Molkenmarkt, Klosterviertel - Neuplanung und kleinere BV

  • Ich kann das Bedürfnis, etwas rekonstruieren zu wollen, durchaus verstehen. Jedoch ist das Klosterviertel für Rekonstruktionen der Gründerzeit ungeeignet - hierfür gibt es genügend Straßen und Plätze in Berlin, wo die Gründerzeit ihren Platz hat und auch der Städtebau hierzu passt.

    Wenn man im Stadtkern - oder in der Altstadt - etwas ändern will muss man sich schon etwas mehr Mühe geben. Rund um den Globus gibt es nun die unterschiedlichsten Ansätze Stadtkerne von der autogerechten Stadt wieder zu einem kleinteilig-kfz-armen Quartier zu entwickeln. In Berlin hat die DDR mit ihrer postmodernen Altstadt-Collage einen besonders zeittypischen Ansatz abgeliefert, der zudem heute unter Denkmalschutz steht.

    Deshalb muss man überlegen, ob die Grundüberlegung des Viertels nicht die richtige ist: bedeutende Baudenkmale des Stadtkernes vor 1850 hier zu versammlen, sei es als Rekonstruktion, sei es als Zitat. Da kann aus meiner Sicht auch ruhig Zeitgenössisches dabei sein.

    Es wäre schon ein Gewinn, das Graue Kloster wieder an seinen historischen Ort zurückkehren zu lassen. Hierfür kann man auch die Ruine des Franziskanerklosters wieder aufbauen, Ludwigs Hoffmanns herrliche Turnhalle und weitere Bauten. Zum Verständnis des zweiten Weltkrieges wird die Ruine nicht mehr benötigt. Aber auch das will - glaube ich - niemand. der Senat will hier im Stadtkern - nichts.

    Deshalb wäre es wichtig sich erstmal über die städtebauliche Körnung, die Parzellengröße zu verständigen. Wenn das am Molkenmarkt bei den Großparzellen bleibt wird man auch zu architektonischen Lösungen der 1990er Jahre kommen. Eine weitere Allee mit Solitären braucht aus meiner Sicht kein Mensch, aber ich sehe hierfür z. Zt. keine Alternative. Sonst müsste man an das Verkehrsthema heran, was ich mir nicht vorstellen kann.

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    Ich finde die Diskussion aus zwei Gründen ganz interessant: Sie zeigt erstens, wie tief der Graben ist, der zwischen zwei Rekofraktionen verläuft: Auf der einen Seite haben wir geschichtsbewusste Konservative, die ernsthaft an der Rückgewinnung verlorener geschichtlicher Spuren interessiert sind. ...Und dann haben wir jene, denen es es nicht um Geschichte geht, sondern um die Patina des Alten, um ein "stimmungsvolles" (d.h.: klischeehaftes) Ambiente, mit "charakteristischen" Kneipen und womöglich kombiniert "mit anspruchsvollen Shopping-Angeboten". Diese stehen in ihrer radikalen Geschichtsvergessenheit den ersten diametral gegenüber.

    Ich denke es gibt auch noch einen dritten Mittelweg mit entsprechender Meinung: Ich finde die Geschichte sollte eine große Rolle bei Rekonstruktionen spielen - wobei ich hier nicht zu pedantisch bin. Das Stadtschloss mit seiner wiederhergestellten Fassade aber freien Interpretation im Innenraum beschreibt sehr gut meine Sicht auf die Dinge.

    On top kommt bei meiner Perspektive dazu, dass ich auch bei Neubauten, klassische Elemente in den Himmel lobe, denn sie verbessern - aus meiner Perspektive - das Stadtbild, die Aufenthaltsqualtität etc.

    Es muss also nicht immer und ausschließlich 100% Rekonstruktion sein - es muss schön und ästhetisch aussehen.

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    ...Es muss also nicht immer und ausschließlich 100% Rekonstruktion sein - es muss schön und ästhetisch aussehen.

    ... und da unter „ästhetisch und schön“ jeder Betrachter etwas anderes empfindet kommt man mit deinem Vorschlag auch nicht weiter.

