Man muss sicher die endgültige Fertigstellung abwarten, aber ich sehe da jetzt keine Betonung der beiden obersten Geschosse mehr und die Rasterung der oberen vier Etagen in 2 x 4 Fensterachsen, dazu noch mit unterschiedlichen Höhen, nachdem es darunter immer 3 x 4 gleichhöhe waren, schadet m.A.n. dem Gesamteindruck deutlich.
The Berlinian (vormals MYND | 146 m | in Bau)
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Dem Kollhoff-Plan trauere ich immer noch ein wenig nach. Gerade die dort vorgesehenen Hochhäuser mit ihren Art-déco-Anklängen hätten dem Alexanderplatz aus meiner Sicht einen ganz eigenen Charakter gegeben. Schade!
Der Berlinian ist aus meiner Sicht erfreulicherweise aber gut gelungen.
Eine einfache, klare Formensprache, keine unnötigen Spielereien und sehr stimmige Proportionen. Gerade diese Schlichtheit gefällt mir. Die Fassadenstruktur gibt dem Gebäude genug Gliederung, ohne dass es unruhig wirkt.
Gerade bei einem Hochhaus zeigt sich, dass eine klare Formensprache und stimmige Proportionen oft mehr bewirken als möglichst spektakuläre Formen, Rücksprünge und Spielereien.
Je fertiger der Turm wird, desto besser gefällt er mir. Für mich definitiv eine Bereicherung für den Alexanderplatz.
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^… der Kollhoff-Plan war lediglich eine Baumassenstudie/ städtebaulicher Entwurf und kein architektonischer Entwurf, Das wurde leider nie richtig kommuniziert und führt bis heute zu diesem Missverständnis, dass am Alex etwas Art-Deco anmutendes hätte gebaut werden sollen. Das war nie die Intuition.
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Der Bebauungsplan ist die Umsetzung des Kollhoff-Plans. Man hat nur vergessen, eine wie auch immer geartete, Verjüngung der Kubatur nach oben festzuschreiben. Jetzt bauen alle Investoren das maximale Volumen, müssten sie aber nicht.
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^ Es gab unendlich viele politische Debatten über Höhen und Höhenbeschränkungen, aber Ich kann mich an keine einzige erinnern, in der Politiker:innen oder Investore mehr Höhe gegen Verjüngung vorgeschlagen hätten. Ich dachte, das läge hauptsächlich an Unwirtschaftlichkeit (geringere Nutzflächenquote bei gleicher Bruttogeschossfläche, geringere Raumeffizienz bei wachsender Höhe), aber die Sache scheint wohl nicht so eindeutig, weil entgegengesetzte Faktoren ins Spiel kommen (vgl. z.B. hier).
Es wäre daher schön, wenn weniger starr in den Bahnen von Höhen- und Höhenbegrenzungen gedacht würde. Weil aber absehbar gerade die Parteien gestärkt aus der Wahl hervorgehen werden, die in der Frage der Bebauung im Alexanderplatz die Kriterien "niedriger" und "Sichtachsen" betonen (die Linke fordert sogar "ein Ende der sinnlosen, teuren Hochhausbauten"), sehe ich auf absehbare Zeit leider wenig Grund zum Optimismus in dieser Frage.
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^ In den meisten großen Metropolen dieser Welt gibt es ein flexibleres Denken in Bezug auf Höhen- und Höhenbegrenzungen von Hochhäusern.
Es ist schon auffällig, dass die Hochhausdebatte in dieser jahrzehntelangen Hartnäckigkeit & Unlösbarkeit in keiner anderen Stadt der Welt so ausgeprägt geführt wird wie in Berlin.
Das Problem hat auch nichts mit Unwirtschaftlichkeiten zu tun, weil Investoren in anderen Städten dieser Welt sehr wohl zusätzliche Höhe gegen Verjüngung aushandeln können.
Das Problem hat auch nichts mit deutschen Besonderheiten zu tun (wie dem deutschen Baurecht), was man daran sehen kann, dass es in der Hochhausstadt Frankfurt solche endlosen Debatten ja auch nicht gibt.
