Alexanderplatz: Diverses

  • Bei dem angespannten Büromarkt kein Wunder. Die hier entstehenden Wohnungen diesen leider aber auch in keinster Weise dazu, den noch angespannteren Berliner Mietmarkt zu entspannen.

  • ...natürlich nicht. Es sind - wie gesagt - Serviced Apartments, die sich an "moderne Geschäfts- und Freizeitreisende und bietet Aufenthalte von wenigen Nächten bis hin zu mehreren Wochen" richten. Für die gelten auch ganz andere Voraussetzungen, was z.B. Lärmschutz anbelangt.

  • ...und die Umwidmung von Gewerbe zu Wohnraum kann sich wahrscheinlich gespart werden. Dass dies in Zukunft schneller oder unbürokratischer passieren kann, würde ich begrüßen und greift der Wohnungsknappheit viel mehr unter die Arme als die derzeitig viel diskutierten Ideen....

    Naja das hier macht wohl eher Hotels Konkurrenz...

  • knochenjochen Du hast den Hinweis von KaBa1 überlesen, dass bei einer Umwandlung von Büros zu Wohnraum in Bezug auf den Lärmschutz viel strengere gesetztliche Vorgaben gelten als bei einer Umwandlung von Büros in Appartments.

    Ja, das Gebäude liegt zentral und würde sehr viel Platz für dringend benötigten Wohnraum bieten. Aber das Gebäude befindet sich eben auch an der viel befahrenen Karl-Liebknecht-Straße. Was soll es bringen, wenn hier Wohnraum ensteht, wenn dieser Wohnraum (aufgrund der Lärmbelastung) nicht lebenswert ist?

  • Nein, den habe ich nicht überlesen. Eine umkompliziertere oder schnellere Umwidmung halte trotzdem über dieses Projekt hinausgesprochen für ein gutes Mittel. Deshalb sollen die Standards natürlich nicht gesenkt werden. Ja es ist richtig, dass sich in diesem Beispiel viel Wohnraum zur lauten Straße ergeben würde. Ein nicht wesentlicher Anteil an Wohnraum öffnet sich aber auch in ruhigere Verkehrszonen.

    Und es gibt durchaus attraktive Wohnlagen an verkehrsreichen Straßen...Kaiserdamm/Bismarckstr., Leipziger Str. usw...

    Will sagen, es ist nicht alles schwarz und weiß, aber ja die hier diskutierte Bausubstanz kann sicherlich nicht schnell oder güntig in guten Wohnraum gewandelt werden.

  • ^ und wie willst du das konkret umsetzen?

    Entweder muss man die baulichen Eigenschaften am Gebäude für den Lärmschutz verbessern. Oder man muss die Grundrisse der Wohnungen so ausrichten, dass die Wohnräume auf die Rückseite des Gebäudes zeigen. In beiden Fällen kostet es viel Geld und macht das Projekt vielleicht schon unrentabel.

    Weil du von einer "umkomplizierten oder schnellere Umwidmung" sprichst:

    Selbst wenn man eine unkomplizierte Umwidmung zu Wohnraum hinbekommen würde, hätte das zur Folge, dass die benötigten baulichen Änderungen nicht unkompliziert sind. Wie man das am Kaiserdamm oder der Bismarckstr. hinbekommen hat, würde mich daher auch interessieren.

  • Ja stimmt und Aroundtown wirbt nun großflächig um neue Mieter für den "grauen"vollen Riegel nachdem sie erst die alten Mieter rausgemietet hatten.

    Sieht zur Zeit nicht danach aus als ob die diese Bausünde entfernen oder ersetzen wollen. Frau Kahlfeldt wollte das ja zu einem ihrer zentralen Aufgaben bei der Neugestaltung des Alex machen. Entweder sie arbeitet ganz im stillen im Hintergrund daran oder sie hat da doch zu wenig Einflußmöglichkeiten.

  • Frau Kahlfeldt ist erstens jetzt im Ruhestand und zweitens gegangen, ohne nennenswert irgendetwas außer der großflächigen Ablehnung von Hochhäusern aus fadenscheinigen Gründen bewirkt zu haben.

    Der für mich riesige Hoffnungsträger, das Baugebiet am Molkenmarkt, ist nach wie vor völlig offen und nichts, was zwangsläufig rot-rot-grün überleben wird, dingfest gemacht.

    Alles in allem eine große Enttäuschung und verlorene Chance, denn Kahlfeldt schien durchaus einen anspruchsvollen, klassischen Geschmack zu haben, zumindest wenn man nach den Arbeiten ihres Büros und ihrer Aussagen gehen könnte.

  • Also wird es ehr in eine Art Hotel umgwidmet oder ist es dann doch ehr möblierte Vermietung was doch eigentlich nicht gefördert werden soll wenn man die meisten Parteien so hört?

