Leipzig: Areal Alter Postbahnhof (Bauphase)

  • Leipzig: Areal Alter Postbahnhof (Bauphase)

    Ein paar Bilder von den Aktivitäten.
    Von der Brandenburger Brücke aus gesehen.



    Abbrucharbeiten des maroden Daches an einem Seitentrakt.



    Entlang der Rohrteichstraße.



    Auf der anderen Seite. Auch hier finden Dacharbeiten statt.



  • Der Umbau des ehemaligen Postbahnhofs in eine Art Gewerbehöfe wird wohl eine längere Geschichte werden. Das vielversprechende Projekt der CG-Gruppe auf diesem Areal, auf dem in diesem Jahr eigentlich auch das Stadion für Inter Leipzig fertiggestellt werden soll, erscheint mir für diese Lage ab vom Schuss ein wenig zu ehrgeizig zu sein. Die Hauptfrage wird sein, wie man diese schier unendlich große Anlage einer neuen Nutzung zuführen kann, die sich auch wirtschaftlich rechnet. Ohne einen zahlungskräftigen Ankermieter wird das wohl nichts werden.


    Aber man bleibt am Ball. Heute sind zum ersten Mal Visualisierungen im Netz aufgetaucht, wie die denkmalgeschützten Gebäude und Hallen künftig einmal aussehen könnten. Demnach ist das Leipziger Büro Homuth + Partner für die Entwürfe und Planungen betraut worden.



    So stellen sich die Architekten die achtschiffige Halle des Kopfbahnhofes vor, in der einmal 29 Gleise nebeneinander Platz fanden. Zwischenzeitlich wurden die Hallen vom Investor als Flüchtlingsunterkunft vorgeschlagen. Jetzt sind moderne Gewerbeflächen mit viel Glas geplant.





    Und hier der visualisierte Erweiterungsbau aus dem Jahr 1936

    Bilder: Homuth + Partner Architekten

  • Am Postbahnhof tut sich jetzt einiges. Ich denke aber nicht, dass hier schon eine Baugenehmigung vorliegt, die das Gesamtprojekt betrifft. Bislang scheint die CG-Gruppe selbst noch am Konzept zu feilen. Das marode und durch Brandstiftung beschädigte Dach wird erneuert. Da es mit hochwertigen Biberschwanz-Ziegeln gedeckt wird, gehe ich davon aus, dass man es tatsächlich ernst meint.


    Ein Blick von der Brandenburger Brücke. Im Vergleich zum ersten Bild in #1 schimmert es hinter den Hallen zunehmend rot statt nur grau.





    An den Hallen selbst werden auch Gerüste angelegt.





    Südlich der Hallen ist ziemlich viel Erde aufgehäuft worden. An dieser Stelle sollte meines Wissens das neue Stadion für Inter Leipzig mit über 5.000 Plätzen gebaut werden. Inzwischen darf man an der Umsetzung allerdings zweifeln. Mal abgesehen von den zunehmend negativen Schlagzeilen des Fußballneulings: Leipzig hat neben einer erfolgreichen Championsleague-Mannschaft zwei starke Traditionsvereine in der 4. Liga, die über eine sehr aktive und und auch vergleichsweise große Fanszene verfügt. Eine solche Vielfalt dürfte für eine Stadt in dieser Größenordnung einmalig sein. Und dann gibt es ja auch noch Roter Stern. ;-)


    Allein die Ankündigung von Lok Leipzig, ein neues Stadion für 18.000 Zuschauer zu bauen, zeugt vom Selbstbewusstsein einer Regionalmannschaft. Unter diesen Umständen glaube ich, dass es ein Verein wie Inter schwer haben wird, da auch noch einen Fuß in die Tür zu kriegen.


    Blick auf die aufgewühlte Erde. Dahinter Neustadt-Neuschönefeld mit der Heilig-Kreuz-Kirche.






