Beiträge von Guderian

    Ach so, und warum sollte gerade das Berliner Stadtschloss etwas herausragendes unter den vielen Schlössern darstellen?

    Weil dort der Deutsche Kaiser wohnte und kein primitiver Duodezfürst.

    Es war schon im Original kein wirkliches Schmuckstück gewesen, als Plagiat wird es das noch weniger sein.

    Das Plagiat nach Entwurf von Franco Stella gewinnt an Symmetrie und damit an Schönheit. Durch die Nutzung als Museum wird es demokratischer und intellektueller sein als das Original. Darüber hinaus hat ein Original natürlich einen höheren historischen Wert als eine Kopie, aber die Kopie eines historischen Gebäudes ist immer noch tausendmal wertvoller als irgend ein Neubau.

    Aber jede Stadt sollte Herr seiner Stadtplanung sein und ggf. dafür aufkommen.

    Abgesehen von Hauptstädten bei denen die Regierungen gerne mit reinreden. Von mir aus soll der U-Bahnhof Bundestag lieber wieder Reichstag heißen und die Straße des 17. Juni wieder Charlottenburger Chaussee. Auf einen Europaplatz könnte ich genauso verzichten wie auf einen Washingtonplatz. Aber in solchen Fragen ist Berlin nun mal nicht uneingeschränkt souverän. Schon gar nicht wenn der Bund die Rechnung zahlt.

    Ich sehe den Bund nicht in der Pflicht diese regionale Aufgabe zu finanzieren.

    Da der Bund den Palast der Republik erst in Besitz genommen, dann entkernt und schließlich abgerissen hat, ist er natürlich in der Verantwortung für das, was mit dem Gelände geschieht. Darüber hinaus hat der Bundestag eine Kompetenz-Kompetenz und kann sich für alles zuständig erklären, was ihm beliebt.


    Die (auch von dir) gewählten Abgeordneten aller Parteien waren (warum auch immer) der Meinung es wäre ihre Aufgabe: Das Berliner Stadtschloss als Humboldt-Forum mit drei historischen und einer modernen Fassade und einer nicht näher definierten Kuppel zu rekonstruieren. Wenn du das anders siehst, gründe eine eigene Partei und gewinne 2013 die Mehrheit.

    Es passt nicht zu den Prinzipien eines Bundesstaates wie es Deutschland nun mal ist.

    Dagegen hilft eine Klage vorm Bundesverfassungsgericht. Das Gericht wird die Klage abweisen und dich auf die neu ins Grundgesetz aufgenommene Hauptstadtklausel aufmerksam machen:


    Artikel 22 Absatz (1) Die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin. Die Repräsentation des Gesamtstaates in der Hauptstadt ist Aufgabe des Bundes. Das Nähere wird durch Bundesgesetz geregelt.

    Nur zur Erinnerung: Berlin ist weiterhin mit Abstand größtes Nehmerland im Rahmen des Länderfinanzausgleichs. Und da sind Bundesausgaben in Milliardenhöhe noch gar nicht mit dabei.

    Nur zur Erinnerung: Der Länderfinanzausgleich und das darin enthaltene Stadtstaatenprivileg wurde damals von wirtschaftlich schwachen süddeutschen Agrarländern und wirtschaftlich starken norddeutschen Stadtstaaten erdacht, immer mit dem Hintergedanken selbst am meisten davon zu profitieren. Dafür dass das vereinigte Berlin als wirtschaftlich schwacher Stadtstaat mit hoher Bevölkerungszahl von den Regelungen heute am meisten profitiert, kann das Land nichts.


    Also kommen wir direkt zu den "Bundesausgaben in Milliardenhöhe". Zur Erinnerung: Die regierungsbedingten Ausgaben des Bundes in Berlin und dem wesentlich kleineren (aber historisch obsoleten) Bonn sind in etwa gleich groß. Das Geld, das der Bund in Berlin für sich selbst ausgibt, kann auch nicht einfach als Subvention von Berlin interpretiert werden. Die Stadt profitiert davon nur sehr indirekt und hat auch erhebliche Kosten, weil jeder Interessenverband mindestens einmal im Jahr vorm Brandenburger Tor demonstrieren will.


    Hinzu kommen Ausgaben des Bundes in Berliner Kultureinrichtungen. Dies sind mit die einzigen Subventionen von denen Berlin überhaupt bzw. stärker als andere Länder und Städte profitiert (von Bayreuth und Weimar einmal abgesehen). Zum Teil handelt es sich dabei um Investitionen in Gebäude und Institutionen die dem Bund (als Nachfolger der DDR) selbst oder (über die Stiftung Preußischer Kulturbesitz) allen Bundesländern gehören. Die Ausgaben zum Erhalt eigener Immobilien mag ich nicht als Subvention Berlins betrachten. Bei Museumsinsel, Deutsches Historisches Museum, Naturkundemuseum handelt es sich um lange verschleppte Ersatzinvestitionen. Es werden keine neuen Einrichtungen geschaffen, sondern bestehende restauriert und modernisiert. Eher schuldet der Bund dem alten Preußen noch Dank dafür, dass es ihm solche Schätze hinterlassen hat.


    Bei vielen Neubauten zum Beispiel Jüdisches Museum, Einheitsdenkmal, Holocaust Mahnmal und Bundeswehr Ehrenmal betreibt der Bund lediglich seine eigene Geschichtspolitik. ("Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit." Orwell) Dabei herrscht der Wunsch vor, die Deutungshoheit über die Geschichte zu erlangen und nicht etwa den Berlin Tourismus zu fördern.


