Berliner Stadtverkehr kontrovers diskutiert

  • ^ Was soll denn das bedeuten? Es ist ja genau das Problem, dass man jahrzehntelang meinte, es wäre sinnvoll auch nur ein paar Blocks mit dem Auto zu fahren. Als wenn jemand, der diese Entfernung nicht mehr zu Fuß, mit dem Fahrrad, Bus, Bahn oder auch mit dem Taxi zurückelegen kann, wirklich sicher ein eigenes Auto steuern könnte?

    Die Ideologie liegt nicht darin, dies endlich zu erkennen, sondern den Status quo mit allen Mitteln und i.d.R. auf Kosten anderer, erhalten zu wollen.

    Was den Zusammenhang zwischen Tiefgarage und Klimaschutz angeht, ist die Rechnung einfach:

    Tiefgarage = zusätzliche Verkehrsfläche = zusätzlicher Verkehr = schlecht fürs Klima

    Da muss man schon ziemlich ideologisch vorgehen um das zu ignorieren!

  • ^

    Auch ne ziemlich oberflächliche Rechnung.

    Das ist wie das Argument der Ausbau der A100 würde mehr Autoverkehr erzeugen. Die Wahrheit ist: mehr Zuzug und Wachstum erzeugt mehr Autoverkehr.

    Zuzug von Personen und Wirtschaft.

    Und dann läuft es so: Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage nach Mobilität steigt, z. B. durch Lieferdienste, Bürostandorte, Arbeitsplätze, Wohnstandorte.

    Das Angebot hat sich in den letzten Jahren dieser Entwicklung aber nicht angepasst. Die kosmetische Verkehrswende findet praktisch nur im Innenring statt.

    Ausserhalb dessen mangels entsprechender Angebote eben nicht. Konsequenterweise wird dann weiter Auto gefahren. Konsequenterweise werden dann auch Tiefgaragen gebaut. Nicht die Abschaffung der Tiefgaragen verändert das Verkehrsangebot- und Verhalten sondern der Ausbau des ÖPNV, Fahrradwegen etc. aber genau das geschieht nicht....es wird halt nur dahergeredet

  • Ich will mich hier in das aktuelle Bauprojekt gar nicht einmischen, weil ich von dieser Ecke in Berlin einfach zu wenig Ahnung habe. Was mir aber wieder auffällt, ist die Tatsache, dass sich selbst an solch kleinen Bauprojekten mittlerweile gesellschaftliche Grundsatzdebatten entzünden, als liege das Schicksal der Erde in solchen Fragen, die sich hier stellen.

    Nach der Migrationsdebatte ist auch die Klimadebatte von exakt der gleichen ideologischen Grundstruktur gekapert worden. Ist man beim Thema Migration entweder Nazi oder Gutmensch, ist es beim Klima entweder der ökologische Spinner aus dem grün-versifften Milieu oder man ist der Klimakiller, Klimawandelleugner oder Tierquäler. Eine Debatte, die sich aktuell ja auch auf das gesamte Thema Landwirtschaft auszuweiten droht, wo man auch nur noch die Wahl hat, ob man Biobauer mit drei Tieren ist, die man am besten den ganzen Tag über wie das eigene Kind behandelt oder Teil der Ernährungsindustrie, deren Hauptziel es ist, dem Verbraucher den größten Mist aufzutischen, Hauptsache der Gewinn stimmt.

    Das sind die aktuellen hysterischen Debatten, die sich mittlerweile nach meinem Empfinden völlig von der realen Situation abkoppeln und nur noch emotional geführt werden. Die Konsequenzen sieht man immer deutlicher. Das gesellschaftcihe Klima ist komplett vergiftet, niemand hört dem anderen mehr zu und das, was jetzt angesagt wäre, mit der Wissenschaft in einen ehrlichen Dialog zu treten und echte Konzepte zu entwicklen, wie mit technischen und innovativen Maßnahmen das ganze Problem wirksam angegangen werden kann, fällt völlig hinten runter, weil sich alles in Maximalforderungen ergeht.

    Die Konsequenz daraus ist Aktionismus und Stillstand. Eine völlig verkorkste Energiewende, eine Migrationspolitik, wo man die Verantwortung für die Drecksarbeit an die Mittelmeerstaaten für viel Geld abgegeben hat, damit man sich selbst nicht die Finger schmutzig machen muss, eine Autoindustrie, die das Rückgrat unserer Industriestruktur ist, wird einfach mal so entsorgt und für unser gutes Gewissen träumen wir von 100 Prozent ökologischem Landbau wie in der Hippwerbung. Dass dies zu extremen sozialen Verwerfungen führen wird und zu krassen ausländischen Abhängigkeiten, geschenkt.

