Spekulierstrang Spezial: Neue Bundesbank-Zentrale

  • Das wäre sehr gut, denn dann könnte der Bau bald losgehen. Aber ist ein Gebäude mit unterschiedlichen Nutzungen (Hotel und Büro) nicht ungeeignet für die Bundesbank? Die haben doch extreme Sicherheitsvorkehrungen bzw. Sicherheitsansprüche, richtig?


    Meine Tipps sind Trianon, Eurotower (beide müssten saniert werden vorher) oder ggf. sogar das Präsidium. Aber das halte ich für nicht so wahrscheinlich, aber dennoch möglich.

  • Im Bankenviertel würde ich mich über das Gloria und damit einhergehend über eine Anpassung der Vorgaben des Hochhausrahmenplans freuen. Den kulturellen Mehrwert und den öffentlich zugänglichen Sockelbereich könnte das Geldmuseum darstellen. Auch finde ich, dass die Architektur der Bundesbank dort gut stehen würde: Einerseits nicht protzig, sondern eher zurückhaltend, gleichzeitig aber dennoch ein mutiges Statement. Eine solche Architektur würde auch deutschen Behördengebäuden generell gut tun.

    Am liebsten wäre mir allerdings das Präsidium. Dadurch würde ich mir eine Initialzündung für das Gebiet und eine Aufwertung des Umfelds erhoffen. Ich finde, dass das eine riesige Chance wäre.

    Es fällt mir aber recht schwer einzuschätzen, welche Größenordnung 2.500 Beschäftigte darstellen. Insgesamt hoffe ich, dass nun im Zuge des Vergabeverfahrens einige Projekte aus den Schubladen geholt und überarbeitet werden. Das könnte insgesamt eine Chance für den Büromarkt in Frankfurt sein.

  • Bzgl. Gloria als möglichen Standort: aufgrund des Standortes und der Unternehmen, die hinter diesem Projekt stehen, halte ich die Realisierungschancen ohne Bundesbank hier für am höchsten unter den Kandidaten. Deshalb wäre ich gegen eine solche Lösung.


    Vielmehr sollte mMn ein unter den gegebenen Marktbedingungen schwierig realisierbarer Standort favorisiert werden. Deshalb wäre das 'Präsidiums'areal mein Wunschkandidat, ein Standort der (trotzdem) seine Vorzüge hat.


    Unter dem Strich wäre eine solche Entscheidungsfindung für Frankfurt am vorteilhaftesten.

  • CA Immo hat jetzt auf LinkedIn erneut mitgeteilt, dass man für das Millennium-Areal auch eine mögliche Nutzung als neue Zentrale der Deutschen Bundesbank prüft. Sollte das Grundstück tatsächlich an die Bundesbank verkauft werden, wäre das wohl endgültig das Aus für den Millennium Tower. Dass die Bundesbank dort einen 300 Meter hohen Wolkenkratzer errichten würde, halte ich für vollkommen ausgeschlossen. Never ever. Damit würde Frankfurt eine der letzten Möglichkeiten verlieren, einen Wolkenkratzer dieser Größenordnung an einem dafür geradezu idealen Standort zu realisieren. Ich verstehe ohnehin nicht, weshalb man für die Bundesbank nicht das Areal des ehemaligen Polizeipräsidiums in Betracht zieht. Das wäre aus meiner Sicht für eine solche Nutzung wesentlich besser geeignet. Inklusive sehr repräsentativem Altbau als Entree beispielsweise.

    Leider habe ich inzwischen ohnehin den Eindruck, dass CA Immo nicht mehr wirklich hinter dem Standort Frankfurt steht. Anders kann ich mir diese Entwicklung kaum noch erklären. Erst verkauft man das Campanile-Areal und begründet das damit, dass dort angeblich keine wirtschaftlich tragfähige Hochhausentwicklung mehr möglich sei. Dabei besteht für diesen Standort weiterhin entsprechendes Baurecht. Dass CA Immo selbst dort nicht mehr bauen möchte, bedeutet schließlich nicht, dass ein anderer Investor das nicht könnte. Und jetzt stellt man offenbar auch noch die Zukunft des Millennium Towers infrage.

