• Der Link ist mE eine interessante Übersicht, wenngleich (nachvollziehbar) einseitig positiv eingefärbt.

    In der Statistik fällt mE positiv auf, dass nun immerhin 55 Länder direkt angeflogen werden. Bis vor kurzem waren es stets unter 50 - und 2025 dann genau 50 Länder. Auch die 155 Ziele oder 80 Airlines sind vermutlich der bislang höchste Wert, falls meine Erinnerung nicht trügt.

    Was natürlich erstmal nichts über das tatsächliche Passagieraufkommen sagt. Zumal gerade die entfallenden Golfstrecken real Verbindungen und auch massiv Konnektivität kosten.

    Was mir auch nicht bewusst war: Peking wird 5/7 statt 7/7 angeflogen. Vielleicht war das schon länger (immer) so und nur mir nicht bewusst. Gerade jetzt mit Wegfall der Golf-Hubs dürfte die Konnektivität nach Osten so aber massiv leiden. Da bleibt dann vor allem noch Istanbul als großer Hub im Osten.

  • Es ist in der Tat zum Haare raufen. Der BER hat es auch wirklich nicht leicht. Nun hat man sich die letzten Jahre Richtung Osten eine super Konnektivität aufgebaut und jetzt werden die Bemühungen von außen erneut zu Nichte gemacht. Man kann nur hoffen, dass sich die Situation in der Gegend schnell erholt (auf vielen Ebenen, nicht nur für den BER).

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Auch die 155 Ziele oder 80 Airlines sind vermutlich der bislang höchste Wert, falls meine Erinnerung nicht trügt.

    Vor Corona hatten TXL und SXF zusammen über 180 Ziele. Da ist schon einiges verloren gegangen. Alleine easyJet hat gut ein Dutzend Strecken gestrichen, die sie exklusiv geflogen sind. Die wenigsten davon kamen bisher zurück. Da ist die kommenden Jahre noch einiges aufzuholen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Es ist in der Tat zum Haare raufen. Der BER hat es auch wirklich nicht leicht.

    Ja, kann man so sagen. Von dem Zeitpunkt an, an dem die FBB ihre Hausaufgaben gemacht hat und den BER baulich fertig gestellt und eröffnet hat, war man vor allem mit äußeren, nicht steuerbaren Einflüssen konfrontiert.

    2020 im Eröffnungsjahr mit Corona, seit 2022 mit dem Krieg in der Ukraine und nun der für den Westen absolut katastrophale Iran-Krieg. Ich wünsche mir, dass die Welt sich wieder fängt und die großen Konflikte durch kluge diplomatische Arbeit beendet werden können. Nicht der Luftfahrt wegen, sondern wegen den leidenden Menschen.

  • spandauer Ja, ich hätte noch präzisieren können, dass ich damit nur den BER meine. Der hat aber davon abgesehen generell noch einige Luft nach oben. Vermutlich wird es aber vorerst noch ein Geduldsspiel bleiben.

    Was die internationalen Krisen angeht, stimme ich voll zu. Gerade für eine Hochlaufphase ist das extrem unglücklich. Aber das ist Jammern auf sehr hohem Niveau, wenn man sich dann mal die unmittelbar betroffenen Regionen anschaut.

  • März dreht leicht ins Plus, 1. Quartal bleibt jedoch durchwachsen

    Im März hatte der BER bei -3,6% weniger Flugbewegungen doch ein leichtes Passagierplus von 1,2%. Allerdings wirken die Probleme vom Jahresbeginn noch deutlich nach, sodass es für das gesamte Quartal immer noch bei -1,4% (-70k PAX) bleibt.

    Quelle BER Verkehrszahlen

    Spannend wird nun, inwieweit sich das leichte Plus halten oder vielleicht noch verstärken kann - oder ob es im Gegenteil nicht sogar noch deutliche Einbrüche gibt (u.a. Kerosinpreise, unsicherer Boommarkt am Golf). Ich wage aktuell keinerlei Prognosen, zumal die USA mE momentan enorm chaotisch und ohne Rücksicht auf (fremde) Verluste agieren. Insgesamt überwiegt bei mir noch die Skepsis, dass es wirklich mal bald besser wird und dann auch der BER davon profitieren kann.

  • Hallo,

    ich denke, dass der Winter, die Streike (LH Gruppe & Verdi) plus der Ausfall Richtung Nahen Osten noch einmal schmerzhaft werden. Hoffentlich bleibt man im Plusbereich. Dadurch, dass die LH in FRA/MUC ordentlich streikt dürfte es bei ihnen noch mehr ins Gewicht fallen, da kann man ausnahmsweise mal froh sein, nicht so abhängig von der LH zu sein.

    Die kommt mit großen Flugzeugen eh nur zum Feiern nach Berlin.