    Was aber über allem steht, ist das Problem, dass bei einem jährlichen Zuwachs der Weltbevölkerung von 80 mio. Menschen, primär in Afrika, einem Kontinent also, wo die Flächen immer weniger und die Menschen immer mehr werden, es völlig egal ist, was wir hier tun, denn selbst wenn wir sogar dem Kreislauf kein CO2 mehr zuführen, sondern ihm entziehen, dies faktisch keinerlei Einfluss auf das Grundproblem hat. Außer die Tatsache, dass wir uns moralisch feiern können. Denn die Grundprobleme dieser Erde liegen in ganz anderen Regionen als in Europa. Was wir tun könnten, wäre das einzusetzen, was wir am besten können, nämlich technische Innovation. Nur geht dies meiner Meinung nach nur mit der Wirtschaft und nicht gegen sie. Wer soll die Mobilität der Zukunft entwickeln, wenn es keine Autoindustrie mehr gibt? Wer soll die digitalen Innovationen Prozesse effizienter steuern, wenn wir alle Hochtechnologie einfach ins Ausland verschwerbeln?

    Was wir brauchen, ist nicht ein noch mehr an gesellschaftlicher Polarisierung und Spaltung, sondern den Geist deutscher Innovationskunst. Das was uns zum Land der Dichter und Denker gemacht hat. Mut, Freunde an der Zukunft und die Liebe an den Problemlösungen. Daran sollten wir uns wieder erinnern, anstatt bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Weltuntergang heraufzubeschwören, bis wir es am Ende selber glauben, dass alles verloren ist.

  • ^ Was Du hier sachlich nennst, ist es nicht. Ein Europäer hat einen sehr viel größeren ökologischen Fußabdruck als ein Afrikaner. Dazu kommt, dass vieles, was in anderen Kontinenten produziert wird, für Europa produziert wird - die Stahlproduktion in China, die Rindfleischproduktion in Brasilien oder die Palmöl-Produktion in Südostasien gehen größtenteils auf unser Konto (und das der USA). Das steigert den hiesigen Anteil an den globalen Problemen weit über das statistische Maß hinaus.

    Man wird diese Probleme nicht lösen, indem man mit dem Finger auf afrikanische Bauernfamilien zeigt und gleichzeitig erklärt, am deutschen Wesen (Wachstum plus Ingenieursgeist) werde die Welt genesen. Und was Dichter und Denker mit der Sache zu tun haben, erschließt sich mir gar nicht.

    P.S.: Die "Freude an der Zukunft" ist mir schon lange vergangen. Ich sehe kaum einen Weg, wie die exponentielle Verwüstung des Planeten zu stoppen sein soll.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ^Was auch immer das bedeuten soll, aber es ist eine typische inhaltsleere Antwort.

    Das Wikipedia Zitat hat es doch gut erklärt. Nach meinem Empfinden war die unhaltbar pauschale Aussage über eine gesamte Generation von UrbanFreak Teil des hysterischen Diskurses, den Odysseus beschrieben hat. Diese Diskursform finde ich doof. Ich wollte also mit einer humoristischen Art darauf hinwirken, dass die Diskussion zielführender und weniger emotional wird. Wobei dafür wahrscheinlich eher der erste Teil des Postings von Odysseus erfolgsversprechender ist als mein Beitrag.

    Aber der Klimawandel ist wahrlich nicht das Thema einzelner Projekte in Friedrichshain.

    Edit: genauso hysterisch ist nach meinem Empfinden übrigens die folgende Aussage.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Der Autoverkehr wird nicht abnehmen, außer du errichtest ein totalitäres Regime welches den verbietet.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ^ Was Du hier sachlich nennst, ist es nicht. Ein Europäer hat einen sehr viel größeren ökologischen Fußabdruck als ein Afrikaner.

    Was für ein pauschales, fast schon rassistisches Vorurteil. Die kleinen Negerlein leben eh alle nur in Buschhütten und verbrauchen deswegen keine Ressourcen - willst du das damit sagen? Ich habe einen ausgedehnten Freundeskreis von Deutsch-Afrikanern (Herkunft: Ghana) - die würden dir was erzählen...Mal ganz abgesehen von der massiv größeren Bevölkerung (Tendenz steigend) im gesamt afrikanischen Kontinent.

    Mein Fazit: Wer glaubt durch eine zusätzliche Fahrradspur oder einem verhinderten Parkhaus in Berlin die Welt zu retten, dem ist kaum noch zu helfen. Der sollte sich eine richtige Religion suchen und nicht Umweltideologien als Ersatzreligion beanspruchen, weil ihm sonst langweilig ist.

    By the way: Ich selbst habe jahrelang auf ein Auto verzichtet und nutze heute zu 90% öffentliche Verkehrsmittel. Es gibt genug Gründe die dafür sprechen. Aber man darf nicht immer nur von sich selbst ausgehen. In Friedrichshain z.B. gibt es im Umkreis von 20 Autominuten keinen Hausarzt mehr der neue Patienten aufnimmt. Welchem älteren Menschen ist denn geholfen, wenn man mit pseudo-Umwelt-rettungsaktionen versucht den Leuten den Gebrauch ihres (notwendigen) Autos zu vermiesen?

  • Dekoratives Anführungszeichen


    Was für ein pauschales, fast schon rassistisches Vorurteil.

