätte man etwas mehr Platz einplanen sollen, denn enge Konzepte gehören eher der Vergangenheit an. Und dass Nürnberg eher auf Stararchitekten oder Namen setzt, das kann ja an jeder möglichen Straßenecke gesehen werden, dass es absolut nicht so ist. In Nürnberg herrscht der einfallslose 0815-Nachkriegsbau. Sieht man auch an den letzten Neubauprojekten im gesamten Stadtgebiet bis auf wenige Ausnahmen, wie z. B. im Nordostpark.

    Natürlich ist das ganze Projekt ein Fehlschlag. Sieht aus wie ein stil- und einfaltsloser Standardbürokomplex aus den 80ern. Wie kann jemand nur eine so trieste Graufassade wählen? Das wirkt sogar bei strahlend blauem Himmel bedrückend.