Leipziger Kaffeeklatsch

  • Dekoratives Anführungszeichen
    Zitat von Altbaufan

    Wer sagt, dass diese Leute bei Pegida oder der AfD mitlaufen/zustimmen? Solche Freaks sind mit Sicherheit klassische NPD-Stammwähler und denen ist vermutlich selbst Pegida noch zu harmlos.


    Ja, ja, die NPD ist ja viel gefährlicher als Pegida. Mit Verlaub, das halte ich für Quatsch. Pegida hat die Rhetorik von der bisweilen dahin dümpelnden NPD übernommen und die Hooligans von Anfang an hofiert. Tatjana Festerling (hier mit einem Holländer und drei mutmaßlich gekauften Muttis bei der Erstürmung des Leipziger Rathauses zu sehen) kam bei ihrer 1. HoGeSa-Demo in Köln regelrecht ins Schwärmen (Bericht von ihr befindet sich im Netz), und als zum Geburtstag von Legida im Januar ein Sänger der Hooliganband Kategorie C die Bühne betrat, haben zeitgleich über 200 Hooligans halb Connewitz zerlegt. Pegida suchte immer den Kontakt zu den sächs. Hooligans. Zudem rekrutiert sich die Dresdner Pegida-Spitze in Teilen aus der Türsteher- und Hooliganszene um Dynamo Dresden. Auch da wurde hier bereits einiges verlinkt.

    Dekoratives Anführungszeichen
    Zitat von Altbaufan

    Dass auch Pegida-Anhänger angegriffen und verletzt werden, ist natürlich weniger schlimm, als wenn Gegendemonstranten, Kameramänner/frauen oder Migranten angegriffen werden, weil Pegida-Anhänger sind alles Arschlöcher, gell?

    Gewalt gegen Menschen, auch wenn es sich um Arschlöcher handelt, ist immer abstoßend und zu verurteilen.


    Dekoratives Anführungszeichen
    Zitat von Altbaufan

    Und dass in der Eisenbahnstraße drei Tage am Stück ausschliesslich Personen mit Migrationshintergrund die Polizei einmal sogar mit einem Großaufgebot gefordert haben, wird ebenso mit keinem Wort erwähnt...

    Ach ja, die organisierte Ausländerkriminalität bewegt doch schon ganz Sachsen und wird hier regelmäßig von dir und anderen Usern zur Diskussion gestellt. So wurde auch der Zeit-Artikel vor kurzem schon einmal verlinkt. Lustig in diesem Zusammenhang war wieder die aufgeregte mediale Berichterstattung. Der MDR hat noch von einer "Wilden Schlägerei in der Eisenbahnstraße" geschrieben, obwohl die Polizei das schon längst dementiert hatte. Es soll lt. Augenzeugenberichten ein Drohszenario gegeben haben, an dem etwa 30 Personen beteiligt waren. Kann man alles im Polizeibericht nachlesen.

    Nun gab es noch eine Messerstecherei im Milieu, wohl schon die zweite oder dritte in diesem Jahr. Die letzte Schießerei ist auch schon wieder drei Jahre her. Gab es hier in den letzten 20 Jahren überhaupt schon einmal einen Mord? Mich dünkt, die Straße taugt nicht wirklich als Bad-Boy-Gegend. Aber so bleiben wenigstens die Mieten günstig und die vielen jungen Studenten aus der sächs. Provinz, die in den letzten Jahren in die Gegend gezogen sind, bekommen gratis noch ein bisschen Action obendrauf.


    PS. Ich habe den Zeit-Artikel noch einmal gelesen. Darin wird ja spekuliert, dass der Rechtspopulist, "Querfrontdenker" und Herausgeber des Compact-Magazins Jürgen Elsässer an der Eisenbahnstraße wohnt. Jüngst konnte man lesen, dass er tatsächlich dort wohnt, schon seit 10 jahren und zwar mitten drin im Miljöööhhh, ergo im gefährlichsten Teil der Straße. Es wird getratscht, dass er gute Beziehungen zu seinen muslimischen und homosexuellen Nachbarn pflegen soll.

    Wieso ziehen rechte Tonangeber eigentlich nie nach Hoyerswerda oder Freital?