    Bleiben also die Beihilfen des Bundes zu originär Berliner Kultureinrichtungen und -veranstaltungen. Stünde die Staatsoper in einem anderen Bundesland, der Bund hätte genauso einen Beitrag zu deren Renovierung geleistet, (allerdings ohne sich lange darum bitten zu lassen). Gäbe es andernorts eine Veranstaltung von der Bedeutung und Strahlkraft der Berlinale, selbstverständlich wäre der Bund als Träger mit dabei. Wenn der (winzige) Etat des Kulturstaatssekretärs überproportional nach Berlin fließt, dann weil es hier (auch im Rahmen der Filmförderung) mehr förderwürdige Einrichtungen und Projekte gibt als anderswo. Ansonsten ist Kultur Ländersache einen Kulturstaatsminister gibt es erst seit 1998.


    Bei den allgemeinen Infrastrukturinvestitionen sticht Berlin (immer in Relation zur Größe der Stadt) auch nicht sonderlich hervor. Vielfach finden die Bauprojekte in Berlin einfach mehr mediale Beachtung. Wer einmal die Bundessubventionen vergleichbarer Projekte in Berlin und Leipzig miteinander vergleicht, bei Messegeländen (ICC vs. MM), Flughäfen (BER vs. LEJ) und Stadien (Olympia-vs. Zentral-), der wird feststellen, dass proportional eher wenig Geld nach Berlin fließt. Nicht nur bezogen auf die Einwohnerzahl beider Städte, sondern auch bezogen auf die Zahl der Messebesucher, Fluggäste und Stadionbesucher, welche das Angebot tatsächlich nutzen. Das Verschwendungsargument greift nicht.

    Informiere dich darüber, was ein "Regime" ist, die Regierung Deutschlands ist es jedenfalls nicht!

    Regime ist ein französisches Wort und bedeutet nichts weiter als Leitung, Lenkung, Herrschaft. Deswegen auch Regisseur, Regiment und Regierung. Es bezeichnet genau dasselbe wie der Suffix -kratie hinter so schönen Worten wie: Aristrokratie, Technokratie und Eurokratie. In Deutschland herrscht eine Listendemokratur.


    Man bedenke, dass unsere amtierende Kanzlerin die ersten vier Jahre ihrer Amtszeit mit einer Koalition regiert hat, deren eine Hälfte im Wahlkampf mit dem Slogan "Kan di dat? Die kann dat nich!" angetreten ist. Davor musste sie sich nicht in einer einzigen Landtagswahl dem Wählervotum stellen. Allein die CDU Regionalkonferenzen und die Protegierung als Kohls Mädchen haben die Sachbearbeiterin und Pressesprecherin einer ostdeutschen 0,9% Partei in eine Position gebracht, von der aus sie ins höchste exekutive Amt der Bundesrepublik aufsteigen konnte. Erst der letztjährige Wahlsieg von Schwarz-Gelb hat der ersten deutschen Kanzlerin eine gewisse nachträgliche Legitimierung verschafft.

    Die Investition in die Hauptstadt fließen seit über 50 Jahren. Noch nie was vom "Berlinzuschlag" gehört?

    Schön wär's, aber der (West-)Berlinzuschlag war eine Subvention (keine Investition), die die massive Industrie- und Bevölkerungsabwanderung der territorial isolierten Halbstadt stoppen sollte. Also sozusagen eine zweite Mauer rund um Westberlin. Wie so viele Subventionen ist sie letztlich an der Realität gescheitert. Die Abwanderung der Unternehmenssitze, der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen konnte nicht verhindert werden. Mit Ende der Subvention sind auch die nachgelagerten Arbeitsplätze verschwunden und weitere 100.000 Industriearbeitsplätze nachträglich vernichtet worden. Echte Investitionen sehen anders aus.


    Die wenigen größeren Investitionen während der Zeit der Teilung waren in der Regel politisch motiviert. Wie zum Beispiel der Umzug des Axel Springer Verlags oder die Entscheidung Spandau zum einzigen Standort der BMW Motorrad Fertigung zu machen. BMW hat heutzutage übrigens wieder ein Werk in einer durch den Krieg isolierten Enklave - die (mit Steuerprivilegien geförderte) Sonderwirtschaftszone Kaliningrad (ehemals Königsberg). All dies wäre übrigens unnötig gewesen, wenn Adenauer die Stalin-Note ernst genommen und bereits 1952 die Wiedervereinigung eines entmilitarisierten Deutschlands angestrebt hätte. Aber die Westbindung war dem alten Rheinländer lieber als eine Neutralität im Kalten Krieg. Ebenso wie die Bundesrepublik heute im Glaubenskrieg zwischen fundamentalistischen Christen und Muslimen einfach nicht neutral bleiben mag.

    Niemand würde heute bestreiten, dass Neuschwanstein eine exzellente Investition war, mit einer immensen Anziehungskraft auf Besucher aus aller Welt, die enorme Geldbeträge im Lande lassen.

    Doch ich würde das bestreiten. Die Wirkung von Gebäuden auf Touristen ist im Vornherein nicht planbar, der Erfolg somit rein zufällig, die Investition also grottenschlecht. Außerdem können zwischen Erbauung und Einsetzen des Tourismus Jahrhunderte liegen. Das ergibt eine ganz schlechte Verzinsung des eingesetzten Kapitals.


