^ Aus all Deinen Statements hier kann ich nur herauslesen, dass Du trotz Deiner zahlreichen Besuche in Berlin, die Stadt, ihre einzigartige Historie die sie gerade von anderen Städten unterscheidet und ihre neue Rolle, nicht verstehst oder nicht verstehen willst. Aber das bleibt Dir unbenommen nur solltest Du diesbezüglich keine Ratschläge erteilen. Das geht nach hinten los. Dein Bild zeigt übrigens das Kosmos Kino und nicht das International.
Gerade dieser Teil der KMA zeigt doch das Umdenken bei DDR -Führung nach dem 17. Juni und nach dem Tod Stalins, somit kamen die seinerzeit modernsten Verfahren zum industriellen Wohnungsbau zum Zuge. Klar ich mag auch den mit Meissener Keramik verklebten Zuckerbäckerstil im östlichen Abschnitt aber zur Geschichte gehören nunmal beide Abschnitte. Wie sonst wollte man Geschichte erfahrbar machen.
Karl-Marx-Allee/Frankfurter Allee
-
-
-
Das ist der eklatante Unterschied zum öffentlichen Raum, der gehört uns alle und wir müssen alle damit klarkommen. Es gibt etliche Umfragen und Forschungen die die Präferenz der übergroßen Mehrheit der Menschen für gewachsene Städte und historische Architektur belegen.
Gefährliches Argument: Damit könnte man alles der Zerstörung preisgeben, was einer Mehrheit nicht gefällt. Gilt auch für das Gemeinwohl: Das ist nämlich mitnichten das "Wohl aller". Vergleiche auch die prekäre Unterscheidung von volonté generale und volonté de tous bei Rousseau. Was das Gemeinwohl ist, ist nur in einer Diktatur klar definiert – nämlich als Wille der Herrschenden. In der Demokratie ist es immer das Ergebnis politischer und sozialer Aushandlungsprozesse. Es existiert nicht als Gegebenes, sondern nur in der Vermittlung widersprüchlicher Interessen. (Womit ich um Gottes Willen nicht jedem Nimby recht geben will, der lieber einen Kackplatz für seinen Hund vor der Tür hat als ein Wohnhaus.)
Es muss schnell mehr Wohnraum entstehen um diesen Boom für die Bewohner von Berlin verträglich zu machen.
Korrekt. Gerade im Viertel zwischen Alex und Strausberger Platz ist eine Menge Raum zum Nachverdichten. Den Bestand muss man nicht mögen (mir gefällt er auch nicht), aber angesichts der Wohnungsnot ist er bis auf weiteres unantastbar. Wer anderes behauptet, ist ein Träumer oder ein "Es-gibt-kein-Recht-auf-"Zyniker wie Bau-Lcfr. Das Mittel der Wahl sind Ergänzungen der teilweise noch vorhandenen Blockränder und Punkthochhäuser zur Ergänzung der Platten.
Den westlichen Teil der KMA braucht man dafür nicht anzutasten. Gerade weil in der Gegend noch soviel Platz ist. Dass es notwendig wäre, genau dort Wohnungen zu bauen, ist ein vorgeschobenes Argument: Du magst das Ensemble nicht und suchst nach Gründen, seiner Existenz die Legitimität abzusprechen.
Im Homeland der WBM an der Karl-Marx-Allee wird jetzt der Traum des DDR-Städtebaus weitergeträumt.
Das "jetzt" ist Mythenbildung, und träumen tut dort auch niemand: Die Pläne, das alte Konzept fertigzubauen, stammen m.W. noch aus der Stimmann-Zeit. Die vorhandenen Pavillons sind durchaus gelungen, und ich bin gespannt auf die neuen Entwürfe.
Wenn es in Berlin wegen Bestandsschutz für das DDR-Erbe und Bestandsschutz für den fehlgeleiteten Modernen Städtebau keine Veränderung in der Baupolitk geben wird, wie an dieser Stelle exemplarisch zu sehen ist, wird es mit einer substanziellen Nachverdichtung im zentralen Bereich niks.
