Frankfurt-Höchst

  • Wohnbebauung in der Adolf-Haeuser-Straße | geplant


    Die Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH (KEG) hatte in einer Pressemitteilung im November 2020 informiert, dass sie von der Deutschen Bahn AG zwei Grundstücke erworben hat. Das eine Grundstück liegt östliche des Höchster Bahnhofsgebäudes an der Dalbergstraße und ist mit einem zweigeschossigen Gebäude, welches die DB administrativ nutzte, und einem Hochbunker bebaut. Das andere Grundstück liegt westlich des Gebäudes an der Adolf-Haeuser-Straße und ist unbebaut. Die Reste von Schrebergärten und eines Parkplatzes erfordern einen Rückbau bevor die KEG hier Wohnungen bauen kann.


    Allein beide Grundstücke müssen zuvor das Verfahren einer Freistellung von Bahnbetriebszwecken durchlaufen und die KEG hoffte auf die vollständige Durchführung in 2021. Ob diese Hoffnung sich nun heuer erfüllt wird sich zeigen. Ungeachtet dessen möchte die KEG zum Jahresanfang nun schon mal dieses Grundstück beräumen. Geplant ist eine Wohnbebauung mit 48 Wohneinheiten in hoher Qualität insbesondere beim Schallschutz. Beim östlichen Grundstück sollen die Gebäude für "zivile, bürgerschaftliche Bedarfe" genutzt werden. "Die zukünftige Nutzung soll sich zudem in die Gestaltung des Gesamtareals einfügen." Von einem Rückbau der beiden östlichen Gebäude würde ich daher nicht ausgehen obwohl dieser Teil der Dalbergstraße wegen der Bunkeranlage städtebauliche und architektonisch kein Juwel ist.

    In ca. 500 m Luftlinie steht mit dem Leuna-Hochbunker der nächste unansehnliche Klotz und auf einen Abriss von diesem darf man bedauerlicherweise ebenso wenig hoffen. Zumindest bessert sich im Sommer dort die sehr beton- und asphaltlastige Situation etwas dank dem Abriss der Brücke BW 054. Hoffentlich erfährt mit dem Bau der RTW dieser Teil der Leunastraße eine deutliche städtebauliche Aufwertung und Verbesserung.


    Zurück zum eigentlichen Beitragsthema. Zuerst ein paar Thumbs welche die aktuelle Situation östlich des Bahnhofsgebäudes zeigen.

    Bild: https://abload.de/img/a4fa3f22-9d70-4f2b-bg7j4v.jpegxBild: https://abload.de/img/5613ad2c-80bd-4185-bqykx3.jpegxBild: https://abload.de/img/ff92247d-2eaa-4ea5-a6qktd.jpeg


    Von der Brücke BW 054 aus kommend über das westliche Grundstück (rechts im Bild ist der Busbahnhof zu erahnen) zur Westseite des Bahnhofsgebäude (ist teilweise schon sehr desolat).

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    Bilder: main1a | Für mehr Bilder bitte in der Galerie vorbei schauen.


    Ein frohes und gesundes Neues Jahr wünsche ich.

  • Wohnbebauung in der Hospitalstraße 42-48 | geplant


    Die Vorlage F_3191_2021 vom 25.02.2021 bzgl. dieser Liegenschaft hatte der Magistrat beantwortet. Tenor seiner Antwort war das diese Liegenschaft nicht der Stadt gehört bzw. der ABG angeboten wurde und folglich keine Möglichkeit auf Einflussnahme besteht. Wie das analoge HK heute berichtet hegt die Eigentümerin Evangelische Regionalverband (ERV) die Hoffnung diese Liegenschaft in Erbpacht an einen Investor im 1. Quartal 2022 zu übergeben. Die ursprüngliche Idee Wohnungen und eine Kita zu realisieren hatte sich zerschlagen, sodass nun 'nur' noch Wohnbebauung geplant ist. Lt. der Antwort vom 08.03. dürfen wir die ABG als Investor ausschließen. Schauen wir also welcher Investor hier tätig wird und welche Art von Wohnungen dieser plant.



    Seit Jahren verhandelt der ERV mit der Stadt über den Erwerb von div. Grundstücken in einem Paket. Ursprünglich wollte der ERV diese Grundstücke mittels Erbpacht der Stadt zur Verfügung stellen. Das wollte wiederum die Stadt nicht sondern nur kaufen. Anderseits veränderte der ERV das Paket indem Grundstück hinein und hinaus genommen wurden. Das dies die Verhandlungen zeitlich nicht verkürzt ist klar aber kein Kritikpunkt.

