Bahnhofsviertel auf Metaebene

  • Natürlich gibt es erhebliche Unterschiede zwischen nördlichem und südlichem Teil, aber ich sehe nicht wo ich da etwas vermische.

    Die Erfolgserlebnisse im Viertel haben sich in der Vergangenheit v.a. in der Mitte des Viertels (rund um Kaiserstraße und Gutleutstraße) abgespielt bzw. den Straßen dazwischen. Auch da (v.a. auf der Kaiserstraße) gibts aber einen klaren Abwärtstrend zu beobachten.

    Außerdem muss eine Renaissance des Viertels immer aus den funktionalen Bereichen des Viertels ausgehen, also eben genau aus Gutleut- und Kaiserstraße, wo es eben auch schon mal besser war.

  • Alles Südlich der Mitte der Kaiserstraße ich südliches Viertel. Alles nördlich davon ist nördliches Viertel.

    Es gibt praktisch keine Gemeinsamkeiten, Überschneidungen oder Wechselwirkungen zwischen den beiden Teilvierteln.

    Das Lösen der Probleme im Norden hat keine Auswirkungen auf den Süden und eine weitere fancy Cocktailbar oder meinetwegen zehn davon im Süden bringen uns im Norden nichts.

  • Also Schönheiten sieht man im südlichen Viertel um die Münchner Straße auch kaum welche, stattdessen kommt man sich dort meistens eher vor wie im tiefsten Kabul. Wenn das Moseleck nicht wäre, wüsste man nichtmal dass man überhaupt noch in Europa ist. Zwschen O'Reilly's und Yokyok muss man sich durch dutzende penetrante Dealer kämpfen, der Kaisersack wird immer schlimmer, und Junkies laufen auch im Süden zur Genüge rum, die schlichtweg inakzeptablen Vermüllungsprobleme der Weißfrauenschule sollten eigentlich auch bekannt sein.

    Daher würde ich weiterhin ganz klar das gesamte Bahnhofsviertel als riesigen Problemfall einstufen, wenn auch die konkreten Probleme im Norden andere sind als im Süden.

  • Ich kann dazu beisteuern, dass ich einigermaßen schockiert war, als ich neulich vom Hauptbahnhof zum Busbahnhof gelaufen bin. Die kleinen Läden dort mit dem davor sitzenden oder flanierenden Publikum vermitteln weder das Gefühl, in Deutschland zu sein, noch eines von Sicherheit. Für Fernbusreisende ist das wahrlich kein Aushängeschild der Stadt. Ich habe selbst schon einige europäische Städte mit dem Fernbus bereist, doch das, was man in Frankfurt zu sehen bekommt, gehört definitiv zum Schlechtesten.

  • Weil hier grade wieder öfter gefragt wurde, wie lange man in puncto BHV-Sanierung noch warten müsse - Gut Ding will Weile haben. So einfach ist das

    Hier ein paar Beispiele dafür: Ein Kind wird mit 6 eingeschult und hat erst Jahre später Abschlüsse in der Tasche. Am östlichen Rand vom BHV wurde letztes Jahr das schicke Gloria-Hochhaus angekündigt. Aber bis das wirklich fertig ist, können sicher noch 10 Jahre vergehen. Wer beklagt sich deswegen in diesem Forum? Richtig, niemand. Denn es ist normal und Dinge brauchen ihre Zeit.

    Dass es fürs BHV einen Sanierungsplan gibt, ist diesem Forum bekannt. Wir haben ihn vor über 1.5 Jahren hier in diesem Thread diskutiert. Warum muss das Thema jetzt wieder aufgemacht werden? Is doch unnötig

  • Weil 1. die Zustände im Viertel keine Lösung erst in 10 Jahren dulden sondern sofortigste hart einschneidende Maßnahmen erfordern, und 2. diese soganannte "Strategie" das Papier nicht wert ist auf die es gedruckt ist. Die wird null Verbesserung bringen, well man nicht bereit ist die wirklich nötigen Maßnahmen zu ergreifen, und vor Allem mal sich endlich einzugestehen dass der "Frankfurter Weg" krachend gescheitert ist.

  • /\

    Du verstehst nicht was 'hart durchgreifen' bedeutet???


    Dann schau' nach München! ... oder frage die KI (Frage: wieso ist das Münchener Bahnhofsviertel nicht so schlimm wie das Frankfurter Bahnhofsviertel?).