Die KMA steht als Ensemble eben nicht exemplarisch für den Rest, sie ist singulär. Deshalb sollte sie geschützt sein. Und bevor der Vorwurf der DDR-Nostalgie kommt: Gleiches gilt auch für das Neue Kreuzberger Zentrum, das Ihme-Zentrum in Hannover oder das Barbican Estate in London. Keiner dieser Gebäudekomplexe ließe sich als schön bezeichnen. Aber sie alle sind wichtige Zeugnisse einer vergangenen Epoche des Städtebaus. Und deshalb schützenswert.
-
...In London kommen selbst viele vorstädtische Siedlungen auf über 200 WE / Hektar - und das bei den heutigen üppigen Wohnungsflächen.
Immer wenn ich beim Stöbern in einem Thread auf den Bauteufel stoße (direkt wird er nicht mehr angepeilt) und Zahlenangaben lese, dann bin ich bereit für die Recherche, weiß ich doch, dass selten etwas zusammenpasst.
Ein Hektar (ich denke, das meint er, möchte aber nicht diesen Endlosthread herunterscrollen) hat 10.000 m², also 100 Hektar sind 1km², demnach 20. 000 WE je km² in den Vorstädten von London.
Da staunen selbst die Bewohner in den Slums Asiens. -
Da mich kein Gesetz verpflichtet, gerade Berlin zu besuchen, kann ich für ähnliche Kosten eine richtige Metropole besuchen - London, Amsterdam und so....
Gähn... Amsterdam ist schön, belebt und interessant, aber eine 'richtige Metropole' im Vergleich zu Berlin? Oder Den Haag??
Dann können wir ja gleich Berlin mit Wernigerode (die Dampfeisenbahnmetropole), Rothenburg (die Mittelaltermetropole) oder Bad Neuenahr (die Seniorenbelustigungsmetropole...
) vergleichen. Diese und viele andere mehr sind Städte, mit denen Berlin, mangels entsprechender Qualitäten überhaupt nicht mithalten kann. Muss es aber auch nicht! Man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen und diese "dort ist es aber viel schöner als in Berlin" Vergleiche sind echt anstrengend sinnlos.
Ich finde Amsterdam auch sehr schön, genauso wie hunderte andere Städte, aber nur weil z.B. Amsterdam sein eigenen Flair hat, den es naturgemäß nur dort gibt und es folglich so nicht in Berlin ist, ist es in Berlin nicht schlecht!
Es ist nur anders!Vielleicht solltest du dir tatsächlich mal eine Berlin-Pause gönnen, wenn es dich dort so unzufrieden macht.
Ich war übrigens letztes Jahr seit langem mal wieder am Frankfurter Tor. Ich wollte mit meiner Frau dort mal wieder hin, weil wir da in den 90er Jahren mal Quartier bezogen hatten und schöne Erinnerungen ans Kosmos-Kino haben. Wir sind natürlich direkt mit der U-Bahn gefahren um unsere Füsse zu schonen, (wer läuft die Strecke vom Alexanderplatz?) dann raus und das beeindruckende und sehr urbane Panorama kurz vor Sonnenuntergang mit den Turmhäusern bewundert,
das durchaus einer Metropole würdig ist! -
Korrekt. Gerade im Viertel zwischen Alex und Strausberger Platz ist eine Menge Raum zum Nachverdichten. Den Bestand muss man nicht mögen (mir gefällt er auch nicht), aber angesichts der Wohnungsnot ist er bis auf weiteres unantastbar. (...) Das Mittel der Wahl sind Ergänzungen der teilweise noch vorhandenen Blockränder und Punkthochhäuser zur Ergänzung der Platten.Den westlichen Teil der KMA braucht man dafür nicht anzutasten. Gerade weil in der Gegend noch soviel Platz ist. Dass es notwendig wäre, genau dort Wohnungen zu bauen, ist ein vorgeschobenes Argument: Du magst das Ensemble nicht und suchst nach Gründen, seiner Existenz die Legitimität abzusprechen.
Das "jetzt" ist Mythenbildung, und träumen tut dort auch niemand: Die Pläne, das alte Konzept fertigzubauen, stammen m.W. noch aus der Stimmann-Zeit. Die vorhandenen Pavillons sind durchaus gelungen, und ich bin gespannt auf die neuen Entwürfe.