    Schloss Neuschwanstein ist auch kein Kulturbau, sondern die Privatresidenz eines Königs, der sein Land damit wortwörtlich in den Ruin gestürzt hat. Wenn du sagst - Neuschwanstein wurde wegen der immensen Kosten heftig kritisiert - dann ist das ein Euphemismus für den Staatsbankrott des Königreichs Bayern und die Entmündigung des Monarchen. Das war ganz sicher keine lohnende Investition, trotz all der kleinen Japaner mit ihren Fotoapparaten.


    Eine Stadt die Kulturbauten errichtet, muss etwas für die Kultur tun wollen und darf nicht auf eventuelle Einnahmen aus dem Tourismus spekulieren. Dann kann man nämlich auch gleich mit der Stadtkasse ins Casino gehen. Was bei der Sydney Oper funktioniert hat, muss sich bei der Elbphilharmonie nicht wiederholen. Den horrenden Kosten folgen nicht automatisch auch horrende Einnahmen. Es gibt in Europa sehr viele Kirchen, Schlösser, Opern und Philharmonien, da ist es schwer herauszustechen.

    Ich finde dieses Vorhaben einfach merkwürdig aus der Zeit gefallen. Wir reden über Staatspleiten und Verteilungskämpfe und in Berlin werden sich die Köpfe heiß diskutiert ob nun mit Steuergeld ein Barockschloß mit originalgetreuer Kuppel rekonstruiert werden soll. Nichts für ungut, aber wir haben doch echt andere Sorgen.

    Nein haben wir nicht. Die Staatspleiten und Verteilungskämpfe von heute sind nur ein schwacher Schatten dessen, was dieses Land in seiner Geschichte schon durchgemacht hat. Verglichen mit den 28 Jahren Mauer und Teilung scheint uns heute wahrlich die Sonne aus dem Arsch. Berlin geht es so gut, wie seit zwei Kriegen nicht mehr. Wenn wir heute nicht in unsere Stadtmitte investieren, wann dann? Unsere dringendste Sorge ist jetzt, dass wir da wieder anknüpfen, wo wir 1914 aufgehört haben, als universelle Weltmetropole.


    Das Stadtschloss ist ein Monument. Es verkörpert eine bestimmte Haltung zum Leben, die schon durch viele Jahrhunderte und dutzende existenzielle Krisen getragen hat. Das Preußentum hat Berlin und Deutschland zu dem gemacht, wovon beide heute nur noch ein müder Abklatsch sind. Die moralischen Positionen welche die Herrscher bezogen, die in diesem Schloss unter dieser Kuppel regierten, bestimmten wer wir sind und was wir zu leisten im Stande waren. Die Kuppel ist für das Schloss wichtig und das Schloss ist für Berlin wichtig, weil Berlin um das Schloss und Deutschland um Berlin herum gebaut worden ist.


    Es ist die in Architektur gegossene Geschichte, welche ein Gemeinwesen definiert. Jedes Kuhdorf pflegt seine alten Fachwerkhäuser, ohne kleinlich nach den Kosten zu fragen. Sich zu vergewissern wo man herkommt ist essentiell, wenn man seine Richtung nicht verlieren will. Gerade im katholischen Augsburg sollte dies bekannt sein, eure Bischöfe reden doch von nichts anderem. Die Warnung des Papstes vor der Beliebigkeit ist auch eine Warnung vor einer Kuppel, die irgendwas anderes ist, als eine exakte historische Kopie.


    P.S. In Berliner Kliniken sind in den letzten Jahren Milliarden geflossen, die Modernisierung der Schulen ist zuletzt durch das Konjunkturpaket nochmal angetrieben worden. Obwohl es immer mehr sein könnte, besteht da überhaupt kein Finanzbedarf. Im Gegenteil es tut der Charité ganz gut, wenn sie nicht gleich jeden verrückten Neubauplan genehmigt bekommt.

    Hallo liebe Berliner

    Hallo Nairobi, schön dich hier wieder zu treffen. :hallo:

    Die Kapazität von 27 Millionen dürfte schnell ausgereizt sein, aber wann er auf 45 Millionen ausgebaut werden muss und ob dies jemals notwendig sein wird, halte ich für fraglich.

    Der weltweite Flugverkehr wächst durchschnittlich um 5% pro Jahr. Also eine Verdoppelung der Passagierzahlen alle zwei Jahrzehnte. In Berlin hatten wir jetzt jahrelang ein Wachstum von 8%. Selbst wenn der Trend bricht und BER nur noch durchschnittlich wächst, sind die 45 Millionen nicht mehr weit entfernt. Schon 2020 könnte es frühestens soweit sein. Und 2030 ist es spätestens soweit.

    Dann kommt im Fall Berlin hinzu, dass die luftseitige Kapazität, sprich die maximale Slotzahl mit der Schließung von Tegel sogar sinken wird.

    Da kann ich dich beruhigen. Der BBI ist bereits für 360.000 Flugbewegungen genehmigt, verträgt aber auch mehr. In MUC schafft man mit demselben Parallelbahnsystem 420.000 Flugbewegungen pro Jahr. In FRA sind es auch nur maximal 485.000 Flugbewegungen. Bisher hatten wir an allen drei Berliner Flughäfen nie mehr als 250.000 Flugbewegungen pro Jahr und da war jedes Kleinflugzeug mit dabei. Bis wir luftseitig an einen Engpass kommen, ist es noch lange hin. Wer nicht glaubt, dass BER ein Hub wird, braucht sich darüber keine Sorgen machen.