    Für mich sieht das zunehmend danach aus, als würde sich CA Immo komplett aus Frankfurt zurückziehen und den Standort weitgehend aufgeben, während man sich lieber auf andere Märkte, vor allem im Osten Europas, konzentriert. Besonders ärgerlich finde ich dabei, dass CA Immo über viele Jahre in Frankfurt ausgesprochen gut verdient und erheblich von der Entwicklung dieser Stadt profitiert hat. Jetzt scheint man die verbliebenen Grundstücke möglichst gewinnbringend verwerten zu wollen und überlässt Frankfurt die Folgen. Das finde ich schon ziemlich bemerkenswert und sagt für mich einiges über dieses Unternehmen aus.

    Ich halte von CA Immo inzwischen jedenfalls herzlich wenig. Wer über Jahrzehnte von einem Standort profitiert hat und sich dann offenbar zunehmend aus der Verantwortung für dessen weitere Entwicklung verabschiedet, verspielt auch Vertrauen. Und wenn am Ende sogar das Millennium-Areal für eine Bundesbank-Zentrale geopfert wird, wäre das aus meiner Sicht ein städtebaulicher Offenbarungseid. Ich sehe diese Entwicklung mittlerweile mit erheblicher Sorge.

  • Deine grundsätzliche Enttäuschung über das Engagement von CA Immo und deren zurückhaltende Herangehensweise kann ich nachvollziehen. Allerdings ist CA Immo ein privatrechtliches, an der Börse notiertes Unternehmen, das nur ihren Shareholdern, also den Aktionären verpflichtet ist. Daher ist es vollkommen in Ordnung, wenn sie aus operativer Sicht die Entscheidung treffen, in bestimmten Märkten zu investieren und in anderen nicht. Wenn sie demnach zu dem Ergebnis gekommen sind, dass Investments in anderen Regionen im Hinblick auf die zu erzielende Rendite und das einzugehende Risiko nachhaltiger sind, dann müssen sie sich so entscheiden. Ob man das jetzt auch städtebaulicher Sicht gut findet, spielt dabei keine Rolle. Und auch die Tatsache, dass sie in der Vergangenheit von dem Standort profitiert haben, zeigt nur, dass sie aus einer Investorensicht alles richtig gemacht haben. Möglicherweise kommen sie jetzt zu der Auffassung, dass die Musik zukünftig woanders spielen wird. Dann ist es sogar ihre Pflicht, umzusteuern. Und daß der Büromarkt vor dem Hintergrund von zunehmender KI-Nutzung, Homeoffice und der allgemeinen wirtschaftlichen Situation in Deutschland derzeit nicht gerade ein Selbstläufer ist, spricht ebenfalls für diese Herangehensweise.

    Einmal editiert, zuletzt von marty-ffm (28. Oktober 2026 um 09:21)

  • Deine Argumentation kann ich aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht nachvollziehen, allerdings greift sie mir etwas zu kurz. Natürlich kann CA Immo selbst entscheiden, in welchen Märkten das Unternehmen investiert und wo es sich zurückzieht. Das habe ich auch überhaupt nicht infrage gestellt. Mir geht es vielmehr darum, wie sich dieses Unternehmen gegenüber einem Standort verhält, von dessen Entwicklung es über viele Jahre erheblich ! profitiert hat.

    Man sollte dabei auch nicht vergessen, woher CA Immo einen großen Teil ihrer Frankfurter Grundstücke überhaupt hat. Die heutige CA Immo Deutschland ging aus der früheren Vivico Real Estate hervor, die ihren Sitz in Frankfurt hatte und ursprünglich aus der Verwertung ehemaliger Bahnliegenschaften entstanden war. Mit der Übernahme von Vivico hat sich CA Immo 2007/2008 riesige, teilweise hervorragend gelegene Grundstücksreserven gesichert, darunter große Teile des Europaviertels. Das waren Flächen, deren Wert auch durch die gesamte städtebauliche Entwicklung Frankfurts über die Jahre erheblich gestiegen ist.

    Und genau deshalb sehe ich das etwas anders als du. Nur weil ein Unternehmen seinen Aktionären verpflichtet ist, bedeutet das doch nicht, dass man seine Geschäftspolitik nicht auch aus städtebaulicher Sicht kritisieren darf. Im Gegenteil. Gerade bei Unternehmen, die über Jahrzehnte ganze Stadtquartiere mitentwickelt haben und über derart bedeutende Grundstücke verfügen, finde ich diese Diskussion mehr als berechtigt. Deine Aussage, dass die städtebauliche Perspektive dabei keine Rolle spiele, kann ich deshalb überhaupt nicht teilen. Für uns hier im Architekturforum sollte sie sogar eine ganz wesentliche Rolle spielen.