    Hoffnungsvoll stimmen mich die Flüge nach Canada (da hat man Geopolitisch auch viel Rückenwind), da einzelne Umläufe von Air Can auch auf den größeren Dreamliner gelegt werden. Da scheint es eine gute Nachfrage zu geben, ansonsten hätte der Dreamliner auf anderen Airbus A321XLR Strecken ausgeholfen.

    Gruß,

    Micha

  • ^ Leider kommt die Erhöhung auf 4 wöchentliche Flüge später und kürzer, d.h. ich würde in den Einsatz des Dreamliner erstmal nicht sooo viel reininterpretieren.


    ^^ Eigentlich krass, dass der BER im März ein Passagierplus hat, wenn man sich überlegt, dass die bis zu drei täglichen QR-Flüge eine ganze Weile fast gar nicht und später reduziert stattfanden und mehrere tägliche Flüge nach Abu Dhabi und Dubai komplett weggefallen sind.

  • Na die 3 täglichen Flüge nach Doha sind entfallen, dafür werden momentan wieder 2 tägliche Verbindungen angeboten.


    Evtl. steht Emirates in den Startlöchern?

    Was wäre mit Etihad?

  • Moin,

    Etihad kann nicht, sie haben schon DUS; MUC; FRA. Nur Emirates hat als Geschenk noch HAM bekommen. Aber Emirates ist ein guter Punkt. Eigentlich wollten sie doch (weil die LH grückt hatte nur 2 mal die Woche) nach Berlin ab Winterflugplan? Wie sieht es denn da aus?

  • Etihad hat doch so weit ich das mitbekommen habe nun einen Codeshare mit Condor für den BER, richtig?

    Emirates war glaube ich mehr ein Marketing Push um die Politik weiter unter Druck zu setzen. Mittlerweile fällt nicht nur den Lokalen auf, dass in Deutschland der Hauptstadtflughafen systematisch unterbuttert wird. In den schwachen Jahren nach der Wende und solange es Air Berlin gab ist das wenig aufgefallen, vor der Wende war es sogar logisch begründbar, aber seit dem aus von Air Berlin und der Eröffnung des BER als Drehkreuztauglichen Flughafens (im Gegensatz zu TXL) ist es nur noch schwer erklärbar, besonders wenn Berlin seit Jahren das stärkste Wirtschaftswachstum hinlegt. Der Druck wird in den nächsten Jahren sicher noch zunehmen - Besonders jetzt, wo die südlichen, Industrieabhängigen Bundesländer, mit negativem Wirtschaftswachstum glänzen.

  • Ja, es fehlen am BER Langstreckenverbindungen, besonders auch zu weltweiten Hubs.

    Wenn Condor als Zubringer fungieren will, warum nicht.

    Für meine Bekannten ist momentan die Doha-Verbindungen die einzige Möglichkeit, um weiter Richtung Australien oder in den Pazifikraum zu gelangen.

    Da wäre also auch noch Singapur oder Japan interessant. Es gibt auch noch keine deutsche Direktverbindung nach Manila! Na, Lust?


    Und bevor es die anderen machen, ab 2027 wird es mehr Direktverbindungen nach Australien geben. Auch da könnte Berlin. mitspielen.

  • yourrulez Es gibt eben stark etablierte Standorte, wo seit Jahrzehnten eine kritische Masse vorhanden war und stetig weiter gewachsen ist. Unabhängig von der lokalen Nachfrage lohnen sich neue Strecken dort leichter. Aber auch sonst ist es nach wie vor so, dass eben auch die Zahlungskraft und -freude der potentiellen Kundschaft dort ungleich stärker ist. Auch weil potentiell relevante Kunden (HQs, große Kanzleien etc. ebenfalls gerne an einen bereits stark global vernetzten Standort ziehen und nicht ewig warten wollen. Dazu zählt halt aber auch noch mit rein, dass besonders beim Fraport aber auch München neben dem direkten Umland auch weitere relevante Regionen stark angebunden sind und somit auch das indirekte Einzugsgebiet viel größer und finanzstärker ist als das Berliner Umland es aktuell ist.

    Dem BER wird mE nichts weiter übrig bleiben als erstmal auf mehr Masse zu kommen, die etablierten und neu aufgelegten globalen Langstrecken so gut es geht zu halten und sei es erstmal mit kleinen Jets (was auch wichtige Signale setzen kann). Die Analysten haben im Guten wie im Schlechten mit vielem Recht behalten. Und diese haben vorausgesagt, dass mit steigenden Auslieferungen (generell und ganz speziell der kleinen Airbus-Langstreckenreihe) auch zunehmend neue Verbindungen jenseits gesättigter Strecken ausprobiert werden dürften. Die deutsche Regierung hat indessen zumindest sehr zaghaft begonnen, die Standortnachteile bei den Kosten zu verringern. Falls die Großmächte sich irgendwann mal mit ihrem Kriegstreiben beherrschen sollten, wird auch das eine Erholung bringen. Insgesamt wird es mE aber noch länger Geduld erfordern.

