Nachnutzung Flughafen Tegel

  • Nachnutzung Flughafen Tegel

    Der jetzige noch existierende Flughafen Tegel soll nach seiner Schließung 2011 zu einem "ökologischen Industriepark" werden, vielleicht sogar der modernste und umweltfreundlichste der Welt, dieses Projekt hat die CDU gestern in Berlin vorgestellt. Wohnungsbauten soll es wie erst von der Senatsbauverwaltung vorgeschlagen nicht geben, trotzdem sind der Senat und der Regierende Bügermeister positiv überrascht über das Vorhaben! Aber seht selbst:


    Artikel aus Berliner Morgenpost
    http://www.tagesspiegel.de/ber…ustriepark;art128,2809456


    Artikel aus Tagesspiegel
    http://www.morgenpost.de/berli…zum_Solarpark_werden.html


    Karte des Projektes:
    http://www.tagesspiegel.de/medien/hermes/cme1,278937.html



    Zudem steht im Tagesspiegel es wäre möglich einen 200m hohen Turm für Büros zu errichten, falls sich dort große Konzerne ansiedeln werden! Dann wäre dies der höchste Wolkenkratzer Berlin wenn er gebaut werden würde. Aber das steht ja noch in den Sternen:lach:


    Dafür kann auch ein eigener Thread eröffnet werden.
    Bato

  • Das Konzept der CDU finde ich super, zumal ja anscheinend schon genug Industrie aus Berlin weggegangen ist oder weggeekelt wurde. Zusätzliche Wohnbebauung gibt es ja genug, im Zweifel kann durch Stadtverdichtung und Lückenschluß immer noch ausreichend Wohnfläche geschaffen werden.


    Industrie und Arbeitsplätze sollten der Stadt ein größeres Anliegen sein, damit auch Finanzkraft zurückkehrt.

  • Komisch dass das hier als "Konzept der CDU" verkauft wird, beziehungsweise von der Presse so dargestellt wird.
    Wer sich intensiver damit auseinandersetzt weiß, dass das Ideen von Meinhard von Gerkan sind. Ob die CDU die wirklich schon vor ihm hatte?


    Aber ist natürlich eine gute Idee, deswegen soll man sich ruhig dafür einsetzten. Und Damianakis mit ihrer IBA ihn THF kann auch einpacken. Ich persönlich halte das projekt hier für passender, Deutschland nimmt sowieso eine Vorreiterrolle ein, Tegel könnte uzm Kristallisationspunkt werden, und damit auch seinen Teil zur Strahlkraft Berlins beitragen.


    Wer sich genauer informieren will, der kann sich auf der senatsseite das PDF zur STANDORTKONFERENZ: ZUKUNFTSRAUM TXL herunterladen. von Gerkan führt relativ langatmig aber überzeugend seine Idee aus, eine Vision eben, deswegen kommt sie wahrscheinlich auch nicht von den Kommunalpolitikern...

  • Gutes Projekt.
    Aber: Photovoltaikkraftwerk?? Mitten in der Stadt?? Das soll hier wohl die grüne Linie reinbringen. Schwachsinn - weiß wer auf dem Land lebt wie ich und weiß was ein Photovoltaikkraftwerk ist... damit bedeckt man Felder, hektarweise, aber keine Stadtflächen, und möge Fläche noch so übermäßig vorhanden sein. Dann lieber Wald - der ist auch "grün".

  • Das Photovoltaikkraftwerk wird ja auch nicht direkt in der Stadt sondern außerhalb von Berlin gebaut. Denn Tegel liegt etwas weiter weg vom Stadtzentrum als z.B. Tempelhof, und da in dem Bereich der Stadt wie z.B. Siemensstadt, Spandau oder Moabit schon große Konzerne und Betriebe angesiedelt sind wird sich das Kraftwerk gut in das Stadtbild einfügen und auch für die neue Industrie nützlich sein!

  • Ist mir scho klar, wo Tegel liegt ;)
    Aber angesiedelten Betrieben ist das herrlich egal, ob nebenan Solarzellen den Boden bedecken. Hier werden auch keine Arbeitsplätze geschaffen - Solaranlagen brauchen als einzigen "Input" Fläche. Nur muss das nicht in Berlin sein, dafür gibt's viel Fläche rundum in Brandenburg. Wald wäre hier weitaus sinnvoller - auch ökologisch gesehen. Das hier ist nur der Aufkleber der dem ganzen verpasst wird.

  • Es ist dann doch nicht so einfach. Mit Vorliebe siedeln sich Betriebe dort, an wo bereits Forschung und Produktion bestehen. In Berlin ist das eindeutig Adlershof. Da, und im Umfeld, gibt es Flächen ohne Ende. Die Installation von Produktion in Tegel wird als Neuanfang erheblich schwieriger.

