Dresden: Innere Neustadt

  • Super8-Hotel an der Marienbrücke - update
    zuletzt #592
    zunächst die Rückseite:


    drei Tage später zu Grauwetter und konstant blöder Belichtung: die Vorderfront


    Bonusbild von nebenan: Stadthaus Robert-Blum-Strasse 6



    SäZ vermeldet heute was über das CG-Palatium. Die Sanierung beginnt Anfang 2019. (mit Filmchen)

  • Neubau Treu(wo)bau @ Holzhofgasse - coming soon
    Draufsicht Standort und Projektseite
    Th.stadtplan mit Grenzlinie zur Erhaltungssatzung.

    Ein Garagenkomplex verschwindet, es geht aber nicht bis durch zur Tanzhalle Lessingstrasse, Treubau ist Aktiengesellschaft - also nicht dem Stadtbild, sondern lediglich ihren paar Geldleihern verpflichtet. Entsprechend mau kommt auch dieser Plan daher, man ist zwar heiß auf Bauen/Verwertung/Profit für die AG, als großer Bauträger darf man sich aber weiterhin alles erlauben. An die schöne und bisher einzige Treu-Ausnahme in Striesen knüpft man nicht an, man baut für die "Anleger" und nicht für Dresden.
    Oder vielleicht doch noch, schon nen Terminchen bei der Gestako gebucht?

    ^quelle visu: treubau dresden AG

  • ^ Ich finde das Projekt für Dresdner Verhältnisse nicht so schlecht. Es schliesst die Holzhofgasse zur Kreuzung hin, wirkt in die Kreuzungssituation hinein, nimmt die halboffenen Bebauung des Nachbarn auf, ist mit einer leichtem Hochparterre ausgestattet und besitzt ein Mansarddach. Einziger Kritikpunkt wäre die etwas zu große Lücke zum Nachbarn. Hier hätte es gern noch etwas enger zugehen können. Das Hofgebäude ist von der Stange, wirkt aber auch nicht wirklich in den Straßenraum hinein.

  • Stimmt, um die eher geschlossene Platzstruktur zu stärken, hätte eine engere Bebauung wirklich gut getan. Wahrscheinlich wollte der Nachbar aber keiner Abstandsflächenübernahme zustimmen. Sein Gebäude hat ja einige Fenster in die Richtung des Neubaus. Oder die Treubau wollte garnicht erst fragen und hat gleich mit den vorgeschriebenen Abstandsflächen gearbeitet.
    Der Abstand zur anderen Grundstücksgrenze entlang der Straße lässt dort ähnlichen Sachverhalt vermuten.

  • Narrenhäusel


    Gott sei Dank, die Medienanschlüsse fürs Narrenhäusel werden doch schon gleich mit hergestellt.


    Vom neuen Schacht in der Neustädter Brückenrampe wird derzeit eine Anschlussleitung für das neue Narrenhäusel hergestellt. Das ist schon jetzt notwendig, um Aufgrabungen der neuen Fußwege zu vermeiden. Allerdings fanden die Arbeiter erneut Gebäudereste im Untergrund und stellten deshalb bis zur Beurteilung durch das Landesamt für Archäologie die Arbeiten ein.


    Quelle: https://www.dresden.de/de/rath…lungen/2018/12/pm_039.php

  • Wer hat's gemerkt? Japanisches Palais nun heller illuminiert.


    Im Zuge der Park-Sanierung wurden auch neue Masten und Leitungen verlegt, was bisher nicht bekannt war.
    Allabendlich werden nun die Elbseite und Teile der Seitenfassaden deutlich kräftiger beleuchtet, als dies zuvor der Fall war.




    Damit wurde quasi wieder ein Stückchen des Lichtmasterplans Innenstadt umgesetzt, was sehr positiv ist. Allerdings war und ist für die Seite zum Palaisplatz sowie auch die Westfassade keine weitere Beleuchtung angedacht, so meint das Palaispersonal. Gerüchte kursieren, daß es den ministeriell-freistaatlichen Hoheiten so Genüge tut, welche vom Landtag her gerne mehr sehen wollten.
    Immerhin wurden im Eingangsportal am Palaisplatz die alte Deckenfunzel abmontiert und neue hellere Strahler an den Seiten angebracht,
    wie im folgenden Bild leicht zu sehen.


