• Ich würde einiges nicht so hart formulieren. Aber es war schon wild, dass selbst die AfD in dieser Stadtratssitzung die CDU dafür rügte, so ziemlich alle ungeschriebenen Regeln im Stadtrat zu missachten - in dem Falle bei dem CDU-Antrag "Auflösung der LQEG" (Antrag - VIII-A-03110, https://ratsinformation.leipzig.de/allris_leipzig…TOLFDNR=2205801). In vielen Fragen, gerade bei Verkehrsthemen, aber auch beim "klassischen Kulturkampf gegen die linksgrüne ex-Mehrheit" agiert die Leipziger CDU mittlerweile noch radikaler und disruptiver als die AfD. Zum Teil wird es auch damit zu tun haben, dass der Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion am 21. Februar und 21. März 2027 gern zum Oberbürgermeister gewählt werden würde. Aber es ist auch unabhängig davon und schon länger so.

    Der CDU-Änderungsantrag VII-DS-09678-ÄA-01-NF-01zum "Bau- und Finanzierungsbeschluss Ausbau Georg-Schumann-Straße von Böhmestraße bis Delitzscher Straße (Chausseehaus)" erhielt 25 Ja-Stimmen: 9 x CDU, 11 x AfD, 3 x BSW, Klaus-Peter Reinhold (FDP), Stefan Rieger (FW). Zwei BSW-Stadträte enthielten sich. Die 32-Nein-Stimmen kamen von der LINKEN (11), B90/Grünen (10), SPD (6), Freien Fraktion (4: 1 x Piraten, 2 x Die PARTEI, 1 x FDP) und vom Oberbürgermeister.

    Allerdings würde ich nicht von Koalitionen sprechen, auch wenn bei Verkehrsthemen fast immer die genannten Fraktionen und fraktionslosen Stadträte gemeinsam abstimmen. Wir haben immer noch wechselnde Mehrheiten und bei anderen Themen bilden sich ganz andere "Koalitionen", was sich auch in dieser Stadtratssitzung zeigte.

    Dass die Leipziger CDU-Fraktion am Mittwoch und Donnerstag wieder einmal geschlossen mindestens zwei Anträgen der AfD-Fraktion - zum einen zum Austritt aus kommunalen und internationalen Bündnissen „Städte Sicherer Häfen“, zur Beendigung der ideellen Patenschaft für das außer Betrieb genommene Seenotrettungsschiff "Rise above" und zur Ausnahme von Asylbewerber*innen über den gesetzlichen Verteilungsschlüssel hinaus (https://ratsinformation.leipzig.de/allris_leipzig…TOLFDNR=2205725) und zum anderen zur maximalen Beschränkung des Beschwerdemanagements der Ausländerbehörde und zur Einstellung der Berichterstattung des Stadtrates über das Feedbackmanagement der Ausländerbehörde mittels Informationsvorlage (https://ratsinformation.leipzig.de/allris_leipzig…TOLFDNR=2207911) - zugestimmt hat, ist dabei auch nicht überraschend, sondern mittlerweile die Regel.

    Friedrich Merz im Dezember 2021: "Die Landesverbände, vor allem im Osten, bekommen von uns eine glasklare Ansage: Wenn irgendjemand von uns die Hand hebt, um mit der AfD zusammenzuarbeiten, dann steht am nächsten Tag ein Parteiausschlussverfahren an." Dies ist aber allgemein schlecht gealtert und wie schlecht sehen wir voraussichtlich ab nächsten Sonntagabend.

    Einmal editiert, zuletzt von LE Mon. hist. (5. September 2026 um 05:16)

  • Hier übrigens noch nachträglich einige Meldungen vom Bürgerverein Gohlis e.V., in dem sich allerdings laut Ansicht der CDU-Stadträtinnen und -Stadträte nicht die richtigen Bürger*innen zusammengeschlossen haben, denn sonst würden sie ja nicht solche bürgerfeindlichen Aufrufe starten:


