• Ja, ich habe tatsächlich auch schlechte Erfahrungen gemacht, hatte ich an anderer Stelle auch schon gepostet.

    Unabhängig davon glaube ich, dass die intransparente Kommunikation des Flughafens auch ihren Teil zu einer derartigen Berichterstattung beiträgt.

  • Im Januar in Stockholm musste auch bei jedem zweiten am CT-Scanner nachkontrolliert werden. Ist m.E. eine Konfigurationssache und wird sich sicherlich mit der Zeit wieder legen.

  • Üblicherweise erfolgt die Konfiguration in Abhängigkeit von der Sicherheitslage. Es ist in diesem Sinne kein technisches Problem, sondern ein systemisches. Volle Sicherheit gibt es eben nur bei empfindlich eingestellten Systemen, die dann aber nur noch wenig Zeitvorteil versprechen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Bemängelt werden angeblich falsch (zu empfindlich) eingestellte CT-Scanner, die zu einer hohen Zahl von Nachkontrollen führen würden. Auch die Organisation sei schlecht, für den 23. September werden Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen von 44 Minuten vermeldet.

    Das kann ich bestätigen. Vor einer Woche nach Nizza abgeflogen - sitze gerade in Nizza in der Lounge und warte auf's Boarding zum Rückflug.

    In Berlin waren die Scanner ein Witz.

    Danach wurde ich mindestens eine Minute mit dem Handgerät abgescannt. Sowas habe ich auch noch nie erlebt. Auf der Screen waren zwei Punkte angezeigt. Auf Nachfrage warum er mich vollständig abscannt obwohl nur zwei Punkte angezeigt wurden - keine Antwort. Das ganze Durchleuchten vom Handgepäck dauert auch immer dreimal länger als an anderen Flughäfen. Der Unterschied ist wie ein Denn's Kassierer verglichen mit Lidl lol.

    Das Personal ist entweder unfreundlich oder aggressiv. Das fällt immer dann auf wenn man an einem anderen Flughafen ist. Hier in Nizza ist die Security superfreundlich und effizient.

    Vive la France.

  • Also ich hatte die letzten Abflüge nie Probleme mit dem BER. Der "Most Improved Airport 2025 Award" kam sicher nicht umsonst. Lief immer gut. Selbst als wir nun zurück kamen und die "IT Krise" war, kam das Gepäck noch akzeptabel schnell. Die neuen Scanner sind Gewöhnungsbedürftig und oft liegt es auch wieder am Ende bei den Gästen, nicht unbedingt am Flughafen. Bei den CT Scannern darf man nun Flüssigkeiten über 100ml durchschleusen, allerdings müssen diese noch einmal an einer separaten Maschine getestet werden - Also wird 80% der Taschen noch einmal rausgeholt. Bei einer Flasche eher kein Problem, allerdings sind die Menschen natürlich wieder egoistisch superschlau: Vor uns war eine Dame, die hatte erst einmal 3 Wasserflaschen, 2 Softdrinks für die Kids und 2 Bier für die Eltern im Gepäck. Wie lang das dann dauert zu prüfen, kann man sich vorstellen - Da muss man einen Riegel vorschieben oder die Getränkepreise im Flughafen runtersetzen, sonst wird das nicht besser.

    Zum Thema BZ: Die BZ schreibt das, was der durchschnittliche selbstshassende (Ur-)Berliner hören will: Gras ist grüner woanders Geschichten, egal ob sie stimmen oder nicht.

  • Morgensterns Was nicht sein kann, was nicht sein darf wird immer mehr deutlich bei vielen hier im Forum was Berlin betrifft.

    Da wird reflexartig alles positiv bewertet was objektive Defizite verneint oder ignoriert - ob wie hier am BER - oder anderswo in der Stadt

    Eine Art Wagenburgmentalität, die einfach alles abperlen lässt, was man nicht hören will.