    Es ist aber kein rassistisches Vorurteil, sondern schlicht und einfach Fakt dass die meisten afrikanischen Länder einen ganz erheblich geringeren pro-Kopf-Ausstoß von CO2 aufweisen als Deutschland: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der…ission_pro_Kopf


    Dekoratives Anführungszeichen

    Mein Fazit: Wer glaubt durch eine zusätzliche Fahrradspur oder einem verhinderten Parkhaus in Berlin die Welt zu retten, dem ist kaum noch zu helfen.

    Es geht bei der Verkehrswende auch nicht nur um die Rettung der Welt, sondern um die Verbesserung der Lebensqualität in den Städten, am Ende sogar für die Motorisierten die so tun als wäre eine Einschränkung der Benutzung ihres Vehikels das Ende der Welt.

    Es geht um weniger Abgas und Lärm, um weniger Gefahr für Leben und Gesundheit, weniger Stress, mehr Platz für Menschen anstatt für geparkte Autos, um sicheres und angstfreies Radfahren für Alle (also auch für die Senioren die dir so am Herzen liegen, diese Gruppe hat in den letzten Jahren übrigens den Großteil der getöteten Radfahrenden ausgemacht).

    Es geht um eine andere Stadt.

  • ^ Schöne Überleitung zurück zum Thema. Bezogen auf ein Architekturforum ist der Autoverkehr weniger ein Problem des Klimawandels als eines der Stadtgestaltung. Die Unwirtlichkeit moderner Städte beruht nicht zuletzt auf der MIV-Priorität seit der Nachkriegszeit. Berlin hat es dabei besonders schwer erwischt, weil so viel kaputt war und in den 50er/60er-Jahren einfach abgeräumt werden konnte, um breiten Straßen Platz zu machen (anders als z.B. in Paris).

    Die Folge ist eine Stadt, die in weiten Teilen nicht mehr dem Leben, Flanieren, Sich-Aufhalten Raum bietet, sondern dem Transit, dem schnellen Durchströmen. Diese Entwicklung kann man nicht einfach ungeschehen machen; man muss langsam umsteuern: Straßenneubau einschränken (siehe A100), Autospuren reduzieren und verschwenken, Fahrradwege anlegen bzw. sicherer machen, ÖPNV ausbauen, etc. Ein Prozess, der Jahrzehnte dauern wird (aber gewiss kein "totalitäres Regime" erfordert, Blaine).

    Am Ostbahnhof eine (weitere) große Tiefgarage zu errichten, hieße, diesen Prozess zu konterkarieren. Statt die Leute zu ermutigen, mit dem Fahrrad, der S-Bahn oder dem Bus zum Bahnhof oder ins Büro zu kommen, würde man Anreize schaffen, das Auto zu benutzen. Dadurch entsteht wiederum Individualverkehr, der den Rückbau von Straßen und die Verdichtung der Stadt erschwert.

    Ich freue mich sehr auf die Neubauten hinter dem Bahnhof – der aktuelle Zustand ist wirklich erbärmlich, und wie ich die Pläne lese, soll hier ein Stück Blockrand in den (an dieser Stelle wirklich) verkorksten DDR-Städtebau zurückkehren. Ich hoffe auch, dass dort nicht nur Büros und eine Schule entstehen, sondern auch die erwähnte Infrastruktur von Arztpraxen, Geschäften und Restaurants. Auf eine riesige Garage darunter kann ich aber gut verzichten.

  • ^

    Ich verstehe, dass grundsätzlich das Bedürfnis da ist, wieder mehr Flanierqualität nach Berlin zu bringen, aber der Verkehr und die breiten Straßen sind für diesen Mangel nicht der Hauptgrund. Tatsächlich liegen die wohl bedeutendsten Flaniermeilen Kontinentaleuropas (Kudamm, Champs Elysees) an ziemlich breiten und verkehrsstarken Straßen. Auch die US-Metropolen mit ihren ultra breiten Straßenschluchten bekommen urbanes Flanierfeeling hin, die bauen eben auch entsprechend höher mit pompöseren Eingangsbereichen, ebenso wie in Asien. Ich höre immer wieder von Gästen aus dem Ausland wie begeistert sie von den Berliner Bürgersteigen sind, weil diese im Vergleich zu vielen anderen Städten extrem breit wären. Es gibt nichts schlimmeres für entspanntes flanieren, als dichtes Gedränge. Berlin hat also mit seinen breiten Bürgersteigen grundsätzlich einen Vorteil. Es nutzt nur wenig, wenn die Architektur nicht mitzieht und spannende, gemütliche, hohe, aufregende oder innovative Akzente setzt.

    Wenn ich vom deprimierenden Alex in die noch deprimierendere Karl-Marx-Allee laufe, auf 10m breiten Bürgersteigen, vor 17m breiten Freipinkelanlagen mit verwahrlostem Gestrüpp mit Plattentristesse dahinter, oder wenn ich die Bismarkstr. lang laufe, an obskuren Teppichläden und verweisten Telefonläden in abgeranzten 50-70er Jahre Bauten (die Deutsche Oper ist auch keine Schönheit, mal ehrlich), dann nutzt es auch nichts, wenn ich weniger Verkehr auf der Straße habe. Man könnte alle Autos in Berlin durch Pferdekutschen ersetzen und ich würde mich dort nicht wohler fühlen. Machen wir uns nichts vor, bis die architektonischen Schandmale aus all den Nachkriegsjahren bis in die späten 90er hinein behoben sind, wird es noch eine ganze Weile dauern.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Statt die Leute zu ermutigen, mit dem Fahrrad, der S-Bahn oder dem Bus zum Bahnhof oder ins Büro zu kommen, würde man Anreize schaffen, das Auto zu benutzen. Dadurch entsteht wiederum Individualverkehr, der den Rückbau von Straßen und die Verdichtung der Stadt erschwert.