    ANTWORT:

    Das Münchner Bahnhofsviertel wirkt im Vergleich zum Frankfurter Bahnhofsviertel deutlich geordneter und weniger verelendet, weil in Bayern eine strikte Null-Toleranz-Politik bei Kriminalität und Drogen gefahren wird, während Frankfurt seit Jahrzehnten auf einen sozialliberalen Weg mit offenen Szenen und Drogenkonsumräumen setzt.

    Unterschiede in der Politik und Polizei

    • Münchner Null-Toleranz: Die bayerische Polizei und der kommunale Ordnungsdienst greifen im Münchner Bahnhofsviertel konsequent und frühzeitig gegen offene Ansammlungen, kleinere Vergehen und Drogenbesitz ein. Es gibt kaum Toleranz für sichtbares Lagern auf der Straße.
    • Frankfurter Harm Reduction: Frankfurt am Main setzt auf Schadensminderung (Harm Reduction) mit mehreren offiziellen Drogenkonsumräumen direkt im Viertel. Das zieht hilfebedürftige und abhängige Menschen an einen zentralen Ort, macht die offene Szene (vor allem den Crack-Konsum) im Straßenbild aber auch sehr dominant.


    KURZ: Frankfurt ist seit Jahrzehnten auf dem Holzweg! Wer sich nicht an die Gesetze hält (v.a. bei mehrfachen Drogendelikten), gehört eingesperrt und ggfs sofort ausgewiesen!


    Und nein, ich bin kein AFD-Wähler, sondern ein Deutscher mit muslimischem Migrationshintergrund (in D geboren, 2. Generation).


    Ergänzung:

    On top müsste die Stadt zusammen mit dem Land einige Immobilien im Viertel aufkaufen und den Großteil der Bordelle u.ä. schließen und diese anderen Nutzungen zuführen, damit es sich in ein normales Viertel wandeln kann. So ist es nur Wohlfühlort für Kriminelle, Abhängige usw usw.

    Und ich bin mir sicher, dass dieser Weg langfristig geeigneter ist die Zahl der Abhängigen zu reduzieren.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    KURZ: Frankfurt ist seit Jahrzehnten auf dem Holzweg! Wer sich nicht an die Gesetze hält (v.a. bei mehrfachen Drogendelikten), gehört eingesperrt und ggfs sofort ausgewiesen!

    Kann man es nicht auch anders sehen? Frankfurt stellt sich (als einige der wenigen Städte) dem Problem und lässt das Problem nicht durch ihre Polizei wegschließen und die Gerichte überlasten?


    Nicht falsch verstehen - ich mag auch eher die gepflegten Parkanlagen in denen man mal sein Hab und Gut nicht jede Sekunde im Auge haben muss und keine Angst haben muss über gebrauchte Spritzen zu stolpern. Ich bin ein zugewanderter Einwohner der Stadt. Ich bin jetzt seit fast 40 Jahren hier. Und das Bahnhofsviertel hat mich immer davon abgehalten selber meine Problemlösungen in Drogen zu suchen und "gehört dazu". Andere Städte haben diese Probleme definitiv auch, Ich kann mich an eine der schönste Städte der Welt mit höchster Lebensqualität erinnern - Vancouver ... hier endet das Touristenviertel abrupt und wird durch ein Viertel angegrenzt, das unserem Bahnhofsviertel Konkurrenz machen kann. Warum also immer nur meckern, dass es hier so schlimm sei. Lasst uns sachlich bleiben und überlegen, wie man das Problem löst. Denn solange es Abhängige gibt, wird es das Problem geben.

  • "Frankfurt stellt sich dem Problem".

    Nennt man etwas so, wenn man sich einfach nicht drum kümmert und es immer schlimmer wird?

    Wenn jährlich Hunderte, wenn nicht Tausende Menschen in diesen Sumpf gezogen werden und nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihres Umfeld zerstören, das Viertel zerstören und die Gesellschaft unendlich viel Geld kosten?

    In Frankfurt will man sich dem Problem eben seit Jahrzehnten NICHT stellen, und versucht sich eben deshalb mit Millionen für die Träger und der Aufgabe des nördlichen Viertels aus der Affäre zu ziehen.

    NIEMAND profitiert vom Frankfurter Weg, außer den Dealer-Strukturen.

  • barny ich gehöre nicht zu denjenigen, die sich mit dieser Situation abfinden möchten. Ich hätte fast 'jetzigen Situation' geschrieben, aber der Zustand besteht - wie du selbst geschrieben hast - seit Jahrzehnten. Und der Frankfurter Weg hat absolut gar nichts gebracht und nichts verbessert. Ganz im Gegenteil, seit einiger Zeit ist es extrem schlimm! Und ich bin der festen Überzeugung, dass dieser Freiraum für dieses Drogendealer-Gesindel, aber auch für die Drogenkonsumenten selbst, diesen unerträglichen Zustand fördern.

