Wilhelmstraße - Plattenbaumoderne vs Neubebauung

  • Architektenkind

    Es geht hier grad um die künftige Bebauung des Grundstücks Wilhelmstraße 56 - 59. Dein verlinkter Entwurf (sog. Oligarchen-Monarchismus) zeigt eine mögliche Bebauung für das am Holcaust-Mahnmal gelegene Grundstück in der Cora-Berliner-Straße, wo aktuell die Fress- und Touri-Buden stehen ;)

  • Hm, und der gezeigt Entwurf ist jetzt wirklich um so vieles attraktiver als der Bestand? Ich zweifle. Das ist doch aufgehübschte 08/15 Architektur.

  • Stimmt! Die bestehende Platte ist viel schöner und anheimelnder. :nono:

    Aber noch sollte man sich über die künftige Architektur keine Sorgen machen. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn der Entwurf nicht noch "gelüschert" wird und wir auch hier eine todschicke moderne Rasterarchitektur erhalten werden. ;)

  • ^Viel schöner nicht. Aber auch nicht viel schlechter. Egal, hier profitiert ohnehin nur der Investor. Aber vielleicht bleibt uns wenigstens Styropatzschke erspart.

  • Auch wenn man nicht allzu viel erkennt, ich finde den Entwurf ersmal nicht schlecht. Ggü. dem Vorentwurf finde ich gut, dass die Fassaden unterteilt wurden. Der monumentale Klotz war für die Ecke doch etwas zu gewaltig. Die Höhe fand ich allerdings genau richtig, schade dass die reduziert wurde. Schön auch die gläsernen Schrägen als Variation im Dachbereich. Viel Einsparpotenzial sehe ich allerdings nicht, da die Fassade bereits recht einfach gehalten ist. Wenn man wirklich das Luxus-Klientel ansprechen möchte, sollte man nicht mehr groß kürzen.

  • ^ Das ist das Grundstück am Holocaust-Mahnmal, um das geht es aber gerade nicht. Der Vorentwurf für dieses Grundstück ist aber auch hier im Thread zu finden.

  • ^ Der gleiche Fehler ist mir auch unterlaufen (danke, DickesB, für den Hinweis). Aber mir gefällt der Vorgänger-Entwurf überhaupt nicht. Diese gezeichneten Werbebildchen von Patzscke wirken immer wie eine Mischung aus Paris 1870 und Moskau 1940. Dieser Stil ist mir an sich schon um einiges zu aufgeblasen; aber das ist natürlich Geschmackssache.

    Schlimmer finde ich, dass bei Patzschke die Wirklichkeit nie hält, was die Zeichnung verspricht. Wenn die Häuser erstmal stehen, wirken sie bei ihm meistens wie eine Paris/Moskau-Filmkulisse, die nur auf Fotos oder aus der Ferne täuschen kann, während man aus der Nähe hinter dem Stuck immer das Styropor erkennt. Da ist der Nöfer-Stil, der oberflächlich betrachtet ähnlich aussieht, in der Regel um einiges ehrlicher – will sagen: besser.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Schlimmer finde ich, dass bei Patzschke die Wirklichkeit nie hält, was die Zeichnung verspricht. Wenn die Häuser erstmal stehen, wirken sie bei ihm meistens wie eine Paris/Moskau-Filmkulisse, die nur auf Fotos oder aus der Ferne täuschen kann, während man aus der Nähe hinter dem Stuck immer das Styropor erkennt. Da ist der Nöfer-Stil, der oberflächlich betrachtet ähnlich aussieht, in der Regel um einiges ehrlicher – will sagen: besser.

    Ja, der Einwand ist berechtigt. Trotzdem bin ich anderer Meinung.

    Der Tiergarten endet wenige Meter westlich und hier verläuft die städtische Kante, mit der die Bebauung von Berlin Mitte nach Osten beginnt. Daher bin ich der Meinung, daß an dieser städtischen Kante durchaus mal ein Gebäude größeren Kalibers hingestellt werden kann.