    Bonusblicke auf die andere Elbseite mit Landtag links, Maritim-Hotel und SäZ-HoHa mittig und Kongreßzentrum rechts. Folgend die Altstadt.


    Das Blockhaus wird im Zuge des Umbaus ebenso eine neue Illumination bekommen.
    Das dazwischen liegende Hotel Westin Bellevue (Foto unten) gibt sich zwar Mühe, wird aber wohl dann nicht mithalten können.

  • Neubau Treu(wo)bau @ Holzhofgasse - Garagenkomplex weg!
    zuletzt oben #602
    Ich habe noch die Bagger kreisen sehen, doch eine Fotoabsicht geriet ins Hintertreffen.
    Nun ist schon alles weg. Blick Richtung Lessingstrasse.

  • Das Schweigen hat ein Ende und dies ist ein Gutes!!
    Der Sieger für das Königsufer-Neustädter Markt steht fest.
    https://www.dresden.de/de/stad…fer-neustaedter-markt.php


    In meinen Augen der zweitbeste Entwurf wurde zum 1. Preis gekürt. Der beste wäre jener gewesen, welcher eine identische Straßenraumgestaltung, wie vor 1945 gehabt hat, also eigentlich unrealistisch gut war.
    Ich war bei beiden Runden zum Kommentieren der Entwürfe anwesend und kann sagen, das von den 28 Entwürfen am Anfang in der zweiten Runde 3 gute, einer mit Altmarkt-Niveau und ein moderner mit Flachdächern war. Also am Ende ist dank Bürgerbeteiligung alles gut ausgegangen.



    Der Entwurf ist sehr kleinteilig, hat eine sehr gute Struktur, welche z.B. den Durchbruch zur Rähnitzgasse, ebenfalls einen Durchbruch auf der anderen Platzseite, einen einstöckigen Pavillion an der Stelle des Biergartens, sowie eine Rekonstruktion der Ecke neben dem Blockhaus vorsieht.
    Des weiteren bleiben die Brunnen erhalten und die Dachlandschaft an der Elbe wird abwechslungsreich mit ein paar kleinen Details, wenn die denn wirklich kommen.
    Der Platz könnte noch ein paar Bäume mehr bekommen, aber auch die Quartiere dort sind nicht zu übertrieben groß und gestalten die Platzform natürlicher.
    Seht selbst und bildet euch ein Urteil




    Quelle:
    Stadt Dresden
    https://www.dresden.de/de/rath…lungen/2019/02/pm_044.php


    Die Sieger sind BERND ALBERS Gesellschaft von Architekten GmbH, Berlin mit Prof. Günther Vogt, Landschaftsarchitekt in Berlin/Zürich

  • Na das sieht doch schon mal ziemlich gut aus! Die Struktur gefällt mir, die (angedeutete) Kleinteiligkeit auch. Sehr schön finde ich auch die Bebauung des Parkplatzes des Bellevue-Hotels und die Verdichtung in Richtung Japanisches Palais, auch wenn der Baukörper dort gerne noch etwas tiefer sein könnte. Damit habe ich tatsächlich am wenigsten gerechnet. Hier hoffe ich auch auf eine gewisse Kleinteiligkeit. Etwas schade hingegen, dass genau die andere Hausecke in Richtung Elbe (Biergarten Elbsegler) nicht geschlossen wird. Aber gut, da kann in Zukunft immer noch angebaut werden.


    Dass die Plattenbauten nicht Teil des Betrachtungsgebietes waren, sehe ich als großen Vorteil. Sollten die Pläne so umgesetzt werden, hat zumindest der Plattenbau an der Großen Meißner Straße keine Zukunft.


