Westhafen-Thread

  • Der Rohbau sieht doch fertig aus. Dann wird Brömers Gewerk abgeschlossen sein, die nächsten noch nicht vergeben oder halt noch nicht begonnen. Zeitliche Verzögerungen in solchen Situationen sind jetzt nicht so außergewöhnlich.

  • ABG Frankfurt baut energieautarkes Haus (ab 2013)

    Entlang der Speicherstraße plant die ABG Frankfurt Holding ein energieautarkes Haus. Und zwar an einer Stelle, an der ich nicht mit weiterer Bebauung gerechnet habe. Das achtgeschossige Mehrfamilienhaus soll auf einer 160 Meter langen und nur neun Mieter tiefen Fläche realisiert werden! Baubeginn soll im kommenden Jahr sein.


    Auf der Expo Real wurden heute die Pläne für ein Aktivhaus mit 78 Wohnungen vorgestellt. Geplant sind Zwei- bis Fünfzimmerwohnungen mit Größen zwischen 60 und 120 m², insgesamt 9.841 m² Bruttogrundfläche. Das Gebäude soll so viel Energie produzieren und speichern können, dass es theoretisch unabhängig von externen Energieanbietern betrieben werden kann. Die Planung kommt vom Büro HHS Planer + Architekten AG (Web), die Investitionssumme wird mit rund 22 Millionen Euro beziffert. Die ABG bezeichnet das Projekt übrigens als Weltneuheit.


    Die Pressemitteilung (zusätzliche Informationen in der IZ):


    [INDENT]Die ABG Frankfurt Holding baut in zentraler Frankfurter Lage das weltweit erste Aktiv-Stadthaus mit insgesamt 78 Wohnungen. „Mit diesem Projekt kommen wir in Richtung Energiewende weiter“, sagte Bundesbauminister Peter Ramsauer bei der Präsentation des Mehrfamilienhauses am Montag auf der Expo Real in München. „Von Frankfurt kann man wieder einmal etwas in Sachen Energieeffizienz lernen“, unterstrich Planungsdezernent Olaf Cunitz. „Die ABG setzt auf Innovation“, lobte Frankfurts Bürgermeister.


    „Dieses Projekt klingt nach Zukunft“, sagte ABG-Geschäftsführer Frank Junker: „Wir schaffen ein Mehrfamilienhaus, das mehr Energie erzeugt als für die Versorgung der Bewohner notwendig ist.“ Ein Modell des Aktiv-Stadthauses stellte Junker am Montag auf der Immobilienmesse vor.


    Bis Ostern 2015 soll das Projekt realisiert werden. Der Standort des Gebäudes findet sich am südlichen Rand des Frankfurter Stadtteils Gallus in unmittelbarerer Nähe des Hochhauses, das in Anlehnung zur Form eines Ebbelwei-Glases auch „Geripptes“ genannt wird, in der Speicherstraße. Das Aktiv-Stadthaus steht in Zusammenhang mit dem bereits in Bau befindlichen Plus-Haus in der Cordierstraße in der Friedrich-Ebert-Siedlung und im Mittelpunkt eines Forschungsprojekts, das das Bundesbauministerium fördern will. In der Cordierstraße baut die ABG Frankfurt Holding gegenwärtig ein Plus-Energie-Haus mit 17 Wohnungen.


    Geschaffen werden soll mit dem Aktiv-Stadthaus ein städtisches Mehrfamilienhaus in Plusenergiebauweise orientiert an den Maßstäben, die die EU-Richtlinie 2020 vorgibt. Sie setzt als Minimum die Formel: 20 Prozent weniger Energieverbrauch, 20 Prozent weniger Treibhausgasausstoß sowie einen Anteil der erneuerbaren Energien von 20 Prozent am Gesamtverbrauch bis zum Jahr 2020.


    Wegen der Nähe zum Main schlossen die Planer für das Projekt Speicherstraße die Nutzung von Geothermie aus. Sie setzen auf photovoltaische Anlagen auf dem Dach und an den Fenstern. Gleichzeitig will man die Wärme aus dem Abwasser zurückgewinnen. Das Plus an Strom können die Bewohner des Hauses beispielsweise verwenden, um im Erdgeschoss Fahrzeuge des zur ABG gehörenden Car-Sharing-Anbieters Book’n’Drive zu nutzen. Die Fahrzeuge dienen auch als Speicher für überschüssigen Strom aus dem Gebäude.


