Spree Flussbad

  • Die Anlage kann im Berliner Osthafen besichtigt werden, dort steht sie und leistet ihre Arbeit. D.h., sie verhindert Abwassereinleitungen in die Spree.

    In dem von Dir verlinkten Beitrag schreibst Du:

    "Hätte man die bisher geflossenen, ca. 4,5 Mio. Euro Fördergelder dafür genutzt, technische Anlagen zu bauen, z.B. um Einleitungen in den Berliner Osthafen zu verhindern, wäre dieser heute einleitungsfrei."


    Verstehe ich das also richtig, dass sich in dem Beitrag eine Kritik am Projekt Flussbad Berlin mit der Bewerbung Deines eigenen Lösungsvorschlags verschränken und Du in dieser Frage eigene Interessen verfolgst?

  • @Camondo Sie sollten doch mal erklären, warum Sie ein Flussbad genau unter den Bedingungen gebaut werden soll, die Flussbad beschreibt: Das nämlich der Filter nicht funktioniert, soviel Beton verbaut werden soll wie bei einem Kilometer Autobahn, das Weltkulturerbe gefärdet ist. Und ja: Flussbad hat Mailadressen. Holen Sie die doch dazu. Meine Aufgabe ist das nicht.

  • @ElleDeBE Ich habe geschrieben: Technische Anlagen. Ich habe nichts von mir geschrieben. Da gibt es z.B. Röhren, wie sie die BWB im Mauerpark gebaut haben, unterirdische Speicher aus Beton, dezentrale Maßnahmen. Und das es mein System gibt kann ja nicht zum Verbot dazu führen, mich zu Flussbad zu äussern.

  • ^ Von einem Verbot habe ich doch gar nicht geredet, warum so empfindlich? Für die Einordnung der Kritik ist es nicht ganz unerheblich, ob der Kritiker neutral ist oder ob eigene Interessen involviert sind.

  • ^Mit Fakten und Belegen haben wir‘s hier nicht so. Wir besprechen hier ja Architektur und machen keine, da verhält‘s sich wie zwischen Sportler und Sportreporter, gemütlich und deftig.


    Jeder hier hat so seine heiligen Stecken; ich erinnere mich, was los war als für die andere Spreeseite mal eine weitere Spreequerung angeregt war. Dieselben Leute, naja, kannste ja nachlesen.


    In deinem verlinkten Beitrag fand ich die Details zum Düker interessant; bei der Menge Beton kein Wunder, dass LafargeHolcim Gold und Bronze verleiht. Und ein ehemaliger deutscher Umweltminister im Preisgericht schadet sicher auch nicht.


    Ich missgönne den Initiatoren ihren Erfolg nicht; es ist ein nicht originelles, aber bewährtes Geschäftsmodell, sich möglichst nah an den Steuertrog zu robben und etwaige Kritik wegzumobben, wenn man sich nicht wegducken kann. Dank eleganter Medienstrategie erledigen das sogar andere für einen. Macht‘s aber nicht besser, denn gerade weil es um öffentliche Gelder geht, lieber Camondo, muss Konkurrenz doch zulässig sein.


    Zudem handelt es sich um öffentlich Raum an einer zentralen Stelle Berlins und des Landes. Die Verortung ist integraler Bestandteil des Projekts, es geht weder um Baden, Schwimmen, Gesundheit, Flussbad, Wasserqualität oder Umwelt. Es geht um den Bruch, den Reiz des Gegensätzlichen, darum einen hedonistischen und banalen weil menschlichen Kontrapunkt zur Bildung und Sitte einer verkopften Kulturlandschaft zu setzen. Die einen wollen ihre coolen Körper zeigen und die andern mögen sie aber gar nicht sehen und lesen lieber ein Buch. Letztlich geht es darum, wem dieser öffentliche Raum gehört.


    Und da stecken die Kardashians gerade ihren Claim ab.

  • @ElleDeBE Mich hat letztens ein Student angerufen und gesagt, er würde gern seine Bachelorarbeit darüber schreiben, wie man die Einleitungen in den Spreekanal mit dem von mir entwickelten System stoppen könnte. Das wäre ja eine gute Werbung gewesen. Ich habe ihm gesagt, dass ich kein Interesse habe.

