Moabit | Kleinere Projekte

  • Sanierung Wohnhaus Seydlitzstraße 8-10

    Das auffällige und durchsaus repräsentative Wohnhaus in der Seydlitzstraße 8-10 mit 17 Wohnungen wurde saniert. Das Dach wurde neu gedeckt, die Fenster erneuert und die Fassade präsentiert sich nun in hellgrau/weiß (vormals gelb).


    In einem alten Artikel im moabitonline.de von 2009 wurde berichtet, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) als damaliger Eigentümer das Haus verkaufen wollte. Mehr Infos konnte ich leider nicht finden.


    Bilder:


    seydlitzstr01.jpg


    seydlitzstr02.jpg


    Rückseite:


    seydlitzstr03.jpg


    seydlitzstr04.jpg


    Vorzustand G. Streetview:


    seydlitzstr00.jpg

  • Die Kaufpreisvorstellung der BIMA damals 760.000 Euro. Wer es für welchen Preis gekauft hat, ist nicht zu finden. Im April 2019 gab es einen Bauantrag: „Änderung; Sanierung des Daches, Erneuerung der Fenster, Antrag nach § 172 BauGB“.


    Irgendwie fand ich aber das vorherige gelb freundlicher als das jetzige glaublau.

  • Das Gelb hat mir auch besser gefallen mit den Geranien wirkte das trotz der Größe freundlich und ländlich jetzt wirkts auf den Bildern fast wie ein düsteres Sanatorium aus ner Gothic Novel. Aber schön dass man die hohen Sprossenfenster belassen hat - das Gebäude geriete sonst erst recht bei der Größe zu Gesichtsarm.

    Ich hoffe mit der Änderung des Daches meint man nichts gravierendes, hässliche Aufbauten, Ausschnitte für Terrassen und plumpe billige Kippfenster sollte man hier trotz praktischer Verkaufsfördernder Flächenoptimierung besser lassen wenn überhaupt wären hier Dachgauben für mich vorstellbar.

  • Furchtbar, man hat dem Gebäude den Kontrast genommen. Es ging den Weg des Lebens. Von einem hoffnungsvollen, farbenfrohen Teenager zu nem durchoptimierten Graustufen-Funktionsträger mit dem Esprit eines Wiederauferstandenen, -kurz nach der Anästhesie.

  • Anbei noch zwei aktuelle Beispiele in Moabit für Wiederbestuckung. Das Haus Helgoländer Ufer 6 an der Station Bellevue aus dem Jahr 1905 hat bereits vor 2 Jahren seine alte Fassade mit auf Helgoland bezogener maritimer Ikonologie zurückerhalten. Der Poseidon am linken Erkerrand hielt noch kürzlich einen vergoldeten Dreizack in der Hand. Mir gefällt besonders ein kleiner Seestern, der wie eine Miniaturkonsole bzw. wie ein "tierischer Atlas" den schweren Erker zu tragen versucht. Im Foyer erhellt seit dem Umbau ein sehr großer venezianischer Kronleuchter aus Glas die prachtvollen Wandbilder. Bezeichnenderweise wohnt hier in dem doppelgeschossigen neuen Penthouse inzwischen ein Herta-Spieler. ;-)


    Nur 100 Meter weiter an der Ecke Lüneburger- und Spenerstraße wird aktuell ebenfalls ein im Inneren sehr prachtvoll ausgemalter und grausig grau entstuckter Altbau trotz Dämmung sehr dezent und wie ich finde elegant wiederbestuckt.


    img_21222oj3l.jpeg


    img_21264yj5n.jpeg


    img_2106j4jwe.jpeg


    img_210760k7o.jpeg


    img_2130q4kob.jpeg


    Hier nun die Spener- Ecke Lüneburgerstraße, aktuell noch eingerüstet:



    img_211690ky4.jpeg


    img_2110z5kdd.jpeg

  • ^

    Ich bin grundsätzlich pro-Wiederbestuckung eingestellt, aber das hier hat für mich die Kitsch-Grenze schon überschritten. Das Gebäude möchte zuviel auf einmal sein. Die Badezimmer-Ornamentik mit dem Seestern und dem Leuchtturm erinnert an Wegwerkartikel von Nanunana oder billigen Wohnkrempel. Die dünnen Steinplättchen sind nicht ganz hochgezogen, sie scheinen nur da zu sein, weil der Bauherr unbedingt welche drin haben wollte. Die Schmuckbändchen oben, so als wäre das Haus gerade einem 14 jährigen Mädchen zu Weihnachten geschenkt worden..


    edit: Trotzdem mehr davon!

