Leipzig: Neue Ufer

  • Hier werden etwas zu viele Fässer aufgemacht und zu einer Sache zusammengefasst. Das betrifft die Aussagen zur Aufenthaltsqualität, zum Sinn des Verlaufs, sowie zur Bürgerbeteiligung.



    Aufenthaltsqualität: auch wenn der Ring eine Hauptverkehrsstraße in Leipzig darstellt, wird der Flusslauf nicht zwangsläufig eine negative Aufenthaltsqualität aufweisen. Zum einen weil wir sowieso über ein streng urbanes Gebiet sprechen. Zum anderen weil im Gegenzug, eine Führung durch den Hinterhof nicht automatisch eine sehr naturnahe Variante darstellt.


    Der Mühlgraben selbst ist keine natürliche Erscheinung sondern war ein Nutzfluss. Der nun in einem neuen Ansatz eine neue Form der Nutzbarkeit zugesprochen wird. Die sich aber nun hauptsächlich einer urbanen Struktur unterordnen muss bzw. kann. Das birgt ja auch interessante Möglichkeiten, geht es ja nicht um eine Renaturierung. Sondern eben auch um ein Erscheinungsbild in der Stadtstruktur. Der Fluss selbst kann ja durch diverse schon passierte Anwendungen offengelegt, trotz der Nähe zum Ring, ein besseres Habitat für Flora und Fauna darstellen.



    Sinn des Verlaufs: die Argumentation, nur der Innenhof wäre sinnvoll gewesen finde ich wenig hilfreich. Im verlinkten Artikel wird davon gesprochen, dass man Gebäudeteile der Hauptfeuerwache wie Gerätehallen und Werkstätten hätte verlegen bzw. an einem anderen Standort neu errichten müssen. Wo darin nun der Sinn bestünde, finde ich wesentlich fragwürdiger.


    Genau so wenig Sinn macht es durch den neuen Verlauf im Innenhof, eine Verwirklichung des Hochhauses an der Mega-Kreuzung zu verhindern. Einfach weil diese kaum im Verhältnis stehen würde. Und ein durchzwängen des Mühlgrabens durch die Blöcke und neuem Hochhaus ist keine qualitative Steigerung.



    Bürgerbeteiligung: also eine Bürgerbeteiligung ist ja nicht zwingend bindend und beruft sich nicht auf eine offizielle Abstimmung der gesamten Bürgerschaft. Vielmehr ging es um eine Feststellung diverser Interessen. Wie und ob überhaupt die Interessen verwirklicht werden können, steht doch auf einem ganz anderen Blatt. Ferner lässt sich durch eine gegenteilige Abstimmung zu einem Aspekt einer(!) Interessensgruppe im direkt gewählten Stadtrat, wahrlich kein Demokratiedefizit ausmachen. Wie teilweise angedeutet.

  • Sorry, aber Aufenthaltsqualität ist schon am wesentlich weniger befahrenen und aufgeweiteten Ranstädter Steinweg nicht gegeben. Wir reden hier über eine sechsspurige Straße plus zwei Tramspuren im Innenstadtbereich.
    Der historische Verlauf wäre definitiv zu diesem Zweck besser geeignet gewesen.


    Hauptziel der Öffnung der Mühlgräben ist aber nicht die Aufenthaltsqualität, sondern der Hochwasserschutz. Unter dem Aspekt könnte man auch die Meinung vertreten, dass die Aufwertung des Umfeldes sich auf die nicht so stark oder gar nicht befahrenen Straßen im Verlauf beschränken kann.


    Im Hinblick auf die Bürgerbeteiligung hat man sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Offenbar stand der historische Verlauf ja gar nicht ernsthaft zur Debatte - da kann man sich die Beteiligung der Öffentlichkeit dann wirklich sparen.

  • Nachfolgend noch einmal die in #951 gezeigten möglichen Verläufe:



    Ich stelle mal die vlt. nicht ganz so gewagte These auf, dass bei der Abstimmung zum Verlauf hauptsächlich die Anwohner des unattraktiven Hinterhofs gevotet haben... ;)


    Anyway - ich bin froh, dass hier die Vernunft gesiegt hat. Einige Punkte hat hedges schon genannt. Würde das alte Naundörfchen noch existieren könnte ich es noch irgendwo nachvollziehen, dass man für den histor. Verlauf plädiert aber in dieser Form fehlt mir komplett die Vorstellungskraft wo hier der Mehrwert für die Stadt liegen soll.

  • Sorry, aber Aufenthaltsqualität ist schon am wesentlich weniger befahrenen und aufgeweiteten Ranstädter Steinweg nicht gegeben. Wir reden hier über eine sechsspurige Straße plus zwei Tramspuren im Innenstadtbereich.


