Beiträge von Knuffte

    Dekoratives Anführungszeichen

    Welche "Lösung" schätzt Sie denn als "genial" ein? Und zu welchem Problem. Ich kann den Artikel nicht lesen.

    Die "Genialität" bezieht sich laut Artikel tatsächlich auf die städtebauliche Figur und die Raumaufteilung der Fläche - eine gute Gestaltung bei hoher Flächenausnutzung.

    Der Städtebau ist ja keinesfalls grottig, nur eben weit entfernt von genial. Das beruhigt mich etwas, dass ich mit meinem Erstaunen nicht alleine bin. Ich dachte schon, ich hätte das Wort "genial" seit jeher falsch interpretiert.

    Immerhin gab es aus der Kommission die Empfehlung, die Gebäudeköpfe an den Längsseiten stärker auszuformulieren, was m. E. bitter nötig ist.

    Laut saechsische.de-Artikel: "Stadträtin Bettina Kempe-Gebert schätzte die gefundene Lösung als „genial“ ein."

    Das sind also die heutigen Ansprüche (einer Architektin und Sprecherin für Bau und Stadtentwicklung), insbesondere unter Berücksichtigung, dass hier ein EIngansgtor in das Quartier geschaffen werden soll. Gerade die Situation an der Spitze ist m. E. ohne jeglichen Esprit "gelöst". Was ist eute Meinung dazu?

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die städtebauliche „Glanz“leistung der selben Architekten (Knerer & Lang, muss das überhaupt noch dazugesagt werden?) gegenüber:

    Dieser Bau hat Rückseiten zu allen Seiten. Das muss man als ausgebildeter Architekt erstmal hinbekommen und mit seiner Berufsehre vereinbaren können.

    Ich hoffe, man spendiert den Parkhausebenen ein Wandbild oder wenigstens eine vorgehängte analoge Werbeebene oder gar einen Screen. Immerhin entsteht hier für die Fernbusreisenden der erste Eindruck von der Stadt, wenn sie gegenüber dieser schrecklich monotonen toten Wand auf die Straßenbahn warten.

    Genauso primitiv wird es vielleicht auch aussehen.

    Etwa 50 Prozent der Baumasse scheinen aus Foyer und Treppenhaus/Fahstuhlschacht zu bestehen. Man schaue sich den Hof an frage sich, warum die Bäume oben auf dem Dach stehen. Greenwashing.

    Alles soll modern daherkommern und wirkt dabei bieder, unstrukturiert und kulkabartig aus der Zeit gefallen. Es fehlt nur noch bronzefarbenes verspiegeltes Glas.

    Dem offenen Brief von Prof. Marx entnehme ich:


    Bauwerk - Kostenkennwert in €/m² Brückenfläche

    • GRASSL ca. 5.500 €/m²
    • Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft ca. 6.500 €/m²
    • FHECOR und LAP ca. 8.000-8.500 €/m²

    > GRASSL eindeutig am günstigsten


    bautechnologischer Aufwand und Materialmengen

    • LAP, FHECOR und GRASSL ähnlich, Schüßler-Plan einfacher und damit kostengünstiger

    > GRASSL nicht teurer als LAP und FHECOR


    weiteren Kostengruppen (z. B. Gleisbau, Freianlagen)

    • GRASSL hat für "ähnlichen Leistungsumfang" deutlich geringere Kosten angegeben

    > wird bezweifelt und GRASSL sei eigentlich genauso teuer wie die Anderen


    Daraus folgt die Schlussfolgerung, dass GRASSL ähnlich teuer sei wie LAP und FHECOR. Entweder in dem offenen Brief von Prof. Marx fehlt eine wesentliche Information, oder mir fehlt es an logischem Denken.


    DIe Kostengruppe Bauwerk dürfte zudem einen wesentlichen Anteil an den Gesamtkosten ausmachen. Nehmen wir an, es sind 50 Prozent der Gesamtkosten, also ca. 70 Mio €.

    Für LAP und FHECOR setzen wir die Untergrenze der genannten 8.000 bis 8.500 €/m² an und dass hierdurch die gesamten 70 Mio. € in Anspruch genommen werden. Bei GRASSL nutzen wir den genannten Wert von 5.500 €/m², was ca. 69 % von 8.000 € entspricht.

    Anstatt 70 Mio. € würden in der Kostengruppe Bauwerk bei GRASSL folglich ca. 48 Mio. € anfallen.

    Die Erläuterung, an welcher Stelle der Entwurf von GRASSL diese Ersparnis von 22 Mio. € wieder einbüßt und deshalb doch so teuer wie FHECOR und LAP ist, fehlt mir bislang.

    Danke für die Information. Grassl hat sich hier durch seine Detailtiefe vermutlich selbst angreifbar gemacht und müsste die angezweifelten Einheitspreise mittels realer Angebote untersetzen.