    Über ein Display stellt man für jede Mieteinheit des Aktiv-Stadthauses den jeweiligen Verbrauch an Strom und Wärme fest. Diesen Wert setzt man in Relation zu den Verbrauchswerten im gesamten Gebäude. Damit lassen sich beispielsweise unterschiedliche Konsumgewohnheiten der Mieter miteinander synchronisieren.


    Die Idee für dieses auch ästhetisch anspruchsvolle Projekt lieferte der Architekt Manfred Hegger. Er ist Professor an der Technischen Universität Darmstadt und gilt als Vordenker des energieeffizienten Bauens.


    „Das Aktiv-Stadthaus ist für uns eine konsequente Fortschreibung unserer Passivhäuser, die wir seit mehr als zehn Jahren bauen“, sagte Geschäftsführer Junker. „Wir wollen mit diesem Projekt zeigen, dass das Aktiv-Stadthaus wirtschaftlich zu bauen ist.“ Damit sei dieses Gebäude auch „reif für einen größeren Markt“.[/INDENT]


    Visualisierung:



    Bild: ABG Frankfurt Holding / Prof. Hegger

  • Die "Nachverdichtung" läuft und läuft. Der riesige Block gefällt mir weniger, was kleinteiligeres wäre ansprechender gewesen.


    Bild von mir, vor 5 Minuten gemacht:


  • Meine Herrn, unabhängig vom innovativen Konzept dieser "Weltneuheit", steht deren Architektur in gehörigem Kontrast zu den beiden Nachbarn an den Längsseiten: 1980er-Wohnarchitektur mit bunt verspielten Details (auch der Kita und Saalbau geschuldet) und dem Mäcklerschen Wohnhaus in rot mit durchaus extravagantem Treppenhaus.


    Die Einzelheiten sieht man kaum, aber ich hoffe nicht, dass die ABG hier eine zweite Diamantenbörse baut. Immerhin ein
    Aktiv-Haus à la Cordierstraße und nicht im Baumarkt-Stil, sondern tatsächlich gestaltet.


    Der Bauplatz ist wirklich eine Überraschung. Er gibt aber Sinn: Der Blockrand schließt sich. Erstaunlich, wie man das, was eigentlich eine als Parkplatz genutzte Baulücke ist, über die Jahre als Gott gegeben hinnimmt.

    2 Mal editiert, zuletzt von epizentrum () aus folgendem Grund: Bauplatz

  • Ich habe mir schon öfters gedacht, was für eine Platzverschwendung, als ich in dieser Ecke Fotos gemacht habe. Jedenfalls werden die Bewohner der Rottweiler Straße das neue Projekt nicht unbedingt begrüßen, denn es gab Zeiten, da konnten sie den Main sehen und das jetzt direkt vor ihrer Nase ein Gebäude platziert wird, damit hat wohl keiner gerechnet.
    Persönlich halte ich es für eine gute Sache, denn wie epi schon anmerkte, eine Lücke wird geschlossen.

  • Lückenschluss schön und gut, aber wie schon erwähnt, die Architektur ist wie schon bei dem Plusenergieteil an der Cordierstraße unteriridisch. Wie von epizentrum erwähnt, hier scheint man für den Energiesparwahn jeglichen architektonischen Fortschritt, der seit den 1970er Jahren gemacht wurde, über Bord werfen zu wollen – oder zu müssen. Das soll die Zukunft der Stadt sein? Dann haben wir in 25 Jahren wahrscheinlich bald wieder eine Landflucht, weil die Leute aus den dystopischen Städten mit solchen Klötzen nur noch raus wollen...

  • Schon heftig, dass man einen 160m langen, monotonen Riegel dahinknallen will! Es geht dabei noch nicht mal um die Fläche/Länge etc. selbst, schwerwiegend ist vielmehr die fehlende Kleinteiligkeit.


    Was das Ganze für mich allerdings erträglich machen würde, wenn man die Flächen im EG für Einzelhandel und Gewerbe vorsehen würde um mehr Leben in diesen Bereich reinzubringen.
    Ich nehme aber stark an - zumal nicht davon die Rede ist -, dass dies nicht vorgesehen ist und dort wohl eher Abstellflächen o.ä. für die Bewohner etc. sein werden, d.h. eine 160m lange, fast durchgehend abweisende Wand den Fußgänger begleiten wird.