    Die Gebäude des ehemaligen Postbahnhofs in der Adenauerallee



    Bilder: Cowboy

  • Als anliegender Gewerbemieter in der Brandenburger Strasse 28 bekomme ich das Treiben dort täglich live mit. Die aufgehäufte Erde ist nur der zerkleinerte Bauschutt der Verladebahnsteige aus dem Postbahnhof sowie der herausgerissene Untergrund des ehemaligen Gleisvorfelds. Wurde alles vor Ort in den Crusher gekippt und dort belassen. Wird sicher als Untergrund wieder eingebaut.


    Derweilen wird gemunkelt, dass sich das Bulettengasthaus "Burger King" im sanierten Gebäude an der Ecke Brandenburger /Adenauer ansiedeln wird.

  • Nun soll es tatsächlich losgehen, zumindest zum Teil. Im besagten Artikel. Im Teil nördlich der Adenauerallee sollen noch dieses Jahr die ersten Mieter einziehen. Dabei handelt es sich um die DB-Service GmbH und einen fränkischen Möbelhersteller. Von einer Boulettenbraterei wird noch nichts geschrieben.


    Über den südlichen Teil, mit den Hallen, gibt es unterdessen aber nichts Neues. Das für mich doch recht gute architektonische Konzept scheint noch nicht so richtig zu wirken. 'Cowboy' hat die etwas abgelegene Situation ja schon angesprochen. Hier fehlt sicherlich eine Anbindung an den ÖNV sowie eine S-Bahn-Station am Stannebeinplatz. Und obwohl Autohöfe und Kleingewerbe verschwunden sind, ist es doch noch recht un-urban. Fehlt eine Gastro-Infrastruktur. Ansonsten könnte ich mir z.B. Start-Ups in den neuen Büroflächen der Hallen vorstellen. Das passt auch zur der Entwicklung des Viertels auf der anderen Seite der Gleise.

  • aktuell gibt es auf der Seite nördlich der Adenauerallee rege Tätigkeit, Beräumung, Einebnung Umgebung, Enttrümmerung.

  • Hallo, ich bin im Zuge meiner Arbeit zufällig auf dieses Forum bzw. diesen Thread gestolpert.
    Ich bin für das Stadtentwicklungsbüro tätig das neben dem Freiladebahnhof (leipzig416) nun auch dem Postbahnhof neues Leben einhauchen wird.


    Wir sind dabei momentan zuständig für das Ansiedlungskonzept bzw. für den Nutzungsplan des Technologiezentrums das im Südteil entstehen wird.
    Ich kann momentan zumindest sagen, dass das "Topic" im Wesentlichen von eMobility/Energie- und Umwelttechnik getragen, und durch spezifische IT-Branchen ergänzt wird. Wir arbeiten dabei eng mit dem Amt für Stadtentwicklung zusammen, dem InnoZ in Berlin, sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Und natürlich auch mit dem zuständigen Architekturbüro Perspektivisch möchten wir in den kommenden Jahren die fünf Cluster der Stadt um ein Hochtechnologie Cluster (AI/Machine Learning/Data Science) ergänzen und dort u.U. ansiedeln. Also ausgerichtet auf "Hightech".
    Wir versuchen dabei den Gedanken des "Hubs" zu übertragen, da der PBH ja früher ein Knotenpunkt war; nun soll er wieder einer werden, allerdings eher im digitalen und technologischen Sinne
    Die (ÖPNV) Anbindung ist tatsächlich ein Problem, das ist allen Beteiligten klar. Aber da wird ebenfalls etwas geschehen.


    Gruß
    Kelvin


  • Die (ÖPNV) Anbindung ist tatsächlich ein Problem, das ist allen Beteiligten klar. Aber da wird ebenfalls etwas geschehen.