  • ^ Interessant an dem Zeit-Artikel ist vor allem, dass er nochmal verdeutlicht, dass die Gefährlichkeit der Straße hauptsächlich von Außen so empfunden wird, eine frappierende Parallele zum Thema Migration generell, die wird ja bekanntermaßen auch dort am gefährlichsten Empfunden, wo sie am wenigsten stattfindet. Das Fazit passt insofern:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Das alles ist Leipzigs Eisenbahnstraße. Ganz spannend hier, eigentlich.

    altbaufan: der Bezug auf Dresden stellt sich doch von selbst her, färbt das Image der Residenzstadt eben auch auf Leipzig als größte sächsische Stadt ab. Insofern ist das schon relevant und nicht boogie, gefährdet es langfristig eben auch in Leipzig die soziale und wirtschaftliche Entwicklung.

  • ^ interessanterweise habe ich da im Ausland einen starken Kontrast zwischen "Leipzig ist da anders als der Rest des Bundeslandes" und "ist das mit PEGIDA in Leipzig nicht auch so" feststellen können. Dennoch gibt es die generelle Tendenz zu einem "alternativ interessanten Leipzig" und einem "konservativ-rechten Dresden" im Ausland. Und das in allen Schichten und Altersklassen. Das aber - wie gesagt - persönliche Eindrücke.


    Dekoratives Anführungszeichen

    Vielleicht organisiert mal jemand eine Free Palestine, Graue Wölfe oder PKK Soli Demo um Dresden etwas an die bundesdeutsche Wirklichkeit ranzuführen? Ansonsten wird man das derzeitige Image wahrscheinlich nicht mehr los.

    gerade die "Grauen Wölfe" wären ja eigentlich eine weitere Bestätigung Dresdens als Schnittstelle für rechts-nationalistische und rechtsradikale Gruppierungen. Wenn sich dann im Putin verrückten Elbtal noch "Naschi" dazugesellt, wären dann fast alle nationalistischen Bewegungen Europas schon einmal da gewesen in den letzten 24 Monaten. Da kann man sich auch noch so selten mit einem Schild und "500.000 Dresdner gehen nicht zu PEGIDA" vor die Kamera stellen......

    PS. für die etwas Satire empfänglichen Forenmitglieder sei 'Fest&Flauschig - Weltkrieg für Anfänger ', zwischen Min. 44:00 und 46:00 empfohlen. Olli Schulz bringt meinen Eintrag vom 24.05 auf den Punkt!

    5 Mal editiert, zuletzt von hedges (15. Juni 2016 um 19:49)

  • Erstaunlich, dass die Brandanschläge auf Fahrzeuge der CG-Gruppe in Leipzig (Link) hier gar nicht thematisiert werden. Es gibt dazu mittlerweile auch ein Bekennerschreiben aus der linksextremistischen Szene. Aus dem Anlass habe ich auch mal auf der Webseite der CG-Gruppe geschaut und festgestellt, dass unter den vielen in Vorbereitung befindlichen Projekten kein einziges in Leipzig ist, was ich schon etwas verwunderlich finde.

  • Linksextremismus ist doch auch ein "aufgebauschtes Problem". Solang man die Brutstätten, denen diese Gestalten entspringen, weiter als "alternative Zentren" verharmlost, wird sich daran nichts ändern.

    Kleiner Exkurs: Ich bin jetzt zwecks Studium seit ein par Wochen regelmäßig im Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar. Der Weg dorthin führt mich am schmucken Graben entlang. An dessen Ende, direkt gegenüber vom Marstall (dem Archiv) stehen zwei völlig verranzte Buden, die offensichtlich von der örtlichen Antifa besetzt sind. Die Gebäude stehen laut daran befindlichen Schildern unter Denkmalschutz. Natürlich sind sie aber großflächig mit irgendwelchen Parolen und Fahnen verunstaltet. Wie mir auf Nachfrage bei einem Freund aus Weimar bestätigt wurde, duldet die Stadt die Besetzung der Häuser, wenn sich die Antifa auf diese beschränkt. Das muss man sich mal vorstellen. Kotau aller erster Güte. Und so läuft es ja bekanntlich in fast allen Städten mit viraler Linksradikalen Szene, Hamburg, Berlin und natürlich auch Leipzig. Absolut fehlendes Problembewusstsein. Eher spannt man die Truppe noch für öffentliche Aktionen gegen Rechts ein und legitimiert sie so zusätzlich.

