Karl-Marx-Allee/Frankfurter Allee

  • Ich war bei der Informationsveranstaltung im Rathaus Mitte vorletzte Woche vor Ort. Man strebt eine Mischnutzung von Kultur vorne zur KMA und kiezrelevanten Nutzungen im hinteren Teil zu den Wohnbauten an. Realisiert werden soll dies in modularen 2-stöckigen Pavillonbauten auf dem städtebaulichen Grundriss des Ursprungsentwurfs der KMA II. Klingt alles sehr vernünftig und wird fehlende Elemente im Wohngebiet ergänzen. Insofern gibt es Bedarf und es ist kein rein stadträumliches Projekt.

    http://www.kma-mitte.de/projekte/nahversorgung-und-kultur

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    Also eigentlich ist es doch genau gleich.

    1. Man will eine bestimmte Hülle bauen
    2. Man sucht ein Betreiberkonzept.
    3. Bauentwurf

    Wenn zwei das gleiche tun ist es noch lange nicht dasselbe.

    Bei der Bauakademie ist die Reihenfolge:

    1. Man will eine bestimmte Hülle nicht bauen (so wenig Schinkel wie möglich*)
    2. Man sucht ein Betreiberkonzept ohne Ergebnis
    3. Der Bauentwurf wird verzögert (so nicht verhindert)

    Bei der KMA ist sie:

    1. Man will eine bestimmte Hülle bauen
    2. Es werden Bauentwürfe gemacht
    3. Danach wird ein Betreiberkonzept gesucht.

    So was kann man das in Berlin tatsächlich machen.

    *Der Bund hätte den Realisierungswettbewerb schon längst gestartet wenn die Reko-Skeptiker sich dagegen nicht gewährt hätten.

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    Aber ich weiß natürlich, das ist für Dich alles "Marzahn" und nicht Stadt, sondern Anti-Stadt, und sollte abgerissen werden.

    Architektenkind: bis auf die Vermutung meines Wunsches nach Abriss hast du es richtig verstanden. Mir geht es um urbane Dichte, um Maßstäblichkeit, Funktionsmischung, du weißt schon den Leierkasten der Befürworter der Europäischen Stadt. In diesem Zusammenhang immer wieder empfehlenswert zum Lesen "Die 10 Grundsätze zur Stadtbaukunst heute" vom Deutschen Institut für Stadtbaukunst in Dortmund.

  • ^ Soweit ich es aus ferner Ferne beurteilen kann, es geht nicht um den grandiosen Teil der KMA der frühen 1950er Jahre, sondern um den neueren zwischen dem interessanten und dem Alex mit belanglosen 0815-Plattenbauten, die um belanglose 0815-Pavillons ergänzt werden sollen. Ein Abriss und Neubau, am älteren KMA-Teil mit urbanerer Wirkung orientiert, wäre keine so schlechte Idee. Die vorstädtisch anmutende Siedlung isoliert nur die gelungenen Quartiere von der Stadtmitte.

    Einmal editiert, zuletzt von Bau-Lcfr (19. Mai 2018 um 03:14)

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    ^ Soweit ich es aus ferner Ferne beurteilen kann, es geht nicht um den grandiosen Teil der KMA der frühen 1950er Jahre, sondern um den neueren zwischen dem interessanten und dem Alex mit belanglosen 0815-Plattenbauten, die um belanglose 0815-Pavillons ergänzt werden sollen. Ein Abriss und Neubau, am älteren KMA-Teil mit urbanerer Wirkung orientiert, wäre keine so schlechte Idee. Die vorstädtisch anmutende Siedlung isoliert nur die gelungenen Quartiere von der Stadtmitte.