    Und Umfragen sind ziemlich relativ, diese als Masstab zu nehmen, ist kaum hilfreich und schon gar nicht repräsentativ oder objektiv. Und most improved schon gleich doppelt, weil es bekanntermaßen immer leichter ist wenn man ganz unten steht, sich zu verbessern. Berlin war von 100 angegebenen Flughafen das Jahr zuvor an Position - 100, das muss man sich mal vorstellen.

    Das sollte mal thematisiert werden und das als nagelneuer Flughafen mit - im Vergleich zu anderen in der Liste - einer sehr überschaubaren operationellen Grösse. Alles Dinge, die a priori schon für einen vorderen Platz sprechen würden.

    Ein anderes Beispiel. Nachdem die Software von Collins Aerospace weltweit für Disruption gesorgt hat, war das in Heathrow und anderswo nach drei bis vier Tagen behoben. Als ich vom BER abflog - was war nach über einer Woche des Hackerangriffs - wurden dauernd noch Durchsagen gemacht, dass es noch Ausfälle von Flügen deswegen gab und manuelle Abfertigungen bei manchen Flügen, die einen höheren Zeitaufwand erfordern.

    Was immer missverstanden oder ausgeblendet wird, ist einfach die Tatsache, dass man kein Berlin hater ist, wenn man Zustände hier kritisiert.

    Die Anbindung wird ja jetzt im Dezember endlich durch die Inbetriebnahme der Dresdner Bahn wesentlich verbessert.

    Bisher ist das einfach ziemlich unübersichtlich - durch die Vielzahl der S Bahnen und Regios und man trotzdem über ne Stunde braucht.

    Das ist mir wieder aufgefallen, als ich zurück kam, gegen 23:45 mit halbstündiger Verspätung - Halleluja gerade noch vor der Cutoff Time - auch so ein völlig irrwitzig aufgeladenes Thema, was wieder so Berlintypisch unprofessionnel gehandelt wird von allen Seiten, nur so nebenbei um nicht noch ein Fass aufzumachen. Da war die nächste Verbindung ein RE nach irgendein Kaff in Brandenburg und man musste in Blankenfelde in die S Bahn umsteigen um nach Berlin Mitte zu kommen. Ca 1 Stunde hat das Ganze gedauert. Die FEX nach Gesundbrunnen oder RE nach Friedrichstrasse waren erst später unterwegs oder es gab keine mehr, kann micht nicht mehr erinnern.

    Ich frage mich ernsthaft, wie Touristen oder andere, die zum erstenmal nach Berlin kommen, das begreifen können, wenn sie gegen Mitternacht ankommen, erst in einen RE zu steigen, der irgendwohin in die Pampa fährt, dann in Blankenfelde in eine S bahn umsteigen müssen, die 15 mal anhält bis Mitte - und das alles ohne irgendwelche Durchsagen im RE - schon gar nicht in Englisch - dass man in Blankenfelde jetzt umsteigen muss um nach Berlin zu kommen. Ich verstehe das einfach nicht. Viele im Zug waren sichtlich gestresst. Auch am BER selbst wird das nicht kommuniziert. Klar man kann dann halt 30 Minuten oder noch länger dann warten bis ein FEX direkt nach Mitte fährt. Aber das Ganze ist einfach unglaublich anstrengend und gerade die Vielzahl der Anbindungen, die ja eigentlich positiv sein soll, ist dann geradezu kontraproduktiv wenn es nur noch unübersichtlich wird. Die S Bahnen brauchen ewig, was hilft es also, diese zu nehmen, wenn man dann eh später in Mitte ankommt. Und für ausländische Besucher ist das bestimmt kein Vergnügen sondern nur stressig.

    Und die BVG Apps sind jetzt auch nicht das Gelbe vom Ei, schon gar nicht wenn man Ausländer ist und zum ersten Mal hier ist.

    Deshalb ist diese Verbindung zum Hauptbahnhof so wichtig. Es geht nicht um die Berliner, die sich auskennen, es geht darum dass man einfach weiss wie man ins Zentrum in 15 Minuten kommt, naja es werden jetzt 20, für Leute die eben kein Deutsch können und zu ersten Mal hier ankommen, zudem um Mitternacht.

