Europacity Allgemeines

  • Ach wie froh wäre ich, mit einem knarzenden Holzfußboden, einem echten Hinterhof, einem schönen warmen Kachelofen und undichten Fenstern. Zentralheizung, Doppelfenster und niedrige Decken und man glaubt jeden Morgen, man müsse gleich ersticken. Aber ich will nicht meckern, schließlich leben wir heute in einer neuen Zeit.


    Ansonsten gibt es zum Namen des Geländes ja ein recht einhelliges Meinungsbild:


    mkwiteaux - Warum der Name? (nichts gegen Anglizismen, aber einen Bezug zu "Europacity" kann ich nicht wirklich legen)


    kaktus - Einen anderen Namen hätte ich mir auch gewünscht, obwohl es mit den "Quartieren" langsam auch mal gut sein sollte.


    million - Dieses City-Gehabe nervt mich auch ein bisschen - zumal deutsch/englisch gemischt finde ich immer etwas peinlich.


    PhilippK - Nicht nur, dass sich "Europacity" in Ohren von englischsprachigen Personen einfach nur falsch anhört, nein, auch in deutsch hört es sich bekloppt an.


    Stunden - Hier dazu der Artikel aus dem Tagesspiegel, der das Projektareal als "Eurocity" bezeichnet, was meiner Meinung nach noch fader kling als Europacity.

    Was wäre eingentlich so schlimm daran gewesen, wenn man das Bahnhofsviertel „Bahnhofsviertel“ genannt hätte?

  • Naja, um das Viertel einfach "Bahnhofsviertel" zu nennen, gibt es in Berlin einfach zu viele Bahnhöfe, das wäre dann schon irgendwie unpassend. Wenn dann müsste man es "Hauptbahnhofsviertel" oder -mit historischem Bezug- "Lehrter Bahnhofsviertel" nennen. Ich denke ein natürlich gewachsenes, und nicht auf dem Reißbrett geplantes, Viertel an dieser Stelle würde wohl am ehesten "Heidekiez" bzw. "Heideviertel" heißen. Da diese Bezeichnungen aber anscheindend nach Meinung der Entscheidungsträger nicht werbewirksam genug sind, haben wir jetzt mit diesem Unwort "Europacity" zu leben. Da sich der Europaplatz unmittelbar südlich an das Gelände anschließt, kann ich den Namensbezug schon nachvollziehen, und mit der Bezeichnung "Europaviertel" hätte ich auch gar kein Problem, aber "Europacity" hört sich einfach bescheuert an!

  • will das gerne auch mal hier vermerken.


    Ein paar news zur straßenbahn:


    Erfreulich, dass es zumindest vorangeht. das planfeststellungsverfahren für das legen der Schienen von nordbahnhof über invalidenstraße zum hauptbahnhof ist abgeschlossen. Einer der Kommentare beklagt zurecht, das jeder bauer mit seiner klage so ein wichtiges projekt ewig lange aufhalten kann.
    vor gericht gehen ist wichtig, aber das es immer SO lang dauern muss...


    naja, ich freu mich jedenfalls auf tram+ kleines leibinger-hochhaus und hoffentlich bald ein bisschen stadtflair.


    http://www.tagesspiegel.de/berlin/art270,3035813

  • Aua

    Ausschnitt aus dem Spiegel Artikel: "Die Bewohner sehen das eher so: Alles wird baulich umgekrempelt, es wird schick und teuer, die Mieten werden steigen, und wenn die ersten Wohnkomplexe verkauft und Miet- in Eigentumswohnungen umgewandelt werden, dann ist der Masterplan auf den Weg gebracht." Wie peinlich, wenn sich noch nicht mal Mühe gemacht wird, das Areal zu besichtigen oder ins Internet zu schauen. Dann würde man auch feststellen, dass das Gelände größtenteils ungenutzt ist und selbstverständlich beherbergt der Hamburger Bahnhof keine Wohnungen (und die können dann auch nicht umgewandelt werden). Naja, Hauptsache man hat mal einen kritischen Artikel geschrieben.
    :nono: W. Brandt


    Flexible Stadtplanung


    Spiegel Online berichtet heute von einem Wettbewerb des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft. ....