    Das ist wieder so einfach dahergesagt wie so vieles in der aktuellen Klimadebatte.

    Die Lebensrealität der mit dem Auto anreisenden meist am Stadtrand wohnenden Pendlern sieht dann aber ganz anders aus.

    Man kann gern versuchen Leute wie zum Beispiel in Petershagen zu ermutigen mit dem Fahrrad oder der S-Bahn in die City zu fahren.

    Die Realität sieht so aus: einen adäquaten Radweg gibt es nicht, die S-Bahn die mangels zweigleisigem Ausbau nur alle 20 Minuten fährt und dann wegen Weichen- oder Schrankenstörungen auch gern schon mal regelmäßig ausfällt ist für die Menschen die dort sowieso ein Auto haben müssen ebenfalls keine attraktive Alternative.

    Sie stehen halt lieber 15 Minuten im eigenen Wagen im Stau als über 20 Minuten auf dem zugigen Bahnsteig ohne Fahrgastinformation.

    Von daher ist die Nutzung des Autos und der Bau neuer Tiefgaragen konsequent und folgerichtig (ob es insgesamt richtig ist muss jeder für sich entscheiden).

    Sich hier einfach aber immer hinzustellen und aus Downtown Berlin heraus zu sagen die anderen da die sollen mal schön das Auto stehen lassen und mit Bahn und Rad fahren weil es uns hier zu laut, zu dreckig und zu voll ist, ist maximal egoistisch.

    Ich wohne hier selbst in einem der Hochhäuser am Ostbahnhof und ich kann bestätigen dass gerade in den letzten 8 Wochen der Autoverkehr enorm zugenommen hat. Es nervt, aber ich weiss dass das nicht ein Problem der Innenstadt ist. Die Verkehrsprobleme und Ursachen Berlins liegen am Stadtrand und im Speckgürtel. Diese Probleme werden nicht verschwinden wenn man in der Innenstadt ein paar Radwege grün anmalt oder 90 Elektrobusse fahren lässt. Das ist alles Kosmetik.

    Seit dem Ende des 2. Weltkrieges und dem Abbau von Gleisanlagen, wurden an praktisch allen S-Bahnstecken ins Umland die 2. Gleise nicht wieder aufgebaut. Seit Jahrzehnten fahren hier die Züge des einst besten Verkehrsmittels der Welt im 20 Minuten Takt. Nichts hat sich seit dem verändert.

    Was sich aber verändert hat und zwar sehr rasant ist wo die Menschen arbeiten, wo sie wohnen, wo die Kinder in Kindergärten und Schulen gehen, wo man einkauft. Das alles sind Veränderungen die aus wenigen Jahren wirtschaftlicher Veränderungen resultieren.

    Bei der Öffentlichkeit, insbesondere bei der Landes- und Lokalpolitik sind diese veränderten Lebensrealitäten offenbar Parteiübergreifend überhaupt nicht angekommen. Wenn man es in den letzten 30 Jahren nicht geschafft hat S-Bahnstreken ins Umland wieder mit einem 2. Gleis auszustatten, dann wird man das auch in den nächsten 30 Jahren nicht schaffen. Denn es ist kein erkennbarer Wille auszumachen.

  • Wenn es in diesem Thread um Projekte in Friedrichshain und in dem Fall um das Gebiet des Ostbahnhofs geht, ist doch die Frage: Gibt es an dieser Stelle Bedarf für mehr Parkraum oder nicht?

    An einigen Stellen innerhalb des S-Bahn Rings scheint es doch aber eher so zu sein, dass die Parkflächen, die vorgehalten werden, gar nicht benötigt werden?

    Parkhaus am Gleisdreieck: Abgerissen, Wohn/Bürokomplex hingebaut

    Parkhaus Mercedes Benz Arena: Teilabriss, Bürohaus geplant.

    Parkhaus gegenüber des KaDeWe: Abgerissen, Büro/Geschäftshaus geplant.

    Es kommt mir nicht grundsätzlich so vor, dass im Zentrum Berlins neuer Parkraum entsteht ohne dass dieser benötigt würde, im Gegenteil, es wird reduizert wo verzichtet werden kann.

    Anwohner der S-Bahn Stationen, zu denen Pendler fahren und dort parken, wiederum haben einen anderen Eindruck von benötigtem Parkraum, der dort dann nämlich nicht vorhanden ist. Zusätzlich gibt es in Berlin bestimmte Firmen die gern zum Schnäppchenpreis bzw. umme parken lassen möchten, weshalb dann in den "Pendel S Bahn" Vierteln auch noch ganze Firmenwagenkollonnen parken.

