Hauptbahnhof Frankfurt

  • Ich würde nicht sagen, dass das ganze kein zusammenhängendes Konzept hat. Ich beobachte die Arbeiten im Zugang zum S Bahntunnel nun schon seit Jahren und jede Massnahme für sich betrachtet macht wenig Sinn.


    Aber schaut man sich dann die Abschnitte, die schon fertig sind, wird schon klar, dass man ein Konzept verfolgt. Es dauert halt nur sehr lange, bis man komplett durch ist, da sich dieser neuralgische Punkt nicht komplett sperren und am Stück sanieren/umbauen lässt.


    Für mich ergänzen sich die hellen Fliessen auf dem Abgang zur S-Bahn sehr gut mit den dunklen Natursteinelementen am Aufgang zu den Gleissen. Das Schwarz des Fussboden, der sich durch die ganze Anlage zieht passt gut zum grün usw. Aber dsa ist vielleicht auch einfach Geschmackssache.


    Was den Edding anbetrifft: Ich denke man hat sich bewusst für Fliessen entscheiden, da die gut zu reinigen sind. ;)

  • Zwischenstand der Bauarbeiten

    Die Zwischenebene unter dem Querbahnsteig kommt mit großen Schritten voran. Die Wände wurden mit Rauputz versehen und dunkelgrau gestrichen, die Wand zwischen den Abgängen zur S-Bahn grün. Insgesamt wirkt alles größer und aufgeräumter – trotz Bauzäunen. Nicht zuletzt da die Fahrscheinautomaten rund um die Säule in der Mitte verschwunden sind und an den Außenwänden plaziert wurden. In meinen Augen eine sehr gute Entscheidung, um das Gewusel zwischen den Rolltreppen zu entzerren.
    Auch wurde die massive Steinumrandung der Einzelrolltreppe entfernt. Dort dürfte eine filigranere Lösung zum Tragen kommen.
    Die Steintreppen Richtung Süden haben wie die gesamte Zwischenebene einen grauen Bodenbelag bekommen, wie er auch auf dem Bahnsteig 101/2 liegt.
    Auf dem Bahnsteig 103/4 wurde der grüne Belage entfernt. Zu meiner Überraschung bleiben der Verkaufspavillon und der ehemalige Aufsichtsraum doch bestehen. In den Plänen fehlen beide. An der stelle der Zeitschriftenläden sollten eigentlich Brandschutztüren entsehen.
    Was mich sehr wundert ist, dass die erst gut zehn Jahre alten Aufzüge vom Quer- zum S-Bahnsteig samt Aufzugstürmen in der Haupthalle entfernt wurden und durch neue ersetzt werden. Nach so kurzer Lebensdauer etwas verwunderlich.

  • ^ergänzend ein paar Bilder von der vergangene Woche


    Zwischenebene unter dem Querbahnsteig




    an Gleis 102 werden neue Leuchten (im Bild rechts) neben den alten (links)installiert


    An Gleis 103/104 sieht es jetzt ähnlich wie an Gleis 101/102. Der Bodenbelag wurde erneuert, neue Möbel (Werbeelemente, Bänke usw.) wurden eingebracht...

  • Danke für die Bilder.


    Das sieht schon wesentlich aufgeräumter und weniger schummrig aus. Anders als auf dem dunkelgrauen Goetheplatz / Roßmarkt, passt der dunkle Bodenbelag unterirdisch deutlich besser und sieht wertig aus. Auch die Säulen sind ein Hingucker und sind ein würdigeres Entrée für den Frankfurter Hauptbahnhof.


    Nach wie vor völlig unverständlich bleiben allerdings die Wände auf der Gleis-Ebene mit den uninspierierten und verstörenden grünen Streifen, die wie eine Schimmelpilz-Bewachsung aussehen (Note 6, durchgefallen). Besser wäre es gewesen sich auf eine Wandfarbe (weiß oder grün) festzulegen, so wie oben bei den Fahrkarten-Maschinen geschehen und dann konsequent durch zu ziehen. Derzeit sieht es einfach zu unharmonisch und unfertig aus. Hier bedarf es einer dringenden Nachbesserung.

