Wohnen am Humboldthafen [in Bau]

  • Insgesamt sollte man dem Hbf-Umfeld Zeit geben, so bis ca. 2022 werden wir uns wohl noch gedulden müssen. Es gibt aber schlimmere Hbf-Umgebungen!


    Sehr richtig! Dies ist beileibe keine Berliner Spezialität sondern trifft auf sehr viele Bahnhofsvorplätze in Deutschland zu: Egal ob München, Stuttgart, Frankfurt, Hamburg, Dortmund, Düsseldorf, Augsburg, Mainz, Köln, Essen, etc. etc.
    Ich bereise die Republik wöchentlich und habe nirgends einen Bahnhofsvorplatz gefunden an dem man sich länger aufhalten möchte als unbedingt notwendig!
    Und es ist doch klar dass das System hat!
    Die Bahn ist nirgends daran interessiert, dass sich die Reisenden ausserhalb ihrer Einkaufszentren mit Gleisanschluss aufhalten. IM Bahnhof soll konsumiert werden, doch nicht davor, Mensch!!


    Einen Gestaltungswillen muss hier eindeutig die Stadt Berlin zeigen.


    Nach Bemerkung von Architektenkind zum Washingtonplatz könnte hier z.B. ein George Washington Denkmal entstehen.
    Man könnte ein Stück IGA auf den Europaplatz verpflanzen...


    Ich meine aber dass man mit einigen Massnahme schon früher beginnen muss als 2022.
    Bestimmte Freiflächen werden ja nicht mehr durch Baumaßnahmen berührt, da könnte jetzt schon mehr Grün entstehen.

  • Ich bereise die Republik wöchentlich und habe nirgends einen Bahnhofsvorplatz gefunden an dem man sich länger aufhalten möchte als unbedingt notwendig!
    Und es ist doch klar dass das System hat!
    Die Bahn ist nirgends daran interessiert, dass sich die Reisenden ausserhalb ihrer Einkaufszentren mit Gleisanschluss aufhalten. IM Bahnhof soll konsumiert werden, doch nicht davor, Mensch!


    Einen Gestaltungswillen muss hier eindeutig die Stadt Berlin zeigen.


    Das ist mE aber keine sehr gute Strategie. Je attraktiver das unmittelbare Bahnhofsumfeld, desto höher ist tendenziell auch die Verweildauer (Fahrgäste kommen extra etwas früher und Ankommende bleiben evtl noch etwas länger als sonst - auf reinen Umsteigeverkehr hat es wohl wenig Einfluss) oder gar die Anziehungskraft auf Hotelgäste, Büroangestellte und Anwohner.


    Bei gutem Wetter bleiben zudem doch auch so nicht alle im Bahnhof hocken und konsumieren planlos, nur weil es draußen nichts Schönes zum Flanieren o.ä. gibt. Vielmehr würde man sich vielleicht gerne erst etwas zu essen, trinken und evtl zum Lesen kaufen und draußen auf eine nette Bank setzen o.ä. Ist bei regulären Einkaufszentren ja auch zu beobachten, wenn sie ein schönes grünes und einladendes Umfeld aufweisen. Wenn die Aufenthaltsqualität hingegen mies ist, ist man schnell wieder weg und holt sich dann lieber anderswo auf dem Weg etwas.

  • Ganz ehrlich, Berlin eine Strategie zu unterstellen was die Umgebung des Hauptbahnhofes betrifft, wäre etwas zu viel der Ehre.


    Da ist keine Strategie, da ist gar nix. Das Bahnhofsumfeld wurde geplant (und zwar gar nicht mal so schlecht) und es wird eben 25 Jahre dauern bis das auch umgesetzt ist.
    Der Berliner Verwaltung kommt gar nicht in den Sinn, dass es vielleicht sinnvoll gewesen wäre dass man einiges schon hätte verbessern können während dieser Zeit, und nachdem man jetzt 10 bis 15 Jahre ohne was groß
    zu investieren oder zu tun, überstanden hat, sieht man sich ja bestätigt, dass es wunderbar funktioniert, bzw. der Protest so gering ist, dass kein Handlungsbedarf besteht.

    Und die paar Jahre mehr, bis die S Bahn wirklich mal fertig ist und die geplante Bebauung voranschreitet, gehen auch vorbei.


    Ich halte aber das Bahnhofsumfeld in Berlin schon für sehr einmalig, die Lage ist schon grandios mit Blick auf Kanzleramt, Reichstag usw. Es ist einfach ein e Frage der Zeit , bis das noch mehr zur Geltung kommt.

  • Da ist keine Strategie, da ist gar nix. Das Bahnhofsumfeld wurde geplant.