  • Gut beobachtet für uns, lguenth1. Es ist noch nicht offiziell, aber im Blätterwald hört man es bereits rauschen: Die CG-Gruppe zieht sich von allen in Leipzig geplanten Projekten zurück. Gröner soll nach dem Inferno auf seinen Fuhrpark gesagt haben, dass in der Messestadt nur noch Bekloppte wohnen, die von der Stadt offensichtlich geschützt werden. Angefangene Projekte wie Schumanns Gärten oder die Bleichertwerke sollen auch nicht mehr beendet werden. Stattdessen will sich das Immobilienunternehmen nun vermehrt in Chemnitz engagieren.

  • .......Ironie sollte als solches auch als Ironie verstanden sein.
    Man geht davon aus das man ausnahmsweise hier im Forum die Thematik ernst nimmt und darüber diskutiert.
    Scheinbar Fehlanzeige...somit auch in Konsequenz.

    Einmal editiert, zuletzt von (dwt). (25. Juni 2016 um 16:38)

  • Also um einmal die Satire hier herauszunehmen. Die Anschläge auf die Autos waren eine "Solidarleistung" für Planungen der CG in Berlin - und insbesondere für den Umbau des Komplexes in der Rigaer Straße. Ohne jetzt hier wieder in eine Debatte der relativierenden Gewalt zu gehen, hatte sich die CG auch in Leipzig einige Dinge geleistet, welche hier als Anlass genommen wurden.

    Die CG wird sich trotzdem weiterhin in Leipzig engagieren, und das sicher noch in einem höheren Maße als bis jetzt.

  • ^
    Ich finde es in dem Zusammenhang eher schade für den Denkmalschutz, da wir ja hier im Architekturforum sind :D.
    Viele der Gebäude sind nach Besetzung abrissreif oder müssen kernsaniert werden, d.h. Stuck, Malereien usw. sind kaum zu retten, da von unzähligen "alternativen" Schmierereien übermalt. Wenn man mit den Objekten wenigstens halbwegs pfleglich umgehen würde ...

    PS: Zur CG
    Die CG hat, wie wir im Forum hier sehen, auch einige Projekte (z.B. am Waldplatz) in Planung. Warum diese nirgendwo auftauchen, kann man nur mutmaßen.

    ImmVestWolf hat auch diverse Objekte nicht auf der Website, so z.B. das Gebäude Rosa-Luxemburg-Str. (8) und das Areal um die Querstraße oder die Neubauten rund ums abgerissene Goldschmidt-Haus. Animationen stehen, es wird tlw. gebaut, auf der Website: nix.
    Auch bei anderen Bauträgern kommt dies immer wieder vor.
    Ob das jetzt Angst vor linken Anschlägen ist oder eher, dass das Objekt schon verkauft wurde und keiner Vermarktung bedarf... wer weiss.

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass selbst Schumanns-Gärten, die bereits im Bau sind, abgebrochen werden.
    Man muss aber unabhängig von den Anschlägen eines festhalten:
    Das LKG-Carre vermietet sich bei weitem nicht so gut wie gedacht... Teilweise über ein Jahr bezugsfertig steht immer noch vieles leer.

    Man muss bei Dima mal die Menge zusammenrechnen, die da noch Erstbezug hat:
    http://dima-immobilien.de/immobilie-Prag…ager14-14c-allg
    (!!)

    http://dima-immobilien.de/immobilie-Gold…-gold41-43-allg

    http://dima-immobilien.de/immobilie-Prag…-lkg-ab-nb-allg

    http://dima-immobilien.de/immobilie-Prag…-prag16-18-allg
    Sind wohl um die 100 WE oder mehr, teilweise fast ein Jahr fertig.

    2 Mal editiert, zuletzt von Altbaufan_ (27. Juni 2016 um 22:28) aus folgendem Grund: anonyme Gaga-Bewertung

  • Bevor es hier womöglich noch zu Missverständnissen kommt: Mein Beitrag in #750 war ein Spaß auf diesen Spaß. Kein Immobilienunternehmen nimmt seine geplanten Projekte von der Website, nur weil 4 Chaoten den (versicherten) Fuhrpark auf dem Gelände abfackeln.

  • @ Saxonia

    Erst wollte ich freundlich darauf hinweisen, dass die Gerberstraße 1 in Weimar im November 2001 von der Stadt Weimar an den Verein Gerberstraße 1+3 Haus für Soziokultur e.V. verkauft worden war und damit eine über zehn Jahre dauernde Hausbesetzung schon vor 15 Jahren endete. Der Verkauf des Nachbarhauses Gerberstraße 3 an denselben Verein scheiterte damals. Seit 2011 gibt es immer mal wieder Anläufe, einen Erbbaurechtsvertrag zwischen Stadt und Verein abzuschließen, der aktuelle Stand ist mir nicht bekannt.

