Und weiter hagelt es Kritik für die Kunstinstallation auf der Konsti. Nun haben sich die Kreativen in der Stadt zu Wort gemeldet, demnach sei laut Bericht der Hessenschau "... Die Aufträge für das Kunstwerk ohne Debatte, Wettbewerb oder Ausschreibung vergeben worden".
Frankfurter Stadtgespräch
-
itchedSky -
2. November 2007 um 09:40
-
-
-
Leider ist die Befürchtung der Tiergefährdung durch die Installation „A Sky Full of Hope“ eingetreten, ein Vogel hat sich darin verfangen, sodass die Feuerwehr anrücken musste. Das Video ist hier über Instagram abrufbar. Wie es nun damit weitergeht, ist noch unklar.
-
Das ganze Projekt "A Sky Full of Hope" ist wie aus der Zeit gefallen. Als zentraler Bespielungsort für die WDC oder mit Sonnenschutzsegel hätte man es in ein Gesamtkonzept packen können. So bleibt nur eine Kunstinstallation, die für den Platz zu klein ist, die zu teuer und nicht nachhaltig ist (mühsam im Winter abgebaut werden muss und nach 3 Jahren wieder verschwindet) und nun auch noch aus ökologischer Sicht (Vogel verfängt sich) fragwürdig ist. Schuld ist dabei (fast) niemand. Die Stadt hat Fördergelder abgerufen (hätte aber eine Ausschreibung machen müssen), das WDC-Komitee war froh einen Medienhit zu spielen und die Künstlerin muss wie auch anderswo auf der Welt Geld verdienen. Unter dem Strich ist diese Kunstinstallation in seiner Gesamtheit leider gescheitert.
-
Wie es nun damit weitergeht, ist noch unklar.
Man kann von der Installation (und der Art und Weise der Vergabe und den Kosten) halten was man will, aber möchten wir das jetzt echt an einem Vogel festmachen, der dann von der Feuerwehr gerettet wurde?
-
"Plastikschrott" ist noch der harmlosere Ausdruck in den sozialen Medien, wo hunderte Bürger ihren Unmut zu dem Projekt ablassen. Die Kunstinstallation hat ihre Akzeptanz bereits verloren, nachdem die Medien die hohen Kosten als Schlagzeile eingebracht haben. Das das Kunstkollektiv dann noch Warnungen von Tierschützern abtut, dass weltweit sich noch kein Vogel dort verfangen hätte und nun nach nicht mal einem Monat der erste Vogel auf der Konsti mit der Feuerwehr befreit werden muss, ist dabei das Sahnehäubchen für ein leider komplett gescheitertes Kunstprojekt...
-
Ich möchte einmal eine Lanze brechen für die Kunstinstallation. Man kann nicht immer jammern, dass nichts aus den Plätzen in Frankfurt gemacht wird, und wenn dann mal etwas passiert, heißt es gleich "viel zu teuer" oder "viel zu klein" etc. Ich persönlich finde das Kunstwerk sehr ansprechend mit der Beleuchtung nachts ist es für mich auch ein schöner Anziehungspunkt.
Die ganzen Unkenrufe vorab, dass die Konsti im Taubenkot ertrinken würde haben sich alle nicht bewahrheitet. Jetzt hat sich ein (in Zahlen 1) Vogel darin verirrt, dass ist nun wirklich keine Meldung wert oder gar ein Grund den Stab über darüber zu brechen.
Auch die Beschwerden warum man keine Ausschreibung gemacht hat oder keine lokalen Künstler genommen, will ich nicht gelten lassen. Wie lange und komplex Ausschreibungen der öffentlichen Hand dauern, dürfte den meisten hier bekannt sein. Wir sprechen da eher von Jahren als von Monaten. Jetzt hat die Stadt einmal schnell gehandelt und eine weltweit renommierte Künstlerin engagiert - jetzt ist es auch wieder nicht recht...
Ja, 2 Mio. sind viel Geld, aber in dem Geld sind auch die Stützen an den Ecken enthalten. Diese können und sollen nach Ablauf der Installation für einen anderen Zweck verwendet werden. Das relativiert in meinen Augen die Höhe des Betrages erheblich.