    Wo genau ist jetzt der Unterschied zwischen einem Plan, der umgesetzt wird, und einer Strategie?


    Und die paar Jahre mehr, bis die S Bahn wirklich mal fertig ist und die geplante Bebauung voranschreitet, gehen auch vorbei.


    S-Bahn dauert, aber sonst? Wie kommst Du darauf, die Bebauung komme nicht voran? Vergleiche mal den Zustand von 2010 mit dem heutigen Bild! An keiner Ecke der Stadt (mit Ausnahme der Mediaspree) wurde und wird derzeit soviel gebaut wie rund um den Hauptbahnhof.

  • Das ist mE aber keine sehr gute Strategie. Je attraktiver das unmittelbare Bahnhofsumfeld, desto höher ist tendenziell auch die Verweildauer (Fahrgäste kommen extra etwas früher und Ankommende bleiben evtl noch etwas länger als sonst - auf reinen Umsteigeverkehr hat es wohl wenig Einfluss) oder gar die Anziehungskraft auf Hotelgäste, Büroangestellte und Anwohner.


    Diese Erkenntnisse sind offensichtlich weder bei der Bahn noch bei Stadtplanern angekommen, denn es gibt wirklich sehr sehr wenige attraktive unmittelbare Bahnhofsumfelder in deutschen Großstädten und wenn die Bauarbeiten am Berliner Hauptbahnhof abgeschlossen sind, wird es sicher eines der attraktiveren Umfelder sein!


    Nur, wie schon erwähnt, könnten einige Bereiche die nicht mehr einer Bauaktivität unterworfen sind, schon jetzt attraktiver gestaltet werden.


    Ich finde sogar den Versuch die Brandmauern zu bemalen im Ansatz gut, denn das hat schliesslich auch Berliner Tradition, auch wenn die Ausführung sehr brav daherkommt...

  • Grundsätzlich geht es hier wohl um 4 "Parteien" mit ebenso vielen unterschiedlichen Interessen:


    - die Deutsche Bahn ("Einkaufszentrum mit Gleisanschluss" in Form des Hbf),
    - CA Immo als Eigentümer (!) des Washingtonplatzes und des Europaplatzes, wobei nach Abschluss der S21-Arbeiten auf letzterem ein 99-m-Hochhaus entstehen soll (direkt nebem dem Hbf) und nördlich der Invalidenstraße ebenfalls noch mehrere BV anstehen,
    - der neue Eigentümer (Versicherungsgesellschaft) der Neubauten am Humboldthafen gemäß diesem Thread hier, wo neben Wohnungen und Büros auch Ladengeschäfte entstehen,
    - die öffentliche Hand (Bezirksamt versus Senat!) wiederum als Eigentümerin von Grundstücken rund um den Humboldthafen ist sich noch immer nicht einig..


    Aber das hatten wir schon im anderen Thread: :D
    http://www.deutsches-architekt…p?p=572923&postcount=1192

  • [..]
    Mittlerweile ist von geplanter Fertigstellung "voraussichtlich Anfang 2019" die Rede: http://www.abg-gruppe.de/de/ak…berlin-humboldthafen.html
    [..]
    Läden wird es von Rossmann (auslaufender Mietvertrag im benachbarten Hauptbahnhof?) und Edeka geben, an Gastronomieketten vertreten sind bereits L’Osteria, Coffee Fellows und Otto’s Burger:
    https://www.immobilienmanager.…n-h4-in-berlin/150/51103/


    Fertigstellung laut folgendem Artikel "für das erste Halbjahr 2019 geplant": http://www.rohmert-medien.de/n…thafen-berlin,241869.html
    Demnach sind neben Einzelhandels- und Gastronomieflächen bereits mehr als 50% der 9.200 qm Bürofläche vermietet, darunter an die Acrolinx GmbH und eine "weltweit tätige Unternehmens- und IT-Beratungsgesellschaft", die beide im ersten Quartal 2019 einziehen sollen.


    Mal vom Hauptbahnhof:



    (Foto: Hallole)

  • Ein aktuelles Bild von der Baustelle vom Süden (zuletzt hier: #108). Vom Alexanderufer kommend, war der Eindruck desorientierend – so sehr war ich die Brache gewohnt. Mit dem Bau ist der Raumeindruck vollkommen verändert.