    Wiedermal aus der Ferne geurteilt und nicht verstanden. Dieser Teil der KMA wird von der Bevölkerung Berlins genauso angenommen, wie andere Teile Berlins. Mit dem Kino International, der Bar Babette und früher einmal, bevor es tolle Investoren, (wie von Ihnen und andere Stadzerstörer) präferierten Investoren gekauft haben, das Cafe Moskau. Alle tragen zur Belebung bei. Wenn also ein paar mehr Pavillions dazu kommen, die eingeladen Entwurfbüros sind nicht die schlechtesten, dann bedeuted das eine weitere Aufwertung der Gegend. Und wer meint, dass das alles belanglose 08/15 Pavillion sind und werden, hat so gar keine Ahnung.

  • Kombination Hochhaus - Pavillon

    Ich finde man sollte die Idee der Vervollständigung in die heutige Zeit transportieren und neu denken. Anstatt nur flache Pavillons zu bauen, sollten gerade auf städtischen Grundstücken in zentraler Lage auch sozialer Wohnungsbau ermöglicht werden.

    Wieso wird nicht Pavillon mit Hochhaus kombiniert. Und ich spreche da nicht von hohen Häusern, sondern von Bauten mit 30, 40, oder 50 Etagen auf städtischen Grundstücken. Die Idee der Prachtmeile war doch schon zu DDR-Zeiten, Wohnungen für Arbeiter zu errichten.

    Diesen Grundgedanken könnte man aufgreifen und Ideen entwickeln, die der heutigen Zeit gerecht werden und sozialen Wohnungsbau inkludieren.

  • Karl-Marx-Allee

    Grundsätzlich habe ich kein Problem mit den Gebäuden an diesem Abschnitt der KMA. Daher finde ich die Ergänzung durch die ursprünglich geplanten Pavillons gut.

    Probleme habe ich mit der Verkehrssituation. Dort wird praktisch das überholte Konzept der autogerechten Stadt zum Denkmal erhoben.

    Es müsste dringend eine Umgestaltung der Straße stattfinden und auf Dauer kann es Berlin sich doch gar nicht leisten so zentral so viel Platz zu verschwenden.
    Wenn man dann das KMA-Ensemble erhalten will, muss es weiterentwickelt werden, wobei die Pavillons ein erster Schritt sind.
    Dazu sollte die Straße zurückgebaut und teilweise überbaut werden.
    Es könnten an der Kreuzung zur Otto-Braun-Straße so etwas wie Torhäuser entstehen (auch als Ergänzung zum Haus der Statistik)
    und schließlich könnten auch noch in der Lage des jetzigen Mittelstreifens Gewerdbegebäude errichtet werden.
    Das wurde ja auch hier schon einmal angesprochen.

    Einmal editiert, zuletzt von Baukörper (19. Mai 2018 um 21:35)

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    ... Dieser Teil der KMA wird von der Bevölkerung Berlins genauso angenommen, wie andere Teile Berlins. ...

    Diesen Teil Berlins habe ich mir mal zu Fuß angetan und von der angeblich annehmenden Bevölkerung nichts gesehen - keine Leute, die genauso wie wir zu Fuß unterwegs waren. (Ab und zu huschte nur ein Radler vorbei.) Zur gleichen Zeit gab es auf dem Alex viele Leute und auf dem älteren KMA-Teil einige - nur hier nicht. Später fuhren wir lieber spätestens vom Strausberger Platz mit der U-Bahn zum Alex.

    Hier im Unterforum wurde schon mal angesprochen, dass die locker hingestellten Blöcke bestens erschlossene Fläche durch Mindernutzung verschwenden. Man könnte vielleicht hier und da flicken, doch am effektivsten - irgendwann Blöcke beseitigen und viel dichter neu bauen, architektonisch vielfältiger, mit Nutzungen im EG.
    Gleiches gilt ja oft für das Haus der Statistik, an dem man auf dem Weg zum Alex vorbeikommt.

  • Das eine ist auch ein (entsprechend rein gewerblich genutzter) Touristen- und Umsteige-Hotspot, das eine ein (mit Absicht) ruhiges Wohngebiet. Äpfel mit Birnen.

  • Ich denke, es liegt in der Natur der Sache, dass man einem modernen Wohngebiet als stuckfixierter Tourist nichts abgewinnen kann. Muss man auch nicht.