    Georg-Schumann-Straße: Bürgerentscheidungen achten – Später Änderungsantrag gefährdet Kompromiss und Stadtteilentwicklung

    https://www.gohlis.info/23780/pressemi…humann-strasse/


    offener Brief an die Stadtratsfraktionen zur Sanierung der Georg-Schumann-Straße

    https://www.gohlis.info/23771/offener-…humann-strasse/


    Die CDU schätzt das Ergebnis so ein - wobei vom Stau nach meiner Erinnerung in der Stadtratsdebatte gar keine Rede war:

    Interessant wird es, in den kommenden Jahren den Umbau der Georg-Schumann-Straße zu beobachten. Denn wie unser Stadtrat Andreas Schultz zusammenfasste: „Wenn sich die Verwaltung am Beginn der Georg-Schumann-Straße verplant, wird die ganze Straße zum Staumagneten.“ Leider lässt der erste Ratsbeschluss dazu die Vermutung nicht kleiner werden. Auch wurde unser Antrag abgelehnt, 80 Prozent der jetzigen Stellplätze an der Straße zu erhalten.

    https://www.cdu-fraktion-leipzig.de/news/lokal/135…ommerpause.html

    Einmal editiert, zuletzt von LE Mon. hist. (5. September 2026 um 05:27)

  • Fr. Heymann ist nicht von anderen instrumentalisiert, sie denkt selbst und wirklich so (hinterhältig). Das ist mit in einigen persönlichen Gesprächen bewusst geworden. Entschuldigend muss erwähnt werden, dass sie selbst die Tragweite nicht überblickt. Der Doktorgrad wurde offenbar nicht in Verkehrswissenschaft / Städtebaudisziplinen erworben.

  • Ich muss schon gestehen, dass es ziemlich skurrile Forderungen seitens der CDU waren.


    Vor etlichen Jahren wurde die B6n weiter nördlich gebaut um die Verkehr aus der Georg-Schumann umzuleiten. Damit haben sich Möglichkeiten aufgetan, die Georg-Schumann zu einer Quartiersstraße umzugestalten. Ihre schiere Länge als Gerade hat eine grundlegende Problematik für eine städtebauliche Differenzierung. Was einer der Gründe ist, warum die Umgestaltung so dringend notwendig ist.

    Eine Einteilung der Straßenraumgestaltung in die jeweiligen Stadtviertel, mehr Durchlässigkeit zwischen Nord- und Süd (Ost-West-Struktur dekonstruieren), immer wieder Brüche der Gerade durch Grün- und Aufenthaltsflächen an Kreuzungspunkten und Schulen, vor allem eine deutliche Verschattung und teilweise Entsiegelung des Straßenraums, keine Tram-Rennstsrecke welche die Straße in zwei Hälften teilt, breite Gehwegflächen.

    Damit wären Grundvoraussetzungen geschaffen, die dort schon zaghaften kulturellen Erscheinungen hervorzuheben und weiter zu fördern.

  • Ich freu mich einfach sehr, dass der Beschluss zur vorderen Georg-Schumann-Straße so getroffen wurde. Schon lange bin ich der Meinung, dass in und um Gohlis das größte Potenzial in Leipzig ist, also hier in Zukunft noch die meiste Dynamik zu erwarten ist, während Stadtteile wie die Südvorstadt oder Plagwitz, wo ja schon sehr viel erreicht wurde, bestenfalls auf der Stelle treten.

    Vielleicht kommt irgendwann auch der neue Stadtteil „416“ in die Gänge, dann ist das Entree in die Georg-Schumann-Straße, das Scharnier am Chausseehaus, umso wichtiger. Wie wichtig, identitätsstiftend Magistralen sind, zeigen Karl-Heine und Karli.

    Dass es Unterschiede zwischen Parteien gibt, ist gut so. Sollen die Wähler/innen entscheiden, wer ihr Vertrauen bekommt. Rücksichtslos dem Auto Vorrang einzuräumen, scheint mir in Großstädten kein allzu zukunftsfestes Erfolgsrezept zu sein. Überall verändert sich die Mobilität und geht (langsam, aber stetig) weg vom MIV.

    Das Problem fehlender ÖPNV-Anbindungen und mangelnden Komforts, auch durch stellenweise Überbelegung, bleibt uns erhalten. Dagegen sind die neuen Bahnen ein im Gesamtbild kleiner, aber richtiger Schritt.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Damit wären Grundvoraussetzungen geschaffen, die dort schon zaghaften kulturellen Erscheinungen hervorzuheben und weiter zu fördern.