    Dies zu ändern und zu regeln ist Sache der Politik und Verwaltung...es passiert nur nichts.

    Was allerdings jeden einzelnen Bürger betrifft, ist der Abbau der Rücksichtslosigkeit im Strassenverkehr die vorherrscht und dabei stehen Fahrradfahrer den Autofahrern in Berlin kaum nach!

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Sich hier einfach aber immer hinzustellen und aus Downtown Berlin heraus zu sagen die anderen da die sollen mal schön das Auto stehen lassen und mit Bahn und Rad fahren weil es uns hier zu laut, zu dreckig und zu voll ist, ist maximal egoistisch.

    Ja, genau. Wenn man sich einen Prozess wünscht, der uns über Jahrzehnte langsam vom eigenen Auto wegführt, dann ist man "maximal egoistisch." :rolleyes: Zur Information: Ich bin selbst Bahnpendler und kenne die Probleme sehr gut. Dass der ÖPNV-Ausbau viel zu langsam erfolgt (und viel zu lange gar nicht erfolgt ist), musst Du mir nicht erklären.

    Aber es kommt hier auf die Perspektive an: Du bringst die schlechtesten Beispiele (20-Minuten-Takt, Bahnsteig ohne Anzeige), um zu belegen, dass die S-Bahn quasi keinen Nutzen hat und es zum Auto keine Alternative gibt. Dann stellst Du apodiktisch fest: Es wird sich auch nichts ändern, ergo brauchen wir das Parkhaus. Zum einen glaube ich, dass sich allmählich sehr wohl etwas ändert, zum anderen kann ich dagegenhalten, dass es entlang der RE-Trassen sehr gut angeschlossene Orte gibt, aus denen und in die dennoch massenweise Pendler mit dem Auto kommen, obwohl sie häufig länger unterwegs sind als mit der Bahn.

    Das ist, glaube ich, eine Frage der Gewohnheit. Wer sein Leben lang immer Auto gefahren ist, kann sich einen Umstieg auf die Bahn schwer vorstellen. Sowas kann sich aber schnell ändern, wenn man es mal probiert. Beispiel: Eine Kollegin aus Alt-Hohenschönhausen ist bis vor Kurzem immer mit dem Auto zum Ostbahnhof gefahren, um dort in den Zug einzusteigen. Als ihr Wagen länger in der Werkstatt war, hat sie stattdessen die M4 zum Alex genommen und ist dort umgestiegen – und das hat sie seitdem nicht mehr geändert. Sie fragt sich jetzt, warum sie sich die nervige Fahrerei in der Rushhour nebst Parkplatzsuche überhaupt jahrelang angetan hat.

    Will sagen: Bei Leuten mit guter ÖPNV-Anbindung ist ein riesiges Einsparpotential an Auto-Kilometern und Parkplatzbedarf vorhanden. Sie müssen die gute Anbindung nur entdecken – und das lässt sich verkehrspolitisch unterstützen. Wenn auf diese Weise auf die Dauer auch nur zehn bis zwanzig Prozent der innerstädtischen Autofahrten wegfallen, dann ist am Ostbahnhof genug Platz für Pendler, die wirklich aufs Auto angewiesen sind. Auch ohne neues Parkhaus.

  • Ich bin immer wieder überrascht wie viele davon ausgehen, dass der Autoverkehr abnehmen wird. Ich bin mir da nicht so sicher. Es ist sicherlich das Bestreben des Senats dies zu tun, allerdings ohne irgendwelche substanziellen Alternativen anzubieten. Das führt naturgemäß dann zu den Vorwürfen, dass der Senat aus ideologischen Gründen (Auto als Feindbild) handelt. Ich denke anstatt Verbrennungsmotoren werden wir eben elektrobetriebene Fahrzeuge haben, anstatt dass mehr Leute ein Auto besitzen, werden es eben mehr Share Modelle geben. Die im Individualverkehr mit dem Auto zurückgelegten Kilometer werden kaum abnehmen, vor allem wenn wie Ostkreuzblock dargelegt hat, es mehr Menschen in Berlin um Umgebung gibt, und dazu der Lieferverkehr steigt. Wenn es dem Senat die Umwelt wirklich am Herzen liegen würde, weniger Abgase und Autoverkehr in der Innenstadt zu erzielen, dann würde er eine drastische Citymaut (innerhalb des SBahnrings z.B.) einführen, das wäre der die einzige singuläre Massnahme, die zum einen schnell und zudem wirksam wäre. Aber das geht ja nicht, man will ja seine Klientel nicht verschrecken.

