Beiträge von Ranger

    Mangel an Handwerkern und steigende Insolvenzen schließen sich in dem Gewerbe doch nicht aus? Problem dabei machen die Zahlungszeiträume und der Cashflow in den Betrieben. Wenn du, wie in der Baubranche auch üblich, in Vorleistung gehst und nach Abschluss bezahlst wirst, entstehen hier faktisch Lücken. Beispiel: ein GU erhält 30 % nach Abschluss Rohbau - er findet über Monate keinen Zimmermann. Entweder er bezahlt trotzdem den Tief- und Trockenbauer und gerät selbst in finanzielle Schwierigkeiten oder er lässt die anderen Gewerke auch warten - dann erleidet der Trockenbauer eine Bruchlandung.


    Der aktuell kippende Trend macht mir mehr sorgen, als der Handwerkermangel zuvor. Der kommende Investitionsstau wird den Handwerkermangel in Zukunft noch mehr anwachsen lassen.

    ^ Mich dünkt, du versuchst krampfhaft das Haar in der Suppe zu suchen.


    So kannst du es auch nennen. Aus meiner Sicht korrigiere ich die Aussage von LEonline "Die gute wirtschaftl. Entwicklung der Stadt zeigt sich u.a. am Arbeitskräftebedarf" auf "eine ausschließlich durchschnittliche wirtschaftl. Entwicklung". Und weiterhin habe ich erläutert, wieso die Größe "Arbeitskräftebedarf" keine Qualität für wirtschaftliche Stärke sein muss.

    Der Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung ist von 2017 auf 2021 von 44,1 % auf 44,9 % gestiegen und liegt damit im bundesweiten Trend. Dabei zu berücksichtigen sind auch die neu geschaffen Stellen im öffentlichen Dienst (Kommunen Bundesweit 2010 bis 2020 + 17 %). Dabei Spitzenreiter Hochschulen +11% und "Politische Führung und zentrale Verwaltung" +12% (finde leider keine Statistik auf Leipzig runtergebrochen). Selbstverständlich kann man die Schaffung staats- und regierungsnaher Stellen als tolle wirtschaftliche Entwicklung interpretieren.

    Wenn ich den Artikel und das SGB 3 richtig verstehen, werden auch nur ein Teil der aus der Ukraine stammenden Migranten kurzfristig in den Statistiken auftauchen. Jeder, der an einer Schulung (z.B. Sprachkurs), der dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung steht (z.B. durch fehlende Sprachkenntnis) und alle, die einen Studentenstatus haben, werden nicht als Arbeitslos gewertet. Das dürfte sehrt viele der in den letzten 4 Monaten nach Leipzig / Sachsen gekommen Migranten betreffen (egal ob Ukrainer, Russe oder Senegalese).


    Im vergleich zu welchem Zeitraum die Zahl der in Leipzig sozailversicherungspflichtigen Angestellten gestiegen ist, kann ich dem Artikel leider nicht entnehmen. Nach 2 Corona-Jahren, in dem Gastro, Hotellerie und produzierendes Gewerbe sehr litten, ist das nicht unbedingt ein großes Wunder.


    Eine positive Entwicklung des Arbeitsmarkt anhand der unbesetzten Stellen zu konstruieren, ist auch ohne tiefere Analyse und Informationen möglich, aber nicht zwingend korrekt. Die Boomer, die durch die Corona-Krise ihren Job verloren haben oder frühzeitig in den Ruhestand gegangen sind, werden nicht vollständig in den Arbeitsmarkt zurück kehren. Logisch, dass durch die geburtenschwachen Jahre mehr stellen offen bleiben. Abgesehen davon wird es auch Familien geben, die mit der Erfahrung der katastrophalen Kinderbetreuung bundesweit während der Corona Jahre schwer tun, für 1600 € Brutto sich den ganzen Stress wieder anzutun.



    Klar sind das bessere Nachrichten, als in anderen Regionen - aber ob man hier jetzt begeistert oder dankbar sein sollte, weiß ich nicht. Kein Beifall für Scheiße. Mehr unbesetzte Stellen und schön gerechnete Arbeitslosenstatistiken (von Berlin lernen heißt Siegen lernen) machen noch lange kein neuen Frühling.

    Ich denke die Angebotsseite steuert mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer weiteren Verknappung. Für private Investoren wird es immer uninteressanter - den steigenden Kosten in Materialien, der Knappheit an Handwerkern etc. stehen politische Entscheidungen wie Mietpreisbremse und "Deutsche Wohnen enteignen" gegenüber.


