Bahnhofsviertel auf Metaebene

  • Die Stadt scheint gerade im Begriff zu sein, denselben Fehler zu wiederholen, der in den 90er Jahren gemacht wurde. Es war von Plänen zu lesen, ein stillgelegtes Bordell in der Elbestraße, das sich in irgendeinem Stadium von Insolvenz oder Zwangsversteigerung befindet, städtischerseits zu erwerben oder anzumieten, als Rückzugsort für die zahlreichen Abhängigen. Ich verstehe den Ansatz, die desolaten Schwerstabhängigen von der Straße zu holen, aber faktisch heißt das, die Leute bleiben im Viertel und man kann sie ja in der Elbestraße nicht anketten. Die "Hilfsinfrastruktur" für die Drogenszene wird also ausgebaut, verfestigt, anstatt sie sukzessive aus dem BhV rauszubringen. Unter dem Aspekt, das BhV zu entlasten, wäre das grundfalsch.

  • Wenn die Lösung so einfach wäre, wäre das Problem sicher in den letzten 20 Jahren bereits gelöst worden.

    "Lösung" im Sinne dessen, dass das Bahnhofsviertel bald so aussieht wie das Holgzhausenviertel hat wohl niemand und ist auch gar nicht der Wunsch.


    Ich wünsche mir realistische Verbesserungen, die keine der beiden Seiten (Normalbürger vs. Szene) signifikant belastet, aber für eine andere Seite eine Verbesserung darstellt.


    Da wäre die Verdichtung der Wildwestzustände auf die vier Blocks zwischen Hauptbahnhof und Elbestrasse, bzw. Kaiserstrasse und Niddastrasse sinnvoll, da spielt sich aktuell ohnehin schon 90% ab. Dafür müsste man primär den Kaisersack und den Nordausgang (inkl. Düsseldorfer Straße) befreien, das ist mMn mit etwas Willen seitens Stadt und Polizei einfach möglich sein und würde diese Ecken für Familien und zart-beseitete Zeitgenossen wieder nutzbar machen. Mit 100% Freiwilligkeit wird das nicht gehen, aber ein bisschen Rechtsstaat sollte doch drin sein. Sollte man dafür wirklich 2-3 MAK mehr Polizei brauchen, was ich absolut nicht glaube, dann wird es sicherlich möglich sein diese zu bewilligen.


    Immer vor dem Hintergrund, dass wir nicht noch mehr Problemfälle aus anderen Regionen aufnehmen wollen, denn ich finde schon die Stuttgarter und Münchener könnten sich mal um ihre eigenen Leute kümmern, statt die Zustände in der eigenen Stadt so schlecht zu machen, dass die Leute zu uns kommen und sich dann auch noch über uns lustig zu machen.

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    Gibt es dazu eine Statistik?

    Es wäre mir auch neu, dass sich irgend ein Politiker "über euch" lustig macht. Dazu gibt es auch keinen Grund, denn 2022/23 gab es in München mit 86 Opfern mehr als doppelt so viele Drogentote wie in Frankfurt.

    Das von dir so lapidar eingeworfene "mal kümmern" ist völlig daneben. Du glaubst doch nicht ernsthaft, Drogensüchtige hätten hier keine Anlaufstellen, Therapieangebote und unermüdlich arbeitende Sozialarbeiter?

    Du weißt sicher auch, dass die Einrichtung von Drogenkonsumräumen entsprechende Landesverordnungen voraussetzt. München will welche, die Staatsregierung verweigert sie.

  • Selbstverständlich machen sich viele Leute lustig, nicht unbedingt Politiker in der Öffentlichkeit.


    Die Todeszahlen in Frankfurt sind tatsächlich erstaunlich niedrig und ich sehe das als Erfolg des Frankfurter Wegs an, den ich ja grundsätzlich auch unterstütze (ob Unterschiede nicht evtl. auch auf unterschiedliche Zählweisen zurückzuführen sind, weiß ich allerdings nicht).


    Tatsache ist aber auch, dass die Bedingungen in Frankfurt eben sehr gut sind, hinsichtlich Ökosystem, Beratungs- und Hygieneangeboten, Substitution, Konsumräumen und insbesondere hinsichtlich freier Entfaltung und repressionsarmen Konsums. Da ist Frankfurt einfach extrem tolerant und helfend.


