Zeilgalerie (Abbruch 2016)

  • Zeilgalerie (Abbruch 2016)

    Laut Meldung des Property Magazine wird in den nächsten zwei Jahren die Zeilgalerie bei laufendem Betrieb für 61 Mio. Euro umgebaut.


    Details:


    - wesentliche Eingriffe in die Bausubstanz
    - exklusive Fassade mit völlig neuem Erscheinungsbild
    - innen wie außen zeitgemäß und hochwertig
    - deutlich vergrößerter Eingang
    - es soll das Konzept des "zip shopping" verfolgt werden (also die neuartige Bündelung von verschiedenen Nutzungen aus Einzelhandel, Gastronomie und Kultur nebeneinander)
    - die Fassade wird animiert, darauf wird Kunst gezeigt!


    Investor und Projektentwickluer ist die IFM Immobilien AG, die die Zeilgalerie 2008 gekauft hat.


    Erste Ansichten:





    Copyright: IFM Immobilien AG

  • Das sind sehr gute Nachrichten, vor allem die leuchtenden "Animationsflächen" sind klasse. Da die Hauptwache keinen Autoverkehr mehr verkraften muss und daher auch kein Autofahrer mehr durch Leutreklamen abgelenkt werden kann, bietet es sich an großflächige Beleuchtungskonzepte á la NYC Times Square oder London Picadilly-Circus rund um die Zeil zu etablieren. Die Stadtmitte würde dadurch noch mehr großstädtisches Flair erhalten.

  • Sieht vielversprechend aus! Doch nicht 61 Millionen Euro, sondern nur acht Millionen soll der Umbau kosten. Der höhere Betrag bezieht sich auf das Investitionsvolumen und schließt den Kaufpreis mit ein. Der Entwurf ist vom Büro 3deluxe, bekannt vor allem durch den spektakulären Innenausbau von Sven Väths Cocoon-Club.


    Auszug aus der Pressemeldung:


    [INDENT]Zudem nimmt der Eigentümer wesentliche Eingriffe in die Bausubstanz vor. Zukünftig soll sich die Zeilgalerie innen wie außen zeitgemäß und hochwertig präsentieren: In Zusammenarbeit mit dem Wiesbadener Designbüro 3deluxe wird IFM die Zeilgalerie mit einer exklusiven Fassade aufwerten und ihr so ein vollkommen neues Gesicht verleihen. Der Eingang wird deutlich vergrößert und somit einladender gestaltet. Dem Besucher auf der Zeil wird sich ein ungewöhnlicher Anblick bieten. Auf einer animierten Fassade soll in Zukunft Kunst zu sehen sein. Gleichzeitig werden die Besonderheiten des auch heute schon einzigartigen Gebäudes wie die Dreigliedrigkeit der Fassade weiter beibehalten und so die Identität des Bestandsgebäudes gewahrt.[/INDENT]
    Quelle: IFM Immobilien AG

  • Die schwarz-weiße Fassade, die Animationswand und der größere Eingang sind ein großer Schritt in die richtige Richtung. Man darf auf weitere Details gespannt sein und es scheint sich voll und ganz zu bewahrheiten, daß das MyZeil einen signifikanten Modernisierungsdruck für die direkte Nachbarschaft geschaffen hat.


    Leider behebt es aber nicht das Grundproblem der Zeilgalerie: Die Sackgassen-Situation und die fehlende Durchlässigkeit zu anderen Gebäuden. Weder ein direkter Übergang zum Kaufhof noch zum MyZeil wurden erwähnt. Sicherlich gibt es auf den Panorama Balkonen einen kleinen Überweg zum Kaufhof Restaurant, aber, nichtsdestotrotz, bleibt der Bau so weiterhin isoliert von seinen Nachbarn und die notwendige "Durchgangskundschaft" ist so nicht gewährleistet. Zudem fehlt ein großer Ankermieter wie das Saturn Hansa im MyZeil (was auch am fehlenden Platz liegt).