    Bleibt also auch die andere Seite - die Nachfrage. Hier herrscht für mich das größere Glaskugellesen. Wie interessant bleibt der städtische Raum. Überwiegen für den Bürger die (steigende) Attraktivität und Angebote der Metropole gegen die Nachteile (hohe Kosten, Emissionen jeglicher Art, gefühlt steigende Kriminalität, Terrorismus, Verbotskultur). Wie in der von Philipp gezeigten Studie geht die Nachfrage nach Büros bereits stark zurück - d.h. der "Arbeitsplatz" wird zukünftig auch weniger in der Stadt als im industriellen Speckgürtel oder dem digitalen Workspace auf der eigenen Couch oder dem privaten Arbeitszimmer sein.


    In 10 Jahren werden sowieso die Karten neu gemischt, wenn die Boomer-Problematik den Wohnraum neu prägen wird.

    ich denke betonbrille hat es (aus meiner Sicht) ganz gut zusammengefasst. Lieber eine gute Wiederauflage, als ein schlechtes "Modern um jeden Preis". Teilweise erinnert es auch zu sehr an die gute alte SED-Mentalität: den Fortschritt des Sozialismus kann niemand aufhalten.


    Selbstverständlich gehört der Uni-Riese zum Stadtbild Leipzigs. Ob den Leipzigern aber was fehlen würde, wenn es ihn nicht gäbe, weiß ich nicht - möglicherweise ja. Aber ob Städten wie Chemnitz (oder auch Leipzig) was fehlen würde, wenn es die ehemaligen Interhotels nicht gäbe? Ich denke nicht. Man kennt es nicht anders und hat sich dran gewöhnt.


    und Zurück zum Neubau am Leuschner Platz. Ja es ist modern. War die Gottschedstraße 2 damals auch. Uns Leipzigern fällt vielleicht gar nicht mehr auf, wie abweisend die ewige Betonfläche Richtung Dittrichring wirkt. Und jetzt entscheidet man sich an der Brüderstraße wieder für ewige Flächen Beton mit Schießscharten - weil es sowas von modern ist und ein Replika würde den ganzen Fortschritt der Stadt aufhalten.


    Und C.S., klar hast du Recht, wenn du sagst, dass Besucher des Museums der Bildenden Künste die Außenwirkung des Museums ganz anders interpretieren und wahrnehmen. Ist es deswegen richtig als elitäre Minderheit, die den Geist des Architekten tatsächlich verstehen, ihren Geschmack aufzuzwängen? Denn niemand kann an dem Klotz aus Beton und Stahl vorbei gehen, ohne ihn wahrzunehmen. Das gleiche gilt später für die Brüderstraße. Auch die wenigsten hätten Freude daran, wenn sich ein paar Jungs aus Lindenau mit ihrer 5000 Watt Bass-Machine auf den Markt setzen und eine Runde Gabba aufdrehen.


    Die Stadtverwaltung und Auftraggeber (speziell, wenn Geldern aus öffentlichen Töpfen kommt) sollte sich ihrer Verantwortung aller Bürger gegeüber bewusst sein, nicht nur der Nutzer (z.B. den Studenten im Seminargebäude, auch z.B. der Mitarbeiterin im Cafe, die davon profitiert, wenn Touristen nach Leipzig kommen (oder eben Dresden kommen), weil die Häuser alle so schön hübsch sind. Völlig egal ob fake oder original.

    ... die Hauptpost, [...] brauchen sich nicht verstecken, ..."

    Es ist ja auch immer noch ein Unterschied, zwischen "nicht zu verstecken" und bereichern. Anderes Beispiel Seminargebäude Universität: Muss es sich verstecken? Nicht unbedingt. Bereichert es die Grimmaischen Straße? In meinen Augen nicht.


    Zur Frage der historischen Repliken gibt es auch mit Recht verschiedene Ansichten - im Zusammenhang mit zentrumsnahen großen Plätzen, wie dem Leuschner Platz, denke ich aber schon, dass im breiten (einfachen) Volk wie mir ein erhöhtes Wohlempfinden bei "Wiederaufgebauten Straßenzügen" aufkommt. Zumindest wage ich zu Behaupten, dass bei einer allgemeinen Umfrage, welche Plätze Ihnen besser gefallen: der Frankfurter Römer, der Dresdner Neumarkt oder der Essener Kennedyplatz Essen mit abstand den letzten Platz belegen wird.


    Dem besagten umzusetzenden Entwurf kann ich auch nur wenig entnehmen. Das Schaufenster öffnet es immerhin ein bisschen. Sonst ist die Spitze zum Leuschner Platz hin weitestgehend verschlossen und abweisen. Maximal einladend für politischen und sportlichen Parolen aus Spraydosen, wie es die Eingänge des Citytunnels bereits erfahren durften. Letztendlich greift es aber auch nur den Trend oder "Stil" des diagonal gegenüberstehenden Sakralbaus auf. Die Experten freuen sich. Die städtebaulich ungebildete Mehrheit (wie mich) wundert sich ^^

    In Grünau ist an der Karlsruher Straße eine Grundschule mit 448 Plätzen geplant. Hier kann ich den Standort nicht genau zuordnen.