    Es gibt unzählige Dinge am BER die einfach hinten und vorne anstrengend und nicht wirklich gut sind, ohne dass es jetzt ein Desaster ist. Es ist letztlich relativ irrelevant, solange er keine negativen Schlagzeilen macht,selbst wenn er jetzt mehr schlecht als recht funktioniert.

    Es ist absehbar, dass die Kapazität kaum steigen wird, schon gar nicht was Direktverbindungen zu USA oder Asien betrifft. Die Ursachen sind bekannt und sind kaum zu ändern.

    Es bleibt also ein mittelgrosser Zubringer und Touriflughafen - umso desaströser dieses grauenvolle Billigterminal T2, da hätte man einen positiven Akzent setzen können, weil die Mehrzahl das T1 eh nie benutzt. Diese Chance wurde auch vertan. Aber das begreift man auch nicht.

  • Also nimms mir nicht übel, aber die S9 fährt alle 20 min bis spät in die Nacht und braucht 43min zum Alex.

    Wieso benutzt die Mehrzahl nicht das T1?

  • ^Die S9 fährt mit etwas Anlauf sogar haufenweise Hotspots ab. Aber ja: Jetzt wird die Anbindung nochmal deutlich besser. Das ist dann mE insgesamt sogar eher ein Pluspunkt für den BER (vielleicht irgendwann zusätzlich auch noch mit U-Bahn-Anschluss).

    Und zur Navigation nutzen sehr viele Touristen ohnehin weltweit Apps wie Google Maps o.ä., das sehr genaue Infos zu den besten Verbindungen inklusive Umstiegen anzeigt. Niemand ist da allein auf die BVG-App oder gar irgendwelche Durchsagen angewiesen. Was nicht heißt, dass man diese nicht noch nachbessern kann und sollte.

    Beim Rest wird immer diskutiert und sehr viel ist auch einfach subjektiv. Ich habe diesbezüglich schon das gesamte Spektrum gehört mit zunehmend eher positiverer Gesamttendenz, was mE auch hier im Forum etwa so hinkommt.

    Besonders einprägsam für mich war ein Freund aus den USA, der früher 2 Jahre in Berlin und später dann viele Jahre in den Golfstaaten gelebt hat (aber weiter regelmäßig für die Innotrans nach Berlin kam). Sein Kommentar zum BER lautete nur: Endlich hat Berlin einen würdigen Flughafen. Die komplette Vorgeschichte kannte er übrigens gar nicht, obwohl er immer eine enge Verbindung nach Deutschland und Berlin gespürt hat.

    Eine riesige Blamage war der BER ohnehin primär im Inland und dazu sicher noch global bei interessierten Kreisen. Inzwischen dürfte er für die breite Masse insgesamt eher solide aber unspektakulär ohne starke Tendenz zur positiven oder negativen Spitze sein, was man positiv wie negativ auslegen kann. Ich verstehe, dass man für die deutsche Hauptstadt mehr erwarten kann. Zugleich ist es weit besser als ewige Jahre davor und längst nichts mehr wofür man sich schämen müsste (nur die transkontinentalen Flüge bleiben sehr schwach, immerhin mit zunehmend starken Umstiegs-Hubs).

  • September 2025 trotz IT-Debakel knapp im Plus - Ryanair senkt Angebot um 6%

    Die massiven IT-Probleme wurden ja bereits angesprochen. Erstaunlicherweise hat es trotzdem für ein kleines September-Plus von 1% auf ziemlich exakt 2,5 Mio Passagiere gereicht. Für das Gesamtjahr reduziert sich das Wachstum dadurch jedoch auf nurmehr 1,7%.