    Zunächst Dankeschön für die Infos und willkommen im DAF! :)


    Die ÖPNV-Anbindung ist meines Erachtens doch okay. Direkt vor dem Postbahnhof fährt und hält die Linie 90 tagsüber alle 10 Minuten. Nahliegende Haltestellen sind Fliederhof und Mariannenpark. Der nächste große Knotenpunkt ist eine Haltestelle weiter am Stannebeinplatz mit TRAM 1 und BUS 70 und 90. Im Stundentakt ist auch die Quartierslinie 77 dabei.

  • Zunächst Dankeschön für die Infos und willkommen im DAF! :)


    Danke und gerne. :)



    Die ÖPNV-Anbindung ist meines Erachtens doch okay. Direkt vor dem Postbahnhof fährt und hält die Linie 90 tagsüber alle 10 Minuten. Nahliegende Haltestellen sind Fliederhof und Mariannenpark. Der nächste große Knotenpunkt ist eine Haltestelle weiter am Stannebeinplatz mit TRAM 1 und BUS 70 und 90. Im Stundentakt ist auch die Quartierslinie 77 dabei.


    Die Brücke ist einfach schrecklich, sowohl als Fußgänger als auch mit dem Rad. Eigentlich die ganze Ecke vom HBF zum PBH. Unglaublich viel Verkehr und Überwege. Gefühlt zieht sich der Weg vom Stannebeinplatz zum PBH auch ewig, da muss eine Lösung her.
    Wenn es nach uns ginge würden wir ähnlich wie jetzt auch im InnoZ autonome Shuttles installieren, aber dafür benötigen wir einen nicht öffentlichen Weg.
    Über eine dedizierte Brücke für Fußgänger und Radfahrer haben wir auch schon mal nachgedacht, das sollte technisch machbar sein.
    Jedenfalls ist die Situation momentan nicht befriedigend, da müssen wir noch was machen.

  • direkt neben der Brandenburger Brücke auf der OBI-Seite entsteht der neue Abstellplatz für Reisebusse, welcher durch die Hotelbauten neben dem Hbf verloren ging, ob davon ausgehend ein Fußweg immerhin die südliche Eisenbahnseite besser anbindet (als Areal des ex sächsischen Freiladebahnhofs wird sich ja auch sukzessive füllen), bleibt abzuwarten.

  • Wir sind dabei momentan zuständig für das Ansiedlungskonzept bzw. für den Nutzungsplan des Technologiezentrums das im Südteil entstehen wird.
    Ich kann momentan zumindest sagen, dass das "Topic" im Wesentlichen von eMobility/Energie- und Umwelttechnik getragen, und durch spezifische IT-Branchen ergänzt wird. Wir arbeiten dabei eng mit dem Amt für Stadtentwicklung zusammen, dem InnoZ in Berlin, sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Und natürlich auch mit dem zuständigen Architekturbüro Perspektivisch möchten wir in den kommenden Jahren die fünf Cluster der Stadt um ein Hochtechnologie Cluster (AI/Machine Learning/Data Science) ergänzen und dort u.U. ansiedeln. Also ausgerichtet auf "Hightech".


    Wir versuchen dabei den Gedanken des "Hubs" zu übertragen, da der PBH ja früher ein Knotenpunkt war; nun soll er wieder einer werden, allerdings eher im digitalen und technologischen Sinne.


    Danke für die Infos. Das klingt für mich nach einem schlüssigen Konzept. Vor allem die Re-Etablierung eines Hubs, nun als High-tech Schnittpunkt. Eine Art Campus Funktion in den riesigen Hallen kann ich mir auch gut vorstellen.


    Die (ÖPNV) Anbindung ist tatsächlich ein Problem, das ist allen Beteiligten klar. Aber da wird ebenfalls etwas geschehen.

    Ich sehe da auch nicht viel positives. Die Anbindung an den ÖPNV ist schlecht und die 15 Min. zum Stannebeinplatz zum täglichen Pendeln dazu addiert, zu lang.