    Ich erinnere mich noch sehr genau an die Eröffnung der Zeilgalerie im Jahr 1992. Die Architektur wurde damals sehr gelobt und der Mietermix war nicht unähnlich zum jetzigen MyZeil (hochwertige Gastronomie und Einzelhandel). Leider erwiesen sich viele der Parzellen als zu klein, teilweise schwer/umständlich zu erreichen und das gehobene Klientel zeigte dem Center die kalte Schulter. Schnell wurde der Kaufhof Übergang und Imax Kino geschlossen. Institutionen wie das Bon Marché oder das sehr gute japanische Restaurant (Name leider entfallen) zogen aus. Nun befinden sich, gefühlt, viele Ramsch-Läden in der Galerie, wie auch einiges an Leerstand. Das Klientel ist sehr jung und von den ursprünglichen Mietern (wie H&M, Benetton) sind nur noch eine Handvoll vertreten. Mit anderen Worten: Der Niedergang der Zeilgalerie war durchaus hausgemacht.


    Ich hoffe das hauptsächliche Ziel der Revitalisierung ist es die Mieterzusammensetzung wieder etwas attraktiver zu gestalten und neue Kundschaft in die Galerie zu locken. Gut genug ist die Lage allemal. Vielleicht werden ja auch weitere Details zu den angesprochenen Punkten (Sackgasse, Durchlässigkeit) noch enthüllt und viele Bedenken erledigen sich von selbst.

  • Also ich finde die Animation sieht sehr sehr vielversprechend aus ! Ich habe allerdings so den Eindruck die Zeilgalerie wird versuchen Auswärtigen glaubhaft zu machen sie sei das MyZeil ;)

  • Irgendwie vermisse ich da die Architektur. Auch Architekten sollte es zu denken geben, wenn die Fassade zu großen Teilen nur noch aus animierten Flächen besteht. Wo bleibt da die Gestaltung? Ist das nicht genau der Fassadismus, der Nostalgikern wie mir immer vorgeworfen wird? Die Nachtaufnahme kann mich nicht beeindrucken, nach Geschäftsschluss ist die Zeil leer wie eine Kleinstadt mit 5.000 Einwohnern, und das schaut sich keiner mehr an.

  • Von neuer Architektur war hier glaube ich auch nicht die Rede, tagsüber schwarz/weiß verkleidet und in den Abendstunden animiert. Ich bin mir noch nicht so sicher ob mir das gefällt, das Schwarz dominiert doch sehr und erschlägt einen fast, wenns denn so wird wie auf den gezeigten Bildern und die Fenster werden bestimmt nicht golden leuchten.
    Miguel schreibt, dass der Eingang futuristisch und hochwertig wirke, dem kann ich mich nicht so richtig anschließen. Für mich wirkt der Eingang eher gedrungen und zu niedrig, andererseits allerdings um Längen besser als der Istzustand.
    @RMA2000 Im Winter wird es früher dunkel, dann beeindruckt die Nachtaufnahme teilweise schon ab 17 Uhr. (nur zur Info :))

  • Vor allem der Teil aus grauem gefaltetem Lochblech der jetzigen Fassade wirkt doch ziemlich überholt. Aus meiner Sicht zweifelhaft, ob solche Maßstäbe an die Architektur angelegt werden können wie oben erwähnt. Fassaden von Einkaufszentren sind nun mal etwas Besonderes. Es gilt große, an sich ungegliederte und überwiegend fensterlose Flächen attraktiv zu gestalten. Das ist dem Wiesbadener Büro hier sehr gut gelungen, wie ich meine. Besonders wenn man berücksichtigt, dass das Budget nicht so fürchterlich groß ist.


    Ergänzend zwei hoch aufgelöste Visualisierungen, die mir von der beauftragten Agentur zugeschickt wurden:




    Bilder: IFM Immobilen / 3deluxe


    Und die heutigen Berichte der Frankfurter Zeitungen:


  • @ thomas, ich meinte mit Eingang weniger den tatsächlichen Eingang zur Zeilgalerie (der wirklich noch etwas größer hätte ausfallen können), sondern vielmehr das westliche Ende der Zeil, also den Eingang von der Hauptwache aus kommend in die Zeil. Kurz: das Ensemble von neuem Kaufhof, neuer Zeilgalerie, neuem MyZeil und dem anschließenden Haus, wo Pohland, Douglas und Appelrath drin sind. Diese vier geben doch einen sehr hochwertigen und futuristischen Eindruck ab, wie ich finde. Und das passt gut zur Zeil! :daumen:

  • Miguel : Ja, das hatte ich falsch verstanden.
    Ausserdem ist der neue Eingang auf Schmittchens Bildern auch erheblich höher, es scheint hier noch nicht das letzte Wort gesprochen zu sein. Vielleicht kommen ja noch weitere Visualisierungen.

