Mit Nummer 3 wäre ich schon überglücklich. Klares typisches Berliner Raster und der Rest lebt von Größe und Kubatur. Am allerliebsten wäre mir eine flächige, vollverspiegelte Glasfassade wie am Cube am Hauptbahnhof.
Memi - Wohnkomplex Memhardstraße
-
-
-
da hast du mich aber getriggert! Mit KI lässt sich ja wunderbar ausprobieren, wie das Ding mit unterschiedlichen Fassadengestaltungen aussehen könnte.
Ja kann ich verstehen, daß macht auch durchaus Spaß. Allerdings will ich anmerken das ich bewusst Varianten gewählt habe die möglichst "umsetzbar" sind - also nicht eine Veränderung der Bausubstanz zur Folge hat, daß wäre möglich aber unter Garantie nicht zu erwarten. Auch wären die stärkeren Veränderungen mit der Verdrängung der Mieter einhergehend und das hat oberste Priorität meines Erachtens das keine Menschen Ihren Wohnraum verlassen müssen, nur weil das Haus nicht gefällt.
Ich weiß leider nicht wer der Eigentümer ist, aber das Gebäude an der zentralen Stelle, kann auf keinen Fall so bleiben wie es ist, es sieht echt einfach "gammelig" aus.vollverspiegelte Glasfassade wie am Cube am Hauptbahnhof.
Habe ich mit rumgespielt, sieht grauenhaft aus an der Stelle. Es ist so entscheidend wo ein Gebäude steht und wie der Kontext aussieht. Die spannende Aufgabenstellung ist: Wie findet man eine Verbindung zwischen Alexanderplatz und der kleinteiligen mit relativ vielen Altbauten Spandauer Vorstadt.
Eine super moderne Glasfassade sieht echt nicht aus, zumal dunkel und abweisend. -
-
-
Man kann viele KI-Bilder erstellen, letztendlich wird es aber leider nicht so kommen. Aber dein Beitrag von heute mit dem Glas erinnert mich fast 1:1 an das Cube Berlin . Das wäre mir lieber.
Und wenn es so wäre, würde es für Tierschützer wegen der Vögel kritisch werden, so wie in einem Beispiel-Beitrag. RBB ( auch das Cube Berlin erwähnt) .
-
du hast natürlich recht mit deinem Einwand. Meiner Meinung nach ist es mit wenig Aufwand möglich das Gebäude im Stadtraum enorm aufzuwerten, und dabei muss es nicht unbedingt eine kostspielige Glasfassade werden.
-
Wichtiger als die Fassade des Memi wäre für mich an dieser Stelle für mich der Straßenraum.
Die Situation mit den beiden breiten Schneisen und der relativ sinnfreien Rest-Memhardtstraße, die übertrieben formuliert fast breiter ist als lang, wirkt total bizarr. Vielmehr sollte man aus der Memhardtstraße eine Fußgängerzone machen und das breiter werdende Dreieck zur Karl-Liebnkecht-Straße hin locker mit Bäumen und ein, zwei pavillonartigen Angeboten (siehe das schon bestehende indische Restaurant) auffüllen, gerne auch vorzugsweise als architektonische Mauer zur Karl-Liebknecht-Straße hin. -
Mit einer schmaleren Straße ließe sich auch mehr bebaubarer Raum schaffen, bei einem Memi-Abriss wegfallende Wohnungen so kompensieren.
Ich will mich auch nicht lumpen lassen und visualisiere euch mal den städtebaulichen Unterschied mit und ohne Memi (Wiederaufnahme der Straßenverbindung per Alexanderstraße ins Viertel, Schließen des Blockrands mit einheitlicher Höhe). Die Straßenbreite ist für den Vergleich unverändert geblieben. Beides mit Photoshop und KI erstellt.


Perspektivisch stimmt es nicht ganz. Die Alexanderstraße würde auf Höhe des Giebels links neben dem Ecktürmchen einmünden - bwz. auf dem zweiten Bild am hinteren Ende des Eck-Klotzes..
-
Schon ein enormer (positiver) Unterschied. Zudem ist mir so, dass ich auch mal Überlegungen gesehen habe, die Kreuzung zu verkleinern und auf die gewonnene Fläche ein Hochhaus hinzustellen, dass den Platz von dieser Seite einfasst. Auch das würde die Gegend deutlich weniger "zügig" machen.
-
Na schön, dann will ich mal nicht so sein. Ich weiß doch, wie sehr ihr hohe Häuser liebt.