  • Camondo Was redest bzw. schreibst du denn da? Es sollte wohl jedem frei stehen, hier seine Argumente einzubringen, zumal ich hier zwar auch konkurrierende Interessen sehe aber das ist doch kein KO-Kriterium für eine Diskussion (eher der Normalfall). Und wieso sollte ein einzelner Diskussionsteilnehmer warten müssen, bis eine andere Interessengruppe sich ebenfalls äußert? Das kann er doch auch überhaupt nicht beeinflussen.

  • ^^ In Deinem Eröffnungsstatement hattest Du die Intranparenz von Flussbad kritisiert und tatsächlich trägt Transparenz zur Glaubwürdigkeit eines Anliegens bei. Daher ganz offen gefragt: Würdest Du finanziell/geschäftlich davon profitieren, wenn hier das von Dir entwickelte System zum Zuge käme?

  • << Die Sache ist doch die, dass die Fördergelder für das Projekt von Herrn Steeg ausgelaufen sind. Sie wurden nicht verlängert, es gab keine Anschlussfinanzierung das ganze ist nicht über eine Pilotanlage hinausgekommen. Das vermeintlich attraktivere Projekt, Flußbad liegt in der Gunst der politischen Akteure vorn und wird nun hier im Forum vom Createur des alternativen Projekt in Misskredit gebracht. Inwieweit das jetzt Missgunst ist, lasse ich dahingestellt. Beteiligen möchte ich mich nicht daran. Ich finde beide Projekte gut und eigentlich bedürfen sie einander. Von daher sollten sie recht eigentlich zusammenarbeiten.

  • Camondo:

    Das DAF ist doch zum Austausch von Argument und Gegenargument, Meinung und Gegenmeinung gedacht, nicht als Ort illustrer Zustimmungsorgien. Warum denn nur deine, die Diskussion hier regelmäßig unsachlich und persönlich werden lassende Geringschätzung anderer? Übers Ziel hinaus schießen ebenso die undifferenzierten Zuschreibungen an alle Deutschen "saturiert" zu sein und "vor allem Angst zu haben" :2cents:


    Zur Ökologie: Ein natürlicher Filter zur Reinigung des Wassers auf dem 800 Meter langen Abschnitt ist sicher positiv und ein spannendes Modellprojekt. Mit der zuschaltbaren UV-Bestrahlung, die in anderen Städten schon erfolgreich zum Einsatz kommt, sollte die Wasserqualität ein Baden an den allermeisten Tagen unbedenklich machen (nat. nicht bei Starkregen). Gibt es denn bereits eine Aufschlüsselung der Kosten auf die einzelnen Gewerke wie etwa die Filteranlage? Auf der Website lese ich nur, dass die Freitreppe Schlossfreiheit etwa 6,4 Mio. Euro kosten soll. https://www.flussbad-berlin.de/faq

  • Wenn man an der geplanten Stelle wirklich ein Spreebad eröffnet, sollte man im Bode-Museum vorsichtshalber das Sicherheitspersonal aufstocken. Damit am Ende des Tages noch alle Goldmünzen da sind.

    Du glaubst doch nicht im Ernst, dass dem Bode-Museum noch mal irgendein Privatier seine Goldmünze anvertrauen wird. Außer natürlich sie wäre oberhalb des Nennwerts versichert.

  • In deinem verlinkten Beitrag fand ich die Details zum Düker interessant; bei der Menge Beton kein Wunder, dass LafargeHolcim Gold und Bronze verleiht. Und ein ehemaliger deutscher Umweltminister im Preisgericht schadet sicher auch nicht.

    Auch mir scheint dieser Punkt im Text von Steeg besonders relevant und ich finde auch Deinen Hinweis auf LafargeHolcim (der das Flussbad Projekt ausgezeichnet hat) in diesem Zusammenhang wichtig. Immerhin ist LafargeHolcim Wikipedia zufolge "für 0,16 % der weltweiten industriell erzeugten Treibhausgasemissionen zwischen 1988 und 2015 verantwortlich und somit einer der größten Verursacher des Klimawandels." Auch sonst ist es nicht durch einen besonders beutsamen Umgang mit der Umwelt aufgefallen und man hat daher durchaus Anlass, hier mindestens Greenwashing zu vermuten.