    Etwas unglücklich empfinde ich die Ecke in Richtung Carolaplatz. Hier hatte ich eigentlich Hoffnung, dass man die Flucht des Plattenbaus an der Alberstraße nicht aufnimmt und zukünftig hier eine Querschnittsverringerung der Straße kommt. Das wäre mit dem Neubau in Zukunft deutlich schwerer umsetzbar. Städtebaulich hätte ich mir hier eine Figur wie auf der gegenüberliegenden Seite (Wilhelm-Buck-Straße/ Wigardstraße) mit einer ebenfalls diagonal verlaufenden Straße gewünscht. Der Kreuzungsbereich dort ist viel zu überdimensioniert.

  • Der Entwurf gefällt mir ausgesprochen gut. Er ist ausgesprochen konservativ, was ich an dieser Stelle aber in Ordnung finde. Die Plattenbauten waren ja von Anfang an ausgeklammert, sind aber gut eingebunden. Irgendwann könnten sie ersetzt werden, was aber kein Muss ist. Ja, der Bereich Richtung Carolaplatz ist nicht optimal. Hier würde ich aber lieber noch einen Wettbewerb anschieben, der die Albertstraße und den Carolaplatz behandelt.
    Der Entwurf für das Königsufer und die angrenzenden Karrees bis zur Straße ist perfekt und kann meinetwegen schnell umgesetzt werden. Hier wird es sicher wieder Diskussionen über einige Rekonstruktionen geben, aber OK.
    Nicht ganz so fix wird es mit den beiden Karrees gehen, die auf dem Platzfächer stehen sollen (der östliche geht vielleicht). Der westliche Block erfordert erst noch einiges an Straßenumbauten. Ich finde es hier sehr schade, dass die DVB nicht der vollständigen Verlegung der Haltestelle auf die Brücke zugestimmt hat. Man sieht, dass die Haltestelle auf dem Platz doch noch ein recht großes Loch an der Einmündung der Meißner Straße nach sich zieht. Aber damit wird man wohl als Kompromiss leben müssen, genauso wie grundsätzlich mit der Beibehaltung der vierspurigen Straße. Ich hoffe, dass jetzt nicht Umwelt- und Fahrradverbände die beiden Hauptstraßen mit Bäumen bzw. Radwegen aufdehnen wollen. Ich bin grundsätzlich bei beiden (wie an der Albertstraße), aber bitte nicht hier. Es gibt parallel das Elbufer, wo man Bäume und Radwege hat. Die Straßen möchte ich aber bitte so schmal wie irgendwie möglich.
    Also mein Fazit: Prima, los gehts!!!

  • ^Ich würde nahezu uneingeschränkt zustimmen. Gemessen an den Gegebenheiten ist der Entwurf fast das Optimum, um dem weiten und zugigen Neustädter Markt ohne sicher schwer durchzusetzende Flächenabrisse wieder eine städtebauliche Fassung zu geben und seiner Aufgabe als Neustädter Brückenkopf gerecht zu werden. Die weiterhin vorhandene und kaum beschnittene Verkehrsschneise empfinde ich als Wermutstropfen, doch wird man damit wohl leben müssen.


    Auch mir gefällt die Gestaltung zum Elbufer hin fast mit am besten, und die für die Geschichte Altendresdens sehr bedeutende Wiesentorstraße kann wieder als solche wahrgenommen werden. Leider gilt dies nicht für den gleichnamigen Platz, aber ein Rückbau der Plattenbauten in späteren Jahren ist ja nicht völlig undenkbar und eine Weiterführung der am historischen Grundriss orientierten Stadtreparatur nicht vom Tisch. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Hintergedanke bei der Konzeption eine Rolle gespielt hat.


    Zu den Haltestellen würde ich gern noch folgendes zu bedenken geben: Im Planverkehr des aktuellen Netzes würde eine Haltestelle auf der Brückenrampe für die Linien 4, 8 und 9 natürlich ausreichend sein. Der recht häufig praktizierte Umleitungsverkehr im Zuge der Großen Meißner und Köpckestraße jedoch (meist Linien 3, 7, 8 oder 9) könnte den Neustädter Markt ohne die Haltestelle auf dem Platz nicht mehr andienen und müsste ihn ohne Halt durchfahren. Dies wäre der Kundschaft wohl kaum sinnvoll zu vermitteln.