    So zaghaft sind die gar nicht. Nach Plagwitz und einem Stückchen Lindenau dürfte es die Gegend mit den meisten Ateliers und Galerien sein, auch wenn ich das zahlenmäßig nicht belegen kann. Die „Nacht der Kunst“ bietet jährlich einen Einblick in die lebendige Kulturszene entlang der Georg-Schumann-Straße bzw. der angrenzenden Gegenden.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Dass es Unterschiede zwischen Parteien gibt, ist gut so. Sollen die Wähler/innen entscheiden, wer ihr Vertrauen bekommt.

    Die Kritik an der CDU-Fraktion betrifft nur zum Teil ihre Forderung nach dem Erhalt aller bzw. in einer späteren Neufassung von 80 Prozent der 82 PKW-Stellflächen, die auch erst 2012 geschaffen worden waren, und nach dem Verzicht auf die meisten geplanten Bäume. Das halten viele einschließlich mir für eine politisch falsche, aber grundsätzlich legitime Position. Überwiegend - und so auch bei der Ratsversammlung - geht es hier jedoch darum, dass die CDU-Fraktion am Ende eines mehrjährigen Diskussions-, Abstimmungs- und Planungsprozesses mit mehreren Runden Bürger*innenbeteiligung, auf den sich alle Fraktionen einschließlich der CDU vor längerer Zeit geeinigt hatten, beim Bau- und Finanzierungsbeschluss sagt, dass ihnen der gesamte mehrjährige Prozess völlig egal ist, weil da offenbar die falschen Anwohner*innen und die falschen Bürger*innen beteiligt waren (so CDU-Stadtrat Andreas Schultz) und weil frühere Stadtratsentscheidungen ja mit Mehrheiten gegen die Forderungen der CDU getroffen wurden. Und das daher jetzt der Prozess einfach mal kurz vor dem Ende abgebrochen werden und neu geplant werden soll. Der Haushalt, eingeworbene Fördergelder und zeitliche Planungen wie etwa für die XXL Plus-Straßenbahnen sind ihnen dabei egal, es geht um die Signalwirkung für die ganze Straße und die gesamte Stadt.

    Vor allem der Redebeitrag von CDU-Stadtrat Andreas Schultz lohnt sich wirklich mal anzuschauen/anzuhören:

    https://www.leipzig.de/rathaus/stadtr…ammlung#c213658 - ab 2 : 18 : 36, Schultz ab 2:25:56

    Dazu fast alle anderen Redner*innen, v.a. Sven Morlok (FDP) ab 2 : 41 : 53. Nochmal Andreas Schultz ab 2 : 49 : 50 und Sabine Heymann ab 2 : 51: 43.

    3 Mal editiert, zuletzt von LE Mon. hist. (5. September 2026 um 18:10)

  • Ist schon richtig, muss man nicht vernünftig finden. Dennoch kann man einen finalen Beschluss am Ende einer langjährigen Planungsphase umkrempeln. Bei manchem schlecht gealterten oder noch nie guten Projekt würde ich mir ein Ende mit Schrecken wünschen. Sonst könnte man sich eine solche Stadtratsabstimmung sparen, wenn alte Beschlüsse früherer Stadträte grundsätzlich nicht mehr revidiert oder auch umgeworfen würden.

    Das Argument mit den erst 2012 geschaffenen Parkplätzen überzeugt mich von allen Gegenreden noch am wenigsten. Diese ergaben sich m. E. aus dem Wegfall von Kfz-Spuren. 2012 wurde dem Auto somit keine Fläche entzogen und das ist nun anders. Das darf man ruhig so sagen. Ich find‘s gut, aber es ist auch ok, wenn andere für die Parkplätze streiten und dafür auch geänderte Machtverhältnisse im Stadtrat auskosten wollen. Verantwortlich dafür sind letztlich die Wähler/innen, die ihren Stadträten auch direkt mitteilen sollten, was sie davon halten. Im Wahlkreis 8 holten bei der letzten Stadtratswahl Kandidaten von BSW, CDU (der erwähnte Andreas Schultz) und AfD die meisten Stimmen. Die erfolgreichste grüne Kandidatin erzielte beispielsweise nur ein Drittel der Stimmenzahl, die Schultz auf sich vereinen konnte.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    es ist auch ok, wenn andere für die Parkplätze streiten und dafür auch geänderte Machtverhältnisse im Stadtrat auskosten