    Indessen informiert die dpa, dass Ryanair das Winterangebot in Deutschland insgesamt um 10% reduziert, am besonders häufig kritisierten BER diesmal jedoch "nur" um 6%. Für den Sommerflugplan waren ja 20% angekündigt und real sollen es dann ca. 17% gewesen sein. Da sich die jüngsten Streichungen ja nicht addieren, sondern auf einen anderen Vergleichszeitraum beziehen, scheint man nun also (wie zuletzt teils schon angenommen) ein wenig moderater vorzugehen. Für den Sommer wurde auch lediglich noch in Aussicht gestellt, dass man weitere Kürzungen nicht ausschließe bzw. dass man so keinen Sinn in Wachstum sieht. Das sind für Ryanair-Verhältnisse ja schon regelrecht diplomatische Töne (na ja, dass die Bundesregierung aus lauter Idioten bestehe, haben sie dann halt schon nochmal wiederholt). Die Berliner Zeitung hat Ryanair umgekehrt auch noch eine Breitseite mitgegeben. Also eigentlich irgendwo alles business as usual.

    Noch eine kleine Randnotiz: Air Canada versieht den BER für die geplante Europa-Expansion ab Sommer 2026 aktuell noch mit einem Fragezeichen (vgl. auch Gesamtartikel). In trockenen Tüchern scheint die neue Verbindung demnach noch nicht. Spannend wäre ggf. auch noch die Frage, ob es im gegebenen Falle eher nochmals Toronto oder aber Montréal würde. Beide Airports sollen wohl eine Rolle beim Ausbau des Angebots spielen.

  • ^

    Montreal ist der drittgrößte Flughafen Kanadas, nach Toronto und Vancouver. Toronto ist der mit Abstand größte Flughafen mit ca. 45 Mill. PAX, tippe mal, dass wenn überhaupt von dort noch eine Verbindung zum BER aufgenommen wird. Stichwort Kanada und BER. Mein diesjähriger Urlaub führte mich zu den Flughäfen von Vancouver, Calgary, Toronto, Montreal und Amsterdam (Umsteigen). Mal mein persönlicher Vergleich, Spoiler... BER muss sich nicht verstecken:

    Montreal: Etwas angejahrt und verbastelt, aber Prädikat ok, sehenswert als einer der letzten (oder der letzte?) Flughafen mit plain-mates als Zubringer zum Flugzeug. Anbindung an den ÖPNV unwürdig, demnächst eröffnet die neue S-Bahn (haben wir schon am BER und kriegen noch den FEX). PAX ähnlich groß wie BER

    Toronto: Eher enttäuschend, insbesondere was Anzahl an Toiletten und Restaurants angeht, ansonsten wuselig, Diesel-Zug alle 15 Minuten von Union-Station, sehr komfortabel, wie FEX (S-Bahn mit Oberleitung gibt´s nicht in Kanada, wegen starkem Güterverkehr mit Doppelstock-Containerzügen

    Calgary: smarter Flughafen, alles prima aber auch kleiner als BER

    Vancouver: Sehr gut mit U-Bahn-Anbindung, Teppichböden, Kunstwerke, alles relativ neu (2010er Jahre) und mehr oder weniger aus einem Guss, dem BER ebenbürtig, wahrscheinlich etwas besser. Es gab bereits CT-Scanner, die funktionierten

    Amsterdam: Überall Baustellen, schlecht klimatisiert, könnte sauberer sein, überlaufen, drei Mal in einer Stunde wurde das Abflug-Gate geändert.

    Da war die Ankunft am BER wohltuend, ebenso Abflug und einchecken. Ist jetzt der fünfte Flug EX/an BER und hatte nie irgendwas.

  • Man darf nicht vergessen, dass Air Transat seit diesem Sommer zwischen BER und Toronto YYZ fliegt, wenn auch nur zwei mal wöchentlich mit einem A321LR. Vielleicht spielt das auch eine Rolle, warum Air Canada vielleicht auf BER-Montreal YUL umgeswitched hat, nachdem vorher definitiv eher BER-YYZ geplant war.