    Ich würde mich bei einem Pokerturnier als Zuschauer auch langweilen und möchte sie dennoch nicht abschaffen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ich denke, es liegt in der Natur der Sache, dass man einem modernen Wohngebiet als stuckfixierter Tourist nichts abgewinnen kann. Muss man auch nicht.

    Ich würde mich bei einem Pokerturnier als Zuschauer auch langweilen und möchte sie dennoch nicht abschaffen.

    Es gibt viel Sachen und Aktivitäten die schwachsinnig, oder sogar moralisch verwerflich, sind die man nicht abschaffen oder verbieten sollte. Es sind private Vergnügen, niemand wird gezwungen sich damit abzugeben.
    Das ist der eklatante Unterschied zum öffentlichen Raum, der gehört uns alle und wir müssen alle damit klarkommen. Es gibt etliche Umfragen und Forschungen die die Präferenz der übergroßen Mehrheit der Menschen für gewachsene Städte und historische Architektur belegen.

    Es gab eine Zeit in Berlin, und die ist noch gar nicht so lange her, die Zeit von arm und sexy, dass es in der Stadt Wonhnungsleerstand gab. Der Wohnungsmarkt war also recht entspannt und die Einwohner der Stadt konnten halbwegs frei wählen wo sie wohnen wollten und wo nicht. In jener Zeit hatten die städtebaulich aufgelockerte Hochhausbezirken am Rand der Stadt zu kämpfen um die Wohnungen überhaupt belegt zu bekommen. Ins besonder Plattenbauten wurden in größerer Stückzahl zurückgebaut (=Teilabriss) weil sie unvermietbar waren.

    Innerhalb von fünfzehn Jahren hat sich das Blatt radikal gewendet. Das Wohnen in der Großstadt ist attraktiv geworden. Das schlimmste, was man seinen Kindern mittlerweile antun kann, ist zu drohen aufs Land zu ziehen. Die internationale Großfinanz hat Berlin nach Jahrzente der Vernachlässigung endlich gefunden und wird so schnell nicht mehr abziehen. Die größte Bedroheung für die Einwohner von Berlin ist inzwischen die Situation auf dem Wohnungsmarkt.

    Es muss schnell mehr Wohnraum entstehen um diesen Boom für die Bewohner von Berlin verträglich zu machen. Die Leistungsbilanz von RRG, die das Problem mit Hilfe der kommunalen Wohnunsbaugesellschaften versucht zu lösen, ist katastrophal: weniger Wohnungsneubau als unter der Groko.

    Im Homeland der WBM an der Karl-Marx-Allee wird jetzt der Traum des DDR-Städtebaus weitergeträumt. Die DDR war überigens ach ein Land mit einer katastrophalen Leistungsbilanz im Bezug zum Wohnungsbau, trotz aller Durchgriffsrechte und -unrechte. Was mit der Platte am neuen Wohnraum dazu gebaut wurde, ist durch Abriss und Vernachlässigung im Bestand verschwunden.

    Der Straßenquerschnitt in dem Plattenbaubereich der KMA beträgt satte 125 m! Zwischen den Pavillions sind es immer noch 80 m. Bis zur Wende wurde deswegen dieser Abschnitt der KMA für großangelegte Militärparaden genutzt, hier ein Erinnerungsbild von 1988. Die von Hallole unter #31 verlinkte Umgestaltung der KMA auf der Senatsseite zeigt mit 80 m nur den Querschnitt zwischen den Pavillions, es ist noch weitere 45 m Straßenraum vorhanden der nicht für den Bau von Wohn- und Gewerbefläche zu Verfügung steht.

    Vor den Plattenriegeln könnten auf beiden seiten 40 m tiefe Blöcke ergänzt werden und es blieb trotzdem noch 45 m Straßenquerschnitt übrig, ausreichend für eine breite städtische Straße übergeordneter Bedeutung. Zum Vergleich einige Straßenbreiten von wichtigen Berliner Straßen: Leipziger Straße auf Höhe Friedrichstraße: 22m, Tauentzienstraße: 45m, Potsdamer Straße: 36 m. Fahrräder, Bäume, Stellplätze würden Platz haben. Nur große Aufmärsche mit Luftabwehrraketen wären etwas schwieriger.