    Auch die schwierige Lage am Büromarkt ist mir durchaus bewusst. Nur erklärt sie für mich nicht, weshalb man offenbar gleich mehrere langfristige Entwicklungsperspektiven in Frankfurt aufgibt. Ein Millennium Tower ist schließlich kein Projekt, das man ausschließlich nach der aktuellen Büromarktlage beurteilen sollte. Solche Grundstücke und ihre Entwicklungsmöglichkeiten sind auf Jahrzehnte angelegt.

    Und wenn CA Immo inzwischen tatsächlich der Meinung ist, dass sich Investitionen in Frankfurt nicht mehr lohnen und die Musik künftig woanders spielt, dann darf man das auch entsprechend kritisieren. Das Unternehmen hat hier über viele Jahre sehr gutes Geld verdient und von der Entwicklung Frankfurts erheblich profitiert. Jetzt entsteht bei mir zunehmend der Eindruck, dass man die verbliebenen Grundstücke möglichst gewinnbringend veräußert und sich aus Frankfurt verabschiedet. Besonders beim Millennium-Areal fände ich das ausgesprochen bitter.

    Dass das aus Sicht der Aktionäre möglicherweise sinnvoll ist, mag ja sein. Aber deshalb muss ich es als jemand, dem die städtebauliche Entwicklung Frankfurts am Herzen liegt, noch lange nicht gutheißen. Und genau darum ging es mir in meinem Beitrag.

  • Spannende Diskussion, die mich auch mit Sorge erfüllt. Mir war bis dato nicht bekannt, dass CA Immo bei der Entwicklung des Europaviertels eine derart gewichtige Rolle eingenommen hat. Das spricht dann leider dafür, dass das Unternehmen die Marktlage sehr präzise kennt und einzuschätzen vermag. Wenn es nun seine besten Sahnestücke abstoßen will, dürften dem betriebswirtschaftlich wohlbegründete Erwägungen zugrunde liegen, die sicherlich auch über die individuelle Bewertung von CA Immo hinaus eine gewisse Allgemeingültigkeit besitzen. Zu meinem Bedauern spricht leider einiges dafür, daraus ableiten zu können, dass sich Hochhäuser von 300 Metern und mehr am Standort Frankfurt unter der gegenwärtigen Wirtschaftslage bis auf weiteres offenbar nicht mehr rentabel realisieren lassen. Dass CA Immo nun erneut bekräftigt, die Veräußerung des für den Millennium Tower vorgesehenen Grundstücks an die Bundesbank zu prüfen, kann für mich auch als das wahrscheinliche Aus des Towers gewertet werden.

  • Sorry, hier wird mMn gerade die falsche Institution "gebasht". CA Immo plant und tut, was wirtschaftlich sinnvoll erscheint. Das ist alleinig deren Sache. Die Bundesbank hingegen macht, was bzgl. der Tradition und Reputation dieser Institution absolut abträglich ist. Sie will ohne jegliche triftige Notwendigkeit ihren langjährig bekannten und etablierten Standort aufgeben und statt dessen einen völlig neuen (und ganz sicher auch nicht gerade billigen) anderen Standort in zeitgeist-konformer "City-Lage" erwerben. "Nebenbei" bringt man als staatliche (!) Institution auf diese Weise auch noch das (prinzipiell) privatwirtschaftliche (!) Liegenschaftsgeschäft in der Stadt ordentlich in Aufregung. Ich glaube absolut nicht, dass es wesentlich teurer kommen sollte, das bestehende BuBa-Stammhaus denkmalgerecht auf bautechnisch zeitgemässes Niveau sanieren zu können und gleichzeitig den alten Standort auf diese Weise zu erhalten. Die BuBa stand immer für "Konstanz". Genau diese "Konstanz" wird durch den Standort-Wechsel als solchen und das ganze Gezerre drumherum Stück für Stück zu Grabe getragen. Ein absolutes Trauerspiel ist das - nicht für "CA Immo", sondern für die Bundesbank als solche !.