Das Problem ist noch nicht einmal ein typisches Hochhaus-Thema. Denn solche Aushandlungsprozesse (zusätzliche Fläche gegen Tauschgut X; zusätzliche Höhe gegen Tauschgut Y) ist ein alltäglicher, völlig normaler Vorgang in den Stadtplanungsämtern von vielen Mittel- und Kleinstädten in Deutschland, die gar keine Hochhäuser besitzen.
Was ist also der Grund für die endlose Berliner Hochhausdebatte? Vielleicht hat es ja mit den Menschen zu tun, die in Berlin leben. Vielleicht liegt es ja daran, dass die Berliner glauben, dass ihre Stadt der Nabel der Welt sei (obwohl Berlin nur eine märkische Provinzstadt ist). Und vielleicht liegt es ja daran, dass die Berliner glauben, dass sie etwas Besonderes darstellen (obwohl die Berliner nur die Einwohner einer märkischen Provinzstadt sind). Könnte das vielleicht der wahre Grund für diese endlose Hochhausdebatte sein?
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Es gibt 2 wesentliche Gründe warum der Hochhausbau zwischen 2010 und 2020 nicht voran gekommen ist. Erstens gab es kaum ein Investorendruck im Markt. Berlin hatte zu der Zeit noch genügend Freiflächen um mittelhohe günstige Büroflächen zu realisieren. Große Berliner Unternehmen, die eine auf Repräsentation und Höhe abzielende Architektur brauchen gab es nicht.
Landespolitisch hatte insbesondere die regierende Linkspartei unter Lompscher ein sehr hartnäckiges Interesse daran, dass die DDR Architektur, also das ideologische Erbe der SED-Nachfolgepartei, am Alexanderplatz nicht von neuen Bauten übertrumpft wird. Die Höhenmarke von 125 Metern des Interhotels, heute Park Inn, war unantastbar. Erst mit dem heutigen Senat wurde das Dogma wie jetzt geschehen auf den letzten Metern der Fertigstellung beim Berlinian und Covivo Turm durchbrochen.
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Na ja, die Weltstadt mit Herz "München" tut sich ebenfalls sehr schwer mit Hochhäusern. Das beschränkt sich nicht nur auf Berlin. Aber vielleicht wohnen dort auch nur Provinzler.
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@ArtyDeco, zu deinem zweiten Argument, wonach die Höhenmarke (125 Meter) der DDR-Architektur aus politischen Gründen jahrelang nicht überschritten werden durfte:
Wie sinnvoll dieses Argument ist, kann man sehen, wenn man einen Blick auf die Frankfurter Hochhausdebatte wirft. In Frankfurt hat man in der Nachkriegszeit darüber diskutiert, ob zukünftige Hochhäuser den Frankfurter Kaiserdom überragen dürfen. Das Ergebnis war, das man sehr wohl Hochhäuser gebaut hat, die höher als die 95 Meter des Frankfurter Kaiserdoms sind. Aber die Hochhäuser dürfen halt nicht in unmittelbarere Nähe des Domes bzw. nicht in der Frankfurter Altstadt stehen. Deswegen hat man die Hochäuser von der Taunusanlage in Richtung Hauptbahnhof angesiedelt.
Und was ist die Moral der Geschicht'?
In Frankfurt hat man eine pragmatische Lösung gefunden, die einen jahrelangen Stillstand verhindert hat. Von solchen lösungsorientierten Ergebnissen könnten sich die Berliner Lokalpolitiker und ihre Parteien mal eine Scheibe abschneiden. Und da heute zufälligerweise in Berlin das Abgeordentenhaus gewählt wird, wäre mein Vorschlag: Bitte zukünftig mehr Pragmatismus! Bitte mehr Lösungsorientiertheit! Aber ich bezweifele, das sich in dieser Hinsicht etwas verändern wird.
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^… das ist leider dreimal Unsinn.
1: es gibt keinen einzigen Beleg für eine von der linken ideologisch favorisierte Höhenmarke von 125 Metern.
2: Es war der von Dir so geschäzte Senatsbaudirektor Stimmann in den 90er Jahren, der mit seinem Planwerk Innenstadt ähnlich wie am Potsdamer Platz, keine ausufernde Hochhausbebauung haben wollte.
