Leipzig: Stadtleben

  • Mit Düsseldorf wird es wohl eher nix oder zumindest nicht so bald:


    Leipzig, amtliche Daten des Statistischen Landesamtes Sachsen (30.06.2025): 610.939

    Düsseldorf, amtliche Daten des Statistischen Landesamtes NRW (31.12.2024): 618.685


    Daten des Leipziger Melderegisters (30.09.2025): 631.736

    Daten des kommunalen Registers Düsseldorf (31.12.2024): 658.245 - https://rp-online.de/nrw/staed…n-der-stadt_aid-126310535

  • ^ danke. Der Unterschied zwischen den Daten bei Düsseldorf ist mit rund 40.000 EW aber schon wesentlich größer als bei Leipzig.


    Auch wenn die strukturellen Unterschiede eine differenzierte Betrachtung benötigen. Ich denke es wird sich mittelfristig in ein Auf und Ab zwischen Stuttgart, Düsseldorf, und Leipzig auf Platz 6. ausgehen. Je nach dem wie der Raum Leipzig aus der Krise kommt und ggfs. noch einmal eine Periode von rund 15 Jahren eines so großen Beschäftigungs- und Einwohnerzuwachses anschieben kann.


    Die Jahre bis 2030 werden richtungsweisend.

  • Je nach dem wie der Raum Leipzig aus der Krise kommt und ggfs. noch einmal eine Periode von rund 15 Jahren eines so großen Beschäftigungs- und Einwohnerzuwachses anschieben kann.

    Mit dem Einwohner*innenzuwachs aus der Binnenwanderung inbesondere aus ostdeutschen Städten und Kreisen wird das erst mal nichts mehr, zumindest nicht in den Größenordnungen wie von ca. 2013 bis 2022. Es fehlen schlichtweg die dafür notwendigen Einwohner*innen unter 35 Jahren in Ostdeutschland, hier auch in den kleineren Unistädten wie Jena oder Halle, die längere Zeit einen größeren Anteil der Zuziehenden ausgemacht haben. Die wurden in den 1990er Jahren schlichtweg nicht mehr geboren, zumindest nicht im Osten. Hier mal eine Grafik mit der Altersstruktur von Chemnitz, lange Zeit ein steter Quell von Zuwander*innen:


    https://www.chemnitz-in-zahlen…-chemnitz/#Altersstruktur

    Altersstruktur in Chemnitz

    absolute Anzahl der Einwohner nach Lebensjahren; Stand 31.12.2023


    Und der Zuzug von jüngeren Personen in den Altersgruppen aus den gebrauchten Bundesländern, insbesondere Studierenden, geht auch immer weiter zurück. Bei der Zuwanderung aus dem Ausland wird von Seiten der Bundes- und Landespolitik nun auch vieles versucht, um sie deutlich zu erschweren und stattdessen Rückzüge "anzuregen".


    Vergleiche mal bei der aktuellen Altersstruktur nach Geburtsjahren (hier Stand 31.12.2024) die Anzahl der 18- bis 33-Jährigen (Geburtsjahre 1991 bis 2006) mit vor Anzahl etwa fünf oder zehn Jahren: https://statistik.leipzig.de/statcity/agepyr_statsvg.aspx

    Hier für 2016:

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    Auch die deutlich gesunkene Zahl der Lebendgeborenen hat damit zu tun. Aktuell scheint die Talsohle bei 1100 bis 1200 pro Quartal und damit um die 4.500 bis 4.800 pro Jahr erreicht zu sein. Vor wenigen Jahren - 2014 bis 2021 - waren es noch zwischen 6.000 und 7.000 Geborene pro Jahr. Ein Grund dafür ist die sinkende Geburtenrate/TFR, also Zahl der Kinder pro Frau "im gebährfähigen Alter" auf aktuell um bis sogar unter 1,0. Der andere Grund ist die deutlich abnehmende absolute Zahl potentieller Mütter bis ca. 40 Jahren.

  • naja, aktuell füllt sich mit einem erneuten Trend zur Landflucht aus der Stadt rund um Leipzig der Speckgürtel, v.a. für Familien mit Kindern. In rund 5 bis 10 Jahren sind die groß und werden flügge. Dann wird der Lebensmittelpunkt eher in lebendigen Städten liegen.

  • Es gibt keine Landflucht. Leipzig ist in den letzten Jahren über die administrative Grenze hinaus gewachsen, auch weil es immer weniger freie Wohnungen in der Stadt gibt und die Nachfrage nach Einfamilienhäusern ebenfalls nur begrenzt bedient werden kann. Profitiert haben vor allem Gemeinden in einem Radius von um die 30 Minuten Fahrzeit nach Leipzig (Süden bis Borna, Osten bis Grimma, Norden bis Delitzsch und Eilenburg, Westen bis Halle). Wie LE Mon. histor. richtig schrieb, die Demografie wird in der Zukunft stärker zuschlagen, vor allem wenn der Zuzug aus den alten Bundesländern und dem Ausland abnehmen sollte.

  • Es gibt einen negativen Wanderungssaldo mit den beiden Landkreisen im Umland von um die 3000 Personen im Jahr, der 2024 gegenüber den Vorjahren etwas kleiner geworden ist: "Bis 2014 konnte Leipzig noch Wanderungsgewinne aus den beiden Umlandkreisen realisieren (Reurbanisierung). In den letzten Jahren erreichten jedoch die seit 2015 bestehenden Wanderungsverluste eine bedeutsame Größe und betrugen 2022 −4.039 und 2023 −3.899 Personen. 2024 hat sich der Wanderungsverlust an das Umland dagegen wieder etwas auf −2.557 Personen reduziert."


    Christoph Bein: Die Leipziger Bevölkerung im Wandel - Eine demografische Betrachtung der Bevölkerungsentwicklung bis 2024. Analysen zur Stadtgesellschaft 9. Leipzig 2025, Seite 5 Abb. 4.

    https://static.leipzig.de/file…rungsentwicklung_2024.pdf


    Wenn wir mal bei abwandernden Haushalten im Durchschnitt 3 Personen pro Haushalt annehmen, dann sind das etwa 1000 Haushalte pro Jahr. Wann von denen wieviele Personen wieder nach Leipzig zurückziehen werden - Eltern und/oder Kinder - werden wir sehen.


    Der natürliche Saldo betrug 2023 -1.996 und 2024 -1.854. In den ersten drei Quartalen 2025 liegt er bei -2.057, im gesamten Jahr 2025 wird er bei ca. -2.500 liegen und in den nächsten Jahren durch die geringen Geburtenraten (die Talsohle ist nun offenbar erreicht) und Anzahl potentieller Mütter eher noch weiter abnehmen.


    Ich bezweifle, dass der Rückzug aus dem Umland nach Leipzig in einigen Jahren den negativen natürlichen Saldo auch nur annähernd ausgleichen kann.