    Für mich ist es auch völlig irrelevant wer verhindert, dass München bessere Angebote schafft, Tatsache ist dass diese nicht da sind und die Leute deswegen nach Frankfurt kommen und wir sollten das nicht so einfach hinnehmen, weil das in der Menge eben auch eine Belastung ist.


    Aber wir sollten nicht so viel von großen, unrealistischen Lösungen sprechen. Ein Quick Win wäre, den Kaisersack und den Nordaufgang mit Düsseldorfer Strasse zu normalisieren. Damit wäre sehr viel gewonnen, mit ganz geringem Aufwand.

  • Von Law-And-Order zu sprechen, wenn man die Leute dazu bringt 200 Meter weiterzugehen, damit Familien das wichtigste Nadelöhr der Stadt nutzen können, finde ich völlig absurd.

    Ich habe aber bei Law & Order ganz klar von Singapur gesprochen. Außerdem brauchen wir rhetorisch gar nicht mit Kanonen auf Spatzen schiessen, da ich die Schaffung von Aufenthaltsqualität für alle am Kaisersack als elementares Element für die Verbesserung der Lage im Bahnhofsviertel erachte. Ich halte mich mit meiner Familie dort äußerst ungerne auf, genauso wie an den Gleisen im Hauptbahnhof , sowie dem S- und U-Bahnhof des HBF.


    Die Rumlungerei am Kaisersack um 200 Meter in Richtung Taunusstrasse zu verlagern, wäre gut, da sich dort auch die Drogenhilfe Einrichtungen befinden. Wo wir aber wirklich anderer Meinung sind, ist die Wirksamkeit der bisherigen / angekündigten Maßnahmen im Bahnhofsviertel. Natürlich muss man abwarten, ob das Drogenviertel auch nach der EM weiterhin als „Hot Topic“ auf der Magistrats-Agenda bleibt, aber gemessen an den bisherigen Entwicklungen unter OB Josef bin ich eher optimistisch gestimmt.

  • bzgl. der Situation auf den Gleisen vor allem U+S Bahn, verstehe ich nicht warum wir beim Zugang zu Bahnanlagen weltweit so ziemlich die einzigen sind wo dies ohne gültigen Fahrausweis möglich ist. Ich kenne außer Deutschland (+ Wien) kein nennenswertes U-Bahn Netz ohne Zugangsbarrieren. Dabei geht es nicht darum alle Bahnhöfe so auszustatten, Tunnelbahnhöfe im Innenstadtbereich (alles innerhalb Alleenring + S-Hausen) würde schon ausreichen.

  • Heute wurde tatsächlich die Farbe auf der Kaiserstrasse erneuert ... Ich sag mal nix, wenn daneben auf effiziente Maßnahmen kommen, ist es für mich OK da bisschen Geld für Deko auszugeben, aber das sollte schon sein.

  • Eine Pressemitteilung der Stadt von heute Nachmittag für einmal ohne Kommentar:


    Waffenverbotszone wird um den Frankfurter Hauptbahnhof erweitert

    „Die bisherige Waffenverbotszone im Frankfurter Bahnhofsviertel ist erfolgreich. Das beweisen die ersten Auswertungen. Deshalb habe ich auch nicht lange gezögert, als in Gesprächen mit der Bundespolizei und der Deutschen Bahn der Wunsch geäußert wurde, dass die Waffenverbotszone um das Hauptbahnhof-Gebäude erweitert wird“, erklärte Oberbürgermeister Mike Josef. In einer Verordnung, die das Stadtoberhaupt und Ordnungsdezernentin Annette Rinn am Mittwoch, 22. Mai, unterschrieben haben, wird das neue Gebiet zum 1. Juni verfügt.

    Er habe nach den ersten Gesprächen die Optionen juristisch von verschiedenen Seiten überprüfen lassen. Dabei habe sich herausgestellt, dass er dem Wunsch nach § 42 Abs. V und VI des Waffengesetzes nachkommen kann. „Im Übrigen ist dies zum Beispiel auch in Hamburg bereits angeordnet worden“, sagte Josef. Aufgrund der deutlich steigenden Deliktzahlen im Hauptbahnhof – mehr als eine Verdoppelung zwischen 2019 und 2022 – sei die Entscheidung alternativlos.