    Eine erste kleine Ankündigungswelle von AC für neue Langstrecken für den Sommer 2026 gab es ja bereits vor wenigen Wochen. Es wurden die ersten Strecken für den bestellten A321XLR vorgestellt, Montreal-Mallorca (YUL-PMI) ist dabei ganz neu. Auf vorhandenen Strecken YUL-TLS/DUB/EDI (Toulouse, Dublin und Edinburgh) kommt neu der XLR zum Einsatz.

    Falls es eine zweite Ankündigungswelle inklusive YUL-BER geben sollte, hängt es vermutlich von der pünktlichen Auslieferung der neuen XLR ab.

  • Auf Tagesspiegel.de ist heute ein längeres Interview mit Aletta von Massenbach erschienen, inkl. vieler kritischer Fragen bzgl. der bekannten Reizthemen aus den Sozialen Medien. Leider mittlerweile gepaywalled.

    Leser fragen, die Flughafenchefin antwortet: „Warum dauert am BER alles so lange, Frau von Massenbach?“

    Interessante Punkte aus meiner Sicht:

    • Nachtflugverbot: Wird grundsätzlich als gesetzt betrachtet, aber für Flüge, die wetter- oder betriebsbedingt nur ein paar Minuten über dem Limit am BER eintreffen, sollten Ausnahmeregelungen geschaffen werden. Durch Umleitungen entstehen nicht nur erhebliche Mehrkosten für die Fluggesellschaften, sondern auch signifikant mehr Lärm und Schadstoffemissionen.
    • Langstrecke: Das Potential wird klar bei Punkt-zu-Punkt-Verbindungen mit reichweitenstarken singel-aisle Flugzeugen gesehen.
    • Kaputte Rolltreppen, Fahrstühle, etc..: Wird als allgemeine Aussage klar zurückgewiesen.
      • Verfügbarkeit Fahrtreppen und Fahrsteige in Q3: 97,8%
      • Verfügbarkeit Fahrstühle: 99,4% (Wartungsbedingte Stillstandszeiten jeweils mit eingerechnet).
      • Nicht funktionierende Infrastrukturelemente sind in der Mehrzahl der Fälle auf versehentliches oder absichtliches Auslösen von Nothalten zurückzuführen.
    • Mehr Rolltreppen, Sitzgelegenheiten, etc.?: Aufgrund von bau- und brandschutztechnischen Gründen in der Regel nicht umsetzbar. Der Bahnhof liegt im Zuständigkeitsbereich der DB.
    • Wartezeiten bei Gepäck und Security: War nicht zufriedenstellend, konnten in diesem Jahr aber verbessert werden.
      • Der Anteil von Gepäckausgaben unter 30 Minuten nach Ankunft hat sich relativ zum Vorjahr von 89% auf 98% erhöht
      • An der Sicherheitskontrolle warten Fluggäste im Durchschnitt unter 4 Minuten. 85% der Fluggäste haben den gesamten Prozess ist in 10 bis 15 Minuten durchlaufen. Durch die CT-Scanner soll sich das weiter reduzieren.
    • Warum ist das Image des Flughafens immer noch so schlecht?: Vorurteile halten sich sehr lange. Die überwiegende Mehrheit zeigt sich in den örtlichen Kundenbefragungen zufrieden mit Leistung und Service am BER. Aber es ist noch Luft nach oben.
  • ^Es gibt momentan auch sonst einen ganzen Haufen Berichte zum BER, da die Eröffnung nun ja genau 5 Jahre her ist (wobei die gleich die ersten beiden davon ja gewissermaßen "verlorene" Jahre waren). Das ist vielen Zeitungen eine Art Fazit wert. Doch trotz einem hohen Maß an positiver wie negativer Zuspitzung (von "mit Abstand bester Flughafen, den Berlin je hatte" bis zu "einer Hauptstadt nicht würdig") sind es gefühlt doch die immer gleichen Themen, die ständig neu aufbereitet aber letztlich doch nur wiederholt werden.