  • Ich finde es ein bisschen schade, dass das Äußere der Zeilgalerie so gravierend umgestaltet wird, denn die bisherige Form ist ein gutes Beispiel postmoderner Architektur, die in Frankfurt leider recht selten geblieben ist. Das verwinkelte Blechfeld rechts ist für sich natürlich nicht sehr ästhetisch, von der Wirkung dieses Großbildschirms lasse ich mich einfach mal überraschen...


    Das Konzept für den Verkaufsbereich klingt interessant - mal sehen, wie revolutionär es im Endeffekt sein wird, oder ob sich nicht doch wegen den Gewohnheiten der Leute bald wieder die gewöhnliche Einzelhandels-Routine einstellt... ;)

  • Da kann ich mich "Fachwerkhaus" nur anschließen. Abgesehen von der Lochblechfassade auf der rechten Seite ist die Zeilgalerie sehr aufgelockert und modern gestaltet. Wie auf Gizmos Bildern zu sehen, ergibt sich tagsüber ein interessantes, in der Zeil einmaliges Bild.


    Und auch bei Dunkelheit übertrifft der gegenwärtige Zustand den Entwurf (zumindest im linken Bereich):



    Bild: Beggi

  • Ich mag es immer noch, die Zeilgalerie zu betreten und dann diesen Blick aufwärts hinein gerichtet - das hat leichte Anklänge an einen Borg-Kubus, sehr spacig.
    Wenn die Zeilgalerie allerdings weiterhin so isoliert von myZeil und Kaufhof bleibt, dann wird sie, so schmal wie sie ist, auch weiterhin nach außen wie ein größerer Shop mit mehreren Etagen (ähnlich H&M gegenüber myZeil) wirken und damit auch nur Kundschaft in dieser Größenordnung anlocken. Zumal der Eingangsbereich nicht mehr schräg angeordnet sein wird, sondern sich der Fassadenfront der gesamten Zeil anpasst und damit optisch untergeht. Gerade auch weil er nicht direkt unter dem Lockobjekt Bildschirm angeordnet ist. Man steht also vor dem Screen und schaut nach unten und entdeckt nur die Schaufenster des Benetton-Shops statt die Aussicht auf mehr Gelegenheiten.
    Der Kaufhof hat an drei Seiten Eingänge und der Haupteingang liegt prominent zur Hauptwache gerichtet. myZeil hat zwei sehr breite Eingangszonen an zwei verschiedenen Straßen, von denen die zur Zeil entsprechend inszeniert ist.
    Damit kann die Zeilgalerie eigentlich nur durch Symbiose mit den Nachbarn die Zahl der Kundschaft erhöhen. Sonst wird, wenn nach dem Umbau der Neuigkeitsfaktor erstmal weg ist die Kundenfrequenz wieder auf heutiges Niveau sinken. Solch Symbiose wird sicher nicht zum Schaden der Nachbarn sein. Ich halte es für eine win/win-Situation.
    Ich kann nur an die Betreiber appellieren, ihr wollt die Flächen in euren Objekten zu möglichst hohen Mieten belegen. Die werden aber nur erzielt, wenn sich entsprechend Umsatz generieren läßt. Das kann einmal über das Preisniveau erreicht werden. Da hat man allerdings mit der Goethestraße samt Nebenlagen und künftig der Fressgass zu starke Konkurrenz. Das kann aber zweitens auch durch hohe Kundenfrequenz erreicht werden. Die bekommt man aber zuallererst über Zugänge, Zugänge, Zugänge. Zu Zugängen zähle ich auch die Rolltreppen als Zugänge zu den oberen Etagen. Dabei ist zum einen die Sichtbarkeit, die Attraktivität, ich nenne es mal den Verheisungsfaktor und zum anderen die Verfügbarkeit entscheidend. Die Wichtigkeit der Verfügbarkeit von Zugängen hat sich ganz deutlich beim Eröffnungsandrang der myZeil gezeigt. Es mußten zeitweise die äußeren Zugänge gesperrt werden, weil die Zu- und Abgänge zu und von den oberen Etagen überlastet waren. Hätte es Gelegenheiten zum Abfließen der Kundenmassen über die Nebengebäude gegeben, so hätte sich die Lage nicht so zugespitzt. Diese ganze Seite der Zeil hätte von der Eröffnung profitiert. Das wäre zwar vordergründig erstmal kein direkter Vorteil für myZeil gewesen, würde aber mittel- bis langfristig die Attraktivität auf dieser Zeilseite entsprechend erhöhen. Gut zu besichtigen gewesen bei den als Bypass genutzten Rolltreppen im Ansons. Da sind bestimmt etliche Zufallskunden in den Shop geschwemmt worden.
    Also im Eigeninteresse, bitte mehr Kooperation.
    Und denkt bei der Zeilgalerie über Zugänge zur B-Ebene nach!!! Eventuell lassen sich an solch einem Zugang noch zwei, drei Einzelhandelsflächen unterbringen. Man könnte es gemeinsam mit dem Kaufhof neu strukturieren. Kaufhof muß auch daran gelegen sein, seine ziemlich tote Drogerie-, Foto-, Service-Ecke zu beleben genau wie die Zeilgalerie ihr recht totes Untergeschoss. Ich möchte in diesem Zusammenhang nur mal auf das neue offene Konzept der B-Ebene am Hbf. um Burger King herum verweisen. So kann es gehen.