  • Die FTD mit einem leicht polemischen aber dennoch unterhaltsamen Artikel zum Thema. So sollte die CDU sich besser kein Luftschloss bauen, denn eine eierlegende Wollmilchsau wolle auch gefüttert werden. Heißt, der niedrige öffentliche Investitionsanteil (auch wenn von einer Investitionsförderungszone die Rede ist) könnte für Eingangsinvestitionen seitens privatwirtschaftlicher Investoren eher abschreckend wirken. Dadurch könnten die Investitionen iHv 2 Mrd Euro ausbleiben und Tegel eine große Brache bleiben.


    Artikel FTD

  • Der Tagesspiegel berichtet heute, dass die Reinickendorfer SPD vorschlägt, ein Autobahnteilstück nach Schließung des Flughafens rückzubauen. Konkret geht es wohl um den Abzweig Wedding. Desweiteren wird vorgeschlagen die nördliche Landebahn als Erschließungsstrasse zu verwenden und an den Tunnel der A111 anzubinden. Desweiteren wird vorgeschlagen das Gebiet südlich der Sternstrassensiedlung mir Wohnungen zu bebauen und zum Kurt Schumacher Damm hin Gewerbe anzusiedeln. Aufgegriffen wird der Vorschlag im dann alten Terminal bzw mittleren Bereich des Flughafengeländes ein Zentrum für Umweltindustrie einzurichten. Eine massive Bebauung soll nicht angestrebt werden.


    _________________
    Inzwischen enthält der oben verlinkte Artikel auch eine Übersichtsgrafik.

  • Man sollte nicht wichtige Flächen mit Solarzellen verschandeln und versiegeln. Warum nicht ungenutzte Flächen verwenden, wie die, in Berlin zuhauf vorhandenen, Flachdächer damit ausstatten?

  • die nachnutzung muss noch ein bisschen länger auf sich warten lassen. Geflogen wird wohl bis 2013!


    http://www.morgenpost.de/berli…ch_bis_2013_geflogen.html


    Nochmal...wie auch hier bitte die Regeln (1. Gebot) für das Posten von Presseartikeln beachten!!
    Bei Posts, die nur aus Links zu externen Artikeln bestehen, stets etwas Inhalt in eigenen Worten wiedergeben, bitte. Sie bleiben nicht ewig online. Besser noch: Selbst etwas texten.
    Bato

  • Hier ein Veranstaltungshinweis für die Nachnutzungs-Vision von gmp Architekten:


    „TXL Plus – Schaufenster einer Energie-Plus-Stadt“ ist bis zum 5. November Mo.–Fr., 10–19 Uhr, und Sbd., 10–16 Uhr, zu sehen. Ort: USM, Französische Straße 48 in Mitte.


    Gerkan stellt sich dabei Tegel als einen weltweit exemplarischen Ort für nachhaltiges Bauen vor (wobei der Terminal hierfür als Showroom genutzt werden könnte), der zu einer Vorzeige-Stadt der Zukunft werden soll.


    In ihr gäbe es Forschungs-, Gewerbe- und Konferenzbereiche in und um das bestehende Terminal. Zudem plant der Architekt eine drei Kilometer lange Solarstadt zwischen den dann zu Kanälen umgebauten Start- und Landebahnen ein.


    Artikel Mopo

  • http://www.tagesspiegel.de/ber…nickendorf;art270,2911811


    Die IHK konkretisiert ihr Statement und fordert einen modernen Industriestandort. Entsprechende Flächen fehlten in Berlin, zudem würde Ansiedlung von Industrie auch Arbeitsplätze im Dienstleistungsgewerbe nach sich ziehen...
    IHK-Präsident Eric Schweitzer betont dabei, dass neben produzierenden Gewerbe auch die Ansiedlung von Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen im Konzept angedacht sei, groß konkret wirds aber nicht.


    Edit...


    und als Ergänzung noch der Artikel der Berliner Zeitung. Selbe Aussagen, ein paar weitere Zahlen und die Senatsposition:
    http://www.berlinonline.de/ber…/berlin/140746/140747.php



    http://www.morgenpost.de/berli…striestandort_machen.html
    In der Morgenpost wird noch gesagt, dass Gerkans Konzept txl+ Teil des IHK-Programms ist. Nur ohne Wohnbebauung, wegen des Überangebots in Berlin, wobei ich persönlich den Vorrang von Verdichtung in der Innenstadt eher als Argument sehe.
    Die IHK drängt auf Altlastensanierung und Flächennutzungsänderung.

  • Auch hier gibt es Neuigkeiten, obwohl die wie eine weitere Aufwärmung scheinen. Jetzt ist die Zukunftsnutzung wohl festgelegt.


    http://www.morgenpost.de/berli…rd-ein-Industriepark.html


    Eigentlich nicht viel Neues: Grün soll aufgeforstet werden, innovative Branchen gewonnen werden (nach Gerkans Idee), dabei aber auf Wohnnutzung verzichtet werden.


    Scheint hier im schlafenden Forum aber eh nicht auf allzu viel Interesse zu stoßen.

