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Und sind Preissteigerungen beim Elbtower denn absolut ausgeschlossen?
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Die Berichte des NDR finde ich wertvoll und interessant. Es sollte klar sein, dass von klüngelnden Anrufen keine öffentlichen Dokumente angefertigt werden, aber einen Einblick in das Gebaren der Politik bekommt man durchaus. Der NDR hat auch nicht "von Dritten gehört", sondern Dressel hat seinen Anruf verklausuliert bestätigt. In Leipzig gab es in den 90ern und 2000ern auch solche Anrufe von Politikern bei Banken, Jürgen Schneider und Michael Kölmel sind prominente Namen in dem Zusammenhang. Der Stadt hat es letztlich genutzt, das muss man fairerweise sagen.
Auch die vom NDR recherchierte Beauftragung der Gutachterfirma aus dem Umfeld der Hafencity und das Mitschreiben der Hafencity GmbH an den Kriterien des Gutachtens ist ja durchaus interessant. Den Eindruck, dass die höhere Gesellschaft zusammenhält, um dem kleinen Steuerzahler das Geld aus der Tasche zu ziehen, kann man jedenfalls gewinnen.
Zu Ersterem:
Deshalb steht in der vielfach von mir verlinkten Pressemitteilung ja drin "maximal 595 Millionen Euro". Also man würde maximal 595 Millionen Euro zahlen, egal wie teuer der Elbtower werden würde. Wenn die Kosten für den Weiterbau explodieren sollten und die Fläche sagen wir eigentlich 800 Millionen wert sein sollte, will Hamburg trotzdem nur 595 zahlen.
Zu Zweiterem:
"Der Stadt hat es letztlich genutzt, das muss man fairerweise sagen." Ja, wahrscheinlich ist es halt einfach eine normale Praktik in (oberen Ebenen) der Politik: Man ist vernetzt und ruft Leute außerhalb der eigenen Fraktion oder Ministeriums an, wenn man sich um Insiderinfos oder Gefallen bemüht. In Berlin gibt es eine handvoll Restaurants, die Politiker bekanntermaßen sehr gerne aufsuchen. Weil sie da miteinander über Gott und die Welt und Politik und den Staat quatschen können. Smalltalk und Realtalk gleichermaßen.
Der Gefallen hier in Hamburg wäre beispielsweise gewesen, dass der Senator beim Treffen mit den Investoren diesen 200-Mille Kredit schon hätte ankündigen oder versichern können und die Herrschaften optimistisch und motiviert das Projekt weiterverfolgen.
Alles im Leben fängt erst einmal eher informell an, bevor es dingfest gemacht wird. Das gilt ganz besonders für unser aller Lieblingsthema hier: Architektur und Bauprojekte.
Zu Drittem:
Den Eindruck kann man gewiss gewinnen. Aber der Grat zwischen Eindrücken und Wahrheit mag ein schmaler sein. So lange man nichts gesichert weiß, sollte man sich deswegen nicht allzusehr besorgen. Und wir reden über ein Projekt in Hamburg. Die Finanzierung geht also streng genommen wirklich nur Hamburgerinnen und Hamburger an.
Und noch ein letzter Tipp: Wenn dem kleinen Steuerzahler sein hart erarbeitetes Geld angeblich so viel wert sei, warum kreucht die Linkspartei dann ewig zwischen 5 und 10% rum. Ich wähle die nicht, aber wer sich heißblütig über unfaire Steuern und eine verschwenderische öffentliche Hand beklagt, sollte es vielleicht tun. Ansonsten kann ich dessen Aufregung nicht wirklich ernst nehmen. Wir haben es doch grade in den Nachrichten gehabt: die von den Linken beworbene Vermögenssteuer könnte offenbar 150 Milliarden pro Jahr in die Staatskasse spülen. Davon könnte man fast 250 Naturkundemuseen im Elbtower bauen.