    Wobei der Ranstädter Steinweg im Vergleich zum Ring doch um mindestens zwei Grade schmaler ist - das halte ich durchaus für ausschlaggebend. Zumal der Betontrog mit seinen senkrechten Wänden in dieser Form für den Ring nicht geplant ist

  • Zum besseren Verständnis noch einmal die beiden Varianten für die Offenlegung des Pleißemühlgrabens am Goerdelerring.




    Als erstes die vom Stadtrat beschlossene Variante entlang des Goerdelerrings. Ich denke, die Situation ist mit dem Trog am Ranstädter Steinweg nicht zu vergleichen.













    Die historische Variante hinter der Hauptfeuerwache, die bei der Bürgerbeteiligung zwar eine deutliche Mehrheit bekam, aber nicht umgesetzt werden soll.





    Bilder: Stadt Leipzig

  • Hallo zusammen,


    kann es sein, dass die Illustrationen viel mehr Platz suggerieren als dort dann tatsächlich gegeben ist?


    Zum Thema Aufenthaltsqualität, ich bin dort hin und wieder unterwegs.. aber wirklich viele Menschen nutzen diesen Weg nicht, nicht im Ansatz soviele wie auf den Illustatrionen dargestellt sind. Und weshalb man sich dort dann Aufhalten soll ist auch fraglich. Der nä. Bäcker für ein Kaffee um diesen am Wasser zu genießen ist nich nah.


    Die Anlage der Feuerwehr Aus-/Einfahrt find ich atm auch noch spannend. Irgendwie glaube ich nicht, dass das am Ende so schick umgesetzt wird wie aufgezeigt.


    So long

  • Visualisierungen sehen meistens schön aus, damit man seine Projekt durchbekommt, dem Nutzer die Schönheit und Aufenthaltsqualität schmackhaft machen kann oder einfach zu zeigen, so könnte es aussehen. In etwa, nicht ganz, aber diese Richtung.


    Vielleicht kommt die rege Beteiligung, wenn das Flussbett dann da ist.

  • Zum Thema Aufenthaltsqualität, ich bin dort hin und wieder unterwegs.. aber wirklich viele Menschen nutzen diesen Weg nicht, nicht im Ansatz soviele wie auf den Illustatrionen dargestellt sind. Und weshalb man sich dort dann Aufhalten soll ist auch fraglich. Der nä. Bäcker für ein Kaffee um diesen am Wasser zu genießen ist nich nah.


    Die Anlage der Feuerwehr Aus-/Einfahrt find ich atm auch noch spannend. Irgendwie glaube ich nicht, dass das am Ende so schick umgesetzt wird wie aufgezeigt.


    So long


    Vice verse, liebe/r Inigo: die Neuanlage des Flusses mit entsprechender Ufergestaltung schafft ja erst die Aufenthaltsqualität, die die Leute eventuell veranlaßt, sich dort aufzuhalten.


    So wie in der Nähe des Reichsgerichts, wo sich vor der Öffnung auch niemand einfach auf die Brache gesetzt hat.

  • Sehe ich ähnlich. Nützt ja nichts, ständig auf die Unwirtlichkeit des Ringes zu verweisen und dann Vorhaben, die dem entgegen wirken könnten, als Perlen vor die Säue zu bezeichnen.

  • [...]
    So wie in der Nähe des Reichsgerichts, wo sich vor der Öffnung auch niemand einfach auf die Brache gesetzt hat.


    Wobei am Reichsgericht lauftechnisch zw. UniBibo/GWZ und Karli jede Menge "Laufkundschaft" ohnehin vorhanden ist, egal ob mit oder ohne Öffung.




    Zitat von Saxonia

    Sehe ich ähnlich. Nützt ja nichts, ständig auf die Unwirtlichkeit des Ringes zu verweisen und dann Vorhaben, die dem entgegen wirken könnten, als Perlen vor die Säue zu bezeichnen.


    Grundlegend hast du recht.. wer nicht wagt, der gewinnt nicht. Ich bin gespannt ob es zu einem Mehr an Menschen auf dieser Ringseite kommt wenn die Öffnung da ist.

  • ^ Es doch egal, ob es zu einem "Mehr an Menschen" nach der Öffnung des Pleißemühlgrabens in diesem Bereich kommt. Es geht darum, den Stadtratsbeschluss von 1992, die Öffnung des Pleißemühlgrabens zur Renaturierung, zur Verbesserung der Wohn- und Freizeitqualität und des Hochwasserschutzes, umzusetzen. Oder mit weniger Amtsdeutsch ausgedrückt: Es geht darum, diesen Asphaltalptraum vor Hauptfeuerwache und IHK-Gebäude endlich zu beseitigen.


    Wenn dann irgendwann das Hochhaus an der Spitze kommt, mit welcher Nutzung auch immer, dann wird dieser Abschnitt noch belebt genug werden. Dann vielleicht sogar mehr als es angebracht ist, wenn die Stadtreinigung wie jetzt bereits im Clara-Park kaum mehr hinterher kommt, die Hinterlassenschaften der Leute wegzuräumen.