  • Da schließ ich mich gerne an, schönes Ergebnis.


    Etwas unglücklich empfinde ich die Ecke in Richtung Carolaplatz. Hier hatte ich eigentlich Hoffnung, dass man die Flucht des Plattenbaus an der Alberstraße nicht aufnimmt und zukünftig hier eine Querschnittsverringerung der Straße kommt. Das wäre mit dem Neubau in Zukunft deutlich schwerer umsetzbar. Städtebaulich hätte ich mir hier eine Figur wie auf der gegenüberliegenden Seite (Wilhelm-Buck-Straße/ Wigardstraße) mit einer ebenfalls diagonal verlaufenden Straße gewünscht. Der Kreuzungsbereich dort ist viel zu überdimensioniert.


    Das würde ich nicht so sehr als Problem sehen. Auch der historische Carolaplatz griff durch seine runde Gestaltung ja recht weit aus. Die Breite der Albertstraße wurde auf der Westseite erst durch das etwas zurückversetzte Sarrasani definiert. Eine etwaige Querschnitstverringerung der Albertstraße könnte also auch ganz gut erst auf Höhe der Plattenbauten beginnen.
    Wobei ich nicht so recht dran glaube, dass die in den nächsten 20-30 Jahren zur Disposition stehen werden. Was natürlich schade ist, da sie völlig den Maßstab sprengen und darüberhinaus den ganzen Raum bis zur Hauptstraße zum Hinterhof herabstufen. Das Äquivalent zur heutigen Wilhelm-Buck-Straße, die ehemalige Briestraße, wird dadurch eben auch verhindert.

  • Ich denke, hier geht zur Abwechsung in Dresden mal viel in die richtige Richtung, was wohl auch an der masssiven Bügerbeteiligung hing.
    Zumindest was das Grundkonzept angeht, hat man aus den groben Fehlern des Wiener Platzes und insbesondere des Postplatzes gelernt.


    Was ist gut an dem Plan?


    1. Respekt vor der Historie
    Der ganze Plan atmet die große und bedeutende Historie des Neustädter Marktes, ohne ihn einfach zu kopieren. So findet man Baumassen an den Stellen, wo auch historisch welche waren, aber man passt sie in ihrer Form den Gebenheiten an. Klar, die riesige Verkehrsschneise ist nicht optimal, aber der Entwurf holt das beste aus den aktuellen Notwendigkeiten bei gleichzeitiger Rückkehr zum historischen Platzgefüge raus.

    2. Kleinteiligkeit

    Endlich mal ein Entwurf, der der historischen europäischen Stadt mit seiner Kleinteiligkeit gerecht wird. Die angestrebte Unterteilung der Blöcke in kleine Parzellen ist ein weiterer gewichtiger Grund, der für diesen Entwurf spricht.


    3. Mögliche Rekonstruktionen
    Wer sich die weiteren Ausarbeitungen des Entwurfs anschaut https://www.berndalbers.com/koenigsufer-dresden der kann sehen, dass Rekos insbesondere in der großen Meißner Straße explizit vorgesehen sind. Und dies wäre wunderbar, denn die Südseite der Meißener Straße war so mit das schönste und edelste, was man in Dresden bewundern konnte. Wenn das Hotel Bellevue mitspielt und ihre Fassade im Fortlauf ebenso anpasst, könnte man den gesamten Straßenzug ohne große Mühen rekonstruieren, was ein Meilenstein wäre!


    4. Die mögliche Rückkehr des Neustädter Rathauses
    Das Gebiet des ehemaligen Neustädter Rathauses war nicht Teil des Wettbewerbsgebiet, aber die gesamte Konzeption des Entwurf schreit förmlich nach einer späteren Ergänzung des Platzes durch das Neustädter Rathaus.