    Der direkte Weg an den Innenstadt-Ring durch das enorme Gleisvorfeld versperrt. Eine S-Bahn-Station Brandenburger Brücke ist sicher zu aufwendig. Eine reine Fußgänger-/Fahrradbrücke über die Gleise sicher nicht im Verhältnis. Obwohl eine reine Fahrradstraße von der Brandenburger Brücke bis zur Kreuzung der Straße Sachsenseite, in Richtung Willy-Brandt-Platz, sicher interessant wäre.


    Vielleicht gebe es auch die Möglichkeiten von Shuttle-Services, wie z.B. hier.

  • ^
    Besagtes Gebäude bei dem der Dachstuhl brannte soll erst im kommenden Jahr saniert werden.
    Bei Google-Maps sieht es so aus als wenn es dort schon einmal gebrannt hat.
    Der LVZ-Artikel wartet derweil mit einer Visu auf wie es mal aussehen soll:

    Quelle: Homuth + Partner Architekten

  • ^ die besagten Gebäudeteile waren noch nicht in der Sanierung. Das war bisher vor allem der nördliche Gebäudeteil, welcher bald fertiggestellt werden müsste.

  • Die CG-Gruppe macht am Alten Postbahnhof jetzt richtig Betrieb. Vor ein paar Wochen schon wurde auch der Erweiterungsbau von 1936 mit der markanten Verbindung über die Adenauerallee zum Altbau eingerüstet. Die Bestandsbauten südlich der Adenauerallee sind jetzt alle in Arbeit. Die Fertigstellung ist für Dezember 2020 geplant.


    Ich hätte auch fast nicht mehr daran geglaubt, aber die Planungen für ein neues Fußballstadion für den FC Inter mit 3 Tribünen und Platz für 3.000 Zuschauer südlich des Geländes sind auch wieder aktuell. Die Heimspiele werden wohl noch in Torgau bestritten.

  • Die Sanierung des Erweiterungsbau von 1936 geht mit rasanten Schritten voran, während die Arbeiten an den Altbauten auf der südlichen Seite weiterhin eher schleppend sind.


    Rückseite des Erweiterungsbaus vom Mariannenpark aus gesehen.






    Weiter vorn an der Adenauerallee eröffnet im Frühjahr eine Niederlassung der Förch-Unternehmensgruppe.






    Der markante Hochbau an der Adenauerallee mit Verbindungsbrücke zu den älteren Gebäuden des ehemaligen Postbahnhofs.





    Sogar unterm Gerüst ist gut zu erkennen, welch schöne Wirkung die geflieste und jetzt gereinigte Fassade entfaltet. Ad hoc fällt mir kein zweites Gebäude in Leipzig mit solchen Fliesen ein.






    Blick rüber zu den älteren Gebäuden, die mit Planen der CG-Gruppe verdeckt sind. Dahinter dürfte bislang nicht viel passiert sein. Aber das wird sich sicher bald ändern.






    Weiter vorn, jetzt wieder auf dem Gelände des Erweiterungsbaus, eröffnet in Kürze offensichtlich ein weiterer Einkaufsmarkt, könnte ein Supermarkt werden, aber ich bin mir nicht sicher.







    Blick von der Brandenburger Brücke auf die ehemalige Bahnhofshalle. Hier hat sich bislang auch noch nichts getan.





    Bonusblick von der Brandenburger Brücke auf unser kleines Messestädtchen.

    Bilder: Cowboy

  • ^ Auf und um das Gelände hat sich ja einiges getan.


    Naja, also gegenüber dem Beitrag drüber, der am 17. Februar den letzten Stand dokumentierte, sind kaum Veränderungen wahrnehmbar. Auf mich macht die Baustelle den Eindruck, als ob man es nicht besonders eilig hätte. Die Sanierung der Bahnhofshalle, das Herzstück des Projekts sozusagen, ist noch gar nicht begonnen worden.


    Und ob das noch was wird mit dem geplanten Stadion für Inter Leipzig? Man fragt sich natürlich unweigerlich, warum noch ein weiteres Fußballstadion in der Stadt.