  • Das Helgoländer Ufer hat halt keine Fassade, die man bierernst nehmen sollte. Das Programm stammt so von der Jahrhundertwende. Es offenbart Humor und etwas Spielerisches, und ich glaube nicht, dass sich dahinter ein dümmliches "Mädchen" verbirgt.


    Die Meerjungfrau allerdings zeigt in der Ausführung nicht ganz das Können, was die Jungs vor 120 Jahren drauf hatten. Aber mir ist im Stadtbild ein Schmunzler zu viel mit Bezug zu den vielen Booten, die täglich an der Fassade vorbei schippern, lieber als kackbrauner Wurmputz.

  • Sollte das beim Haus Helgoland eine komplette wiederbestuckung sein - hat man es zeittypisch doch wunderbar hinbekommen- diese gezierte Mischung aus zopfigem Louis Seize und Haar- und Wellenverliebtem Jugendstil.

    Die Ornamentik folgt erzählerisch dem Motto Helgoland, da finde ich die Motive durchaus passend.


    Die Rokokorahmen an den Motivfeldern kommen mir etwas dazugedichtet und fremd vor, ebenso das Gesimsband unterm Dach.

    Da gehört für mich eher entweder n dicker Lorbeerzopf hin oder ein Wellenband.


    Absolut verunglückt sind die Erkerfiguren / das kann wirklich nicht jeder, heute eigentlich kaum mehr einer.

    Gab es da keine Formmodelle?

    Solche freimodellierten oder selbstgebastelten Sachen gehen regelmäßig in die Hose, da bin ich dann wirklich für weglassen.

    Solche missratenen Sachen sehen immer aus wie Pappmacheedeko aus der Geisterbahn und ziehen den wertig ausgeführten und stimmigen Rest der Fassade eher runter.


    Das andere Gebäude wirkt bisher recht klassisch bestuckt, bin gespannt wies wird.


    Ich freu mich generell drüber dass man den Häusern wieder ein Gesicht gibt - für so etwas sind sie Gebaut - das waren seit altersher auch immer irgendwo platzsparend, aneinandergereihte Visitenkarten im öffentlichen Raum.

  • Die meisten Bauten in dem Block sind zwischen 1900 und 1910 gebaut. Jugendstil schimmert in unterschiedlicher Dosis überall durch und wird immer eklektizistisch gepaart mit anderen Stilen. Das Entrée im Helgoländer Ufer 6 ist in Roccoco ausgestaltet, so dass das bisschen Zopfstil an der Fassade Innen und Außen verbindet.

  • BV Wohn- und Geschäftshaus Wiclefstraße 65 / Bremer Straße

    Zuletzt hier


    Da hier nun alle Arbeiten abgeschlossen und auch das Gartenhaus und die Außenanlagen fertiggestellt sind, hier abschließend noch einmal aktuelle Bilder. Zumal ich Gück hatte und der normalerweise versperrte Zugang zum Hof bzw. Gartenhaus gerade möglich war.


    Ansicht Bremer Straße, der Zugang zum Hof befindet sich links vom Neubau:


    bremerstr01.jpg


    Blick zum Gartenhaus:


    bremerstr02.jpg


    Gestreifte Pflasterung, sehr stylish: ;)


    bremerstr03.jpg


    Blick Richtung Nordosten in den großen Hofbereich, rechts das neue Gartenhaus:


    bremerstr04.jpg


    Blick zurück Richtung Südwesten über die Grünflächen mit sparsamen Spielgeräten. Links das Gartenhaus, ganz hinten das Vorderhaus an der Bremer Straße:


    bremerstr05.jpg


    Hinter dem schwarzen Auto erkennt man den Müllcontainer-Käfig (dahinter liegt der Verkehrsgarten):


    bremerstr06.jpg


    Südwestecke des Vorderhauses an der Bremer Straße:


    bremerstr07.jpg


    Das EG und der Gehweg sind auch fertig und alle Bauzäune usw. wurden entfernt:


    bremerstr08.jpg