    5. Platzfassung
    Durch die historisch entlehnten Baublöcke rechts und links des goldenen Reiters wird der Neustädter Markt endlich wieder als solcher gefasst und als Platzanlage erkennbar. Aktuell läuft der Platz gen Süden ja völlig in eine weite Fläche ohne jeden Halt über, der nur von den Unmengen an vorbeifahrenden Autos begrenzt wird. Endlich wird der Platz nach Osten und Westen wieder gefasst. Gleichzeitig werden wesentliche Teile der furchtbaren Plattenbauten so verdeckt.


    6. Neustädter Ufer
    Der Entwurf schafft es zudem, eine Bebauung zu ermöglichen und trotzdem den Charakter des Neustädter Ufers zu erhalten, denn durch die vorgelagerten Bauten und das viele Grün geht die Stadt sukzessive in den Uferbereich über.


    7. Zukunftsoffenheit
    Großes Plus ist auch, dass der Entwurf für einen weiteren Schritt offen ist, wenn man sich mal entscheiden sollte, Teile der Platenbauten perspektivisch zu entsorgen. Denn der Entwurf hält hierfür alle Optionen offen und verbaut keinen Chancen für die Zukunft.


    Als Fazit bleibt, dass man bisher vieles richtig gemacht hat und dass die Einbeziehung der Bürger zu wesentlichen Fortschritten geführt hat. Aber hier gilt es, auch weiter dran zu bleiben, denn bisher wurde nur über städtebauliche Fragen entschieden, ich gehe davon aus, dass die architektonsichen Fragen, die im Entwurf zu weiten Teilen sehr historisierend ausgefallen sind und maßgeblich zum guten Erscheinen des Entwurfs beitragen, erst in Architekturwettbewerben konkretisiert werden.
    Auch hier sollte die Bevölkerung wieder ein Auge drauf haben. Denn städtebauliche Erfolge sind das eine, aber sie helfen wenig, wenn man die üblichen, gesichtslosen Fassaden an die Häuser klebt.


    Hier kann also noch vieles schief gehen, aber auch noch mehr gewonnen werden. Es ist nun an der Stadt und den Bürgern, diese bis jetzt guten Ergebnisse zu bestätigen!

  • ^^Die comichaften Darstellungen (von Visualisierungen kann man eigentlich nicht sprechen) gefallen mir aber tatsächlich sehr gut. Mal was anderes. In Realität würde es aber wahrscheinlich recht brutalistisch rüberkommen.

  • Ich hatte es leider zur zweiten Runde nicht in Stadtmuseum geschafft, so dass ich auch nicht sehen konnte, was da noch zur Auswahl stand (vermutlich wird das in der Ausstellung ab dem 22. aber mit dabeistehen). Einige Entwürfe in der ersten Runde waren in der Tat ziemlich bizarr.
    Was den Siegerentwurf angeht: Als Baumassenstudie finde ich ihn interessant und weitgehend gelungen. Ich fremdele noch etwas mit den beiden Gebäuden auf dem Neustädter Markt.
    Ob der relativ große Baukörper etwas links vom Blockhaus passend ist, kann ich noch nicht abschließend beurteilen; aus dem Bauch heraus wirkt er auf mich überdimensioniert.
    Bei der architektonischen Einzelausführung habe ich aber Bauchschmerzen. Mit der Idee eines "Neo-Historismus" kann ich mich nicht wirklich anfreunden. Damit ist nicht die Rekonstruktion (wie z.B. beim Narrenhäusel und anscheinend auch dem Gebäude dahinter) gemeint, sondern solche Dinge wie das Blockhausgässchen.