    Außerdem wollte ich die Frage stellen, ob beide Häuser in Weimar, bei denen sich hier um den Zustand gesorgt wird, überhaupt noch stehen würden, hätte es die Besetzung 1990 nicht gegeben:

    "Das über 300 Jahre alte Haus in der Gerberstraße 3 (nach alten Stadtplänen zufolge war die Zeile der Gerberstraße schon im 16. Jhd. bebaut) war anfangs ein Getreidemagazin (Schütthaus), dann eine Metallwerkstatt mit Gießerei, ein Bildhaueratelier und bis 1985 ein Wohnhaus. Von 1986 bis zur Inbesitznahme am 17.03.1990 stand das Haus leer und war dem Verfall überlassen. Der Schornsteinbrand vom Erdgeschoss bis ins Dachgeschoss plus die Löscharbeiten im Jahre 1985 hinterließen ihre Spuren. Nachdem die tatsächlichen Hauseigentümer, Familie Kredler, am 05.10.1990 der Stadt ihre ausdrückliche Duldung der Jugendlichen im Haus aussprachen, konnte mit einfachen Bau- und Instandsetzungsmaßnahmen begonnen werden. ... ."
    http://gerberstrasse.net/ueber-uns/

    Ich wollte einmal mehr daraufhinweisen, dass sogenannte alternative Wohn- und Kulturräume wie die Gerber auch ein Grund dafür sind, warum Weimar wächst und Werdau immer mehr Einwohner_innen verliert.

    Ich wollte über den Rechtsstaat schreiben und nach dem Zusammenhang zwischen den Brandanschlägen auf Fahrzeuge der CG-Gruppe in Leipzig und zwei Häusern in Weimar fragen. Allerdings hatte Saxonia seine "Begründung" ja schon mitgeliefert: "Solang man die Brutstätten, denen diese Gestalten entspringen, weiter als "alternative Zentren" verharmlost, wird sich daran nichts ändern."

    Aber dann fiel mir ein, dass der Hinweis auf die Eigentumsverhältnisse Saxonia nur bestärken würde und wir uns eine weitere Runde in dieser schon oft geführten Diskussion ohne jeden Erkenntnisgewinn geben würden. Daher löschte ich meinen begonnenen Kommentar und widmete mich anderen Beiträgen.

    Gerade eben las ich jedoch in der eben erschienenen Juli-Ausgabe des Kreuzers den Artikel von Martin Wagner über "Die Mär von der urbanen Gewalt. Die offizielle Aufarbeitung der gewaltsamen Ausschreitungen in Leipzig geht von unpassenden Begriffen aus." Darin findet sich ein Satz in einem größeren Zusammenhang, den ich nun doch zitieren möchte:

    "Das wuchernde Ressentiment im bürgerlichen Lager, die permanenten pauschalen Verurteilungen von Menschengruppen, die aus Verdachtsmomenten gegen Einzelne hervorkriechen - all das spielt in der Mär der urbanen Gewalt plötzlich keine Rolle mehr."

  • Erstmal danke für die Informationen. Ich hab nur kurz nach "Graben" und "Untergraben" gesucht und war leider nicht fündig geworden. Die Gerberstraße ist mir wohl durch die Lappen gegangen.
    Dann ist das anscheinend ein sich schon Jahrhzehnte hinziehender Zustand. Was auch erklärt, warum sich niemand mehr wirklich dran zu stören scheint. Für andere zu Veranschaulichung, es handelt sich um diese Häuser, direkt gegenüber vom Marstall.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Außerdem wollte ich die Frage stellen, ob beide Häuser in Weimar, bei denen sich hier um den Zustand gesorgt wird, überhaupt noch stehen würden, hätte es die Besetzung 1990 nicht gegeben:


    Vielleicht ja, vielleicht nein. Ob dieser Zustand eines langen Dahinsiechens allerdings besser ist, wag ich zu bezweifeln.
    Ansonsten kann man natürlich auch Fragen, warum für diese Gesellen der Denkmalschutz anscheinend überhaupt nicht zählt, während den übrigen Eigentümern der Straße wahrscheinlich jedes Fenstermaß vorgeschrieben wurde.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich wollte einmal mehr daraufhinweisen, dass sogenannte alternative Wohn- und Kulturräume wie die Gerber auch ein Grund dafür sind, warum Weimar wächst und Werdau immer mehr Einwohner_innen verliert.