    Ich kann die Argumente von wegen "zu aufgeblasen", "zu pompös", "nicht authentisch" oder "schaurig schön" nicht mehr hören. Ich habe keinen Bock mehr auf architektonische Magerkost! In Deutschland wird man in Bezug auf Architektur ständig auf Diät gesetzt. Und Leute, die hier im DAF von den Boulevards anderer europäischer Metropolen schwärmen, wollen dann mit allen Mitteln verhindern, daß man in Berlin auch mal in prachtvollerem Stil baut. Das ist irgendwie schizophren.

    Die Tatsache, daß es in Kiew pompösere Architektur als in Berlin gibt, spicht nicht unbedingt für Berlin. Da können sich hier die sachlichen Aufklärer den Mund fusselig reden, wie sie wollen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Und Leute, die hier im DAF von den Boulevards anderer europäischer Metropolen schwärmen, wollen dann mit allen Mitteln verhindern, daß man in Berlin auch mal in prachtvollerem Stil baut. Das ist irgendwie schizophren.

    Nein, verhindern sollte man nur den billigen Pseudo-Kitsch. In dieser Gegend stand praktisch an jeder Ecke mal ein prachtvolles Gebäude. Könnte man rekonstruieren. Warum tut es keiner? Weil eben für wirkliche Pracht keiner das Geld ausgeben will, also tut man nur so, als ob. Übrigens war das für Kiew kein Lob. Pompös ist eben nicht gleich gut (oft eher im Gegenteil).

  • Ich bin wahrlich kein Freund von Patzschkearchitektur. Aber die Mängel in der Ausführung sind ja kein Einzelfall des Büros Patzschke. Dies ist wohl eine generelle Frage der Umsetzung - auch viele modernistische Entwürfe haben damit zu kämpfen.

  • Es sieht weniger nach Patzschke aus und mehr nach Nöfer. Ist es sicher, dass das ein Patzschke-Entwurf ist?
    Patzschke hat/haben arg nachgelassen, was die Qualität ihrer Entwürfe und vor allem die letztendliche Ausführung angeht. Wirkt meistens doch immer recht billig und steril. Nöfer hingegen überzeugt mich persönlich eigentlich immer. Also immer nur her damit. :) Ich hoffe, es wird komplett mit Stein verkleidet.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Der neue Entwurf sieht nach Nöfer aus, der alte war von Patzschke. Darum geht es doch die ganze Zeit... :rolleyes:


    Lasst uns doch einfach abwarten bis hier klare Informationen vorliegen, dann können wir uns auch das Rumgerate sparen.

    krycekuva
    Wenn Patzschke im alten Entwurf im Sockelbereich nicht sogar 3 Geschosse reingequetscht haben zähle ich unverändert 8 Geschosse in beiden Entwürfen.

  • @bato ich zähle beim Patzschke wenn der zockel, wie bei dem neuen 2 stockwerke hat, sogar in manche stellen 10 stockwerke.

    aber ja. lieber abwarten..:)

  • @ Rotbewerter:

    Ich finde diesen verschmitzt-lächelnden Smiley (:rolleyes:) eigentlich ganz freundlich und lasse ihn mir gerne gefallen, wenn ich am Thema vorbei schreibe, weil ich nicht aufgepasst habe (was mir öfter mal passiert). Auf die Idee, für seinen Einsatz drei Punkte Abzug zu verhängen, käme ich nicht...

  • Schon vor 4 Tagen berichtete der Tagesspiegel, dass dem Abriss des Plattenbaus nichts mehr im Weg stünde. Der Investor habe sich mit den letzten verbliebenen Mietern auf eine Auszugsvereinbarung gegen Entschädigung geeinigt. Eine aktualisierte Baugenehmigung gebe es jedoch noch nicht.
    Ausführendes Architektenbüro sei nach wie vor Patzschke.

    Eine neue Visu gibt es auch:


    (C) Wilhelmstraße 56-59 Immobilienentwicklung

    Auch die westlich gelegenen Platten könnten nun mehr in den Fokus rücken. Es gebe erheblichen Leerstand. Und sofern es einen Investor mit Bauinteresse geben soll der nachweisen könne, dass sich so eine Platte nicht wirtschaftlich betreiben ließe, wäre auch hier ein Abriss mit Neubebauung möglich.