    Ich finde Konstantins Ansatz und Hinweis auf das Graue Kloster garnicht schlecht. Man kann nicht sagen, dass es besonders schön war aber unbedingt wäre es ein historischer Hot-Spot und es sollen ja auch noch Menschen leben, die dort zur Schule gegangen sind. Aber wie er selbst einräumt besteht im Moment seitens des Senats kein Interesse.
    Von daher schlage ich etwas in Leichtbauweise vor, kleine Einheiten aus modernen Materialien, verschieden hoch mit zukunftweisender Architektur und einer top.Energiebilanz. Etwas womit man an dieser prominenten Stelle glänzen kann. Eine Art Schaufenster des Landes was Innovation etc. angeht.

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo (24. April 2018 um 18:05)

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    Deshalb muss man überlegen, ob die Grundüberlegung des Viertels nicht die richtige ist: bedeutende Baudenkmale des Stadtkernes vor 1850 hier zu versammlen, sei es als Rekonstruktion, sei es als Zitat. Da kann aus meiner Sicht auch ruhig Zeitgenössisches dabei sein.

    Genau so etwas habe ich in Beitrag #642 vorgeschlagen, ist in der Diskussion aber leider untergegangen. Deshalb hier nochmal die Grafik:


    Bild: SenStadtWohn, amtliches Werk, gemeinfrei; Bearbeitung: ich

    Blankenfeldehaus, Jüdenhof und Palais Kreutz werden als Leitbauten um wenige Meter versetzt rekonstruiert, die anderen Grundstücke des Klosterviertels in zeitgenössischer Form bebaut. Außerdem wird der Molkenmarkt als öffentlicher Platz vor dem Alten Stadthaus erlebbar gemacht.

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    ... es ist eine Gegend, die eine außergewöhnlich starke Melancholie ausstrahlt. Das liegt vermutlich an den sichtbaren Wunden (z.B. der Klosterruine) ...

    Außer der Stadtmauer gibt es noch in der Nähe einige kleine Häuser (mit Gastronomie darin) die so wirken, wie man sich eine Altstadt eben vorstellt. An diesem Bereich würde ich kaum etwas verändern - z.B. den Parkplatz neben der Klosterruine rauswerfen, dort gehört ein Park als Rahmen für den Bau hin:

    Ich sehe jedoch den Sinn eines Wiederaufbaus nicht - für welche Nutzung? Die Konfessionen legen Gemeinden zusammen und verkaufen manche Kirchenbauten, sie brauchen keine Neuen. Ein Museum ist nicht möglich, wie darüber erwähnt. Ein Restaurant oder ein Laden soll daraus auf keinen Fall werden.
    Es ist übrigens nicht bloß eine Ruine, von der anderen Seite sieht man eine blaue Skulptur darin, die ich interessant fand (auch davon habe ich Fotos gemacht - vielleicht zeige ich sie in der Galerie).

    Das Problem - diese Gegend ist von den frequentierten Quartieren (Nikolaiviertel, MEF) durch unvorstellbar breite Straßen abgeschnitten. Wie absurd sie wirken, sieht man auf dem nächsten Bild:


    Bebaut werden diese Flächen und Parkplätze wie der auf dem dritten Bild. Ich hoffe allerdings auf gute Sicht auf den schönen Bau auf dem dritten Bild - auf den Turm sollte eine Blickachse (wie Straße) zulaufen. Der grüne Rechteck Molkenmarkt von der Karte - was genau ist da vorgesehen?

    Es gab darüber Anregungen u.a. einer Palast-Rekonstruktion, wo es später hiess, zwei Geschosse wären zuwenig. In diesem gerade Fall könnte ich etwa mit einer Reko von zwei Fassadengeschossen leben, über den der Bau zurück versetzte Glasfassaden hat - so, dass es insgesamt die 6 Vollgeschosse gibt. Das wäre immer noch besser als Glasfassaden pur ohne Reko-Teile, wovon es überall reichlich gibt. So ähnlich kann man doch auf die gewünschte Geschossigkeit kommen.

    Wichtig wäre, dass man die Rekos u.a. vom MEF sieht und die Besucher dadurch angelockt werden - dann finden sie alle paar Schritte welche bis sie vielleicht zum Bereich mit der Ruine und der Stadtmauer kommen.

  • Ich möchte in dieser Diskussion anmerken, daß den Befürwortern eines rekonstruierten Altstadt-Viertels seit 1990 in keinem einzigen Fall entgegen gekommen wurde.

    Und jetzt bitte nicht das Stadtschloss als Gegenargument bringen, denn das Stadtschloss ist eine Großarchitektur. Hier geht es ja vielmehr um ein kleinteilig wiederaufgebautes, historisches Stadtquartier.

