Beiträge von Santa Maria

    ^^ Ich bin mir nicht sicher ob diese Vergleiche, gerade auch mit München, immer zielführend sind. Aber wenn man einen solchen Vergleich anstellt, dann muss man ihn auch in Relation mit der Einwohnerzahl setzen. Da München ca. doppelt so groß wie Frankfurt ist, ist dieser (sehr isolierte) Vergleich nicht gerade schmeichelhaft für den Frankfurter Weg.

    Ich möchte einmal eine Lanze brechen für die Kunstinstallation. Man kann nicht immer jammern, dass nichts aus den Plätzen in Frankfurt gemacht wird, und wenn dann mal etwas passiert, heißt es gleich "viel zu teuer" oder "viel zu klein" etc. Ich persönlich finde das Kunstwerk sehr ansprechend mit der Beleuchtung nachts ist es für mich auch ein schöner Anziehungspunkt.

    Die ganzen Unkenrufe vorab, dass die Konsti im Taubenkot ertrinken würde haben sich alle nicht bewahrheitet. Jetzt hat sich ein (in Zahlen 1) Vogel darin verirrt, dass ist nun wirklich keine Meldung wert oder gar ein Grund den Stab über darüber zu brechen.

    Auch die Beschwerden warum man keine Ausschreibung gemacht hat oder keine lokalen Künstler genommen, will ich nicht gelten lassen. Wie lange und komplex Ausschreibungen der öffentlichen Hand dauern, dürfte den meisten hier bekannt sein. Wir sprechen da eher von Jahren als von Monaten. Jetzt hat die Stadt einmal schnell gehandelt und eine weltweit renommierte Künstlerin engagiert - jetzt ist es auch wieder nicht recht...

    Ja, 2 Mio. sind viel Geld, aber in dem Geld sind auch die Stützen an den Ecken enthalten. Diese können und sollen nach Ablauf der Installation für einen anderen Zweck verwendet werden. Das relativiert in meinen Augen die Höhe des Betrages erheblich.

    Die Installation macht aus Frankfurt nicht sofort Bilbao. Aber sie kann einen Impuls sein, um darüber zu sprechen wie der öffentliche Raum der Konsti besser gestalten werden. Dass die Stadt diese Diskussion nicht antizipiert hat und hierzu keine Ideen hat, ist für mich das eigentliche Problem.

    (Die negativen Kommentare in den sozialen Medien die auch hier im Forum als Argument ins Feld geführt werden, möchte ich nicht gelten lassen. Nur die wenigsten der Person (falls da überhaupt echt Personen und nicht irgendwelche Bots dahinter stecken) haben sich das Werk aus der Nähe einmal angesehen. Die Kommentare lesen sich dennoch als wäre dieses Netz die Manifestation des Untergangs des Abendlandes. Dies ist aber bei so gut wie bei allen Debatten im sozialen Medien zu beobachten, hierauf sollte man sich also nicht stützen wenn man eine wirkliche Diskussion über ein solches Kunstwerk führen möchte.)

    Zurück zur inhaltlich-fachlichen Debatte:

    Die Niedrigzinsphase ist ja in Europa und den USA vorbei. Hat jemand einen Einblick wie der Entwicklungsstand/die Bautätigkeiten bzgl. Hochhäusern in diesen oder anderen Regionen ist? Ob es dort mehr Projekte gibt die deutlicher vorangetrieben werden?

    Daraus könnte man dann schon eher fundierte Rückschlüsse ziehen, ob es sich um ein deutsches bzw. frankfurterisches Phänomen handelt oder ob wir einfach aktuell in einer Zeit von weniger Bautätigkeit hinsichtlich Hochhäusern angekommen.


    Adama Vielen Dank für deine ausführliche Analyse.

    ^ Dass es den meisten Frankfurtern egal ist, Hauptsache da Gebäude sieht schick aus, mag ja sein. Aber wenn wir hier von einer Einrichtung mit mind. bundesweiter Strahlkraft sprechen, kann man doch nicht sagen, wir bauen jetzt irgend eine schicke Hülle und dann überlegen wir uns was da reinkommt.

    Da müssen sich doch Stadt, Land und Bund zusammen setzen und sich ein gemeinsames Konzept überlegen. Das darf man doch nicht alleine dem kommunalen Klein-Klein in Frankfurt überlassen.

    Krankt das Konzept "Haus der Demokratie" nicht viel mehr daran, dass man gar nicht genau weiß was damit gemeint ist? Was steckt dahinter - ein Museum, ein Austauschforum, ein Lernort für Schüler oder alles zusammen oder nichts davon...?

    Für mich erinnert es ein wenig an das Stadtschloss in Berlin oder das Stadthaus am Dom. Es wird ein Gebäude geplant und gebaut ohne, dass man den Nutzen und Zweck näher definiert. Beim "Haus der Demokratie" sollte doch zunächst ein fundiertes inhaltliches Konzept erstellen (über die üblichen Buzzwords hinaus) und dann versuchen dies architektonisch einzubinden.

    Aber die Frage die sich mir stellt ist, warum bleibt die Stadt nicht bei dem Mäckler Entwurf? Dieser ist ja nicht nur hier im Forum positiv aufgenommen worden. Aus welchen Gründen hat man sich denn dafür entschieden, den Entwurf so zu überarbeiten?

    Mit rein ideologischen Gründen (Bauhaus vs. Klassik etc.) lässt es sich doch nicht erklären. Gibt es nicht noch andere mögliche Ursachen bspw. baurechtliche oder sonstige Vorgaben? Und warum hat man sich bei der Stadt Frankfurt nicht für eine enge Zusammenarbeit mit Mäckler entschieden bei der weiteren Planung?

    Das Video enthält wirklich einiges an Bullerbü-Bullshit Bingo. Aber dies braucht es offenbar um solche Projekte der Bevölkerung verkaufen zu können.

    Das für mich erschreckende ist jedoch, dass das Thema Wohnraum lediglich einen Halbsatz Wert ist. Auch im FAZ Artikel von dieser Woche, wird erwähnt, dass das Thema Wohnraum nur eine untergeordnete Rolle spielen wird. Bei einem solch riesigen Infrastrukturprojekt, sollte man doch eigentlich meinen, dass das Projekt einen Beitrag zur angespannten Wohnsituation beitragen kann. Aber was gezeigt wird sind hauptsächlich Gärten, Parks, Radwege etc. Und das in einer Gegend von Frankfurt die mit Grünflächen wahrlich reich gesegnet ist.

    Ich hoffe, dass es in der Stadtpolitik hier noch ein Umdenken geschieht und man von dieser besitzstandswahrenden und grünflächen-fetischierenden Politik abkommt.

    Besteht denn die Hoffnung, dass der Investor an dieser Stelle ein Gebäude mit öffentlichem Erdgeschoss plant? Der belebte und beliebte Teil des Oeder Wegs wird vom aktuell bestehenden Gebäude ja unterbrochen. Bis dann mit Nr. 80 und dem Adlerflychtplatz wieder mehr "Leben" stattfindet. Der von Schmittchen präsentierte, höchstwahrscheinlich veraltete Entwurf lässt diesbezüglich ja nicht hoffen...