Leipzig: Neue Ufer

  • Leipzig: Neue Ufer

    Dieser Thread soll 2 Projekte in und um Leipzig näher beleuchten: Zum einen das Projekt Neue Ufer, wo sich ein Förderverein für die Freilegung der um 1905 und in den 1950er-Jahren zugeschütteten Pleiße- und Elstermühlgräben einsetzt - zum anderen das Projekt "Neuseenland", eines der größten Renaturierungsvorhaben in Europa.


    Projekt Neue Ufer


    http://www.neue-ufer.de/


    Aufgrund wachsender Umweltprobleme durch die Einleitung ungeklärter Industrieabwässer, wurden beide Mühlgräben auf knapp 5 km Länge verrohrt. Nun sollen sie komplett wieder ans Tageslicht kommen. Auf dem obigen Link zum Förderverein könnt ihr euch über den gegenwärtigen Stand der Dinge informieren. Ein paar Fotos nun von mir:


    Im Sommer 2006 wurde der Abschnitt des Elstermühlgrabens längs des Ranstädter Steinweges freigegeben. Die Sichtbeton-Tristesse finde ich ziemlich enttäuschend, hier ein Foto von 2006:


    Spektakulärer ist das ganze bei Nacht in spaciger Beleuchtung:


    Link 1
    Link 2



    Auf der nördlichen Seite des Ranstädter Steinweges - da, wo der Elstermühlgraben nicht zugeschüttet wurde - wird im Moment die Uferböschung grundlegend saniert. Im Herbst 2007 war Einweihung dieser Bootsanlegestelle.




    Derzeit ist ja aufgrund der Arbeiten am City Tunnel die gesamte Innenstadt samt angrenzender Bezirke verrohrt.



    Schon besser ist die Gestaltung des im Sommer von Kurt Masur eingeweihten Mendelssohn-Bartholdy-Ufer des jüngst freigelegten Pleißemühlgrabens vorm Reichsgericht. Die Sitze stellen die Anfangsnoten von Batholdys Violinenkonzert in eMoll dar.


    Gleich dahinter beginnt irgendwann der nächste Abschnitt der Freilegung selbigen Mühlgrabens durch das Musikviertel hin zum Floßplatz. Beginn vermutlich aber nicht vor 2010.

  • Renaturierungsprojekt Neuseenland


    http://de.wikipedia.org/wiki/Leipziger_Neuseenland


    In dem obigen Link sind alle 17 dazugehörigen Seen sehr gut erläutert, die bis 2060 entstehen werden bzw. bereits entstanden sind. Durch ebenfalls künstliche Gräben sollen irgendwann mal die meisten Seen sowie die innenstädtischen Gewässer miteinander verbunden werden. Drei Seen picke ich mir raus, und stelle sie hier kurz vor.


    Der Cospudener See (436 ha, 10,5 km Umfang, 54 Meter tief, Flutung 1994 - 2000) ist ein Projekt der Expo 2000. Im Jahr 2000 wurde er somit seiner heutigen Nutzung übergeben. Das westliche Ufer dient vorbehaltlich dem Landschaftsschutz, der Rest dem Freizeitspaß.
    Blick über den Cospudener See zur rangezoomten Stadt Leipzig. Die türkise Färbung soll durch eine für Menschen völlig ungefährliche chemische Reaktion zustande gekommen sein. Sieht nun aus wie im Urlaub. Folgende Bilder sind alle Ende März 2005 entstanden.



    Die Marina des Cospudener Sees mit Kneipen, Restaurants, Hafen, Saunalandschaft und Ähnlichem.



    Der Markkleeberger See (252 ha, 58 Meter tief, Flutung 1999 - 2006) ganz in der Nähe des Cospudener Sees wurde letztes Jahr der Öffentlichkeit übergeben. Höhepunkt bildet ein Kanupark mit Wildwasseranlage. HIER ein Foto vom Bau der Anlage.



    Der Zwenkauer See wird ca. 2014 der größte See in Neuseenland sein (angeblich auch größer als der Tegernsee). 2007 begann die Flutung. Ein Ausstellungspavillion informiert seitdem über den Stand der Dinge. Hier nun ein Foto von mir, das 2006 vor der Flutung geknipst wurde. Sieht aus wie aufm Mond.