    Off Topic hier, on topic und damit alle im Forum davon haben dort weiter.
    Bato

  • Als kleinen Beitrag zur Debatte in Mitte (Mitte), drei aktuelle Berichte. Einmal aus der Morgenpost, mit der Ankündigung den Beginn des Umbaus der Abgasfreiluftschneise Grunerstraße auf 2019 (!) vorzuziehen. Ursprünglich sollten die Arbeiten erst mit Eröffnung der U5 starten):

    Straßenumbau am Roten Rathaus startet eher

    Der Artikel berichtet, laut einer Sprecherin: 'Statt privater Investoren sollen „überwiegend“ städtische Gesellschaften die neuen Gebäude errichten'. Dies gibt meinen schlimmsten Befürchtungen gerecht, welche eine einfallslose Berliner Mitte 2030 aus einer kaputtgespraten Architektur von ewig gleichen Rasterfassaden nebst Block- und WBM-Sozialbauten erwarten lässt. Einen Vorgeschmack auf die entsetzliche Verschlimmbesserung gibt aktuell hier, Berliner Zeitung:

    Ruine am Alexanderplatz – So soll das Haus der Statistik künftig aussehen

    Und, ein weiterer Artikel aus der Berliner Zeitung, welcher die extremst verhärteten Fronten der Altstadt / Mitte Stadtbild-Diskussion illustriert:

    Krawall in der Stadtwerkstatt – Was soll nur aus der Alten Mitte werden ?

    Das nächste mal gehen die Diskutanten wahrscheinlich mit Brandsatz und Flammenwerfer aufeinander los. (Lüscher, frisch aus dem Urlaub, hat dann hoffentlich einen Löscher dabei?).

    In diesem Sinne, Fehlfarben: Geschichte wird gemacht, Es geht voran!

  • ^ Wenn der Straßenumbau Grunerstraße tatsächlich früher als geplant beginnen sollte, wäre das eine wunderbare Nachricht, das für mich mit Abstand wichtigste Projekt zur Stadtreparatur würde endlich beginnen. Dass überwiegend städtische Gesellschaften beteiligt werden sollen, werte ich zunächst ebenfalls als gute Nachricht.

    Diese gute Nachricht wird allerdings durch die andere mehr als getrübt: Der Entwurf für die Renovierung des HdS ist nämlich tatsächlich ein architektonischer Supergau.

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    ... und da unter „ästhetisch und schön“ jeder Betrachter etwas anderes empfindet kommt man mit deinem Vorschlag auch nicht weiter.

    Richtig. Ähnlich wie bei dem Thema "Gerechtigkeit". Oder politische Einstellung. Da muss man dann eben in einer Demokratie schauen ob es für die eine oder andere Meinung Mehrheiten gibt.

    Ich glaube es gibt eben eine Mehrheit für klassische Architektur.

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    .. aktuelle Berichte. Einmal aus der Morgenpost, ..
    Straßenumbau am Roten Rathaus startet eher


    Ist die "Mottenpost" aus dem Sommerschlaf erwacht?
    Jedenfalls meldete der TS derlei - und einen Hinweis auf den Bürgerdialog im September - Anfang Juli, wie nebst Link zum "voraussichtlichen Bauablauf" im passenden Thread nachzulesen:
    http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost…&postcount=2023

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    Siehe: http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost…7&postcount=219

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    In diesem Sinne, Fehlfarben: Geschichte wird gemacht, Es geht voran!


    Aller Anfang ist eine gute Recherche, nicht immer hält doppelt genäht besser..

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    Es ist übrigens nicht bloß eine Ruine, von der anderen Seite sieht man eine blaue Skulptur darin, die ich interessant fand (auch davon habe ich Fotos gemacht - vielleicht zeige ich sie in der Galerie).

    In der Ruine werden regelmäßig Skulpturen ausgestellt. Danke für den Hinweis, dass da mal wieder was zu sehen ist.

  • ^ Die Kirchenruine mit der Skulptur kann man hier unter #22 sehen und hier unter #33 - eine nicht banale Fassade am Molkenmarkt, die sich mE gut in der historischen Umgebung tut. (Ich fand sie interessanter als den klotzigen Neubau weiter links mit einer uninspirierten Gestaltung für den ganzen Straßenblock.) Oder in der teilweise historischen - wenige Altbauten zwischen den anderen. Sicher, in der Kirchenruine werden die Werke nur temporär ausgestellt, doch man braucht im künftigen Quartier dauerhaft vorhandene, die ihm eine individuelle Note geben würden. Wenn einige Bauten keine Rekos sein werden (immer noch hoffe ich auf möglichst viele Rekos hier), sollten die Fassaden zumindest individuell und originell und kleinteilig entworfen sein.