  • Du machst hier gerade eine ganz andere Diskussion auf, die mit der eigentlichen Kritik nur am Rande zu tun hat. Und hier wird auch niemand ungerechtfertigt "gebasht". Eine kritische Auseinandersetzung mit den Entscheidungen eines Immobilienunternehmens ist schließlich kein Bashing, nur weil einem die Kritik nicht gefällt.

    Es ging mir weder um die Tradition der Bundesbank noch um die Frage, ob sie ihren bisherigen Standort aufgeben sollte. Darüber kann man reden, war aber nicht mein Thema. Interessant finde ich allerdings, dass du meine Kritik an CA Immo als "Bashing" bezeichnest, das Verhalten der Bundesbank selbst aber als "absolutes Trauerspiel" bewertest. Offenbar sind deutliche Worte durchaus erlaubt, solange sie sich gegen die richtige Institution richten. Auch deine Äußerung, eine denkmalgerechte Sanierung des bisherigen Bundesbankgebäudes würde kaum mehr kosten als ein Neubau an anderer Stelle, bleibt ohne entsprechende Zahlen oder belastbare Belege reine (und deine) Spekulation. Kann man so einschätzen, hat aber mit meinem eigentlichen Kritikpunkt ohnehin nichts zu tun.

    Ich bemängle vielmehr, dass CA Immo offenbar bereit ist, das Millennium-Areal entweder an die Bundesbank zu verkaufen oder dort selbst im Auftrag der Bundesbank deren neue Zentrale zu errichten. Zumindest verstehe ich die bisherigen Veröffentlichungen so. Beide Varianten dürften letztlich das endgültige Aus für den seit Jahrzehnten geplanten Millennium Tower (-Komplex), in einer ohnehin schon geschrumpften Option, bedeuten. Und das wäre sehr wohl eine Entscheidung von CA Immo, die man entsprechend kritisieren darf. Die Bundesbank zwingt schließlich niemanden, dieses Grundstück anzubieten oder dort für sie zu bauen.

    Es geht mir auch nicht ausschließlich um das Millennium-Areal. Der Verkauf des Campanile-Areals am Hauptbahnhof zeigt doch, weshalb ich inzwischen den Eindruck habe, dass CA Immo sich zunehmend aus Frankfurt zurückzieht. Genau diese Entwicklung habe ich kritisiert. Ob die Bundesbank mit einem Standortwechsel ihrer Tradition gerecht wird oder ob eine Sanierung ihres bisherigen Gebäudes günstiger wäre, ist eine völlig andere Frage und ändert an meiner Kritik an CA Immo überhaupt nichts.

  • Zitat von Adama: "Ob die Bundesbank mit einem Standortwechsel ihrer Tradition gerecht wird oder ob eine Sanierung ihres bisherigen Gebäudes günstiger wäre, ist eine völlig andere Frage und ändert an meiner Kritik an CA Immo überhaupt nichts".

    OK, aber Deine Kritik an der Investitionspolitik EINES privatwirtschaftlichen Unternehmens gehört "eigentlich" auch nicht in diesen Strang - jedenfalls nicht DIREKT. Letztlich äussern wir (aus jeweils sehr unterschiedlichen Aspekten heraus) unseren Unmut über die Umstände und Hintergründe um den Standortwechsel der BuBa. Insofern sind wir (in gewisser Weise "mittelbar") hier doch nicht ganz falsch.

    Zitat von Adama: "Auch deine Äußerung, eine denkmalgerechte Sanierung des bisherigen Bundesbankgebäudes würde kaum mehr kosten als ein Neubau an anderer Stelle, bleibt ohne entsprechende Zahlen oder belastbare Belege reine (und deine) Spekulation."

    Ich persönlich glaube den BuBa-Berechnungen bzgl. "Sanierung Bestandsgebäude" keinen einzigen Cent. Dafür kommt der Schwenk von "Campus-Konzept" bis zur "Total-Aufgabe" des Projektes thematisch viel zu abrupt und grundsätzlich. Ich bin davon überzeugt, dass hier im Hintergrund ganz andere Überlegungen als reine "Kosten-Kalkulationen" eine tragende Rolle spielen. Welche, das weiss ich auch nicht. Aber dass die Sanierung des Bestandsbaus (gegenüber einem komplett neuen Hauptsitz mitsamt teurem City-Grundstück und ebenso unklarem Verkaufserlös bzgl. der alten Liegenschaft) substanziell teurer kommen sollte ist für mich persönlich eine absolut nicht nachvollziehbare Erzählung. Letztlich wird es im Ergebnis sogar andersherum kommen. Davon bin ich fest überzeugt.