    Dies würde mit dem Einsatz großen Fluggeräts wie es auf Langstreckenverbindungen üblich ist sogar noch verschärft.

    Wieso das? Alle Rollwege am BBI sind breit genug für A380 und die beiden Landebahnen sind soweit voneinander entfernt, dass Wirbelschleppen keine Rolle spielen. Im Gegenteil zu viele kleine Maschinen (B737 und A320) können zum Problem werden. Jedenfalls ist das die Begründung weshalb MUC angeblich eine dritte Bahn benötigt. Dieses Problem ergibt sich aber erst dann, wenn BER tatsächlich zu einem großen Hub mit entsprechend vielen Zubringerflügen geworden sein wird.

    Dies und weil die Star Alliance kein größes Interersse an einem weiteren Hub in Mitteleuropa hat, sowie die unsicheren Langstreckenpläne von Air Berlin, machen es eher unwahrscheinlich, dass BBI sich zu einem Hub entwickeln wird.

    Letztlich ist die Star Alliance auch nur ein Kartell, das versucht durch Absprachen einen Markt zu kontrollieren. Solche Kartelle können sich lange halten - wie die Hanse - aber irgendwann sind alle Verabredungen hinfällig und der Konsument entscheidet wieder über Produkte und Preise.

    Aber er wird dank seiner hervorragenden Erreichbarkeit ein sehr großes Einzugsgebiet haben, vor allem nach Süden hin.

    Nach Süden? Wohl eher nach Osten. Mittelfristig sind 40 Millionen Polen ein größerer Markt als 4 Millionen Sachsen.

    Wenn Air Berlin sich schlecht entwickelt, vielleicht sogar aufgekauft wird, könnte BBI zum Haneda Europas werden, dem größten innereuropäischen Flughafen, weitgehend ohne Langsrecke!

    Na wenn das dein Negativszenario ist, dann kann ich damit leben. :Colgate:

    Fakt oder Vorurteil

    Es ist nun mal ein Fakt, dass der Kudamm mit den Jahren an Qualität verloren hat.

    Ist da so? Wirklich!? Relativ hat er vielleicht nicht mehr die Bedeutung von früher, als er die wichtigste Einkaufsstraße einer isolierten Halbstadt war. Aber ist diese Straße seither wirklich schlechter geworden. Haben sich nicht auch etliche neue hochwertige Geschäfte angesiedelt. Ist nicht die Tatsache, dass der Standort, der früher für "Die Kinder vom Bahnhof Zoo" bekannt war, heute als geeignet für ein hunderte Millionen Euro teures Riesenrad angesehen wird, ein riesengroßer Qualitätsgewinn? Ich meine, Ja.

    Wieso darf man sich als Betroffener, ob nun Ladenbesitzer oder Kunde, nicht darüber aufregen und eine Wende in diesem Punkt fordern, statt noch ne Kunsthalle o.ä. zu bauen? Man jammert doch genauso, dass die "City Ost" verbonzt und verschwabelt. Ist doch dasselbe, nur andersrum.

    Und ist das nun ein Fakt oder ein Vorurteil? Sind die Schwaben wirklich so schlimm? Oder muss man die Horden von Muttis mit Kinderwagen die über die alten Arbeiterbezirke hereinbrechen, einfach ertragen können. Ist es nicht auch schön, wenn eine Gegend gentrifiziert und restauriert wird? Wer ist als Betroffener wirklich benachteiligt und wer tut nur so, weil er sich darüber ärgert, dass nicht mehr alles so ist, wie man es von früher kennt.

    Was bringts, dass diese Bahnhöfe dort stehen, wenn sie verglichen zum Zoo Jwd liegen?

    Fakt oder Fiktion. Liegt Berlins neuer Hauptbahnhof wirklich im Nirvana. Sind drei S-Bahn-Stationen östlich von Zoo wirklich schon "janz weit draußen"? Oder ist das die neue Mitte, die bekanntlich nicht die alte Mitte sein kann, weil die Mauer nun mal leider weg ist.

    Aber in letzter Zeit lerne ich sowieso nur Neuberliner kennen. Die kennen ja eh nur Boxi&Co...

    Fakt oder Fiktion. Gibt es wirklich so viele (zu viele) Neuberliner und haben sie tatsächlich weniger Ahnung als ein typischer Berliner, der nur seinen Kiez kennt?

    mescha
    Wir beide sind praktisch eine Generation. Ich bin ca. sechs Jahre älter als du. Zwar prägt jedes Jahr mehr vor dem Mauerfall ungemein, aber im Freundeskreis redet man natürlich nicht kontrovers über Ost und West. Obwohl, ich musste auch schon mal eine junge Türkin beruhigen, dass sie mit braunen Augen und dunklen Haaren in Marzahn nicht sofort auffallen (Nein, Ostdeutsche sind nicht alle blond!) und schnell Probleme (Nein, da ist es für dich überhaupt nicht gefährlich!) bekommen würde. Also letztlich gibt es natürlich Vorurteile - auf beiden Seiten - auch wenn man miteinander befreundet ist. Auch die Ostdeutschen haben ganz bestimmt ihre eigene Mauer im Kopf. Wenn mir jetzt noch ein gutes Beispiel (mich selbst betreffend) einfiele, dann würde meine Forderung Mauern einzureißen sicherlich weniger heuchlerisch klingen.