    So eine Idee - die Düsseldorfer Stadtplanung fragte im August Bürger, wo sie auf einer Stadtkarte neue Hochhäuser setzen würden und auch, wo sich was wie ändern sollte - die Pins kann jeder öffentlich einsehen. Es wäre interessant, wenn die Berliner fragen würde, wo man in der Innenstadt was rekonstruieren sollte bzw. was vom Bestand sich ändern sollte - wenn schon umfassende Beteiligungsprozesse angestrebt werden. Wo sich die Leute mehr Altstadt wünschen und ob es auch hier am Molkenmarkt wäre - das wäre wirklich interessant.

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    .... Es wäre interessant, wenn die Berliner fragen würde, wo man in der Innenstadt was rekonstruieren sollte bzw. was vom Bestand sich ändern sollte - wenn schon umfassende Beteiligungsprozesse angestrebt werden. Wo sich die Leute mehr Altstadt wünschen und ob es auch hier am Molkenmarkt wäre - das wäre wirklich interessant.

    Ich denke nicht, dass das zielführend wäre. Ich schätze, dass vielleicht 2% der „Berliner“ oder noch weniger überhaupt wissen welches Gebäude vor dem Krieg dort und welches hier gestanden hat oder dass es überhaupt einmal anders ausgesehen hat als heute. Ich bezweifle auch, dass es überhaupt ein nennenswertes Interesse an diesen Fragen gibt. Ungeachtet der Tatsache, dass wenn einmal etwas rekonstruiert wird, das positive Echo sehr groß ist. Das werden wir jetzt auch beim Humboldt Forum gleich um die Ecke wieder erleben können. Ich sehe solche Beteiligungsprozesse kritisch weil sie nicht auf Wissen begründet sind sondern auf Stimmungen und Tendenzen.

  • Mir wäre es am liebsten, wenn der Molkenmarkt gar nicht bebaut wird. Nur, wenn der Molkenmarkt frei bleibt, kann das Stadthaus seine volle Wirkung entfalten. Durch den Freiraum kommt es zu einer monumentalen Prachtentfaltung des Stadthauses. Der Blick über den unbebauten Molkenmarkt auf's Stadthaus ist atemberaubend. Eine Bebauung des Molkenmarkts würde dazu führen, daß das Stadthaus in seiner Wirkung beschnitten wird.

    Damit keine Misverständnisse entstehen:
    Wenn ich mich gegen die Bebauung des Molkenmarkt ausspreche, dann meine ich ausschließlich die in Beitrag Nr. 701 von Architektator grün markierte Fläche. Diese grün markierte Fläche sollte frei bleiben.

    Das bedeutet nicht, daß ich gegen die Bebauung des nördlich anschließenden Quartiers (Quartiers mit dem Blankenfeldehaus) bin. Dieses nördlich anschließende Quartier muss geradezu bebaut werden, damit der Molkenmarkt von drei Seiten umschlossen wird. Das Ergebnis wäre ein grandioser Freiraum vor dem Stadthaus.

  • ^ Da sind wir mal einer Meinung.
    Haben nicht die Nazis den Markt leergeräumt für das Gau-Forum?
    Ich finde solche kleinen lauschigen Plätze inmitten der Stadt auch sehr wichtig. Nicht nur um wie in diesem Fall das Stadthaus zu inszenieren sondern auch der Aufenthaltsqualität wegen.

  • Es würde ein städtbaulich gefasster Platz entstehen, an dessen Hauptseite das Stadthaus mit seinem mächtigen Turm dominieren würde. Rechter Hand die Alten Münze und die Neubauten der Berliner Wasserbetriebe. Linker Hand das neu gebaute Quartier mit dem Blankenfeldehaus, das dem Platz auf der nördlichen Seite eine Fassung geben würde. (Ob das Blankenfeldehaus dabei wirklich rekonstruiert wird oder nicht, wäre für diesen neu entstehenden städtischen Platz erstmal zweitrangig).