Ich meine, dass ich in meinen Beiträgen bereits ausdrückliche geschrieben habe, dass das primäre Ziel nicht der Abriss sein soll, sondern die Nachverdichtung. Wie ich deinen ersten Absatz verstehe, pflichtest du mir da bei. In diesem städtbaulichen Zusammenhang steht das Einzelobjekt (die Speilwiese der Architekten) nicht im Vordergrund. Wobei ich da auch meine Präferenze habe.
Mit dem Verweis auf das Stimmannsche Planwerk Mitte vom 1999 lässt sich wieder mal so einiges verdeutlichen.
Es sind hier nicht die Pavillions aus der ursprunglichen DDR-Planung dargestellt, sondern kleine Stadtblöcke, oder Punkthäuser, die in den überdimensionierten Straßenraum ragen und das Ziel verfolgen eine Querschnittsreduzierung herzustellen. Der Zwischenraum zwischen diesen Querhäusern beträgt geschätze 45 m. Insgesamt ist im Planwerk das Viertel stark nachverdichtet und sind alte Straßenzüge wiederhergestellt. An Stelle des Hauses der Statistik ist ein Park konzipiert. Eine sinnvolle Kompensation für das verschwundene Rest- und Abstandsgrün aus der CIAM-basierten DDR-Planung.
Die jetzige Fassung des Planwerk Innere Stadt zeigt in vielen Bereichen restorative Tendenzen. Weg von der von Stimmann 15 Jahre verfolgten Idee der verdichteten europäischen Stadt und der kritischen Rekonstruktion zurück zu den Ideen des "Modernen" Städtebaus. Unter der jetzigen Führung der Senatbaudirektion wären vielen Nachverdichtungen und Stadtreparaturen in der Mitte von Berlin wegen mangelnder Vision und Durchsetzungsfähigkeit nicht zu Stande gekommen. Ehre wem Ehre gebührt.
Die Rückkehr zu den sechzigerjahren Pavillions aus der DDR-Zeit muss deshalb tatsächlich exemplarisch für die von der Senatbaudirektion verfolgte Stadtplanungspolitik gesehen werden.
-
^ Sicherlich sind Abrisse nur Mittel zum Zweck, doch ohne sie geht es nicht - genauso an der KMA wie im Falle des Statistik-Hauses. Wie könnte man sonst geschlossene Straßenzüge mit EG-Läden schaffen - wo die jetzigen Plattenbauten keine haben?
Wenn die Planung klar formulierte Orte zum Ziel setzt - dazu gehören u.a. klar definierte Straßenräume, die man nicht erreicht, wenn man neben eine Zeile ein Punkthaus quetscht. Etwa in London werden öfters öde gewordene Sozialsiedlungen aus den 1960ern/1970ern abgerissen.
Nehmen wir an, das Kino würde man erhalten - vielleicht noch den behördlichen Bau dahinter wegen der Kubatur. Westlich vom Kino stelle ich mir geschlossene Straßenrand-Bebauung vor, die höchstens dann unterbrochen wäre, falls noch eine Querstraße wiederhergestellt würde. An der Ecke am Kino einen Höhenakzent - vielleicht ein Hochhaus mit kleinen Wohnungen und 20-22 Geschossen wie jenes in Den Haag. Es müsste nicht der einzige Höhenakzent der Nordseite bleiben.
Beim Thema des Hauses der Statistik wurde bereits mal eine Neuordnung des Bereichs um die westliche KMA angesprochen, die man gleichzeitig planen sollte.
-
^ Sicherlich sind Abrisse nur Mittel zum Zweck, doch ohne sie geht es nicht - genauso an der KMA wie im Falle des Statistik-Hauses. Wie könnte man sonst geschlossene Straßenzüge mit EG-Läden schaffen - wo die jetzigen Plattenbauten keine haben?
Warum muß es überall geschlossene Straßenzüge mit EG-Läden geben?