    Wenn man sich ansieht wie der Senat den ÖPNV ausbaut, dann muss einem Angst und Bange werden, Bei dem gegenwärtigen Tempo wird selbst in 50 Jahren kaum was erreicht. Eine S21 mit läppischen 5 Kilometern dauert 30 Jahre, der Lückenschluss der U5 von 3km dauert über 20 Jahre. Von den unsinnigen Strassenbahnprojekten im Innenstadtbereich, die nicht mehr als einen Placeboeffekt haben, will ich gar nicht reden. Jetzt rächt sich auch die verhinderte Länderfusion, die mitverantwortlich ist für das grösste Defizit, nämlich des Ausbaus, der Anbindung und Koordinierung von S Bahn und Regionalbahn vom Umland nach Berlin. Berlin und Brandenburg ignorieren sich gegenseitig und von einem gemeinsamen entschiedenen Vorgehen, Abstimmung und Planung ist kaum was zu sehen, was es der Deutschen Bahn leicht macht, den Schwarzen Peter gleich wieder zurückzugeben. Man hat den Eindruck jeder zieht in eine andere Richtung. Diese gegenseitige Abneigung wird immer problematischer. Selbst wenn Berlin keinen Bock hat, mehr Wohnraum zu bauen, Arbeitsplätze und der Tourismus werden in Berlin zunehmen also auch der Verkehr. Allein der Erhalt der gegenwärtigen ÖPNV Kapazitäten wird schon zur Herausforderung, was Fuhrpark (Stichwort Ausschreibung für Ubahnen usw) , Instandhaltung und Personal betrifft. Radwegeausbau ist gefühlt nicht mehr als das Anpinseln von einigen Fahrradspuren, was auch hilft aber halt nichts mit Ausbau zu tun hat., es ist viel zu wenig Geld dafür bereit, von den irrwitzig langen Planungs und Genehmigungszeiten und dem tatsächlichen Bauen mal abgesehen. Also schätze ich mal, dass diese Parkhausdiskussionen relativ irrelevant sind, reine Marketingaktionen um vorzugeben es fände eine Verkehrswende statt, weil der Kaiser nackt da steht.

  • ^ Sorry, aber es gibt hier keine Marketingaktion. Es geht darum, dass die Stadt eine Schule auf einem Grundstück bauen möchte, auf dem andernfalls Büros und eine Tiefgarage entstehen könnten. Dass wir hier die Verkehrswende diskutieren, liegt an der Dynamik der Debatte: Urbanist hatte das Wort in einer Klammer (!) erwähnt, woraufhin UrbanFreak ihn mit Beschimpfungen überzog und andere einstiegen. Der Senat und seine ominöse "Klientel" haben damit nichts zu tun.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Berlin und Brandenburg ignorieren sich gegenseitig und von einem gemeinsamen entschiedenen Vorgehen, Abstimmung und Planung ist kaum was zu sehen, was es der Deutschen Bahn leicht macht, den Schwarzen Peter gleich wieder zurückzugeben. Man hat den Eindruck jeder zieht in eine andere Richtung. Diese gegenseitige Abneigung wird immer problematischer.

    Du argumentierst ähnlich wie Ostkreublog: Haufenweise gegenwärtige Probleme aufzählen, um damit zu rechtfertigen, warum sich an der Verkehrsnutzung auch in Zukunft nichts ändern muss/soll/wird. Vielleicht ändert sich aber doch was – zum einen gibt es seit vergangenem Jahr den Nahverkehrsplan i2030, der (spät und langsam, aber immerhin) einen erheblichen Ausbau der regionalen Bahn-Infrastruktur vorsieht. Zum anderen schlägt die neue Kenia-Koalition in Brandenburg einen gemeinsamen Ausschuss beider Landesparlamente vor, der sich vorrangig um Probleme wie die Verkehrsplanung kümmern soll (vgl. Bericht im Tagespiegel). Warten wir ab, was daraus wird...

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ja, genau. Wenn man sich einen Prozess wünscht, der uns über Jahrzehnte langsam vom eigenen Auto wegführt, dann ist man "maximal egoistisch." :rolleyes: [...] Will sagen: Bei Leuten mit guter ÖPNV-Anbindung ist ein riesiges Einsparpotential an Auto-Kilometern und Parkplatzbedarf vorhanden. Sie müssen die gute Anbindung nur entdecken – und das lässt sich verkehrspolitisch unterstützen. Wenn auf diese Weise auf die Dauer auch nur zehn bis zwanzig Prozent der innerstädtischen Autofahrten wegfallen, dann ist am Ostbahnhof genug Platz für Pendler, die wirklich aufs Auto angewiesen sind. Auch ohne neues Parkhaus.

    Es gibt doch bereits Prozesse, die seit Jahrzehnten dafür sorgen, dass wir "langsam vom Auto weggeführt" werden. Steigende Spritpreise, höhere Steuern, Umweltauflagen ect. also tatsächlich ist das Autofahren heute bereits so unattraktiv wie nie. Wer nicht beruflich drauf angewiesen ist, auf dem Dorf wohnt, oder einen Auto-Fetisch hat, besitzt doch heute schon in vielen Fällen gar kein eigenes mehr. Selbst die Marketingabteilungen der Autohersteller geben zu, dass sie es immer schwerer haben ihre Zielgruppen zu erreichen.