    Zur City West. Wir haben Namen für Plätze, Straßen und Kieze. Bei einem Einkaufsbummel laufe ich höchstens durch ein, zwei Straßen und die kann ich dann auch direkt beim Namen nennen. Bei City West ist mir nicht sofort klar, was damit alles gemeint ist. Möglicherweise ist es genau dasselbe, was wir früher unter Westberlin verstanden haben. Damit war natürlich auch nur das Zentrum und nicht die Randgebiete gemeint. Man merkt sich Orte normalerweise anhand markanter Landmarken, die jeder wieder erkennen kann. Dieses City ist doch letztlich nicht eindeutig bestimmbar. Weder ist es irgendwo auf einer Karte verzeichnet, noch kann ich mir ein Foto davon zeigen lassen. Also ich sehe die Notwendigkeit als Ortsbezeichnung ehrlich gesagt nicht.


    Ja, wir leben heute alle in demselben kapitalistischen System. (Ich werde es nicht eine Gesellschaft nennen.) Aber es macht einen Unterschied, ob man dies als gegeben hinnimmt. Oder ob es schon die zweite oder dritte Staatsordnung ist, die man erlebt und der man beim Scheitern zusehen darf. Die Generationen vor uns haben Monarchismus, Faschismus, Sozialismus und Kapitalismus erlebt. Da stumpft man ab und macht sich weniger Illusionen über die langfristige Tragfähigkeit eines Gesellschaftsvertrages.


    Die Rosinenbomber Nostalgie ist natürlich erklärlich und verständlich. Wenn meine einzige Quelle für Schokolade als Kind kleine Fallschirmchen gewesen wären, die aus dröhnenden Bombern abgeworfen worden wären, dann wäre ich beim Thema Tempelhof auch emotional. Nur diese Emotionalität wurde in der Debatte bewusst gegen Fakten instrumentalisiert und dazu missbraucht, um Einzelinteressen gegen Gemeinschaftsinteressen auszuspielen. Das sollte man erkennen und nicht mit sich machen lassen. Aber vielleicht liegt genau da der Unterschied zwischen Ost und West, in der Betonung von Individualismus versus Kollektivismus.


    Individualismus: Für mich wird die Anreise länger, deswegen ist der neue Flughafen schlechter. Ich möchte das der alten Flughafen bleibt, deswegen müssen die Anderen den Krach und Dreck ertragen.


    Kollektivismus: Für alle zusammen wird die Anreise durchschnittlich kürzer, deswegen ist der neue Flughafen besser. Abweichende Einzelinteressen müssen sich dem Mehrheitsinteresse unterordnen.


    Letztlich ist es nicht falsch, was Rot-Rot macht ist tatsächlich Sozialismus. :Colgate:

    Laut Stern wird die Elbphilharmonie mindestens 1 Jahr später fertig und kostet nochmals 40 Millionen Euro mehr. Die Opposition befürchtet sogar Mehrkosten von bis zu 100 Millionen Euro. Neben dem schlechten Wetter sind mal wieder Hochtief und die Sonderwünsche der Architekten schuld.


    Das heißt, seit der letzten Preiserhöhung hat sich praktisch nichts geändert. Die Interessen des Steuerzahlers werden nach wie vor ignoriert. Das Konzept einer Public-Private-Partnership ist auf ganzer Linie gescheitert. Die Privaten sind durch ihre Verträge von den Mehrkosten kaum betroffen. Das Ganze wäre ein riesen Skandal, wenn es nicht sowieso schon ein riesen Skandal wäre.


    Angesichts der Milliardenpleite bei der HSH Nordbank sind solche Millionenbeträge für Hamburg aber schon fast wieder egal. :cool:


    Ausgangspunkt dieser Diskussion ist die Anmerkung von Guderian in #671, dass es seit der Wiedervereinigung eine City-West nicht mehr gibt.

    Gut dann muss ich mich präzisieren. Die Gegend gibt es und sie liegt geographisch und geschichtlich im Westen von Berlin. Die City-West ist aber auch ein politisches Programm, um das im Abgeordneten gestritten wird. Die Opposition wirft der Regierung vor, die City-West zu vernachlässigen. Die Einwohner der City-West werden in Berlins erstem Volksentscheid dazu instrumentalisiert, den Regierenden Bürgermeister möglichst vor Ablauf der Wahlperiode zu stürzen. Der Vorwurf: Verrat an den Interessen Westberlins und seines City-Airports. "Wer gegen Tempelhof ist, ist auch gegen die Freiheit." hieß es damals. Die City-West ist ein Ort, aber auch ein Kampfbegriff, der gegen das als zu östlich empfundene Rot-Rote Rathaus gerichtet ist.


    Berlin kann es sich aber nicht leisten, weiterhin in Kategorien von "Frontstadt", "Luftbrücke" und "Schaufenster des Westens" zu denken. Und all das steckt indirekt auch in dem Abendschau Bericht, auf den ich Bezug genommen habe. Theatralisch wird dort die City-West kurz vor ihrem Untergang vom Waldorf-Astoria gerettet. Na toll! Als wenn die Gegend tatsächlich in Gefahr gewesen wäre. Als ob bei den dutzenden Luxushotels in Berlin dieses eine irgendwie ganz wichtig wäre. Als ob all die vielen Hotels, die nicht in der City-West liegen, überhaupt nicht zählen würden. Das ist ein politischer kein geographischer Westen, der nach dem Motto funktioniert: Berlin ist egal, Hauptsache der City-West geht es gut. Diese Attitüde nervt mich einfach.