    Wenn es in Berlin wegen Bestandsschutz für das DDR-Erbe und Bestandsschutz für den fehlgeleiteten Modernen Städtebau keine Veränderung in der Baupolitk geben wird, wie an dieser Stelle exemplarisch zu sehen ist, wird es mit einer substanziellen Nachverdichtung im zentralen Bereich niks. Dann sind großflächige Neubauprojekte auf den jetzt noch grünen Wiesen notwendig, bzw.unumgänglich. Und wenn auch das wegen der Interessen der Naturschutz- und Landwirtschaftsverbände nicht sein darf/kann, wird die Lage auf dem Wohnungsmarkt nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage weiter eskalieren.

    Zum Schluss noch mal der hier von mir schon öfters gezeigten Link zum Berliner Pompei. Man braucht nur leicht zu buddeln und man stößt auf die Fundamente der verschwundenen Berliner Innenstadt. Empfehlenswert das Gebiet NÖ vom Alexanderplatz vor Krieg und Abriss virtuell zu erkunden.

    Einmal editiert, zuletzt von Taxodium (20. Mai 2018 um 00:14)

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    Es muss schnell mehr Wohnraum entstehen um diesen Boom für die Bewohner von Berlin verträglich zu machen. Die Leistungsbilanz von RRG, die das Problem mit Hilfe der kommunalen Wohnunsbaugesellschaften versucht zu lösen, ist katastrophal: weniger Wohnungsneubau als unter der Groko.

    Genau das stimmt nämlich nicht!
    Der Wohnungsbau ist auf einem Höchstand (reicht dennoch nicht) aber die Baugenehmigungen sind im 1. Quartal 2018 zurückgegeangen.

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    Wenn es in Berlin wegen Bestandsschutz für das DDR-Erbe und Bestandsschutz für den fehlgeleiteten Modernen Städtebau keine Veränderung in der Baupolitk geben wird, wie an dieser Stelle exemplarisch zu sehen ist, wird es mit einer substanziellen Nachverdichtung im zentralen Bereich niks.

    Viel interessanter wäre für mich mal ein Vergleich der Einwohnerzahlen in den Vierteln um 1930 oder 1935, also mit dichtem Altbaubestand und heute, mit aufgelockerter Bebauung. Die verlinkten Luftbilder sagen wenig aus über die Gebäude, das waren bei weitem nicht alles 6-Geschosser.

    Daraus ließe sich dann besser ableiten, ob der DDR Städtbau wirklich so uneffizeint war und das alles heute revidiert werden müsste.

    Ich plädiere ja auch für eine Verdichtung und eine Reduzierung des Straßenraums, aber mit dem erhaltenswerten Bauerbe sollte auch in diesem Fall behutsam umgegangen werden. Es kommt ja auch keiner auf die Idee, wegen Wohnungsmangel den Tiergarten abzuholzen und zu bebauen!

    Was das "damit klarkommen" angeht, kann sich dass nur auf die Anwohner beziehen (und die haben sich doch klar geäußert), es handelt sich ja um ein Wohngebiet, wenn auch ein sehr zentrumnahes.
    Wo soll das hinführen wenn beliebeige Leute über Veränderungen im Kiez mitentscheiden dürften, die dort gar nicht wohnen.

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    Viel interessanter wäre für mich mal ein Vergleich der Einwohnerzahlen in den Vierteln um 1930 oder 1935, also mit dichtem Altbaubestand und heute, mit aufgelockerter Bebauung. Die verlinkten Luftbilder sagen wenig aus über die Gebäude, das waren bei weitem nicht alles 6-Geschosser.

    Daraus ließe sich dann besser ableiten, ob der DDR Städtbau wirklich so uneffizeint war und das alles heute revidiert werden müsste.