-
Das oder die Memi wird jetzt erstmal aufgehübscht und bleibt dann die nächsten 40 bis 50 Jahre stehen. Unwahrscheinlich, aber vielleicht wird es ja auch ein gute Umsetzung, die uns anschließend gefällt.
Was hier aber auch möglich wäre, ist den alten Straßenverlauf der Alexanderstraße/Münzstraße annähernd wiederherzustellen (dazu müsste der Flachbau mit dem indischen Restaurant weg) um dann die Fläche dazwischen bis zum Memi zu bebauen.
Dann würde dieser Klotz in den Hintergrund treten.
Auf die frei werdende Fläche passt locker ein Hochhaus oder auch zwei mit der Grundfläche wie die, die jetzt gerade nebenan gebaut werden.
-
Alle KI-Visualisierungen verdeutlichen dass eine Stadtreparatur an dieser Stelle durchaus möglich wäre. Soweit ich weiß, bzw. soweit es die spärlichen Informationen des WWW hergeben, wird sich die Fassade des Memi aber nach der Sanierung nicht wesentlich verändern. Dabei hat das Memi eine Fassade, die selbst innerhalb der Kategorie Plattenbauten besonders hässlich, abstoßend und inhuman ist, Fassaden die an Pjöngyang oder andere hypertotalitäre Systeme im ehemaligen Ostblock erinnern. Der (wahrscheinliche) Erhalt der Memi-Fassade ist um so ärgerlicher, da sich der Alexanderplatz und dessen Umfeld architektonisch und städtebaulich derzeit eindeutig in einer Phase der Aufwertung befinden.
-
Aber wenn es nun gedämmt wird, wird die Fassade auf jeden Fall danach deutlich anders aussehen als jetzt.
Im schlimmsten Fall nur mit einer glatten, grauen Putzfassade, aber selbst dass wäre doch besser als der heutige "Pjöngyang-Stil".

-
Das oder die Memi wird jetzt erstmal aufgehübscht und bleibt dann die nächsten 40 bis 50 Jahre stehen.
Das klingt ja sehr absolut. Oder hast du prophetische Fähigkeiten, von denen wir nichts wissen? Das Entfernen von Asbest und Anbringen einer Dämmung schafft keine Tatsachen für 40 Jahre.
Auch ein tiefgreifender Rückbau bis auf das Stahlbetonskelett, Teilabrisse und Anbauten könnte ich mir gut vorstellen. Man muss nicht unbedingt alles abreißen. Kann man aber.
Entscheidend finde ich beim Memi, dass es Stand den Charakter einer Trutzburg hat und das ist nicht nur der Fassade geschuldet. Dabei steht es an einer städtebaulich sensiblen Stelle, die zwei bedeutende Stadträume miteinander verzahnen sollte. Die trennende Wirkung ist gerade dort extrem ungünstig platziert.
Aus dieser anderen Perspektive ist zwar die Barrierewirkung nicht wirksam, aber das Entrée zu einer repräsentativen Stadtachse mit Volksbühne als Point de vue ist dennoch zerstört...
8 Rosa-Luxemburg-Straße - Google Maps
...wozu auch der verstümmelte Altbau auf der linken Seite beiträgt. Insgesamt ist dieser Ort wirklich ein Lehrbuchbeispiel für den Begriff "Stadtreparatur". Viel Glas ist dafür jedenfalls keine Lösung.
-
Wieso prophetisch? Die werden das Gebäude doch jetzt nicht energetisch sanieren und dann abreißen. Das Gerüst spricht auch nicht dafür, dass die Fassadenplatten abgenommen werden.
-
Zwischen "jetzt" und "40-50 Jahre" ist durchaus noch etwas Spielraum. Wäre nicht das erste Mal, dass ein Gebäude 10 oder 20 Jahre nach einer Sanierung abgerissen wird. Manches Gebäude erreicht insgesamt noch nicht einmal 20 oder 30 Jahre Lebenszeit.
Schon krass, dass die ersten Neubauten der Nachwendezeit bereits wieder abgerissen werden
Außerdem ist ja hier im Forum Raum, um zu diskutieren, was guten und schlechten Städtebau ausmacht, was eine miss- oder gelungene Architektur ist. Ganz unabhängig von den Entscheidungen der WBM.
-
Ja, das stimmt, aber das hätten die Eigentümer auch schon längst machen können. Haben sie nicht, stattdessen wird jetzt, 36 Jahre nach der Wende, die Fassade saniert. Daher mein Tipp. Natürlich kann eine heute noch nicht absehbare Entwicklung schon früher zu einem anderen Ergebnis führen.