Wenn Du sowas suchst empfehle ich Dir ausgedehnte Spaziergänge in Charlottenburg, Wilmersdorf, Prenzlauer Berg, Schöneberg, Kreuzberg oder Neukölln, aber an der KMA BAII bist du da eben an der falschen Adresse; und nein, es ist nicht irgendein 08/15 Plattenbaugebiet, sondern es sind die ersten in der DDR realisierten Typenserien (Bauzeit 1959-64) und somit Teil des baukulturellen und historischen Erbes dieser Stadt, wie Camondo schon erkärte, und nebenher ein ganz hübsches Habitat für "Dauerbewohner" wie Du Berliner ja gerne zu nennen pflegst.
Ich glaube Du begreifst Berlin nicht im Ansatz; vielleicht fährst Du in Zukunft wirklich besser nach Amsterdam oder Den Haag oder Breslau, das schont Deine und unsere Nerven. -
Es sind hier nicht die Pavillions aus der ursprunglichen DDR-Planung dargestellt, sondern kleine Stadtblöcke, oder Punkthäuser, die in den überdimensionierten Straßenraum ragen und das Ziel verfolgen eine Querschnittsreduzierung herzustellen. Der Zwischenraum zwischen diesen Querhäusern beträgt geschätze 45 m. Insgesamt ist im Planwerk das Viertel stark nachverdichtet und sind alte Straßenzüge wiederhergestellt.
Ich habe ja geschrieben, dass ich für Nachverdichtung in den Vierteln bin. Einerseits um Wohnungen, andererseits um mehr Dichte zu schaffen. Ich hoffe, dass da einiges mehr kommt, als derzeit in der Planung ist. Für die KMA selbst ist der einzige Unterschied zwischen 1999 und 2018 aber die Umwandlung der sechs Punkthochhäuser in sechs Pavillons auf ähnlicher Grundfläche.
Ich hätte Punkthochhäuser gut gefunden, kann aber auch dem neuen Plan etwas abgewinnen. Auch er wird den Straßenraum schmaler wirken lassen; die bisherigen Pavillons sind – anders als vieles, was damals in Ost-Berlin gebaut wurde – geglückte Architektur; und der Sockelbau des Upper West zeigt, dass man mit Motiven der 50er/60er-Jahre auch heute schön bauen kann. Ich will also nicht klagen, ein interessantes Vorhaben.
Schlechte Laune macht mir allerdings die Entscheidung, die Parkplätze in der Straßenmitte zu erhalten. Das ist nun wirklich Schund. Hier wäre mehr Durchsetzungskraft gegenüber den Anwohnerinteressen nötig gewesen. Parkplätze weg, Bäume und Stadtgrün hin. Gerade wenn man von der autogerechten Stadt sukzessive weg will.
-
Warum muß es überall geschlossene Straßenzüge mit EG-Läden geben? Wenn Du sowas suchst empfehle ich Dir ausgedehnte Spaziergänge in Charlottenburg, Wilmersdorf, Prenzlauer Berg, Schöneberg, Kreuzberg oder Neukölln ...
Mit den EG-Läden wirken die Straßen lebendiger und attraktiver - als Beleg möge die folgende Auflistung der Stadtteile dienen, die wegen der Durchmischung als attraktiv gelten. Reine Wohngebiete sind zumeist öde.
Ich spreche das Thema nicht nur in Berlin an - mich ärgert z.B. jeder Rückbau eines EG-Ladens in eine Wohnung, der die Straße ein Stück weniger durchmischt macht.Dazu kommt jedoch auch die Frage der Dichte, die man zwischen den Plattenbauten nur noch wenig erhöhen kann - weit mehr, wenn man neu bauen kann. Je geschlossener die Straßenzüge, desto mehr GFZ können die Quartiere erreichen. Ein gutes Vorbild für die Mitte einer Mehr-Millionen-Stadt ist die Londoner City - Altbauten mit wenig Geschossigkeit, zahlreiche Hochhäuser und viel Dichte - mit Gärten von relativ wenig Fläche, aber viel Qualität. Überall Läden, Bistros, Supermärkte im EG. Ungefähr so sollte man sich die erstrebenswerte Zukunft der Quartiere um den Alexanderplatz (darunter auch der Stralauer Vorstadt) vorstellen.
BTW: Dass die Parkplätze in der Straßenmitte erhalten werden sollten, ist geradezu ein Witz, glücklicherweise jederzeit leicht zu korrigieren - indem sie Begrünung mit Bäumen weichen. Dadurch würde man mehr Lebensqualität schaffen und mehr Dichte auf beiden Straßenseiten erträglich machen.