    Ich sage "mindestens", denn wenn Steegs Angaben einigermaßen stimmen (13.200 Tonnen für Gesamtkonstruktion und 3 700 Tonnen für die verbaute Betonmasse), dann wäre in der Tat kritisch zu hinterfragen, dass hier ein großer Betonproduzent ein Projekt gefördert hat (und man sich hat fördern lassen), das einen solch hohen Betonverbrauch zur Grundlage hat und womöglich zum Leuchtturmprojekt für andere derartige Projekte mit entsprechenden Betonverbrauch würde. So sehr mich das Projekt inspiriert, dieser Punkt ist für mich so wichtig, dass ich, solange ich hier nicht klarer sehe, meine Sympathie für dieses Projekt ruhen lassen werde.


    Vor diesem Hintergrund wäre auch die Rolle von Töpfer bei der Förderung des Projekts (durch LafargeHolcim) zu beleuchten, von dem auf einer Webseite von LafargeHolcim dieses Statement zu lesen ist:

    "'The Flussbad is a poetic metamorphosis of a rather undefined public space into an activated urban landscape.It creates ecological and public benefits, is a strong example for sustainable water management and an important attempt towards sustainable urban life.' – Klaus Töpfer, former German Environment Minister and Member of the Board of the LafargeHolcim Foundation from 2004 to 2013."

  • Im Jahr 2012, als das Projekt zum Lafarge Holcim Award eingereicht wurde, war der Betondüker zum Hochwasserschutz noch gar nicht eingeplant.

    Zu sehen auf Plan 3 und 5 der Einreichung.

    Der Düker kam anscheinend erst nach weiteren Untersuchungen dazu, um die Durchflussgeschwindigkeit bei Hochwasser zu gewährleisten.


    Eigentlich müsste man den doch auch als Speicher bei Starkregenerignissen nutzen können, genau wie das Betonungetüm unterm Mauerpark?

  • Im neuen Artikel in der Morgenpost äußert sich die Domgemeinde in einem offenen Brief. Die Gemeinde habe sich seit 1998, als die ersten Ideen für die Einrichtung eines so genannten Flussbades an die Öffentlichkeit gelangten, intensiv mit den Chancen und Risiken dieses Projektes offen und intensiv beschäftigt.


    In dem Brief heißte es weiter: „Wir schließen uns in der negativen Bewertung des Gesamtvorhabens den schriftlich und mündlich geäußerten Meinungen dem Landesdenkmalamt Berlin, dem Landesdenkmalrat Berlin, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit ihren Museen, der Planungsgruppe Stadtkern im Bürgerforum Berlin, dem amtierenden Landesarchäologen des Landes Berlin, der Monitoring-Gruppe des Icomos Deutschland sowie der Baukammer Berlin an“.

    Die in der Projektplanung aufgezeigten notwendigen baulichen Eingriffe in die Kanalwände und in die Kanalsohle in ihrer Gesamtheit gegenüber den herausragenden öffentlichen Räumen, funktionsträchtigen Einzelgebäuden und Ensembles sowie der Spreeuferbegrenzungen seien „geschichtsvergessen, den historischen Bestand gefährdend und ignorant“.


    Der Vorwurf an die Initiatoren des Projekts: Man habe "die erforderlichen Infrastrukturen, die eine genehmigungsfähige, öffentliche, hygienische, funktionale und sicher zu benutzende Badeanstalt gewährleisten würden, in ihrem Ausmaß auf den Visualisierungen bewusst nicht dargestellt“, um die Stadtbildunverträglichkeit im Umfeld eines Unesco Weltkulturerbes nicht zu zeigen.


    Außerdem beschreibt die Gemeindes es als offensichtlich, dass der Ansatz, durch Renaturierung und Versumpfung des Spreekanals „auf einer Länge von 1500 Metern, was einen unfassbaren Eingriff in alle über- und unterirdischen Bereiche in Kanalnähe bedeuten würde, Badewasserqualität für das wenige hundert Meter lange Flussbad herstellen zu können, stadträumlich falsch, unökologisch sowie nach den anerkannten technischen Möglichkeiten nicht umsetzbar ist“.

    Kritik gibt's auch für die Finanzierung, weil trotz jahrelanger Planungsuntersuchungen und Fördergeld in Höhe von rund 30 Millionen Euro bislang keine überzeugenden Ergebnisse in der nötigen Tiefe hätten erarbeitet werden können. Daher, so das Fazit des Briefes, sei das Projekt „ökonomisch unverantwortlich, unsozial und elitär“. Mit der Verwendung eines zur Realisierung prognostizierten dreistelligen Millionenbetrages könnten 20 bis 30 Schwimmbäder dezentral in den Berliner Bezirken instandgesetzt und saniert werden.


    https://www.morgenpost.de/bezi…R4kKBkUVJai47K-bCwxjnCN3U

  • ElleDeBE Danke für das Töpferzitat: “a rather undefined public space” -was für ein Unsinn. Im weiteren Spreeverlauf am Pergamonmuseum wohnt ja eine andere ehemalige Umweltministerin, und wohnte ein ehemaliger Bundespräsident, es scheint also auch hier unterschiedliche Meinungen zu geben.