    Es hat einen leicht paternalistischen Unterton, wenn du erwachsenen, berufstätigen Bürgern unterstellst, sie müssten die öffentliche Anbindung "nur mal entdecken", so als würde es Menschen geben, die noch nie Kontakt mit einer Sbahn gemacht haben. Die Leute steigen von selbst um, wenn das Reisen angenehm, sicher und effektiv ist, diese drei Faktoren nehmen aber immer mehr ab, das Leistungsangebot wird immer schlechter. Ich merke ja selbst wie die Züge seit Jahren zu Stoßzeiten immer voller werden, dauernd Verspätungen, Bauarbeiten oder Zugausfälle, oft wegen "Polizei und Arzteinsätzen" (meist wegen besoffenen Obdachlosen). Das Fahrrad ist im Berliner Klima für nicht hartgesottene, bzw. ältere Menschen in ca. 6-8 von 12 Monaten einfach keine Alternative, da kann man die Radwege sonst wie breit ausbauen und die E-scooter konkurrieren im Grunde auch nur mit dem Fahrrad, bzw. den eigenen Füßen. Wie sollen denn "10-20%" der innerstädtischen Fahrten wegfallen bei gleichzeitigem Zuzug (also mehr Verkehr)? Ich bezweifle, dass man die Sbahnen noch schneller takten kann, sie fahren ja zu Stoßzeiten schon im 2-5min Takt und sind auf der Hauptader trotzdem rappelvoll. Verlängern kann man die Züge auch kaum und weitere Gleise durch die Stadt legen, wäre ein Mammutprojekt, das Jahrzehnte dauern und Unsummen kosten würde. Ich bin zwar kein Verkehrsexperte, aber ich sehe die S&U Bahnen Berlins seit Jahren am Limit operieren und ich bezweifle, dass neue Züge daran derart viel ändern können, dass sie zum derzeitigen status quo zusätzlich(!) noch nennenswert Verkehr von den Straßen abziehen, bzw. aufnehmen können. Außer man baut Doppelstockwagen.

  • Ich möchte dann doch mal eine etwas andere Perspektive in die Diskussion bringen, weil ich sage es ehrlich, die Diskussion über die nötige Verkehrswende wird auch hier wieder von einer Gruppe von Leutene dominiert, die zunächst einmal eins sind, Städter! So wie fast alle Politiker.

    Was man dabei aber vergisst, ist, dass nicht jede Region einen öffentlichen Nahverkehr besitzt und dass auf dem Land selbst heute noch eher Strecken und Buslinien still gelegt werden als das neue hinzukommen. Daher finde ich die ganze Diskussion etwas respektlos den Menschen gegenüber, die auf das Auto angewiesen sind, einfach weil es überhaut keine Alternativen gibt. Vor dem Hintergrund, dass sich immer mehr Institutionen aus der Fläche zurückziehen, sei es Ärzte, Banken bis hin zu den alltäglichen Versorgungsleistungen von Apotheken bis Drogerie oder Lebensmittelgeschäfte. Wie sollen die Menschen denn dann zu ihren Zielen kommen, wenn ihnen schon abverlangt wird, immer größere Distanzen zurücklegen zu müssen, weil sich eine Daseinsfürsorge vor Ort ja nicht mehr zu lohnen scheint? Ich finde diese Attitüde, die manch Städter hier an den Tag legt, etwas befremdlich, weil msn von der Lebenswirklichkeit eines Teils der Bevölkerung gar nichts mitbekommen will und den eigenen Klimaegoismus über grundlegende Notwendigkeiten des Alltags von ganz ganz vielen Menschen stellt.

    Denn ich finde es schon etwas anmaßend, wenn man davon ausgeht, dass z.B. ein Ärztehaus nur von Menschen aus Friedrichshain genutzt wird. Auch mal auf die Idee gekommen, dass vielleicht wer aus Brandenburg extra anreisen muss, weil es in Henningsdorf oder Wildau einfach gar keinen Facharzt mehr gibt?

    Und dann spricht Theseus doch auch die weiteren Probleme an. Wenn es zumindest alle Berliner Stadtbewohner durchziehen und sagen wir nur 30 Prozent auf ihr Auto künftig verzichten und den öffentlichen Nahverkehr nutzen, wie bitte soll die aktuelle Infrastruktur diesen Anstieg denn überhaupt tragen. Das ganze System ist heute schon an der Belastungsgrenze. Es bräuchte viel mehr Züge, eine viel kürzerer Taktung und viel mehr Strecken. Hinzu kommt, dass Berlin an Einwohneren rasant wächst, parallel wächst zudem der Tourismus seit Jahren massiv. Wie soll das mit den aktuellen technischen Voraussetzungen funktioneren?

    Und ironischerweise sind es genau die Leute, die abstrakt immer mehr Klimabewusstesein fordern, die dann die ersten sind, die die Bügerinitatven gegen Windräder, gegen Stromtrassen und gegen neue Gleise vor ihrer Haustür anführen. Bei den aktuellen rechtlichen Widerspruchsmöglichkeiten und den "Planungszeiten" (die in Wahrheit derart ausgeufert sind, dass es Nichtplanungszeiten heißen müsste) ist ein signifikanter Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs reine Illusion.

