Dresden: Wilsdruffer Vorstadt

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Die Vermeidung eines jeden Wettbewerbsverfahrens und insbesondere eines für den Bauteil vor dem Erlweinspeicher finde ich allerdings sehr suspekt.

    Bei dieser Lage und Bausumme! Nach meinem Dafürhalten ist das Vetternwirtschaft. Ein Wettbewerb wäre wenigstens kaschierte Vetternwirtschaft gewesen, das heißt, es hätte Entwürfe verschiedener Vettern zur Auswahl gegeben und vielleicht sogar der Bessere gewonnen.

    Kurios finde ich, dass bei der Begründung der Denkmalwürdigkeit des Landtags, was ja erst vor einigen Monaten erfolgte, ausgerechnet der Hof besonders hervorgehoben wurde, jener Hof, der nun bebaut wird. Zwar durch den gleichen Architekten, aber seltsam ist der Vorgang dennoch. Die ganze Unterschutzstellung ist eine einzige Bauchpinselei unter guten Bekannten. Das Landtagsgebäude würde als Zentrale der städtischen Sparkasse keine Sau jucken, aber da von einem in Dresden weltbekannten Stararchitekten ersonnen, muss es ja ein Juwel sein. Das Bauwerk hat keinerlei Identifikationskraft, außer für eine winzige Bubble von Glasfetischisten, die den Namen Kulka kennen.

  • Ich empfand den Landtagsneubau auch nie als herausragend gelungen, aber man muß schon zugestehen, daß es dereinst schon etwas Besonderes war - quasi der erste gläserne Komplex im historischen Altstadtgefüge, eine erste Erweiterung hin zum Neuen Terrassenufer. Und der große Plenarsaal mit seinem Durchblick zum Elbraum ist nun wahrlich ein Highlight, während die umgenutzte Altbausubstanz der Ex-SED-Bezirksleitung eher sehr schlicht daherkommt.

    Ich möchte aber noch auf die einzelnen Baukosten laut PM des Freistaates kommen. Die bis zu 460 Mio € sind zunächst nicht geplant.

    Und dann haben die Einzelmaßnahmen auch einzelne Jahresscheiben aus dem jeweils laufenden Haushalt des Landes. Zitat aus der PM:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die Gesamtbaukosten für Erweiterung und Sanierung des Sächsischen Landtags sind aktuell mit 317,2 Millionen Euro veranschlagt. Davon entfallen 73,6 Millionen Euro auf den Erweiterungsbau auf der Freifläche, 38,6 Millionen Euro auf den Neubau im Innenhof und 202,2 Millionen Euro auf die Sanierung der bestehenden Gebäudeteile. Weitere 2,8 Millionen Euro sind für vorgezogene Leistungen vorgesehen. Mit Blick auf die Baupreisentwicklung während der geplanten Bauzeit ist darüber hinaus eine Risikovorsorge von 132,9 Millionen Euro eingeplant.

    Die Fertigstellung der beiden Neubauten ist für 2030 vorgesehen. Anschließend soll die umfassende Sanierung des bestehenden Landtagsgebäudes beginnen. Der Abschluss der gesamten Baumaßnahme ist bis 2037 geplant.

  • Ich finde, dass insbesondere der geplante Bau im Hof des Landtags dem gesamten Ensemble gut tun wird.
    Und der Neubau vor dem E-Speicher ist zum glück auch besser geworden durch Frau Kulka, als noch vom alten Kulka ursprünglich angedacht.

    Bilder hier

    und hier

    Einmal editiert, zuletzt von eryngium (10. September 2026 um 18:31)

  • ^ Frau Leers-Kulka ist eine Adoptivtochter von Peter Kulka, so stand es mal in einer Zeitung, sie ist ja deutlich jünger und war sogar Studentin beim "Vater". Link.

    Wann sie "adoptiert" wurde, ist wohl nicht so bekannt, aber dürfte so ums Studium schon lange zurück liegen. Vielleicht gings auch um spätere Komplettübernahme des Büros Kulka. Den Kubus im Hof finde ich auch relativ gut entworfen, aber die Visus sind ja ziemlich primitiv, daher schwer zu beurteilen.

  • Genauso primitiv wird es vielleicht auch aussehen.

    Etwa 50 Prozent der Baumasse scheinen aus Foyer und Treppenhaus/Fahstuhlschacht zu bestehen. Man schaue sich den Hof an frage sich, warum die Bäume oben auf dem Dach stehen. Greenwashing.

    Alles soll modern daherkommern und wirkt dabei bieder, unstrukturiert und kulkabartig aus der Zeit gefallen. Es fehlt nur noch bronzefarbenes verspiegeltes Glas.