    Das ist nur die demokratie-theoretische Perspektive, für die Stadtentwicklung ist es dennoch schlecht. Platte Bauch- und Parteipolitik kollidiert hierbei fast durchweg mit (Stadt- & Verkehrs-)Wissenschaft und sog. Stand der Technik. Das ist echt ein Problem. Nicht umsonst sind Förderrichtlinien seitens Bund, Ländern und EU auf ein paar nachhaltige Forderungen geeicht, um eben gerade einen Benefit (oft bei Raumgerechtigkeit und Verkehrsgerechtigkeit) herbeizuführen. Wenigstens das, es soll einen gewissen Fortschritt geben, nur "Parkplatzerhalt ohne alles andere" ist worst case. Man vertraut förderrechtlich eben nicht der kommunalen Tagespolitik, weil eben deren VertreterInnen meist keinen Durchblick haben können. Repräsentative Demokratie schön und gut, doch relevant ist was draussen auf die Strasse kommt, dort tangiert es das reale Alltagsleben der Menschen und nützt ihnen etwas oder nicht. Gibt es keinen Benefit für wichtige Gruppen (Fußgänger, Radler, Mobibeschränkte, Junge und Alte) oder betreffs Stadt- und Lokalklima inkl. grün-blaue Infra, dann sind solche Projekte meist sinnlos und quasi gescheitert. Das kann man nicht ok finden, nur weil es das politische System (leider) hervorbringt. Die eine Bubble hat die Kenntnis, die andere die Beschlußmacht, dann mischt noch die Verwaltung hinein, eigentlich nicht sonderlich klever das Ganze. Auf den Umgang kommts an, bis es einst ein besseres System gäbe.

  • Das Argument mit den Wähler*innen verstehe ich nicht. Der Bereich der Georg-Schumann-Straße von Böhmestraße bis Delitzscher Straße (Chausseehaus) liegt zur Hälfte (sogar etwas weniger, aber wir wollen nicht kleinlich sein) im statistischen Ortsteil Gohlis-Süd als Teil des Wahlkreises 8 der Stadtratswahl 2024 und da ganz am südwestlichen Rand und zur anderen Hälfte im statistischen Ortsteil Zentrum-Nord, dort ganz im Norden des Wahlkreises 0. Im Wahlkreis 0 kamen die Kandidat*innen der Grünen auf 21,3 %, der CDU auf 16,4 %, AfD 9,4 % und BSW 8,0 %. Dabei kam die erfolgreichste Grüne-Kandidatin Katharina Krefft auf 11.134 Stimmen, der einzige BSW-Kandidat Eric Recke auf 8.506, die CDU-Kandidatin Dr. Sabine Heymann auf 7.386 und der AfD-Kandidat Jörg Kühne auf 5.861. Andreas Schultz (CDU) kam im Nachbarwahlkreis 8 auf 10.187 Stimmen. Beide Wahlkreise haben etwa gleich viele Wahlberechtigte.

    https://wahlergebnis.leipzig.de/4/eu2024/14713…0&id=ebene_-465

    Was sagt uns das jetzt für die Entscheidung im gesamten Stadtrat im September 2026 aus?

    Einmal editiert, zuletzt von LE Mon. hist. (6. September 2026 um 09:34)

  • Als jemand, der fast täglich da entlanggeht und am Schreibtisch sitzt, sage ich: Danke!