    Ich mahne daher zu mehr Realismus und weniger Ideologie. Es gibt heute auf dem Land schon ganze Regionen, die weitgehend abgehängt sind, wenn man noch mehr Wahlkampfhilfe für die AfD leisten will, dann soll man das Rad noch weiter drehen. Meiner Meinung nach liegt auch hier die Lösung eher in technischen Innovationen, ich sprach es weiter oben an. Aber so hat sich leider der Trend durchgestezt, dass man gravierende Entscheidungen über elementare Grundbedürfnisse der Menschen, dazu zählen Mobilität, Energie, Nahrungsmittelversorgung und Bildung von emotionalen Komponenten abhängig macht und im Schnellschnell zu katastrophalen Fehlentscheidungen kommt.

    Die Energiewende war eine rein emotionsgesteuerte Fehlentscheidung, so wie sie durchgeführt wurde und auch die seit 15 Jahren andauernde Zerstörung unseres Bildungswesens ist so eine. Ohne je nachhaltige Studien beauftragt zu haben, hat man einfach Schreiben nach Gehör eingeführt. Es war eine reine Entscheidung nach der Maxime: "Ich wünsche mir, das es so ist, also muss es gut sein". Und den gleichen Fehler macht man bei der Moblität jetzt wieder. Man wünscht sich, dass etwas funktioniert, weil es sich in der Theorie schön anhört, aber ohne technische Grundlagen, ohne Sinn und Verstand und dazu getrieben von einer teils hysterischen öffentlichen Debatte. Und das wird nicht funktionieren.

  • "Und ironischerweise sind es genau die Leute, die abstrakt immer mehr Klimabewusstesein fordern, die dann die ersten sind, die die Bügerinitatven gegen Windräder, gegen Stromtrassen und gegen neue Gleise vor ihrer Haustür anführen. "

    Diesen populistischen Unsinn hätte dann doch mal gerne belegt.

  • Das hat null mit polupistischem Unsinn zu tun. Man schaue doch nur auf die ganzen Umweltverbände. Wer klangt denn ständig gegen alles und jedes? Es fängt bei den Feldermäusen an, die durch die Windräder bedroht sind, geht bei den Vöglen weiter und endet bei Schallbelastung und Verschattungsproblemen.

    Weiter geht es bei neuen Bahnlienien, auch da sind dann wieder wichtige Habitate bedroht, irgendein Salamander oder was auch immer. Neue Infrastruktur scheitert doch nicht an den Autobegeisterten. Sondern er scheitert an Gruppen, die abstrakt für Klimaschutz in allen Bereichen sind, die aber denken, man bekommt ihn zum Nulltarif.

    Mehr öffentichen Nahverkehr wird es ohne ein mehr an Schienen, mehr Geräuschbelastung, mehr Gleisbetten, mehr Oberflächenversiegelung und einer Zerschneidung von ökologisch zum Teil auch wertvollen Habitaten nicht geben.

    Windräder wird es ohne Beeinträchtiigungen genausowenig geben wie die notwendigen Stromtrassen. Und ja, dazu werden Wälder geopfert und in Einzelfällen negative Effekte hingenommen werden müssen. Nur ist dazu in unserer zunehmend auf das eigene Wohl ausgerichteten Gesellschaft kaum noch wer bereit. Beim Nachbarn ja bitte, aber bloß nicht bei mir. Aber so wird es nicht funktionieren.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Wie maximal selbstzentriert kann denn diese Generation von pseudo-Umweltschützern noch werden?

    Es ist schade das ideologisch verblendete inselbegabte, wie unser lieber Florian Schmidt nur an sich und ihr eigenes Klientel denken können.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Und ironischerweise sind es genau die Leute, die abstrakt immer mehr Klimabewusstesein fordern, die dann die ersten sind, die die Bügerinitatven gegen Windräder, gegen Stromtrassen und gegen neue Gleise vor ihrer Haustür anführen.

    Die Energiewende war eine rein emotionsgesteuerte Fehlentscheidung, so wie sie durchgeführt wurde und auch die seit 15 Jahren andauernde Zerstörung unseres Bildungswesens ist so eine.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Sich hier einfach aber immer hinzustellen und aus Downtown Berlin heraus zu sagen die anderen da die sollen mal schön das Auto stehen lassen und mit Bahn und Rad fahren weil es uns hier zu laut, zu dreckig und zu voll ist, ist maximal egoistisch

    Hier mein kleiner Beitrag: Wenn die tendenziell für den Individualverkehr einstehende Seite der Diskussion ein wenig rhetorisch und emotional abrüsten würde, wäre vielleicht ein noch sachlicherer Diskurs möglich.
    Wie die obige Zitatesammlung mir zu belegen scheint, ist es in dieser Diskussion recht deutlich diese Seite, die ihre Beiträge mit Unterstellungen und persönlichen Angriffen (meist Angriffe durch Unterstellungen) durchsetzt. Gerade in so abstrakten und großen Diskussionen muss man doch davon ausgehen können, dass Menschen andere Meinungen haben können ohne an einem mentalen Defekt zu leiden.

    Insgesamt habe ich aber doch einige neue Argumente von beiden Seiten gehört und nochmal über die Fragen nachgedacht. Danke an all die ausführlichen und informativen Beiträge

    2 Mal editiert, zuletzt von GeorgSchimmel (30. November 2019 um 19:36)