  • Neubau Rosenstraße 1 "The Roses"

    Am Eckgrundstück Rosenstraße / Freiberger Platz, in direkter Nähe zur historischen Annenkirche ist ab 2027 ein Wohnbauprojekt geplant. Aktuell befindet sich auf dem Grundstück eine kleine Lagerhalle (?) und Garagen. An diesen wurden jetzt Werbetafeln für das kommende Projekt befestigt.
    Die unteren vier Etagen des Neubaus nehmen den Verlauf der Rosenstraße auf, die darüber liegenden Etagen werden dann würfelförmig. Wobei das Flachdach wohl zu den zwei gegenüberliegenden Gebäudeecken leicht an Höhe variiert. Die Fassade ist aktuell in sand (-stein) -farbenen Tönen visualisiert. Die Dachflächen sollen wohl mit teils größeren Pflanzen begrünt werden.

    Erste Visulisierungen finden sich auf der Website der AKTIVA Bauträger GmbH.
    https://www.aktiva-haus.de/aktuelle-bauprojekte/

  • Definitiv ein Projekt, auf das ich mich nicht freuen kann. Klotzig, Flachdach, Schüttelfenster. Bretterverschlagoptik im Erdgeschoss. Wirkt schon vorm Baubeginn altbacken wie ein Projekt aus dem Jahr 2010.

  • Da gab es doch auch mal eine ältere Visualisierung. Wahrscheinlich von einem anderen Investor.

    Diese fand ich um einiges ansprechender als das jetzt.

    Vor allem, weil damals auch Raumplanung eine Rolle spielte und der gesamte (mehr oder weniger) Platz im Fokus stand.

    Das Projekt (falls wir uns auf das selbe beziehen) von 2010 war m.E. nicht ganz so altbacken und hätte dem Bereich gut getan.

    Der jetzt vorgestellte Ansatz ist einfach nur halbherzig, halbseiden und irgendwie nichts Ganzes.

  • Die Gestaltungskommission hatte bzgl. des vorherigen Entwurfs (der städtischen Grund mit beplante - offenbar soll hier nun nur noch auf dem Privatgrundstück gebaut werden) u. a. die Erwartung formuliert, wertige Materialien (ausdrücklich weder Blech noch WDVS) zu verwenden und dass der Hochpunkt an der Rosenstraße niedriger auszufallen sei (jetzt sieben statt zuvor sechs Vollgeschosse).

    Dieser neue Entwurf ist an Ignoranz und Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Er fügt sich mit nichts in das Umfeld, geschweige denn in die Zielstellung, den Freiberger Platz als Stadtraum irgendwie hochwertig zu fassen, ein - im Gegenteil: das Gebäude schottet sich mit einer Grundstücksmauer, bzw. einem Zaun von der Platzfläche vor der Annenkirche ab.

  • Auweia, das tut weh. Mein erster Gedanke war, dass das nur ein erster Bauabschnitt ist und perspektivisch ansatzweise das entstehen wird, was in der Gestaltungskommission damals diskutiert wurde. Doch gibt es hier nicht einmal eine Brandwand, die das ermöglichen würde. Über Flach- oder Steildächer will ich hier gar nicht diskutieren. Aber ein städtebauliches Konzept für die Umgebung der Annenkirche muss hier Grundlage sein. So ein autistischer Block geht gar nicht.
    Das Schlimmste daran ist aber, dass die Ausführung mutmaßlich noch billiger aussehen wird als diese weichgezeichneten Visualisierungen.

  • Schützenplatz Nebeninfo: ein Baukörper an den Stadtgärten fehlt weiter (siehe Foto orangener Pfeil), leider führt der Nachbar (blauer Pfeil) Klage gegen Vovovias Lückenschliessung bzw deren Bauantrag.

    P1380493.jpg

  • zu #1.387 ff.

    Der vorherige Investor hatte es scheinbar irgendwann satt und hat verkauft. Und der neue hat aufgrund der Vorgeschichte wahrscheinlich gar nicht erst angefangen sich mit der Stadt über eine gemeinsame, stadtraumverträgliche Lösung abzustimmen und macht jetzt einfach sein Ding. Die Stadt wird es jetzt genehmigen müssen, da es mutmaßlich keine verbindlichen Vereinbarungen zwischen Grundstückseigentümer und Stadt gibt und es versäumt wurde ein städtebauliches Konzept zu erarbeiten.

  • Theaterwerkstätten Ostraallee - werden vom SIB saniert - PM des Freistaates mit allen Infos.

    Gebäudehülle wird saniert, Bauzeit bis Frühjahr 2027, ca. 6,5 Mio €, die Shed-Oberlicht-Dächer sollen schon Anfang 2027 fertig sein.

    Die Funktionsgebäude wurden 1977 bis 1981 errichtet und stehen heute unter Denkmalschutz. Daher ist eine Betonflächensanierung der Aussenfassaden nötig.