  • Ja, endlich sind deutliche Verbessungen festzustellen. Nicht nur punktuelle Veränderungen. Ich bin sicher, dass die bewussten Wandpaneele auch noch drankommen. Deren aktuelle Farbgebung nahm, wohl nicht frei von Ironie, Bezug auf den abgenutzten, damals grünen Fußboden. Dieser ist ja nun Geschichte.

  • In meinen Augen ist das Konzept der Wandpaneele sehr gelungen. Es wird auch auf beiden Seiten beschrieben, was das Ziel ist. Im Endeffekt soll es an einen Wald erinnert - was sicherlich nicht gelungen ist. :)
    Aber: die verschiedenen Streifen mit ihrer wechselnden Intensität erzeugen in der Tat eine Tiefe, die das Raumgefühl an den Gleisen definitiv vergrößert. Sollte nun eine gleichmäßige Wand kommen, wird dieser großzügige Effekt genommen.

  • Nebelwald, um genau zu sein. Soll irgendwas mit dem Taunus zu tun haben.
    Aber besser als eine komplett einfarbige Fläche wie die giftgrünen Graffitifänger eine Ebene weiter oben ist es allemal. Und der Wasserschaden an Gleis 104 wo schon wieder auf ziemlich großer Fläche von der Decke der Siff runterläuft, fällt immerhin auch nicht direkt so schnell auf.
    Allerdings halte ich generell wenig bis gar nichts von diesen altbackenen Wandpanelen, egal in welcher Farbgebung. Wobei das hier am Hauptbahnhof ja unterm Strich sogar immer noch halbwegs anständig aussieht, im Vergleich zB zum jetzt schon wieder mit Graffiti übersäten Lokalbahnhof, wo man die alten Panele in bunt durcheinander gewürfelten Farben übermalt hat, die so gar nicht mit der restlichen Stationsgestaltung harmonieren wollen.

  • ^ Es fühlten sich auch schon viele eingeladen, die Fliesen als Leinwand zu nutzen. Aber zu meiner Überraschung sieht man regelmäßig Putzleute diese rückstandslos entfernen. Sisyphos, aber wenn man das beibehält, dürfte mancher die Lust verlieren.

  • Neubau Parkhaus, Logistikzentrum, Fahrradparkhaus (geplant)

    An der Poststraße möchte die Deutsche Bahn AG ein Parkhaus, ein Logistikzentrum und ein Fahrradparkhaus errichten lassen. Das wurde vor über zwei Jahren bekannt, dazu oben die Beiträge #391 ff. Einzelheiten wurden damals nicht genannt, wahrscheinlich weil eine Planung noch gar nicht erstellt war. Seitdem war nichts von dem Projekt zu vernehmen, meine ich, wobei solche Zeitspannen bei diesem Bauherrn allerdings eher Regel als Ausnahme sind.


    Nun habe ich etwas zur Planung finden können. Den Auftrag hat demnach Dietz Joppien Architekten in Arge mit der Vössing Ingenieurgesellschaft sowie Bollinger und Grohmann erhalten. Gebaut werden soll parallel zu Gleis 24. Dort befinden sich unterirdische Anlagen aus der Zeit des Bahnpostbetriebs, genannt Postpaketkammer. Ein Teil dieser unterirdischen Räume soll saniert und zum Logistikzentrum und Fahrradparkhaus mit 700 Stellplätzen umgebaut werden. Oberhalb davon ist das Parkhaus mit mehr als 200 Stellplätzen geplant. Es soll zum Teil in der Postpaketkammer gegründet werden. Auch weiterhin sind die Zeitspannen außerordentlich lang, nach einer gut ein Jahr alten Ausschreibung soll der Planungsauftrag erst am 30. Juni 2023 (sic!) enden.


    Zwei Grafiken bringen etwas Klarheit zur Lage des Parkhauses. Es soll sich an die nordwestliche Ecke der Nordhalle des Hauptbahnhofs anschließen, das ergibt der Grundriss:



    Grafik: Dietz Joppien Architekten


    Das Areal auf dem Luftbild (ein Foto von epizentrum gibt es hier):



    Geobasisdaten: © Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main, Stand 09.2018, © Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation


    Und eine Schnittzeichnung der Schmalseite von Norden gesehen. Es soll demnach sehr dicht an Gleis 24 gebaut werden.