-
Ich finde Wohngebiete ohne Läden oder Gewerbeansiedlungen toll, egal ob im kleinstädtischen Gummersbach oder im weltstädtischen Berlin.
Auch wenn ich Zweifel habe, dass Berlin sich das langfristig leisten kann, ist es wohl so, dass die Verwaltung die KMA komplett, also auch im westlichen (III.Bau-) Abschnitt als repräsentative Straße einstuft und sie so großräumig wie sie ist, erhalten will. Folglich werde ich mich wohl mit der Breite abfinden müssen, da sie Bestandteil des Bauensembles ist.
Möglicherweise wird ja wenigstens die Entscheidung die Parkplätze auf dem Mittelstreifen zu belassen nochmal revidiert und eine Umgestaltung irgendwann ermöglicht.
Dort, ganz am westlichen Ende, ist soviel Platz, dass noch ein Gebäude auf einem verbreiterten Mittelstreifen errichtet errichtet werden könnte oder halt zwei kleinere an beiden Seiten. Vielleicht ergibt sich da ja in Zukunft noch ein Kompromiss.Ich kann auch mir gut vorstellen, dass die geplanten Pavillons die weiten Räume dort maßvoll ausfüllen, besonders neben dem Kino International klafft noch eine große Lücke.
-
^ Auch wenn ich mich wiederhole - die Rede ist hier vom Gebiet wenige 100 Meter vom zentralen Alexanderplatz entfernt, wo ein Stück Innenstadt angesagt ist - keine vorstädtisch gestrickte reine Wohnsiedlung. Die strikte Funktionstrennung (also bar Durchmischung) wurde mal in den 1930er Jahren als Prämisse aufgeschrieben, seit Jahrzehnten wird sie unter den Stadtplanern als Fehler angesehen - besonders in derart zentralen Lagen. Solche eintönige Siedlungen in solchen Lagen werden nirgends mehr in Europa gebaut (ich zeigte doch Beispiele aktueller Stadtplanung wie in Den Haag (sogar mit Läden im EG eines Hochschulbaus) usw.). Ich verstehe nicht den Sinn, den hier begangenen Fehler schönreden zu wollen statt einfach zuzugeben, dass es schief gelaufen ist.
Ein paar Pavillons sind ein Pflaster, keine richtige Stadtreparatur.
-
Areal Holzmarktstraße 3-5 | Neues Bürohaus
Art-Invest Real Estate und der Immobilieninvestor Cesa entwickeln auf dem Areal Holzmarktstraße 3-5 einen neuen Bürokomplex. Genaueres will das Joint Venture noch nicht bekannt geben, nur so viel, im Erdgeschoss soll Platz für Gastronomie und Einzelhandel geschaffen werden. Die Büroräume werden wohl als Co-Working-Spaces realisiert.
Auf dem Grundstück stehen derzeit eine Tankstelle, eine Autowaschanlage und ein Lidl-Markt. Die Lidl-.Filiale wurde bereits Ende April leer gezogen, was auf einen baldigen Abriss des Schandfleckens hindeuten könnte.
Quelle: http://www.thomas-daily.de/de/news/item/i…A34B8FC71797FAF
siehe auch: http://www.immobilien-zeitung.de/1000052970/ber…-und-tankstelle -
Ich möchte Bau-Lcfr zu 100% beipflichten.
Ich glaube Du begreifst Berlin nicht im Ansatz; vielleicht fährst Du in Zukunft wirklich besser nach Amsterdam oder Den Haag oder Breslau, das schont Deine und unsere Nerven.
Urbanist: Auch wenn ein Vergleich mit Amsterdam oder Den Haag mir auch etwas abwegig vorkommt, scheint es mir als würdest du Berlin nicht im Ansatz begreifen. Denn Berlin ist eben deswegen Berlin, weil es dort in einem Ausmaß eine Durchmischung gibt, wie es sonst keine andere deutsche Großstadt aufzuweisen hat.