  • Du musst mich übrigens nicht in jedem Beitrag mehrfach zitieren, um anschließend erneut an meinem eigentlichen Thema vorbeizuschreiben. Meine Aussagen sind auch ohne diese ständigen Wiederholungen verständlich.

    Jetzt erklärst du mir erst, dass meine Kritik an CA Immo eigentlich nicht in diesen Strang gehöre, um unmittelbar danach selbst festzustellen, dass beide Themen durchaus miteinander zusammenhängen. Na also. Genau deshalb habe ich die mögliche Entwicklung des Millennium-Areals hier angesprochen. Schließlich ist CA Immo selbst diejenige, die eine Nutzung des Grundstücks für die Bundesbank öffentlich ins Gespräch gebracht hat. Und damit sind wir unmittelbar beim Thema.

    Was deine Ausführungen zu den Sanierungskosten betrifft, wird es allerdings zunehmend abenteuerlich. Du glaubst den Berechnungen der Bundesbank "keinen einzigen Cent", vermutest irgendwelche anderen Hintergründe, von denen du selbst einräumst, dass du sie nicht kennst, und bist trotzdem felsenfest davon überzeugt, dass ein Neubau am Ende teurer würde. Das ist eine Menge Gewissheit bei ausgesprochen dünner Faktenlage. Auch deine ursprüngliche Selbstbezeichnung als "alter Immobilien-Hase" ersetzt nun einmal keine nachvollziehbare Kostenrechnung (*auch wenn du diese Formulierung inzwischen offenbar wieder aus deinem Beitrag editiert hast). Du kannst die Standortentscheidung der Bundesbank selbstverständlich für ein Trauerspiel halten. Ich kritisiere hingegen die Entwicklungspolitik von CA Immo in Frankfurt und insbesondere die mögliche Aufgabe des Millennium Towers. Beides ist legitim, aber du widerlegst meine Kritik nicht dadurch, dass du immer wieder deine eigene Sichtweise auf die Bundesbank wiederholst. Deine Argumente werden durch ständiges Zitieren meiner Beiträge schließlich auch nicht überzeugender.

    Und ganz offen gesagt: Ich finde es inzwischen ziemlich ermüdend, immer wieder dieselben Punkte erklären zu müssen, weil sich die Diskussion regelmäßig vom eigentlichen Thema entfernt. Ich möchte mich hier über Architektur und Stadtentwicklung austauschen und nicht jeden meiner Beiträge zum Ausgangspunkt einer endlosen Grundsatzdiskussion machen. Vielleicht wäre es deshalb sinnvoller, wenn wir unsere unterschiedlichen Auffassungen künftig einfach stehen lassen, statt uns ständig gegenseitig zu kommentieren. Ich werde es jedenfalls dabei belassen.

    Einmal editiert, zuletzt von Adama (29. Oktober 2026 um 18:06) aus folgendem Grund: Letzten Absatz überarbeitet.

  • Vielleicht interessante Äußerung eines Gesprächspartners aus der Branche, der nicht namentlich genannt werden will: Das Anforderungsprofil der Bundesbank sei so umfangreich, dass man allein schon für die Bewerbung eine Doktorarbeit schreiben müsste, und zwar keine medizinische. Ein Grund für die mehrfache Verlängerung der Frist für das Verfahren.

  • Ich habe mir die bisherigen Veröffentlichungen und die Anforderungen der Bundesbank an ihren künftigen Hauptsitz noch einmal genauer angesehen. Dabei komme ich zunehmend zu der Einschätzung, dass wir am Ende eher einen Neubau als die Übernahme eines bestehenden Frankfurter Bürohochhauses sehen werden. Gesucht wird bekanntlich eine schlüsselfertige Immobilie für rund 2.500 Arbeitsplätze sowie zusätzliche 15.000 Quadratmeter Nutzfläche für besondere Anforderungen. Interessant finde ich dabei die Gewichtung der Bewertungskriterien: Der Preis macht 35 Prozent aus, die Gebäudequalität immerhin 32 Prozent, die Lage 20 Prozent und die Projektabwicklung 13 Prozent. Die Qualität des Gebäudes wird also fast ebenso stark gewichtet wie der Preis.