    Grafik: Dietz Joppien Architekten

  • Es wäre vielleicht besser gewesen ein Parkhaus in das Gesamtkonzept Bahnhofsvorplatz einzubeziehen.


    Es bleibt Stückwerk.


    Ich würde auch erwarten, dass man an dieser Stelle, so nah am Bahnhofsvordach, eine Stahlkonstruktion wählt die das Hallendach im kleinen Format widerspiegelt. In den beiden Bildern kann ich das nicht erkennen.


    Die Bahn beseitigt eine Brache und schafft eine neue Bausünde.

  • Das Parkhaus ist tatsächlich Bestandteil der Planung bezüglich der Bahnhofsvorplätze. Das lässt sich einfach im oben verlinkten Beitrag #391 nachlesen. Und schon erstaunlich, wie man mittels der Grafiken in #430 erkennen will, dass hier eine Bausünde entsteht. Mir gelingt das nicht, aber vielleicht bin ich einfach grundsätzlich zu wohlwollend eingestellt. Sicher, ein Parkhaus ist in den wenigsten Fällen schmückend, aber der verwahrloste Parkplatz und die stinkende Müllsammelstelle sind es derzeit noch viel weniger. Letztere wird wohl unter der Oberfläche verschwinden, und das Parkhaus ist sozusagen der Preis für den Wegfall der Stellplätze für Bundespolizei, Kurzzeitparker etc. in unmittelbarer Umgebung des Bahnhofsgebäudes. Diese müssen schließlich ersetzt werden, will man deren Flächen attraktiv neu gestalten. Auf die alberne Idee eines Tonnendachs für das Parkhaus als "Widerspiegelung" der Bahnhofshalle in Babyversion werden die Architekten hoffentlich nicht kommen.

  • Neubau Parkhaus, Logistikzentrum, Fahrradparkhaus (geplant)

    Vielen Dank für die Details: Grafiken und Foto


    Wozu ein Parkhaus?
    Auf dem Parkplatz zähle ich nicht mal 10 Autos. Die Autos parken dort, wo keine Parkgebühren zu entrichten sind.
    Auch die Tiefgarage an der Nordseite ist nicht ausgelastet.

  • Es steht oben: In das Parkhaus sollen Stellplätze verlegt werden, Bundespolizei, Kurzzeitparker etc. So können diese Parkplätze neu gestaltet werden. Es geht also nicht darum, die Kapazität des jetzigen Parkplatzes zu erhöhen.

  • Schon klar. Die Flächen vor dem Hauptbahnhof sollen von Autos "befreit" werden.
    In der Folge müssten die Autos der Bundespolizei Platz machen für die Taxifahrer, die an die Nordseite umziehen sollen, usw. - Nur Tatsache ist, dass der Parkplatz in der Postsraße weitgehend ungenutzt ist. Von daher wäre dort genug Platzfür die Bundespolizei und die Kurzzeitparker. Oder nicht?

  • So weit ich weiß ist dieser Parkplatz kostenpflichtig. Bei dem Parkdruck im Quartier wäre dieser sonst 24/7 kontinuierlich komplett belegt! Die Beschilderung und insbesondere die Zufahrt zu diesem ist im Vergleich zum Parkhaus nicht optimal. Es wirkt alles sehr provisorisch und der Weg in den Bahnhof führt an der ekligen und stinkenden Müllsammelstelle vorbei. Besucher die dort Parken haben evtl. eine Rex-Kramer-Neigung.

