Leipziger Wohnungsbau

  • ^ Ja, in der Tat 'ne gute Nachricht, zumal ich schon dachte, dass das Projekt 'ne Luftnummer wird. Dass hochwertig gebaut wird, finde ich sehr gut, wobei das in dieser gehobenen Wohngegend eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Was mich stört ist, dass dieses Projekt eine "Gated Community" werden wird, wo vermutlich Sicherheitsdienste rund um die Uhr die Häuser bewachen werden. Leipzig ist nicht Rio oder Johannesburg, und von daher ist eine Gated Community in Leipzig auch totaler Schwachsinn. Aber das Geschäft mit der Angst scheint trotzdem zu ziehen...



    Hier noch mal 2 der Bilder, die ich ein paar Seiten vorher schon einmal eingestellt habe.


    Das Gelände, auf dem die 3 Häuser entstehen sollen



    Und so sollen sie aussehen. Schmuck, schmuck...


    Eigene Bilder

  • genau diese vergleiche wurden in dem artikel auch genannt ... süd afrika und amerika. ja, es ist komplett von hohen zäunen aumrahmt und komplett video überwacht. fenster werden mit sensoren ausgestattet, die brüche sofort übermitteln. und sicherheitspersonal ist 24h am tag vorort.

  • Bei aller Liebe, aber eine "Gated area" ist für mich völlig inakzeptabel. Soll es etwa beispielgebend für hochwertiges Bauen sein, wenn sich selbsternannte Eliten in einer mitteleuropäischen Stadt hinter Mauern und Gitter zurückziehen? Wer das für sich erstrebenswert hält, kann wohl nicht ganz bei Trost sein. Das ist mir dermaßen zuwider, daß ich mir fast vorstellen kann, daß so eine Wohlstandsfestung gerade zur Zielscheibe des Volkszorns werden kann.
    Ich kann nur hoffen, daß die Bewohner sich hauptsächlich von der ansprechenden Architektur locken lassen und nach Fertigstellung den Bauherren klarmachen, daß sie keinen antifaschistischen Schutzwall brauchen und die Freunde ihrer Kinder durchaus ohne Identitätsprüfung durch Türsteher im Garten spielen dürfen...

  • ach, wir werden ja dann sehn, ob es es ein offenstehendes schmiedeisernes tor, das den blick auf einen großen schönen garten preis gibt wird, oder ein 3 meter hohes tor aus stahlplatten, was nur mit 12 stelligen sicherheitscode sich öffnet ... eingezäunt heisst ja nicht immer gleich hermetisch abgeriegelt von der außenwelt .... ich find es eher zu begrüßen, dass sich überhaupt tut, in sachen gehobene architektur , und dann sogar noch interessenten da sind, die bereit sind, in einer stadt die kein hamburg und kein münchen oder london ist, preise von reichlich einer million euro für eine eigentumswohnung zubezahlen

  • Vielleicht wird es kein 3 Meter hohes Tor aus Stahlplatten geben (2 m Wellblech hat ein ganz spezielles Anwesen in der Lindenauer Odermannstraße, in das aber sowieso keine_r rein will ;-) ), ganz sicher aber kein offenstehendes schmiedeisernes Tor, sondern einen Wachmann in Pseudo-US-Polizeiuniform, der bestimmt nicht sehr freundlich ist, wenn Du "nur mal kucken" willst. Überwachungskameras im Straßenraum, Mauern ... .


    Hat mal jemand dieses Arcadia in Potsdam gesehen? Ich noch nicht, aber es zieht mich auch nicht dahin. Am Glienicker Horn ist es ja auch eher abgelegen. Aber in Leipzig, am Klara-Park, mitten in der Stadt? Was kommt dann als nächstes? Betreten des Klara-Parks nur noch ab einem regelmäßigen Einkommen über 2500 Euro im Monat und nicht angekratztem Dispo?


    http://www.derwesten.de/nachri…news-68433300/detail.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gated_Community

  • ^ Interessante Aspekte. In dem Artikel von "der Westen" ist noch ein Link auf ein Interview mit einem Professor für Humangeografie versteckt. Darin ist auch von Protesten in der Potsdamer Bevölkerung die Rede. Wenn man sich die dann die Bevölkerungszahl und deren etwas bürgerlicheren Charakter in Potsdam anschaut, kann man nur davon ausgehen, dass sich der Investor, sollte das Ganze genauso strikt wie dort gehandhabt werden (vor allem die Kameras im öffentlichen Raum), in Leipzig ordentlich Ärger ins Haus holen wird. Ob es im Interesse der neuen Bewohner ist, im Mittelpunkt öffentlicher Proteste zu stehen?


    Hier im Prenzlauer Berg gibt es ähnliche Projekte, die aber keine hermetische Abschottung betreiben, vielleicht wird es ja auch sowas. Rein architektonisch ist die Richtung zu begrüßen, ich hoffe aber mal, dass es nicht zu kitschig bzw. "toskanisch" wird.