  • Der 1. Platz war als Nr.1006 auch mein eindeutiger Favorit - insofern große Freude, das Zettelgeschreibe beim Bürgerblick mit klaren Ansagen scheint sich gelohnt zu haben.
    Neben paar älteren Autonarren und dem Üblichen aus der Zeitgenossen-Front sah man auch einige aus der Architektenschaft, welche ebenso die Nrn.1006 und 1028 favorisierten und beim Rest die Nase rümpften. 1028 war der vollhistorische Entwurf, welcher aber wirklich nicht umsetzbar ist und eher wohl Botschaftfunktion haben sollte. Es zeigt, daß die Architektenschaft inhomogen und teils gespalten ist, aber neuer Mut und mehr Selbstkritik aufkommt. Das hat mE weniger mit der Bürgerbeteiligung jetzt hier zu tun, als mit stetem Druck der letzten Jahre in der Baukulturdebatte sowie zunehmend klarerer Berichterstattung.
    Jetzt wählte man einen völlig anderen Grundsatz für eine städtebauliche Entwicklung als sonst in Dresden: kleinteilig-parzellierter Städtebau auf möglichst stadthistorischem Grundriss. Das war auch hier am Neust. Markte kein Selbstläufer, allerdings entspricht es exakt den Wortmeldungen in Presse und aus der Gestaltungskommi der letzten Zeit sowie deren Vorsitzendem em.Prof. Sulzer und anderen. Nämlich endlich eine Abkehr vom Quartiersklotz-Monolithkiste-Siedlungsbau mit bequemem Zugang für Großentwickler und Anlageformen zu vollziehen und rückzukehren zu einem Stadtbegriff FÜR ALLE.


    Nungut, sehr erfreulich wie gesagt, ich kürze mal ab. Ich gebe mal noch paar Stichpunkte hinzu:
    - der 1. Preis deckt auch den touristischen Aspekt ab und verspricht weitere Wachstumsoptionen für Gesamtdresden (hatte schonmal drauf hingewiesen)
    - sehr positiv auch die mE dringende Fassadenreko backstage Narrenhäusel, ein Muss, da es im Ensemble zu denken ist
    - nun gehts um die Ausarbeitung des Kö-Ufer-B-Plans. Dabei arbeitet man also mit dem 1. bis 3. Preis weiter, was auf Korrekturen hindeutet, aber auch Umsetzchancen erhöht.
    - allerdings gibt der 1. Preis quasi Art und Maß vor - auch der Fassaden, welche nun NICHT mehr generell zu manipulieren sind. Es sind klare Ansagen auch für die Fassaden von Jury wie auch vom Volke per 1. Preis GEWÄHLT worden, dieses klare Votum qua 1. Preis ist so wie es ist weiterzuführen - die Verwaltung daran gebunden. Es sind also neben dem B-Plan jene Instrumente anzulegen, welche ein Leitbautenprinzip verbindlich absichern. Kurz: das Neumarkt-Prinzip mit sanften Füllbauten ist aufzulegen, das restliche riesige Stadtgebiet bleibt ja Spielwiese bis Saustall für alles Neuzeitliche und Verirrte.
    - bezüglich Gr. Meißner-Köpcke würde ich nicht den 1. Preis kritisieren, vermutlich wird es genau da noch Anpassungen an der nördlichen Straßenfront geben, weil die Schneise eben doch bleibt wie sie ist (kürzl. Verkehrsuntersuchung: weniger als 4 Spuren geht absehbar noch nicht!). Betreffs Radanlagen gehe ich Arweds Bedenken mal mit, und sehe eine Lösung in dennoch aus- und einfädelnden Radwegen etwas abseits des Marktes.
    - der Vonovia-Parallelwettbewerb (Inhalte und Ziele unbekannt) wurde inzwischen auch längst abgeschlossen. Die Vonovia möchte jene Ergebnisse aber noch zurückhalten. Fragt sich, ob sie nur das obige Wettbewerbsverfahren abwartet oder mal wieder rumzickt??? So wie ich es einschätze, mag die Vonovia kaum irgendwas ändern, es würde dann quasi nur noch um Platten(fassaden)sanierung gehen. Was man allerdings wohl "durchdrücken" wird können, wäre ein schmaler Durchbruch zum quirligen 'Kunsthausplatz'. :D


    Abschlußfrage: welcher war denn nun der "GHND"-Entwurf bzw -favorit?