Ich hatte immer gehofft, dass das Ding weg kommt, aber nun gehe ich nicht mehr davon aus.
-
Dem Memi ist zugutezuhalten: Roland Korn und Klaus Bläsing haben hier immerhin versucht, dem Plattenbau eine gestalterische Note zu geben.
Kannelierte Vorhangsplatten: Die vertikale Riffelung der vorgehängten Betonelemente erzeugt bei wechselndem Licht ein Schattenspiel; die Zwischenräume der Kannelierungsfelder bilden, ein grafisches Raster, das die Fassade gliedert, statt sie flächig wirken zu lassen. Gerade bei einem großen Solitär ist das das Gegenteil der glatten, strukturlosen WDVS-Oberfläche, die hier ensthen würde.
Granitsockel: Der Sockel zeigt eine Granitverkleidung und beherbergt Gewerbeeinheiten also die für Berlin typische Mischnutzung im Erdgeschossbereich.
Klinkeretage: Die rötlich-braune Klinkerverkleidung liegt etwa im Bereich des 3. bis 5. Obergeschoss, also als eine Art "Beletage" über dem Sockel. Sie hebt sich farblich deutlich vom Grau der Betonplatten ab und zitiert, die Backsteinsprache der umgebenden gründerzeitlichen Bebauung
Humorig auch die Legende: Weit oben an der sonst fast fensterlosen Seitenwand sitzt ein einziges kleines Fenster, mitten im Beton. Seit Jahrzehnten rankt sich darum die Geschichte, es sei für Erich Honecker eingebaut worden, damit er auf den Alexanderplatz und „seine" Bevölkerung hinunterschauen konnte oder eine Variante: eine Tochter Honeckers habe in der Wohnung gewohnt, die eigentlich kein Fenster hatte, und es per Privileg nachträglich eingesetzt bekommen.
Nichts davon ist richtig, aber dennoch bemerkenswert: Weder Honecker noch seine Töchter wohnten dort, und das Fenster war von Anfang an geplant. Die Erklärung liegt im Grundriss: In den unteren Stockwerken verlief an dieser Stelle ein Flur entlang der Außenwand, daher keine Fenster. In den oberen Etagen lag genau dort ein Wohnraum, und ein Raum braucht ein Fenster. Deshalb genau dieses eine, einsame Fenster.
-
...und jährlich grüßt die Memi-Diskussion.
Alles schon gesagt, alles schon widerlegt. Das Memi wird nicht abgerissen und auch nicht im KI-Style umgestaltet.
Leute, das Memi gehört der WBM. Es ist ziemlich komplett vermietet. Ich stimme Baukörper zu. Da wird sich grundsätzlich in den nächsten Jahren (Jahrzehnten) nicht viel ändern. Die Diskussionen hier verlaufen sich immer wieder im luftleeren Raum (oder im Sande).
Leider kann ich den Strang nicht ignorieren, weil ich genau um die Ecke gewohnt habe und imer wieder ein paar Erinnerungen hoch kommen.

-
Sinnlos, sich mit einem Kommentar zu echauffieren, dass die anderen Beteiligten nicht weiterdiskutieren sollen. Im „luftleeren Raum“ finden insofern alle unsere Diskussionen statt, weil wohl niemand hier Einfluss auf irgendwelche Bauvorhaben hat, zumindest dürfte das in aller Regel so sein. Es sind immer Diskussionen der Diskussion wegen.
Eine durchaus schon „absehbare Entwicklung“ hätte ich aber anzubieten, welche vielleicht zum Umdenken führt. Viele deutsche Großstädte wachsen nicht mehr oder viel langsamer als in den letzten Jahren. Berlin hat einen negativen Saldo, also Schrumpfung bei den innerdeutschen Wanderungsbewegungen zu verzeichnen, beim Geburten-Sterbe-Verhältnis sowieso. Berlins Wachstum geht ausschließlich auf Zuzüge aus dem Ausland zurück. Ob das so bleiben wird?
Und wenn nein, dann werden vielleicht auch Schrottimmobilien wie das Memi anders bewertet. Aus dieser Lage kann man wirklich Besseres machen. Aber ja, die WBM ist eine Hypothek für gute Stadtentwicklung, das hat sie oft genug bewiesen. Und solange man so einen Kaninchenstall vermietet bekommt, weil zentral gelegen, macht man halt einfach weiter. Ob mit oder ohne kannelierte Betonplatten, ist denen egal, genauso wie der Städtebau.
-