  • Projekt "Schillerschlösschen"

    Im Rahmen des Selbstnutzerprogramms der Stadt wird nun auch die vordere Menckestraße, nachdem die hintere schon mit der Sanierung der Felsche-Fabrik und weiteren Altbauten jüngst schon in "Schuss" gebracht wurde, mit dem Projekt "Schillerschlösschen" und der Baulückenschließung Menckestr./Ecke Platnerstraße aufgewertet.


    Konkret sieht das Ganze dann so aus:


    Die beiden Vorderhäuser in der Menckestraße werden im Zuge des Projekts saniert, wobei die zur Straße hin sichtbaren Fassaden erhalten bleiben und saniert werden. Zuerst eine aktuelle Ansicht (Die Bäume wurden bereits beseitigt, um Baufreiheit zu schaffen):

    Quelle: KWP-Immobilien GmbH


    Und so die Planung, hier die Gestaltung der Rückfront der beiden Altbauten und im Vordergrund angeschnitten die geplanten Stadthäuser in zweiter Reihe.

    Quelle: Selbstnutzer.de / Stadt Leipzig



    Besagte Stadthäuser in zweiter Reihe: Ziemlich grottig, aber tröstend, dass man sie weder von der Platnerstr., noch von der Menckestr. aus sehen wird.

    Quelle: Selbstnutzer.de / Stadt Leipzig



    Die Leipziger KWP-Immobilien GmbH, die sich inzwischen auf Immobilienentwicklung spezialisiert hat, plant zudem die Baulückenschließung Menckestr./Ecke Platnerstr. mit, ihr habt's sicher schon geahnt, Stadthäusern.


    Zum Schluss noch ein Link zu den sanierten Referenzobjekten der KWP-Immobilien GmbH. Sehr hochwertig, klickt euch mal durch.
    http://www.kwp-immobilien.de/start.php?var=31&ID=58&g=2

  • ^ Deren Sanierungen sind sehr löblich. Respekt! Die Neubauten dagegen sind absoluer Bullshit. Das hat nix mit Anpassung an Leipziger Architektur im Umfeld zu tun.


    Ähnlich schlimm sind deren Entwürfe zur Bebauung in der Schreberstraße 13, direkt in der Nähe des zukünftigen Stadthafens. Laut meinen Informationen, hat die Stadt das ganze bislang abgelehnt. Bei diesem Beton/Glasblock auch kein Wunder! Mit lockerer, niedriger Villenbebauung wie nördlich der Käthe-Kollwitz-Straße in dem Bereich üblich, hat das leider nichts zu tun. Eher mit Plattenbau 2.0. Das sieht einfach grottig aus. Könnte auch in einem Gewerbegebiet auf der grünen Wiese stehen.


    http://www.kwp-immobilien.de/s…2=1&bgid=60&eid=105&ID=57

  • Ich wollte hier mal ein meiner Meinung nach ganz gelungenes Stadthaus zeigen. Es entstand 2007 in der Fregestraße auf einem relativ schmalen Lückengrundstück, weswegen es sich gegenüber der sonst erhaltenen Altbausubstanz nicht sehr hervortut. Das obere Geschoss ist nur vorgeblendet, dahinter vermute ich mal eine Terasse. Allerdings hätte es nicht viel Mühe gemacht, die Linien der Nachbargebäude etwas stimmiger fortzusetzen, wodurch ein sehr viel harmonischerer Gesamteindruck entstanden wäre. Dennoch ein passables Ergebnis. Hier sieht man die noch unbebaute Lücke in der Häuserzeile.



    Foto von mir.

    Einmal editiert, zuletzt von Lipsius () aus folgendem Grund: Wieder mal die Quelle vergessen.

  • Mittlerweile gibt es einige Berichte zur "Gated Area": http://www.newsxl.com/index.ph…030518&catid=51&Itemid=29. Der Einlaß soll durch einen Concierge geregelt werden, der Besuch telefonisch ankündigt. Von einem Hochsicherheitstrakt will der Bauherr nichts wissen, der Rathaussprecher bringt jedoch deutliche Kritik zum Ausdruck.


    Meiner Meinung nach hat man sich mit der Überschrift "Gated Area" keinen Gefallen getan, die Pläne erinnern nicht unbedingt an ähnliche Projekte in südafrikanischen Townships. Vor allem in der praktischen Umsetzung dürfte sich schnell eine Einteilung in unerwünschte und erwünschte Personen ergeben.

  • hier wird aber schon ein wenig viel aufruhr betrieben um diese luxusvillen. zur gründerzeit (von der unsere stadt ja wohl ihr schönes aussehen hat) gab es dutzende hermetisch abgeschlossene villen mit wachdienst etc. die schere zwischen arm und reich war da auch weit offen. weiter als heute vielleicht? einlaß- und wachdienste gibt es auch in den lofts an der elster in schleußig. einen haushälter kann man sich leicht zulegen und die sind gar nicht so teuer. hier hat man das halt alles zusammen.
    der projektleiter ist ein kluger geschäftsmann und ködert leute mit dem künstlich hochgelegten angstgefühl und lässt sie für leipziger verhältnisse astronomische kaufpreise zahlen.