    Na ganz sicher. Wegen zwei runtergekommenen, von Linksautonomen besetzten Gebäuden ziehen die Leute in Scharen nach Weimar. Da hinkt Werdau in der Tat hinterher. Ansonsten stünde es mit Weimar wohl auf Augenhöhe. :lach:


    Dekoratives Anführungszeichen

    "Das wuchernde Ressentiment im bürgerlichen Lager, die permanenten pauschalen Verurteilungen von Menschengruppen, die aus Verdachtsmomenten gegen Einzelne hervorkriechen - all das spielt in der Mär der urbanen Gewalt plötzlich keine Rolle mehr."

    Jetzt bin aber schon etwas verwirrt. Laut Duden ist eine Mär u.a. ein "unglaubwürdiger oder unwahrer Bericht". Die Autos haben aber schon gebrannt oder? Und die Überfälle und Anschläge auf Polizeistationen, Gerichte oder Neubauprojekte in Leipzig und anderswo hat sich das "bürgerliche Lager" auch nicht aus den Fingern gezogen. Es gibt auch keine "pauschale[n] Verurteilungenen von Menschengruppen". Man greift hier "bürgerlicherseits" auf Selbstbezeichnungen der jeweiligen Gruppen zurück. Ich hab bisher auch noch keine Verurteilung von derartigen Anschlägen aus der Autonomen- oder Linksradikalen-Szene zu Gesicht bekommen.

    3 Mal editiert, zuletzt von Saxonia (25. Juni 2016 um 19:17)

  • Sorry, ich will nicht provozieren, aber wenn die Realität die Aussagen im Forum so krass konterkariert, dann muss man darauf hinweisen dürfen. Kürzliche Stellungnahme zur Eisenbahnstraße:

    Dekoratives Anführungszeichen

    ^ Interessant an dem Zeit-Artikel ist vor allem, dass er nochmal verdeutlicht, dass die Gefährlichkeit der Straße hauptsächlich von Außen so empfunden wird, (..)

    Fakt ist, dass sich dort heute Hells Angels und United Tribunes eine Schießerei geliefert haben, obwohl schon der Einmarsch der Hells Angels von der Polizei beobachtet wurde (Link). Das wirkt von außen durchaus leicht bedrohlich, vielleicht gehören Bauchschüsse in einer coolen Großstadt aber einfach zum Flair dazu.

  • Also ich will jetzt auch nicht provozieren, aber gibt es denn keinen eigenen Strang in welchem sich Forenteilnehmer "uncooler Kleinstädte" über die Kriminalität "cooler Großstädte" austoben können?

  • Wusste gar nicht, dass in der Eisenbahnstraße das große Geld gemacht wird. Aus München hört man derlei auch eher selten, obwohl dort wohl deutlich mehr Geld verdient wird als in Leipzig. Aber dafür wird München ja auch als Großstadtdorf abgestempelt.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Wusste gar nicht, dass in der Eisenbahnstraße das große Geld gemacht wird. Aus München hört man derlei auch eher selten, obwohl dort wohl deutlich mehr Geld verdient wird als in Leipzig. Aber dafür wird München ja auch als Großstadtdorf abgestempelt.


    Stimmt - mafiöse Strukturen von Rockerbanden in Drogengeschäften, Türsteherbusiness, Glücksspiel, und Prostitution haben nichts mit finanziellen Anreizen zu tun. Sorry - das war dumm von mir!

  • Dekoratives Anführungszeichen


    Ansonsten kann man natürlich auch Fragen, warum für diese Gesellen der Denkmalschutz anscheinend überhaupt nicht zählt, während den übrigen Eigentümern der Straße wahrscheinlich jedes Fenstermaß vorgeschrieben wurde.

    Wie Denkmalschutz in Deutschland in der Praxis funktioniert und in welcher Situation ein Amt welche Auflagen machen kann ist Dir aber schon bekannt, oder?