    Interessant fand ich diese Fakten, wobei ich nicht mehr genau weiß, was wo stand:

    - BER Stand 2025 vermutlich bei ca. 70% vom Rekordjahr 2019, damals dutzende Direktziele mehr (und 57 Länder statt aktuell 50).

    - Im Winterflugplan trotz Kürzungen bei Ryanair insgesamt 3% mehr Angebot (das Gesamtwachstum 2025 dürfte sich damit absehbar bei rund 2% einpendeln, vielleicht auch minimal drüber). Zum Vergleich: In den letzten Jahrzehnten wächst der globale Flugverkehr jährlich im Schnitt um 5%. Während man also letztes Jahr (wohlgemerkt von niedrigem Ausgangsniveau kommend) klar überdurchschnittlich wuchs, kann man aktuell nicht einmal mehr weiter aufholen.

    Ansonsten las ich noch irgendwo, dass einige Analysten für den BER mit einem deutlichen Aufholtrend rechnen bzw. zumindest eine Menge Potential dafür sehen, spätestens sobald die Standortkosten etwas konkurrenzfähiger werden (was sich aktuell aber mW gar nicht abzeichnet). Wie gesagt: Hat langsam was von "Täglich Jährlich grüßt das Murmeltier" oder "Warten auf Godot".

  • Also, ich bin trotz der auch von mir geäußerten Kritik, recht zuversichtlich. Die Eröffnung der Dresdner Bahn wird einen echten Nachteil beseitigen und einen deutlichen Boost bringen. Sie wird mittelbar auch das Taxi-Problem etwas entschärfen (wenn auch nicht lösen). Die CT-Scanner - wenn vollständig installiert - werden auch einen spürbaren Vorteil bringen. Dinge wie Gastronomieangebote etc. sind absolut zweitrangig. Es bleibt flughafenseitig vor allem das Problem mit dem Gepäck, das entgegen anderslautender Berichte bisher nicht zufriedenstellend angegangen wurde. Und dann natürlich die Flugverbindungen.

  • Neue Verbindung nach Friedrichshafen

    Mit einem kleinen Propellerflugzeug (Bombardier DHC-8-400 mit ca. 75 bis 90 Plätzen) fliegt Avanti Air bereits ab 12.01.2026 viermal pro Woche nach Berlin - ebenso 4x Düsseldorf und 3x Hamburg. Die drei seien laut O-Ton "wichtige deutsche Wirtschaftszentren". Damit soll demnach insbesondere der ermittelte Bedarf bei diversen Unternehmen bedient werden.

    Quelle MoPo

    Erneut höhere Frequenzen nach Jordanien

    Ab Sommer 2026 stockt Royal Jordanian die erst vor gut einem Jahr mit 2/7 Taktung neu/ wieder aufgenommene und dann wiederholt auf zuletzt 4/7 verstärkte Verbindung in die Hauptstadt Amman erneut auf (nunmehr 7/7). Ähnlich bei anderen großen deutschen Airports. Man will gezielt den Tourismus ankurbeln und dafür auch größere Kontingente über Tui, Dertour und Co absetzen.

    Quelle airliners.de

    easyJet erhöht Frequenzen am BER und setzt größere Jets ein

    Nachdem nun zunächst 2 der aktuell größten Flugzeugmodelle der Briten an den BER kommen (321 Neo mit 235 Plätzen), sollen zum Sommer offenbar zusätzlich auch diverse Frequenzen erhöht werden. In der Summe klingt das nach deutlichem Wachstum, auch wenn einige Frequenzerhöhungen wohl auf die Hochsaison beschränkt bleiben dürften.