  • [..]
    http://www.haditeherani.com/de/project/node/2336
    Auf einer der Visus dort ist ein Innenhof abgebildet, und zwar der rund um den (wohl tatsächlich uralten) Baum(bestand) als interessantes Detail.
    Laut Ankündigung sollen nicht nur Mieter Zugang dazu haben, was zur Frage führt, wie dann der Umgang z.B. mit Obdachlosen (Bahnhofsumfeld, vergleiche z.B. Frankfurt/Main!) sein wird - und überhaupt, auf welches "Echo" die quasi Rund-um-die-Uhr-Beschallung durch Züge und Ansagen stoßen wird. [..]


    Aktuelle Projektseite mit weiteren Visus: http://www.haditeherani.com/de/works/humboldthafen


    https://www.abendblatt.de/hamb…auen-das-neue-Berlin.html
    Demnach ist das Richtfest für Ende September geplant, der Erstbezug im kommenden Januar.

  • ^^ Aus dem Nachbar-Thread:

    [..]
    https://www.tagesspiegel.de/be…-auf-touren/20984672.html


    Daraus eine Visu eines Anlegers für Elektro-Fahrgastschiffe im Humboldthafen: https://www.tagesspiegel.de/im…7028/2-formatOriginal.png


    Sicherlich einer Belebung nicht abträglich wird ein solcher Schiffsanleger, aber die (künftigen) Bewohner werden sich darauf einstellen müssen..



    Blick von der Invalidenstraße zur Stadtbahntrasse:



    (Fotos: Hallole)


    Zwischen den beiden Gebäuden verläuft vielleicht der künfige Hilda-Geiringer-Weg: https://www.berliner-woche.de/…geiringer-benannt_a139489

  • Demnach ist das Richtfest für Ende September geplant, der Erstbezug im kommenden Januar.


    Heute wurde dort Richtfest gefeiert: https://www.immobilien-zeitung…ichtfest-im-humboldthafen
    Fertig werden sollen die beiden Häuser demnach im ersten bzw. zweiten Quartal 2019.


    PM vom 27.09.2018: http://www.stadtentwicklung.be…h_1809/nachricht6623.html
    Demnach entstehen dort 188 Mietwohnungen, circa 9.200 Quadratmeter bereits vollvermietete Büromietfläche sowie rund 5.600 Quadratmeter Einzelhandels- und Gastronomieflächen.
    Senatsbaudirektorin Regula Lüscher meinte demnach in ihrem Grußwort, dass zusammen mit den Gebäuden, die in den nächsten Jahren auf den angrenzenden Baufeldern errichtet werden, hier ein hochattraktives, architektonisch ansprechendes Ensemble realisiert werde und sich der Gesamtbereich so zu einem herausragenden place-to-be in der Stadt entwickle.

  • Aus der S-Bahn über den Humboldthafen blickend gesehen:



    Von der Treppe am Europaplatz aus:






    Vom Hafen aus:



    Die räumliche Wirkung in der Invalidenstraße ist überaus gelungen. Die Fassade auf dieser Seite mag nichts Besonderes sein, steht aber mit dem Sozialgericht, dem Hamburger Bahnhof und dem Ministerium für Wirtschaft und Energie derart großer, historischer Substanz gegenüber, um sich auch in der Massivität gut einzufügen. Gerade die Blickachse vom Ein-/Ausgang des kleinen Parks vor dem Hamburger Bahnhof weiß zu überzeugen.


    Beim westlichen Gebäude werden bereits die Fassadenelemente verbaut:





    Invalidenstraße, östliches Gebäude:



  • Die räumliche Wirkung in der Invalidenstraße ist überaus gelungen. Die Fassade auf dieser Seite mag nichts Besonderes sein, steht aber mit dem Sozialgericht, dem Hamburger Bahnhof und dem Ministerium für Wirtschaft und Energie derart großer, historischer Substanz gegenüber, um sich auch in der Massivität gut einzufügen. Gerade die Blickachse vom Ein-/Ausgang des kleinen Parks vor dem Hamburger Bahnhof weiß zu überzeugen.


    Tja, das ist aber nicht den Architekten zu verdanken. Alles, was du aufzählst, ist Werk der Stadtplaner. Da frage ich mich, was haben die Architekten überhaupt beigetragen?

  • Die Büros vorbehaltene Seite an der Invalidenstraße, West-Gebäude:




    Der Übergang zum künftigen Wohnbereich am Humboldthafen:





    Auf der entgegengesetzten Ostseite, beim anderen Gebäude:



    (Fotos: Hallole)

  • Da frage ich mich, was haben die Architekten überhaupt beigetragen?


    Einen überaus gelungenen hinteren Gebäudeteil, finde ich. Und einen eleganten Übergang zwischen den beiden Teilen. Die Fassaden zur Invalidenstraße sind öde, aber der Rest gefällt mir gut. Bin gespannt, was der dritte Bau der Reihe bereithält.