    So kann es nicht weitergehen. Dann ist es besser, wir bauen die Mauer wieder auf und jeder hat seine eigene City.

    Und wegen Kommentaren wie solchen erweckt es nunmal den Eindruck, dass du zu diesen Leuten gehörst. Aus deinen Beiträgen ist auch nicht unbedingt ersichtbar, was von dem das du schreibst ernst gemeint ist und was Ironie ist.

    Meistens meine ich es sowohl ernst als auch ironisch. Die Vorstellung, Ost oder West solle keine Rolle spielen, ist ein hohes Ideal, aber leider nicht praktikabel. Das ist ein bisschen wie mit den Geschlechtern, theoretisch sind Mann und Frau vollkommen gleich und daher gleichberechtigt, praktisch treten beide Geschlechter im Sport trotzdem nicht gegeneinander an, weil sie eben doch unterschiedlich sind. Genauso werden Ostdeutsche und Westdeutsche dieselbe Sache nie mit den gleichen Augen betrachten, weil sie einen unterschiedlichen Erfahrungshorizont haben. Ost oder West spielt also sehr wohl eine Rolle.


    Vielfach gibt es ja auch die Vorstellung, die DDR war das falsche System, deswegen ist jede von der vorherrschenden BRD Meinung abweichende Ansicht der Ostdeutschen ebenfalls falsch. Die Ossis müssten daher nur die richtige Meinung übernehmen und dann hätten wir alle dieselbe Meinung. Im Ergebnis werden dann Karten mit No-Go-Areas gezeichnet oder ein Politiker erklärt, wie Kälber ihre Metzger selber wählen. Alles schon passiert, deswegen gibt es bei mir keine spontane Verbrüderung, nur weil jemand denselben Pass hat wie ich. Wir sind nicht alle gleich und sollten auch nicht so tun, als wären wir es. Deswegen allein hat man aber noch keine Mauer im Kopf.

    Ich verstehe einfach nicht was dich an der Bezeichnung City West so aufregt.

    Eine City West ist genauso überflüssig wie eine City Ost. Warum sollte der Stadt Berlin daran gelegen sein, nur eine bestimmte Einkaufsgegend zu entwickeln? Denn darum geht es doch. Die City West existiert ja nicht nur als Ortsbezeichnung, sondern wird stets damit verbunden, dass man für diese Gegend etwas tun müsse, weil sie sonst jede Sekunde stirbt. Darin gleicht die City West dem Aufbau West. Es wird die Befürchtung geschürt, dass der Westen nach der Vereinigung zuwenig vom Kuchen abbekommt und deswegen Steuergelder in die scheinbar bedürftigere Himmelsrichtung West umgeleitet werden müssen.


    Und so geschieht es ja auch, der Senat hat eine Millionen Euro für die City West bereit gestellt, weil man dort auf hohen Niveau gejammert hat. Der tatsächliche Bedarf ist aber ein anderer. Nach den Statistiken des Senats gibt es in Berlin zwei soziale Brennpunkte, in denen die Menschen in den letzten Jahren durchschnittlich ärmer geworden sind. Ich glaube es waren Neukölln und Hellersdorf. Dort besteht objektiv festgestellter Bedarf nach Strukturförderung. Und zumindest in Hellersdorf wäre mit Mitteln der Architektur und Stadtplanung auch viel zu erreichen. Deswegen habe ich keinen allzu großen Respekt vor der "Agenda City West" und ihrem dringenden Bedarf an schöneren Blumenkübeln.


    :bash:


    Die eigentliche Berliner Mauer zeigt sich aber immer dann, wenn es um große Verkehrsprojekte geht. Das Pilzkonzept mit dem neuen Hauptbahnhof oder der Großflughafen Schönefeld mit Schließung von Tempelhof und Tegel. All das wurde zwei Jahrzehnte lang und breit diskutiert. Trotzdem treten kurz bevor es hart auf hart kommt kleine Grüppchen auf, die den veränderten Verkehrsbedarf von Gesamtberlin leugnen und verbissen darum kämpfen, dass alles so bleibt wie zu Mauerzeiten mit Westberlin als Insel im Nirgendwo. Und irgendwie habe ich den Verdacht, das sind dieselben die auch hinter der City West stecken.


    Der Begriff "West" ist und bleibt nunmal einfach eine geographische Bezeichnung, der die Lage beschreibt.

    Genau, denn der Begriff "West" bezeichnet nämlich ausschließlich eine Zigarettenmarke und sonst gar nichts. Wer darin ein politisches und wirtschaftliches System (Freier Westen), eine militärische Konfrontation (Westalliierte) und Lagerbildung (Westbindung) oder einen archaischen Freiheitsbegriff (Wilder Westen) zu erkennen glaubt, der hat im Geschichtsunterricht einfach zuviel aufgepasst.


    Dass es sich bei der Gegend um Kudamm und Zoo um DAS Zentrum Berlins handelt, habe ich nie behauptet, sie ist aber durchaus ein Teil der heutigen Innenstadt.

    Sagt wer? Für mich ist das Diaspora. Zum Einkaufen fahre ich da sicher nicht hin. Aber davon was sie behaupten, redet eigentlich auch keiner, sonder davon was diejenigen behaupten, die den Begriff "City West" ursprünglich in die Öffentlichkeit getragen haben. Und das waren nun mal jammernde Ladenbesitzer vom Ku'damm, die der Friedrichstraße und dem Potsdamer Platz die Touristenströme neiden. "City West" ist ein aus Gier geprägter Begriff.