    Dekoratives Anführungszeichen

    Na ganz sicher. Wegen zwei runtergekommenen, von Linksautonomen besetzten Gebäuden ziehen die Leute in Scharen nach Weimar. Da hinkt Werdau in der Tat hinterher. Ansonsten stünde es mit Weimar wohl auf Augenhöhe. :lach:


    Das habe ich nicht behauptet. Aber selbst im bräsigen Weimar sind solche Lebensentwürfe jenseits des "ganz normalen" seit Jahren möglich und gehören selbstverständlich zur Stadt und zur Kulturlandschaft dazu. In Werdau dagegen wären die beiden Häuser nur schwer vorstellbar. Und genau da liegt dann der Unterschied zwischen Weimar und Werdau.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Laut Duden ist eine Mär u.a. ein "unglaubwürdiger oder unwahrer Bericht". Die Autos haben aber schon gebrannt oder?


    Ja, haben sie. Für die weitere Diskussion wäre es allerdings hilfreich, Du würdest Dir die aktuelle Ausgabe des Kreuzers kaufen oder leihen - es gibt sie auch in Bibliotheken per Fernleihe. Dann liest Du Dir bitte durch, warum Martin Wagner in dem Artikel die Verwendung des Begriffes "urban violence"/"urbane Gewalt" durch den Soziologen Professor Kurt Mühler in der Debatte um die gewaltsamen Ausschreitungen in Leipzig kritisiert. Danach können wir diese Diskussion gern fortsetzen.

    Dekoratives Anführungszeichen


    Es gibt auch keine "pauschale[n] Verurteilungenen von Menschengruppen". Man greift hier "bürgerlicherseits" auf Selbstbezeichnungen der jeweiligen Gruppen zurück. Ich hab bisher auch noch keine Verurteilung von derartigen Anschlägen aus der Autonomen- oder Linksradikalen-Szene zu Gesicht bekommen.

    Du und andere behaupten immer wieder, es gäbe eine direkte Verbindung zwischen den Besucher_innen von soziokulturellen bzw. "alternativen Zentren" und den Bewohner_innen von "alternativen Hausprojekten" wie etwa der Gerber in Weimar oder Wagenplätzen auf der einen und den Täter_innen auf der anderen:

    Dekoratives Anführungszeichen


    Solang man die Brutstätten, denen diese Gestalten entspringen, weiter als "alternative Zentren" verharmlost, wird sich daran nichts ändern.

    Da dafür keine Belege angeführt werden können, weil es keine gibt, sind es lediglich "die permanenten pauschalen Verurteilungen von Menschengruppen, die aus Verdachtsmomenten gegen Einzelne hervorkriechen."

    Aber mal ganz abgesehen von der Halluzination einer unmittelbaren Verbindung zwischen "alternative Zentren" und den Täter_innen solcher Anschläge: Du gehst tatsächlich davon aus, dass es keine politisch motivierten Gewalttaten mehr geben wird, wenn der Staat, die Polizei oder Kommunalpolitik und -verwaltung gegen von Linken frequentierte Jugendzentren wie etwa das Conne Island oder gegen Wohnprojekte vorgeht und versucht, sie zu schließen?

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich hab bisher auch noch keine Verurteilung von derartigen Anschlägen aus der Autonomen- oder Linksradikalen-Szene zu Gesicht bekommen.

    Kann das vor allem daran liegen, dass die (Post)-Autonomen und die radikalen Linken ihre internen Debatten nicht in der BILD oder WELT austragen und auch nicht in der FAZ? Kann es auch daran liegen, dass innerlinke Debatten anders ablaufen als Verlautbarungen des CDU-Generalsekretärs? Kann es sein, dass es gar keinen Sprecher und keine Sprecherin "der Autonomen- oder Linksradikalen-Szene" gibt? Mir ist völlig klar, dass die Art und Weise der unten verlinkten Auseinandersetzung nicht so klar ist, wie Du es hören möchtest. Aber vielleicht passen ja auch nur die eigene Erwartung und die Regeln, Gepflogenheiten und Codes der angesprochenen politischen Szene nicht zueinander.

    Mitschnitt: Gewalt, Militanz und emanzipatorische Praxis – Machen die Richtigen alles falsch?
    Am 19. Oktober [2015] gab es im Conne Island eine Diskussionsveranstaltung in Reaktion auf die recht klassische geführte hiesige Debatte zu Gewalt & Militanz von links. Auf dem Podium diskutierten Jutta Ditfurth, Thomas Ebermann und Peter Nowak.
    http://jule.linxxnet.de/index.php/2015…n-alles-falsch/

    2 Mal editiert, zuletzt von LE Mon. hist. (26. Juni 2016 um 00:12)