  • Find ich gut. Verhindert eine weitere Zersiedelung auf Berliner Stadtgebiet und schafft Flaechen fuer grossflaechige (moderne & gruene) Industrieansiedlungen. Nur muessen die dann auch kommen. ;)

  • @ Kaktus:


    Ich habe es eben auch gelesen. Scheint ja nun relativ sicher so zu kommen: Rot-Rot plus Schwarz = politische Mehrheit ;)


    Klingt für mich nach dem besten Konzept. Wohnungen braucht man ja nicht direkt in das Areal zu bauen. Und wenn das Ganze ähnlich koordiniert und erfolgreich aufgezogen wird wie Adlershof, wird viel folgen; hoffentlich auch an guter Architektur.

  • Adlershof ist so nicht wiederholbar. Der Standort hatte mit seiner Geschichte und den vielen arbeitslosen Forschern der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR ganz andere Voraussetzungen. Tegel wird kein Wirtschafts- und Wissenschaftspark sondern ein Gewerbe- und Industriepark. Auch wird man wohl erstmal auf einen Ankermieter warten, bevor man damit anfängt irgendwas zu bauen.


    Seit der neue CDU-Chef Frank Henkel den Laden übernommen hat, herrscht tatsächlich mehr Harmonie zwischen Rot und Schwarz. Die beide neuerdings sehr stark die Grüne Wirtschaft forcieren und das nicht mehr nur als Werbung für Jamaika Bündnisse. Dennoch scheint man bei Rot-Rot skeptischer zu sein, ob die Solar-Branche auch für Tegel die richtige Lösung ist. Es bleibt eine schwierige Aufgabe für das riesige Gelände eine sinnvolle Nachnutzung zu finden.

  • News vom Tagesspiegel.


    6 interdisziplinäre Architektenteams habem basierend auf den in bisherigen Diskussionen entstandenen Nachnutzungsideen verschiedene Konzepte entwickelt.


    Verantwortliche des Senats kommen zu Wort, außerdem werden die Ergebnisse vom vom 11. Dezember bis 15. Januar montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr im Lichthof des Dienstgebäudes der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in der Straße Am Köllnischen Park 3 zu sehen werden sein.


    http://www.tagesspiegel.de/ber…ckendorf;art18614,2971741


    Edit...


    Auch die BZ reagiert, bezeichnet die Aussichten für Tegel als GAGA-PLÄNE, die keine Jobs schaffen.
    Scheinbar war zB MVRDV beteiligt, das Planungsteam West 8 kümmerte sich um die Möglichkeit hier ein Großevent zu veranstalten, genannt werden Expo oder Olympische Spiele. In diesem Falle würde wohl endlich die U-Bahn kommen, wo wohl schon die Tunnel unter dem Flughafen liegen.


    Hat jmd über diese Tunnelanlage mehr Informationen?


    http://www.bz-berlin.de/aktuel…-tegel-article669196.html

  • Die Tunnelanlage unter Tegel ist soweit ich informiert bin ca. 400m lang und liegt unter bzw. südlich des Terminals von Tegel. Ursprünglich war im Rahmen des "200km-Plans" der 50er-Jahre eine Verlängerung vom Bahnhof "Jungfernheide" aus nach Flughafen Tegel geplant, was aber nie realisiert wurde und ich denke aus finanziellen Gründen auch nie realisiert werden wird. Bei "Jungfernheide" sind auch umfangreiche Vorleistungen vorhanden, der Bahnhof ist 4-gleisig ausgeführt, also zwei Ebenen übereinander mit jeweils 2 Gleisen, davon werden aber nur die zwei Gleise für die U7 genutzt. Die anderen beiden Gleiströge werden als Zugänge benutzt. Ursprünglich sollte eine verlängerte U5 (von Hbf-Turmstraße-Jungfernheide) bis nach Flughafen Tegel führen. Das ist in den langfristigen Planungen auch immer noch vorgesehen, wird aber wohl trotzdem nicht realisiert. U-Bahn-Fans hoffen zumindest noch auf eine spätere Verlängerung der U5 bis Jungfernheide vom Hbf aus. Wahrscheinlicher ist aber statt dessen der Bau einer Straßenbahn von Hbf über Turmstraße bis Jungfernheide.

  • Es kommt wieder ein wenig voran mit den (Vor-)Planungen. Wie die Berliner Zeitungen heute berichten, will der Senat die Berliner Öffentlichkeit beteiligen, wobei die groben Planungen den "drei Standortkonferenzen und dem gesammelten Sachverstand von Experten" folgen sollen (Zitat Tagesspiegel).


    Das Gelände soll sich demnach vom bestehenden Terminal aus dem Bedarf folgend von innen nach außen entwickeln (wohl besonders nach Süden hin). Daher richtet sich die Entwicklung nach den (noch nicht eingegangenen) Bewerbungen auch wenn die sogenannten Zukunftstechnologien favorisiert werden. Im Norden und Osten soll es womöglich auch Gewerbe und Wohnungen geben. Etwa 60% der Fläche werden begrünt bzw. es werden dort Seen angelegt.


    Quellen:


    http://www.tagesspiegel.de/ber…Flughaefen;art270,3006538


    http://www.berlinonline.de/ber…n/detail_dpa_23594886.php


    http://www.morgenpost.de/berli…rt-Tegel-werden-soll.html