  • #81: leider ein etwas unsachlicher Konter. Es sind natürlich die Auswirkungen auf die umliegenden Moabiter Kieze gemeint. Diese werden bei einer Umsetzung des Masterplans logischerweise mit aufgewertet - ob man das nun gut findet oder nicht. Auch wenn man leicht den Eindruck haben könnte, baut man nördlich des Hauptbahnhofes eben nicht in der Wüste, sondern mitten in der Stadt.

  • Diese werden bei einer Umsetzung des Masterplans logischerweise mit aufgewertet - ob man das nun gut findet oder nicht.


    Sorgen um mögliche Aufwertung umliegender Stadtteile halte ich für ein Luxusproblem. Nach der seltsamen Logik des SPIEGEL-Artikels darf man keine Brachflächen bebauen und keine Slums sanieren, damit schlechtes Image des Stadtteils die Mieten niedrig hält. Würde man sie befolgen, säen unsere Städte so aus.


    Beunruhigend finde ich die "Leuchtturm-Ideen", die auf eine Simulation des Kiez abzielen. Ein Graffititurm? Das Freibad an der Stelle des künftigen Hafenbeckens gehört nicht ganz in diese Kategorie, doch ich kann mir die Protestwelle und kritische SPIEGEL-Artikel vorstellen, wenn die Zielinvestition kommt und das Bad geschlossen wird.


    Als problematisch könnte sich erweisen, dass für das Gebäude kein Architektenwettbewerb notwendig ist


    Einen Wettbewerb für jedes Gebäude mit 4500m² BGF halte ich für übertrieben. Erst wenn die Entwürfe veröffentlicht werden, wird man sagen können, ob ein Problem vorliegt. Ein innovativer Investor könnte sie frühzeitig veröffentlichen und die Reaktionen bei Bedarf korrigierend berücksichtigen.

  • Daß rund um den Hauptbahnhof irgendetwas aufgewertet wird, halte ich auch - bestenfalls - für ein Luxusproblem.


    Aber daß Hotels und Büros einen Stadtteil formen, das wird nicht klappen.


    Am Potsplatz hat man seinerzeit harte Quotierungen für's Wohnen eingeführt. Aber das war auch ein historischer Ort. Ob dies im "Europaquartier" funktioniert? Fraglich, vor allem mit dem wettbewerbsentschiedenen Städtebau des 20. Jahrhunderts. Das ganze Quartier ohne jegliche Spannung...

  • #81: leider ein etwas unsachlicher Konter. Es sind natürlich die Auswirkungen auf die umliegenden Moabiter Kieze gemeint. Diese werden bei einer Umsetzung des Masterplans logischerweise mit aufgewertet - ob man das nun gut findet oder nicht. Auch wenn man leicht den Eindruck haben könnte, baut man nördlich des Hauptbahnhofes eben nicht in der Wüste, sondern mitten in der Stadt.


    Das Gelände ist durch die unüberwindbaren Bahnanlagen und den Schifffahrtskanal praktisch vollständig vom Rest Berlins isoliert. Daher erwarte ich da auch keine größeren Auswirkungen auf umliegende Gebiete. Es sei denn es würden mehrere Fußgängerbrücken über die Bahnstrecke nach Westen installiert. Östlich des Kanals ist ohnehin kein Wohngebiet sondern es herrscht eher Friedhofsruhe.


    Attraktiv für Fußgänger und Gastronomie wird wohl nur die neue Promenade am Kanal und eine mögliche Erweiterung zu einem kleinen Hafenbecken sein.

  • Das Problem einer gewissen "Isolierung" der Europacity sehe ich auch. Es sind zwar auf den Bauklötzchen-Modellen mehrere Brücken über den Kanal zu sehen und im Norden hat man den Anschluss zur Perleberger Brücke und zur Sellerstr., aber dort sind erstmal mehr Gewerbe, Verkehrstrassen und Schering zu finden als Kieze.


    Andererseits hat der HBF bereits eine allmähliche Auswirkung auf den Moabiter Nachbarbereich südliche Lehrter Str. und Seydlitzstr.: Neue Hotels/Hostels führen hier bereits zu Konflikten mit den Anwohnern, die Stadtmission ist betroffen, auf dem Gelände des ehem. Freibads (bzw. Tentstation) wird ein Wellness-Bad gebaut, neue Reihenhäuser entstehen... Alle sehr langsam, aber es passiert eben doch.