    Grundsätzlich erfordert auch die Entscheidung nach der Mehrfachbeauftragung, dass beispielsweise gleiche Baupreisniveaus und Risikozuschläge (wiederum abgestuft z. B. nach Konstruktion und nach Bauausführung) zur Anwendung kommen.

    Verstehe ich das richtig, dass Grassl als einziges Büro eine bis in die Einzelpositionen aufgeschlüsselte Kalkulation vorgelegt hat und man diesem Büro nun garade daraus einen Strick dreht, während die anderen mit ihren Pauschalpreisen weniger hinterfragt werden?

    Das wäre m. E. vergaberechtlich angreifbar und alle Angebote müssten nun zunächst auf eine vergleichbare und prüfbare Kostenbasis gebracht werden.

    @ Ziegel: Danke für die Protokollierung der (erschreckend unausgewogenen und sinnfreien) Aussagen der Kommission. Meine Fazit ebenfalls: Sie wissen es nicht genau, aber dafür umso besser.

    Im Zuge der Nutzung von Carolavote bekommt man noch die eine oder andere neue Grafik zu sehen. Hier z. B. ein Beispiel für die vermeintliche "Transparenz" bei aufgelösten Pfeilern wie bei FHECOR:

    https://carolavote.urbanista.de/public/uploads…npfeiler_A.webp

    Hier eine Visualisierung von Schüssler-Plan mit dem Namen "Belvedere":

    https://carolavote.urbanista.de/public/uploads…_Belvedere.webp

    "Malvedere" wäre wohl passender und ich wünschte mir stattdessen die Carola 2.0 zurück.

    Vielen Dank für eure Arbeit!

    Ich habe mir euer Protokoll und auch die Langfassung der Expertenkommission durchgelesen. Ich stimme dir zu, dass man bei der Pfeilerdiskussion die Ausgewogenheit und Relevanz städtebaulicher Argumente vermisst. Es ist unverständlich, wie man die Aufenthaltsqualität unter der Brücke im engen Umkreis hochattraktiver Verweilorte als derart wichtig einstuft.

    Ich kann mich auch wirklich nicht erinnern, dass ich jemals das Bedürfnis hatte, mich längere Zeit unter einer Brücke aufzuhalten. Ja, man schaut sich die Untersicht an, schaut auf das Tragwerk und bestaunt kurz den Schwung eines Brückenzuges etc. Aber alleine aufgrund des Lärmpegels unter vielbefahrenen Brücken, Tauben, fehlender Vegetation sucht man eigentlich schnell wieder das Weite.

    Die geschlossenen Pfeiler sind aufgrund der großen Spannweiten auch nur ca. 50 Meter vor und nach der Brücke wirklich sichteinschränkend, da sich bei größerer Entfernung schon bald wieder Durchblicke bieten. Und bei aufgelösten Pfeilern sieht man auch nur auf die nächste und ggf. übernächste Klötzchenreihe, was eher eine gewisse Unruhe erzeugt. Vielmehr öffnet sich gerade bei einer geschlossenen Bogenform nach dem Durchschreiten des Brückenbogens mit einem Wow-Effekt eine sich ganz neu öffnende Gesamtperspektive anstatt einer zerfaserten Halbsicht durch einen Pfeilerwald.


    Ich finde es zudem vorteilhaft für die Maßstäblichkeit, wenn unter jedem Bogen ein eigener Raum entsteht und nicht der Blick von Ufer zu Ufer wie bei einer Autobahnbrücke möglich ist. Gerade das ist doch auch ein wesentliches Merkmal der Brückenfamilie, von der zumindest fast alle sprechen.


    Die Untersichten sind sowohl bei FHECOR als auch bei LAP z. B. im Bereich der Nutzung im Neustädter Brückenkopf in den Visualisierungen deutlich und unrealistisch aufgehellt. Letztlich ist es unter keiner der Brücken hell und „Aufenthaltsqualität“ eher ein relativer Wert.

    Die Gliederung des Brückenzuges durch die Kanzeln in der nahen Schrägansicht trägt zur Verbesserung der Maßstäblichkeit bei, indem die durchgängige Fahrbahnplatte in einzelne Segmente optisch zurückgedrängt wird. Auch dies ist m. E. ein wesentlicher Baustein für eine altstadtkonforme Brücke.

    Die Betrachtung derartiger Themen fehlt mir in der Beurteilung und Abwägung des Fachgremiums. Allgemein ist die m. E. deutlich wichtigere Aufenthaltsqualität AUF der Brücke unterrepräsentiert und es fehlt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Wirkung im Kontext der Altstadt.