Die gefühlte Innenstadt Berlins ist nicht zwei- oder dreimal größer wie die Münchens, sondern gefühlte zehnmal - das liegt eben an der Durchmischung der Viertel von Westkreuz bis Ostkreuz und darüber hinaus.
Das dummerweise ein Fehler in der Geschichte (DDR) dafür verantwortlich ist das solche städtebaulichen Fehler, wie reine Wohnviertel in der Innenstadt, geschaffen wurden ist aus dem städtebaulichen Kontext heraus ersichtlich und sollte so gut es geht korrigiert werden - das liegt doch auf der Hand. So etwas als "baukulturelles Erbe" zu bezeichnen - da dreht sich einem doch die Magengrube um. Um den Kritikern gleich vorzubeugen: Ja auch der Westen hat ähnliche Fehler (wenn auch nicht in diesem Ausmaß) begangen. Es ist eigentlich wieder mal eine alte Debatte: Der klassische Städtebau und die Moderne, die als "Fliegenschiss" in der Architekturgeschichte nun einige Unterstützer hat, die der Meinung sind das die von ihr produzierten Würfel und Blöcke eine Art Kulturerbe sind.
Ich finde Wohngebiete ohne Läden oder Gewerbeansiedlungen toll, egal ob im kleinstädtischen Gummersbach oder im weltstädtischen Berlin.
Baukörper: Ich finde wenn man Berlin und Gummersbach in einem Satz erwähnt, dann disqualifiziert man sich doch in einer ernst zunehmenden Debatte über die Stadtentwicklung einer 3,7 Millionen Metropole.
Noch dazu sollte man sich mal Gedanken dazu machen, wohin diese Art von Stadtentwicklung geführt hat. Ent-urbanisierte Stadtteile (ja dann ist es tatsächlich auch egal ob man in Berlin oder Gummersbach wohnt), massive Verkehrsbelastung durch Pendler, etc.
-
^Das ganze Lamento der Silberköpchen und Rechtsausleger wird trotzdem nicht dazu führen am Staus Quo als mehrheitlich reines Wohngebiet etwas fundamental zu ändern. Und das ist auch gut so. Wer die Architekturgeschichte Berlins immer nur auf den Abschnitt vor dem II.Weltkrieg zu reduzieren versucht, hat meiner Meinung nach Berlin ebenfalls nicht begriffen. Nichtsdestotrotz, Optimierungsbedarf gibt es sicherlich. Und das geschieht ja auch.
-
Baukörper: Ich finde wenn man Berlin und Gummersbach in einem Satz erwähnt, dann disqualifiziert man sich doch in einer ernst zunehmenden Debatte über die Stadtentwicklung einer 3,7 Millionen Metropole.Mit sowas muss man hier rechenn, aber wer entscheidet denn, was mit was (als Vergleich) in einem Satz erwähnt werden darf? Daher ist Deine Einlassung Quatsch! Warum soll man den Gummersbach und Berlin nicht in einem Satz erwähnen?
Z.B.: "Ich fahre gerne zwei bis drei mal im Jahr mit der Bahn von Gmmersbach nach Berlin!" Was ist dann an diesem Satz problemtisch?Disqualifiziere ich mich damit, Berlin per Bahn bereisen zu dürfen?
Und nun frage ich dich, was ist an einem Satz "Ich finde Wohngebiete ohne Läden oder Gewerbeansiedlungen toll, egal ob im kleinstädtischen Gummersbach oder im weltstädtischen Berlin" auszusetzen?
Ich ziehe ja nicht mal mehr Vergleiche (wie z.B. Bau-Lcfr dies ständig tut), das irgendetwas in GM besser oder schlechter wäre als in Berlin.
Im übrigen unterschätzt Du Gummersbach, das in den letzten 40 Jahren eine enorme und auch anerkannte städtebauliche Entwicklung hinter sich gebracht hat. -
^ Habe ich irgend etwas über den Stand vor dem 2. Weltkrieg geschrieben? Kein Wort - und die zitierten Referenzen aus anderen Städten sind des aktuellen Datums - am Quartier in Den Haag etwa wird aktuell, jetzt, gebaut (in einer Stadt, die als Agglomeration an die eine Million Einwohner kommt, als Metropolregion an 8 Millionen EW - näher an Berlin als Gummersbach).