    „Ich habe immer gesagt, wenn wir auch nur eine kriminelle Tat durch unsere Maßnahmen, dazu gehören auch die neuen Videoschutzanlagen im Bahnhofsviertel, verhindern können, hat es sich gelohnt. Ich möchte mich für die gute Zusammenarbeit mit der Bahn, der Bundespolizei und der Landespolizei bedanken. Ganz besonders auch für die große Unterstützung durch unsere Ordnungsdezernentin Annette Rinn“, sagte Josef.

    „Nach den ersten durchaus positiven Erfahrungen mit der Waffenverbotszone im Bahnhofsviertel war es nur konsequent, diese auch auf den Hauptbahnhof auszuweiten und so die Möglichkeit zu haben, Straftaten auch im Bahnhof zu verhindern. Dass heute auch eine weitere Videoschutzanlage im Bahnhofsviertel in Betrieb genommen werden konnte, ist ein weiteres Beispiel für die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Stadt-, Landes- und Bundespolizei für die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger und ein weiterer Mosaikstein für nachhaltige Verbesserungen“, erklärte Ordnungsdezernentin Rinn.

    Klaus Vornhusen, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, sagte: „Der Hauptbahnhof ist das zentrale Eingangstor für Fahrgäste und Besucherinnen und Besucher, die nach Frankfurt kommen. Daher ist ein einladender, sicherer Empfang für uns von oberster Priorität. Die bewährte Zusammenarbeit der DB-Sicherheitskräfte und der Polizei setzen wir weiter fort. Den Vorstoß der Stadt Frankfurt, den Hauptbahnhof in die Waffenverbotszone einzuschließen, unterstützen wir dabei ausdrücklich.“

    Gregor Pelzl, Präsident der Bundespolizeidirektion Koblenz, erklärte hierzu: „Die Erweiterung der Waffenverbotszone auf den Hauptbahnhof Frankfurt am Main stellt einen weiteren, guten Beitrag zur Verbesserung der Sicherheit, insbesondere für die Nutzer der Bahn, dar. Ich bedanke mich deshalb bei der Stadt Frankfurt für die Aufgeschlossenheit, die Waffenverbotszone auszudehnen. Die Bundespolizei wird sich in enger Kooperation mit allen Sicherheitsbeteiligten des PP Frankfurt, der Stadt Frankfurt aber auch der Deutschen Bahn AG an der Überwachung der Waffenverbotszone im Bahnhofsgebäude intensiv beteiligen.“

    „In den ersten sechs Monaten seit Inkrafttreten der Waffenverbotszone wurden über 60 Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen, zum größten Teil wegen des Führens von Messern, gefertigt. Das sind 60 Gegenstände und Messer die aus dem Verkehr gezogen wurden und somit bei Auseinandersetzungen nicht mehr eingesetzt werden können – das ist unmittelbarer Opferschutz und ein großer Erfolg“, sagte der Frankfurter Polizeipräsident Stefan Müller und betonte: „Die Erweiterung der Waffenverbotszone auf den Frankfurter Hauptbahnhof ist der folgerichtige Schritt, um Messer und verbotene Gegenstände sicherzustellen, noch bevor sie in das Bahnhofsgebiet und in die Stadt gelangen.“
  • Ein wirklich großer Erfolg.


    Jetzt noch eine Waffenbenutzungszone, gedruckt auf recycelten Regenbogenpapier, über die gesamte Stadt aussprechen, und schon kann man sich die Ordnungshüter ganz sparen.


    Einfach, aber effektiv!

  • Es spricht Bände wirklich ausnahmslos alle Gegen-Maßnahmen im Bahnhofsviertel ins Lächerliche zu ziehen und von vornherein als Alibi / Woke / Gutmenschen / „name your favorite Buzzword“ Symbolpolitik oder blinden Aktionismus zu charakterisieren.


    In diesem Hessenschau Artikel zu diesem Thema steht, dass die Zahl der Gewalttaten mit Waffengebrauch im Frankfurter Hbf sich seit 2019 mehr als verdoppelt (!!) habe. Es ist also schlüssig hierauf zu reagieren.