    Bilder von mir

  • yo, "neue ufer" wird noch auf jahre hinaus dauerthema sein.
    sie umfassen elstermühlgraben und pleissemühlgraben (beide verrohrt, nicht zugeschüttet).
    im weiteren sinne lassen sich auch die alte weisse elster (um 1930 zugeschüttet) und die verbindungen vom karl-heine-kanal zum hafenbecken und vom hafenbecken zum elster-saale-kanal dazuzählen. beide hat es noch nie gegeben. somit hat leipzig einen hafen, der noch nie ein schiff gesehen hat. aber das macht nichts, denn der elster-saale-kanal führt ja auch weder zur elster noch zur saale.
    in diesem jahr soll der elstermühlgraben vom schreberbad bis zur friedrich-ebert-strasse freigelegt werden. und die stadt hat die grundstücke zwischen karl-heine-kanal und hafen gekauft, um beide zu verbinden.


    die flutung der ganzen tagebaurestlöcher braucht natürlich auch seine zeit.
    aber wenn alles mal fertig ist, kann man dann wenigstens mit dem fahrrad in den kurzurlaub fahren. schöne sache.

  • Sehr interessante Projekte! Freie Wasserläufe sind immer ein großes Plus für eine Stadt, sogar wenn eine Betoneinfassung drumrum gebaut wird. Das Mendelssohn-Bartholdy-Ufer ist sowieso wirklich schick.

  • Habe mich jetzt so gut es ging selbst über das Neuseenland informiert. Mein Gesamteindruck ist äußerst positiv. Wenn ich das richtig sehe, liegt ein Teil des zukünftigen Zwenkauer See auf Leipziger Stadtgebiet, sicherlich nicht unwichtig für das Prestige der Stadt und die Möglichkeit dort Hotels, Sportboothafen, Wohnhäuser und ähnliches zu bauen. Aber das hat man ja selbst schon bemerkt. Insgesamt eine sehr glückliche Entwicklung! Einzig die touristische Ausschlachtung muss jetzt noch gut geplant sein.


    Die Freilegung der Gräben ist eine unbezahlbare Bereicherung für die Innenstadt. Behaupte ich mal als Außenstehender. Alleine der Blick mit dem Reichsgericht im Hintergrund sollte entlohnen. Selbst den Betongraben an der, wenn ich das richtig sehe, insgesamt 4-spruigen Jahnallee kann man verzeihen, sieht man mit wieviel Idee und Detail die Freiraumgestaltung am Reichsgericht umgesetzt wurde. Alles sehr schön. Freue mich bald mehr in diesem netten, neuen Unterforum zu sehen.

  • an der jahnallee war der elstermühlgraben bereits um 1905 unter der nordseite der strasse verrohrt worden. nur weil die neubauten der 50er auf der südseite zurückgesetzt gebaut wurden, war es überhaupt möglich, den flusslauf zu verlegen und wieder zu offen zu legen. inzwischen sind zum glück auch die gebäude auf der nordseite saniert und der braune riegel im bildhintergrund strahlt jetzt wieder als "blüthner-carree".
    nach und nach setzt sich so aus einzelprojekten wieder ein stadtbild zusammen. eine wirkung, die man sich auch von den weiteren flussöffnungen erhofft.

  • Derweil ist heute in der LVZ zu lesen (Artikel), dass das RP-Leipzig den Planfeststellungsbeschluss für den Bau eines neuen Stadthafens genehmigt hat. Der Stadthafen mit seinem knapp 7000qm großen Hafenbecken kann nun auf dem Glände des abgebrochenen Heizkraftwerks wenige hundert Meter westlich der Innenstadt entstehen. Wie dj tinitus bereits in #3 schrieb, wird in diesem Jahr der Elstermühlgraben zwischen Schreberbad und Friedrich-Ebert-Straße freigelegt, was Voraussetzung für die Realisierung des Stadthafens ist. Rund um den Hafen sollen Hotels, Wohnungen, Büros und Gastronomie entstehen. Baubeginn ist vermutlich nächstes Jahr.


    Der Stadthafen ist ein wichtiger Schritt für die Erschließung der im Projekt "Neuseenland" entstehenden Gewässer im Süden Leipzigs mit der Leipziger Innenstadt auf Wasserwegen. Somit dürfte der von Samuel geschilderte touristische Effekt für die Stadt Leipzig nicht zu kurz kommen, gute Vermarktung freilich vorausgesetzt.


    Zeichnung Stadthafen:

    Quelle: Rau, Architekturbüro HRR Leipzig



    @ dj tinitus
    Du hast recht, der Elstermühlgraben wurde bereits 1905 verrohrt, habe es in meinem Eingangsbeitrag geändert. HIER eine Aufnahme von 1875, wo der Elstermühlgraben noch mittig durch den dörflich geprägten Ranstädter Steinweg floss.

