Memi - Wohnkomplex Memhardstraße

  • Es gibt einen netten kleinen Artikel über den schäbigen Plattenbau in der Memhardstraße direkt an der Ecke zum Alex, der von seinen Bewohner nur liebevoll Memi gennant wird, den ich euch nicht vorenthalten mag :-) Mehr als ein Haus


    Eine kurze Inhaltsangabe entsprechend unserer Richtlinien wäre nett. Vielen Dank
    Bato

  • Leider wird die kleine Alexanderstraße nach wie vor in einer Sackgasse enden, die Hinterhofsituation des Memi ist wirklich unansehnlich und städtebaulich Mist. Als Positivbeispiel nenne ich mal das Internationale Handelszentrum an der Friedrichstraße. Hier ist auch die Rückseite in ihrer Umgebung "erlebbar". Dies müsste für mich ungefähr der Anspruch sein, wenn man das Gebäude so erhalten möchte bzw. nun "erweitert".

  • ^ Das Memi ist schon ein krasses Ding. Ich bin hin- und hergerissen zwischen Irritation und Faszination. Mal sehen, wie man die Zukunft des Ensembles in zehn, fünfzehn Jahren bewertet. Bis auf Weiteres ist der Kleinen Alexanderstraße aber auch anders zu helfen: Der Abriss des Dreigeschossers ist ein erster Schritt, als nächstes könnte die einstöckige Baracke/Halle (?) neben dem Liebknecht-Haus ersetzt werden. Dann hätte man von der Einmündung bis zum Hinterhof eine halbwegs geschlossene Bebauung, und damit wäre viel gewonnen.

  • ^ So wie die Kleine Alexanderstraße jetzt ist, ist der südliche Abschnitt ja nur noch eine Hinterhofzufahrt.


    Der Trichter der Memhardtstraße ist stattdessen völlig überzogen und sollte auf normales Maß zurückgebaut werden. Was dabei aus dem Memi wird, sei dahingestellt. Eine Rekonstruktion des alten Straßengrundrisses ist eh nur in Ansätzen möglich und bringt wenig. Sollte aber mal das Memi abgerissen werden könnte man die Kleine Alexanderstraße bis zur Münzstraße verlängern und bebauen.
    Da das Ganze aber nur zu Gentrifizierung führen würde muss man sehr sorgfälltig planen, sonst verdängt man nur die Bevölkerung und erhält stattdessen nicht mal mehr "gute Architektur".
    Wenn es aber klappt, könnte man dort ordentlich verdichten und mehr Urbanität schaffen.

  • Das ist dieses Gebäude an der Memhardstraße, welches praktisch quer über die Kleine Alexanderstraßße gebaut wurde und der direkte Nachbar des Haus des Berliner Verlags ist.

  • Ich äußere mal eine steile These und weiß, dass ich mich dabei sehr weit aus dem Fenster lehne:
    Der Begriff Memi könnte sich unter Umständen aus der Tatsache ableiten, dass dieses Kleinod der Architektur und Highlight jedes architekturinteressierten Berlinbesuchers an der Memhardstraße steht.

  • Oh entschuldigt bitte, ich bin davon dass der Begriff "Memi" klar wäre und wollte euch keine schlaflose bzw kurze Nacht bescheren (so wie ich beinahe eine hatte). "Memi" ist der Kosename dieses Gebäudes und leitet sich von der Memhardstraße ab an der es steht.


    Ich wünsche allen einen schönen Tag der Deutschen Einheit, ohne die wir hier alle bei Weitem weniger zu besprechen hätten.

  • ^ Wobei das nur den Namen erklärt, nicht aber, dass der Bau überhaupt einen eigenen Namen bekommen hat, was ja nur selten passiert. Und das liegt nicht an der Straße, an der er steht, auch nicht nur an der exponierten Lage, sondern eben auch am Bau selbst, der in seiner Hässlichkeit doch auch irgendwie beeindruckt und anregt, über ihn zu reden, uns z. B. hier und jetzt im Forum.


    Wenn er abgerissen und durch einen gelungenen Bau ersetzt würde, der die Umgebung repariert, statt diese, wie der Memi, schonungslos zu zerstören, würde ich mich freuen. Aber selbst dann würde etwas in mir diesem eigenwillig-brutalen Unikat nachtrauern.

  • An diesem Gebäude zeigt sich doch ganz deutlich der immer gleiche Disput.


    Es besteht ein Gebäude, welches hässlich ist, den historischen Stadtgrundriss konterkarriert und dadurch eine viel zu breite Straße ermöglicht.
    A b e r: Es ist bewohnt und wenn man den Reportagen glauben kann, belebt und beliebt und das von normalverdienenden Menschen.


    Die Alternative wäre wohl Gentrifizierung oder die völlige Verdrängung der Bewohner durch Bürohäuser. Dann könnte man womöglich den Straßenraum verkleinern, ob dadurch aber alles besser wird bezweifele ich. Ganz zu schweigen von der Gefahr, dass man dadurch auch keine gute / schöne Architektur erhält.


    Vermutlich wird das "Memi" irgendwann weichen und man wird Büros und ein paar hochpreisige Wognungen errichten, die Kleine Alexanderstraße wiederherstellen und möglicherweise die Münzstraße verlängern, sowie die Memhardstraße ganz auflösen.
    Die neuen Häuser werden hoffentlich optisch ansprechender als das Memi, aber man weiß ja nie...

  • ^ Nein, wegen mir nicht unbedingt. Ich will damit nur darstellen, wo meiner Ansicht nach, die Sympathien für Häuser wie das Memi herkommen.
    Und auch wenn wir ein Architekturforum bilden, so kann Architektur nie nur Selbstzweck sein, sondern muss für die Menschen da sein.
    Das Memi schafft offensichtlich guten Wohnraum und Lebensraum für die Bewohner. Das ist seine Existenzberechtigung.


    Alles was danach kommt sollte dies aufgreifen und nicht nur verdichten, den Straßengrundriss von früher wiederherstellen und die Rendite eines namenlosen Investors mehren.

  • ...Und auch wenn wir ein Architekturforum bilden, so kann Architektur nie nur Selbstzweck sein, sondern muss für die Menschen da sein. Das Memi schafft offensichtlich guten Wohnraum und Lebensraum für die Bewohner. Das ist seine Existenzberechtigung.


    Ich habe mal gelesen, ich denke hier im Forum vor einigen Jahren schon, dass das Memi vorwiegend für Berlin-Touristen günstigen Wohnraum schafft. Ich selbst empfinde dieses Gebilde als eine der größten Zumutungen im Alex-Umfeld. Es ist weder wohnenswert noch sonst irgendwie erhaltenswert. Keine Träne würde ich diesem Trum nachweinen. Abgesehen davon behindert es die urbane Entwicklung in diesem Bereich erheblich.

  • ^ Ferienwohnungen im Memi?
    Davon stand noch nicht in der Reportage, die aber auch schon wieder 3 1/2 Jahre alt ist. Aber wenn es tatsächlich so wäre, müsste es sich wohl um Eigentumswohnungen handeln. Dann kann das Memi noch eine lange Zukunft haben und wir werden alt umd grau bevor sich da was ändert.