  • Immerhin sind (zumindest einige) Mietverträge auf ca. vier Jahre befristet. Eine große Bürofläche von 2.560 m² wird mit dem Zusatz angeboten: "Achtung: Mietvertragslaufzeit kann nun [sic!] bis zum 31.12.2030 angeboten werden."

    Das scheint in meinen Augen dafür zu sprechen, dass die Betreiber durchaus mittelfristig mit einem Abriss rechnen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    … Der TLG Riegel und die Rathauspassagen sind die hauptverantwortlichen Bauten warum der Platz bis heute dystopisch wirkt.

    …. Die Rathauspassagen liegen aber nicht am Alexanderplatz, und auch der TLG-Riegel nicht, der ja durch das Park Inn, das Covivio und die Alexanderstraße vom Alex getrennt ist. Somit können diese von Dir genannten Bauten garkeine „Hauptverantwortung“ für eine dystopische Wirkung haben.

  • Der TLG Riegel verhindert, dass die beiden dahinter liegenden Straßen (Alex-Wedding-Str., Keibelstraße) mit der Alexanderstraße verbunden werden. Der fehlende Durchbruch der beiden Straßen zur Alexanderstraße hin führt zu einer deutlichen Einschränkung der Wegeverbindungen. Vor allem für Fußgänger.

    Eine Dystopie ist das vielleicht nicht. Aber dafür ist es ein schwerer städtbaulicher Misstand gem §136 BauGB.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Dystopische Wirkung am Alexanderplatz?

    Die unwirtlichen, gesichtslosen Gebäuderiegel rund um den Alex unterscheiden sich kaum von den Vororten in Tschernobyl oder Eisenhüttenstadt. Der Ruf Berlins als hässliche Metropole hat exakt hier seinen Ursprung.

  • … das Problem läßt sich eigentlich recht schnell definieren. Es liegt darin begründet, dass man aus diesem hier:

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/comm…ontent=original

    das hier machen wollte:

    https://www.morgenpost.de/berlin/article…e-Gemueter.html

    Das dies kein einfacher Weg sein würde haben die meisten unterschätzt.

    Und schon wieder sind wir im falschen thread. Cher Moderateur bitte in den Alexanderplatz allgemeines verschieben. Merci

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Die unwirtlichen, gesichtslosen Gebäuderiegel rund

    Es wurde ja schon geklärt, dass dieser Riegel und auch die Rathauspassagen nicht am Alex stehen und der eigentliche Platz mitnichten eine Dystopie darstellt. Mehr gibt's dazu nicht zu sagen. Zum Riegel selbst würde ich dir recht geben.

  • …. Ich denke meinem Post ist unschwer zu entnehmen, dass es sich bei den beiden verlinkten Stadtmodellen nicht um einzelne Architekturen handelt sondern um städtebauliche Ideen, wenn nicht sogar um Staatsformrepräsentierende, völlig gegenpolige Visionen für ein neues Zentrum einer Hauptstadt.

    Es bleibt nicht aus Architektur-Fan, dass es hier Frictionen gibt. Warum sollte ich Dir in Irgendwas entgegenkommen?? Es sind nicht wir die das zu bewältigen haben.

    Jedenfalls kann eine Lösung dieser Aufgabe nicht darin bestehen die eine bereits gebaute Vision eines Zentrums einer Hauptstadt bis zur Unkenntlichkeit zu Zerstören, und danach zu sagen wie scheusslich. Um dann Bruchstücke einer neuen völlig anderen Vision darin zu integrieren. Und danach zu sagen wie wunderschön.

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo (11. Oktober 2026 um 17:39)

  • ^ Vielleicht sollte man den Verkehrsteilnehmenden entgegen kommen, indem man den TLG-Riegel an zwei Stellen aufbricht. Mit einem bloßen Verweis auf die Hauptstadt-Planung der DDR ist es jedenfalls nicht getan, um einen solchen baulichen Misstand aufrecht zu erhalten.

    P.S.: Jetzt bin ich gespannt, ob jemand die These vertritt, dass es sich beim TLG-Riegel und den blockierten Wegeverbindungen um gar keinen baulichen Misstand handelt. Zumindest würde mich eine solche These als Blockade-Argument nicht wundern. :- )

  • Immerhin kann man folgende positive Zwischenbilanz ziehen:

    Seit der Wende gab es noch niemals soviel bauliche Dynamik am Alexanderplatz (mitsamt dem Umfeld) wie heute. Man hat den jahrzehntelangen Stillstand endlich überwunden. Endlich tut sich was in der City Ost!

  • ^^ …. Der „bauliche Missstand“ wie Du ihn nennst, fehlende Möglichkeiten der Durchquerung etc., hat sich allerdings erst mit den baulichen Veränderungen nach der Wende, den damit geänderten Verkehren, ergeben. Somit kann ich hier keinen „baulichen Missstand“ erkennen, der gewollt herbeigeführt worden wäre durch den Bau des Hauses der Elektroindustrie, wie Du es suggerieren willst..