    Braunschweiger Auch Condor baut sich gerade analog zur Lufthansa ein größeres Drehkreuz in Frankfurt auf. Da wird man abwarten müssen, wie es sich auf Berlin auswirkt. Ich vermute, dass der BER zumindest absehbar eher "Stückwerk" von verschiedensten internationalen Airlines anlocken muss.

  • Ryanair schließt Basis am BER und verlagert die 7 Flugzeuge an andere Standorte. Auch das Angebot soll um 50 Prozent gekürzt werden. Hintergrund ist, dass der BER seine eigenen Gebühren um 10% erhöhen will. Also sehr ähnlich wie damals bei der Streichorgie in Hamburg. Nebenbei beschimpfen die Iren den BER noch als "nicht wettbewerbsfähig" sowie den "am schlechtesten performenden Flughafen Europas".

    Quelle: rbb24

    Lass ich jetzt erstmal so stehen. Die Standpunkte zum Thema wurden ja schon mehrfach ausgetauscht. Spannend wird insbesondere, inwiefern erneut andere in die Lücke springen. Und natürlich, was Ryanair macht, wenn sie und andere Airlines mehr Jets haben und expandieren müssen. Das Bauprojekt für den eigenen Hangar wird man dagegen sicher canceln oder abstoßen.

  • Nichtsdestotrotz muss der BER versuchen, sein Streckennetz auszubauen und Verbindungen ab Berlin ermöglichen.

    Die Chancen schnappen sich dann einfach andere. Mit jedem Flug weniger geht auch Wirtschaftskraft für Berlin & Brandenburg verloren.

    Wie ist denn die Situation in Polen?

  • Für einen Ausbau des Streckennetzes ist aktuell in Anbetracht der zunehmenden geostrategischen Spannungen der denkbar schlechteste Zeitpunkt. Spritpreise am Limit, die Hubs am Persischen Golf unter Beschuss, dramatischer Rückgang des Tourismus in die USA, Russland dauerhaft sanktioniert usw.

  • Na die Gebühren sind einfach viel zu hoch und mit an der Spitze in ganz Europa.

    Da darf man sich in Berlin nicht wundern.

    Bis Herbst ist noch Zeit, gehen Sie nochmal in Verhandlung mit Ryanair.

    Von ca. 5 Millionen Passagieren auf 2,5 zu rutschen ist hart für den BER.

    Ist nicht gut und vor allem für Berlin überhaupt nicht wirtschaftlich!

    Sie wollen doch Geld verdienen?

    Einmal editiert, zuletzt von Braunschweiger (25. April 2026 um 11:25)

  • Nach den Zahlen von 2024: Ryanair ist Europas viertlukrativste Airline Gruppe gemessen an deren Gewinnspanne von 11,2%. Nach Pegasus Airlines mit 18,5%, International Airlines Group mit 13,8% (die u.a. British Airways, Iberia, Vueling vereint) und Aegean Airlines Group mit 12,8%. Im Vergleich liegt die Lufthansa bei knapp unter 4%.

    Ryanair will einfach so wenig Geld wie möglich ausgeben. Eine legitime Geschäftsstrategie. Für einen Flughafen ist aber eine ebenso legitime Geschäftsstrategie, sich den Airlines nicht zu Dumpingpreisen anzubieten, insbesondere wenn man ein neugebauter und nicht abgenutzer Flughafen ist.

    Berlin sieht als größte und Hauptstadt von Deutschland eine kritische Mindestnachfrage nach Flügen, sei es wegen privater Reisen der lokalen Bevölkerung, Tourismus, Terminen und Events um Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Messen. Ryanair wird sicher irgendwann wieder am BER ausbauen. Die wollen nämlich auch Geld verdienen. Den BER komplett anderen Billigfliegern zu überlassen, ergibt aus meiner Sicht keinen Sinn für Ryanair. Sie versuchen jetzt, Druck durch Schmähkampagnen aufzubauen.

    Insgesamt befinden sie sich aber auf einer Talfahrt: die aktuellen 11,2% Profit sind ein herber Rückgang im Vergleich zu den 15,3% im Jahr 2023.

    Einmal editiert, zuletzt von ulayin (26. April 2026 um 17:19)

  • Hallo,

    bei der Harfe muss man immer vorsichtig sein, was sie denn wirklich umsetzen. Sie haben bestimmt 3-4 mal in den letzten 10 Jahren getönt, was für ein schlechter Standort doch Berlin mit all seinen Rahmenbedingungen ist. Im Endeffekt haben sie hier sogar mit dem Bau eines Hangars begonnen.

    Die selbsternannte "Europe's Favorite Airline" würde sich selbst ins Knie schießen, den Standort (mal abgesehen von der Hangar Frage) zu sehr zu schleifen. Was wäre die Alternative? Den nächsten Flug Sardinien-Bergamo auflegen oder wie?

    Ich denke Easy/EW werden sich ganz genau anschauen, was gestrichen wird und zumindest dies teilweise abfangen.