    Genau darin sehe ich einen wesentlichen Vorteil eines Neubaus. Sicherheitskonzept, Gebäudetechnik, Erschließung und Arbeitsplatzorganisation lassen sich von Anfang an auf die besonderen Anforderungen der Bundesbank ausrichten. Bei bestehenden Hochhäusern wie dem Trianon von 1993 bleiben dagegen trotz einer umfassenden Kernsanierung wesentliche Gebäudestrukturen vorgegeben. Gerade die Integration spezieller Sicherheitsbereiche dürfte dort deutlich aufwendiger sein. Dazu passt auch die hier bereits erwähnte Aussage eines Branchenvertreters (im Vorbeitrag), wonach allein die Bewerbung angesichts der umfangreichen Anforderungen der Bundesbank einer Doktorarbeit gleichkomme. Je komplexer diese Vorgaben sind, desto mehr spricht aus meiner Sicht für ein maßgeschneidertes Gebäude statt für die Anpassung eines bestehenden Hochhauses.

    Natürlich muss ein Neubau nicht zwangsläufig günstiger sein. Angesichts des langfristigen Nutzungshorizonts und der hohen Gewichtung der Gebäudequalität halte ich diese Variante inzwischen aber für plausibler. Ich würde deshalb eher auf einen Neubau tippen, möglicherweise auch als Hochhaus oder Hochhausensemble. Welche der diskutierten Standorte dafür letztlich infrage kommen, bleibt abzuwarten.

    Einmal editiert, zuletzt von Adama (30. Oktober 2026 um 14:21)

  • Ich habe die Kriterien nicht so studiert, aber könnte das Ergebnis nicht auch am Ende sein, dass eigentlich kein verfügbarer Standort in der City den Kriterien entspricht? Auch die noch nicht gestarteten Projekte haben ja Vorplanungen und Entwürfe, die dann auch erst aufwendig (wenn möglich) angepasst werden müssten und teilweise könnte auch die Lage schon zum Ausschluss führen. Ggf. kommt am Ende des ganzen Prozesses raus, der heutige Standort ist schon ideal: dort gibt es Pläne, die den Individuellen Bedürfnissen entsprechen würden... Ich finde den Move der BuBa zumindest mehr als unverständlich so aus Laiensicht.

  • ^ Das kein Standort den Kriterien entspricht kann schon passieren und zwar in 2 Richtungen: Gewollt für einen Neubau oder ungewollt, dann baut man nach Prüfung von Bestandsbauten entweder doch neu oder ändert die Kriterien entsprechend einem passenden Bestand an.

  • ^^ meine persönliche Wette: Genau so wird es am Ende auch kommen (wenn ich Dich korrekt verstehe). Die BuBa baut (zumindest auf einem Teil des heutigen Grundstückes) einen für sie maßgeschneiderten Neubau. Für das Grundstück muss sie nichts bezahlen, denn das hat sie ja bereits- so viel im Übrigen zum Aspekt "Kosten". Das denkmalgeschützte Gebäude könnte sie veräussern (ggf. zum Zwecke der Nachnutzung für die Europäische Schule etc. !?). Die wäre im Übrigen kein schlechter Nachbar und ein würdiger Nachnutzer dieses Gebäudes.

    Und ganz im Übrigen: Vielleicht haben auch nicht wenige potenzielle Anbieter gar keine Lust auf "Doktorarbeiten" im Bewerbungsprozess. Auch unter diesem Aspekt könnte sich noch manches "von selbst erledigen".