Die Installation macht aus Frankfurt nicht sofort Bilbao. Aber sie kann einen Impuls sein, um darüber zu sprechen wie der öffentliche Raum der Konsti besser gestalten werden. Dass die Stadt diese Diskussion nicht antizipiert hat und hierzu keine Ideen hat, ist für mich das eigentliche Problem.
(Die negativen Kommentare in den sozialen Medien die auch hier im Forum als Argument ins Feld geführt werden, möchte ich nicht gelten lassen. Nur die wenigsten der Person (falls da überhaupt echt Personen und nicht irgendwelche Bots dahinter stecken) haben sich das Werk aus der Nähe einmal angesehen. Die Kommentare lesen sich dennoch als wäre dieses Netz die Manifestation des Untergangs des Abendlandes. Dies ist aber bei so gut wie bei allen Debatten im sozialen Medien zu beobachten, hierauf sollte man sich also nicht stützen wenn man eine wirkliche Diskussion über ein solches Kunstwerk führen möchte.)
-
Man kann von der Installation (und der Art und Weise der Vergabe und den Kosten) halten was man will, aber möchten wir das jetzt echt an einem Vogel festmachen, der dann von der Feuerwehr gerettet wurde?
Ich kann diesen Zynismus nur sehr bedingt nachvollziehen. Vielleicht bin ich damit in der Minderheit, aber in meinen Augen sollte das Tierwohl über den vermeintlichen ästhetischen Zugewinnen jener „Kunstinstallation“ stehen. Es ist auch nicht unwahrscheinlich, dass es zu weiteren etwaigen Vorfällen kommt, die noch schlimmer ausgehen könnten.
-
^
Das Zynismus zu nennen, kann ich wiederum nicht nachvollziehen. Es geht tatsächlich (bisher) nur um einen Vogel. Und natürlich ist jeder Vogel wichtig in unserem arg gebeutelten Ökosystem. Aber man muss das mal in Relation sehen zu den Vögeln, die täglich an den vielen großen Fassaden anprallen und teils mit Genickbruch enden oder an die Vögel, die von Katzen getötet werden.
Das ist ein Vielfaches, nämlich jeweils vierstellige Zahlen allein in Frankfurt - und das täglich. Aber die stehen natürlich nicht so im Fokus der Öffentlichkeit.
-
^
Genau so sehe ich das auch. Ich habe das nicht zynisch gemeint. Mir ist es auch wichtig, dass Tiere nicht zu Schaden kommen, und ich halte es für gut, dass der Vogel gerettet und versorgt wurde. Aber welchen Maßstab soll man anlegen? Jede Straße, jede Bahnlinie, der Verkehr an sich, und was weiß ich alles töten Tiere. Wenn man wegen einem toten Vogel dieses Kunstwerk kritisiert, kann man jede Bahnstrecke und jede Straße dichtmachen.
-
Genau diese Jammer Mentalität ist das Hauptproblem in diesem Land. Ständig alles kaputt und schlecht reden. Kein bisschen Euphorie und Mut wagen.
Weil das kostet ja Geld, da könnte etwas passieren, sind alle Vorschriften eingehalten, ist es auch regional, wurden denn auch alle gefragt, oh da ist etwas passiert, geht jetzt die Welt unter.
Das ist Wahnsinn!!!!!!!
Das Land und besonders die immer ängstlicher und empfindlicher werdenden Menschen sind in so einen Abwärtsstrudel geraten, dass es da nicht mehr rauskommt.
Ein Abgesang an allem was Fortschritt in der Menschheitsgeschichte ausmacht.
-
Naja, wir sind eben mittlerweile bekannt fürs Jammern. Und fürs Aufregen. Und fürs Beschweren. Lamentatio können wir inzwischen besser als die Italiener.
Hab mir gestern Abend das Netz bei Beleuchtung angesehen. Ist ganz eindrucksvoll. Finde auch gut, dass die Fläche mit Gastro etc. bespielt wird.
Erstaunlicherweise meiden die nervigen Tauben das Netz. (................) Ich denke auch, dass sich nicht viele Vögel darin verfangen werden, da es ja nicht durchsichtig ist wie Vogelfangnetze, sondern farbig und für Vögel auch gut sichtbar.