    Auf der Lützner Straße zwischen der Dürrenberger Straße und der Marktstraße richtet die Stadt ab dem 14. September Tempo 30 ein. Das Ziel: weniger Lärm entlang der Hauptverkehrsader. Die Maßnahme kostet rund 7.500 Euro und fußt auf der zweiten Fortschreibung des Lärmaktionsplans. Denn der Abschnitt gilt als ausgewiesener Lärmbrennpunkt. Das bedeutet, dass die Auslösewerten von 65 Dezibel tags und 55 Dezibel nachts überschritten wird. Hier soll die Temporeduzierung des motorisierten Verkehrs Abhilfe schaffen.

    https://www.tag24.de/leipzig/einen-…strasse-3529843

    https://www.l-iz.de/der-tag/2026/0…titionen-669444

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Was sagt uns das jetzt für die Entscheidung im gesamten Stadtrat im September 2026 aus?

    Herr Schultz wurde ja konkret von dir kritisiert. Den hat aber nicht das Schicksal in den Stadtrat gebracht, sondern die Wähler/innen. Darauf habe ich hingewiesen. Ich frage mich eher, was du mir damit sagen willst, dass die prominente Kandidatin der Grünen in ihrem Wahlkreis auch viele Stimmen bekommen hat.

    Die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat sind so, dass ein CDU-Antrag mit 25 Ja, 32 Nein, 2 Enthaltungen abgelehnt werden kann, aber sie sind eben auch so, dass es schwerer geworden ist, z. B. Straßenbegrünung auf Kosten von Parkplätzen zu beschließen. Was auch dem entspricht, was die CDU ihren Wähler/innen verspricht. Ich finde das nicht demokratietheoretisch, sondern demokratisch. Ein "besseres System" sehe ich nicht, Technokratie ohne Primat gewählter Vertreter oder direkter Demokratie würde ich jedenfalls ablehnen.

    Dass ich den CDU-Antrag auch unsinnig finde und die grundsätzliche Stoßrichtung ebenso, hatte ich ja bereits geschrieben. Aber mich stört es, wenn andere politische Meinungen geradezu verteufelt werden.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Als jemand, der fast täglich da entlanggeht und am Schreibtisch sitzt, sage ich: Danke!

    Auf der Lützner Straße zwischen der Dürrenberger Straße und der Marktstraße richtet die Stadt ab dem 14. September Tempo 30 ein. Das Ziel: weniger Lärm entlang der Hauptverkehrsader. Die Maßnahme kostet rund 7.500 Euro und fußt auf der zweiten Fortschreibung des Lärmaktionsplans. Denn der Abschnitt gilt als ausgewiesener Lärmbrennpunkt. Das bedeutet, dass die Auslösewerten von 65 Dezibel tags und 55 Dezibel nachts überschritten wird. Hier soll die Temporeduzierung des motorisierten Verkehrs Abhilfe schaffen.

    https://www.tag24.de/leipzig/einen-…strasse-3529843

    https://www.l-iz.de/der-tag/2026/0…titionen-669444

    Ernst gemeinte Frage: Gilt die Maßnahme auch für die Straßenbahnen? Als Anrainer kann ich berichten, dass der Auto"lärm" durch die Fahrgeräusche der Linien 8 und 15 bei Weitem überlagert wird. Insbesondere in den Morgen- und Abendstunden ist der Durchfluss an Autos nicht besonders hoch und die Geräuschkulisse der Straßenbahn tritt umso störender hervor.

  • ^

    Wenn die Straßenbahn sich mit dem MIV eine gemeinsame Fahrbahn teilt, gilt auch für die Tram die nach StVO festgelegte Höchstgeschwindigkeit. Nur wenn die Straßenbahn einen separaten Gleiskörper besitzt (bspw. ein Rasengleis), "darf" bzw. muss sich die Tram ausschließlich nach der BOStrab richten.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Aber mich stört es, wenn andere politische Meinungen geradezu verteufelt werden.

    Ich verteufel diese politischen Ansichten und Forderungen nicht. Ich halte sie für sehr falsch und nachteilig für die Stadt und ihre Bewohner*innen - in gleicher Weise, wie die CDU und ihre Vorfeldorganisationen wie die Leipziger IHK und Handwerkskammer die "linksgrüne" Verkehrspolitik bzw. die Verkehrspolitik aus der Mitte des Leipziger Stadtrates in den letzten Jahren (bis hin zur FDP und früher den FW) für falsch halten und entsprechend angreifen. Aber vielleicht sollten wir das an der Stelle zumachen.