    Quelle reisebuch.de (sowie auch im Airliners Forum)

    BER refinanziert erstmals 1,2 Mia ohne öffentliche Bürgschaften, öffentliche Hand spart 160 Mio an geplanten Zuschüssen

    Mit dem Geld sollen (primär) alte Verbindlichkeiten abgelöst werden. Allerdings werden der neue Zinssatz und die Differenz zum bestehenden Zinssatz nicht genannt. Trotzdem gilt es als ein gutes Zeichen. Denn die Banken verzichteten nicht nur auf eine Bürgschaft, sondert akzeptierten auch eine verringerte Kapitalerhöhung von 500 Mio statt ursprünglich angenommenen 660 Mio durch die staatlichen Gesellschafter (und wenn ich das richtig verstehe, ist dies zugleich die letzte Kapitalspritze). Die Anleihe sei trotzdem deutlich überzeichnet gewesen. Das Vertrauen in die wirtschaftliche Substanz des BER wächst also. Auch würden die operativen Einnahmen trotz der noch immer relativ geringen Auslastung des Flughafens immerhin stetig weiter ansteigen. Vielleicht bekommt man den Flughafen wirtschaftlich ja nun wirklich endlich mal zum Abheben...

    Quellen: aero.de und tagesspiegel.de

    BER hofft weiter auf neue Langstreckenverbindungen

    Die Flughafenbetreiber haben nach eigenen Angaben durchgerechnet, welche Strecken sich aktuell (speziell auch mit einem A321 XLR) für die Airlines lohnen könnten. Mögliche Ziele seien demnach insbesondere Boston, Washington, Montreal, Delhi und Mumbai. Washington gab es ja zwischenzeitlich mal (und soll meiner Erinnerung nach auch ausgelastet gewesen sein). Boston und Montreal waren kürzlich jeweils schon einmal im Gespräch und die indischen Megastädte erscheinen aufgrund der wachsenden, wohlhabenden indischen Community ohnehin mindestens langfristig als wahrscheinlich. Aber auch andere Namen kursieren ja immer mal wieder (z.B. Seoul wird ja bei entsprechenden Airlines dem Vernehmen nach bereits seit Jahren intensiv umworben). Also so gesehen keine große Überraschung dabei.

    Weit interessanter wäre natürlich, wann da endlich mal irgendwas konkreteres zu hören ist, geschweige denn mal ein größerer Durchbruch erzielt werden kann. Zumindest scheinen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ja künftig etwas konkurrenzfähiger zu werden.

    Quelle aero.de

    Einmal editiert, zuletzt von jan85 (22. November 2025 um 08:04)

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Nachdem nun zunächst 2 der aktuell größten Flugzeugmodelle der Briten an den BER kommen (321 Neo mit 235 Plätzen), sollen zum Sommer offenbar zusätzlich auch diverse Frequenzen erhöht werden. In der Summe klingt das nach deutlichem Wachstum, auch wenn einige Frequenzerhöhungen wohl auf die Hochsaison beschränkt bleiben dürften.

    Bisher ist easyjet für den SFP 2026 am BER mit über 4% im Minus, was die buchbaren Frequenzen angeht. Warmwasserziele erhalten zwar hier und da mehr Frequenzen. Dafür werden aber Ziele wie GVA, FCO, BOD und NCE seltener bedient. Vielleicht hält man das Sitzplatzangebot hoch, indem man mehr von A319 auf A320 bzw. von A320 auf A321NEO umstellt. Großes Wachstum ist derzeit aber nicht absehbar.

  • ^^

    Die zugebenermaßen etwas ausgelutschte Debatte um Langstreckenflüge am BER. Zwei Argumente kommen aus meiner Sicht dabei zu kurz.

    1)

    Auch der Flugverkehr in Europa wird gemäß Studien bis 2040 relativ stark wachsen, ich meine sogar insgesamt stärker als in den USA. Während Westeuropa gewissermaßen saturiert ist, werden viele Bürger Osteuropas in Fragen des Einkommens die Schwelle überschreiten, an der sie sich regelmäßig Flugreisen leisten können. Die Lage des BER ist für weite Teile Westpolens interessant, auch wenn eines Tages Warschau einen neuen Flughafen erhält. Auch wenn der neue Flughafen dort notwendig ist, so wird nicht ganz Polen von dort fliegen, schon gar nicht in Richtung Westen.