3: Berlin hatte und hat nicht das wirtschaftliche Potenzial für ein tragfähiges Geschäftsmodell in Hochbauten. Es gibt dafür nur sehr wenige bis garkeine oder eher windige Interessenten. Die 2-3 ehrenwerten wirtschaftlich starken Investoren bauen ja jetzt, das war´ s dann auch. Ich hatte es schonmal geschrieben hier, nach der Vereinigung in den 90er Jahren wollte nicht eine Einzige Frankfurter Großbank den Standort wechseln. Alle sonstigen Bestrebungen wie von Daimler oder Deutscher Bank sind mit der Zeit wieder zurückgefahren worden. Die haben auch gerade andere Probleme als in Berlin ein Hochhaus zu bauen für das es keine Mieter gibt.
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Na ja, die Weltstadt mit Herz "München" tut sich ebenfalls sehr schwer mit Hochhäusern. Das beschränkt sich nicht nur auf Berlin.
Das kann ich so nicht unwidersprochen stehen lassen.
In München hat man die Entscheidung getroffen, dass man lediglich im Innenstadtbereich keine Hochhäuser haben will, während außerhalb der Innenstadt sehr wohl Hochhäuser gebaut werden dürfen (und auch in den letzten Jahrzehnten gebaut worden sind). Im Grunde zeigt die Situation in München deutliche Parallelen zur Situation in Frankfurt. In München will man keine Hochhäuser um die Frauenkirche, während man in Frankfurt keine Hochhäuser um den Kaiserdom haben will. Das ist in beiden Städten die gleiche Denkweise. Entsprechend wurden in München und Frankfurt ähnliche Entscheidungen getroffen.
Im Gegensatz dazu führt die Ansiedlung von Hochhäusern in Berlin grundsätzlich zu endlosen & ergebnislosen Diskussionen, egal welcher Standort in dieser riesigen 3,9 Mio-Einwohner-Stadt zur Debatte steht.
In Berlin beschränkt sich die Diskussion nicht auf das Thema, dass Hochhäuser am Alexanderplatz den Fernsehturm verdecken könnten. Wäre die Diskussion damit erschöpft, könnte man ja an anderen Stellen dieser Stadt in die Höhe bauen. Aber will dann ein Investor am Breitscheidplatz Hochhäuser errichten, wird sofort darüber gejammert, dass das Erscheinungsbild der Gedächtniskirche nicht beeinträchtigt werfen darf. Und selbstverständlich hat man in Berlin erfolgreich verhindert, dass am neuen Hauptbahnhof im Europaviertel ein richtiges Hochhaus-Cluster entsteht, obwohl es der perfekte Standort dafür gewesen wäre. Aber irgendeine Sinnhaftigkeit scheint in der Berliner Hochhausdebatte ohnehin keine Rolle zu spielen.
Also bitte, lieber DerBe: Nicht das Beispiel München bringen!
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2: Es war der von Dir so geschäzte Senatsbaudirektor Stimmann in den 90er Jahren, der mit seinem Planwerk Innenstadt ähnlich wie am Potsdamer Platz, keine ausufernde Hochhausbebauung haben wollte.
Das Verhindern einer ausufernden Hochhausbebauung schließt doch die Entwicklung von wenigen, zentralen Hochhaus-Clustern nicht aus, oder?
Hans Stimmann wollte eine ausufernden Hochhausbebauung verhindern. Und dieses Ziel erreicht man, indem man an wenigen Stellen einer Stadt die Hochhäuser in Clustern bündelt.
Diese beiden Dinge schließen sich nicht aus, sie bedingen sich sogar.
Camondo Zeige mir bitte, wo ich in den obigen Beiträgen etwas Anderes behauptet habe.
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^ oh, .. ich zeige Dir was anderes, nämlich, dass all Deine posts rein garnichts mit diesem thread zu tun haben. Dafür gibt es in der Lounge den allgemeinen Hochhaus Palaver Spekulations thread, nicht wahr?
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^ Gut, wir können gerne in der Lounge weiter diskutieren ...
Wenn du mich so direkt angehst, dann erwarte ich schon ein Antwort von Dir, wo du auch inhaltlich auf meinen Beitrag antwortest.
Also, bitte bisschen mehr Inhalt bringen, als hier nur den Forumspolizisten raushängen lassen, gell?
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Meinen Ausführungen habe ich NICHTS! hinzuzufügen. Damit wirst Du leben müssen.