    Dieses vorausgeschickt finde ich es erstaunlich das anscheinend weder die Stadt noch der ERV sich im Laufe dieser Verhandlungen über die Möglichkeit der Einbeziehung der ABG (oder NH) sprachen. Ergänzen möchte ich das der Magistrat natürlich nicht den Erwerb von Grundstücken verantwortet aber eine gewissen Sensibilität bei den Beteiligten (Stadt und ERV) hinsichtlich des hohen Bedarfs von günstigen Mietwohnungen darf man wohl erwarten. Ich zitiere mal vier kurze Sätzen aus der Antwort woran ich das festmachen möchte: "Es ist nicht Aufgabe des Magistrats, einzelne Wohnbaugrundstücke zu Erwerben und diese wie eine Wohnungsbaugesellschaft zu entwickeln. Die hierzu notwendigen wirtschaftlichen sowie personellen Ressourcen stehen den Fachämtern nicht zur Verfügung. Diese Aufgabe wird vielmehr von kommunalen Wohnungsbaugesellschaften, insbesondere der ABG Frankfurt Holding AG, wahrgenommen. Dort ist die in der Frage angesprochene Liegenschaft in der Hospitalstraße nach Informationen des Magistrats bislang nicht zum Erwerb angeboten worden."


    Neben dem ERV gibt’s einen weiteren konfessioneller Eigentümer in Frankfurt mit 240 Gebäuden. Das Bistum Limburg benötigt von denen aktuell 12 Gebäude - Tendenz steigend da erst drei von sieben Gemeinden Gebäudekonzepte erstellt haben - nicht mehr.


    Klar ist das die Anzahl von möglichen Wohnungen bei diesen Liegenschaften nicht die komplett nachgefragte Menge an Wohnungen in Frankfurt bedient aber ich denke es ist nachvollziehbar worauf ich hinaus will. Sorry für diesen off-topic-Exkurs. 🥴

  • Wettbewerb zur Neugestaltung des Ettinghausen-Platzes

    Der nach der jüdischen Familie Ettinghausen benannte Platz liegt in der historischen Altstadt von Höchst, angrenzend an den Marktplatz. Ab 1905 stand dort eine Synagoge, ein repräsentativer Klinkerbau (Bild) als Nachfolger einer kleineren Gotteshauses. Während der Novemberpogrome 1938 wurde die Synagoge zerstört. Ab 1940 wurde unmittelbar östlich des Synagogenstandorts ein Luftschutzbunker (Foto) errichtet. Dieser steht heute unter Denkmalschutz. Der östliche Abschluss der ehemaligen Synagoge wurde überbaut, während der größere Teil bis heute unbebauter Freiraum blieb. Die auf Street View damals noch stehenden Platanen wurden zwischenzeitlich gefällt. Um 2020 wurden archäologische Grabungen auf dem Platz durchgeführt (mehr).


    Im Rahmen des Investitionsprogramms "Schöneres Frankfurt" soll der Platz eine seiner Geschichte angemessene Neugestaltung erfahren. Dazu lobte die Stadt Frankfurt einen Wettbewerb aus. Während einer Preisgerichtssitzung am 15. März 2022 wurde der Wettbewerb entschieden. Das Frankfurter Büro Meixner Schlüter Wendt wurde zusammen mit KuBuS Freiraumplanung, Wetzlar, mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Gleichrangige Anerkennungen wurden den Büros Kübertlandschaftsarchitektur (München), Studio Vulkan Landschaftsarchitektur (München) und Katzkaiser Marcus Kaiser und Tobias Katz (Köln) mit studio grüngrau, Thomas Fenner (Düsseldorf) zuerkannt. Insgesamt hatten zwölf Büros aus Deutschland und Österreich Entwürfe eingereicht.


    Für die Umsetzung des Projektes wurde ein Budget von 350.000 Euro kalkuliert. Einen Zeitplan für die Realisierung kann die Stadt derzeit nicht nennen.