-
Genau diese Jammer Mentalität ist das Hauptproblem in diesem Land. Ständig alles kaputt und schlecht reden. Kein bisschen Euphorie und Mut wagen.
Dem kann ich nur zustimmen. Und ich glaube, das Problem reicht inzwischen weit über diese konkrete Kunstinstallation hinaus.
Natürlich läuft in Deutschland nicht alles gut. Wir haben Probleme bei Infrastruktur, Digitalisierung, Bürokratie, Wohnungsbau, wirtschaftlicher Dynamik und an vielen anderen Stellen. Darüber muss man reden und daran muss man arbeiten.
Was mich aber zunehmend irritiert, ist diese grundsätzliche Erzählung, dass hier angeblich praktisch alles schlecht ist und immer schlechter wird.
Deutschland ist nach wie vor eine der größten Volkswirtschaften der Welt, verfügt über enorme wirtschaftliche Substanz, hervorragende Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen, eine vergleichsweise leistungsfähige Infrastruktur und einen sehr hohen Lebensstandard. Trotzdem ist das öffentliche Grundgefühl häufig: Niedergang, Krise, Katastrophe.
Und genau da wird es politisch interessant. Denn wenn man den Menschen lange genug erzählt, dass dieses Land praktisch vor dem Abgrund steht, darf man sich nicht wundern, wenn diejenigen Zulauf bekommen, deren Geschäftsmodell genau aus dieser Erzählung besteht.
Der Erfolg beispielsweise der AfD lässt sich sicherlich nicht monokausal erklären. Aber bemerkenswert finde ich, dass Untersuchungen zeigen, dass nicht nur die persönliche wirtschaftliche Situation entscheidend ist, sondern gerade die negative Wahrnehmung der Lage Deutschlands eine Rolle spielt.
Das heißt für mich nicht, Probleme schönzureden. Im Gegenteil: Kritik ist notwendig. Aber zwischen „Wir haben ein Problem und sollten es lösen“ und „Hier funktioniert überhaupt nichts mehr“ liegt ein gewaltiger Unterschied.
Und damit sind wir wieder bei einer Kunstinstallation auf der Konstablerwache.
Man kann über Gestaltung und Kosten diskutieren. Man kann sie hässlich finden. Man kann fragen, ob das Geld sinnvoll eingesetzt ist. Alles legitim.
Aber vielleicht darf eine Großstadt auch einfach einmal etwas ausprobieren. Vielleicht darf Frankfurt auch einmal Geld für etwas ausgeben, dessen Nutzen sich nicht in zusätzlichen Kitaplätzen, sanierten Straßenmetern oder eingesparten Verwaltungsstellen messen lässt. Vielleicht darf eine Stadt auch gestalten, experimentieren, Kunst zeigen und im Zweifel sogar einmal danebenliegen.
Wenn jede Idee zuerst durch die Brille betrachtet wird: „Was kostet das?“, „Brauchen wir das wirklich?“, „Was könnte schiefgehen?“ und „Hätte man das Geld nicht irgendwo anders ausgeben können?“, dann bekommt man am Ende vor allem eines: Stillstand. Und darunter leiden wir gefühlt gerade am Meisten.
Eine Stadt wie Frankfurt sollte den Anspruch haben, sich weiterzuentwickeln und gelegentlich auch etwas zu wagen.
Fortschritt entsteht schließlich selten aus der Frage: „Warum sollten wir das machen?“
Sehr viel häufiger beginnt er mit: „Warum eigentlich nicht?“
-
Die Goethe-Universität Frankfurt ist erstmals zur Exzellenzuniversität ernannt worden, dies als Teil einer Allianz der Rhein-Main-Universitäten mit den Standorten Darmstadt, Frankfurt und Mainz. Die Hochschulen erhalten ab 2027 eine Förderung von insgesamt bis zu 155 Millionen Euro über einen Zeitraum von sieben Jahren. Der Bund stellt 75 Prozent der Finanzierung bereit.
