Beiträge von betonbrille

    Am Kanal Zwischen Markkleeberger und Störmthaler See wird fleissig gearbeitet.

    Eine Wasserleitung (blauer Container im Hintergrund) überbrückt die die Schleuse über die Spundwand zum Markkleeberger See.


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    Ein grobe Schüttung wurde zur Verstärkung angebracht, der Bagger füllt diese mit Schotter von oben auf.

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    Die Arbeiten gehen voran, mal sehen ob die Schleuse morgen wieder passierbar ist. ;)

    Kurt-Eisner 1c .

    In der seit X Jahren nach einem Dachschaden (Brand ...) leerstehenden 1c, zeigen sich wieder Aktivitäten. Die zur Kurt-Eisner str. hin sanierte Vorderseite, mit dem charakteristischen Giebel (aber nur halbem Dach), scheint nun doch nicht vor sich hineinzuvergammeln. Zumindest waren heute Handwerker mit der Entrümpelung beschäftigt.


    Nach erneuter Bereinigung des Bewuchses steht jetzt ein Bauschild auf der Brache Paul Gruner Str. / Dufourstr. MAPS Mal sehen ob dort nochmal kurzgeschnitten werden muss, andererseits bis zum Bauschild hats ja bisher nie gereicht. (habs leider nicht ablichten können, Film war alle ...)

    Was die Farbe angeht sehe ich es als geplante Reminiszenz an die Industrielle Vergangenheit, letzendlich haben alle Gebäude in der Nähe des BBG genau diese Farbe und dunklere Töne getragen. In der Nachbarschaft der erneuerten "Cremeschnitten" wird mir dabei ganz braunkohlenfeuerwarm ums Gedärm. Bezüglich der restlichen Gestaltung würde ich Birte und Hedges beipflichten.

    Völlige Beipflichtung. Und dabei ist die Ansicht von der Bebelstr. noch die Schokoladenseite. Von der Arndtstr. aus betrachtet ist das Ganze auf LWB Niveau. (damit meine ich nicht alle LWB Bauten aber die Göring Bauten [ damit wiederum meine ich Bernhard nicht Herrmann])

    Ich möchte Nuperus beipflichten, die Innenhöfe sind wichtig als wenig bebaute- oder Grünfläche, gerade in engen Strassen ohne Strassenbäume. Das ist einer der Unterschiede der Bausituation in Leipzig verglichen zur Berliner Altbebauung mit fast vollständig bebauten Karrees. Daher kann ich der Bebauung solcher Flächen keine positive Seite bezüglich Lebensqualität für die Gesamtheit der Bewohner abgewinnen.

    Ok, ich machs mal kleinlich, Luxemburgs imperiale Ambitionen (oder besser die der Luxemburger 1308-1437) sind schon länger her. Trotzdem haben sie Bauten des Historismus. Ich suche noch nach Kolonien derer, auch für "L" muss doch was zu finden sein ... ;) Dort?

    ( ... Mir ist klar das "L" so gebaut hat wie die Imperien Links und rechts ihrer Grenzen. Ein Grenzfall wäre Belgien, da deren Kolonien zunächst nur dem König gehörten, nicht Belgien. Spanien wird als Imperialist bei den "Imperien" des Fin de Siécle gar nicht aufgeführt ? [trotz Marokkos, Sahara, Werstafrika. etc ? Was muss man noch tun um Imperialist zu sein?] ... historisiert gebaut haben derzeit [fast] alle)

    Ich persönlich verfüge leider auch nicht mehr über Kolonien, strebe das aber an und werde dann historistisch bauen, selbst wenns mir nicht immer gefällt. "Watt mutt dat mutt".

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    ...Strukturen heißt: Architektonischer Historismus und politischer Imperialismus gehen Hand in Hand. Die Formsprache passte zur Weltanschauung; die Mittel, woher auch immer, waren da; zum Zweck reichte es...

    Zu dieser Aussage lassen sich ausreichend Gegenbeispiele finden, wie Bauten der Sowjetzeit, reich verzierte rustikale Bauten des Kleinbauerntums, jegliche eklektizistische Einzelbauten (Palais Ideal), etc. ... Der Historismus hat als Epoche auch in Ländern ohne Imperiale Ambitionen stattgefunden und sich in fast alle Bau/Lebenbereiche verbreitet.