  • Also irgendwie hat Frankfurt relativ schöne postmoderne technizistische Gebäude. Die Zeilgalerie wäre so ein Beispiel, aber nunja, die Investoren versuchen halt zeitgeistig zu sein.


    Es gibt wesentlich schlimmere Gebäude.


    Ist eigentlich schade, wenn die Fassade verschwindet, seltsamerweise verbleiben uns dann immer nur topmoderne Gebäude, sowie welche vor den 70iger Jahren, die unter Denkmalschutz gestellt wurden. Alles dazwischen scheint egal zu sein.

  • Die Neugestaltung der Fassade verspricht imho durch die Visualisierungen mehr als zum Schluss tatsächlich rauskommen wird. Sieht erstmal schick aus, reduziert sich am Ende wahrscheinlich doch wieder auf "ein paar Eimer Farbe".
    Der Medienfassade traue ich auch noch nicht. Ich erinnere mich gut daran dass die aktuelle Fassade mit den gekippten Lochblech-Paneelen als interaktive Medienwand geplant war, und in den ersten Monaten des Betriebs auch so eingesetzt wurde. Mit Lichtfarben von Blau bis Rot wurden der Aktivität auf der Zeil entsprechend die Fassade mit verschiedenen Szenarien bespielt. Irgendwas wurden auch mal Kurzfilme auf der Fassade projiziert. Als das dann alles aufgrund zu hoher Betriebskosten der im Niedergang befindlichen Zeilgalerie einfach abgeschaltet wurde blieben dann halt nur noch die Lochbleche übrig.
    Nun wird also (mit modernerer Technik) diese Idee wieder reanimiert. Aber wie gruselig wird es denn, wenn den Betreibers das zeigen von schicken Grafik-Animationen wieder zu teuer wird und Sie auf die Idee kommen das man ja auch Werbespots laufen lassen kann...?

  • Gegen Werbespots hätte ich nichts. Wahrscheinlich interessanter als irgendwelche Pseudokunstanimationen. Und Geld verdienen kann man damit auch noch.

  • Mal anders herum: Würdest Du vorher sagen, dass Du im Rahmen der Revitalisierung eine riesige Werbetafel auf der Zeil anbringen möchtest? Nein, das würde keinen so guten Eindruck machen.
    Wenn sie allerdings erstmal da ist und dann z.B. für die Shops im Inneren ab und zu Werbung einngeblendet wird (und später, wenn wir uns alle dran gewöhnt haben, auch nicht nur ab und zu), wird der große Aufschrei ausbleiben.


    Und: Ist Werbung nicht auch irgendwie Kunst?
    ;-)



    Edit:
    Was ich auch witzig fände, wenn sie ab und zu einen virtuellen Trichter dort hin projizieren würden...

  • headz . ungefähr so "gruselig" wie die Werbung am Picadilly Circus in London oder Times Square in NYC, nämlich gar nicht gruselig sondern klasse! Mein Gott. Die Zeil ist Kommerz-Pur, wer sich dort hinbegibt erwartet Kohle, Kaufen, Verkaufen, Werbung, Cash, Money, Geld ausgeben warum nur muss man so etwas in Deutschland immer peinlich verbergen? Welche Aufgabe passt besser zur Zeil als Waren zu verticken?