  • Es wurde von Cowboy und dj tinitus schon viel zusammengetragen. Ich möchte aber dennoch noch ein paar Sachen ergänzen.


    Zunächst eine Übersicht zum Verlauf des Pleißemühlgrabens. Der gesamte rot markierte Abschnitt wurde in den 50ern verrohrt bzw. zugeschüttet:
    http://www.wasserinleipzig.de/…/karte_ist_soll_gross.jpg
    Grafik: wasserinleipzig.de


    Aufgrund des hohen finanziellen Aufwandes und der klammen städtischen Kasse sowie der sehr unterschiedlichen städtebaulichen Situationen muss die Freilegung schrittweise erfolgen. Das Zwischenergebnis nach 10 Jahren: knapp 1000 Meter sind geschafft, 2000 weitere stehen noch bevor.


    Die einzelnen Bauabschnitte von Nord nach Süd:
    BA 1 - Gewässerknoten Goerdelerring bis Dittrichring, Länge ca. 700 m, Realisierung unsicher
    Um den Mühlgraben in diesem Bereich freilegen zu können, müsste ein Stück der Ringfahrbahn geopfert werden. Da dem Verkehr derzeit Vorrang eingeräumt wird, erwägt die Stadt die Öffnung in diesem Abschnitt auf Eis zu legen und stattdessen die alten Rohrleitungen zu sanieren. Kompromissvorschläge seitens des Vereins Neue Ufer wurden abgelehnt.
    Meines Erachtens eine fahrlässige Einstellung. Wie will man private Hausbesitzer im Musikviertel von einer finanziellen Beteiligung an der Freilegung überzeugen, wenn die Stadt es an anderer Stelle vorzieht die alten Rohrleitungen zu sanieren? Wenn hier nicht ein Umdenken einsetzt, droht die durchgängige Öffnung des Pleißemühlgrabens zu scheitern.


    BA 2 - Rudolphstraße bis Gottschedstraße, Länge 320 m, Freilegung 1997-1999
    2005:

    Bild: baukasten


    BA 3 - Martin Luther-Ring
    Ähnliches Problem wie in BA 1, der aufgeweitete Verkehrsraum soll bestehen bleiben, für den Pleißemühlgraben ist unter diesen Vorgaben kein Platz. Planungen diesen Zustand zu ändern existieren nicht.


    BA 4 - Harkortstraße, Länge 240 m, Freilegung 2000
    2007:

    Bild: baukasten


    BA 5 – Mendelssohnufer am Reichsgericht, Länge 70 m, Freilegung 2007
    Die alte Wölbleitung war zu Beginn der Bauarbeiten gut zu sehen:

    Bild: baukasten
    Ein Bild des fertig gestellten Mendelssohnufers ist in Beitrag 1# zu sehen.


    BA 6 – Simsonstraße, Länge 350 m, Realisierung geplant
    Dieser Abschnitt stellt insofern eine Besonderheit dar, als dass es sich hier um die einzige Wohnstraße am Pleißemühlgraben handelt. Die Stadt wünscht sich eine Beteilung der Hausbesitzer an der Finanzierung. Die sind natürlich not amused, Ausgang offen.
    2005

    Bild: baukasten


    Zum Vergleich ein Bild von 1900.


    BA 7 – Grassistraße, Länge 140m, Freilegung 2005-2006
    http://www.wasserinleipzig.de/…es/Aktuell/pmg2_gross.jpg


    http://www.wasserinleipzig.de/…es/Aktuell/pmg1_gross.jpg
    Bilder: wasserinleipzig.de


    BA 8 – Wundtstraße, Länge 230 m, Freilegung 1997-1998


    BA 9 – Wundtstraße bis Kurt-Eisner-Straße, Länge 800 m
    Realisierung geplant, vor 2015 wird aber sicher nicht begonnen.



    Zum Elstermühlgraben:
    http://www.wasserinleipzig.de/…/ba-offenlegung_gross.jpg
    Grafik: wasserinleipzig.de


    Der erste BA entlang des Ranstädter Steinwegs wurde noch mit Fördermillionen aus dem „Olympiasofortprogramm“ im Vorfeld der WM 2006 realisiert. Leider offenbart das Ergebnis (siehe Beitrag 1#) sehr deutlich das eigentliche Hauptanliegen dieses Projektes: die Verbesserung des Hochwasserschutzes. Die gestalterischen Details kamen im Vergleich dazu - höflich ausgedrückt - doch etwas zu kurz. Die Öffnung des Grabens musste an dieser Stelle übrigens auch als Begründung für die Beseitigung der kleinen Funkenburg herhalten.