    Desweiteren haben gerade im Deutschland dieser Zeit, soziale Reformen stattgefunden, welche von konservativer Seite (Bismarck) trotz Sozialisten Gesetz etc. nicht zu erwarten waren. Hier kann man den rheinischen Kapitalismus von den angelsächsichen Entwicklungen unterscheiden. Die ML - Lehre differenziert ihr Feindbild jedoch bewusst nicht. (Bitte nicht die ML Lehre der DDR mit Marx Erkenntnissen im Kapital gleichsetzen)


    Die Architektur einer Zeit ist auch Ausdruck der aktuellen architektonischen Mode (Epoche) und gerade in jüngerer Zeit einer Schule. Insbesondere in Deutschland sind durch die selbstverschuldeten Disruptionen unserer Geschichte, teilweise Strömung/Schulen/Lehrmeinungen einer Schule stärker vertreten als in anderen Ländern.

    Leipzig wäre nicht Leipzig, wenn man nicht permanent mit dem historischen gebrochen hätte. Was ist denn in der Innenstadt schon richtig alt im Sinne von Mittelalter? Die Stadt wurde permanent verändert. Ich möchte nur daran erinnern, dass auch mal das alte Rathaus abgerissen werden sollte um Platz für eine Messehalle zu schaffen. Das ist die Identität, quasi die DNA von Leipzig. Und da bin ich der Meinung, dass es eher Hochhäuser anstatt von Glaskästen sein müssen.


    Was uns das Wort entartet sagen soll, ist mir in dem Zusammenhang völlig unklar... Wenn Leipzig in seiner "natürlichen Art" bleiben soll, dann sind spektakuläre Bauprojekte, die wenig Rücksicht auf eine vermeintlich bessere Zeit nehmen, beinahe zwingend!

    Prinzipiell gehe ich mit der Aussage, das sich die Stadt stets erneuert hat mit, so dass kaum noch Gebäude aus der städtischen Frühzeit existieren können.

    Aber, die Struktur der Innenstadt ist, im Gegensatz zu anderen Städten nicht stark überformt worden. Soll heißen die Gebäude haben sich zwar stets gewandelt, jedoch ein Hausmann, Ceaucescu oder Speer (wo wir mal wieder bei den letzten 1000 Jahren wären ;) hat niemals seine Spur durch die (Innen) Stadt gezogen um Sichtachsen oder Boulevards anzulegen. Eben dieses macht den gegensätzlichen Reiz der Innenstadt aus.

    Nun ja, diese Untersuchung endet mit dem Resultat, das der Baugrund letztendlich den Ausschlag gibt. Hier (Beitrag 387) wurde gerechnet das ein Riegelgebäude mit einem "ähnlichen" Aufwand aus Stahlbeton gebaut wird, wie das vergleichende Hochhaus (Beispiel: Seite 346, 1200m³ mehr Bohrpfähle für den Riegelbau als für das Hochaus ...).

    Das sehe ich in der Realität sehr fallabhängig, der betrachtete Vergleich bezieht eher den "Worst Case" an Aufwand für das Riegelgebäude ein, das wird im Fazit auch so umschrieben, weshalb das Hochhaus etwas besser abschneidet. Betrachten wir jedoch die jüngere Vergangenheit und deren Hochbauten, sind diese oftmals frühzeitiger wieder gegangen als hier angenommen, nicht zuletzt aufgrund der sozialen Dysfunktion.
    Leider sind im Dokument, die sozialen Aspekte aussen vor, welche ich aber als entscheidend gegen eine nicht absolut notwendige Verdichtung durch Hochhäuser sehe. Beispiele für die Ausbildung von sozialen Brennpunkten aus solchem Vorgehen sind bekannt, Pruitt–Igoe, Unité d'habitation, Gropiustadt, ... . Ich möchte dem ergo nicht beipflichten das wir uns einig sind Hochhäuser sofort zur Verdichtung zu nutzen. Ganz im Gegenteil, das Hochhaus sollte als Dominante die Ausnahme bleiben. (Sonst ist es auch keine Dominante mehr ...)