    Das geographische Zentrum Berlins liegt irgendwo auf der Leipziger Straße und das historische Zentrum in der Gegend vom Roten Rathaus.

    Natürlich, Jahrhunderte lang haben die Preußenkönige vom Roten Rathaus her das Reich regiert. Wie konnte mir das nur entfallen? Sag liegt das politische Zentrum einer Demokratie nicht eigentlich auch im Parlament? Das könnte zumindest erklären, warum das Rathaus keine eigene Website hat.


    Also ist deine Abgrenzung auch nicht wirklich korrekt.

    Na dann sind wir ja schon zwei, die nicht wissen wo das Zentrum von Berlin ist. :Colgate:


    Im übrigen, weiß ich auch nicht welche Mauer ich in meinem Kopf abreißen sollte. Ich habe die Berliner Mauer nie bewusst erlebt. Und was diese Anspielung soll, weiß ich auch nicht:

    Hast du die City West erfunden? Warst du bei der Lichterkette gegen das Ende des Fernbahnhof Zoo? Gehörst du zu den geheimen Spendern der Interessengemeinschaft City (ahh ... da ist das Wort wieder) Airport Tempelhof? Nein? Nicht? Na dann warst du wahrscheinlich auch gar nicht angesprochen.


    Ich war jedenfalls schon immer Ostdeutscher, sogar ganze 4 Jahre DDR-Bürger. Heute lebe ich allerdings im ehemaligen West-Berlin, was spielt das für eine Rolle?

    Eine Große! Und das sollte es auch. Mit nur vier Jahren DDR Erfahrung hast du leider fast alles verpasst. Die Fahnenappelle, das blaue Halstuch und die Pausenmilch. Du hast wahrscheinlich nie ein Weihnachtsmärchen im Palast der Republik gesehen. Jetzt ist es zu spät dafür. Schade, schade.


    Nach deinem leidenschaftlichen Plädoyer, in dem du der City West-Berlins jegliche City-Funktionen absprichst und gebürtige West-Berliner als "unsere eingemauerten Freunde" bezeichnest, solltest du dich vielleicht lieber selbst fragen, ob in deinem Kopf nicht noch eine riesige Mauer existiert, die es abzureißen gilt.

    Lustiger Talkingpoint, wirklich! Das Problem ist, es gibt Anklagen, die aus dünner Luft zusammen genäht sind und solche die eine echte Berechtigung haben. Die Lösung kann also nicht sein, dass wir alle lieb zueinander sind und keine bösen Wörter mehr übereinander verlieren, sondern dass wir uns um ein wenig Objektivität bemühen. Mit ein bisschen nachdenken, kommt man schon dahinter, was berechtigte Klage ist und was nicht.


    Etwa wenn der neue Hauptbahnhof ganze drei S-Bahn-Stationen vom Bahnhof Zoo entfernt ist, dann kann man nicht ernsthaft behaupten, dass die halbe Stadt vom Fernverkehr abgehängt wurde, nur weil der ICE auf der kurzen Strecke nicht zweimal hält. Wenn man es aber doch tut, dann hat man eindeutig einen Lagerkoller von zulange eingemauert gewesen sein.


    Der Flughafen Tempelhof wurde auch schon vor der Teilung als Zentralflughafen bezeichnet, hat also mit West-Berlin auch nicht wirklich viel zu tun.

    Deswegen war der ehemalige Mauerverlauf auch exakt anhand der Abstimmungsergebnisse des Tempelhof Volksbegehrens abzulesen. Weil Tempelhof in den Zeiten der Zeit nichts mit West-Berlin und der Luftbrücke und der Antikommunistischen Propaganda des Springer Verlags zu tun hat. Der Zentralflughafen mit seinen knapp 300 Tsd. Passagieren pro Jahr liegt einfach nur super günstig. Mitnichten war das alles ein Ost-West-Politikum. Weil das sind ja nur Himmelsrichtungen und die spielen bekanntlich keine Rolle.

    City West meint aber eben gerade nicht die Innenstadt von Berlin, sondern das Zentrum von Westberlin. Der Begriff City West ist nach der Wende überhaupt erst erfunden worden, um sich eben gerade von der echten Innenstadt Berlins abzugrenzen. Der Mauerbau hat die Gegend um die Gedächtniskirche und den Kurfürstendamm vorübergehend zur wichtigsten, beinahe einzigen Einkaufsstraße Westberlins gemacht. Diesen Status sahen die ansässigen Händlern nach der Wende zu Recht in Gefahr und haben deswegen in ihrer Geldgier das imaginäre Zentrum eines imaginären Westens erfunden. Genauso wie ein paar Verrückte den Bahnhof Zoo zum imaginären Hauptbahnhof und den Flughafen Tempelhof zum imaginären Zentralflughafen der imaginären Stadt Westberlin erklärt haben.


    Das ist nur leider alles Kokolores. Westberlin hat genauso aufgehört zu existieren wie Ostberlin. Es gibt nur noch Berlin und wenn Berlin ein Zentrum hat, dann ist das Unter den Linden vom Brandenburger Tor bis zum Stadtschloss und keinen Meter weiter. Keine Hexenkunst der Welt kann den Ku'damm zur City von Berlin machen. Er ist nur noch eine Einkaufsgegend unter vielen, genau wie der Alexanderplatz. Und dort gehen auch nicht weniger Kunden einkaufen, nur weil niemand versucht, die Gegend zur City Ost zu erklären. Es sind westberliner Minderwertigkeitskomplexe, die unsere eingemauerten Freunde nicht erkennen lassen, wo das wahre Zentrum Berlins ist. Reißt endlich die Mauer in euren Köpfen ein und verabschiedet euch von Westberlin.