    Ebenso wird von OB Josef erwähnt, dass die Waffenverbotszone, die es übrigens auch in Wiesbaden gibt, laut »Auswertungen » der Stadt erfolgreich sei. Polizeipräsident Stefan Müller sagte, dass seit November 62 Waffen von der Landespolizei sichergestellt worden sein. Es werden besonders solche Personen kontrolliert, die sich auffällig verhalten und andere Personen belästigen. Neben der BuPo / Landespolizei ist auch ein privater Sicherheitsdienst der Bahn im Einsatz. Letzten Mittwoch wurde zudem eine neue Video Überwachungsanlage installiert. Mehr Beamte sollen auf Wunsch der Landesregierung auf der Straße unterwegs sein und es soll vermehrte Razzien geben.


    Ich kann nur sagen weiter so, diese Massnahmen sind überfällig und die nächtliche Waffenvetbotszone sollte aus meiner Sicht auch auf die zunehmend problematische Mainuferstrecke zwischen Friedensbrücke und Untermainbrücke ausgedehnt werden.

  • Das ist halt mal wieder ein Herumdoktern an den Symptomen von völlig ohne Not selbst geschaffenen Problemen. In diesem Fall der importierten Kriminaliät. Bis 2015 war Messerkriminalität in Deutschland nahezu nichtexistent, seitdem wächst sie rapide und ist aus deutschen Großstädten leider kaum mehr wegzudenken.

    Wobei ich die Kriminalität im Viertel bisher immer nur als Nebenkriegsschauplatz empfunden habe, im Gegensatz zu den ganz offensichtlichen Problemen, nämlich der extremen Vermüllung und Verwahrlosung, des beißenden Uringestanks allerorten, dem regelrechten Belagern der Gehwege durch Gesellen die man lieber nicht näher an sich heranlassen will, und dem ungenierten offenen Konsum harter Drogen und Zurücklassen der Abfallprodukte (sogar der Hof der Weißfrauenschule ist vor diesen Gestalten nicht mehr sicher).

    Wenn man jetzt meint mit so einer Verbotszone da großartige Erfolge feiern zu können, nun gut, Zweifel und auch so einige Fragen hab ich aber doch. Warum nur so ein kleiner Bereich, und nicht besser gleich doch die gesamte Stadt (idealerweise das gesamte Land)? Was zählt alles als verbotene Waffe? Jemand der gut darin ausgebildet wurde kann aus absolut jedem Gegenstand im Handumdrehen eine effektive Waffe machen, Wenn ich meine Steakmesser zum Grillen bei Bekannten mitnehme, oder mit Buschmesser in die Wildnis rauswill, darf ich dann nicht durchs Bahnhofsviertel/Hbf und muss den ÖPNV also entsprechend meiden?

  • Nun ja, Du antwortest Dir zum Teil quasi bereits selbst.
    Weil es weder zielführend noch rechtlich haltbar wäre, einfach landesweit wahrlos alle die gerade jemand dabei hat Messer einzuziehen.
    Es geht dabei um die gezielte Reduzierung des Gefahrenpotentials in Brennpunkten.


    Die Regeln der Waffenverbotszone:
    Verboten sind (abgesehen von den Waffen die bereits ohnehin durch das Waffengesetz verboten sind) nun auch jegliche Messer mit einer Klingenlänge von über 4 Zentimeter von 20 Uhr bis 5 Uhr. Diese können dadurch dann auch eingezogen werden. = auch dein Steakmesser oder andere haushaltsübliche Messer wären in diesem Zeitfenster also im Bahnhofsviertel tabu bzw. konfiszierbar

    Die rechtlichen Voraussetzungen:
    Die räumliche und zeitliche Ausdehnung der Gefährdung, muss sehr sehr klar und anhand der polizeilichen Statistik erkennbar sein, um auch gerichtsfest zu sein. Möglich war die Einführung der Zone also, weil das Bahnhofsviertel belegbar ein erheblicher Kriminalitätsschwerpunkt ist, an dem sich viele Straftäter aufhalten. Die Einführung gibt der Polizei nun eine bessere Handhabe, Messer schnelle aus dem Verkehr zu ziehen. Das wird als unmittelbarer Opferschutz verstanden.