    Der erstplatzierte Entwurf sieht ein bepflanztes Stahlgerüst vor, das 3,5 Meter über dem Boden "schwebt". Dieses soll an die Synagoge erinnern. Auf dem Platz selbst ist geplant, die frühere Stadtmauer mit Wehrturm in farbigem Beton darzustellen. Die Fundamente der zerstörten Synagoge soll ein Podest abbilden, das auch als Sitzmöglichkeit dienen kann (FR).


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    Bild: Meixner Schlüter Wendt mit KuBuS Freiraumplanung / Stadt Frankfurt

  • An und für sich ein absolut begrüßenswertes Projekt. Würde das schwebende Stahlgerüst allerdings an der Bunkerstirnseite die Form der zerstörten Synagoge zitieren anstatt, ja was eigentlich, würde es doch deutlich mehr an die Synagoge erinnern, zumal das Fundament ja eh schon die Form abbilden soll.

  • Warum nicht einfach wieder ein paar Bäume als Nachfolger für die Platanen? Für die verbleibenden 300.000 EUR gäbe es sicher auch eine gute Verwendung. Und einen Zeitplan braucht es dann auch nicht. Die Bäume sind in den 20 Jahren bis zur Umsetzung dann auch schon schön groß geworden.

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    so sieht der Platz derzeit aus, da ist erst mal nichts mehr mit Platanen. Stattdessen dürfen Tipps abgegeben werden wie lange dieses Provisorium nun Bestand hat :-)

  • Wohnbebauung in der Adolf-Haeuser-Straße | geplant II


    Die KEG ist nicht Eigentümer der Immobilie sondern die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) da sie das betreffende Grundstück schon in 2020 von der KEG gekauft hat. Konkretisiert wurde zwischenzeitlich die Planung für das Gebäude denn es soll im EG vier Ladenflächen von 165, 100, 80 und 30 qm und 52 Wohneinheiten haben damit also 4 mehr. Ob sich deshalb die Kubatur geändert hat wissen wir nicht. Jedenfalls sollen die WE als Betriebswohnungen an FES-Mitarbeiter vermietet werden. Für die größte und kleinste Ladenfläche wurden bereits Vorverträge mit Mietern abgeschlossen. Die noch verfügbaren Ladenflächen sollen zw. 16 und 18 EUR/qm zzgl. 3,50 EUR/qm Nebenkosten vermietet werden.


    Das heutige HK nennt für die geplante Sanierung des ehemaligen Verwaltungstraktes und Bunkeranlage die Jahre 2023/2024, 2024/2025 für das Empfangsgebäude und 2025/2026 wären der Bahnsteig 4 und andere Infrastruktur dran.


    Wie erwähnt bedürfen das Grundstück der FES sowie die Immobilie mit dem Verwaltungstrakt und der Bunkeranlage einer Freistellung von Bahnbetriebszwecken. Es ist davon auszugehen, dass dies für beide Liegenschaften gemeinsam beantragt wurde. Wie der Status für das FES-Grundstück diesbezüglich ist wurde nicht berichtet. Möglicherweise könnte es noch mit ganz viel Glück im 1. Halbjahr losgehen.

  • Brückenabriss


    Die ca. 200 Meter lange Fußgängerbrücke in Bahnhofsnähe, quasi die Achse vom Bahnhof zum IPH, wird abgerissen und nicht ersetzt. Dies steht in der Druck-Ausgabe der FAZ vom Montag. Die Brücke über den Verkehrsknotenpunkt Hoechster-Farben-Straße, Liederbacher Straße und Leunastraße wird ab Montag gesperrt weil sie marode ist wie Überprüfungen ergaben. Vom 30.09. bis 04.10. wird der Kreuzungsbereich dann wegen Abriss der Brücke gesperrt.


    Fußgänger und Radfahrer müssen dann in Zukunft die vorhandenen ebenerdigen Überwege zur Straßenquerung nutzen. Mir unverständlich, dass man diese Brücke nicht ersetzt. Die Kreuzung ebenerdig zu passieren macht keinen Spaß!


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    Bild: Google

  • Wenn man sich das Luftbild ansieht, wundert man sich tatsächlich nur noch. Diese Kreuzung möchte man dann eigentlich nur noch umgehen.


    Aber die Brücke wird nicht nur abgerissen, weil sie marode ist, sondern auch im Zuge der Baumaßnahmen für die kommende Regionaltangente West (siehe auch hier Regionaltangente West (Bauphase) #43). Eigentlich war der Abriss sogar schon für Ende Juli geplant.