  • ^ Die von Architektor markierte Fläche ist ziemlich groß und würde den Platz zu zwei Hauptstraßen hin offen lassen. Sehr lauschig wäre das nicht, fürchte ich. Der Bebauungsplan für die Ecke gefällt mir ganz gut: Ein kleiner, rechteckiger Platz mit einem schmalen Durchgang zum Mühlendamm und einer breiten Öffnung zum Mittelrisalit und zum Turm des Stadthauses. Klar, für die Autofahrer würde das Stadthaus in die zweite Reihe rücken, aber von dem umbauten Platz aus ergäben sich eine Reihe interessanter neuer Perspektiven.

  • Die Aufenthaltsqualität eines solchen Platzes wie in Architektators grün markierter Fläche würde, so fürchte ich, sehr unter dem Verkehr leiden. Man müsste den Mühlendamm und die Spandauer Straße in der neuen Fassung dann auch weiter herabstufen und baulich reduzieren. Dann wäre in der Tat ein schöner Stadtplatz möglich.

    So aber ist der Planungsgedanke plausibel diesen Platz in kleinerer Form von der Straße abzuschirmen. Und auch so ist ein schöner Platz möglich. Und bei den Planungen bezüglich des Verkehrsaufkommen favorisiere ich dann auch die jetztige Planung.
    Allerdings inspiriert mich die Idee, die Konstantin hier eingebracht hat.

    Dekoratives Anführungszeichen

    ... Deshalb muss man überlegen, ob die Grundüberlegung des Viertels nicht die richtige ist: bedeutende Baudenkmale des Stadtkernes vor 1850 hier zu versammlen, sei es als Rekonstruktion, sei es als Zitat. Da kann aus meiner Sicht auch ruhig Zeitgenössisches dabei sein.

    Es wäre schon ein Gewinn, das Graue Kloster wieder an seinen historischen Ort zurückkehren zu lassen. Hierfür kann man auch die Ruine des Franziskanerklosters wieder aufbauen, Ludwigs Hoffmanns herrliche Turnhalle und weitere Bauten. ...


    Man könnte Blankenfeldehaus, Jüdenhof und Palais Kreutz zumindest teilweise und an verändertem Ort wieder erstehen lassen. Wieviel möglich wäre müsste man sehen. Aber man kann sich von Potsdam aus ruhig anregen lassen, an dieser Stelle.

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    ^ Die von Architektor markierte Fläche ist ziemlich groß und würde den Platz zu zwei Hauptstraßen hin offen lassen. Sehr lauschig wäre das nicht, fürchte ich.

    Diese Gefahr, daß der Platz "ausufern" könnte, besteht an der Spandauer Str. nach Norden und am Mühlendamm nach Westen. Ich vermute, das meinst du damit, wenn du davon sprichst, daß der Platz an zwei Hauptstraßen hin offen gelassen wird. Korrekt?

    Es werden die Linien der Parochialstr. (nördlich des Stadthauses) und der Stralauer Str. (südlich des Stadthauses) einfach weitergeführt zum Nikolaivertel hin. Diese beiden Linien würden die nördliche und südliche Grenze des Platzes bilden. Die beiden Straßen sind nicht parallel, sondern laufen leicht aufeinander zu. Das hätte zur Folge, daß der neu entstehende Platz zum Nikolaiviertel hin sich sogar verengen würde. Diese Verengung würde vielleicht dazu führen, daß der "ausufernde" Effekt an der Spandauer Str. und am Mühlendamm gemindert wird und dieser neu enstehende Platz vielleicht am Ende doch ganz flauschig wird.

    Puh! Ich hoffe, ich konnte das einigermaßen verständlich erklären, was ich eigentlich meine. :)

  • ^ Konntest Du - glaube ich zumindest... ;) Die Spandauer ist für den Platz nicht das Problem. Auch die Parochialstraße stört kaum, da recht schmal. Ich meinte den sechsspurigen, verschwenkten Mühlendamm und die verlängerte Stralauer, die ja eine vierspurige Hauptausfallstraße bleibt. D.h., ohne die geplante Bebauung auf dem leeren Platz hättest Du an zwei von vier Seiten starken Durchgangsverkehr samt Lärmbelastung und Luftverschmutzung.

    Ein Ort zum Verweilen wäre der Molkenmarkt so nicht - nur ein Vorplatz, von dem man gut auf das Stadthaus schauen kann. Deshalb: So, wie es geplant ist, gefällt es mir besser.