    Und wenn dies der Fall ist, erscheint mir die Gewichtung der Faktoren nicht ausgewogen zu sein. Während man sich an geschlossenen Pfeilern als DEM städtebaulichen Argument abarbeitet, wird die Erhöhung des Brückenzuges um ca. 2,5 Meter bei FHECOR klein gehalten. Da wird von einer „leicht erhöhten Lage der Brücke“ und „geringfügig veränderten Sichtbeziehungen“ z. B. von der Brühlschen Terrasse gesprochen, was „wenig wahrnehmbar“ wäre.

    Das grenzt schon an Manipulation bzw. Falschaussage, wenngleich das vielleicht schlichtweg mit einer zu geringen Sensibilität des Expertengremiums für solche Fragen begründet ist. Ich finde es schon relevant, wenn aufgrund der Überhöhung die Albertbrücke und darauf verkehrende Straßenbahnen nicht oder kaum noch sichtbar sind und das auch bei Dunkelheit als attraktiver Sichtpunkt wahrnehmbare Waldschlösschenareal von einer neuen Brücke mindestens halb verdeckt wird.

    Auch bei Aussagen wie zur „sehr gut gestalteten Untersicht der Brücke“ bei FHECOR komme ich nicht mit. Von einer bewussten und dazu noch sehr guten Gestaltung, die man extra so hervorheben müsste, sehe ich da nichts.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Es war überhaupt kein Kriterium für die Fachleute, dass die Brücke und ihre Anbindung historische Merkmale aufnehmen und ermöglichen. Wahrscheinlich war sogar das Gegenteil der Fall.

    Damit könntest du Recht haben. Ich meine, dass sich Herr Prof. Marx, war es in der Auftaktveranstaltung oder einem Presseartikel, nicht gerade offen für Rückgriffe auf die erste Carolabrücke gezeigt hat.


    nachträgliche Ergänzung zur Fundstelle mit dem Zitat von Prof. Marx:

    Link saechsische.de - Bezahlartikel

    „Wir benötigen eine richtig gute Brücke. Es wird keine Kopie einer alten Brücke sein, sondern eine Brücke, die der heutigen Stadt entsprechen muss.“

    Vorab verwies er darauf, dass die beiden Vorgängerbrücken jeweils nach modernsten Anforderungen der damaligen Zeit errichtet wurden. Ein Widerspruch zur einer Gestaltung in Anlehnung an einen Vorgängerbau besteht demnach nicht zwangsläufig., sondern das Zitat bezieht sich zumindest im Kern auf das Erfüllen der Anforderungen der heutigen Zeit, was sicherlich kaum jemand infrage stellt.


    Mit eurer Weiterentwicklung der Visualisierung von GRASSL/gmp ist euch ein weiterer Schritt in die richtige Richtung gelungen. Sowohl die nun dezent und ausreichend gegliederten Pfeiler als auch die bessere visuelle Vermittlung des m. E. attraktiven und stimmigen Materialkonzeptes überzeugen zumindest mich sehr.

    Grassl kann bei mir mit den neuen Darstellungen den Spitzenplatz nicht nur verteidigen, sondern sogar ausbauen. Die Aufteilung der NUtzungsarten auf der Brücke gefällt mir sehr gut. Radfahrer und silhouettentrunkene Spaziergänger passen nicht so recht zusammen und finde daher, dass die Zuordnung der Radfahrer in Richtung Altstadt direkt neben die Fahrspuren sinnvoll ist. So kann eine echte Fußgänger-Brückenpromenade mit 4 Metern Breite entstehen, entkoppelt vom Verkehrsstrom und etwas abseits der Mastleuchten auch am Abend nicht extrem grell beleuchtet.

    Die Visualisierung des Neustädter Flutbrückenbereiches von FHECOR zeigt eine enorme Höhe im Bereich des zweiten Pfeilers und die Brücke wirkt geradezu aufgebockt bzw. so als würde sich rechts am Bildrand ein tiefes Tal anschließen, welches überbrückt werden müsste. Das ganze Bauwerk inklusive der autobahnbrückenähnlichen Untersicht erinnert mich inzwischen an die Sachsenbrücke in Pirna.

    Keiner der Entwürfe löst bei mir tiefe Zufriedenheit aus, aber die Ergebnisse sind auch nicht vollkommen ernüchternd.

    Abgesehen von den Mastleuchten, empfinde ich Grassl noch am ansprechendsten, da hier die Adaptionen an historische Brücken über die Bögen hinausgehen. Im Vergleich zu FHECOR wirkt der Brückenzug niedriger, weniger gerippeartig, etwas massiver und dennoch schlank und elegant.

    Schüßler-Plan hat die Bedeutung und den Charakter des Ortes auch nach Monaten der Bearbeitung mit dem Entwurf noch immer nicht verstanden.