    Quelle und weitere Details: frankfurt.de



    PS: Der ”importierte Kriminalität“-Seitenhieb und die „völlig ohne Not selbst geschaffenen Probleme“-Bemerkung, war mal wieder absolut unnötig und hat rein gar nichts zur Debatte oder der Lösung des Problems beigetragen, musste aber wahrscheinlich einfach raus!? :/

  • Nein, das war absolut nicht unnötig. Denn wer Probleme beheben will, muss auch die Ursachen kennen, und vor Allem auch benennen. Und die Ursache der Messerkriminalität ist nunmal mehr als eindeutig. Wenn das manchen Leuten nicht in ihre Ideologie passt, ist das den ihr eigenes seelisches Problem, das aber niemals dazu führen darf dass man deswegen notwendige Diskussionen und Ursachenbekämpfungen unterlässt.

    Die Bekämpfung der Ursachen wäre hier auch wieder deutlich wirkungsvoller und in jeder Hinsicht sinnvoller, als die Einführung dieser Waffenverbotszone, wo man wegen gewissen "Fachkräften" also nichtmal mehr seine Taschen- oder Steakmesser von Haus zu Haus mitnehmen darf.

  • lies nur die Überschrift richtig: Die meisten d e u t s c h e n ! Messerangreifer heißen Michael.

  • Die Bekämpfung der Ursachen wäre hier auch wieder deutlich wirkungsvoller und in jeder Hinsicht sinnvoller, als die Einführung dieser Waffenverbotszone, wo man wegen gewissen "Fachkräften" also nichtmal mehr seine Taschen- oder Steakmesser von Haus zu Haus mitnehmen darf.

    Typisches „Strawman Argument“, mal ganz abgesehen von der völlig unnötigen Verallgemeinerung bei ausländischen Fachkräften, die gerade in Frankfurt den Laden am Laufen halten und die Stadt wesentlich interessanter / lebenswerter machen, als so manche „homogene“ Stadt in Osteuropa.


    Basierend auf den von Dir beschriebenen Gründen gibt es gerade keine Waffenverbotszone tagsüber bzw. erst ab 20 Uhr. Alles andere wäre auch nicht rechtssicher. Diese Thematik hatte Ordnungsdezernentin Rinn (FDP) im oben referenzierten Artikel auch angesprochen. Wortlaut: "Unter anderem könnten tagsüber Passanten zum Beispiel gerade ein Haushaltsmesser gekauft haben oder Handwerker auf dem Weg zum Tapeten-Ablösen sein.“

  • Die Frage ist auch woher man wissen will, dass "Messerkriminalität bis 2015 in D praktisch unbekannt war", wenn das Bundeskriminalmant Messerangriffe erst seit 2021 gesondert statistisch erfasst?


    Quelle: Mediendienst Integration

  • Ich will mich in die politische Debatte nicht einmischen, aber wahrscheinlich hat man es gerade deshalb früher nicht statistisch ausgewiesen, weil es eben sehr selten vorkam. Jetzt ist das Thema relevanter und verdient eine eigene Kategorie.


    Übrigens ist die Waffenverbotszone von 20-5 Uhr wenn mich mich recht entsinne.

  • Ja, stimmt. Die Waffenverbotszone gilt ab 20 Uhr und nicht 22 Uhr.


    Die Frankfurter CDU des Ortsbeirats 1 schlug am 24.5. vor die Waffenverbotszone auf den ganzen Tag auszuweiten. Das politische Echo der Linken fiel entsprechend reserviert aus. Ich drücke erstmal die Daumen, dass gerade die nächtliche Ausweitung auf den ganzen Hauptbahnhof Wirkung zeigt, da besonders dort für erstmalige Frankfurt Besucher ein ausbaufähiger erster Eindruck entsteht.

  • Es gibt durchaus Gründe, eine Waffenverbotszone auch kritisch zu sehen. Die meisten Menschen haben Waffen zur Verteidigung dabei, da mag nicht für jeden nachvollziehbar sein, aber ich weiss das aus einigen Gesprächen. Gründe sind vielfältig, manche vertrauen der Polizei nicht, andere wollen auf Nummer sicher gehen, damit sie auch verteidigungsfähig sind, wenn die Polizei nicht vor Ort ist, andere haben einen Hintergrund, der jegliche Zusammenarbeit mit der Polizei ausschließt usw..

    Übrigens ist auch Pfefferspray vom Waffenverbot betroffen.


    Ich will damit nicht sagen, dass die WVZ falsch ist oder nicht erweitert werden sollte, aber die Diskussion ist vielleicht nicht ganz so einfach wie so mancher denkt.