Auszug aus einer Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur von heute:
Begehrter Exzellenz-Titel für Universitäten Darmstadt, Frankfurt und Mainz
Die Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) erhält ab dem 1. Januar 2027 den begehrten Exzellenz-Titel. Das haben der Wissenschaftsrat und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) heute in Bonn bekanntgegeben. Die RMU ist ein Zusammenschluss der Technischen Universität Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie war in der ersten Förderlinie der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern mit fünf Exzellenzclustern sehr erfolgreich und wurde nun in der zweiten Förderlinie „Exzellenzuniversitäten“ als Verbund zur Förderung ausgewählt. Die RMU erhält ab 2027 eine Förderung von insgesamt bis zu 155 Millionen Euro über einen Zeitraum von sieben Jahren. Der Bund stellt 75 % der Finanzierung bereit.
Historischer Tag für für Hessen und Rheinland-Pfalz
„Heute ist ein historischer Tag für Hessen und Rheinland-Pfalz: Die Rhein-Main-Universitäten tragen den begehrten Exzellenz-Titel als erste Universitäten in Hessen und als erster länderübergreifender Verbund in der Exzellenzstrategie. Herzlichen Glückwunsch! Dies ist ein großartiger Gemeinschaftserfolg von Wissenschaft und Politik auf Grundlage eines wissenschaftsgeleiteten Verfahrens“, so Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels. „Über viele Monate hinweg wurde mit hohem Einsatz, viel Herzblut und großer Professionalität gearbeitet. Ich danke den Universitätspräsidien und allen Beteiligten aus Wissenschaft und Verwaltung. Die Technische Universität Darmstadt, die Goethe-Universität Frankfurt und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz werden mit den Fördermitteln in Millionenhöhe und dem Renommee der Exzellenzstrategie zu einem internationalen Hotspot für Forschung und Innovation. Das ist gut für das Rhein-Main-Gebiet und für Hessen. Neben der offensichtlich überzeugenden wissenschaftlichen Präsentation hat auch das starke Commitment der Politik mit einer Verwaltungsvereinbarung der beiden Länder und gleichlautenden unterstützenden Beschlüssen der Landtage von Rheinland-Pfalz und Hessen zum Erfolg beigetragen. Dieses Engagement hat sich ausgezahlt. Wir sind stolz auf unsere Spitzenforschung.“
Meilenstein für die Forschungslandschaft
Boris Rhein, Hessischer Ministerpräsident: „Die Verleihung des Exzellenztitels an die Universitäten Frankfurt, Darmstadt und Mainz ist ein großartiger Erfolg und ein Meilenstein für die exzellente Forschungslandschaft in Hessen. Ich gratuliere allen beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie den Universitätsleitungen herzlich. Der Titel ist Beleg für die hohe Qualität, die Innovationskraft und das strategische Geschick unserer Forschungseinrichtungen. Die Universitäten Frankfurt, Darmstadt und Mainz arbeiten seit Jahren eng und vertrauensvoll zusammen. Sie sind gemeinsam stark, regional sichtbar, national wirksam und international führend. Mit ihrer Allianz haben sie Forschung, Studium und Lehre auf ein neues Niveau gehoben. Sie betreiben Spitzenforschung, bilden starke Forschungsverbünde, teilen Infrastruktur und verbinden Teams und Profile. Sie sorgen für einen erfolgreichen Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft. Diese Leistung wird nun mit dem Titel offiziell anerkannt.“
[...]Die Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU)
Als strategische Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) bilden die Goethe-Universität Frankfurt, die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die Technische Universität Darmstadt eines der wichtigsten Zentren für Forschung, Bildung und Innovation in Europa. Gemeinsam decken die drei Universitäten ein äußerst breites und interdisziplinär eng verzahntes Fächerspektrum ab. Mit mehr als 90.000 Studierenden und 1.500 Professuren kooperieren sie eng in Forschung, Studium und Lehre, bei der Förderung junger Forschender sowie dem Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft.
In den vier RMU-Profilbereichen Data, Health, Matter und Society bündeln die Universitäten ihre Kompetenzen in zentralen Forschungsfeldern. Dazu nutzen sie ihre Komplementarität und räumliche Nähe zur Bildung starker, international herausragender Forschungsverbünde. Sie bauen gemeinsam ihre Studienangebote aus und stärken den Austausch und die Vernetzung mit der Zivilgesellschaft. So gestaltet die 2015 gegründete strategische Allianz die Metropolregion Rhein-Main als integrierte Wissenschaftsregion mit – global sichtbar und international attraktiv.
-