    Zum zweiten BA zwischen Schreberbad und Friedrich-Ebert-Straße (Länge ca. 200 m) und dem Bau des kleinen Stadthafens hat Cowboy in Beitrag 8# bereits alles Wichtige zusammengefasst.


    Die Realisierung des letzten Abschnitts ist für die Jahre 2010 bis 2012 vorgesehen.
    Auch hier zwei Vergleichsbilder: Elsterbrücke 1903,
    Friedrich-Ebert-Straße in 2005

    Bild: baukasten


    Als drittes Großprojekt dieser Art ist der Bau einer Umgehungsstrecke für das versandete Elsterflutbecken geplant. Das Hauptanliegen ist auch hier die Verbesserung des Hochwasserschutzes. Die bereits vor über 80 Jahren zugeschüttetes Alte Elster am westlichen Rand des Waldstraßenviertels wird aus diesem Grund ihre Wiederauferstehung erleben. Wann das genau sein wird, steht noch nicht fest.
    Verlauf der Alten Elter:
    http://www.wasserinleipzig.de/…ies/160205/emg4_gross.jpg
    Grafik: wasserinleipzig.de


    Nun noch einige Ergänzungen zum Neussenland und dem geplanten Gewässerverbund.


    Wie Cowboy bereits geschrieben hat, sollen bis 2060 insgesamt 17 ehemalige Tagebaue rekultiviert werden. Vier davon sind aus Leipziger Sicht von besonderer Bedeutung:
    - der Cospudener See (Flutung 1994-2000, Wasserfläche 436 ha)
    - der Markkleeberger See (Flutung 1999-2008, Wasserfläche 252 ha)
    - der Zwenkauer See (Flutung 2007-2013, Wasserfläche 913 ha)
    (weitere Infos zu diesen drei Seen in Beitrag 1#)
    - und der Störmthaler See (Flutung 2001-2011, Wasserfläche: 733 ha).


    Mit Hilfe von Kanälen und Schleusen sollen diese vier Seen untereinander und mit den Flüssen im Stadtgebiet verbunden werden. Bis zum Flutungsende des Störmthaler Sees 2014 sollen alle hierfür notwendigen Bauwerke errichtet werden.


    Es handelt sich u.a. um folgende Maßnahmen:
    - Entschlammung und Schiffbarmachung des Floßgrabens im südlichen Auwald (der Floßgraben wird sozusagen die zukünftige „Stammstrecke“ des südlichen Gewässerverbundes, da jeder der aus der Stadt in Richtung Cospudener oder Zwenkauer See möchte, hierdurch schippern muss, Fertigstellung 2006


    - Bau der Schleuse am Nordstrand des Cospudener Sees, verbindet den See mit dem Floßgraben, Fertigstellung 2007
    http://www.wasserinleipzig.de/…l/schleusentest_gross.jpg
    Bild: wasserinleipzig.de


    - für eine „barrierefreie“ Bootsfahrt von der Stadt bis zum Cospudener See fehlen dann immer noch ein Brücken- und ein Schleusenbauwerk, beides befindet sich zurzeit in Planung


    - ebenso in Planung ist derzeit die Kanalverbindung inkl. Schleuse zwischen dem Cospudener und Zwenkauer See


    - die Hubbrücke und der Verbindungskanal zwischen Markkleeberger und Störmthaler See befinden sich seit 2007 in Bau


    Das alles ist nicht billig zu haben, allein der Kanalverbund zwischen Cospudener und Zwenkauer See wird mindestens 10 Mio. € kosten.


    Darüber hinaus besteht wie schon von dj tinitus erwähnt die Planung, den Gewässerverbund in Richtung Nordwesten weit über die Stadtgrenzen hinaus zu erweitern. Das Endziel ist die direkte Anbindung der Leipziger Gewässer an die Saale.
    Um das zu ermöglichen muss der nie in Betrieb genommene Lindenauer Hafen in Richtung Stadt mit dem Karl-Heine-Kanal und in Richtung Saale mit dem Elster-Saale-Kanal verbunden sowie die noch bestehende Lücke (ca. 7,5 km) zwischen der Saale und dem Elster-Saale-Kanal in Sachsen-Anhalt geschlossen werden.