  • Ein genauso überraschendes wie spannendes Projekt! In einer Zeit der immer knapper werdenden konventionellen Einergiereserven müssen neue Technologien erforscht werden. Warum sollten diese immer nur im Industriegebiet am Stadtrand ausprobiert werden? Dieser Standort ist schon gut gewählt. Einige Gegebenheiten werden den zukünftigen Bewohnern jedoch aufstoßen. "... Konsumgewohnheiten der Mieter miteinander synchronisieren" bedeutet doch, dass sich die Mieter z. B. absprechen müssen, wer wann duscht oder Wäsche wäscht. Das wäre nicht ganz mein Ding, aber so etwas kann und sollte mal ausprobiert werden.


    Die Absicht von ABG ist es, ein spektakuläres Projekt zum Thema "Aktivhaus" in die Wege zu leiten. Spektakulär wären nicht ein paar Einfamilienhäuschen, aber ein 160 Meter langes Gebäude macht was her. Die Länge wird die Medienwirksamkeit fördern. Im Übrigen sind die Gebäuderiegel links und rechts etwa genauso lang, wirken durch die optische oder tatsächliche Aufteilung aber anders. Das riesige Solarzellendach muss sein, warum haben sich die Bauherren aber für eine Parkhaus-Optik entschieden? Das hat nichts mit Energiesparen zu tun, das ginge bestimmt auch schöner. Die leicht wellenförmige Fassade ist doch schon mal ein netter Versuch, aber da fehlt noch irgendetwas zur optischen Aufgliederung. Für das auf der Visualisierung zu sehende Gebäude fällt mir nur der Begriff "monoton" ein.

  • zu #479:


    Wenn ich den Artikel richtig verstehe, wird es im EG vorwiegend Abstellflächen für E-Mobile geben, die sowohl für Mobilität als auch als Puffer für die selbst erzeugte Energie dienen.


    Die Grundfläche von gerade mal 12 Meter auf 160 Meter ist ein weiterer Grund gegen Einzelhandel, da nur ziemlich kleine Läden darin unterkommen könnten - die brauchen Laufkundschaft, die es in der Ecke nicht gibt. Daher stellt sich die Frage, welche Fußgänger da entlag gehern - wohl nur die Bewohner.


    Und die Kleinteiligkeit geht nicht, weil jede Außenfläche Energie kostet, also werden die Wohneinheiten eng aneinandergesetzt und die Außenkanten gerundet um die Wandfläche kleinzuhalten.


    Kleinteiligkeit wäre hier nur als Pseudoteilung der Fassade im Stil von Mäcklers Goethe Plaza One möglich gewesen.

  • Diese Lücke in der ansonsten mittlerweile bebauten Straßenflucht war mir wie einigen meiner Vorredner auch schon aufgefallen, aber auch ich hatte kaum damit gerechnet, dass dort zum einen überhaupt bebaut wird und zum anderen dann gleich von so einem Riesending. In einem kurzen Moment der Verwirrung dachte ich bei dem Rendering, ich hätte mich in den Thread für das Neue Behördenzentrum an der Adam-Ries(e)-Str. verirrt (link). Wo der lange Gebäuderiegel im Gegensatz zu hier aber mehr oder weniger im „Hinterhof“ gebaut wird.


    Energiesparen schön und gut – aber wie bereits an der Cordierstr. geschrieben wurde, kann es doch irgendwie nicht sein, dass energiesparend/-autark gleichzeitig kastig-monoton sein muss. Das fällt jetzt oben bei dem Rendering schon deshalb nicht auf, weil man halbschräg von oben auch die Schmalseite und die geringe Tiefe sieht, was dem Gebäude natürlich etwas die Wucht nimmt. Von der Speicherstraße aus gesehen dürfte das eher wie eine graue Wand wirken, denn ob das jetzt 9m oder 20m tief ist, erkennt man von dort ja nicht. Immerhin scheint die Fassade (ähnlich wie beim Behördenzentrum) leicht gewellt zu sein, das könnte je nach Ausführung in der Realität ganz gut aussehen. Davon abgesehen hätte ich es überhaupt nicht schlimm gefunden, wenn man wie beim Goethe Plaza durch unterschiedliche Fassaden den Komplex unterteilt, ganz im Gegenteil. Direkt dahinter an der Rottweiler Straße sieht man doch schon (wie auch epi oben schreibt), wie man einen (genauso langen) Gebäudekomplex durch Gliederung auflockern kann.