  • Stadthafen-Bau beginnt 2020



    Quelle: PM Stadt Leipzig

  • Neubau Plagwitzer Brücke


    Zurzeit werden die neuen Widerlager bewehrt und zur Schalung vorbereitet.


    Stand: 6. April 2019



    Zurzeit wird das östliche Widerlager bewehrt.



    Ebenso das westliche Widerlager.


    Freilegung des Elstermühlgrabens in der Thomassiustraße


    Der Neubau der Funkenburgbrücke ist weitestgehend abgeschlossen, sodass nur noch Restarbeiten erfolgen. Zudem können Fußgänger, Rad- und Autofahrer das neue Bauwerk uneingeschränkt nutzen. Die Pflasterung der seitlichen Thomasiusstraße ist abgeschlossen. Um einen durchgängigen Zugang zum Wasser zu ermöglichen, wird zurzeit ein Steg zwischen Thomasiusstraße und Lessingstraße errichtet.


    Stand: 19. April 2019



    Querschnitt der Thomasiusstraße in Richtung Käthe-Kollwitz-Straße.



    Die östliche Brückenseite mit dem Flussabschnitt, der zur Angermühlbrücke führt.



    Das Geländer der westlichen Brückenseite mit dem Flussabschnitt, der zur Westbrücke führt.



    Ausblick über den Elstermühlgraben.



    Auf der Südseite befindet sich der Zugang zum Flussbett, an dem aus und ins Boot gestiegen werden kann.



    Über Stufen gelangt man nach unten.



    Die betonierte Ufermauer wurde mit Bruchsteinen verkleidet. Zudem entstand auf der Böschung eine naturnahe Gestaltung.



    Unterhalb der Funkenburgbrücke sieht es im Moment so aus. Seitlich werden Lichtkörper installiert, die bei Dunkelheit rot leuchten.



    Im Wasser spiegeln sich Hausfassade und Himmel.



    Die seitliche Thomasiusstraße wurde mit hellgrauem Kleingranitstein gepflastert.



    Geländer und Leuchten begleiten das Flussbett.



    Um einen durchgängigen Zugang zum Flussbett zu ermöglichen, wird ein Steg zwischen Lessingstraße und Thomasiusstraße montiert.



    An der Lessingstraße wurde das rechts befindliche Geländer erhalten, dass vor dem Ausbau an "alte Zeiten" anknüpfen sollte. Und links der noch gesperrte Zugang zur Thomasiusstraße.

  • ^ Das sieht wirklich toll aus. Hätte ich gar nicht gedacht, dass die Umsetzung so überzeugend und hochwertig wird. Am meisten dürften sich die Wohnungseigentümer im Bereich der Thomasiusstraße über das Ergebnis freuen.


    Mal ein Vergleich dazu.


    Thomasiusstraße vor der Offenlegung des Elstermühlgrabens vor zweieinhalb Jahren. Die Arbeiten laufen da gerade an:



    Bilder: Altbaufan





    Ähnliche Perspektive heute. Mal schauen, wie das Ufer noch gestaltet werden wird.



    Bilder: DaveLE

  • Elstermühlgraben - letzter Bauabschnitt (2020 bis 2023)

    Gestern wurde im Beisein vom stand-up-paddelnden MP Kretschmer der vorletzte Abschnitt des Elstermühlgrabens offiziell eröffnet.


    Gleichzeitig mit dem Bau des Stadthafens soll nun ab Ende 2020 der letzte Abschnitt (170 Meter) zwischen Lessing- und Elsterstraße inkl. dem Neubau zweier Brücken erfolgen. Danach sei der Elstermühlgraben vom Palmengarten bis zum Naturkundemuseum durchgängig für Boote befahrbar.


    Eine Visu wie es mal werden soll hat die LVZ ebenfalls am Start. Man erkennt, dass etwa in Höhe der Lessing-Schule
    ein breiter Treppenzugang zum Wasser geplant ist:


    Quelle: https://www.lvz.de/Leipzig/Lok…-Politprominenz-eroeffnet

  • Neubau Plagwitzer Brücke


    Vom 04. bis 06. Juni 2019 wurden fünfzehn Stahlverbundträger auf den beiden Widerlagern der Plagwitzer Brücke eingehoben. Danach beginnt die Bewehrung und Schalung des Überbaus. Der Bootsverkehr kann die Brücke wieder unterqueren.



    Ein Schwerlasttransporter mit einem Stahlverbundträger, der bereits am Autokran hängt.



    Der Autokran hat den Brückenträger angehoben und manövriert ihn zu den beiden Widerlagern.



    Am Vortag wurden fünf von fünfzehn Stahlverbundträgern eingehoben.



    Hier wird der neue Brückenträger gleich eingehoben. Durch den Montage ist der Bootsverkehr gesperrt.



    Der Kranführer lässt langsam den Träger auf das Widerlager ab.