Erst heute brachte nikolas eine Nachricht aus dem Stadtteil - ein Bürobau in der Nähe der Spree wird im EG Läden/Gastronomie haben, also Durchmischung (so ist halt der Stand des Städtebaus) - etwas, was so nah am Alexanderplatz fehlt.
Schön wäre, würde jemand der Phantasie freien Lauf lassen und skizzieren, wie man das Areal (mit dem Haus der Statistik gleich mit) neu ordnen könnte, würde man frei über Abrisse entscheiden. Auf jeden Fall müsste es vielleicht um 50% Wohnfunktion sein, der Rest auf Büros (öffentliche Verwaltung wie auch private), Gastronomie, Handel, Hotels bzw. Boarding Houses, Kultur verteilt. Ich habe mal was verbal von Straßenfluchten zur KMA und gegenüber dem Kino geschrieben sowie einem Hochhaus wie in Den Haag an der Ecke, mit 20-22 Geschossen, vielleicht Studentenwohnungen. Noch einige möglicherweise, bis 50-60 Metern Höhe, in die Blockrandstruktur integriert - und mit möglichst differenzierter Gestaltung sowie EG-Läden zumindest entlang der Hauptstraßen. Die nahe U-Bahn-Haltestelle würde gute Anbindung sichern.
Immer wenn in der Ex-Altstadt Rekos angeregt werden, meinen manche, man könne dort sooolche Wunder der Moderne errichten - woarauf ich öfters erwidere, es gebe woanders reichlich Plätze, wo man sich mit welchen austoben könnte. Wie hier - und statt jene Wunderquartiere zu planen versuchen manche bloß, städtebauliche Sünden schönzureden?
Dass wenige Schritte vom Alex eines anderen Städtebaus braucht als in einer Vorstadt von Gummersdingens, darüber muss man noch extra diskutieren?
-
Urbanist: Auch wenn ein Vergleich mit Amsterdam oder Den Haag mir auch etwas abwegig vorkommt, scheint es mir als würdest du Berlin nicht im Ansatz begreifen. Denn Berlin ist eben deswegen Berlin, weil es dort in einem Ausmaß eine Durchmischung gibt, wie es sonst keine andere deutsche Großstadt aufzuweisen hat.Die gefühlte Innenstadt Berlins ist nicht zwei- oder dreimal größer wie die Münchens, sondern gefühlte zehnmal - das liegt eben an der Durchmischung der Viertel von Westkreuz bis Ostkreuz und darüber hinaus.
Und genau wegen der Dinge die Du oben beschreibst ist es völlig ok wenn es in der Berliner Innenstadt auch einen Bereich wie die KMA BAII gibt; Berlin ist eben gerade ein Kaleidoskop aller möglichen Zeitschichten und Strukturen, und diese ganzen latenten Homogenisierungswünsche laufen daher eh ins Leere.
Und was hier am Ende ein "Fehler der Geschichte" ist, das überlass doch lieber mal der Geschichte. Mal sehen wie die "Geschichte" einst über die baulichen Ergüsse des neoliberalen Turbokapitalismus urteilen wird.
Mit der gleichen Begründung könnte man übrigens auch das Olympiastadion, das Reichsluftfahrtministerium oder den Flughafen Tempelhof abreißen.
So funktioniert Denkmalpflege nicht. -
^Au weh, habe ich hier etwa einen DDR-Nostalgiker ins Herz getroffen?
Absolut dakkord - man sollte tatsächlich unbedingt ein wenig dieser "modernen" Architektur stehen lassen: Als Abschreckung für künftige Generationen. Aber ups: Da fällt mir ein: Wir haben ja ganz Marzahn für uns - reicht dir das nicht? Muss es unbedingt ein toter Un-Ort im Innenbereich Berlins sein?
Disqualifiziere ich mich damit, Berlin per Bahn bereisen zu dürfen?
Baukörper: Das ist jetzt nicht dein Ernst oder?
^Das ganze Lamento der Silberköpchen und Rechtsausleger wird trotzdem nicht dazu führen am Staus Quo als mehrheitlich reines Wohngebiet etwas fundamental zu ändern.