  • ^ Grundsätzlich hast du damit Recht. Man ist in Leipzig bzw. allgemein im Osten nicht daran gewöhnt, dass sich Reiche abschotten. Kommt dann noch eine Überwachung des Straßenraumes hinzu, provoziert dies eben Proteste. Insofern finde ich es gut, dass man auf die "abschreckende"/provozierende Wirkung der Kameras verzichtet. Sollte allerdings wirklich öffentlicher Raum mit überwacht werden, kann man sich hiervor wiederum nicht dadurch schützen, dass man nicht im Blickfeld der Kameras herummarschiert. Gutzuheissen ist es aus meiner Sicht nicht, Bedarf besteht aber offensichtlich.

  • Wie in diesem Beitrag im Bauerbe-Thread Mitte Dezember berichtet, wurde das für einen Neubau+Altbausanierung vorgesehene Gelände in der Fregestraße freigeräumt. Ich hatte befürchtet, dass da erstmal Parkmöglichkeiten hinkommen, dem ist aber nicht so. Es steht jetzt ein kleiner Kran und offenbar werden die Anschlüsse an die Kanalisation geschaffen. Hoffen wir also, dass es bald losgeht. Da das Bauschild mit Entwurf jedoch entfernt wurde, ist momentan noch nicht abzuschätzen, ob der Bau so kommt, wie entworfen.

  • ^ Ich habe mir nach deinem Beitrag vom 14.12.08 das Gelände in der Fregestraße mal angeschaut. Es sah für mich auch so aus, als ob Baufreiheit statt Parkplätze geschaffen werden sollte. Die Visualisierung auf dem entfernten Bauschild sieht ja - wenn auch gewisser 90er-Jahre-Schick - gar nicht übel aus. Bevor jetzt zweigeschossige Stadthäuser mit Garage im EG entstehen, hoffe ich auf eine Umsetzung wie sie auf dem Bauschild zu sehen ist.

  • Die ersten Häuser in den "Hoffmans Gärten" im Bereich Essener Strasse wurden fertig gestellt. Zur Zeit werden Parkplätze geschaffen und die Außenanlage wieder hergestellt.


    Bauupdate: 08.02.2009








    Bilder: Dr.Faust

  • Aus der Dienstberatung des Oberbürgermeisters:


    Bebauungsplan „Liebertwolkwitz-Süd“ soll aufgehoben werden


    Der Bebauungsplan „Liebertwolkwitz-Süd“, den die damals eigenständige
    Gemeinde in den frühen 1990er Jahren zur Errichtung eines Wohngebietes
    durch einen Investor aufgestellt hatte, soll aufgehoben werden.
    Oberbürgermeister Burkhard Jung wird auf Vorschlag von Baubürgermeister
    Martin zur Nedden eine entsprechende Beschlussvorlage im April zur
    Entscheidung in die Ratsversammlung einbringen.


    Auf dem rund zehn Hektar großen Plangebiet im Süden des Ortsteils waren
    Geschosswohnungsbau und Einfamilienhäuser sowie Einzelhandelseinrichtungen
    vorgesehen, der Investor hatte das Vorhaben aber nicht umgesetzt.
    Inzwischen ist die planungsrechtliche Frist von sieben Jahren, nach welchen
    die Bebauungsplanung entschädigungslos aufgehoben werden kann, verstrichen, und bereits erteilte Bauvorbescheide sind abgelaufen. „Für den Wohnungsbau in der Stadt Leipzig und vor allem in den Randlagen stehen bereits ausreichende und teilweise schon erschlossene Flächen zur Verfügung“, kommentiert Martin zur Nedden. „Zudem wollen wir Wohnungsbau in unintegrierten Lagen oder außerhalb des baulichen Zusammenhangs von
    Ortsteilen nach Möglichkeit vermeiden. Die Aufhebung des Bebauungsplanes
    Liebertwolkwitz-Süd entspricht deshalb völlig den von uns verfolgten
    Zielen der Stadtentwicklung.“ Das Plangebiet, das vor allem aus Grünland
    besteht, soll zum größten Teil wieder dem Außenbereich zugeführt werden. +++ Stadt Leipzig

  • Dr.Faust, auf den ersten Blick hab ich gedacht, das wären Aufnahmen aus dem Duncker-Viertel.
    Wie viele Wohnviertel in diesem 50er-Jahre-Stil gibt es eigentlich in Leipzig?


    Sogar in Dresden (Nähe Elbepark) hab ich schon sowas gesehen. Steckt da überall der selbe Architekt dahinter... ?


    Übrigens - ein Hallo an alle Anwesenden!
    Nachdem ich in der Vergangenheit hin und wieder hier reingeschaut hatte, hab ich mich gestern mal spontan angemeldet.