    Stand hier nicht an der Stelle des jetzigen Spielplatzes Alte Salzstraße / Karlsruher Straße ehemals ein Kindergarten aus DDR-Zeiten? Falls ich mich richtig erinnere, könnte das auch der Standort für die geplante Grundschule werden.

    Schwierig für mich als von der Wahl ausgeschlossener Bürger, die "Architekturleistungen von beispielhafter Qualität" sowie die "Maßstäbe für die Lösung von Bauaufgaben mit Mitteln zeitgenössischer Architektur" nachzuvollziehen. Kennt man denn die anderen Mitbewerber? Ich kann mir kaum vorstellen, noch monotoner zu sein.

    Blumfeld


    ob das Bespucken fremden Eigentums aufgrund eines chronischen Hasses gegen individuellen Personenverkehrs der Meinungsäußerung unterliegt, überlasse ich dir. In Leipzig muss man schon froh sein, wenn nicht direkt zur Fackel gegriffen wird. Vielleicht hätte man die Zufahrten auch nicht versiegelnd ausführen können - das werden die Verantwortlichen schon abgewägt haben. In 10 Jahren stehen dort überall schmucke (hoffentlich etwas kleinere) E-Flitzer und wir haben uns wieder alle lieb.


    Dass man ohne befestigte Zufahrt nicht bauen konnte, davon gehe ich wie Saxonia auch aus. Also why not die PKWs in die Parkbuchten im Erdgeschoss quartieren, anstatt noch mehr öffentlichen Raum fürs parken zu okkupieren.

    Um bei dem Beispiel zu bleiben - ich kenne das MDV-Tarifsystem nicht - kostet die Monatskarte von Weißenfels bis Leipzig (unrabattiert) 176,80 €+ 82,10 € für den Stadtbereich Leipzig?


    Zum Thema Fahrrad oder E-Scooter muss man aber auch fairerweise sagen: an gut 90 Tagen im Jahr ist nicht grade einladendes Wetter in der Leipziger Tieflandsbucht und auch nicht jeder ist Mitte 30 und bei bester Gesundheit.

    Es ist unglaublich nervig, dass gestalterische Fragen, zumal bei öffentlich finanzierten Bauten, von kleinen, geheim tagenden Kreisen ausgekungelt werden, die es empört von sich weisen, mal nachzufragen, was die Menschen, die mit den Häusern dann leben sollen, eigentlich darüber denken.

    (...)

    Genau! Deshalb auch mein Vorschlag, nochmal 30 Jahre zu warten.

    Ich sehe es ganz genauso wie du und hatte es bereits an anderer Stelle angemerkt. Der Lehrstuhl der Architektur in Leipzig wird in solchen ominösen, von einem ebenso kleinen Kreis undurchsichtig bestimmten, Ausschüssen ein gutes Wort mit reden - und jene Professoren strotzen zum Teil mit Ideen der Ignoranz und Selbstverwirklichung. Dein Beispiel anderer Architekturwettbewerbe, wie dem Sakralbau ggü. dem neuen Rathaus, bestätigt es sehr gut, dass der Wunsch des Kunden und Auftraggebers größtenteils ignoriert wird. Und dabei sehe ich als Kunden nicht nur die Kirchengemeinde, sondern auch die Bewohner der Stadt, denen dieser nicht grade günstige Klotz vor die Nase gesetzt wurde.

    1.) Die Beispielmoschee ist in ganz anderen Dimensionen als das kleine Grundstück hergibt errichtet

    2.) Gibt es verschiedene Strömungen des Islam, also auch verschiedene Gestaltungs- und Formensprachen, wie bei christl. Kirchen auch

    Vielleicht verstehe ich dich falsch, aber der gezeigte Entwurf zeigt den Gewinner des Architekturwettbewerbs aus dem Jahr 2015, der genau für dieses Grundstück gemacht wurde. Der Bau wird also sehr wahrscheinlich dem Entwurf im Großen und Ganzen ähneln.

    Dass auch kleinteilige Lösungen wie die Neubauten in der Frankfurter Altstadt auf lautstarke Kritik aus Architekturkreisen stoßen können, ist bekannt.

    Sind solche Kritiken auch aus der nutzenden und jeden Tag damit konfrontierten Bevölkerung bekannt? Ich selbst kenne niemanden aus Frankfurt, daher würde mich das schon interessieren. Dass Architekten auch gern mal andere Vorstellungen von "gelungen" als die breite Masse der Bevölkerung haben, hatte ich so beispielhaft an der neuen Propsteikirche erlebt.