    Ich bin allerdings ziemlich sicher, dass sich die Entwicklung und Realisierung der Europacity sehr lange hinziehen wird, und/oder dass die großen Pläne später mangels Bedarf sogar (gewaltig?) abgespeckt werden. Man wird sehen.

  • Baumassenvisualisierung mit Architektur

    Stück für Stück können wir nun bei der Europacity Architektur statt Baumasse zeigen. Hier der letzte Stand (wobei beim Gebäude von "Ernst Basler & Partner" die Architektur zwar schon feststeht, aber noch nicht eingebaut ist).
    :) W. Brandt


  • Aktualisierter Stand

    Hier der aktualisierte Stand zur Europacity mit Mietern, Käufern und Investoren. Heute kam 50Hertz hinzu und in den nächsten zwei Wochen wird es weitere News zu neuen Nutzern geben.
    :) W. Brandt



    PS: Mir ist gerade aufgefallen, dass das Bild im Hintergrund noch aktualisiert werden muss (CUBE und Steigenberger sind nicht visualisiert) - wird nachgereicht.

    Einmal editiert, zuletzt von Fuzzi () aus folgendem Grund: Hinweis auf Bildaktualität

  • Vom Hochhaus auf dem Europaplatz hat man sich wohl gänzlich verabschiedet? Nicht mal ein "normal" hoher Bau als Alternative?


    Ich würde ja auf dem Gelände gegenüber Hotel One an der Trasse gerne die Zentralbibliothek sehen, aber wahrscheinlich ist es völlig unlogisch eine Zentralbibliothek auch wirklich zentral zu bauen. ;)

  • Ja die Bilder von Backstein sind wirklich schön,im Gegensatz zu den Bebauungsplänen der Europacity.
    Da hat man ein zentral gelegenes Gebiet,direkt hinter dem Hbf,man muss wenig bis keine Rücksicht auf Nachbarbebauung nehmen.Und was kommt dabei heraus ?
    Die üblichen Blockrandphantasien bis zum Abwinken.
    Man hätte den Planern eine aus Steuergeld finanzierte,mehrmonatige Weltreise schenken sollen.Buenos Aires,Medellin,Dehli,Kopenhagen,Addis Abeba usw.
    So viele Möglichkeiten und so wenig frische Ideen.Ich find es echt traurig,dass Berlin sich so pomadig gibt.
    Und.Bitte bei den Hochhäusern darauf achten,dass sie nicht mehr als 70m Meter hoch werden.:lach:

  • ich hoffe, dass es nun schnell weiter geht, da diese brachlandschaft unverzüglich bebaut werden sollte. hinter dem hauptbahnhof ist genug platz um schöne, neue , moderne, spektakuläre bauten zu errichten. ein zweites "potsdamper platz " bzw. "sony-center" wäre meine vorstellung-leider aber entstehen dort normale , niedrigbauten ohne dass es spektakulär ist. schade auch, dass das "sharaton hotel" nicht gebaut wird! das wäre eine initialzündung gewesen für weiter neue bauten!


    grüßle aus stuttgart!

  • Naja, "Initialbauten" gibts ja immer wieder ohne dass das irgendwas "initialisiert". In Berlin hat man sich doch wahrscheinlich schon dran gewöhnt, dass alles etwas länger dauert als vorher geträumt. Es geht halt alles etwas gemächlicher voran, siehe Media Spree oder Alexanderplatz.

  • Das vermute ich auch. Berlin hat eine riesige Fläche im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl und ist dazu noch polyzentrisch. Daher kann man keine großen Fortschritte in einem Gebiet beobachten, sondern in vielen Gebieten kleine. Das wird schon, nach und nach. Berlin gewinnt langsam aber stetig an Wirtschaftskraft und das wird irgendwann auch die Basis für größere Entwicklungsschübe sein. Gemessen an der Ausgangslage 1990 und dem heutigen Entwicklungsstand ist schon sehr viel passiert und viele Lücken sind geschlossen worden.

  • necrokatz und Richard Neutra:
    Ich glaube auch, dass es eine gute Dynamik gibt, die sich recht weit im Stadtgebiet verteilt und es gibt gleichzeitig eben auch Gebiete wo es schneller klappt als anderswo. Die Europacity scheint langsam die berühmte "kritische Größe" zu erreichen...

    Einmal editiert, zuletzt von jan85 () aus folgendem Grund: wenig Neues, daher kein neuer Eintrag