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^ Gut, dann diskutieren wir einfach mal ohne Camondo weiter .....
3: Berlin hatte und hat nicht das wirtschaftliche Potenzial für ein tragfähiges Geschäftsmodell in Hochbauten.
Es werden doch aktuell zwei Hochhäuser am Alexanderplatz gebaut, oder nicht?
Und ein weiteres Hochhaus ist konkret in Planung, oder nicht?
Also man kann mit Fug und Recht behaupten, dass am Alexanderplatz ein schönes Hochhaus-Cluster entsteht, oder etwa nicht?
Mod: Bitte die Beiträge ab #1006 in die Lounge verschieben.
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Im Gegensatz dazu führt die Ansiedlung von Hochhäusern in Berlin grundsätzlich zu endlosen & ergebnislosen Diskussionen, egal welcher Standort in dieser riesigen 3,9 Mio-Einwohner-Stadt zur Debatte steht.
Das kann man so pauschal nicht mehr feststellen. Die 4 höchsten Hochhäuser der Stadt sind alle zwischen 2023-2027, also jetzt, fertiggestellt. Die 2 höchsten Wohntürme, Brooks on East, erstmals Luxussegment, sind seit diesem Jahr auf dem Markt. Man könnte fast meinen der Bann ist gebrochen. Der Markt will hoch bauen, die Politik nickt ab. Das alles ultra langwierig geplant wird steht auf einem anderen Blatt.
Die größten Hürden, die sich neuerdings auftuen sind die exorbitanten Baukosten und die Konjunkturflaute.
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In München hat man die Entscheidung getroffen, dass man lediglich im Innenstadtbereich keine Hochhäuser haben will, während außerhalb der Innenstadt sehr wohl Hochhäuser gebaut werden dürfen (und auch in den letzten Jahrzehnten gebaut worden sind). I
Also darf man in München diskutieren in Berlin aber nicht? In Berlin steht immerhin ein Wolkenkratzer und mehrer Hochäuser mit über 100 Meter Höhe. Und zwar an den zentralsten Orten. Da kommt München lange nicht ran. Bedenkt man die ewigen Diskussionen um die HDM-Türme auf dem Paketpost-Areal Münchens, erscheinen deine Aussagen inkohärent. Dort wird genauso leidenschaftlich gestritten wie hierzulande.
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^ Aber selbstverständlich darf man in Berlin diskutieren.
Lese bitte nochmal die Beiträge #1004 und #1005, die - wohlgemerkt - nicht von mir verfasst worden sind. Es geht darum, dass man es in Berlin in 30 Jahren nicht hinbekommen hat, einen sinnvollen Umgang zu finden mit solchen Themen wie der Verjüngung der Kubaturen und der Begrenzung der Turmhöhen.
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Die Kritik von KaBa1 am oberen Abschluss trifft einen Punkt, den man nicht mit dem Verweis auf „wohltuende Schlichtheit“ marginalisieren kann.
Einem klassischen Hochhausentwurf liegt seit Louis Sullivan das tektonische Prinzip der Dreiteilung zugrunde: Sockel, Schaft und ein definierter Abschluss.
Beim Berlinian bricht genau dieses Gefüge nach oben hin ab. Die Fassade läuft über die gesamten Regelgeschosse als additives Raster durch – was bis dahin durchaus Eleganz und Ruhe besitzt –, um dann auf den letzten Etagen unmotiviert den Rhythmus und die Achsenhöhe zu wechseln. Das ist weder eine schlüssige Fortführung des Schafts noch eine plastische Bekrönung, sondern wirkt wie ein nachträglich aufgesetzter Kastenabschluss.
Der Kollhoff-Plan hatte seinen Reiz nicht primär wegen historisierender Dekoration, sondern weil er durch plastische Verjüngung und Setbacks eine gestaffelte Höhenentwicklung und eine differenzierte Fernwirkung für den Platz vorsah. Was jetzt entsteht, schöpft schlicht das maximale Baufeldkubaturmaß als gerader Quader ab. Das mag im Sinne der Büroflächeneffizienz konsequent sein – aus städtebaulicher und tektonischer Sicht bleibt es aber ein vertikaler Monolith ohne wirklichen Ausklang nach oben.
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