    Ihr seid jetzt Ostdeutsche! Für den gemeinen Kölner ist Charlottenburg nicht weniger sibirisch als Marzahn. :cool:

    Ach wie süß, Franziska Eichstädt-Bohlig (B90/Grüne) hat eine Meinung und sie verlässt sich fest darauf, dass sich die Realität schon noch ihren Vorurteilen anpassen wird. Derweil meldet sich ein Investor und bekundet beim Land Berlin sein Interesse an dem Projekt, was von der Abendschau natürlich als Zeichen dafür gewertet wird, dass es mit dem Riesenrad wohl doch nichts wird.


    Ihr seid mir vielleicht ein paar Spaßvögel. :kasper:


    Beitrag getrennt...
    Bato

    Die Züge können dort sogar ganz ohne Bahnsteig halten und die Überdachung ist sicher auch nicht für die Fahrgäste gedacht. Ich vermute mal, man will aus dem Bahnhof ebenfalls ein Einkaufszentrum mit Gleisanschluss machen und da wäre es für die Vermietung der Geschäfte unpraktisch, wenn es in dem Laden zieht.

    Motto: Unsere Straße soll hässlicher werden.

    Die City-West - [url=http://www.tagesspiegel.de/berlin/City-West-Ku-damm-Kranzler-Eck;art270,3036869]Auf der Straße nach irgendwo[/url]


    Trapezförmige Beete und Bänke für den Tauentzien sind [Verwünschung hier einfügen].

    Rettet das Klima: Ein Hamsterrad für jeden Bürger !!!

    Typische ... wie sie in Berlin an der Tagesordnung sind. [...] Allein wird Berlin ... kaum ... können; dazu ist die Stadt viel zu hoch [...] Dresden ist ne Bürgerstadt ... Berlin war traditionell immer ... proletarisch ... von dem Aderlass ... nie mehr erholt. [...] Das schwindende/fehlende Bürgertum ist die Ursache für sehr viele Probleme in der Bundesrepublik.


    Na da haben wir doch schon fast alle Klischees der Konservativen beisammen. Ohne Zweifel wäre der Stadt viel geholfen, wenn sich der Hass des Bürgertums auf das Proletariat in Berlin genauso breit machen dürfte, wie an den Stammtischen der C-regierten Bundesländer. Bedauerlicher Weise ist mit politischen Umwälzungen in Berlin nicht mehr vor 2011 zu rechnen. Und selbst dann stehen die Chancen für eine grüne Bürgermeisterin besser als für jeden bürgerlichen Kandidaten. So wird dieses monarchistische Bauwerk wohl auch weiterhin auf die Einlösung der verlogenen Unterstützungsbekundungen des selbsternannten Bürgertums wird verzichten müssen. Möglicherweise könnten sich die unausgelasteten Demagogen, (die sich selbst für den einzig produktiven Teil der Bevölkerung halten), die Zeit bis zur nächsten Abgeordnetenhauswahl mit einem kleinen Volksentscheid in Sachen Minaretverbot vertreiben? Hat ja schließlich auch irgendwie mit Architektur zu tun.


    P.S.: Es muss doch eine Möglichkeit geben all diese Energie sinnvoll nutzbar zu machen?! Wenn nur jemand einen Weg fände, konservative Parolen in elektrische Energie umzuwandeln. Deutschland allein könnte die ganze Welt versorgen.


    --------------------
    Moderation: In den letzten Beiträgen schweift Ihr zuviel ab. Back to Topic oder ab in die Lounge. Vielen Dank, Jo-King.

    Die alte Geschichte wieder! Also der deutsche Steuerzahler zahlt für das Humboldt-Forum pro Kopf ca. 5,- €. Die Berliner Steuerzahler zahlen für dieses Projekt des Deutschen Bundestages (warum auch immer) 15,- € pro Nase. Das heißt, die Berliner zahlen auch ohne Spenden bereits viermal soviel wie die "Auswärtigen", ob sie nun wollen oder nicht. Weshalb 15 das Vierfache von 5 ist, kann hier vielleicht als Denksportaufgabe verbleiben. Natürlich ist das alles kein Grund keine Neiddebatte anzuzetteln, aber wenn die 12,5 Millionen Bayern tatsächlich hinter ihren Milchbauern stünden, dann würden sie deren (von der EU ohnehin massiv subventionierte) Plörre gefälligst selbst weg schlürfen. Ansonsten müssen sie sich fragen lassen, ob sie eigentlich immer solche Heuchler sind.


    Naja, die letzten Entwürfe waren eher eine Verschlechterung gegenüber Stella 1.0 Eine moderne Kuppel, keine saubere Trennung zwischen moderner und historischer Fassade und der hervorspringende Flügel zerstört die Symmetrie.



    Nicht zu vergessen der grausige Innenhof. :runaway:



    (Quelle: bmvbs)


    Dafür ist auch in Zukunft für Unterhaltung gesorgt, denn die Kollhoff-Soap geht unvermittelt weiter. War der Herr Architekt gestern noch der Meinung Für mich ist die Sache erledigt. meint er heute Aber so, wie das auf das Gleis gesetzt werden soll, wird es nicht funktionieren.