  • Der Abschnitt der Lützner Straße zwischen Marktstraße und Dürrenberger Straße ist etwa 870 m lang, davon etwa 80 m ohne und 790 m mit Straßenbahn. Die Abstände zwischen den Haltestellen und der Kurve in die Odermannstraße beträgt etwa 160/200 m bzw. 430/470 m. Auf welche Geschwindigkeit kann eine Straßenbahn auf diesen Strecken beschleunigen, wenn sie rechtzeitig wieder abbremsen muss, um zum Halten bzw. um die Kurve zu kommen? Das ist eine ernstgemeinte Frage, ich weiß das nicht.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Der Abschnitt der Lützner Straße zwischen Marktstraße und Dürrenberger Straße ist etwa 870 m lang, davon etwa 80 m ohne und 790 m mit Straßenbahn. Die Abstände zwischen den Haltestellen und der Kurve in die Odermannstraße beträgt etwa 160/200 m bzw. 430/470 m. Auf welche Geschwindigkeit kann eine Straßenbahn auf diesen Strecken beschleunigen, wenn sie rechtzeitig wieder abbremsen muss, um zum Halten bzw. um die Kurve zu kommen? Das ist eine ernstgemeinte Frage, ich weiß das nicht.

    Anders formuliert: Der Geäuschpegel der Straßenbahnen hängt m.E. nicht davon ab, ob diese auf dem Streckenabschnitt auf 30, 40 oder 50 km/h beschleunigen. Einen getrennten Gleiskörper gibt es nur von der Dürrenbergerstraße bis zur S-Bahn-Brücke (stadteinwärts). Da die Straßenbahnen den Auslösewert unabhängig von 65 Dezibel tags und 55 Dezibel nachts überschreiten, lautet meine Frage, welche Maßnahmen in diesem Fall ergriffen werden. Oder nochmal anders formuliert: Was bringt den Anwohnern ein eingebremster Autoverkehr, wenn die eigentlichen Verursacher des Lärms weiterrumpeln (tagsüber 4x in 10min, abends 2x in 10min)?

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Anders formuliert: Der Geäuschpegel der Straßenbahnen hängt m.E. nicht davon ab, ob diese auf dem Streckenabschnitt auf 30, 40 oder 50 km/h beschleunigen

    Der Schallpegel reduziert sich bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h anstatt 50 km/h um etwa 2,5 Dezibel. Das entspricht einer um rund 30 % reduzierten Verkehrsmenge.
    Dominierend für die Schallemissionen ist bei Geschwindigkeiten über 30 km/h der Roll- bzw. Luftwiderstand, daher verhalten sich Straßenbahnen diesbezüglich nicht anders als PKW.

  • Straßenbahnen fahren selten die v max von 50km/h aus, das kann man sehr gut beobachten, wenn man öfter und netzweit hinter dem Fahrer stehend mitfährt und auf dessen Tacho schaut. Meistens reicht es auf ca. 40 zu beschleunigen. Für die Fahrt und Fahrzeit ist eine stetige Fahrt wichtiger als kurze rasante Abschnitte. Wer mal in Zürich war, weiß was ich meine. Kurzum: Die T30 stören die Bimmel nicht.

    In der Lützner Straße wurde zur Sanierung das neue für Leipzig nun gebräuchliche System Rheda City D verbaut. Das allen reduziert den Körperschall (welcher via Fundamente in die Häuser gelangt) deutlich und dauerhaft. Der Luftschall ist spürbar geringer. Das neuere Schienenschweißverfahren eleminiert auch die sonst typischen Schienenstöße alle 15m, weil die Naht nie 100%ig weggeschliffen werden kann (anderer Materialhärte als der restliche Schienenstahl). Richtig deutlich wird das in der Rosa-Luxemburg-Str., wer die fährt und danach in der östlichen Eisenbahnstraße oder Gorkistraße, der weiß die Unterschiede. Laut sind auch die Motor- und Getriebgeräusche bei LKW, v.a. beim Anfahren. Hier hilft T30, das nervige Hochtouren rechtzeitig in Beharrungsfahrt zu ändern.