    2)

    Wenn Europäer irgendeinen Ort der Welt erreichen wollen, dann bedienen sie sich entsprechender Drehkreuze wie London, Paris, Amsterdam, Frankfurt oder Istanbul, respektive den Standorten auf der arabischen Halbinsel. Die leben davon, dass man mit einmaligem Umsteigen über London z. B. auch von Berlin nach Charlotte (USA) kommt. Man muss das vom anderen Ende her denken. Der wachsende Flugverkehr in Asien wird dazu führen, dass Standorte wie Shanghai, Peking, Seoul, Neu-Delhi auch damit werben werden, dass man von dort aus alle restlichen relevanten Ziele der Welt erreichen kann. Als Ende so eines "spokes" ist der BER für Drehkreuze in Asien genauso interessant, wie das genannte Beispiel in den USA. Wenn diese Verbindungen derzeit noch an regulativen Hemmnissen scheitern, ist es für mich nur eine Frage der Zeit, bis sich daran etwas ändert. Seoul und Delhi zählen bereits zu den größten Flughäfen der Welt.

  • Aus Ostniedersachsen ist der BER sehr gut zu erreichen. Wir versprechen uns ziemlich viel von der kürzeren Anbindung ab Berlin Hauptbahnhof, denn die 45 Min Fahrt durch das gesamte Zentrum war anstrengend, weit und überfüllt!

    Die Verbindungen hängen sich immer mit der Attraktivität und dem den Preisen zusammen. Da ist Deutschland derzeit mitunter an der Spitze, so dass viele Verbindungen gestrichen werden.

    Neue Fernstrecken nach Nordamerika, Asien (Ost + Südost) sowie Richtung Australien wären defintiv wünschenswert.

    Die Konkurrenz schläft eben nicht, ob 400 km entfernt von Berlin oder eben 5000!

  • ^

    Ich kenne Braunschweig ganz gut und es liegt definitiv in einem noch attraktiven Einzugsbereich des BER. Mit dem Auto ist man vom BER in etwas mehr als 2 Stunden schon in weiten Teilen des Ballungsraums WOB-BS-SZ. Kürzlich bekam ich mit, dass der BER sogar für Warmwasserziele aus dem Raum Hannover interessant ist, trotz Heimathafen der TUI. Rein technisch gesehen könnten ICE aus Braunschweig den BER ansteuern. Allerdings dürfte das Umsteigen in den FEX am Hbf. sehr einfach sein (bahnsteigglcih) und der 15-Minuten-Takt verspricht geringe Wartezeiten.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Rein technisch gesehen könnten ICE aus Braunschweig den BER ansteuern. Allerdings dürfte das Umsteigen in den FEX am Hbf. sehr einfach sein (bahnsteigglcih) und der 15-Minuten-Takt verspricht geringe Wartezeiten.

    Technisch gesehen wäre ein bahnsteiggleiches Umsteigen möglich. Linientechnisch sieht es allerdings so aus, dass alle ICE auf der Relation Berlin-Wolfsburg-Braunschweig/Hannover am Hauptbahnhof von der Stadtbahn-Ebene aus losfahren, der FEX dagegen im Keller auf der Nord-Süd-Ebene verkehrt.

    Perspektivisch wäre es allerdings denkbar und auch wünschenswert, wenn generell mehr Fernzüge direkt zum BER fahren würden. Der dortige Bahnhof ist immerhin voll auf Fernzüge ausgelegt. So könnten die heute im Ostbahnhof endenden ICE der o.g. Relationen vom Ostbahnhof bis zum BER verlängert werden und somit Direktverbindungen von Hildesheim, Hannover, Wolfsburg, Stendal und Braunschweig entstehen. Hildesheim-BER wäre damit in etwa 2:25 Stunden möglich, womit man rund eine halbe Stunde schneller am BER als am Flughafen Frankfurt wäre. Da steckt definitiv eine Menge Passagierpontential für den BER drin. Letztendlich muss es aber politisch gewollt sein und daran scheitert dieses Land in letzter Zeit ja besonders häufig.