    Und in deinem Beitrag bietest du nicht nur gar keinen Lösungsvorschlag an, sondern hast auch noch - für mich völlig irritierend - die romantische Vorstellung, dass es nicht so schlimm sei und man damit auch gut leben könne.


    Und das Argument, dass es auch in anderen Städten, in denen es keine offene Szene gebe, auch Drogenabhängige gebe, greift zu kurz: es gibt sie sicherlich. Aber ebenso sicher ist, dass das Ausmaß weitaus geringer ist, wahrscheinlich weil in diesen Städten eben eine streng restriktive Schiene gefahren wird.

    Und selbst, wenn ich mit dieser Annahme falsch liegen sollte (was sicherlich nicht der Fall sein dürfte), so sollte ich und jeder andere Bürger auch nicht gezwungen sein so etwas im öffentlichen Raum zu sehen und zu dulden. Die Abhängigen sollen ihre Drogen gefälligst zu Hause konsumieren, statt im Rudel ganze Bürgersteig zu blockieren und zu zusiffen. Hilfsangebote kann es ja trotzdem geben. Diese Druckräume etc. sind für mich unverständlich. Kurz: man sollte einer harte Linie wie in Bayern folgen!

  • Was der Frankfurter Weg m.E. verbessert hat, ist die Zahl der Toten, diese ist von 147 Anfang der 90er auf 22 (2025) gesunken - für mich ein Erfolg. In München waren es von 2021 bis 2025: 41, 64, 42, 44, 35.

  • Was stimmt ist, dass nicht so viele Menschen direkt beim Konsumvorgang von Heroin oder ähnlichen Stoffen sterben (bei Crack gibt es das so nicht).

    Trotzdem sterben die Abhängigen hier wie die Fliegen, oft in jungem Alter und verursacht durch die Drogen, jedoch nicht beim Konsumvorgang. Ich gehe davon aus, dass diese nicht mitgezählt werden.

  • ^^ Ich bin mir nicht sicher ob diese Vergleiche, gerade auch mit München, immer zielführend sind. Aber wenn man einen solchen Vergleich anstellt, dann muss man ihn auch in Relation mit der Einwohnerzahl setzen. Da München ca. doppelt so groß wie Frankfurt ist, ist dieser (sehr isolierte) Vergleich nicht gerade schmeichelhaft für den Frankfurter Weg.

  • Naja, man muss es mit der Größe des Szene ins Verhältnis setzen, nicht mit der Grösse der Stadt. Und die Szene in Frankfurt dürfte größer sein.

    Wobei Frankfurt einen schlechten Ruf für Heroin hat, evtl sind tatsächlich mehr Heroin-Leute in München.

  • War als Anhaltspunkt gedacht. Bei Relation zur Einwohnerzahl müsste man aber ggf. das Umland berücksichtigen, und da schätze ich (nur ein Gefühl), dass FFM mit Umgebung nicht mehr wesentlich weniger Einwohner hat. Ist aber natürlich kaum sinnvoll zu definieren. Region München (Stadt + 8 umliegende Landkreise) hat 2,96 Mio. Einwohner, Region Frankfurt (Stadt + OF, MTK, HG, FB, MKK, GG) hat 2,6 Mio. Einwohner. Ist aber nur ein Gedanke, kann nicht beurteilen, ob sich das mit dem tatsächlichen Personenkreis deckt.

  • Was vmtl. auch Einfluss haben dürfte ist die Tatsache, dass München keine Konsumräume einrichten darf und man daher davon ausgehen kann, dass einige Drogenkranke auch nach Frankfurt "auswandern".

    Da dürften die Länder auch gerne mal beim Söder in der bayerischen Staatskanzlei anklopfen

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Bei Relation zur Einwohnerzahl müsste man aber ggf. das Umland berücksichtigen, und da schätze ich (nur ein Gefühl), dass FFM mit Umgebung nicht mehr wesentlich weniger Einwohner hat. Ist aber natürlich kaum sinnvoll zu definieren.

    Das ist glaube ich auch keine sinnvolle Referenzgröße.

    Frankfurt bietet ein riesiges NGO/Träger-Supportnetzwerk, extrem gute Drogenverfügbarkeit (nicht unbedingt -Qualität ..) und geringen polizeilichen Repressionsdruck.

    Hier siedelt man sich als Drogenabhängiger gerne an. Das dürfte einen Einfluss auf die Szenegröße haben.