DerBe: Kannst du mal bitte spezifizieren was du genau mit Silberköpchen und Rechtsausleger meinst?
-
Baukörper: Das ist jetzt nicht dein Ernst oder?
Doch, aber Du machst es Dir zu einfach. Hast Du meinen Beitrag gelesen oder suchst Du Dir nur das raus was dir in den Kram passt?
Es ist doch wohl nicht Dein Ernst, wenn Du auf so eine billige Art versuchst zu polemisieren?
Jetzt zitiere ich Dich:
Das dummerweise ein Fehler in der Geschichte (DDR) dafür verantwortlich ist das solche städtebaulichen Fehler, wie reine Wohnviertel in der Innenstadt, geschaffen wurden ist aus dem städtebaulichen Kontext heraus ersichtlich und sollte so gut es geht korrigiert werden
Das ist ein schönes Beispiel für Geschichtsverdrehung, wie sie heute leider gerne von bestimmten Gruppen verbreitet wird.
Abgesehen davon, dass östlich des Alexanderplatzes nie Innenstadt war, die endete nämlich da und folglich ein Wohnviertel dort kein städtebaulicher Fehler ist, sondern normal, genauso wie zig andere Wohnviertel in Mitte, Charlottenburg, Schöneberg, Tiergarten auch, ist nicht die DDR der Fehler in der deutschen und berliner Geschichte sondern bittere aber konsequente Folge (also höchsten ein Folgefehler) vorangegangener Fehler. Dies sind a) eine unfähiger und größenwahnsinniger Kaiser und b) ein noch größenwahnsinniger und menschenverachtender Führer!
Ohne die beiden Idioten hätte es die DDR und auch die BRD nicht gegeben.Das Argument, die DDR hätte ja wertiger bauen können, wenn sie nur gewollt hätte und die zerstörte aber in Teilen noch erhaltene Berliner Altstadt wiederaufbauen können, ist dahingehend nicht zutreffend, da es 1. von Anfang an eine Mangelwirtschaft gab und es 2. schlicht in Ost wie West "in" war Innenstädte so umzugestalten.
Unabhängig davon ist natürlich, und das diskutieren wir hier an allen Ecken, der Nachkriegs-Städtebau im Westen genauso widersprüchlich, fehlerhaft und zerstörerisch gewesen wie im Osten. Im Westen begann lediglich das Umdenken früher und dann waren auch die finanziellen und technischen Mittel da, um Städte teilweise wieder umzugestalten.Und dennoch. Trotz jahrzehnte langem Verfall gibt es heute in Ostdeutschland die besser erhaltenen und größeren historischen Stadtquartiere als im Westen.
Der heutige Städtbau und die Denkmalpflege gehen mit dem Bauerbe der allesamt katastrophal (aber berechtigt) gescheiterten Vorgängerstaaten (Kaiserreich, Nazi-Reich, DDR) des heutigen Deutschland m.E. recht gewissenhaft um.
Dazu gehört dann auch das Bauerbe der DDR und das ist in Berlin u.a. nun mal die Karl-Marx-Allee. -
^Ja ich habe deinen Beitrag gelesen. Ich glaub wir sollten hier nicht weiter diskutieren da es den Rahmen des eigentlichen Themas sprengt.
Abgesehen davon, dass östlich des Alexanderplatzes nie Innenstadt war, die endete nämlich da und folglich ein Wohnviertel dort kein städtebaulicher Fehler ist, sondern normal, genauso wie zig andere Wohnviertel in Mitte, Charlottenburg, Schöneberg, Tiergarten auch, ist nicht die DDR der Fehler in der deutschen und berliner Geschichte sondern bittere aber konsequente Folge (also höchsten ein Folgefehler) vorangegangener Fehler.
Da widersprichst du dir nun selbst. Natürlich waren das Wohn- und Geschäftsviertel. Das ist ja gerade das wofür ich und Bau-Lcfr hier in der Diskussion plädiert haben. Gewerbe im EG als Kernmerkmal der Stadtgestaltung in Berlin vor dem 2. Weltkrieg.
PS: Innenstadt - damit meine ich nicht die "absolute" innenstadt, sondern den Innenbereich Berlins. Und der war nicht am Alex zu Ende.
-