  • Hauptbahnhof: Umbau B-Ebene und Nordflügel genehmigt

    Mit Bescheid vom 21.1.2019 hat das Eisenbahn-Bundesamt den Antrag der DB Station & Service AG zum Umbau der B-Ebene und des Nordbaus beschieden und die Pläne genehmigt, worüber in diesem Forum zuletzt vor einem Jahr berichtet wurde.
    Das Verfahren wurde ohne Öffentlichkeitsbeteiligung nur mit Trägerbeteiligung durchgeführt, es gab deshalb keine Planoffenlage und keinen Erörterungstermin; infolgedessen ist auch die Informationslage über Einzelheiten des Vorhabens sehr spärlich. Mehr als auf der offiziellen Webseite der Bahn zu lesen steht, gibt es nicht. Für den Umbau eines derart wichtigen und bedeutenden Gebäudes und Verkehrsknotenpunktes ist das beschämend wenig. Bleibt zu hoffen, dass sich das noch ändert. Aber von DB Station & Service erwartet man nicht anderes, hoffen wir, dass vielleicht die Stadt noch Informationen beisteuert.

  • Der Umbau der B-Ebene ist genehmigt, das ergibt sich aus dem letzten Beitrag. Etwas zur zeitlichen Planung steht heute in der Frankfurter Rundschau (in einer dpa-Übernahme):


    • Ausschreibung der Bauaufträge: Anfang 2020
    • Baubeginn: zweites Halbjahr 2020
    • Fertigstellung: Ende 2024
  • Zum bevorstehenden Umbauprojekt gehört bekanntlich das Vestibül, die Eingangshalle an der Nordseite. Über deren Deckenkonstruktion wurde in diesem Thread schon diskutiert, auch, weil die bisher von der Bahn herausgegebenen Visualisierungen unterschiedliche Gestaltungen zeigen. Siehe unter anderem hier.


    Jetzt wird ein neuer Aspekt bekannt. Die FNP schreibt heute, dass die Planer der Bahn AG erst während der Vorbereitungen für den aktuell anstehenden Umbau entdeckten, dass die "filigrane Stahlkonstruktion" der Eingangshalle noch nahezu vollständig erhalten ist. Derzeit sei sie durch eine Holzverkleidung verdeckt, heißt es in dem Artikel. Die Genehmigung des Eisenbahn-Bundesamts enthalte die Auflage, die Deckenkonstruktion freizulegen und zu sanieren, dies in "Abstimmung mit dem Denkmalamt".


    Beigefügt ist eine neue, hier noch nicht gezeigte Ansicht. Als Urheber genannt ist Schmidt & Pütz. Demnach ist ein Berliner Büro mit der Umbauplanung beauftragt, denn auf dieser Website sind weitere Visualisierungen des umgebauten Hauptbahnhofs zu sehen.



    Bild: Schmidt & Pütz Projektmanagement GmbH


    Der bauzeitliche Zustand auf einem Foto von 1890:



    Bild gemeinfrei (urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen)


    Der nach wie vor aktuelle Zustand auf einem Foto von Robbi aus dem Jahr 2013 (weitere in diesem Beitrag):



    Bild: Robbi

  • ^ Eine großartige Nachricht ist das, wenn ich davon ausgehen darf, dass die Visualisierung die Stahlkonstruktion stark vereinfacht darstellt und das Endergebnis dem bauzeitlichen Zustand - wie auf dem schwarz/weiß-Bild dargestellt - nähert.


    Nachtrag: Ich muss ergänzen, dass mich die Darstellungen der B-Ebene auf der Architekten-Website enttäuschen. Damit die Ebene mit ihrer niedrigen Decke nicht bedrückend wirkt, muss man schon tiefer in die Trickkiste greifen, etwa durch den Einsatz von Naturmaterialien (sporadische Naturstein- oder Holzverkleidungen an den Wänden) und interessanteren Blickachsen statt der gezeigten Woolworth-Ästhetik. Die Oberlichter mit ihrem Gegenstück in Form von Sitzbänken auf dem Vorplatz sind eine nette Idee, allerdings würden die Bänke wieder wie ein Hindernis wirken. (Und: Möchte man sich von unten begaffen lassen, wenn man dort sitzt?) Die U-Bahn-Abgänge finde ich gelungen; sie wirken einladend. Dem Treppenabgang vom Kaisersack würde ich allerdings eine transparente Brüstung (Glas oder Eisengitter) spendieren; damit er den Blick nicht komplett versperrt.