    Was das "damit klarkommen" angeht, kann sich dass nur auf die Anwohner beziehen (und die haben sich doch klar geäußert), es handelt sich ja um ein Wohngebiet, wenn auch ein sehr zentrumnahes.
    Wo soll das hinführen wenn beliebeige Leute über Veränderungen im Kiez mitentscheiden dürften, die dort gar nicht wohnen.

    Es gibt einiges an statischtisches Material im Netz: link

    Seit 1950 hat sich die pro Kopf Wohnfläche von 15 qm auf ca 45 qm fast verdreifacht. Die Belegungsdichte der Wohnungen ist deshalb stark zurückgegangen. Ursachen dafür sind z.B. die veränderten familiären Strukturen (Singles) und der gestiegenen Wohlstand.

    Der Rückschluss aus den historischen Bevölkerungszahlen auf die Dichte des DDR-Städtebaus wird so einfach nicht klappen. Besser wäre es die aktuelle Einwohnerdichte von z.B. Prenzlauer Berg als historisch halbwegs intakte Stadtstruktur mit der Dichte der Gegend um der KMA zu vergleichen.

    Im letzten Absatz wird was durcheinander gebracht. Es gibt den öffentlichen Raum und das Gemeinwohl der Stadt die über die partikulare Interessen der Einwohner gehen. Jeder der schon mal ein Nachverdichtungsprojekt in der Praxis hat begleiten können, weiß mit welcher Vehemenz die Eigeninteressen (Sonne, freien Blick, Parkplätze, hundenauslauf vor der Tür) verteidigt werden. Die Aufgabe „der Politik“ liegt darin das Gemeinwohl aller Bürger zu vertreten.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ... das eine ein (mit Absicht) ruhiges Wohngebiet. ...

    Dennoch darf man hinterfragen, was denn ein reines Wohngebiet wenige Schritte vom zentralsten Punkt der Stadt zu suchen hat, wo intensive Nachverdichtung mit Hochhäusern angepeilt ist. Zum Vergleich - einige Schritte vom zweiten Hauptbahnhof Den Haags (HS) ist die Bebauung intensiver und die Nutzung gemischter - und auch die Architektur nicht so langweilig wie hier. (Und das unabhängig, ob jemand angeblich auf Stuck "fixiert" sein sollte oder nicht.) In London kommen selbst viele vorstädtische Siedlungen auf über 200 WE / Hektar - und das bei den heutigen üppigen Wohnungsflächen. Auf wie viele WE/Hektar kommen die Plattenbausiedlungen hier? (Nach anderen Nutzungen frage ich nicht mal, es gibt kaum welche.)

  • ^ Ja das darf man gern hinterfragen. Und wenn man mich fragt, dann finde ich dass das eine der besondereren Eigenheiten von Berlin ist, auch mal ein beruhigtes Wohngebiet direkt neben dem Alex vorzufinden. Finde ich persönlich übrigens gut.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Diesen Teil Berlins habe ich mir mal zu Fuß angetan und von der angeblich annehmenden Bevölkerung nichts gesehen - keine Leute, die genauso wie wir zu Fuß unterwegs waren. (Ab und zu huschte nur ein Radler vorbei.) Zur gleichen Zeit gab es auf dem Alex viele Leute und auf dem älteren KMA-Teil einige - nur hier nicht. Später fuhren wir lieber spätestens vom Strausberger Platz mit der U-Bahn zum Alex.

    Hier im Unterforum wurde schon mal angesprochen, dass die locker hingestellten Blöcke bestens erschlossene Fläche durch Mindernutzung verschwenden. Man könnte vielleicht hier und da flicken, doch am effektivsten - irgendwann Blöcke beseitigen und viel dichter neu bauen, architektonisch vielfältiger, mit Nutzungen im EG.
    Gleiches gilt ja oft für das Haus der Statistik, an dem man auf dem Weg zum Alex vorbeikommt.