    Mamato Das macht die Sache eigentlich doch noch schlimmer: Offenbart die Ereignissequenz den ursächlichen Zusammenhang? Edler war ja beim Einheitswettbewerb unterlegen. Jetzt gibt’s den Trostpreis vom Land.


    Sorry, da ist nichts komisch dran, und die Unterstützung über Parteigrenzen hinweg bleibt ein handfester Skandal.

  • Camondo Ich bin ganz grundsätzlich für einen Wettbewerb der besten Ideen und Konzepte. Da muss niemand zurückhalten. Und hier überzeugen mich inzwischen tatsächlich die kritischen Gedanken sowie die Alternativkonzepte. Ich finde auch überhaupt nicht, dass sich die Konzepte gut ergänzen (der tonnenschwere Filter mit homöopathischer Wirkung ist mE so oder großer Dummfug). Das eine könnte ggf. wirklich sinnvoll umsetzbar sein (hier fehlt mir die Expertise aber zumindest wird plausibler argumentiert und begründet), das andere scheint mir ein ziemliches Hirngespinst zu sein wie "The Berg" für Tempelhof.


    Ich schließe mich daher badeninderspree und auch der Domgemeinde an: Hier wird mal wieder jede Menge Geld für das Vorantreiben eines rein politisch motivierten Projektes verbrannt, statt lieber in der Breite in gute Infrastruktur oder eine generelle Verbesserung der ökologischen Situation zu investieren. Das ist doch hanebüchener Quark, so viel Geld für so ein kleines Projekt zu verpulvern, trotz besserer Alternativen im Namen der "Ökologie" tausende Tonnen Beton in der Spree zu versenken und im schlimmsten Falle auch noch historische Bausubstanz oder zumindest den Weltkulturerbestatus zu gefährden. Aber diese Stadt bringt so etwas evtl. wirklich fertig. Hier wird ja auch ernsthaft ein Rückbau einer gerade frisch geschaffenen Autobahn diskutiert, auch wenn es mE ökonomisch aber auch ökologisch Wahnsinn wäre. Zum Glück haben wir ja keinerlei Schulden oder sinnvolleren Investitionsbedarf.

  • Meine Rede. Die Sache war eine Totgeburt. Die Zerstörung wäre zu massiv und die Bewahrung der Anlage hat nunmal oberste Priorität. Ein Flussbad als Wiederholung des Waldschlösschenbrücken-Desasters ist nicht denkbar. Berlin ist nicht Dresden. Lieber sollten wir noch ein bis drei Welterbestätten dazu gewinnen - gerne auch die Karl-Marx-Allee, da bin ich voll dafür. Beim Olympiastadion bin ich etwas skeptischer.

  • gerne auch die Karl-Marx-Allee, da bin ich voll dafür.

    Sorry für off-topic, aber: KMA in Kombination mit dem Hansa-Viertel – das wird gerne übersehen, finde ich aber entscheidend. Zwei völlig unterschiedliche Wiederaufbau-Projekte, die zur selben Zeit in der gleichen Stadt entstanden. Nur zusammen ist das einmalig. Für spätstalinistische Prachtstraßen allein gibt es anderswo beeindruckendere Beispiele...

  • Ich bin etwas irritiert, in den Journallien wirkte es so als ob das Projekt von politischer Seite bereits durchgewunken worden wäre und im hübschen zugegebener Masssen eher werbendem schwammigem Pamphlet das camondo dankenswerter Weise verlinkt hatte - las es sich so als ob man mit den Anrainern alles einträchtig beschlossen hätte und wie toll das doch alles wäre - es Gab doch schon Ausformulierte Planphasen sogar die Dombaumeisterin soll sich für das Bad engagiert haben - und nun sträuben sich alle sowohl Dom, SPK und Denkmalschutz. Was ist denn da nun los - ist da jemand wem auf den Fuß getreten oder waren alle Beteiligten komatös.