    Gewässerverbund Lindenauer Hafen
    http://www.wasserinleipzig.de/…s/160205/Hafen2_gross.jpg
    Bild: wasserinleipzig.de



    Abschließend noch einige Eindrücke aus der Tagebaufolgelandschaft im Leipziger Südraum und einige ergänzende Links:


    Elstermühlgraben 2005:

    Bild: baukasten


    Floßgraben 2005:

    Bild: baukasten


    Zwenkauer See, Sommer 2007

    Bild: baukasten


    Cospudener See, Sommer 2007

    Bild: baukasten


    Tagebaufolgelandschaft am Markkleeberger See, im Vordergrund aufgeforstete Flächen, dahinter der Bergbautechnikpark, am Horizont das Braunkohlekraftwerk Lippendorf:

    Bild: baukasten


    Wassertouristisches Nutzungskonzept für den gesamten Gewässerverbund:
    http://www.neue-harth.de/imper…leitplan_mit_nordraum.pdf


    Masterplan Zwenkauer See:
    http://www.neue-harth.de/imper…harth/masterplan_2006.pdf


    Webcam Zwenkauer See, Blick vom Südufer (das Becken für den Zwenkauer Hafen ist bereits gut zu erkennen) in Richtung Leipzig:
    http://www.neue-harth.de/nh/webcam/


    Welt-Artikel vom Sommer 2007: „Wiederentdeckung des Wassers“
    http://www.welt.de/reise/nahbe…tdeckung_des_Wassers.html


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    So leid es mir bei diesem tollen Beitrag auch tut:
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    Bitte in Zukunft auf sowas achten. Vielen Dank, Jo-King.

  • Gefällt mir sehr, was Leipzig da vorhat. Bin überwältigt. :daumen:



    Hätte nicht gedacht, das sowas in einer deutschen Stadt noch machbar ist.
    Gut das es nicht immer ums Geld geht.


    Find ich gut und hoffe Hamburg hübscht ebenfalls einiges an Ufern auf.

  • Habe heute ein paar Bilder vom Markkleeberger See gemacht. Auch dort beginnt man die ersten Gebäude zu bauen.





    Im Hintergrund sieht man den Kanupark Markkleeberg



    Und zum Schluß noch ein Bild vom heutigen Sonnenuntergang

  • Südlich und nördlich von Leipzig wird sich in den nächsten Jahren noch einiges tun. Das "Grobe" wurde ja schon geleistet. Fehlt nur noch das Wasser im Störmthaler See und im Zwenkauer See. Auch der Markkleeberger See ist noch nicht ganz voll. Dort fehlen wohl noch 50cm. Hier zwei Fotos aus dem letzen Jahr.




    Blick von der Bistumshöhe in Richtung Leipzig





    Blick über den zukünftigen Störmthaler See
    Eigene Bilder


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  • Die Veränderungen an der Landschaft in den Braunkohlegebieten werden von Geologen mit den Hinterlassenschaften einer Eiszeit verglichen. In der zwar fruchtbaren aber brettflachen Leipziger Tieflandsbucht gab es vor der Kohle praktisch keine größeren Gewässer. Nach den Zumutungen des Kohlebergbaus wird nun für die nächsten mind. 50.000 Jahre eine neue Seenlandschaft entstehen. Dr. Ketzer hat dazu einen interessanten Artikel verfasst:


    http://www.tu-cottbus.de/theo/…en/992/Ketzer/ketzer.html
    [URL=http://www.tu-cottbus.de/theo/Wolke/deu/Themen/992/Ketzer/ketzer.html[/URL]

  • für den artikel muss man sich zwar etwas zeit nehmen, aber das lohnt sich.


    vor allem im letzten teil gibt er hochinteressante einblicke in das gedankliche fundament der landschaftsgestaltung. einiges davon, wie der aussichtsturm auf der bischhofshöhe (dessen holzlamellenverkleidung einem schornstein nachempfunden wurde), ist ja bereits realisiert. anderes, wie die "schwimmende kirche" im künftigen störmthaler see (die an die verschwundenen orte erinnern soll) wird noch kommen. so wird man immer an die an die ursachen für die entstehung dieser landschaft erinnern werden.


    viele bilder und noch mehr infos gibt es übrigens auch auf dieser seite:


    http://www.tvll.de/


    da kann man etwas rumklicken.