    Ich habe die unterschiedlichen kulturellen Nutzungen der einzelnen Bauten aufgezählt. Das Kino, die Restaurationen und der Einzelhandel werden sehr gut angenommen. Für mich ist das Kino International eines der schönsten in Berlin. Immer gut besucht. Bis auf das Cafe Moskau, Berggrün sei Dank, werden alle Einrichtungen gut frequentiert. Wenn Sie dieses weiter ignorieren wollen. Bitteschön. Viel Spass noch im Touri-Hot Spot Nikolaiviertel.

  • Dekoratives Anführungszeichen


    Im letzten Absatz wird was durcheinander gebracht. Es gibt den öffentlichen Raum und das Gemeinwohl der Stadt die über die partikulare Interessen der Einwohner gehen. Jeder der schon mal ein Nachverdichtungsprojekt in der Praxis hat begleiten können, weiß mit welcher Vehemenz die Eigeninteressen (Sonne, freien Blick, Parkplätze, hundenauslauf vor der Tür) verteidigt werden. Die Aufgabe „der Politik“ liegt darin das Gemeinwohl aller Bürger zu vertreten.

    Natürlich gibt es diese Eigeninteressen, die hat doch jeder.
    Für mich klang der Abschnitt,

    Dekoratives Anführungszeichen

    Das ist der eklatante Unterschied zum öffentlichen Raum, der gehört uns alle und wir müssen alle damit klarkommen. Es gibt etliche Umfragen und Forschungen die die Präferenz der übergroßen Mehrheit der Menschen für gewachsene Städte und historische Architektur belegen.


    nach:
    Das gefällt nicht, das muss weg !

    Dann muss man deutlich -Stopp!- rufen, weil auch für das Ensemble der KMA Bestandschutz gilt.
    Da kann man gerne, und das tun wir ja hier, über Ergänzung und Umgestaltung sprechen, aber nicht über Abriss und Neubau!


    Dekoratives Anführungszeichen

    Dennoch darf man hinterfragen, was denn ein reines Wohngebiet wenige Schritte vom zentralsten Punkt der Stadt zu suchen hat, wo intensive Nachverdichtung mit Hochhäusern angepeilt ist.

    Ja. das darfst du und machst Du ja auch gerne, besonders im Vergleich mit anderen Städten, die aber nicht vergleichbar sind.

    Ich denke es gibt da ein großes Missverständnis: Der Alexanderplatz war und ist nicht der zentralste Platz der Stadt und er war auch nur zeitweise der bedeutendste Platz der Stadt.
    Das wäre er vielleicht geblieben mit der geplanten aber nicht umgesetzten Umgestaltung in den 30er Jahren und ohne 2.WK.

    Er markierte immer, mehr oder weniger, das östliche Ende der Berliner Innenstadt und 'dahinter' gab es halt Wohngebiete.
    Warum sollte das jetzt anders werden?

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    Viel Spass noch im Touri-Hot Spot Nikolaiviertel.

    Da mich kein Gesetz verpflichtet, gerade Berlin zu besuchen, kann ich für ähnliche Kosten eine richtige Metropole besuchen - London, Amsterdam und so. Der Verweis auf das Nikolaiviertel ist unsinnig, da ich hier keinesfalls Rekonstruktionen angeregt habe - ist ein Stück jenseits der Altstadt. Eher wären Quartiere wie das gezeigte in Den Haag neben dem HS-Bahnhof Vorbilder - vielleicht mit etwas mehr Gestaltungsdifferenzierung und Bäumen statt Wasser. Dort gibt es u.a. eine Hochschule, EG-Läden usw. - normalerweise ist das Quartier belebter als an einem Samstag inmitten des verlängertes Wochenendes.

    Eventuell könnten einzelne Bauten verbleiben wie das Kino - ich habe ein der KMA-Kinos sogar auf einem Foto (käme ein übliches Multikino unserer Zeit stattdessen, wäre es nicht schöner - und zentrumsbildend ist ein Kino schon):



    Man kann jedoch nicht etliche nach dem Schema F gebaute Plattenbauten als einmalig verklären. Erst recht nicht Planungsfehler als "besonderere Eigenheiten" schönreden.