  • Die Frankfurter Rundschau macht das geplante ABG-Gebäude im Westhafen heute zum Thema des Tages. Auf einer Doppelseite in der Printausgabe sind heute neben der bekannten Ansicht aus der Vogelperspektive zwei weitere Visualisierungen zu sehen. Eine Außenansicht aus der Straßenperspektive und eine nichtssagende Innenansicht ...



    Bilder: ABG

  • Weder die Fassade der Obergeschosse noch die Länge des Gebäudes würde ich in den Mittelpunkt der Kritik stellen. Die Großform gehört, da wo sie hinpasst, eben auch zur Großstadt. Und ich würde nicht sagen, dass das hier nicht der Fall ist. So monoton ist sie nun auch wieder nicht. Doch das Erdgeschoss sollte anders gestaltet werden. Hier ist es einseitig auf Öko-Effekthascherei ausgelegt, einer angemessenen Gestaltung verweigert sich der Entwurf. Insofern schließt sich der Kreis zur Cordierstraße eben doch. Läden werden hier in der Tat wenig Aussicht auf Erfolg haben. Aber 160 Meter Blech oder Streckmetall mit Garagen für Elektromobile sind schlicht eine Zumutung. Da gibt es bessere Lösungen.


    Noch zwei Visualisierungen:



    Die bereits von Torben gezeigte Ansicht in höherer Auflösung:



    Bilder: ABG Frankfurt Holding

  • Energieautarkes Haus (Speicherstraße)

    Infobeitrag und weitere Kommentierungen, dort bis hier. Um nochmal zu verdeutlichen, auf welch einem schmalen Handtuch die eierlegende Wollmilchsau gebaut werden soll, das Grundstück geht etwa von der Hecke links bis zur Hecke rechts:



    Ob der Übergang von der Speicherstraße zum Wohnhaus an der Rottweiler Straße bestehen bleiben wird (siehe Satellitenkarte), ist mir nicht klar. Er ist jedenfalls recht praktisch, da man ohne ihn um den ganzen Block laufen muss. Die Renderings bleiben eine Antwort schuldig. Heute herbstlich:



    Bilder: epizentrum

  • Wohnen am Westhafen I + II (Speicherstraße)

    Zwei Tage vor thomasfras Beitrag von September feierte der Bau Richtfest. Jetzt baut man emsig Fenster ein:



    Positiv - der Forster-Teil erhält Fenster mit Holzrahmen:



    Am Schneider-Schumacher-Part sind die Profile dunkler und anscheinend aus Metall:



    Die Staffelung an der Straßenecke korrespondiert ganz hübsch mit den Aufbauten des ev. Kirchenzentrums:



    Bilder: epizentrum

  • Westhafen Spa

    Vor ca. einer Woche wurde der Rohbau eingerüstet. Gestern hat man dann den Keller ausgepumpt. Und heute wurde die Dämmung am Fundament zurechtgestutzt. Sieht aus, als bereite man den Einbau von Fensterelementen vor.
    Schön zu sehen, dass es weitergeht. Allerdings das Tempo bleibt gering: es waren täglich nur zwei bis drei Arbeiter am Bau zu sehen.

  • Zum geplanten Aktiv-Stadthaus der ABG Frankfurt Holding:


    Besonders schön ist das Gebäude architektonisch nicht, hässlich auch nicht, aber passt recht gut hier. Ich hätte nur nicht die Ecken so abgerundet. Das harmoniert nicht so gut mit der übrigen Blockrandbebauung. Sieht eher aus wie ein Wohnblock mitten in der Stadt - Minuspunkte dafür. Pluspunkte dafür dass es gut platziert ist.


    Ich dachte immer dass diese Seite von der Strasse nie wegen der Grünanlage bebaut wird. Jetzt bin ich sehr positiv überrascht. Ein Stück Stadt entsteht. Die Grünanlage mit Beton hat hier nie ein Nutzen für die Öffentlichkeit gehabt. Es war eher eine hässliche Ecke. Das was davon zwischen den Häusern übrig bleibt wird wahrscheinlich mehr geniessbar sein da eine kleine Oase entsteht.