  • Das neue Mendelssohn-Ufer wurde hier schon kurz vorgestellt. Es wurde zeitgleich mit dem Bau der Tiefgarage vorm Reichsgericht realisiert. Die südliche Außenwand der Tiefgarage bildet die Ufermauer des freigelegten Pleißemühlgrabens. Sowohl die Tiefgarage als auch das Mendelssohn-Ufer wurden vom Leipziger Büro der RKW-Architekten realisiert. Auf deren Homepage gibt es folgende Bilder vom Ist-Zustand des Geländes:


    Unter der dreieckigen Rasenfläche befindet sich die neue Tiefgarage.






    Bilder: rkw

  • In den Braunkohlesanierungsgebieten der Lausitz und in Mitteldeutschland realisiert die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbausverwaltungsgesellschaft- LMBV- Sanierungs- und Rekultivierungsleistungen von 7,5 Milliarden Euro. Die LMBV erbringt dabei im Bergrecht geforderten Sanierungsleistungen ergänzt durch vertragliche Leistungen aus Verwaltungsabkommen zwischen den betroffenen Bundesländern und dem Bund.


    http://http://de.wikipedia.org/wiki/LMBV


    Die Nutzung wird vom jeweiligen Land und den Kommunen bestimmt.
    In den einzelnen Regionen geht man verschiedene Wege. Ob die Planungen immer erfolgreich sind wird sich zeigen.


    Im Südraum von Leipzig setzt man auf privates Engagement und einzelne öffentliche Projekte im touristischen Bereich.


    Hier z.B. den Kanupark Markkleeberg. Im Hintergrund ist die Großdeponie Cröbern zu sehen. Hier wird seit 2007 auch Müll aus Italien verkippt.




    http://http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/39550/display/8524504




    Man darf gespannt sein, wie groß das Interesse potentieller Gäste an dieser vom Industriezeitalter geprägten Gegend sein wird. In und um die vier großen entstehenden Seen südlich von Leipzig befindet sich z.B. das Kraftwerk Lippendorf.




    http://http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/685895/display/9430913





    Hier bietet sich die Errichtung eines Freizeitparks geradezu an.




    http://http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/30527/display/9482727





    Die ersten privat errichteten Ferienparks sind in Planung oder werden - wie hier in Markkleeberg-Wachau- schon errichtet.







    In Markkleeberg-Zöbiker war am Ufer des Cospudener Sees ein einheitlich gestaltetes Wohngebiet vorgesehen. Die Markkleeberger wollten es abwechslungsreicher. Nun entsteht eine bunte Mischung aus Baustilen bekannter Urlaubsgebiete.
























    Casa cospuda







    Wenigstens hat man einen Teil der alten, schon fast verfallenen Herrenhäuser gerettet. Die Sanierung ist nicht in allen Bereichen stilecht, das kann man aber später wieder zurückbauen.











    Alles eigene Fotos

  • Danke für die Fotos, Stahlbauer. Ich denke, gerade die jetzt noch etwas skurril anmutende Mischung aus Industrie, Erholung und Freizeitspaß wird mittel- und langfristig das Erfolgsrezept für den Leipziger Südraum sein. Wenn ich sehe, dass schon jetzt Ferienanlagen errichtet werden... Vor 18 Jahren fuhr man in dieser Gegend mit seinem Auto noch nicht mal rechts raus, wenn man eilig austreten musste.


    Markkleeberg wusste schon, warum es nicht nach Leipzig eingemeindet werden wollte. Die Stadt mausert sich wieder zum Leipziger Vorort für besser Betuchte. Die Idee, kein einheitliches Wohngebiet zu bauen, finde ich klasse, allein die Umsetzung überzeugt mich (noch) nicht.

  • yo, das ist wirklich grauenvoll. diese bonbonfarbenen "toscana-villen" im massstab 1:2 passen so gut in die landschaft, dass es über ihnen eigentlich ständig regnen müsste.
    konträr zu cowboy: die ursprünglich durchgängig geplanten "dünenhäuser" (teilweise mit rasendächern) hätten vielleicht in der tat etwas zu sehr nach atlantik-wall ausgesehen, aber wenigstens wäre einem die jetzige horror-idylle erspart geblieben.
    doch es gibt ja nicht nur schatten, sondern auch licht: die geretteten herrenhäuser machen was her und seit neuestem wird auch mit dem bau des kap zwenkau begonnen. zwei molen werden den hafen am zwenkauer see vor winden abschirmen, ringsum soll ein neues viertel entstehen. hoffentlich geschmackvoller.