  • Dekoratives Anführungszeichen

    das endgültige Aus für den seit Jahrzehnten geplanten Millennium Tower (-Komplex)

    Mal von außen gefragt: Wenn in den letzten Jahrzehnten die Interessenten für den Millennium-Turm Schlange gestanden hätten, gäbe es das Bauwerk schon. Was spricht dafür, dass sich das in den nächsten Jahrzehnten ändert? Und rechtfertigt eine vage Hoffnung, dass der Baugrund solange freigehalten werden muss und derweil Kosten statt Einnahmen verursacht? Ein so bedeutsames und großes Vorhaben wie der Neubau einer Bundesbank-Zentrale ist doch vermutlich auf lange Zeit nicht mehr absehbar. Ich kann schon verstehen, dass ein Unternehmen versucht, im Auswahlverfahren mit seinem Premium-Standort zu punkten. Diesen zurückzuhalten, der Stadtentwicklung zuliebe, oder in der Hoffnung auf irgendein Einhorn in unbestimmter Zukunft, ist nun wirklich mehr als man von einem Wirtschaftsunternehmen erwarten kann. Auch die hier gelobten Bauprojekte der Vergangenheit im Europaviertel sollten sicherlich vorrangig wirtschaftliche Zwecke erfüllen. Die städtebauliche Gesamtentwicklung im Blick zu behalten, ist hingegen Sache der Stadt. Sollte man beim Millennium-Areal einen besonders hohen Turm für nötig halten, müsste dies in einem B-Plan geregelt werden. Dann jedoch wird dort womöglich weiterhin gar nichts gebaut. Falls die wirtschaftliche Entwicklung unerwartet Nachfrage nach 300-Meter-Türmen erzeugen sollte, wird sich aber ganz bestimmt immer ein gutes Plätzchen dafür finden.

  • Die Überlegungen von OllaPeta und MathiasM finde ich sehr interessant. Natürlich besteht die Möglichkeit, dass am Ende keiner der angebotenen Standorte alle Anforderungen der Bundesbank erfüllt. Allerdings würde ich daraus nicht automatisch schließen, dass man dann wieder zum bisherigen Standort zurückkehrt. Gerade das offenbar ausgesprochen umfangreiche Anforderungsprofil könnte vielmehr dafür sprechen, dass ein maßgeschneiderter Neubau die sinnvollere Lösung ist. Genau darauf zielte auch mein vorheriger Beitrag ab. Ob die Bundesbank ihre Kriterien möglicherweise bewusst so formuliert hat, lässt sich natürlich nicht beurteilen, aber ganz abwegig finde ich diesen Gedanken nicht.

    Auch Ziegels Einwände kann ich gut nachvollziehen. Er hat natürlich recht damit, dass CA Immo ein derart wertvolles Grundstück nicht auf unbestimmte Zeit für ein Projekt freihalten kann, für das sich bislang offenbar keine ausreichende Nachfrage gefunden hat. Und ja, man kann von einem privatwirtschaftlichen Unternehmen nicht verlangen, wirtschaftlich interessante Alternativen allein aus städtebaulichen Überlegungen auszuschlagen. Insofern ist seine Argumentation durchaus schlüssig. Meine Sorge betrifft vielmehr den möglichen dauerhaften Verlust eines der wenigen Standorte in Frankfurt, an denen ein Hochhaus dieser Größenordnung überhaupt sinnvoll realisiert werden könnte. Dass sich bei entsprechender Nachfrage einfach ein anderer geeigneter Standort finden ließe, sehe ich allerdings etwas skeptischer. Aber natürlich muss man auch akzeptieren, dass sich städtebauliche / DAF‑Wünsche und wirtschaftliche Realitäten nicht immer miteinander vereinbaren lassen.


    Um wieder auf die eigentliche Standortsuche der Bundesbank zurückzukommen: Welche anderen Standorte in Frankfurt könntet ihr euch denn vorstellen, die angesichts der umfangreichen Anforderungen tatsächlich infrage kämen?

  • Der beste Standort wäre mmn. das ehemalige Polizeipräsidium. Wurde hier auch schon genannt. Im denkmalgeschützten Altbau könnte man eine repräsentative Empangshalle unterbringen und auch das Geldmuseum ließe sich bestimmt dort unterbringen. Im Innenhof könnte man ein Hochhaus oder auch zwei für die Arbeitsplätze bauen. Die Höhe spielt da für mich keine Rolle. Vielleicht sogar kleinere Hochhäuser für Mitarbeiterwohnungen. Ich denke, dort gäbe es genug Möglichkeiten und die Bundesbank kann das so bauen und gestalten, gerade im Hinblick auf das Sicherheitsempfinden, wie sie es für richtig hält.